Die Paisas essen keine Bohnen mehr!
Diese Schlagzeile der kolumbianischen Tageszeitung “El Tiempo” springt mir heute morgen sofort ins Auge. Seit gestern bin ich im Land der Paisas (“Landsleuet”), so nennen sich die Menschen im departamento Antioquia mit ihrer Hauptstadt Medellin….. und jetzt das?
Das Paisaland ohne Bohnen? Das ist wie Bayern ohne die Maas Bier, Frankreich ohne Croissants oder Italien ohne Pasta!… oder vielleicht noch extremer, denn Bohnen gibt es hier zum Frühstück, zum Mittag und zum Abendessen…und vielleicht noch zum Kaffeetrinken
Im Text wird die Aussage dann wieder ein bisschen relativiert und das Thema ernster. Nur 5 % der Paisas aus Estrato 1-3 (die Gesellschaft wird hier in Kolumbien in Estratos 1-6 eingeteilt, je niedriger die Zahl, desto ärmer die Menschen) essen noch Bohnen. Laut der Untersuchung, in der über 1000 Menschen befragt wurden, liegt das daran, dass der Preis für Bohnen im Vergleich zu anderen Lebensmitteln recht hoch ist und die Zubereitung viel Zeit in Anspruch nimmt.
Gesorgt wird sich auch um die Ernährung der Medelliner in den niedrigen Estratos, denn sie bekommen nicht ausreichend abwechslungsreiche Nahrung und 15 % essen nicht zu Abend. In Suppenküchen wird versucht eine ausgewogene Ernährung zu beiten.
Heute beginnt in Medellin die einmal im Jahr stattfindende “Feria de las Flores”. Die “Feria de las Flores“ ist eines der wichtigsten und bekanntesten Festivals der Region Antioquia und ganz Kolumbiens. Bis zum 10. August werden an verschiedenen Orten und Plätzen Medellins zahlreiche Konzerte, Ausstellungen, Theaterstücke und weitere Events zu sehen sein.
Die “Feria de las Flores“ fand zum ersten Mal 1957 statt. Damals ging es hauptsächlich darum, dass die Bauern der Region während eines Festzuges ihre Blumen in die Stadt brachten und zur Schau stellten. Diese Tradition hat sich bis heute bewahrt, sodass die Blumenparade den Höhepunkt des Festivals darstellen wird. Tausende Menschen werden, unterstützt und angefeuert von den zahlreichen Besuchern, ihre liebevoll zusammengesteckten Blumenkränze während eines Festumzuges durch Medellin tragen.
Ein weiterer Höhepunkt der “Feria de las Flores“ wird die Pferdeparade sein, bei der die schönsten Pferde des Landes präsentiert werden. Aber auch die zahlreichen weiteren Veranstaltungen der nächsten Tage laden zu einem Besuch des Festivals in Medellin ein.
Über einen Kommentar in unserem Forum von “uhc” bin ich auf die Anpassungen des Auswärtigen Amtes gestoßen. Gut in Erinnerung blieb mir der beim alten Text des Auswärtigen Amtes der Satz “Von Reisen über Land raten wir ab”. Selbst Freunde dich mich besuchen wollten, musste ich überzeugen, dass sie bei den allermeisten Strecken ohne Probleme von A nach B reisen können. Besonders geärgert hat mich der Satz auch weil das Botschaftspersonal selbst fleißig “über Land” gereist ist.
Seit etwa zehn Tagen gibt es nun völlig neue Aussagen, die ich nachfolgend an zwei Beispielen zitieren möchte:
Die Sicherheitslage in Kolumbien hat sich in den letzten fünf Jahren erheblich verbessert. Das Sicherheitsniveau in den meisten Metropolen (insbesondere in Bogotá) ist mit dem anderer lateinamerikanischer Großstädte durchaus vergleichbar.
und
Die kolumbianischen Sicherheitsbehörden haben in den vergangenen fünf Jahren enorme logistische und personalintensive Anstrengungen unternommen, um die Sicherheit der Straßenverbindungen zwischen den wichtigsten Städten des Landes zu gewährleisten (insbesondere an den wichtigsten Feiertagen und an den Wochenenden werden die Hauptrouten gesichert). Die Hauptrouten zwischen den wichtigsten Städten des Landes können daher in der Regel befahren werden.
