Erschossene Campesinos als Guerilleros ausgegeben

Es ist ein offenes Geheimnis: Um Erfolge im Kampf gegen illegale militarisierte Gruppen vorzuweisen, werden auch unschuldige Campesinos erschossen und als Guerilleros (schließt rechte und linke Gruppen ein) ausgegeben.

Wie die Zeitung El Tiempo heute auf ihrer Titelseite berichtet, stieg seit 2002 die Zahl der Campesinos, die durch das Militär ermordet wurden um sie dann als gefallene Guerilleros in der Erfolgsstatistik zu führen. Dies sei eine Folge des Drucks der militärischen Führung auf ihre Einheiten, Erfolge im Kampf insbesondere gegen die FARC vorzuweisen.

El Tiempo Artikel

Die Zahlen sind erschreckend, nach Berichten von 187 Menschenrechtsorganisationen seien zwischen 2002 und 2007 insgesamt 955 Zivilisten getötet und später als gefallene Guerilleros präsentiert worden. Dies seien 60 Prozent mehr als in den 5 Jahren davor. “In der Vergangenheit verstanden wir dies vor allem als vereinzelte Fälle, verursacht durch Militäreinheiten, die die Kontrolle verloren hatten”, berichtete Bayron Góngora der Washington Post (www.washingtonpost.com – um die Nachricht zu lesen, muss man registriert sein, daher kein Link an dieser Stelle). Bayron ist Anwalt bei Judicial Freedom Corp., einer Anwaltskanzlei aus Medellín, die die Familien von 110 unter zweifelhaften Umständen um´s Leben Gekommenen vertritt.

Anfangs bezeichnete die Regierung Uribe Berichte über ein systematisches Vorgehen als Teil einer internationalen Kampagne um die kolumbianischen Streitkräfte im Verruf zu bringen. Nun erkennt aber auch die Regierung Handlungsbedarf.

Verteidigungsminister Santos erkennt den Tod von Zivilisten an und hat eine Serie von Maßnahmen dagegen ergriffen. So werden die kämpfenden Truppen von nun an von Inspektoren begleitet und die kämpfenden Einheiten in Menschenrechte geschult. Die Militärjustiz greift jetzt effizienter Berichte über getötete Zivilisten auf und überträgt diese an die zivile Staatsanwaltschaft. Zur Zeit untersuchen die verschiedenen Staatsanwaltschaften knapp 1000 Fälle in denen mehr als 700 Soldaten und Offiziere verwickelt sind. Die Staatsanwaltschaft hat über 200 Soldaten festgenommen und im letzten Jahr 13 von ihnen verurteilt.

Innerhalb der Militärführung ist es zu heftigen Diskussionen gekommen, Leichen als Erfolgsmesser zu nehmen. Auch der Verteidigungsminister Santos äußert sich in letzter Zeit öfters dahin gehend, dass das Militär ihren Erfolg an der Zahl der Guerilleros, die ihre Waffen nieder legen messen sollen, anstatt an der traditionell militärischen Art, die Zahl der Gefallenen.

Eins macht er auch immer wieder klar: Ein Soldat der kriminelle Taten begeht ist ein Krimineller und wird als solcher behandelt.

Wird das etwas ändern? Und wie schnell?

60 Kommentare zu “Erschossene Campesinos als Guerilleros ausgegeben”


  1. 1 Jens

    @ Miguel

    Eine Diskussion dieses Poblems und einiger anderer Aspekte des Krieges, die auch in dieselbe Richtung gehen, habe ich bisher in der kolumbianischen Gesellschaft vermisst. Und bin erfreut darüber, dass diese Diskussion stattfindet, denn sie ist wichtig für das Erreichen einer demokaratischen Gesellschaft. So muss ich Dir in Deiner hoffnungsvollen Einstellung zu den Änderungen in Kolumbien auch zustimmen.

    Ich habe soeben einen interessanten Artikel in Semana gelesen

    http://www.semana.com/wf_InfoArticuloArchivado.aspx?IdArt=27758

    Es geht darin zwar nicht direkt um die “ejecuciones extrajudiciales” (noch so ein heftiges Unwort), sondern um ein Problem der Kolumbianer mit der Akzeptanz, oder besser mit ihrer fehlenden Kritik gegenüber bestimmter illegaler Strukturen in der Gesellschaft. Was dann auch, meiner Ansicht nach, zu ziemlich bizarren und z.T. sogar perversen Rechtfertigungsversuchen dieser illegalen Handlungen führen kann.

    Zum Beispiel der Diskurs in der Rechtfertigung der rechten Gewalt: die FARC hat angefangen und wenn der Staat nicht kann, dann kümmern sich die Paras um das Problem. Und wer dabei drauf geht, gehört doch sowieso zur Guerrilla.

    Oder aus aktuellerem Anlass die Todesumstände von Iván Ríos. Schockierend im Sinne der Rechtsstaatlichkeit finde ich z.B. Martins Aussage, dass Rios es doch nicht anders verdient habe. Auch diese Aussage impliziert eine Rechtfertigung von illegalen Handlungen. In jedem Rechtsstaat würde ein solches Vorgehen einen Sturm der Entrüstung auslösen und glücklicherweise wurden in dieser Angelegenheit auch in Kolumbien Stimmen laut, welche die Legitimität der Handlung infrage gestellt haben.

    Ich habe mich in den letzten Jahren wirklich sehr viel mit diesen Gedanken beschäftigt und bin immer wieder hin- und hergerissen. Auf der einen Seite sehe ich ja auch die Erfolge der Sicherheitspolitik Uribes, aber auf der anderen Seite kann ich den Preis, den die kolumbianische Gesellschaft als Ganzes bezahlt, einfach nicht ausblenden. Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel. Ich sehe mich schwerlich in der Lage, eine Sicherheitspolitik als “erfolgreich” zu bezeichnen, wenn sie zum Preis von 40000 Gewalttoten und 3 bis 4 Millionen Vetriebenen (Rechnungen der letzten 15 Jahre) erkauft wird.

    Und wenn eine Mehrheit der Kolumbianer nur diesen Erfolg sieht, oder sich von diesem Erfolg blenden lässt, dann taugt so ein “Frieden” nichts. Mein “Pessimismus” besteht in der Einschätzung, dass die meisten Kolumbianer im “Kampf gegen das Böse” Rechtfertigungsgründe für illegale Regierungshandlungen finden, für Handlungen die absolut nichts mit Legalität zu tun haben.

    Nach diesem Exkurs komme ich zurück zum eigentlichen Blogthema.

    Genauso wie ich in unseren Diskussionsrunden schon Andeutungen einer Legitimität der Tötung von Ecuatorianern oder Mexikanern, welche in Kolumbien wegen ihrer vermeintlichen Zugehörigkeit weder angeklagt noch verurteilt sind, gelesen habe, hoffe ich, dass die ejecuciones extrajudiciales nicht auch noch als Kollateralschäden abgetan werden. Erklärungen, dass die Verantwortung für diese Tötungen nur auf niederer Kommandoebene zu suchen ist, dass sie im “Eifer des Kampfes” schon mal passieren, oder dass sie durch einen übertriebenen Erfolgsdruck zu erklären sind, sind mit Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit INKOMPATIBEL.

    Die letzte Frage an Luis Jorge Garay im oben zitierten Artikel war, ob er optimistisch sei. Seine Antwort: Hay que trabajar.

  2. 2 Miguel

    @Jens,

    ich teile Deine Meinung. Der Ausflug ist angebracht und hängt meiner Meinung nach auch mit dem Thema und dem Artikel zusammen.

    “Wir betrachteten vor kurzer Zeit die Zahl der toten Campesinos als Kontrollverlust einzelner Verbände.” Ich verstehe, dass der Jurist damit sagen wollte, dass es keine systematischen Aktionen waren. Aber für mich hört sich hier auch ein bisschen diese von Dir erwähnte Einstellung raus: Das kann schon mal passieren. Kann es nicht und daher sehr wichtig, dass diese Fälle aufgenommen werden, wie es dieser Jurist nun mal selber macht.

    Diese Einstellung ist auch das Hindernis für eine schnelle Änderung, denn gerade bei der Militärführung sind noch einige dabei, die das rechtfertigen mit dem lapidaren Satz: Im Kampf gibt es nun mal Tote. Welch eine zynische Art sich mit “kollateral” Schäden aus zu reden. Ich kann aus diesen Sätzen nur erahnen, wie schwer es den Reformern in der Armee und den Zivilisten im Verteidigungsministerium schwer fallen muss, eine solche alt-militärische Denkweise zu beseitigen.

    Die Schulung in Menschenrechtsfrage muss bei manchen in der Führung noch einmal wiederholt werden.

    Ich kann nur hoffen, dass sich Santos und die moderneren Denker unter den Offizieren schnell durchsetzen. Und such wenn noch Jahre vergehen sollten bis die Justiz sie anklagen kann, eines Tages doch auch die Verantwortlichen für diese Morde ihre Strafe absitzen müssen.

  3. 3 CARLO

    Hallo Jens, hallo Miguel,

    wie ich eure beiden Kommentare so lese, kann ich es mir ersparen meinen Senf dazu geben zu müssen. Gute Arbeit und Anerkennung meinerseits!

    Kurz möchte ich hinzufügen, solange die Kolumbianer allerdings nicht aus ihrer Lethargie aufwachen, und wirklich ihr Schicksal endlich in die Hand nehmen, solange wird sich auch in der Zukunft nichts wesentliches ändern(können). Aktivität ist gefragt nicht Passivität! Nicht wie bisher und das seit Jahrhunderten, ALLES den reichen Familien und den nur von denen gestellten politischen Führungskräften zu überlassen. Zu wessen Wohl in dieser SPEZIAL-DEMOKRATIE vorallem gearbetet wird, das ist doch wohl unstrittig.

  4. 4 Martin

    Jens

    es ist doch immer einfach fuer Leute in Europa alles zu kritisieren was hier passiert. Aber um eines klar zu stellen ich bin nicht fuer ausergerichtlich hinrichtungen von unschuldigen Campesinos. Ich hoffe die verantwortlichen werden bestraft. Es gibt bereits einige Militaers, die bereits im Knast sitzen.

