Die kolumbianische Regierung sagte zu, alle inhaftierten FARC-Kämpfer sofort zu begnadigen, sollten die FARC die Geiseln frei lassen.
Damit reagiert die Regierung auf die beängstigenden Meldungen über den Gesundheitszustand mancher Geiseln, insbesondere Ingrid Betancourts. Die Begnadigung soll für alle inhaftierten FARC-Kämpfer gelten, unabhängig davon welches Vergehen sie begangen haben und wie viel Zeit sie noch absitzen müssten um ihre Strafe zu sühnen.
Damit würden die gefangenen FARC-Kämpfer z.T. besser gestellt werden als die PARAS, die sich unter Justicia y Paz demobilisiert haben.
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So ähnlich soll die Schlagzeile einer großen deutschen Tageszeitung Anfang März suggeriert haben, erzählte mir ein Besucher aus dem Bayernland.
Diese Schlagzeile nahm so Bezug auf Dokumente, nach denen die FARC für viel Geld schwach angereichertes Uran gekauft haben sollte. Diese Dokumente seien im Computer Raul Reyes gefunden worden. Bei dem Überfall auf das Lager Reyes im ecuadorianischen Grenzgebiet, will das kolumbianische Militär auch zwei Computer Reyes gefunden haben. Zwar werden diese Computer jetzt durch internationale Behörden (z.B. momentan Interpol) untersucht, aber brisante Dokumente verlas der Polizei-Chef schon ohne “Echtheit-Zertifikat” vor laufenden Kameras kurz nach dem Fund.
Eines dieser Dokumente enthielt die besagte Information. Damit war schon einmal die erste “Bombe” gezündet.
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Überraschend und ohne Ankündigungen oder dem Einschalten eines prominenten Unterhändlers wie Chavez oder Correa (der sich selber nach dem Anschlag der kolumbianischen Streitkräfte überraschend in´s Spiel brachte) ließen heute die FARC vier der sechs im Golf von Utria (80 km nördlich Nuquis) Entführten Geiseln frei. Diese sechs Geiseln wurden am 14.01.08, von der 57. Front der FARC entführt.
Noch ist nicht bekannt, aus welchen Grund die Geiseln frei gelassen wurden. In Gewalt der FARC befinden sich noch ein Professor der Universität Los Andes und ein Student. Der Professor ist gleichzeitig der Ehemann einer der Freigelassenen.
Die Freilassung kommt zu einem Zeitpunkt in dem die Frage diskutiert wird, wie sich die FARC nach dem Tot von Raul Reyes mit den Geisel und im Thema der Freilassung verhalten wird. Die Palette der Theorien reicht von Rache und Vergeltung an den Geiseln, einem Ende jeglicher Freilassungen bis hin zu höherer und baldiger Freilassung aller. Für letztere Theorie wird als Argument genutzt, dass dem Hardliner Reyes ein Gemäßigterer nachrücken könnte, der den Austausch der Geiseln befürworten würde. Es könnte auch sein, dass Teile der FARC sich von der Vereinigung abzusetzen beginnen, die Geiseln freilassen und sich mit den gesammelten und versteckten Geldern aus dem Drogengeschäft aus dem Staub machen.
Die Deuter haben jetzt das Wort.
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Bei der von Ecuador einberufenen Botschafter Versammlung der OAS -Organisation Amerikanischer Staaten- kam es gestern zu keiner Verurteilung Kolumbiens wegen der Grenzverletzung Ecuadors bei dem Angriff auf das Lager der FARC, bei dem Raul Reyes und weitere 20 Menschen um´s Leben kamen.
Nach Anhörung beider Seiten, konnten die Teilnehmer keine Einigung darüber erzielen, ob die Grenzverletzung Kolumbiens verständlich oder verwerflich sei. Ecuador selbst zog den Antrag der Verwerflichkeit zurück, besteht nun auf eine Erklärung in der die Verletzung der Grenze festgehalten wird und das die staatlichen Grenzen unangreifbar sind. Kolumbien ist mit dieser Erklärung einverstanden, ebenso mit der Benennung einer Abordnung, die angeführt durch den General Sekreter der OAS, vor Ort eine Untersuchung der Ereignisse und Hintergründe führt.
Zu einer Abschlusserklärung kam es aber bisher nicht, da der Artikel in dem die Untersuchung beschlossen wird, die Formulierung enthält, “Verletzung der Hoheit Ecuadors”. Kolumbien wehrt sich gegen diese Formulierung, da sie suggeriert, dass Kolumbiens Angriff Ecuador und nicht der FARC galt.
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Die Botschafter der Organisation Amerikanischer Staaten -OAS- trafen sich heute Nachmittag zu einer Sondersitzung um über den Übergriff kolumbianischer Truppen auf ecuadorianisches Staatsgebiet zu befinden. Dabei geht es nicht um die Frage um Kolumbien Ecuadors Staatsgebiet verletzt hat oder nicht, da Kolumbien dies bestätigt und sich mehrere Male bei der Regierung Correas entschuldigt hat. Es geht vielmehr darum, ob Kolumbiens Übergriff unrechtmäßig aber verständlich oder unrechtmäßig und verwerflich war.
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Wie vor einigem Minuten durch den kolumbianischen Verteidigungsminister bestätigt, fiel Luis Edgar Davia Silva, alias “Raul Reyes” bei einem Gefecht zwischen FARC-Einheiten und kolumbianischen Streitkräften im Grenzgebiet zu Ecuador. Raul Reyes gilt als zweiter Mann der Organisation und war für die Öffentlichkeit das vielleicht bekannteste Gesicht der FARC. Mit ihm starben weitere 18 Menschen, die zu seinem Sicherheitsring gehörten.
