Im Fall Ingrid Betancourt gibt es weitere Neuigkeiten. Bereits letzte Woche berichteten wir, dass die Regierung Kolumbiens in den nächsten Wochen zahlreiche Guerilleros freilassen wollte. Die Aktion konkretisiert sich nun. Der Vorstoss kam von Alvaro Uribe überraschend. Er begründete ihn damit, dass ein Gefangenenaustausch nicht möglich sei (da er sich niemals auf die von der FARC geforderte entmilitarisierte Zone einlassen würde) und dies ein Zeichen des guten Willens sei in der Hoffnung die FARC würde dem Beispiel folgen.
Nun gibt es Anzeichen, dass durch den neuen französischen Präsidenten Sarkozy weiter Bewegung in den Fall gekommen ist. Continue reading ‘Ingrid Betancourt: startet ein Gefangenenaustausch?’
Wie steht es um das Gesundheitswesen in Kolumbien, werden alle Kolumbianer versorgt oder gibt es die medizinische Versorgung nur für Besserbetuchte?
Zu diesem Thema sprach ich mit Maria Isabel, eine Sozialarbeiterin im San Vicente Krankenhaus in Medellin. In ihrer Arbeit unterstützt sie die Patienten und die Angehörigen bei Fragen zu ihrem Krankenhausaufenthalt.
Grundsätzlich wird das Gesundheitswesen in zwei Kategorien unterteilt:
a) Regimen contributibo (zahlende Registrierungsform)
b) Regimen subsidiado (subventinionierte Registrierungsform)
Continue reading ‘EPS & sisben: Gesunheitswesen in Kolumbien’
Am heutigen Sonntag ist in Zürich der 57. FIFA Kongress zu Ende gegangen. Dabei wurde eine Entscheidung gefällt, die die komplette Länderspielplanung in Südamerika umwerfen wird.
In einer Pressemitteillung wurde nüchtern folgender Beschluss verkündet:
Aus medizinischen Gründen und damit zum besseren Schutz der Spieler entschied die Exekutive, dass in Zukunft keine internationalen Spiele mehr an Orten über 2500 Metern über Meer ausgetragen werden dürfen.
Das bedeutet, dass die Qualifikationsspiele zur WM 2010 in Südafrika nicht in Bogota, La Paz und Quito stattfinden werden können. Das bekannte Stadion “El Campin” in Bogota (siehe Foto) wird demnächst also keine Länderspiele mehr austragen dürfen.
Erfreut über die Entscheidung dürften die Mannschaften aus Argentinien und Brasilien sein, die regelmäßig in der Höhe Probleme bekamen.
Am vergangenen Freitag überraschte Uribe mal wieder alle: Aus Staatsgründen, müsse er bis zum nächsten 07. Juni die Gesamtheit oder einen großen Teil der inhaftierten FARC-Guerilleros an einem anderen Ort außerhalb der Gefängnisse haben!
Diese Ankündigung traf alle unvorbereitet und so wird gerätselt, was wohl dahinter steckt. War es ein Manöver um vom Para-Skandal abzulenken? Sollte damit etwa die Empörung über seinen Vorschlag gedämpft werden, allen Beteiligten, die mit illegalen Gruppen zusammen gearbeitet haben und nun die Wahrheit sagen würden, Straffreiheit zu gewähren. Zwar nannte er juristische Auflagen dazu und schloss aus, dass Gewaltverbrechen unter diese Amnestie fallen würden, aber die Öffentlichkeit sah hierin vor allem einen Versuch, die in dem Para-Skandal verwickelten Politiker frei zu bekommen.
Continue reading ‘Gefangene FARC-Guerilleros bald frei?’
Was wurde in den letzten Tagen in und über Kolumbien in der Presse und in Blogs geschrieben?
deutsche Presse:
- standard.at: Ein Land der Heuchler
- standard.at: Rebellen wollen mit Sarkozy über Geiseln verhandeln
- standard.at: Staatschef will FARC-Gefangene in zwei Wochen freilassen
- standard.at: Aussage eines Ex-Paramilitärs lässt Politiker zittern
- heute-online.ch: Kolumbien will Wirtschaftswachstum bremsen
- standard.at: Präsident für Auslieferungsantrag gegen Chiquita-Manager
- Le Monde (deutsche Übersetzung): Versteckte Gräber und offene Geheimnisse
andere deutsche Berichte:
- Lebenshaus Schwäbische Alb 168 Särge für den Staatsanwalt
- Williams Blog: Was essen Kolumbianer eigentlich?