    Ich will dir hier noch mals etwas aus der Vergangenheit erzaehlen aus der Comuna 13 in Medellin. Dort gab es bis zum Amtsantritt von Uribe sehr viel Gewalt und tote durch Guerilla und Paras. Dort wurde mit hilfe des Miltaers aufgeraeumt und Ordnung geschaffen. Als vor kurzem das 5 Jaehrige dieser gefeiert wurde, wurden die Fuerungskraefte des Militaers mit Blumen und Beifall empfangen. So wenn du dich jetzt in die Situation eines Bewohners hineinversetzt, dann kannst du vielleicht auch verstehen warum Uribe so populaer ist.

    Die Sachen immer auf die gute “Rechtsstaatliche” weise zu regeln ist nicht immer einfach oder Moeglich. Die Kolumbianer haben unter Pastrana versucht Friedensverhandlungen mit der FARC zu fuehren. Doch in 2 1/2 Jahren was war das Ergebnis? Es gab mehr Entfuehrungen, Morde und Gewalt in ganz Kolumbien und auch besonders in dem Gebiet und den angrenzenden Gebieten der entmilitarisierten Zone. Was denkt sich nun ein Kolumbianer nach einer solchen Erfahrung? Wenn´s auf die gute rechtstaatliche Weise nicht geht, dann muss jemand kommen, der die Sache auf eine andere Weise angeht. Ich moechte dabei aber nicht sagen, dass Uribe nicht rechtstaatlich handelt. Es ist sehr schwer alle militaerischen Strukturen 100% in dem schwierigen und sehr gefaehrichen Gebieten zu kontrollieren. Einfach ist es von seinem schoenen gemuetlichen und sicheren Schreibtisch aus zu sagen, dies ist nicht in ordnung oder du musst das so machen. Das alles ist ein Prozess, der am laufen ist und der sehr gut laeuft und das ist die Meinung der meisten Kolumbianer. Was waeren die Alternativen zu Uribe gewesen? Serpa?? Gut dann haette es vielleicht weniger “ejecuciones extrajudiciales” gegeben. Dafuer waere aber die Gewalt insgesamt im Land nicht zurueckgegangen sondern auf einem sehr hohen Niveau geblieben. Was ist “ertraeglicher” fuer die mehrheit? Die Gesamtzahl der Toten waere dann bestimmt hoeher gewesen, weil Serpa keinerlei unterstuetzung gehabt haette in der Bevoelkerung fuer weitere Verhandlungen, da die Vergangenheit gezeigt hat, dass die FARC nicht wirklich bereit ist serioese Verhandlungen zu fuehren. Es haette unter Serpa bestimmt nicht so viele Auslandsinvestitionen gegeben, da die Sicherheitslage sehr viele Firmen davon abgehalten haetten zu investieren. Kolumbianer selber haetten auch viel weniger investiert. Die Folge davon waere gewesen, dass die Armut nicht zurueckgegangen waere. Was waere fuer den durchschnitts Kolumbianer besser gewesen??

    Zu den mexikanern, die mit Reyes ums leben kamen: Die verletzte ueberlebende Mexikanerin gibt an, dort erst kurz vor dem Angriff angekommen zu sein. Vor 2 Tagen wurden hier in den Nachrichten Videos vom ecuadorianischen Fernsehen gezeigt, in der diese “unschuldige” Mexikanerin im Kampfanzug beim Training mit Waffen und ideologischen Schulungen beigewohnt hat. Ein anderer getoeteter Mexikaner wurde vor 3 Jahren bei einem Protest gegen die Extradicion von Simon Trinidad intervied. Dabei gab er selbst aus als Mitglied der FARC in Mexiko und er hielt die Aktionen der Farc mit aller Gewalt fuer gerechtfertigt. So sind diese Mexikaner unschuldige Studenten, die nicht wissen auf was sie sich eingelassen haben? Das sind alles informationen die von der FARC (1.Beispiel) gefilmt wurden. Das 2. Beispiel ist vom mexikanischen Fernsehen. Die 2. ueberlebende, eine kolumbianerin gab an, nur eine Putzfrau zu sein. Bei den Videos der FARC wurde sie staendig gezeigt mit einem Maschinengewehr in der Hand. In einem anderen Ausschnitt machte sie Schiessuebungen mit dem Maschinengewehr. So arbeitet man als Putzfrau. Der Ecuadorianer, der ums Leben kam. Wurde vor der Verhaftung von Simon Trinidad in Quito gefilmt. Vor 3 Monaten war er bei der Geburtstagfeier fuer Reyes auch anwesend und machte dabei einen sehr vertraulichen Eindruck mit Reyes. Er durfte sogar di Piñata fuer das Geburtstagsfest anschlagen. Ist dieser ebenfalls unwissend?

    Was soll dann deiner Meinung nach das kolumbianische Militaer machen? Es darf Terroristen in Ecuador nicht angreifen, aber die Farc darf unbehelligt auf kolumbianisches Gebiet schiessen mit der Erlaubnis von Ecuador. Kolumbien berichtete mehrmals von dem Lager von Reyes ueber offizielle kanaele, dass die Farc mehrere Campos in Ecuador unterhaelt und sich in diesen auch Reyes aufhaelt. Die ecuadorianische Regierung hat dies immer bestritten. Dann muss Kolumbien einfach stillhalten, da es ja rechtstaatlich ist auch von Interpol gesuchte Terroristen dulden.

    Was sind realistische Alternativen? Bitte helfe mir dabei weiter.

  5. 5 Martin

    Carlo

    dein komentar, dass hier nur fuer die reichen gearbeitet wird ist wohl etwas daneben gegriffen. Den meisten kolumbianern geht es heute besser als vor 6 Jahren auch der aermeren Schicht. Das zeigt eine sehr einfach statistik, die bestimmt in Deutschland nicht veroeffentlicht wurde. Von 2004 – 2007 sind die Zulassungen von Motorraedern um 100% angestiegen. Diese wurden nicht von den reichen gekauft sondern eher von der aermeren Schicht. Wenn du hier in kolumbien lebst, dann weiss ich nicht in welchen Kreisen du verkehrst um so zu argumentieren

  6. 6 Marco

    ganz egal was die mexikanischen studenten gemacht haben es rechtfertigt in keinem fall ihre ermordung. genauso wenig wie die zugehörigkeit zu einer terroristischen vereinigung deren ermordung rechtfertigt. das richtige vorgehen wäre gewesen sie zu verhaften und vor ein gericht zu stellen.

    btw. eine regierung die nicht rechtstatlich handelt verliert in meinen augen jegliche legitimität. mord ist nunmal mord auch von statlicher seite.

    deine statistik zu der gestiegenen zulassungen von motorädern ist natürlich ein enorm treffender wohlstandsindikator einer gesellschaft. ist übrigens in so ziemlich allen entwicklungsländern der fall

  7. 7 CARLO

    Hallo Marco, danke für die deutliche Klarstellung…nun brauche ich es nicht mehr zu tun :-) )

  8. 8 Martin

    Marco

    vielleicht sollte zuerst eine Einladung verschickt werden wie es die Terroristen auch machen mit Sprengfallen und unschuldigen Leuten. Du glaubst doch nicht etwa, dass das in einem solchen gebiet und mit den Sicherheitsvorkehrungen der Farc so einfach ist. Ist es rechtsstaatlich von Ecuadorianischer Seite die Terroristen zu verstecken und zu leugnen, dass sie sich auf ecuadorianischem Gebiet befinden. Ecuador wurde mehrmals von der kolumbianischen Regierung darauf hingewiesen, dass sich Raul Reyes dort aufhaelt. Was sollen die kolumbianer sonst tun? Die Terroristen der Farc legen fuer gewoehnlich Landminen um ihre Lager um sich zu schuetzen und haben mehrere Sicherheitsringe um ihre Oberen. Deshalb ist es so einfach sie zu verhaften. Das sind aussagen, die nur leute machen koennen, die nicht sehr viel Ahnung von der kolumbianischen Realitaet haben.

  9. 9 Marco

    wieso kommst du jetzt mit ecuador? klar kann man correa vorwerfen dass er nicht gegen die guerilla vorgeht. das hat aber nichts mit rechtstatlichkeit zu tun. und rechtfertigt die aktion nicht. die farc legt seit beginn ihrer gründung minen um ihre rückzugsgebiete. auch nach der bombadierung von schlafenden haben sie einzig den leichnam von reyes mitgeschleppt die überlebenden einfach liegen lassen. wenn man ecuadorianischen medien glauben schenken darf wurden bei einigen der leichen schusswunden festgestellt die aus einer entfernung von weniger als 40cm resultieren. es wurde überhaupt nicht versucht gefangene zu machen. das war beabsichtigter und kalkulierter mord. aber sind ja nur guerilleros was?

    sinnlos eine diskussion mit leuten wie dir

  10. 10 CARLO

    @Marco: tja, das muss ich leider genauso sehen …

  11. 11 Jens

    @ Martin

    Eine Bitte vorab: Hör bitte auf mit diesem unsinnigen Vorwurf, wir würden hier aus Europa nur immer alles kritisieren. Wahrscheinlich sind meine familiären und freundschaftlichen Bindungen an das Land aus mittlerweile 40 Jahren umfangreicher als die vieler von Euch die jetzt in Kolumbien wohnen (Eltern, Schwiegereltern und ca. 100 bis 150 weitere Verwandte wohnen noch im Land, dazu kommen alle Freunde aus Schule, Universität und Berufsleben). Wenn ich Dich ernst nehmen soll, dann bleib bitte bei der Sache.

    In meiner Argumentation wirst Du normalerweise kein Wort dazu finden, dass Uribe gute oder schlechte Politik macht. Ich versuche mir Gedanken über den Friedenprozess zu machen und sehe (was dem einen oder anderen vielleicht nicht behagen mag), oder meine zu sehen, dass viele und vor allem grundlegende Aspekte der Sicherheitspolitik unzureichend berücksichtigt werden.

    Du sprichst aus der Seele vieler, wahrscheinlich aus der Seele der Mehrheit der Kolumbianer.

