FARC-Inhafierte können sofort frei gelassen werden

Die kolumbianische Regierung sagte zu, alle inhaftierten FARC-Kämpfer sofort zu begnadigen, sollten die FARC die Geiseln frei lassen.

Damit reagiert die Regierung auf die beängstigenden Meldungen über den Gesundheitszustand mancher Geiseln, insbesondere Ingrid Betancourts. Die Begnadigung soll für alle inhaftierten FARC-Kämpfer gelten, unabhängig davon welches Vergehen sie begangen haben und wie viel Zeit sie noch absitzen müssten um ihre Strafe zu sühnen.

Damit würden die gefangenen FARC-Kämpfer z.T. besser gestellt werden als die PARAS, die sich unter Justicia y Paz demobilisiert haben.

Die einzige Bedingung die die Freigelassenen erfüllen müssen ist, sich zu verpflichten, nicht wieder in die kämpfende Truppe zurück zu kehren. An diese Bedingung muss die Regierung festhalten, da das kolumbianische Strafrecht bei einer Begnadigung vorschreibt, dass der/die Begnadigte keine weiteren Straftaten begeht.

Wie so oft … wir warten mal wieder auf eine Antwort der FARC. Sollte sie jetzt endlich auf ein solches Angebot eingehen? Will sie ihre Leute frei haben, auch wenn diese nicht wieder zu den kämpfenden Einheiten zurück kehren? Wird sie im Interesse des Überlebens der Geiseln auf diesen schnellen Prozess eingehen, ohne auf eine entmilitarisierte Zone zu bestehen? Steht dieser Vorschlag im Zusammenhang mit dem Ideen Eladio Perez? Die Regierung hat sich offiziell nicht zu den Plänen des Ex-Senators und Ex-Geisel geäußert. Sie hat aber keinen Mechanismus vorgeschlagen, so dass die Vorstellungen des Senators ein große Chance hätten. Da der Austausch nicht in Kolumbien statt finden sollte, war die einzige Hürde auf Seiten der Regierung, dass sie nur Gefangene frei lassen wollte, die nicht wegen Verbrechen an die Menschlichkeit verurteilt sind. Diese Einschränkung ist hiermit aufgehoben.

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71 Kommentare zu “FARC-Inhafierte können sofort frei gelassen werden”


  1. 1 Jens

    @ Miguel

    Wieder mal eine sehr gute Nachricht. Nach den Bemühungen von Luis Eladio Pérez ist der Ball jetzt bei den FARC.

    Habt Ihr schon einen Link zu dem Dekret? Ich würde mir gerne den genauen Wortlaut anschauen.

  2. 2 CARLO

    Endlich eine in ALLEM(zumindest was bisher bekannt ist) POSITIVE Entscheidung von Präsident Uribe! Ich hoffe nur, die Sache hat nicht doch noch einen “Haken”. Auf jeden Fall eine SEHR GUTE Nachricht!

  3. 3 Miguel

    @Carlo:
    Haken gibt es da einige, wir haben sie hier auch oft besprochen.

    Da wäre einmal der Prozess Justicia y Paz: Für die Regierung dürfte es schwer werden, diejenigen die sich demobilisiert haben oder mit dem Gedanken spielen sich zu demobilisieren Strafen aus zu setzen, die wenn wenn auch sehr mild, doch Strafen sind.

    Wenn ein Verurteilter Mancuso in zwei Jahren kommt und sagt: Ich möchte wegen guter Führung begnadigt werden und Uribe diesen Antrag prüfen lässt, wird er gleich wieder als PARACO beschimpft werden. Er braucht nicht einmal ja zu sagen, schon alleine dass er den Antrag prüft, wozu er von der Verfassung her verpflichtet ist, wird auch viele hier im Blog laut schreien lassen.

    Die FARC hat bisher alle einseitigen Freilassungen der Regierung als Propaganda abgetan und als Grundlage disqualifiziert. Granda und 170 Guerilleros wurden als letztes ohne Bedingungen freigelassen. Mein Gefühl ist es, dass die FARC es ablehnen wird mit dem Argument, dass es nicht akzeptabel sei, die Leute nicht wieder in die Truppe eingliedern zu können. Uribe wird nicht über das Gesetz springen können und darauf bestehen müssen, das Begnadigung nur gegeben werden kann, wenn man nicht mehr straffällig wird, in diesem Fall zurück zur Truppe kehrt.

    Wenn es an diesen Punkt scheitert, wird die Regierung wieder von vielen dafür verantwortlich gemacht, dass sie an diesen Sachen fest hält. Das wird dann wieder der Beweis sein, dass Uribe die Freilassung nicht will.

    Ein weiterer Haken, ist dass hier nicht klar ist, wie viele Geiseln frei kommen sollen. Nur die “canjeables” oder alle 700 und etwas oder nur die Kranken? Auch hier wird die Regierung einige Probleme bekommen, den Angehörigen des “normales Fußvolks” zu erklären, warum ihre Lieben nicht befreit wurden und die Regierung keinen Unterpfand mehr hat. Wohl gemerkt: Den menschenverachtenden Begriff “canjeables” hat die FARC und nicht Uribe oder irgend ein kolumbianischer Politiker geschaffen.

    Und zum Schluß: wohin mit den ganzen Freigelassenen? Zu der Truppe dürfen sie nicht, in ihre Dörfer sollten sie nicht (Rache)? In Kolumbien werden die meisten Menschen sagen: Ich will einen, der wegen Morde und Entführungen entlassen wurde nicht als meinen Nachbarn haben. Würdet Ihr einen PARA, der für mehrere Morde verantwortlich ist, seine lächerlichen 8 Jahre abgesessen und sich verpflichtet hat nie wieder solche Taten zu begehen als Nachbarn haben wollen? Warum solltet Ihr es bei jemanden anders sehen, der auch gemordet und entführt hat, der Sache nicht abgeschworen hat und jetzt frei ist, weil er begnadigt wurde, damit sein Verein die Leute freilässt, deren Entführung er befürwortet hat?

  4. 4 CARLO

    Hallo Miguel,
    danke füe die “Haken”-Erklärung. Sicher gut erklärt nur ich dachte vielmehr an dieses (angeblich) von Uribe verfasste Dekret, das u.a. auch bereits von Jens erwähnt wurde.