Das Auswärtige Amt macht dazu natürlich noch Einschränkungen, aber das Gesamtbild, dass durch den Eintrag vermittelt wird ist jetzt ein ganz anderes! Und da hier auch Mitarbeiter von der Botschaft mitlesen: Vielen Dank für die Überarbeitung!
Nachtrag:
Der Link hat gefehlt auf die Auswärtige Amt Seite, hier also der passende Link.
Vor einer Weile hatten wir bereits berichtet, dass google Maps nun die Kolumbien Landkarte im Detail anzeigt. In den meisten Großstädten können dank der Straßenbeschriftungen auch Adressen gut gefunden werden. Allerdings ist es recht umständlich eine konkrete Adresse zu finden.
Abhilfe leistet nun mapas.com.co, auf der Webseite könnt ihr eine Stadt auswählen und die gesuchte Adresse angeben. Der Anbieter zoomt dann automatisch an die richtige Stelle, sehr praktisch das ganze, solltet ihr euch bookmarken.
Hier ein Überblick über die Nachrichten und ein Update aus der Blogosphäre:
Bau des größten Turms Lateinamerikas startet in Sabaneta
Sabaneta liegt im Norden von Medellin, direkt oberhalb des Ortskerns wird derzeit kräftig gebaut. Vor kurzem sind zahlreiche Apartmentgebäude fertig gestellt worden, ein neues Einkaufszentrum funktioniert seit zwei Monaten und im Februar beginnen nun die Bauarbeiten für “El Faro”. Es soll der höchste Turm Lateinamerikas werden (obwohl laut Wikipedia derzeit ein noch höherer Turm in Santiago de Chile gebaut wird). Das Gebäude soll 225 Meter hoch werden, eine optische Übersicht gibt es in diesem Diskussionsforum, Henry Madrid von der die Arbeiten durchführenden Monarca Gruppe gibt hier Details:
Unbekannte verschenken Geld in Villavicencio (Llanos)
Davon träumt so mancher. Derzeit werden die Einwohner in den armen Stadtteilen von Villavicencio von Unbekannten beschenkt. Laut den Aussagen kommen die Spender in grauen und roten Jeeps angefahren und verteilen Summen von 300.000 Pesos bis zu 2 Mio Pesos (100 bis 650 Euro). Nach Aussagen der Beschenkten handelt es sich nicht um Falschgeld. Der Polizei haben sie bislang keinen Schein übergeben, wohl aus Angst, ihn nicht mehr zurückzubekommen. El Pais hat die ganze Story (spanisch).
Nachtrag: mittlerweile hat spiegel.de die Story aufgegriffen…
Das erfolgreiche Fußballjahr 2007 krönt der Traditionsverein aus Medellin mit der Doppelmeisterschaft ab. Pro Jahr werden in Kolumbien zwei Meistertitel vergeben. Beide Titel gingen an den erfolgreichsten und beliebtesten Club des Landes: Atletico Nacional.
Gestern hatte ich die Möglichkeit beim entscheidenen Rückspiel gegen Equidad aus Bogota mit dabei zu sein. Die Stimmung im Stadion war sensationell. Wir standen in der Südkurve, die mich an einem Besuch im Bombonera Stadion von Boca Juniors erinnerte. Zwar kann das Stadion mit dem legendären Stadion aus Buenos Aires nicht mithalten, doch die Stimmung war ähnlich. Als die Mannschaft auf das Spielfeld trat gab es ein Feierwerk, tausende von Papierrollen flogen an mir vorbei und natürlich ein lauter Fangesang.