    Ich verfolge nicht erst seit der Regierung Uribe die Friedensverhandlungen, sondern habe aus erster Hand auch die Bemühungen vieler anderer Regierungen, unter anderen auch der Regierung Betancur erlebt, die erste Regierung die ernsthaft gewesen ist, über den eigenen Schatten zu springen und aufrichtig gemeinte Friedensverhandlungen angeboten hat.

    Was die Geschichte der Gewalt in Kolumbien angeht, kann ich Euch ein sehr gutes Buch von Rafael Pardo Rueda, La Historia de las Guerras (ISBN 958-97405-5-3) ans Herz legen. Sind zwar 700 Seiten, aber das Buch geht von der Conquista bis zur ersten Regierung Uribe.

    Rafael Pardo weist auch darauf hin, dass bisher alle Friedensprozesse daran gescheitert sind, dass in kaum einer Verhandlung über eine Lösung für ein ganz zentrales Problem gefunden wurde. Worum geht es denn den politisch motivierten Gruppierungen wie FARC, ELN oder damals M19? Um Macht, und zwar nicht UNBEDINGT um militärische, also territoriale Macht, sondern vielmehr um politische Macht, also um die Möglichkeit, selbst auch Politik zu gestalten. Entweder wurde das Thema gar nicht berücksichtigt und als man es dann doch gemacht hat, was ist daraus geworden? Was bitte schön ist mit der Unión Patriótica, der politischen Plattform der FARC geschehen?. Haben die 4000 bis 5000 Anhänger und Politiker sich etwa selbst umgelegt? Wer diesen Teil der Geschichte unberücksichtigt lässt, wird auch nie verstehen, warum Friedensverhandlungen mit der FARC so schwierig sind.

    Ja, das Kolumbien von heute ist anders als das Kolumbien von vor 40 oder 10 Jahren, vor allem weil es viele große Schritte in die richtige Richtung macht. Sehr wichtig in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass heute in der politischen Landschaft nicht nur Rot und Blau präsent sind (wiederum beherrscht von vielleicht 15 oder 20 Familien). Nein es gibt jetzt erstmals eine GEWICHTIGE politische Alternative, gegenüber der die Liberale und Konservative Parteien die Gefahr laufen, selbst unterzugehen, wenn sie nicht aufpassen.

    Warum ist diese Änderung so extrem wichtig, weil damit ERSTMALS der Beweis erbracht wurde, dass auch in Kolumbien eine Plattform für eine politische Alternative möglich ist. Und dass auch die FARC jetzt eine Möglichkeit geboten bekommt, aus der Klandestinität in die Öffentlichkeit vorzudringen.

    Deine Ausführungen von oben solltest Du mit Bedacht noch einmal durchlesen. “Die Sachen immer auf die gute “Rechtsstaatliche” weise zu regeln ist nicht immer einfach oder Moeglich” hast Du geschrieben, ich ergänze “aber es ist die Voraussetzung, es gibt dazu KEINE Alternative”. Selbst wenn ich Dir ein “gelegentlich geht es nicht” einräume, sind aber 955 “falsch Tote” in 5 Jahren nicht “gelegentlich”, sondern ein systematisches Vorgehen. Wenn Militär duch seine Präsenz, also durch besetzen von Räumen die in Händen von Guerilla oder Paramilitärs waren, den Frieden erreicht, herzlich willkommen. Wenn die Armee gegen Guerrilla und Paras militärisch vorgeht, herzlich willkommmen, das Gewaltmonopol liegt in Händen des Staates. ABER die Armee muss sowohl Ihren Kampfauftrag gegen die Subversion, als auch den Schutzauftrag für die Zivilbevölkerung erfüllen. Sogenannte Kollateralschäden an der Zivilbevölkerung sind wahrscheinlich in jedem Krieg unvermeidbar, aber wie hoch dürfen diese Schäden Deiner Meinung denn sein? Wenn in Was würdest Du zu der Sicherheitspolitik sagen, wenn heute in deinem Haus eine Rakete landet, die eigentlich für den guerrillero im Nebenhaus gedacht war? Und wie wäre Deine Meinung zum Vorgehen, wenn die Rakete auch noch absichtlich in Deinem Haus landet, obwohl Du nichts mit der FARC zu tun hast?

    Deine Frage, was für die Mehrheit erträglicher wäre, kann ich nicht beantworten, aber ich kann Dir sagen, dass die Tötung von Zivilisten UNERTRÄGLICH ist.

    Abgesehen von der Tatsache, das ein militärischer Angriff auf ecuatorianischem Gebiet gegen alle Regeln des zivilisierten Miteinanders zweier Staaten verstößt, kann ich Dir aus den oben zitierten Gründen auch nicht zustimmen, wenn Du meinst, dass die Tötung von Dritten (und wenn sie noch so viel an dem Trainig der guerrilla teilgenommen haben) ohne Anklage und ohne Gerichtsprozess als Mord angesehen werden kann. Ich würde sogar eine Wette mit Dir eingehen, dass Kolumbien die Entschädigung der Opferfamilien nicht so einfach wird ablehnen können.

    Alternativen? Warum denn Alternativen? Der eingeschlagene Weg mit einer Kombination aus militärischem Druck auf die FARC, unter strikter Einhaltung der rechtlichen Grenzen des Mandats, mit einer politischen, mit einer demokratischen Öffnung des Landes, geht schon in die richtige Richtung. Wenn aber Militär und Regierung systematisch an Menschenrechtsverletzungen beteiligt sind und gegen die eigenen Gesetze handeln, dann muss darauf hingewiesen werden.

    Das ist die Rechtsstaatlichkeit die Carlo, Steffen oder ich mit erhobenem Zeigefinger immer wieder anmahnen, und die, wie ich es z.B. heute den Tagesmeldungen erfreut entnehme, auch auf Regierungsebene zunehmend ernst genommen werden (hoffentlich auch mit entsprechenden Ergebnissen). Vielleicht könnt Ihr in Kolumbien dieses Problem nicht sehen, oder vielleicht erkennt Ihr einfach nicht die Tragweite des Ganzen?

    Es handelt sich um ein unrühmliches und schmerzhaftes Kapitel Kolumbiens neuester Geschichte, aber es ist eben da.

  12. 12 Don-Pedrinio

    warum müsst ihr immer von diesem scheiss Wort gebrauch machen, denn gerade dieses verändert den effektiven Zustand.

    in meinem Auswärtigen Amt steht da: bewaffnete, ilegale Organisationen. wohl auch in dem Deutschlands.

    grundsätzlich bin ich ja auch eurer Meinung, dass die FARC Terroristen sind. aber um den Dingen auf den Grund zu kommen, sollten doch nicht jedes Mal Worte verwendet werden welche ursprünglich aus den Zeitungen kommen. Terroristen.

    für mich sind bewaffnete ilegale Organisationen Militäreinheiten. militärische Organisationen. und treffen solche zweier befeindeten Einheiten aufeinander, dann nenne ich dies Krieg oder Kirgeszustand oder Kriegsrecht. und Kriegsopfer. oder im Krieg gefallene Soldaten.

    so lange wie in jedem von euch ein Polizist oder Rechtsanwalt steckt, der dem andern das Wort humaitäres Denken beibringen will, so lange bekriegt ihr euch ja selbst, wer denn nun mehr im Recht ist. könnt ihr bitte euch nicht auf FARC reduzieren und beim schreiben nur denken, was ihr von diesen haltet. nein, das ist auch falsch, denn dan seit ihr ja auch bereits wieder von pers. Emotionen geleitet.

    ich nehme mir nach wie vor das Recht zu Behaupten: bis zu genau diesem Zeitpunkt bei dem die FARC Vergangenheit ist, bis genau dahin sind sie je nach Auffassung eine ilegale bewaffnete Organisation oder eine militärische politische Organisation. und genau so lange ist jeder Zwischenfall mit ihnen als Kriegs-Zwischenfall mit Kriegsopfern zu betitteln.

    das Wort Terrorist stamt aus den westen. und untergräbt als solches die ursprünglichen Ziele der Farc. ob diese ihre gegenwärtigen Ziele sind oder ob sie sich auf Selbsterhaltung reduziert haben ist dabei Nebensache. bis zu seinem letztem Atemzug oder Untergang war das 3. Reich genau dieses. und niemand zweifelte daran, dass es sich dabei vielleicht um Terroristen hätte gehandelt haben können.

  13. 13 Jens

    Kleine Korrektur hinterher:

    …kann ich Dir aus den oben zitierten Gründen auch nicht zustimmen, wenn Du meinst, dass die Tötung von Dritten (und wenn sie noch so viel an dem Trainig der guerrilla teilgenommen haben) ohne Anklage und ohne Gerichtsprozess, kein Mord ist.

  14. 14 Martin

    Don-Pedrinio,

    wenn die Farc keine Terroristen sind, was sind dann nach deiner Meinung Terroristen?

  15. 15 Martin

    Marco

    warum mit Ecuador, ganz einfach, es gibt internationale Vereinbarung zwischen Kolumbien und Ecuador in diesen ist festgelegt, wie die entsprechenden Regierungen auf Hilfegesuche vorgehen zu haben. Was soll Kolumbien deiner Meinung rechtsstaatlich machen um Reyes und andere zu verhaften, wenn Ecuador nicht kooperiert? Reyes war auf der Liste von Interpol. Mehrere Hinweise wurden nicht beantwortet oder verlegnet. Die Ecuadorianer haben auch bestaetigt, dass kolumbianische Polizisten oder Militaers an der Stelle waren als das Ecuadorianische Militaer kam. Von Ecuadorianischer Seite wird sehr viel gelogen. Correa behauptet immer noch dass dieses Campamento nur ein Durchgangslager war. Mit den Videos, die Reyes bei seiner Geburtstagsfeier zeigt, wurde bewiesen, dass dieses Camp mindestens schon 3 Monate bestand und in diesem auch die Leute ausgebildet wurden und Schiessuebungen veranstaltet wurden.

    Was soll Kolumbien machen, glaubsdt du wirklich, mit einem Haftbefehl in der Hand ergeben sich die Leute und gehen dann schoen brav mit nach Kolumbien??