    Ich denke mal momentan und aus geg. Anlass(s.Thema), ist es wichtiger voraus zu schauen , als in die Verganngenheit zu blicken.
    So ist z.B die Freilassung der FARC-Geiseln im Autausch gegen FARC-Gefangener ein erster Schritt, aber auch der ist natürlich erst nach dem Einverständnis der Beteiligten durchführbar. So müssen vorab erst noch einige Modalitäten abgeklärt und geregelt werden. Sicher nicht einfach. Aber darauf hast Du ja auch schon hingewiesen. Manch dicke Nuss wird noch zu knacken sein! Aber SO und in dieser Art und Weise MUSS es fortgesetzt werden! Eines Tages(schnellstmöglich) müssen ALLE in Freiheit sein, auch das “Fussvolk” MUSS selbsverständlich frei kommen. Bei der Freilassung der Gefangenen darf es keine Amnestie z. B. für (Vielfach)Mörder geben. Diesen Personen könnte z.b. nur die Ausreise ein Exilland angeboten werden. Sofern sich ein aufnahmebereites Land finden sollte. Also Probleme sind so einige anhängig, wie auch Du bereits folgerichtig erkannt und entsprechend auf diese Problematik hingewiesen hast.
    Mal abwarten…

  5. 5 Jens

    @ Miguel

    Ich habe vorhin RCN, Caracol und Todelar gehört, einen Gruß von Yolanda Pulecio an ihre Tochter mitbekommen und bin heftig ins Grübeln gekommen. Vielleicht ein ganz verrückter Gedanke und wenn ich am Ende im Unrecht bin, dürft Ihr mir alle meinen Pessimismus drei und viermal vorwerfen und mich meinetwegen steinigen.

    Könnte es sein, dass die Regierung Uribe mehr Information hat, als sie zugibt und durch die Meldungen der letzten Woche (Uranfund, Gesundheitszustand von Ingrid Betancourt) und die lange erwartete Zustimmung zu den Forderungen der FARC nur eine Vorbereitung ist auf ein Ende mit Schrecken? Dass sich die Regierung mit dieser Aktion vielleicht nur noch schnell die Hände wäscht?

    Alles keine Fragen an Euch, nur verrücke Gedanken.

    Ich bin aufs Äußerste gespannt auf die Meldungden der nächsten Tage.

  6. 6 CARLO

    Hallo Jens,
    wie Du weißt ich auch … Tee trinken nicht vergessen!
    H O F F E N T L I C H IRREN WIR UNS BEIDE!

  7. 7 Miguel

    @Jens

    Auch ein Gedanke. Ich empfinde die Geiselfrage oft als ein Schachspiel, bei dem jeder Spieler von Uribe über Chavez bis zur FARC mindestens zwei Alternativen vorgesehen hat.

    Ich könnte mir denken, dass die Regierung u.U. über den Aufenthalt anderer FARC-Größen weiß und einen Angriff plant. Allerdings ohne Geiselbefreiung, d.h. Geiseln sind nicht in dem Camp. Oder was meinst Du mit Ende mit Schrecken?

    Ich gehe davon aus, dass dies auch irgendwo im Grenzgebiet sein wird. Ich hoffe, dass es nicht im ausländischen sein wird, denn der Santos redet mir etwas zu unkontrolliert daher.

    Deine Spannung teile ich

  8. 8 CARLO

    Hallo Miguel,

    bekanntlich sehe ich ja vieles kritisch(er), ja, natürlich auch pessimistisch, fall erforderlich.

    Ich fürchte auch und das ja schon, ebenso wie Jens ja auch, dass sich da u. U. ein Militärschlag bzw.ein neues BEFREIUNGSMASSAKER FÜR FRIEDEN, VOLK UND KOLUMBIANISCHES VATERLAND anbahnt! Eine(etwaige) solche in menschliche Tragödie, das insbesondere im Zusammenhang ANGEBLICHER ERNSTHAFTER GEISELBEFREIUNGSVERSUCHE, es wäre eine arglistige Täuschung der Welt und natürlich last not least der Kolumbianer selber oder sollten diese etwa zu wirklich allem was ihr Präsident macht, blind JA und AMEN SCHREIEN?

    Ein Spielwo es in jedem S´Fall um LEBEN und um TOD von z. T. unschuldiger Menschen/Geiseln geht, ausgerechnet mit einem “Schachspiel” bzw. überhaupt mit einem Spiel zu vergleichen, grenzt m.E.schon an Menschenverachtung. Ich möchte jedenfalls nicht auf diese Art und Weise “Schachmatt” gesetzt werden, dazu ist mir mein Leben einfach zu teuer. Der Herr Uribe steht ja auch “über den Dingen” und ist eben kein Akteur, da lässt es sich leicht über das Leben anderer entscheiden. Ich hätte von Herrn Uribe ehrlich mehr an Diplomatie und Vernunft erhofft, allerdings aber auch NICHT ERWARTET!
    JEDENFALLS SO WIRD KOLUMBIEN NIEMALS AUS SEINEM SELBER EINGEBOCKTEN UND SELBER VERSCHULDETEN SCHLAMASSEL HERAUSKOMMEN! Im Mittelalter regierten einmal die säbeltragenden Ritter, aber heute sollten wirklich verantwortungsbewusste DIPLOMATISCHE POLITIKER die Geschicke eines demokratischen Staates ZUM WOHLE ALLER BÜRGER leiten …

  9. 9 Miguel

    @Carlo:

    Gemach, Gemach, Gemach

  10. 10 CARLO

    @:
    anscheinend bahnt sich jetzt doch etwas HUMANES an:

    http://www.eltiempo.com/politica/2008-03-30/ARTICULO-WEB-NOTA_INTERIOR-4051673.html

  11. 11 Miguel

    @Carlo:

    oder Du hast nicht richtig gelegen mit Deinem Donnerwetter über das was jetzt geschieht, Deiner Abkanzelei der Regierung und ihrer durchtriebenen Absichten.

    Du hast in einem anderen Kommentar gerügt, dass Uribe bei Eladio Perez war und dass sein Plan von der Regierung ignoriert worden sei.

    Nun, in der heutigen Semana antwortet Eladio auf genau diese Frage, ob die jetzigen, von Dir so in Frage gestellten Aktionen, ein Egebnis seiner Gespräche mit Uribe sein mit: “Si. Me puse feliz cuando lo escuché, me siento agradecido con el Presidente y me siento orgulloso de pensar que esto ya arrancó. Créame que este acuerdo lo veo muy factible. No me pida que le amplíe mucho más mi propuesta porque ella necesita irse construyendo paso a paso y, en lo posible, con la mayor discreción.” “Ja. Ich fühlte mich sehr glücklich, als ich davon hörte. Ich bin dem Präsidenten sehr dankbar und fühle mich stolz bei dem Gedanken, dass dies nun gestartet ist. Glauben Sie mir, dass ich diese Vereinbarung als (sehr) durchführbar ansehe. Bitten Sie mich nicht um weitere Ausführungen, da mein Vorschlag Schritt für Schritt gebaut werden muss und wenn möglich mit der größten Diskretion.”