- Onca: Kaffee aus Vietnam
Sind solche Auflistungen interessant für euch? Wenn ihr ein Interesse daran habt wöchentlich solch eine Presseübersicht zu erhalten, hinterlasst bitte einen kurzen Kommentar.
Um den Torre de la Escollera in Cartagena gab es von Anfang an viel Wirbel. Das Gebäude sollte 58 Stockwerke haben und damit das höchste Gebäude Kolumbiens werden. Da die Grundfläche sehr gering ist, bekam das Gebäude auch den Titel “Turm” verliehen.
Bereits vor Wochen wurde diskutiert: wer steckt hinter dem Projekt, warum wurde die Baugenehmigung gegeben, ist der Turm stabil genug? Nachdem die Pläne des Architekten veröffentlicht wurden meldeten sich viele Kollegen und meinten, dass die Berechnungen falsch seien.
Allen Unkenrufen zum Trotz wurde weiter gebaut. Bis zum Stockwerk 53, danach bekamen die Nachbarn Angst um ihr Leben, so stark wackelte der Turm. Das Bauamt in Cartagena überpüfte die Genehmigung und zog sie schließlich wieder zurück. Damit ist klar: in den nächsten Wochen wird das halbfertige Gebäude wieder abgebaut und die Streitigkeiten rund um die Kosten werden beginnen.
Juan Valdez ist auf den Spuren von Starbucks. Juan Valdez ist die Marke der Vereinigung der kolumbianischen Kaffeeanbauer. Das Logo von Juan Valdez: der Kaffeeanbauer neben seinem Esel ist auch in Deutschland sehr bekannt.
Für Nordamerika konnte die Vereinigung nun 11.000 neue Vertriebsstellen melden. Dies wurde durch eine Einigung mit Coca Cola möglich. Diese Restaurants werden von Coca Cola beliefert und sollen nun auch kolumbianischen Kaffee verkaufen. Gabriel Silva, Chef bei Juan Valdez verspricht sich davon den Verkauf von zusätzlichen 45.000 Kaffeesäcken nach Nordamerika.
Sollte die Kooperation erfolgreich verlaufen, so erhoffen sich die Kolumbianer nach und nach Zugang zu den insgesamt 450.000 Restaurants, die von Coca Cola beliefert werden.
Die Kommentare zu einem standard.at Artikel geben es wieder. Die Meinungen sind polarisiert: wer hat angefangen: die Paras oder die Guerilla? Wer hat die größere Schuld an den heutigen Problemen Kolumbien? Wer ist grausamer?
Um es vorweg zu nehmen: Für mich ist die rechte wie die linke Gewalt abscheulich, unentschuldbar und keine besser oder schlechter als die andere. Die grausame Gewalt, die von der Guerilla und den Paras ausging und immer noch ausgeht konzentriert sich bei der Guerilla vor allem auf Entführungen und bei den Paras vor allem auf Morde.
Die kolumbianische NGO hat in den letzten 10 Jahren die Anzahl der Opfer außergerichtlicher Strafausführungen, politisch motivierter Morde und verschwundene Personen mit unbekannten Schicksal erfasst. Hier Übersicht der Anzahl der Toten, die jede Tätergruppe zu verantworten hat:


(Quelle: Statistiken der NGO coljuristas.org)
Für den heutigen Freitag hat die Vereinigung kolumbianischer Erzieher (“Federación Colombiana de Educadores = Fecode”) zu weiteren Kundgebungen aufgerufen. Schon am vergangenen Mittwoch, 22.05.07, wurde Landesweit gegen Teile des kurz vor seiner Verabschiedung stehende Gesetz, welches die Verteilung des Staatshaushalts regeln soll, protestiert. Landesweit gingen eine geschätzte Million Menschen (50.000 davon in Bogota) auf die Straße.