  16. 16 Jens

    @ Alle

    hier ein schöner Beitrag zu der Diskussion zum Umgang eines Rechtsstaates mit Terroristen. Ein Problem, das seit dem 11.9.2001 nicht nur in Kolumbien diskutiert wird.

    @ Don-Pedrinio

    Die Diskussion um einen Umgang mit FARC oder Terroristen (wie auch immer) unter Einhaltung rechtsstaatlicher Regeln ist eben ein wichtiger Bestandteil der gedanklichen Auseinandersetzung mit dem Thema.

    http://www.nzzfolio.ch/www/21b625ad-36bc-48ea-b615-1c30cd0b472d/showarticle/e96315c4-0cba-4db3-b9f4-c68d4d13f1e9.aspx

  17. 17 CARLO

    Hallo Jens, hallo Don Pedrino,

    wenn die verantwortlichen Politiker Kolumbiens um Uribe eure beiden Kommentare lesen würden und danach anschliessend guten Willens wären/SEIN MÜSSTEN, diese sehr VERNÜNFTIGEN Vorschläge und Erkenntnisse politisch umzusetzen, würde es ein gutes Stück voran mit der Befriedung Kolumbiens gehen können!

    Aber ich fürchte nur, bei ihrer Intelligenz und bei ihrer (Aus) Bildung wissen das längst und wollen oder vielleicht auch können sie es aber aus verschiedenen Gründen nur nicht umsetzen. DAS und NICCHTS anderes ist die eigentliche Tragik Kolumbiens. Das war so, ist so, wird aber HOFFENTLICH nicht so bleiben!

  18. 18 Don-Pedrinio

    @Martin grundsätzlich sind sie Terroristen. auch aus meiner Warte. aber in diesem Forum behandle ich sie nicht so, sondern als das was sie mal waren, eben eine politisch orientierte Randgruppe, welche ihre Grundziele längst verlohren haben und eher nur noch für Eigenerhaltung kämpfen. und damit ihre ursprünglichen Grundziele nicht ausradiert werden.

    irgend jemand muss ja etwas Gegenpartei ergreifen, sonst dreht ihr euch zu sehr im Kreis.

    gefallene Campensinos sind somit Kiregsopfer und wäre Kolumbien im Jahre 2066 dann dürfte gerne erwogen werden, dass es sich dabei um strafrechtlich verfolgbaren Mord handelt. aber leider befinden wir uns in Kolumbien mit unter immer noch in der Steinzeit.

  19. 19 Martin

    Jens,

    ja du hast recht es sollte alles rechtsstaatlich vorgehen. Aber was soll Kolumbien in dem Fall machen, wenn sie wissen wo ein Kopf der Farc ist? Ecuador hilft nicht und wird das unter Correa nicht tun. Kolumbien hat die Bespruehung von Kokafeldern an der Grenze aufgegeben. Jetzt werden diese von Hand vernichtet. Dabei werden sie von Gaszylindern aus Ecuador beschossen. Was soll kolumbien tun? Heute kam in den Nachrichten ein kurzer Bericht, dass vor 7 Jahren vom Ecuadorianischen militaer 6 Campesinos in kolumbien erschossen wurden. Bin gespannt was Correa dazu sagt.

    Wenn du so viele Freunde und verwandte in kolumbien hast wuerde mich interessieren wie diese zu uribe stehen und seiner Politik.

    Carlo

    es waere schon wenn alles so perfect laufen wuerde wie ihr euch das vorstellt, doch leider gibt es viele Probleme, die nicht nur durch schoenes Reden und wenn und aber geloest werden koennen. Die gleiche Frage an dich, was soll Kolumbien machen, wenn es die Information hat und es keine Kooperation gibt?

  20. 20 Jens

    @ Martin

    Also zur Stimmung in meiner Verwandt- und Bekanntschaft kann ich Dir erzählen, dass auch da ein Querschnitt an Meinungen zu hören ist, wie wir sie hier auch hören. Grundsätzlich aber eher Pro-Uribe. Ein Onkel, ehemaliger Gouverneur von Cundinamarca, der sich auch sehr intensiv mit der politischen Gewalt auseinandergesetzt hat (und selbst einmal entführt wurde), bezeichnet die Regierung Uribe als Terrorregime und setzt die kolumbianische Sicherheitspolitik gleich mit dem Vorgehen der Amerikaner im Irak. Frage mich auch, ob das etwas mit Stockholm-Syndrom zu tun haben kann.

    Meine Eltern, geprägt durch ihr Leben in Europa und Kolumbien, sehen es etwas differenzierter, aber eben auch optimistisch. Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm :-)

  21. 21 Martin

    Don-Pedrinio

    ich glaube wir muessen nicht bis 2066 warten. Die Militaers, die unschuldige Campesionos umgebracht haben werden nach und nach zur Verantwortung gezogen. Es gab schon mehrere faelle bei denen jetzt Militaers im Knast sitzen.

  22. 22 Martin

    Jens

    von welcher seite war dein onkel entfuehrt? Ein deutscher freund von mir war auch vor 10 Jahren von der Farc entfuehrt, aber er hat sehr aehnliche Ansichten wie ich.

  23. 23 CARLO

    @Martin: Irgendwie scheinst Du oft daneben zu liegen und mich überhaupt nicht zu verstehen. Zu deinem o.g. Ausschnitt, 3.letzter Kommentar: 1. WAS wäre schön wenn alles so perfect laufen wuerde? Also ich habe immer meine Zweifel und Bedenken geäußert, von kleinen, aber gut vorbereiteten Schritten geschrieben, ja auch von Hoffnung. Aber perfekt gelaufen? Davon schrieb ich nichts, da ich auch nichts anführen könnte, was da perfekt gelaufen ist. 2. Welche leider vielen Probleme meinst Du? Zumindest doch die m.E. für einen ersten Schritt erforderlichen habe ich doch bereits angeführt. Ich versuche mich nicht zu verzetteln, vielmehr daher möglichst nur Pioritäten zu setzen und diese dann abzuhandeln. 3. “die nicht nur durch schoenes Reden und wenn und aber geloest werden koennena”? Habe nichts schön geredet, kritissiere richtiger und besser rmit Argumenten, als schön zu reden. Natürlich sind ev. Möglichkeiten/Alternativen unbedingt anzuzeigen. Sollte ich etwa allen Ernstes alles was ich z.B. hier so im TV sehe, “einfach so” und in jedem Fall übernehmen und nachplappern? Nee, das überlasse ich doch besser anderen, denn da gibt es außerdem mehr als genügend von dieser Sorte. 4. “Die gleiche Frage an dich, was soll Kolumbien machen, wenn es die Information hat und es keine Kooperation gibt?” Verstehe ich leider auch nicht so ganz. Egal … auf jeden Fall muss die kol.Regierung SCXHNELLSTENS eine für beide Seiten akzeptable Lösung(Vereinbarung) zur Freilassung der schwerkranken Geiseln(BEVOR diese etwa in der Geiselhaft versterben!) erwirken mit ALLEN zur Verfügung stehenden diplomatischen Mitteln, bzw. dies zu erreichen VERSUCHEN. Das ist schlichtweg die zumindest moralische Pflicht der kol. Regierung! Sonst muss sie damit rechnen, dass zumindest das Ausland sie ensrpr. bewerten wird. Nocheinmal bitte ich Dich eindringlich ev. Fragen verständlich zu präzisieren und nicht unqualifiziert zu meckern, sonder wenn, dann aber auch entspr. argumentiert kritisieren.

  24. 24 Martin

    Carlo

    1. Ganz einfach mache deine Entscheidung wie du in dieser Situation wenn du Uribe waerst, was haettest du gemacht?
  25. 25 Gordis

    Ich habe in diesen Forum soviel über Politik geschrieben, obwohl ich Urlaub habe und mich eigendlich entspannen wollte. Da ich in einer Woche wieder zu See fahre, wird dies der letzte politische Betrag sein @ Martin Ich bin ganz Deiner Meinung, aber hier sprichst Du gegen eine Wand. Wie vor 20 Jahren “Neues Deutschland oder “Prawda” oder heute noch Radio Kuba. Von allen informationen, die vorliegen, wird nur rausgesucht, was ihn die Meinung passt. 1. Die FARC sind keine Terroristen, also El Quaida, Hamas, IRA und ETA auch nicht. Alles politische Volksvertreter. 2. Videos werden von der kolumbianischen Regierung verdreht und als Propaganda benutzt. Bloss das die Videos von Réyes Lager in TV von Ecuador zuerst auftauchen. 3. Die Lager sind nur Durchgangslager, obwohl die Videos das Gegenteil zeigen. 4.Ansprache von Reyes zu seinen Geburtstag “40 Jahre revolutionärer Kampf, hoffe auf viele Jahre mehr. (Uribe hat den Geburtstagswunsch nicht erfüllt). Kein Wort von Frieden. 5. Warum ist die Armee nicht mit Interpol Haftbefehl ins Lager gegangen. Darf sie nicht, ist ecuadorianisches Gebiet. 6. Warum hat Correa nicht den Haftbefehl verstreckt????? Nach seinen Worten sind keine FARC Lager in Ecuador. Warum will er dann eine Internationale Truppe an der Grenze haben. 7. In Réyes Laptop sind alles Lügen. a) Warum wird dannauf einmal in Thailand ein Waffenhändler verhaftet. b) Warum werden den auf einmal in Häuser in Costa Rica Geldverstecke der FARC gefunden und Minister müssen zurücktreten.