    Kann es also sein, dass diese Regierung, von der Du auch in diesem Fall das schlimmste annimmst und von der Dich humanitäre Schritte so überraschen (danke für den Link, übrigens) doch etwas mehr als Wolf im Schafspelz ist?

    Und, weil das Kapitel noch nicht abgeschlossen ist: Die FARC hat sich noch nicht gemeldet. Falls sie es zu spät mahct und uns mitteilt, dass Ingrid gestorben ist, oder falls es in der Zwischenzeit zu Kampfhandlungen kommen sollte, würde ich Euch alle bitten an diesen Beitrag zu denken, bevor ihr los holzt und der Regierung von jeher kein Interesse an der Befreiung der Geiseln und ein blindes Festhalten an einer militärischen Lösung vorwerft.

    Man sieht was man sehen will

  12. 12 Martin

    Miguel

    danke fuer dein Kommentar ich sehe dies sehr aehnlich.

    Bisher gab es nicht sehr viele Tote bei versuchten Befreiungsaktionen, wenn ich mich richtig erinnere.

    Carlo

    wenn du mehrere Jahre angekettet im Urwald in Kaefigen gehalten wirst, wird vielleicht deine Sichtweise auch etwas anders. Es gibt mehrere familien von Entfuehrten, die eine militaerische Befreiungsaktion unterstuetzen.

  13. 13 CARLO

    Hallo Miguel,
    versuche doch bitte SACHLICH zu bleiben! Überlege einmal allen Ernstes: was ich heute erfahre, das kann ich doch nicht schon gestern verarbeiten … OK? :-))
    Möchte sagen, ersteinmal abwarten, denn ständig gibt es ja igendetwas Neues bzw. irgendwelche Korrekturenund es giltdas Sprichwort: Am Ende einer Schlacht werden die Toten gezählt. Also schaun wir mal.
    Aber auf jeden Fall danke für die interessante Mitteilung, zunächst behalte ich aber meine grundsätzliche Meinung bei.

  14. 14 CARLO
  15. 15 CARLO

    Neue Hiobsmeldung, diesesmal aus der Schweiz! Die “FREIEN” kolumbianischen Medien aber schweigen … Gut das es da wenigsten ausländische FREIE PRESSE gibt.

    s. Link:
    http://www.nzz.ch/nachrichten/International/hoffnung_auf_freilassung_betancourts_schwindet__1.698738.html

  16. 16 Jens

    @ Carlo und Miguel

    Genau diese “verrückten” Gedanken hatte ich in meinem Post vom 29. Mar 2008 um 13:00 geäußert und damit “ein Ende mit Schrecken” gemeint.

    Ich glaube kaum, dass man sich in Kolumbien mit diesen Gedanken auseinandergesetzt hat: In welchem Licht stünden die Aktionen der Regierung, wenn sich herausstellt, dass sie schon seit Wochen weiss, dass Ingrid Betancourt gar nicht mehr lebt?

    Und welche Bedeutung hätten dann der Uranfund oder der angebotene Gefangenenaustausch?

    Ich hoffe inständig, dass die Befürchtungen sich nicht bestätigen.

  17. 17 Jens

    @ Carlo

    Die Meldungen verbreiten sich im Lauffeuer

    http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/856642.html

  18. 18 CARLO

    Hallo Jens,

    ja, auch ich war ja in meiner Einschätzung der Situation aufgrund der “Aktivitäten” pessimistisch. Trotzdem hatte ich die Hoffnung aber bisher NIE verloren…doch ich spüre, wie diese in mir schwindet! Hoffentlich wird diese sich nun anbahnende TRAGÖDIE KEINE REALITÄT werden und es gibt vielmehr DOCH NOCH ein GUTES ENDE! Sonst hätte sich leider erneut bewahrheitet, dass zwar “die Waffen gesiegt”(Reyes), aber gleichzeitig “die Politik versagt hat”(Uribe im Fall Ingrid Betancourt). Da kommt schon innerlich eine OHNMÄCHTIGE Wut hoch, zumindest in mir… ABER ICH HOFFE AUCH NOCH INSTÄNDIG…

  19. 19 CARLO

    @Jens:
    Aber El Tiempo schweigt beharrlich dazu( dafür z.B. Berichte über ecuadorianischen Hubschrauberflug(v. gestern) über kol. Territorium mit Grenzverletzungg, desweiteren u.a. Bericht über PARA-Politiker). Sollte Ingrid etwa wirklich auf einmal so UNINTERESSANT hierzulande geworden sein ODER hat sie VIELMEHR UNINTEREESSANT ZU WERDEN???. … ja, das frage ich mich, denn nachvollziehbar ist derartiges für mich NICHT. Im TV auch nix darüber.

  20. 20 André

    Was sind denn die neuen Fakten, die sich wie im Lauffeuer verbreiten? Aus allen Artikeln kann ich nur einen Ansatz erkennen: Betancourts Ehemann befürchtet, dass seine Frau ums Leben gekommen ist, da die Regierung nun ein neues Angebot an die FARC gemacht hat. Ich habe gerade bei Betancourts Familie den Eindruck, dass der Umkreis sich eher an die europäische Presse wendet, als an die kolumbianische. Was ich nicht verwerflich finde, aber erklärt, warum manche Aussagen aus dem Umkreis von Betancourt erst in Europa publiziert wird bevor es nach Europa kommt.

    Ich kann mir schon vorstellen, dass El Tiempo diese Besorgnis aufgreift und einen Artikel dazu schreibt. Gestern war die Topstory, dass Betancourt letzte Woche gesehen war in eine, erbärmlichen Zustand:
    http://www.eltiempo.com/politica/2008-03-31/ARTICULO-WEB-NOTA_INTERIOR-4054672.html

    Wollen wir hoffen, dass sich die Befürchtungen nicht bewahrheiten.

  21. 21 Miguel

    @Carlo

    In den europäischen Medien stand auch, dass Südamerika am Rande eines Krieges, gar eines schmutzigen Atomkrieges stand.

    Aus der Ferne sieht vieles eben anders aus. In Kolumbien hat niemand an einen Krieg geglaubt, der Staat hatte nicht mobilisiert und nicht einmal der Polizeichef hat behauptet, dass die FARC eine Atombombe baut.