Das Spiel selbst war recht ausgeglichen, nach dem 3:0 Erfolg beim Hinspiel in Bogota konnte es Atletico Nacional aber auch ruhiger angehen lassen. Es endete schließlich mit einem torlosen Unentschieden. Das konnte der Feier aber keinen Abbruch tun. Stolz wurde der Pokal den Fans präsentiert:
Im Anschluss gab es in der ganzen Stadt Autokorsos und bis in die späte Nacht feierten die Paisas ihren Erfolg!
Die Dane ist das statistische Amt Kolumbiens. 2005 gab es die letzte große Volkszählung, nachfolgend die Ergebnisse bei den Einwohnerzahlen. Die Zahlen der großen Metropolen können leicht von anderen Quellen abweichen, da z.B. das Stadtteile der Metropolen teilweise einen Stadtstatus haben. So besteht Medellin aus den Städten Bello, Medellin, Itagui, Envigado und Sabaneta, obwohl es geografisch eine Stadt ist. Nehmen wir also die “Städte” der Metropolen zusammen, so kommen wir bei Bogota auf 7,2 Mio. Einwohner und in Medellin auf 3,0 Mio. Einwohner. Nachfolgend die Liste der 100 größten Städte in Kolumbien mit dem zugehörigen Bundesland
Einmal jaehrlich feiert Medellin die “Feria de Flores”. Urspruenglich ging es darum, dass die Bauern aus dem Umland festlich die Blumen in die Stadt brachten und zur Schau stellten. Mittlerweile ist aus dieser Parade ein fast zwei Wochen andauerndes Festival geworden. Zahlreiche Konzerte, Ausstellungen und Events finden in allen Stadtteilen Medellins Stadt. Insgesamt 180 Veranstaltungen. Und die Paisas – die Buerger Medellins – sind stolz auf ihr Fest. Direkt in mehrfacher Ausgabe landete das Festprogramm in meinem elektronischen Posteingang.
Der Hoehepunkt ist aber weiterhin die “Blumenparade”, etwa drei Stunden lang werden die Blumen in liebevoll zusammengestellten Gestecken durch die Stadt getragen. Diese Parade war dreifach beeindruckend: zum einen natuerlich die Blumen selbst, dann die Leistung der Traeger, die die Gestecke tragen und zu guter Letzt die Paisas, wie sie die Traeger anfeuern und die Blumen beklatschen. Nachfolgend ein kurzes Video, so dass ihr euch ein Bild machen koennt:
“El Tiempo” veröffentlichte gestern Pläne der katholischen Kirche ein Kloster in Medellin zu bauen. Ihr denkt, dass ist keine besondere Erwähnung wert, recht habt ihr, wäre da nicht das Grundstück, dass verwendet werden soll: das Privatgefängnis – El Catedral – von Pablo Escobar.
Bitte was? Was denken sich die Stadtväter dabei? Soll der Welt gezeigt werden, dass aus der früheren “Drogenstadt” nun eine “himmlische Stadt” geworden ist? Braucht die Kirche ein wenig Publicity für ihr neuestes Vorhaben? Oder erhofft sich die Kirche einen alten Schatz im Anwesen zu finden und damit aus den Finanzproblemen zu kommen? Eines können sich die Beteiligten sicher sein: Aufmerksamkeit werden sie bekommen.
Fairerweise sollte ich jedoch ein paar Details anfügen, die aus dem El Tiempo Artikel nicht vorgehen. Als das “Gefängnis” Anfang der 90er speziell für Escobar gebaut wurde, suchte sich Escobar eine geschützte Stelle, weit weg von irgendwelchen Nachbarn mit einem schönen Blick auf seine Heimat. Rund um das Gebäude ist reine Grünfläche. Nach 1,5 Jahren ist Escobar 1992 aus deinem Gefängnis “entflohen”, seitdem liegt es brach und ist zu Ruinen verkommen. Sollte es wirklich so sein, so zieht die Kirche nicht in Escobars Wohnzimmer sondern verwendet lediglich das Grundstück. Durmherum – so der Plan – soll ein großer Park entstehen, für die Erholung der Paisas (Bewohner Medellins) dienen soll. Von diesen “Details” wird aber nichts zu hören sein und die internationalen Schlagzeilen schwirren mir bereits durch den Kopf.