    Wenn die FARC nicht die die Armee beschiesst, brauch diese nicht zurückschiessen, Wenn die FARC nicht mehr existiert, gibt es keine politische Enführten mehr, brauch die Luftwaffe keine Lager in Ecuador beschiessen, brauchen die Putzfrauen auch nicht mehr mit dem Gewehr rumlaufen, können unschuldige mexikaner Studentinnen nicht mehr das töten lernen, können Mohn- und Coca-plantagen zerstört werden und Bauern wieder Tomaten anbauen, können kolumbianische Gesetze durchgesetzt werden, das kein Bewaffneter in Indio-gebiete gehen darf. Einige Erfolge sind ja schon da, das “Tante Emma Läden” Besitzer ihr hab und gut verloren, weil eine politische Gruppe durch das zerstören vo Hochspannungssmasten Ihre Meinung ausdrückten, und Kühlanlagen ausfielen oder kleine Bauern aus dem gleichen Grund ihre Produkte nicht auf dem Markt bringen konnten. Danke, auf wiedersehen

  26. 26 CARLO

    @Martin: zu: “4. Ganz einfach mache deine Entscheidung wie du in dieser Situation wenn du Uribe waerst, was haettest du gemacht?” Keinesfalls, Erstens bin ich nicht Uribe, zweitens setze ich stets zuerst auf Politik,Gewalt sollte IMMER nur das ALLERLETZTE Mittel sein. M.E. verfährt Uribe, el senor de las sombras, aber gerade entgengesetzt.

  27. 27 Jens

    @ Gordis,

    “Von allen informationen, die vorliegen, wird nur rausgesucht, was ihn die Meinung passt.” Selbsterkenntnis oder Vorwurf ?

    zu 1: Kühne Behauptung, kommt aber von Dir. Wüsste nicht, in welchem Beitrag jemand das behauptet hätte. Bzw. bitte ich Dich um Zitate.

    zu 2: Erinnere mich bitte daran, von wem und in welchem Zusammenhang diese Äußerungen kamen?

    zu 3: Weis ich z.B. nicht, würde ich auch nicht behaupten wollen. Das Gegenteil aber auch nicht, oder weisst Du mehr?

    zu 4: Die Information hast Du Dir aus allen anderen rausgesucht, weil es Deiner Meinung entspricht?

    zu 5: Hast Du selbst beantwortet.

    zu 6: Vielleicht, weil er von Uribe nicht informiert wurde?

    zu 7: Deine Behauptung, höre ich auf diesem Blog zum ersten Mal.

    und zu dem letzten Teil: Also DAS wird alles passieren, wenn Uribe die FARC eingestampft hat? Da bist DU ja ein noch schlimmerer Träumer als ich… Schlingel ;-)

  28. 28 Steffen

    Zur Begrifflichkeit von “Terrorismus” bzw. “Terroristen”:

    “Unter Terrorismus (von lateinisch terror: „Furcht, Schrecken“) sind Gewalt und Gewaltaktionen (wie z. B.: Entführungen, Attentate, Sprengstoffanschläge etc.) gegen eine politische Ordnung zu verstehen, um einen politischen Wandel herbeizuführen. Der Terror dient als Druckmittel und soll vor allem Unsicherheit und Schrecken verbreiten, daneben aber auch Sympathie und Unterstützungsbereitschaft erzeugen. Terrorismus ist keine militärische Strategie, sondern primär eine Kommunikationsstrategie. Terroristen streben zwar nach Veränderungen der bestehenden Ordnung, doch greifen sie nicht militärisch nach Raum (wie z. B. der Guerillero), sondern wollen das Denken besetzen.

    Personen und Gruppen, die Terroranschläge verüben („Terroristen“ oder „Terrororganisationen“), werden oft zusammenfassend als „der Terrorismus“ bezeichnet (etwa in Begriffen wie „der internationale Terrorismus”, „der linksradikale Terrorismus“ oder „der Staatsterrorismus“).

    Von Widerstandsbewegungen, Guerillas oder nationalen Befreiungsbewegungen unterscheidet sich der Terrorismus weniger durch die Wahl seiner Waffen als in der Wahl seiner Ziele: Eine nationale Befreiungs- oder Widerstandsbewegung ist zumeist militärisch raumgreifend, der Terrorismus dagegen versucht, mit seinen Gewaltakten möglichst große Aufmerksamkeit zu erlangen, um geschlossene Machtstrukturen zu untergraben und die Angreifbarkeit solcher Strukturen zu exemplifizieren und der Bevölkerung öffentlich zu erschließen.

    Eine objektive Eingrenzung des Begriffs Terrorismus ist schwierig, da er von den jeweils herrschenden Regierungen gerne als Legitimation, zur Denunzierung ihrer Gegner – manchmal auch unabhängig davon, ob diese Gewalt anwenden oder nicht – und zur Rechtfertigung eigener Gewaltanwendung gegen vermeintliche Feinde der gegenwärtigen Staatsordnung herangezogen wird.”

    Der Text ist aus Wikipedia.de und beschreibt sowohl die Begrifflichkeit als auch die mit ihr einhergehenden Problematiken ganz gut.

    Festhalten kann man in jedem Fall, dass der Begriff “Terrorsimus” seit 9/11 Hochkonjunktur hat und oft entgegen seiner engeren Definition benutzt wird. So werden auch die kolumbianischen Aufstandsbewegungen nach 9/11 auffällig häufiger als Terroristen bezeichnet. Zumindest in der internationalen (Fach-) Literatur, nur die kann ich beurteilen.

  29. 29 Gordis

    @ Jens Es tut wirklich weh, wie Du meine Beiträge verstehst. Übersetzt Du die Beiträge mit einen Computerprogram in Deine Sprache. Darum kannst Du auch nicht verstehen, was in der Zeitung steht. Punkt 1 bis 7 Der Anfang dieser Punkte sind Zitate, die hier im Blog oder in anderen Medien von FARC-sympatisanten geäusert wurden und ich beantwortet habe. Wiw zB in Punkt 1. Hier im Blog, Cháves und Correa behaupten, dass die FARC keine Terroristen sind. Darauf meine Antwort : also El Quaida, Hamas, IRA und ETA auch nicht.

    “Wenn die FARC nicht mehr existiert”, Was dahinter kommt, sind tatsachen und keine Träumereien.

    @ Steffen Wikipedia ist ein offenes Lexikon. Einträge können zu jeder Zeit geändert werden. Darum habe ich mich schon gewundert, das es hier im Forum schon öffters erwähnt wurde. Terroristen sind illigale Gruppen, die einen Staat oder mehrere Staaten durch Terror gegen die Bevölkerung, ihre Forderung durchsetzen wollen. Und genau das macht die FARC. So und nun ist wirklich Urlaub

  30. 30 CARLO

    @Gordis. MANN O MANN, Gordis!!! Es wird wirklich ALLERHÖCHSTE ZEIT dass Du wieder bei Deinem Käptn auf der Brücke stehst, ENDLICH die GEFÄRBTE Brille abnehmen musst, damit mit euer Schiff nicht auf ein Riff läuft! Der zusätzlich frische Seewind wird dann hoffentlich Deine grauen Zellen wieder auf Vordermann bringen. AHOI! PS: da brauchste Dir dann auch keine Gedanken um FARC-Optionen zu machen, denn auf See gibts keine FARC. Mensch, wird´s Dir da gut gehn!

  31. 31 Gordis

    @ Carlos Deine Freunde von der FARC werden die Macht in Kolumbien nicht ünernehmen können, Ich sehe, Du weisst nicht, was in Kolumbien vorgeht und über Deinen Kommentyar zur Seefahrt kann ich nur sagen, auch hier keine Ahnung.

  32. 32 Jens

    @ Gordis,

    erst einmal eine aufrichtig gemeinte Entschuldigung an Dich. ;-)

    Der Unterschied zwischen uns beiden dürfte darin liegen, dass ich von Beruf wegen auf eine Genauigkeit der Sprache “verdammt” bin. In meinem Beruf wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt und ich kann mir Lücken für Zweifel oder Zweideutungen kaum leisten. Da ich zudem auch häufig wissenschaftliche Vorträge halten muss und Doktoranden auf ihren ersten wissenschaftlichen Schritten betreue, bin ich diese Genauigkeit der Aussage eben gewohnt, bzw. muss sie auch tagtäglich von anderen fordern. Das gilt insbes. auch für die Interpretation von Zahlen und Statistik. Ich bin es eben von Haus aus gewohnt, nicht nur das zu lesen, was auf dem Papier steht, sondern auch das zu lesen, was zwischen den Zeilen steht. Ich versuche, über das Offensichtliche hinaus auch das Verborgene zu erkennen. Und ich bemühe mich darum, meine Meinung auf einer möglich breit gefächerten Informationsaauswertung zu gründen.

    Mir ist klar, dass wir nicht alle gleich sind und gleiche Voraussetzungen mitbringen. Mir ist auch klar, dass Unwissen nicht Dummheit ist. Aber ich würde mir wünschen, dass alle die hier diskutieren, erstens einen kritischen Umgang mit Information pflegen und sich zweitens nicht einseitig informieren. Das ist im Grossen und Ganzen ja auch möglich.

    Was mich einfach an Deinen Diskkussionsbeiträgen wiederholt stört – und das meine ich jetzt nicht böse – ist, dass Du entweder Schlüsse ziehst, die mit Deiner Argumentation nicht ohne Einwände möglich sind und die mir deswegen zum Teil als Herausforderung, zum Teil als Polemik erscheinen oder dass Du beleidigt sarkastisch reagierst. Was ich dabei nicht bedacht haben mag – und deswegen entschuldige ich mich auch – ist, dass es vielleicht nur ein ungenauer Umgang mit der Sprache ist.

    Zum Beispiel, in Deinem letzten Beitrag schreibst Du “Wenn die FARC nicht mehr existiert”, Was dahinter kommt, sind tatsachen und keine Träumereien.

    Das Wort Tatsache hat aber eine definierte Bedeutung. So etwas mag Dir vielleicht kleinlich erscheinen, ist für die Aussage des Satzes aber nicht unerheblich. Eine Tatsache ist ein Vorgang aus der Vergangenheit oder der Gegenwart (und nicht der Zukunft) der auch beweisbar ist. Also es gibt keine Tatsachen in der Zukunft. So ein Satz klingt für mich einfach nur wie eine Trotzreaktion (und lässt bei mir die Glocken schrillen). Wenn Du z.B. gesagt hättest, “das sind keine Träumereien und am Ende wirst Du sehen, dass ich Recht habe” dann kann ich damit besser umgehen. Das ist dann Deine Meinung und Deine Meinung werde ich auch ohne wenn und aber reskpektieren.