    In Kolumbien hat keine Zeitung von einem Krieg berichtet. Hätten sie das machen müssen, nur weil in Deutschland manche Redaktionschef wegen der Auflage eine fette Schlagzeile haben wollten?

    Keiner weiß offiziell, ob Ingrid noch lebt oder nicht. Vor Ort haben Leute sie gesehen und berichten darüber. Aber das Dir ist ein Redakteur im fernen Europa glaubwürdiger, als Leute die hier vor Ort berichten. Wie war das mit der Brille?

    Im übrigen: Toll, dass europäische Medien die Möglichkeit aufgreifen, dass Ingrid nicht mehr leben könnte. Diese Möglichkeiten schließen kolumbianische Medien schon seit Monaten in ihren Thesen ein. Jetzt spekulieren auch europäische Medien und alles was Dir einfällt ist zu unterstellen, dass Ingrid den Kolumbianern uninteressant ist?

    Da Du so mit den bekannten Spekulationen der “freien” Presse beschäfigt bist, ist nicht verwunderlich, dass Du die heutigen Ausgaben von El Tiempo und El Nuevo Siglo nicht gesehen hast. Falls Dich interessiert, was diese “Propagandablätter” zum Thema Ingrid und Geiseln heute schreiben, hier die Links

    El Tiempo Kommentar

    El Nuevo Siglo: javascript:enviar_noticia(40270)

    Frage an Dich: Sollen kolumbianische Zeitungen ihre Titelblätter danach ausrichten, was in europäischen Redaktionen jetzt mal eine Schlagzeile verspricht?

  22. 22 CARLO

    Aus den Links(Nachrichten):
    Ivan Marquez hat vernmeldet, das Ingrid Betancourt NICHT frei kommt!
    Außerdem ist die französische Maschine bereits wieder zurück geordert worden!

    Das sind Fakten aus europäischen Blättern!!! Ist Dir DAS denn, lieber André, etwa wirklich entgangen oder hast Du es vielleicht für uninteressant gehalten, genau wie die Medien hier. Aber gerade der WICHTIGKEIT(m.E.) wegen und zur Kenntnisnahme habe ich doch gerade die Links eingestellt! Na, denn…

  23. 23 CARLO

    Schöner Artikel über den 4. April, aber ob er der Freilassung von Ingrid Betancourt nützt … hmm … ich hoffe es natürlich, bin aber stuationsbedingt doch skeptisch. Aber anscheinend pickt ihr euch hier nur die Nebensächlichkeiten aus den Meldungen heraus, bzw. DAS WAS EUCH GERADE PASST! In diesem Zusammenhang verweise ich nocheinmal auf meinen vorherigen Kommentar1
    Da haben wir Europäer vielleicht doch ein anderes politisches Denken und ich möchte da einfach nur noch einmal M. Gorbatschow zitieren:
    WER ZU SPÄT KOMMT, DEN BESTRAFT DAS LEBEN!

    Das sagt (m.E.)mehr aus als vieles DRUM HERUM GEREDE was den Punkt ja eh nicht trifft oder aber vielleicht auch garnicht treffen soll. Letzteres ist aber meine persönliche Vermutung. Ich bleibe da besser beim Thema und halte mich an fundierte Fakten und möglichst nicht an Spekulationen.

  24. 24 Miguel

    @Carlo:

    Warum wurde das Flugzeug zurück beordert? Weil Ingrid tot ist? Wo steht das? Oder weil der Pilot Heimweh oder kein Visum hatte? Oder weil die FARC sich nicht meldet und alles auf eine längere Wartezeit hindeutet, die es zu kostspielig macht, ein Flugzeug und Personal einfach irgendwo zum Warten abzustellen? Wo steht der Grund?

    Gestern wurde in den Nachrichten die Äußerungen Ivan Marquez über das Internet übertragen. Er äußerte sich hauptsächlich im Zusammenhang mit den Ereignissen um den Angriff auf Raul Reyes. Einen Monat später erzählt er, dass Amerikaner die Raketen abgeschossen haben. Er erzählte dann noch etwas über den Mord an Rios und über den Friedensprozess, der jetzt wohl unterbrochen worden sei und weder Ingrid noch andere Geiseln jetzt frei kämen. Er sagte nichts zu den Vorschlägen der Regierung.

    Ich sehe die Fakten, die für Dich beweisen, dass Ingrid tot ist und sie für die kolumbianische Öffentlichkeit nicht mehr interessant ist, nicht.

    Es wird seit Jahren für Ingrid´s Freilassung agiert, Chavez wurde als Vermittler angesetzt, Vorschläge werden gemacht, Demos werden gemacht, obwohl alle die Befürchtung haben, dass gerade Ingrid die Geisel ist, von der die FARC sich nicht trennen wird.

    Was erleben wir? Das Ingrid die Geisel ist, die die FARC nicht gehen lassen wollen. Wieso wirfst Du das nicht der FARC vor? Wieso meinst Du es wäre alles zu spät gemacht worden? Wenn das so ist, dann gab es ja wohl einen Augenblick oder eine Aktion die gemacht hätte werden sollen.

    Was hättest Du denn wann gemacht, so dass die FARC Ingrid hätten gehen lassen? Bitte beantworte diese Frage

  25. 25 André

    Lieber Carlos, dass die FARC sagt, dass Ingrid Betancourt nicht freikommt ist für mich wirklich nichts Neues. Ich dachte du bezogst dich bei deine, Kommentar auf die Dinge, über die in Kolumbien nicht berichtet wird. Die Aussage von Marquez stammt laut diese kolumbianischen Quelle vom 20. März, das war vor dem Angebot von Uribe:
    http://www.eltiempo.com/conflicto/noticias/ARTICULO-WEB-NOTA_INTERIOR-4058164.html

    Dein zweiter Punkt: “Außerdem ist die französische Maschine bereits wieder zurück geordert worden!” Du schreibst nicht, was diese Aussage für dich bedeutet. Aus der Aussage “Mann befürchtet, dass Betancourt schon tot ist - Frankreich ordert Flugzeug zurück” würde ich interpretieren, dass Frankreich auch die gleiche Befürchtung hat. Zu viel Spekulationen für mich, Fakt ist ja, dass Frankreich das Flugzeug auch weiterhin bereit stellt. Davon abgesehen denke ich, dass auch Kolumbien ihr sofort ein Flugzeug zur Verfügung stellt…

    In allen drei Artikeln ist die Hauptaussage, dass “Ingrid vielleicht schon tot ist”, für mich bleibt das eine Spekulation, egal was Marquez am 20.03. geschrieben hat oder ob Frankreich sein Flugzeug wieder zurück nach Frankreich geschickt hat. Bevor es wirklich Neuigkeiten gibt bleibt mir nur eins: auf Neuigkeiten warten oder zu spekulieren, ich halte es mit ersterem.