Reyes Tod kann als ein schwerer Schlag für die FARC gesehen werden und so warten wir jetzt gespannt auf die Reaktionen der Guerilla und des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez. Reyes ist einer der politischen Köpfe der FARC gewesen. Daher war er der Verhandlungsführer der FARC während der später gescheiterten Friedensgespräche mit der Regierung des Uribe Vorgängers Pastrana. In dieser Funktion besuchte er auch Europa und galt seit dem als die Person für die politische Öffentlichkeitsarbeit der FARC. Er galt als Hardliner und Vertreter der Linie keine Verhandlungen mit Uribe zu führen. Er dürfte auch für Venezuelas Präsidenten Hugo Chavez die wichtigste Ansprechperson gewesen sein.
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Mein Treffpunkt ist um 12 Uhr an der Kreuzung zwischen der Strasse 127 und der Carrera 7. Verabredet bin ich mit allen Mitbürgern, die von 12 bis 14 Uhr ihre Stimme gegen die FARC erheben wollten. Das Besondere an dieser Veranstaltung: Sie wurde nicht von Politikern, Parteien oder irgendwelchen Vereinen organisiert. Der Aufruf dazu kam von einer Gruppe junger Facebook-Nutzer, die ihren Unmut über die Show um die Freilassung Clara Rojas, Consuelo Gonzales und vor allem des kleinen Emmanuel zunächst über eine Sammlung von Stimmen gegen die FARC via Internet äußern wollten. Schnell kam die Erkenntnis, dass sie einen Nerv getroffen hatten und dass die Demonstration gegen die FARC nicht virtuell im Netz bleiben sollte, sondern auf die Straße gehört.
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Die FARC teilte heute mit, dass es sich bei dem Kind, das sich seit 2 Jahren unter Obhut der kolumbianischen Behörde für das Wohlergehen der Familien (ICBF) befindet um den Sohn Clara Rojas, Emmanuel handelt.
www.abpnoticias.com/boletin_temporal/contenido/comunicados/258.html
Dieses Eingeständnis ist in einer wirklich überraschenden Mitteilung der Hintergründe der Geschehnisse um Emmanuel gebettet. Uribe hat Emmanuel entführt! Dies um die Übergabe der Geiseln Clara Rojas, Emmanuel und Consuelo Gonzáles zu verhindern, die bahnbrechende humanitäre Mission Chavez zu zerstören und die einseitige Aktion der FARC, in der sie ihren politischen Willen zum Durchbruch im Gefangenenaustausch bekundet, mit Hindernissen und der Saat des Misstrauens unter den internationalen Abgesandten zu erschweren Natürlich soll Uribe zuvor seinen Herrn in Washington gefragt haben.
Die kolumbianische und die internationale Öffentlichkeit würden sofort verstehen, dass das Gefechtsleben im Dschungel mit seinen ständigen Gefahren kein Ort für Kinder sei. Daher habe man das Kind ehrlichen Menschen in Bogota anvertraut, die Uribe nun genauso entführt, wie das Kind.
Ganz entschieden weisen sie Folter von sich, vor allem gegen Kinder.
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Kaum war Uribes Auftritt beendet meldete sich Chavez wenige Minuten später aus Caracas zu Wort. “Uribe hat die dritte Phase der Freilassung, die Übergabe (mit Dynamit) gesprengt!”, so seine Worte. Er glaube Uribe nicht, die FARC hätten auf ihm (Chavez) einen fähigeren und ehrlicheren Eindruck gemacht als die ganze kolumbianische Regierung. Das wenig vorher die FARC die Übergabe abgebrochen haben vergisst er wissentlich und macht nun Uribe als Lügner zu der Person, die die dritte Phase scheitern lässt. Dass die kolumbianische Regierung die Sicherheitsgarantien erweitert hat und noch daran fest hält, dass sogar die von ihm mit der Koordination vertrauten Personen bis gestern Abend noch bestätigen, dass Kolumbien alle Garantien einhalten würden und sie daher sicher seien, dass die Freilassungen sehr bald statt finden würden, dass lässt Chavez jetzt völlig außer Betracht und läutet Phase zwei der Schlammschlacht ein, nachdem er schon vor zwei Tagen ein Scheitern vorweg genommen hatte, weil die USA und gewisse Kreise in Kolumbien auf Krieg setzen würden.
Mir fehlen die Worte meine Enttäuschung aus zu drücken. Vielleicht auch, weil wir in Kolumbien dieses Spiel der FARC schon lange kennen und zu viele Male erlebt haben. Da ist die Resignation und Sprachlosigkeit schnell da, was gut für die FARC ist. Schlimm finde ich, dass meiner Meinung nach Chavez sich hier auf den Rücken dieser menschlichen Schicksale als machtpolitischer Zyniker entlarvt und sein Gespräch von Gestern schnell vergisst. Seit zwei Tagen war zu erkennen, dass er ein Scheitern sucht und schon einmal die Schuldigen benannte.
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In einem Kommuniqué teilte der kolumbianische Friedenskommisar Restrepo gestern Abend mit, dass drei Guerilleros festgenommen worden waren. Bei sich trugen sie fünf Videos auf denen mehrere der, von der FARC als austauschbar bezeichneten Geiseln zu sehen sind. Unter ihnen sind die französisch-kolumbianische Staatsbürgerin Ingrid Betancourt (ehemalige Präsidentschaftskandidatin), drei amerikanische Staatsbürger und mehrere Angehörige der kolumbianischen Streitkräfte. Sie gehören zu dem kleinen Kreis der 45 von den mehr als 750 über Jahre festgehaltenen Menschen, die FARC im so genannten “humanitären” Austausch gegen 500 inhaftierten Guerilleros frei zu lassen gedenkt.
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