    Aber ich werde mich darum bemühen, Dich besser zu verstehen.

    Und schönen Urlaub noch.

  33. 33 Don-Pedrinio

    @Gordis

    herzlichen Dank für die Blumen. wenn du diese Zitate übernehmen willst, dann mach das dann aber bitte so, wie ich es gemacht habe, denn die Tinte deiner Tastatur hängt hinter jede dieser Zitate abänderungen. was gleich zu setzten ist mit etwas neuem. darum fühlen sich dann wohl viele von dir verarscht. schau doch, so macht man das: Gordis 31. Mar 2008 um 10:10 @ Jens Es tut wirklich weh

    verstehst du es jetzt? kopieren und einfügen. NICHT NACH DEINEM GUTDÜNKEN ÄNDERN !!!!! @Gordis: 1. Die FARC sind keine Terroristen, also El Quaida, Hamas, IRA und ETA auch nicht. Alles politische Volksvertreter. ein kleiner Teil daraus habe ich behauptet. aber du hast es derart geschickt abgewandelt und verdreht, dass ich dich jetzt zum Duell herausfordern muss. morgen früh um 6, bei der Tanne hinter der Kirche. du kannst die Waffe wählen.

    Gordis, auch der neueste Beitrag gegen Carlo ist so etwas. wenn du schon andere wegen ihrer Muttersprache angreifst, dann gebe doch auch bekannt dass deine Chinesisch ist und das spanische extrem schlecht in jenes zu übersetzen ist. ich glaube, nein ich bin mir sicher: Carlo hat NIE irgend etwas geschrieben das die Worte enthält: “meine Freunde von der Farc” von dir Gordis frei erfunden!!! Carlo ist ein überzeugter Farc Gegner. er würde sich nicht mal die Mühe nehmen, sich einmal in ihre Situation zu verstzen.

    @Carlo nana, jetzt zeige ich aber auch dir die gelbe Karte. die Farc ist doch auch auf hoher See aktiv. oder wie kommen ihre Drogen in den Westen? mit Brieftauben?

  34. 34 Don-Pedrinio

    CARLO 31. Mar 2008 um 07:34

    ……Gewalt sollte IMMER nur das ALLERLETZTE Mittel sein.

    und was machst du, wenn du da angelangt bist? ich setzt nicht voraus, dass dies so ist. ist ja nur eine Frage. den rest deiner Antwort an Martin brauchst du nicht nochmals zu belegen.

  35. 35 CARLO

    @Don-Pedrinio:

    DANN … wird diese KNALLHART eingesetzt…aber wirklich nur und OHNE Umschweife … in ALLERLETZTER INSTANZ!

  36. 36 Don-Pedrinio

    naja Carlo, ich denke wir sind nahe dran. einzig das Veto von dir und den andern westlichen Mächten hindert Uribe, dies in diesem (deinem) Sinne umzusetzen.

    aber das würde dann wiederum bedeuten, dass erneut Campensinos dran glauben müssen.

    jeder Weg zu einer Verbesserung führt über Opfer. nur werden diese unmoralischer Weise und im Sinne dieses Artikels für politische popaganda Zwecke eingesetzt, statt sie der Ehrlichkeit wegen bei dem belassen was sie wirklich sind. Campensinos, gefallen in den Kriegswirren zwischen Farc und Regierungstruppen.

  37. 37 Jens

    @ Don Pedrinio

    Noch ein Beispiel für sinnlose Polemik?

    “jeder Weg zu einer Verbesserung führt über Opfer. nur werden diese unmoralischer Weise und im Sinne dieses Artikels für politische popaganda Zwecke eingesetzt, statt sie der Ehrlichkeit wegen bei dem belassen was sie wirklich sind. Campensinos, gefallen in den Kriegswirren zwischen Farc und Regierungstruppen.”

    Und wenn alle Kolumbianer so denken würden, dann hätten sie sich den Frieden auch nicht verdient, oder werden DEN Frieden bekommen, DEN sie sich verdient haben.

  38. 38 Jens

    @ CARLO 31. Mar 2008 um 11:50

    Wahrscheinlich sind schon zu viele Kolumbianer davon überzeugt, dass dieser Zustand bereits erreicht ist. Also Waffen ziehen und Hirn ausschalten!! Oder besser noch, in der anderen Reihenfolge.

  39. 39 Miguel

    @Don Pedrinio und Carlo,

    ich kann der Logik Eurer Wegbeschreibung vom Verhandeln bis zum “knallharten Einsatz” (Zitat Carlo) von Gewalt als letztes Mittel folgen, aber nicht auf den Fall Kolumbien anwenden.

    Kolumbianische Regierungen zeichnen sich seit jeher dadurch aus, dass die für sie bekannte Welt hinter Washington aufhört (Miami und New York sind aber näher) und in Europa kurz nach Madrid. Südamerika geht für sie bis zum Feuerland, aber das auch nur, weil man sich hier noch prima mit Spanisch durchschlagen kann. Was die Meinung dieser Welt angeht, da ist eigentlich nur das, was Washington sagt von Bedeutung. Das Defizit an Kenntnis und Verständnis für Meinungen und Meinungsbildung in anderen Nationen ist in der kolumbianischen Diplomatie enorm. Eigentlich kann man von einer Diplomatie gar nicht sprechen, es sind nur schöne Pöstchen für die, die man im Land politisch nicht unterbringen kann.

    Deswegen werden sich kolumbianische Präsidenten, inklusive Uribe nicht sonderlich nach den Empfindlichkeiten der westlichen Welt richten. Eher nach denen der USA. Ob die Welt z.B. den Übergriff auf ecuadorianisches Gebiet versteht, dass ist nicht wichtig.

    Wichtig ist kolumbianischen Präsidenten, was beim Volk ankommt. Gerade Uribe, dem ja der Wunsch nach einer dritten Amtszeit nachgesagt wird, sind positive Meinungsumfragen wichtig. Also bei allem Respekt, es ist das Veto seines Volkes, was ihn zurückhält, wenn man unterstellt, dass es sein Herzenswunsch ist, alles platt zu hauen.

    Falls Uribe wirklich nur den “knallharten Einsatz” von Gewalt befürwortet, verweichlicht er seine Absicht sehr, indem er irgendwelche Verhandlungen, Vermittler und Gesetze vorschlägt um Verhandlungen zu ermöglichen.

    Ich kann hier nur erkennen, was er oftmals gesagt hat: Gewalt nur soviel um die illegalen Gruppen an den Verhandlungstisch zu bringen. Also nicht knallhart nach der Methode: die Politik hat ausgedient, jetzt sprechen nur noch die Waffen.

    Das ist auch der Auftrag den die Kolumbianer ihn geben: Mach Druck damit Verhandelt wird. Dieser Auftrag begründet sich durch die hier schon sattsam diskutierte Geschichte Kolumbiens der letzten 20 Jahre.

    Daher muss ich Eure Äußerungen relativieren: Knallharte Gewalt nein, sie soll die andere Seite an den Tisch bringen. Und: das Veto der Kolumbianer hindert Uribe (wenn er es denn wirklich so wollte) daran die Gewalt knallhart anzuwenden.

    @Don-Pedrinio

    “aber das würde dann wiederum bedeuten, dass erneut Campensinos dran glauben müssen.

    jeder Weg zu einer Verbesserung führt über Opfer. nur werden diese unmoralischer Weise und im Sinne dieses Artikels für politische popaganda Zwecke eingesetzt, statt sie der Ehrlichkeit wegen bei dem belassen was sie wirklich sind. Campensinos, gefallen in den Kriegswirren zwischen Farc und Regierungstruppen.”

    Das verstehe ich nicht ganz. Wenn es stimmt, dass Campesinos vom Militär gezielt getötet werden um sie als Guerilleros zu präsentieren, dann sind das keine Zufallsopfer die im Kriegswirren zwischen FARC und Regierungstruppen zu beklagen sind. Das sind gezielte Hinrichtungen, deren Täter und Motive bekannt wären.

  40. 40 Jens

    Hallo Miguel

    Du sprichst hier etwas an, was für und die Befriedung Kolumbiens von großer Bedeutung ist und worüber ich hier noch keine Diskussionsrunde gesehen habe.

    Und bitte, brandmarkt mich jetzt nicht gleich wieder als linke Bazille.

    Die USA unterstützen diesen Krieg aus vielerlei Gründen sowohl finanziell wie auch logistisch und auf diplomatischer Ebene. Dieser Einfluss der USA geht aber meines Erachtens viel weiter, als es dem Land gut tut – und ich behaupte auch belegen zu können – dass viele Aspekte der EXTREMEN Gewalt, wie z.B. die systematischen Massakrierungen durch paramilitärische Gruppierungen, Teil dieser Politik sind. Die Einstellung vieler Kolumbianer zu Kollateralschäden (solange man nicht selbst betroffen ist) entspricht doch auch eher Denken und Handeln der aktuellen Falken-Regierung. So dass tote unbeteiligte Bauern, leider mal eben draufgehen, ohne dass man sich weiter darüber unterhalten muss. Wenn ich Freunde darauf anspreche, höre ich nicht selten: ya no joda más con el tema, lo que pasó, pasó. “Betriebsblindheit” oder systematisches Ausblenden des Unbequemen? Die Nordamerikaner geben nunmal den Ton an. Die Tatsache, dass eine Verurteilung Kolumbiens an dem Veto der USA gescheitert ist, lässt das Land noch enger an die USA rücken. Man fühlt sich offensichtlich sehr wohl in der Nähe des großen Bruders aus dem Norden. Ich wäre einmal sehr interessiert an der Meinung der Kolumbianer zu der Politik der Bush-Regierung, insbesondere in Sachen Irak-Krieg, Menschenrechte, Guantánamo, Afghanistan.

    Es gibt ja noch dieses deutsche Sprichwort: Wenn du dich einlässt mit dem Teufel, veränderst du ihn nicht. Der Teufel verändert dich.

  41. 41 Jens

    PS. Diese Einstellung der Politik zur Gewalt ist auch ein wesentlicher, wenn nicht der einzige Grund für die Unversöhnlichkeit von Amerikanern und Europäern in Sachen Sicherheitspolitik. Weil wir sind ja “old Europe”, wie Bush es mal herablassend bezeichnete.