  26. 26 CARLO

    @Miguuel:

    Weißt Du, Deine z.T. mehr als DUMMERHAFTIGEN und bereits SELBSTBEANTWORTETEN FRAGEN, möchte ich verständlicherweise nicht weiter kommentieren. Eigentlich hätte ich da schon etwas mehr von Dir erwartet. Daher gehe ich auf diesen “Quatsch” verständlicherweise nicht darauf ein.

    Übrigens soll es gleich Neuigkeiten in Cable Noticias geben.

    Zu Deiner Frage. Dazu habe ich bereits früher geschrieben, dass es OHNE GEMEINSAM AKZEPTIERTE VERHANDLUNGSERGEBNISSE auch KEINE LÖSUNG GEBEN WIRD. Das ist übrigens ganz allgemein und normalerweise in der Politik so üblich und keineswegs etwa meine Erfindung! Nie habe ich behauptet Ingrid sei tot, aber der Freilassungs-Prozeß droht zu scheitern, was ich ja von anfang an schon aufgrund der unprofessionellen Vorgehensweise befürchtet hatte.

  27. 27 Miguel

    @Carlo:

    André hat Dir schon den Link gegeben in dem El Tiempo in der heutigen Ausgabe sehr wohl über die Äußerungen Marquez´ berichtet. Somit kann ich bestätigen, dass europäische und kolumbianische “Propaganda-Blätter” gleiche Themen berichten. Das mit den Fakten in den europäischen Blättern ist so eine Sache. Wenn wirklich drin stehen sollte, dass ” Ivan Marquez hat vernmeldet, das Ingrid Betancourt NICHT frei kommt!” muss ich die Übersetzung als falsch zurückweisen.

    Marquez sagte, dass der Überfall auf Reyes die laut der FARC, aber von der französischen Regierung nie bestätigten, laufenden Verhandlungen mit Frankreich über eine Freilassung Ingrids torpediert hätten und darüber hinaus Verhandlungen über weitere Geisel Austausche und eine Friedenprozess schwer verwundet (getroffen?) hätten:

    “Ya no habría encuentro con la delegación francesa para explorar la liberación de Ingrid. Habían muerto Raúl Reyes, algunos de sus guerrilleros y unos estudiantes mexicanos de visita en el lugar. Como dijo el comandante Manuel: “mataron a Raúl, e hirieron gravemente el canje de prisioneros y la paz”. ”

    Das Ingrid nicht frei kommt, steht da nicht drin.

    Falls Du den ganzen Text im Original-Laut lesen möchtest hier der Link:
    http://www.abpnoticias.com/index.php?option=com_content&task=view&id=139&Itemid=1

    Du kannst ihn ja der europäischen Presse übersetzen, damit die Fakten auch Fakten bleiben.

  28. 28 Miguel

    @Carlo:

    Welche Frage oder Fragen genau war oder waren Dummerhaft?

    “OHNE GEMEINSAM AKZEPTIERTE VERHANDLUNGSERGEBNISSE auch KEINE LÖSUNG GEBEN WIRD” sehr richtig. Aber gemeinsam setzt zumindest zwei Gesprächspartner voraus. Die Vorschläge der kolumbianischen Regierungen seit Pastrana kennen wir. Auf die Antworten der FARC warten wir noch heute

  29. 29 CARLO

    @Miguuel:
    “Warum wurde das Flugzeug zurück beordert? Weil Ingrid tot ist? Wo steht das? Oder weil der Pilot Heimweh oder kein Visum hatte? Oder weil die FARC sich nicht meldet und alles auf eine längere Wartezeit hindeutet, die es zu kostspielig macht, ein Flugzeug und Personal einfach irgendwo zum Warten abzustellen? Wo steht der Grund?”

    Ich hoffe Du schnallst es jetzt!

  30. 30 Miguel

    @Carlo
    Genau, die Frage ist wo der Grund für den Abzug der Maschine steht. Du stellst es so dar, dass Frankreich und alle Europäer wissen, dass Ingrid nicht mehr freikommt oder tot ist. Steht das so da?

  31. 31 CARLO

    @Miguel:
    Schade, aber ich habe jetzt einfach keine Lust mehr, auf dieser Ebene weiter zu diskutieren. Alles wesentliche zum Thema habe ich außerdem bereits, z.T. mehrfach, gesagt. Ich mag mich einfach nicht in irgenwelche Nebensächlickeiten verzetteln, also wie z.B. wie “die Katze um den heißen Brei herum reden”, eine klare Aussage zum Thema bewusst nicht machen und/oder schließlich “um Kaisers Bart von Pontius bis Pilatus, auf und ab und hin und her, zu diskutieren. Das bringt doch wirklich nichts(als allenfalls Schreibstress)und zwar für Keinen Beteiligten. Es geht außerdem im Augenblick in die mir ehrlich missfallende Richtung: “bewusst” mit vielen Worten nix gesagt haben”. Ich hoffe ich werde verstanden. Ich habe die Links außerdem zur Information(weil ich hier NICHTS der gleichen fand) gegeben, natürlich ohne Gewähr. Mir liegt die Geiselbefreiung und natürlich auch der erforderliche “gangbare Weg” dorthin sehr am Herzen, ohne dabei rechthaberisch sein zu müssen, ganz im Gegenteil. Nur die Wahrheit sollte schon die Wahrheit bleiben.

  32. 32 André

    So, ich habe nun noch mal nach “Fabrice Delloye” gesucht. So heißt der französische Ex-Mann von Betancourt, der durch seine Befürchtung Betancourt könne bereits tot sein eine Reihe von Artikel in deutschsprachigen Zeitungen ausgelöst hatte (siehe oben), in diesem Artikel steht nun seine Befürchtung auch in El Tiempo:
    Entratanto en Francia, el ex esposo de Íngrid Betancourt, Fabrice Delloye se mostró inquieto por la posibilidad de que el cambio de actitud del Gobierno colombiano sobre un eventual intercambio humanitario con las Farc, responda a la posibilidad de que Betancourt ya esté muerta.