PS: In den Artikeln zu “El Catedral” wird immer von der Stadt “Envigado” gesprochen, Envigado ist politisch unabhängig, jedoch geografisch ein Stadtteil von Medellin.
Fernando Botero feiert heute (dem 19.04.07) seinen 75. Geburtstag. Auch wir vom Kolumbien-Blog Team gratulieren. Vor allem als Einwohner von Medellin begegnet einem der Meister “der Dicken” fast täglich. Im Zentrum der Stadt steht ein ganzer Platz voller Skulpturen. In der Stadt der Kultur ist es der Künstler, der weltweit den meisten Ruhm bekommen hat. Fernando Botero lebt seit langem in Paris. Seinen Geburtstag feierte er heute offiziell in der kolumbianischen Botschaft in Spanien.
Freunde von Boteros Kunst kommen ab heute auch in Deutschland auf ihre Kosten. Anlässlich seines Geburtstages hat die Galerie Thomas eine Sonderausstellung vom kolumbianischen Meister eröffnet. Die Galerie befindet sich in München auf der Maximiliamstr. 125.
Immer wieder sind wir auf der Suche nach aktuellen Nachrichten in Kolumbien gewesen. Kaum ein anderes Land weckt so viel Interesse, leider gibt es kaum ein Informationsangebot auf deutscher Sprache. Dieser Blog soll Abhilfe leisten mit aktuellen Nachrichten aus Kolumbien. -> zum Impressum
terry am 25. August 2010: hmmmm yo quiero entender por que no le dan la oportunidad a colombia (avianca) d comprobar que si podemos!!! dejen tanto pesinismo y tanta critica mala!! (miguel) y sobre las perdidas d maletas odjetos!!?? ami me paso y... Manuel am 16. August 2010: Hi Nicole, freut mich, dass du eine Zusage aus Cartagena hast. Ich schicke momentan Bewerbungen für mein erstes Tertial im Februrar 2011 raus, Cartagena würde mich auch interessieren. Kannst du mir irgendwelche... Nicole am 30. Juli 2010: Hallo, ich habe für mein Innere Tertial ab Oktober eine Zusage von der Uni in Cartagena Kennt vielleicht jemand das Krankenhaus und die Stadt und könnte mir da mit ein paar Infos weiterhelfen? Danke und viele Grüße!... Andy´s Paraguay Infos am 27. Juli 2010: Hallo, ich war zwar noch nicht in Kolumbien, aber ich kenne gebürtige Kolumbianer, die jetzt in Deutschland leben und die sagen auch, daß es sich dort sehr leben läßt. In Europa wird vielleicht nur das... Mathias am 23. Juli 2010: Ich bin zufällig auf diese Seite gestossen. Ich bin Touristikfachwirt mit Schwerpunkt intern.Luftverkehr und kann den meisten hier nur zustimmen! Ich bin vor 3 Wochen aus Kolumbien zurückgekehrt,das erstemal mit AV und... Bernadette am 10. Juli 2010: Hallo ich fliege für zwei Monate nach Kolumbien wegen den Dreharbeiten meines Freundes, und ich bin im 5. Monat schwanger. Für eine Mutterkindpassuntersuchung suche ich einen guten Gynäkologen/in, möglichst in Bogota.... Karsten am 9. Juli 2010: …und sie fliegt wieder nach Bogota. Für alle die es noch nicht mitbekommen haben: http://presse.lufthansa.com/de /meldungen/view/archive/2010/m ay/31/article/1715.html Ab 31. Oktober gibt es wieder fünf mal in der... MARIE-LOUISE KIRFEL BRANDT am 7. Juli 2010: Hallo Mako, ich lebe seit 28 Jahren i Kolumbien und war Lehrerin an d er Dt.Schule.Wir haben ein Ecumenprojekt, dass von der Dt.Kolumbienhilfe und Freunden gefoerdert wird.Einige der Paten waren schon in...
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