Für die Fecode stellt die neue Verteilung der Staatsmittel die finanzielle Existenz der staatlichen Schulen und Universitäten in Frage. Dieses Gesetz sieht bis 2016 die Streichung von 20 Billionen Pesos (ca. 7,5 Millionen EUR) vor, die für die Erziehung vorgesehen waren. Fedeco geht gegen diese Kürzungen auf die Straße.
Eigentlich eine klare Sache. Da aber in Kolumbien Vorwahlkampf ist (im Oktober stehen die wichtigen Regionalwahlen an) sind solche Veranstaltungen immer eine willkommene Bühne um Wahlkampf zu betreiben. So nutzt die stärkste Oppositionspartei die Chance und war am Mittwoch bei den Kundgebungen in Bogota mit ihrer Führungsriege vertreten.
Continue reading ‘Kolumbien – Lehrerstreik geht weiter’
Seit Anfang des Monats sind die Vorlesungssäale aller Öffentlichen Universitäten Kolumbiens verweist, denn die Professorinnen und Professoren streiken. Sie werden dabei von den Studentinnen, Studenten, Arbeiterinnen und Arbeitern der Unis unterstützt. Sie streiken weil am 2. Mai im Parlament ein weiterer Teil des “Nationalen Plans zur Entwicklung” (Plan Nacional de Desarrollo) verabschiedet wurde, der unter anderem neue Regelungen im Bildungsektor vorsieht.
Continue reading ‘Universitäten bis auf weiteres geschlossen’
Letzte Kommentare
terry am 25. August 2010: hmmmm yo quiero entender por que no le dan la oportunidad a colombia (avianca) d comprobar que si podemos!!! dejen tanto pesinismo y tanta critica mala!! (miguel) y sobre las perdidas d maletas odjetos!!?? ami me paso y...
Kennt vielleicht jemand das Krankenhaus und die Stadt und könnte mir da mit ein paar Infos weiterhelfen? Danke und viele Grüße!...
Manuel am 16. August 2010: Hi Nicole, freut mich, dass du eine Zusage aus Cartagena hast. Ich schicke momentan Bewerbungen für mein erstes Tertial im Februrar 2011 raus, Cartagena würde mich auch interessieren. Kannst du mir irgendwelche...
Nicole am 30. Juli 2010: Hallo, ich habe für mein Innere Tertial ab Oktober eine Zusage von der Uni in Cartagena
Andy´s Paraguay Infos am 27. Juli 2010: Hallo, ich war zwar noch nicht in Kolumbien, aber ich kenne gebürtige Kolumbianer, die jetzt in Deutschland leben und die sagen auch, daß es sich dort sehr leben läßt. In Europa wird vielleicht nur das...
Mathias am 23. Juli 2010: Ich bin zufällig auf diese Seite gestossen. Ich bin Touristikfachwirt mit Schwerpunkt intern.Luftverkehr und kann den meisten hier nur zustimmen! Ich bin vor 3 Wochen aus Kolumbien zurückgekehrt,das erstemal mit AV und...
Bernadette am 10. Juli 2010: Hallo ich fliege für zwei Monate nach Kolumbien wegen den Dreharbeiten meines Freundes, und ich bin im 5. Monat schwanger. Für eine Mutterkindpassuntersuchung suche ich einen guten Gynäkologen/in, möglichst in Bogota....
Karsten am 9. Juli 2010: …und sie fliegt wieder nach Bogota. Für alle die es noch nicht mitbekommen haben: http://presse.lufthansa.com/de /meldungen/view/archive/2010/m ay/31/article/1715.html Ab 31. Oktober gibt es wieder fünf mal in der...
MARIE-LOUISE KIRFEL BRANDT am 7. Juli 2010: Hallo Mako, ich lebe seit 28 Jahren i Kolumbien und war Lehrerin an d er Dt.Schule.Wir haben ein Ecumenprojekt, dass von der Dt.Kolumbienhilfe und Freunden gefoerdert wird.Einige der Paten waren schon in...