    Ist aber nur in einem Nebenabschnitt erwähnt und keine Topstory. Wer es so auslegen möchte, dass sich die “freien” kolumbianischen Medien schweigen, bitte sehr. Wenn es weitere Nachrichten aus Europa gibt, die uns hier in Kolumbien verschwiegen werden, würde ich mich über einen kurzen Link freuen…

  33. 33 Gregor
  34. 34 Eva

    @ André

    Für Links zu europäischen (deutschsprachigen) Nachrichten zu Kolumbien (und Lateinamerika allgemein) empfehle ich dir:
    http://www.ila-web.de/lateinamerika/home.htm

  35. 35 Martin

    Eva

    die seiten sind schon sehr links gerichtet

  36. 36 Jens

    @ Alle

    Zur Info, hier zwei aktuelle Meldungen zum Thema Ingrid Betancourt.

    http://derstandard.at/?url=/?id=3288504

    http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/270/166791/

    Vom Inhalt nichts wirklich neues im Vergleich zu den Meldungen aus El Tiempo

  37. 37 CARLO

    Hallo Jens,
    aber vielleicht ist das ja etwas neues:

    http://derstandard.at/?url=/?id=3289172

  38. 38 Jens

    Hallo Carlo,

    danke für Deine Nachricht. Hast Du auch die Artikel unter “weiter lesen” gesehen? Sind einige sehr interessante dabei (z.B. Einfluss amerikanischen Militärs)

  39. 39 CARLO

    Hallo Jens,
    danke für den Hinweis:
    http://derstandard.at/?url=/?id=3289172
    habe ich erst jetzt gelesen, ist ja äußerst aufschlussreich. Junge, Junge, dass soetwas in einem angeblich souveränen demokratischen Land heutzutage möglich sein kann! Ja, da sträuben sich bei mir wirklich die Nackenhaare. Und dieser Artikel ist weder in Deutschland erschienen, noch von einem deutschen Autor geschrieben…stattdessen von einer noch wesentlich weiter entfernterin Inderin. In keinem Fall eine gute Werbung für Kolumbien!

  40. 40 Martin

    Carlo

    hier wurde gerade in den Nachrichten gesagt, dass er nicht beteiligt ist bei der freilassung

  41. 41 CARLO

    @Martin:

    dann wäre das hat Aussage gegen Aussage … außerdem ist meiner Einschätzung nach ein Priester nach sechs Messerstichen , aller Wahrscheinlich nach, eh nicht mehr verhandlungsfähig und muss gesundheilich zunächst wieder hergestellt werden, das kann lange dauern. Ich bin bin kein Katholik, aber mein Mitgefühl gehört diesem kolumbianischen Priester … in jedem Fall Schande über den heimtückischen Hasardeur und seine vermutlichen Hintermänner!

  42. 42 CARLO

    @Martin:

    dann wäre das halt Aussage gegen Aussage … außerdem ist meiner Einschätzung nach ein Priester nach sechs Messerstichen, aller Wahrscheinlichkeit nach, eh nicht mehr verhandlungsfähig und muss gesundheitlich zunächst wieder hergestellt werden, das kann lange dauern.
    Ich bin bin kein Katholik, aber mein Mitgefühl gehört diesem kolumbianischen Priester … in jedem Fall aber Schande über den heimtückischen Hasardeur und seine vermutlichen Hintermänner!
    (Korrektur)

  43. 43 Miguel

    Hier eine mögliche Interpretation der derzeitigen Ereignisse:

    1. Die kolumbianische Armee, weiß wo Ingrid und vielleicht andere Geiseln sind.

    2. Getreu der “humanitären Umstellung” wird die FARC-Gruppe, die die Geiseln hat in gebührenden Abstand umzingelt.

    3. Eine internationale Mission wird gerufen um die Geiseln zu befreien.

    4. Ein Vermittler (Piedad Cordoba) soll der FARC oder der Einheit, die Ingrid und andere festhält klar machen dass sie:

    4.a. Umstellt sind und Ingrid (plus andere) versorgen und freilassen müssen.
    4.b. Sich unter Justicia y Paz ergeben können oder freien Abzug garantiert bekommen

    5. Sie, falls sie Ingrid (und andere) nicht freilassen, diese stirbt/sterben, sie verantwortlich für den Tot der Geisel/Geiseln wären und es dann zu keinem ungehinderten Abzug kommen würde.

    Mit anderen Worten: da die FARC zu den Vorschlägen schweigt, sie über Anncol Frankreichs Sarkozy als naiven und rechten Kapitalisten beschimpften, werden sie nun zur Freigabe gezwungen.

    Dieser Plan scheint mir aus den Aussagen Uribes und Eladio Perez, sowie der sich abzeichnenden “Tatsachen-Schaffung” durch die humanitäre Mission hervor zu gehen

  44. 44 CARLO

    Die Realität erscheint mir, aufgrund eines unbedingt erforderlichen, aber nicht existenten von allen Seiten akzeptierten Plans, völlig anders und für die Geiseln wäre das natürlich wesentlich gefährlicher, ja eine Tragödie:
    Eine nicht mit der Farc abgesprochene Annäherung an Lager der Rebellen stellt laut Beobachtern allerdings ein erhebliches Risiko für Betancourt und die übrigen die Geiseln dar. Die Farc-Rebellen könnten die Mission für einen Befreiungsversuch halten und ihre Geiseln erschießen.

  45. 45 Miguel

    @Carlo,

    da hast Du recht, deswegen wird die Mission sich nicht zu den Lagern aufmachen, bevor die FARC oder die entsprechende Einheiten der FARC diesem zugestimmt haben. Dafür ist, denke ich, Piedad Cordoba von Sarkozy, sagt sie, aus einer laufenden Parlamentsdebatte abgezogen worden, dass sie der FARC klar macht, dass sie nur zwei Alternativen hat: Sie lässt Ingrid frei oder sie lässt Ingrid sterben. Und die zweite ist keine Option für die Mission.

    Ein gemeinsamer Plan ist immer gut, aber seit Jahren wartet die Gesellschaft Kolumbiens auf einen Vorschlag der FARC oder ihre Antwort auf die verschiedenen Vorschläge, nicht nur der kolumbianischen Regierung.

  46. 46 CARLO

    Ohne einen, wie bereits mehrfach von mir erwähnt, von allen Beteiligten gemeinsam verabschiedeten Plan wird also m.E. garnichts laufen. Es sei denn, irgendein Wunder geschieht. Die seit ca. sechs Wochen groß angekündigten und z.T. bekannten militärischen Operationen(einschl. deren Erfolge) der kol. Armee kann ich im Zusammenhang mit einer gewollten und aus humanitären angestrebten längst überfälligen Freilassung der Geiseln nur als eindeutig kontraproduktiv bezeichnen.