  42. 42 CARLO

    Hallo Jens,

    da würde auch gut passen “wes Brot ich ess, des Lied ich sing”. Der Ami verschenkt eh nichts, aber er versteht es meisterhaft und schon professionell, vielen derartigen Schwachsinn vorzugaukeln,ohne dass diese seine wahren Absichten begreifen. Ich sehe da aber auch eine gewisse Gleichgültigkeit und Abgestumpftheit der Masse der sonst so temperamentvollen Kolumbianer. Die toben sich dann lieber zur Abwechlung und zur Zerstreuung auf ihren “Salsa con Aguardiente Fiestas(je lauter desto besser)” aus. Gefällt mir eigentlich auch gut, von der Lautstärke einmal abgesehen, NUR verändern kann man damit leider garnichts. Ich denke, da ist viel “Macht der Gewohnheit” im Spiel. Wer im Land das Sagen hat ist vielen mittlerweile egal, und das weiß die Oberschicht natürlich für ihre Zwecke gut zu nutzen, Hauptsache ist man kommt aus seiner Sicht (gut) über die Runden ohne sich dabei überarbeiten zu müssen. Politik ist Nebensache, da eh nicht effizient und Anreize, Vergleichsmöglichkeiten fehlen ebenso wie das Interesse am Erlernen anderer Sprachen. Aber ohne ein “wollen” und ohne einen “ernsthaften Willen zum Verändern”(reparieren klappt nicht, schon 200 Jahre erfolglos probiert) der verfahrenen Situation im Land, da werden noch viele, viele campesinos dahin gemordet werden und vielleicht dann sogar noch als getötete FARC Leute im TV präsentiert werden. Halt aus der Not eine Tugend machen, der Glaube an die Regierung ist angeblich ja hochprozentig vorhanden … und der Glaube versetzt bekanntlich ja Berge … steht ja auch schon in der Bibel. Nur: mit beten allein und abwarten, wird aber nichts besser werden. Auf jeden Fall werden so die campesinos leider wie bisher auch in Zukunft die Leidtragenden und Opfer von Gewalttaten sein … egal ob von links oder von rechts. Ich kann mir beim besten Willen auch nicht vorstellen, dass dem fast ständig präsenten US-Statthalter Mr. Wiliam B. die campesinos weder besonders ans Herz gewachsen noch deren Probleme ihn interessieren, was in der Tat sehr hilfreich für diese sein könnte und zu begrüßen wäre. Ja, Bogota Norte ist doch wesentlich efektiver und ein wesentlich lukrativeres “Betätigungsfeld” für diesen Herrn.

  43. 43 Miguel

    Ich halte nichts davon die Verantwortung auf andere abzuschieben. Sicher spielen in Kolumbien und speziell im Drogenhandel ganz andere Mächte mit, aber hier so platt vom “Ami” zu reden finde ich falsch.

    Wenn wir die globale Konstellation in´s Spiel bringen wollen, dann ist es auch legitim die mehr oder weniger offenen Interessen Chavez zu nennen. Ich will nicht Venezuela sagen, weil ich zwischen ihm und dem venezolanischen Volk klar differenziere.

    “wes Brot ich ess, des Lied ich singe” das kann auch für viele Staaten, deren Regierungen von Venezuela, sprich Chavez, unterstützt werden. Es geht um eine sozialistische bolivarianische Revolution, von der außer Chavez niemand so richtig weiß, was das ist. Aber egal, Hauptsache die Gelder fließen.

    Kolumbien ist ein rechter Fleck in dem ansonsten fast links-orientierten Südamerika. Um die Theorie globaler Kräfte hier weiter zu spinnen: Chavez unterstützt die FARC um mit ihr die kolumbianische Regierung zu schwächen. Correa lebt von der Unterstützung Chavez und gewährt der FARC Ruhe auf ecuadorianischem Territorium.

    Ist also Kolumbien nun der Schauplatz zwischen den Interessen der USA und Chavez?

    Das wäre zu billig und würde den Kolumbianern fast die Eigenverantwortung nehmen.

    @Jens: In Kolumbien gibt es noch viele, die eine Wild-West-Manier haben, speziell Leute aus den Llanos oder den Fincas weit außerhalb. Man regelt seine Probleme selber und das gilt dann als Selbstverteidigung, da sind einige von uns sehr amerikanisch. Die meisten Leute sind aber nicht so und dieses “no moleste más” ist für mich eher ein Ausblenden des Unbequemen. Deswegen hat Eladio Perez geschrieben, dass das Schlimmste nicht die Krankheiten, der Hunger und die Qualen seien, sondern das Gefühl vergessen worden zu sein.

    Die Bush Politik im Ausland wird hier sehr kritisch gesehen. Sowohl Irak, Afghanistan, Guantanamo, als auch die ganze Südamerika Politik der Amerikaner wird immer sehr skeptisch beachtet. Den meisten Kolumbianern stinkt es, dass Uribe Bush die kolumbianische Unterstützung zum Irak-Krieg gab, der Plan Colombia und das geplante Freihandelsabkommen mit den USA ist vielen Kolumbianern ein Dorn im Auge. Daher hat Uribe in Kolumbien noch kein endgültiges Jahr zu diesem Freihandelsabkommmen erreichen können, trotz Mehrheit in den Parlamenten.

  44. 44 André

    Nur ganz kurz (und ja, ich bin ein bisschen spät dran) @Gordis: Schade, dass du nun wieder auf See bist und nicht weiter mitdiskutieren kannst. Hast den Blog wirklich bereichert, vielen Dank. Ich hoffe du kannst die letzten Tage deines Urlaubs genießen. Vielleicht sieht man dich beim nächsten Landaufenthalt wieder online :-)

  45. 45 Steffen

    @ all:

    Schade, dass hier immer wieder auf Beiträge von Leuten eingegangen wird, die an einer sachlichen Diskussion offensichtlich nicht interessiert sind. Das zieht das Niveau ziemlich runter und nimmt auch einiges an der Lust hier zu diskutieren.

    @ Miguel:

    “Ich halte nichts davon die Verantwortung auf andere abzuschieben. Sicher spielen in Kolumbien und speziell im Drogenhandel ganz andere Mächte mit, aber hier so platt vom “Ami” zu reden finde ich falsch.”

    Was heißt denn “die Verantwortung abschieben”? Es kann doch gar keinen Zweifel darüber geben, dass die US-amerikanische Regierung (in Folge: USA) die Politik Kolumbiens in einem sehr hohen Maße beeinflußt. Deine obigen, recht platten Aussagen tragen doch überhaupt nichts Substantielles zu der Diskussion bei. Ich finds auch blöd, Verantwortung auf andere abzuschieben. Schön, sind wir jetzt einen Schritt weiter?

    “Ist also Kolumbien nun der Schauplatz zwischen den Interessen der USA und Chavez?

    Das wäre zu billig und würde den Kolumbianern fast die Eigenverantwortung nehmen.”

    Natürlich ist die Reduzierung der Ursachen der kolumbianischen Problematiken auf den Konflikt zwischen den USA und Chavez zu einfach. Aber trotzdem spielt genau diese Kosntellation eine nicht unwichtige Rolle in der neueren Kolumbienpolitik der USA. Ebenso wie die allgemeine (geo-)politische Lage in Südamerika. Das hat doch ganz handfeste Nachteile für die USA, z.B. wenn Militärbasen geschlossen werden müssen (Ecuador), Überflugrechte verweigert (Venezuela) und Rohstoffindustrien verstaatlicht werden (Bolivien) oder die ALCA abgelehnt wird, oder oder oder…

    Des Weiteren muss man zur Kenntnis nehmen, dass die Außenpolitik nach wie vor in erster Linie durch Wirtschaftsinteressen beeinfußt werden. 70% der Finanzmittel, die für den Plan Colombia bzw. seinen Nachfolger, die Andean Regional Initiative, bewilligt wurden, verbeliben in den USA, sprich werden an US-amerikanische Unternehmen ausgeschüttet. Kolumbien ist ein Investitionsparadies. 90% der 100 höchstnotiertesten Unternehmen in den USA sind in Kolumbien aktiv. Da kann man schon mal 150 Millionen US-$ für die Sicherung der Canon-Limon-Pipeline bewilligen. Warum ist denn Kolumbien so attraktiv als Wirtschaftsstandort? Weil 1) super tolle Fiskalpolitik (für ausländische Unternehmen) 2) neoliberale Wirtschaftspolitk (Öffnung der Märkte für ausländische Investoren, Importe, Dienstlesitungen etc.) 3) kaum durchgesetzte (sprich vorhandene) Arbeitnehmerrechte (Coca-Cola, Drummond, etc pp.). Das alles bringt knallharte Dollars. Ganz viele für US-amerikansiche Unternehmen und immer noch genug für ein paar priviligierte Kolumbianer.

    OK, das bringt mich jetzt natürlich sehr nahe an Weltsystem- und Dependenztheorie und damit in die “linke Ecke”. Aber das nehme ich gerne in Kauf, denn so läuft der Hase nunmal.

  46. 46 Steffen

    Nächste Woche ist findet hier in Berlin übrigens ein Vortrag und Diskussion mit der kolumbianischen Anwältin Liliana Uribe statt zum Thema “Wenn die Schutzmacht tötet: außergerichtliche Hinrichtungen in Kolumbien”.

    Aus dem Informationstext:

    “Zeitgleich mit Liliana Uribe wird sich der kolumbianische Vizepräsident Francisco Santos Calderón in Deutschland aufhalten und der deutschen Regierung berichten, welche Fortschritte die kolumbianische Regierung auf dem Gebiet der Menschenrechte erzielt hat. Liliana Uribe zeichnet ein anderes Bild. Laut der Erhebung einer Koalition von mehr als 100 kolumbianischen Menschenrechtsgruppen hat die gezielte Tötung von Zivilisten durch die Sicherheitskräfte in den letzten fünf Jahren stark zugenommen.”