  47. 47 Martin
  48. 48 Miguel

    @Martin,
    nichts neues von der Seite, die erwartete Reaktion. Mal sehen, wie gut Granda seine heldenhaften Truppen kennt…

    amanecerá y veremos

  49. 49 CARLO

    @:
    Aber hier gibt es wirklich etwas interessantes nachzulesen, das ich zunächst nicht weiter kommentieren möchte, ich denke ein jeder kann sich auch so(vielleicht sogar besser) seine eigene Meinung bilden:

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27647/1.html

  50. 50 Martin

    Carlo

    warten wir ab bis alles auf dem tisch kommt. Du liest wohl gerne sehr linke presse?

  51. 51 CARLO

    @Martin:
    Themenschwerpunkt des Nachrichtentickers Heise.de ist die Informations- und Telekommunikationstechnik, darüber hinaus jedoch auch angrenzende Gebiete und gesellschaftliche Auswirkungen dieser Techniken. Er ist mit über 20 Millionen Besuchen (im Juli 2003[2]) der meistbesuchte deutschsprachige IT-Newsticker und gehört zu den erfolgreichsten deutschsprachigen News-Portalen.

  52. 52 Martin
  53. 53 CARLO

    Anscheinend greift jetzt doch Frankreichs Präsident Sarkozy als “Retter in der Not” persönlich ein:

    http://de.news.yahoo.com/ap/20080404/tpl-sarkozy-will-zur-rettung-betancourts-cfb2994.html

  54. 54 Miguel

    Die Meldungen sind nicht mehr eindeutig und werden nicht mehr korrekt wieder gegeben. Zur Erinnerung: Uribe bot die sofortige Freilassung von FARC-Kämpfer an, auch derer die eine Haftstrafe absitzen, wenn die FARC im Gegenzug die Geiseln freilassen.

    Granda sagt, es gäbe keine Freilassung ohne Gefangenenaustausch. Von der entmilitarisierten Zone redet er nicht. Gestern gab es noch Versionen, in denen Granda auch die Freilassung der in den USA sitzenden Sonja und Simón Trinidad forderte.

    Chavez soll Sarkozy gesagt haben, dass dieser mit Bush reden müsse, was die Bedingung “Freilassung Sonjas und Simons” bestätigen könnte.

    Heute wird Granda nur dahin gehend zitiert, dass es nur einen Austausch geben könne, keine Einseitige Freilassung. Wenn das so ist und Sonja und Simón keine Bedingung sind, dann würde diese Forderung eine Zustimmung des von Uribe angebotenen Austauschs.

    Hier tut sich noch viel

  55. 55 Jens

    @ Miguel

    Ich habe auch den Eindruck, dass im Moment jeder Journalist (hier und dort) seine eigene Interpretation der Ereignisse zu den Meldungen hinzugibt.
    So hatte ich gestern z.B. eine Meldung gelesen, in der behauptet wurde, dass FARC und Regierugn sich einig seien im Austausch der jeweiligen Gefangenen. Also muss jede Meldung jetzt nicht drei- sondern viermal gelesen und verlichen werden, damit man am Ende vielleicht doch noch ein halbwegs korrekten Eindruck der Geschehnisse erhält.

  56. 56 CARLO

    Das wird ja immer peinlicher, jetzt werden sogar schon diean der Befreiungsaktion Franzosen mit ihrem Rettungsflugzeug von der kol. Regierung am Weiterflug gehindert:

    http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3856&Alias=wzo&cob=338102

  57. 57 Miguel

    @Carlo:
    Kein Land der Welt lässt einen Flieger ohne Flugplan starten. Wenn Du nicht weißt wo Du landen wirst, dann startest Du auch nicht. Grundvoraussetzung eines sicheren Fluges. Auch die Chavez Flüge um die Geiseln abzuholen sind erst gestartet, als die Koordinaten und damit der Flugplan feststand.

    Die Flugpläne solcher Missionen sind für die Öffentlichkeit geheim, aber der Luftaufsicht bekannt

  58. 58 CARLO

    @Miguel:
    Der Flugplan war sehr wohl bekannt, wurde aber nicht genehmigt. Es geht und ging den Franzosen lediglich darum, bei der Freilassung von der schwerkranken Ingrid Betancourt dieser schnellstmöglich die erforderliche äztliche Hilfe leisten zu können.
    Es handelt sich um keinen Helikopterflug in den Urwald zu irgendwelchen Koordinaten, wie bei den früher durchgeführten IRK-Flügen. Außerdem wäre die französische Falcon für derartige Einsätze auch garnicht geeignet.

  59. 59 Martin

    Carlo

    hier gibt es doch etwas mehr information. Die Landepiste in San Jose ist um 300 m zu kurz.

  60. 60 Martin

    Carlo

    kannsy du mir mal bitte erklaeren, was jetzt wirklich passiert ist am 1.3. die linke Presse spricht einmal von Bomben und das andere mal von Misilen. Was ist jetzt richtig? sie scheinen sich nicht ganz einig zu sein. Ganz klare erkenntnisse!!

  61. 61 CARLO

    @Martin:

    Das ist ja echt n Ding, denn dann haben die Franzosen einen falschen(ungeeigneten) Flieger geschickt.

  62. 62 CARLO

    @Martin:
    Das kann ich Dir auch nicht erklären, denn ich war nicht dabei. Ich weiß nicht, was Du unter “linker Presse” verstehst. Ich bin stets bemüht, mir ein möglichst objektives Bild zu machen. Keinesfalls möchte ich mir ein rein subjektives Bild machen, egal ob von rechts oder von links, da diies dann über kurz oder lang eh keinen Bestand haben wird. Es gibt stets(theoretisch) nur eine Wahrheit, doch diese ist oft aufgrund mangelhafter oder falscher Informatiomsmöglichkeit in der Praxis mit Unwahrheiten belastet.
    Ich denke die Wahrheit über den 1.3. ist noch längst nicht aufgearbeitet, da vieles an Information widersprüchlich ist, was den Informationsfluss ausnahmslos aller Beteiligter betrifft. Ja, die von Dir angeführte “Bombengeschichte” ist auch widersprüchlich, deswegen werden die Amis(von Ecuador)ja auch schon mit ins Spiel gebracht. Tut mir leid, aber eine klare Beurteilung ist mir derzeit nicht möglich.
    Eine Frage, weißt Du vielleicht, was mit Luis Eladio Peres los ist? Habe ihn zuvor sehr bewundert, aber seit einigen Tagen ist er total abgetaucht. Echt mekwürdig, denn er ist doch ein leidenschaftlicher Verfechter und (Mit)Initiator dieses Geiselbefreiungs-Plans, der momentan zu scheitern droht.