  47. 47 Miguel

    @Steffen:

    Da hast Du etwas falsch verstanden oder falsch verstehen wollen: “Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe” drückt meiner Meinung nach den Krieg in Kolumbien in eine falsche Ecke. Wir führen nicht Krieg gegen eine FARC, nur weil die Amis es uns so sagen. Das wäre in meinen Augen die Verantwortung auf andere schieben.

    Wir führen Krieg gegen eine FARC, weil in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhundert, die Bauern und die Landbevölkerung von den Städtern und ihrer Regierung vergessen und einfach den Großgrundbesitzern überlassen wurden. Weil mit einsetzender Industrialisierung in den 60er des vergangenen Jahrhunderts, die Rechte der Arbeiter mit Füssen getreten wurden. Wir haben alle diese Punkte, die dazu führten, dass eine FARC und andere Guerillas, eine politische Mission und Bedeutung in Kolumbien hatten, hier im Blog sattsam aufgelistet.

    Die geschichtlichen und sozialen Ursachen des Krieges sind hausgemacht und Verantwortung der kolumbianischen Gesellschaft. Sie zu lösen ist Eigenverantwortung der Kolumbianer.

    Seit wann ist eine Weltsystem- und Dependenztheorie eine rein linke Geschichte? Viele Leute rechts und links argumentieren mit ihr. In einer immer globaleren Welt, ist das die Wirklichkeit und weder rechts noch links

  48. 48 Miguel

    @Steffen

    Hoffentlich wird über diesen Vortrag und die Diskussion in deutschen Medien berichtet werden. Wenn es über “Neues Deutschland” hinaus auch andere Zeitungen bringen würden wäre es super.

    Danke für den Tipp

  49. 49 Marcus

    @ Steffen,

    vielen Dank fuer den Hinweis zu dem Vortrag von Liliana Uribe in Berlin. Aehnlich wie Miguel hoffe ich auch, dass dieses Thema nicht nur vom “Neuen Deutschland” aufgefasst wird, sondern in den Mainstream-Medien Niederschlag findet. Hier ist uebrigens ein Link zu einem Interview mit der Anwaeltin, die die Organisation “Brot und die Welt” mit ihr fuehrte.

    http://www.brot-fuer-die-welt.de/projekte/index.php?/projekte/2766_2891_DEU_HTML.php

    Dieses Interview passt sehr gut zum Thema dieses Artikels. Die Inhalte werden in diesem Forum hoffentlich noch weiter diskutiert, daher bitte lesen, ist meiner Meinung nach sehr interessant.

    Der 2. Link steht dem Thema ebenfalls recht nahe. Es geht hier um Entwicklungen nach der Demonstration vom 06.03. gegen die Paramilitaers und staatlichen Terror.

    http://www.kolko.de/index.php

    Wie hoch kann man den Wahrheitsgehalt dieser Informationen Eurer MEinung nach einschaetzen?

  50. 50 Martin

    Marcus

    ich habe mir die Kolumbienseiten von Brot fuer die Welt angeschaut. Ich finde dort keinerlei information zu verbrechen der Guerilla. Gibt es diese nach Brot fuer die Welt angaben nicht mehr? Das ist ojektive Berichterstattung aus Deutschland.

  51. 51 Jens

    @ Martin

    Wahrscheinlich alles falsch informierte, fehlgeleitete und böswillige Kommunisten diese Kerle von Brot und die Welt, was? Oder vielleicht doch “erlebte” Gewalt in den Bereichen ihrer Tätigkeiten (z.B. Friedensdörfer)?

    @ Marcus

    Danke für die Info. Kannte diese Seiten von Brot und die Welt noch nicht.

  52. 52 Martin

    Jens

    ich habe nichts derartiges gesagt. Ich wollte nur zeigen, dass es auch nicht richtig ist nur von einer Seite aus die geschichte zu betrachten. Gibt es keine vertrieben von der Guerilla? Habes sie keine Bomben gelegt? Gibt es nicht jeden Tag Tote und verletzte durch die von der Guerilla gelegten Landminen? Nach den Artikel von Brot fuer die Welt nicht. Hast du einen gefunden? Schick mir bitte den Link

  53. 53 Jens

    Aber Martin,

    genau das ist doch, was Carlo, Steffen und ich denjenigen von Euch klarmachen wollen, die meinen, dass sie mit NUR einer und dann auch regierungskonformen Quelle ausreichend informiet sind. Keine von uns hat die hat je in Frage gestellt, ob die FARC nicht auch für Kriegsgreuel verantwortlich sind.

  54. 54 Miguel

    Da habe ich aber z.B. Gordis und Tonton ganz anders in Erinnerung … :)

  55. 55 André

    Jens, ich weiß dass du auf alle Fälle sowohl die Taten der FARC als auch der Paras oder des Staates siehst und verurteilst. Ich kann jedoch Martin sehr gut verstehen. Ich finde es schade, dass einige Quellen nur nur einseitig berichten und nicht mit einem Satz die Taten der Guerilla verurteilen. Das polarisiert vor allem Leute, die bei so einem Vortrag an das Thema Kolumbien herangeführt werden, das finde ich schade.

  56. 56 Jens

    @ Martin, Miguel, André

    Entschuldigt den Emotionsausbruch. Ich fass mir an die eigene Nase, habe es auch nicht besser gemacht ;-)

  57. 57 Steffen

    @ Marcus:

    zum Wahrheitsgehalt dieser Informationen:

    Die Ereignisse, die zu dem Aufruf von u.a. Kolko führten sind, denke ich, bekannt und gut dokumentiert. Dass die Lage von Menschenrechtsgruppen in Kolumbien äußerst prekär ist, wird auch von eigentlich allen internationalen und Nichtregierungsorganisationen bestätigt (u.a. UN, AI, HRW, und selbst IOM).

    Die Aussagen von Liliana Uribe halte ich für glaubwürdig. Sie werden ja auch von vielen Menschenrechtsgruppen und internationalen Organisationen bestätigt (u.a. der Anwaltsgruppe “Restrepo”, die ja auf der Seite auch erwähnt werden und von der UN für ihre Verdienste ausgezeichnet wurde).

    Die Informationen, die der Seite von “Brot für die Welt” zu entnehmen sind, sind in der Tat sehr einseitig. Das stört mich auch sehr. Auch die Guerilla ist verantwortlich für zahlreiche Menschenrechtsvergehen. Deswegen sollten Menschenrechtsorganisationen natürlich auch diese Verbrechen thematisieren (was von den meisten aber auch gemacht wird (AI, HRW, u.a.).

    Auf der anderen Seite sollte man aber nicht vergessen, dass die Mehrzahl der schweren Menschenrechtsverbrechen von Paramilitärs und den staatlichen Sicherheitsapparaten verübt wird (weshalb die Verbrechen der FARC natürlich nicht unter den Tisch fallen dürfen). Zudem werden Gewerkschaften und Menschenrechtsgruppen nahezu ausschließlich von paramilitärischer Seite aus bedroht und attackiert. Von daher ist eine Konzentration auf die Verbrechen der Paras und Sicherheitsapparate in Teilen schon verständlich.

    Zumahl derlei Informationen in den Mainstream-Medien (El Tiempo, FAZ und Co) ja auch verhältnismäßig spärlich gesät sind. Bei aller berechtigten Kritik muss man also auch dankbar sein, dass Organisationen wie z.B. “Brot für die Welt” Menschen wie L. Uribe Raum für ihre Berichte geben.

  58. 58 Martin

    Steffen,

    in el Tiempo oder Semana gibt es immer wieder Artikel, die dieses Thema aufgreifen. DerArtikel ueber die ONG wurde auch in El tiempo publiziert und es gab dazu auch Kommentare. Es wurde auch die Stellungnahme der Regierung veroeffentlicht, welche in Eurpoa bisher nicht veroeffentlicht wurde.

    Jens

    wegen deiner meinung zu unseren Informationen. Ich beziehe meine Informationen aus BBC, CNN en Español, Fox, DW, Spiegel, Welt, RCN Caracol, TVE Semana El tiempo Colombiano. Ich denke ich kann mir durchaus ein objektives Bild machen,

  59. 59 Raphael

    manchmal frage ich mich, ob die menschenrechte nicht auch schon bereits zu einer maschinerie geworden sind. zahlreich sind die vertreter in den kriesenländern aber verbessert sich irgendetwas? wir sollten wieder anfangen richtig zu polemisieren und nicht alles sachlich, analytisch und ohne jeglichen gefühle anzugehen, denn genau dieser pragmatismus lässt uns erstarren angesichts der leiden, welche wir zwar aufsaugen wie ein schwamm aber in nichts umwandeln anstatt schöner worte. nur weil es die farc gibt sei es nicht mehr erlaubt von antikapitalismus, imperialismus, faschismus usw. zu reden? diese hinrichtungen sind doch faschistisch wie zu den besten zeiten. in ciudad bolivar und altos de cazuca werden die jungen weggeknallt, man sollte von sozialem genozid reden. viele kolumbianische dörfer v.a. in antioquia, scheinen mir derart “limpia”, dass ich nur noch weg will. aber klar die leute sind nett. alle sind nett! hab schon mit paras ein bier getrunken. waren tolle jungs! und die farc war doch nie was! die kommen aus der autodefensa, der bewaffneten selbstverteidigung. und nachher haben sie sich, in einem erzkatholischen land wie kolumbien, das leninistisch-stalinistische gewand rübergezogen. die politischen ideen in kolumbien sind europäische und amerikanische ideen. bitte macht euer eigenes ding!!!! der schönste kontinent der welt. verkauft ihn nicht an uns, bitte!!

  60. 60 André

    Schade, dass es immer wieder zurück auf die Frage kommt: wer ist böser? Wenn der Staat/Armee Verbrechen vergeht müssen die angesprochen und verurteilt werden (wie hier durch den Bericht von Miguel geschehen), wenn es von der Guerilla verursacht ist, wie in anderen Artikeln angesprochen, so muss dies mMn auch verurteilt werden. Gerade die einseitige Betrachtung, der “andere” habe die Hauptschuld führt mMn zu keiner Lösung und ist kein Ansatz um Frieden in Kolumbien zu finden.

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