  63. 63 Miguel

    @all:

    Ich bin überrascht, dass noch kein einziger Kommentar zu dem gestrigen Besuch des ELN Sprechers Galan bei Uribe gefallen ist. Warum? Ist diese Nachricht im Vergleich zu der Frage ob Ingrid freigelassen wird uninteressant? Die europäischen Medien berichten ja nicht drüber, also muß es nur eine lokale Randnotiz sein, oder Erfindung der kolumbianischen Propaganda-Presse. Oder passt sie einfach nicht zu dem Bild eines blutrünstigen Uribes und einer kriegsgeilen kolumbianischen Regierung die alles was links ist gleich umlegt?!

  64. 64 Jens

    @ Miguel

    ELN? Was is´n ELN? Spass beiseite. Du wirst doch nicht im Ernst erwarten, dass ein Francisco Galán, der allenfalls gelegentlich auf den Seiten der AG Friedensforschung der Uni Kassel in einer Zeile erscheint, hier eine Erwähnung wert ist.
    Sicher eine wichtige Nachricht für Kolumbien, aber nun haben die ELN auch keine Ingrid Betancourt, mit der sich ein in Not geratener frazösicher Präsident profilieren Könnte. Ich glaube nicht, dass es für Sarkozy um mehr geht, oder hat man schon vergessen, welche politische Einstellung er vertritt? Grüne oder alternative Politik haben ihn nie interessiert. Und Ausländer sowieso nicht (Ingrid ist ja immerhin auch Kolumbianerin). Ihre französiche Hälfte ist doch jetzt nur politisch opportun.
    So einen Trumpf hat die ELN doch keinesfalls vorzuweisen.

  65. 65 Jens

    @ Miguel

    Andererseits erwartete ich auch etwas mehr Begeisterung der Kolumbianer für den Marsch für die Entführten. Ist das Pulver schon verschossen? Ist da jetzt niemand mehr zu mobilisieren? Ich dachte, dass das Thema der Entführungen ein Hauptgrund für die Märsche vom 4F und 6M waren.
    Ist das nur ein Problem der Familien der Entführten?

  66. 66 Miguel

    @Jens

    Danke Jens, endlich mal etwas zu diesen beiden Ereignissen. ;)
    Zu dem Marsch heute: Kann ich Dir auch nichts sagen, außer Spekulationen, wie z.B. dass dieser Marsch im Gegensatz zu den ersten beiden nicht vom “Volk” ausging, sondern von Verbänden und Politikern ausgerufen wurde. Aber das ist nur ien Spekulation unter vielen.

    Zum ersten Thema: gut möglich, dass es nur für Kolumbianer interessant ist und sehr wahrscheinlich wissen in Europa viele gar nicht wer die ELN ist. Aber was alle “Experten” aus der Ferne wissen (???), ist das die kolumbianische Regierung nur Krieg mit links und Friede, Freude Eierkuchen mit rechts kennt.

  67. 67 Jens

    Hallo Miguel,

    Dieser Bericht gehört zwar nicht in diesen Blog, aber spiegelt auch einen wichtigen Aspekt des kolumbianischen Alltags.

    http://www.semana.com/wf_InfoArticulo.aspx?idArt=110678

    @ Martin

    Auch das ist eine traurige Wahrheit Kolumbiens (Wenn es nicht gerade Jounalisten sind, dann geht man auf Gewerkschafter los?). Inwiefern ein politisch motivierter Hintergrund eine Rolle spielt, ist angesichts der meist unbekannten Täter derzeit nicht sicher zu klären. Abwegig ist es aber nicht.

  68. 68 Martin

    Jens

    da hast du recht.

  69. 69 CARLO

    @Jens und Miguel:

    Der Grund für dieses auffallend wachsende Desinteresse an den Demonstrationen ist, denke ich mal, dass das kolumbianische Volk in seiner Gänze doch begriffen und bemerkt hat, das nur mit Demonstrationen alleine, nicht eine Geisel frei kommt. So schmerzlich das ist, aber es ist die Realität. Bei der Politik im Lande ist das nur allzu verständlich. Außerdem habe ich immer mehr den Eindruck gewonnen, dass es sich mehr um Events als um echte Demonstrationen oder Proteste handelt. Den betroffenen armen kranken Geiseln nützen die Demonstrationen außerdem praktisch nichts, sie fühlen sich auch weiterhin “vergessen”, im Dschungel bei ihren Peinigern “alleine gelassen“ und nicht eine kommt dadurch frei. Auch Herr Sarkozy, so befürchte ich , muß seine bisher (total) erfolglose Taktik ändern, wenn er nicht zuspät kommen will. Bin gespannt, denn in Frankreich ist sein politisches Ansehen doch schon recht angeschlagen und er muss „punkten“. Auch die erneute Forderung der FARC nach einem entmilitarisierten Gebiet erscheint mir natürlich so nicht durchsetzbar und auch nicht erforderlich. Alle Anzeichen deuten momentan auf ein ein totales Scheitern der Möglichkeit einer weiteren Freilassung von Geiseln, insbesondere der von der schwerkranken Ingrid Betancourt, hin. Aber die “Fäden” eines möglichen Erfolges einer Freilassung von FARC-Geiseln werden m. E. ganz woanders und kompetenter gesponnen. Wo? Das sollte eigentlich jeder wissen, ob er es nun wahrhaben möchte oder nicht und ich denke von daher, nicht näher darauf eingehen zu müssen. Momentan gilt am besten, einfach abzuwarten …
    Aber nun nochmals meine Frage: Wo bleibt nur der liebe Luis Eduardo Perez?

  70. 70 Jens

    @ Alle

    Kann Euch berichten, dass der Marsch von gestern auch hier wahrgenommen wurden. Habe soeben Nachrichten in N24 gesehen und da wurde über die Demonstration für die Freilassung der Geiseln berichtet. Die Rede war von “Zehntausenden”- Das ist ja für europäische und insbes. deutsche Verhältnisse auch eine beeindruckende Zahl. Der Bericht beschränkte sich auf die Darstellung der Gründe, es wurden einige Hintergründe zum aktuellen Geschehen erwähnt und keine kolorierte Wertung abgegeben. Alles in allem ein kurzer, sachlicher und informativer Beitrag.

  71. 71 Jens

    Und hier noch die Meldung in der Tagesschau

    http://www.tagesschau.de/ausland/demonstrationkolumbien4.html

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