Soeben (um 17:30 Ortszeit) hat die kolumbianische Regierung den Tod von Manuel Marulanda, besser bekannt als Tirfijo, bekannt gegeben. Manuel Marulanda ist der Gründer der FARC und nach wie vor der Führer der Guerilla Organisation. Nachdem letzte Woche erst die Kommandateurin der 47. Front - Karina - aufgeben hatte und die Nummer zwei der FARC, Raúl Reyes am 01. März gefallen war ist der Tod Tirofijos ein weiterer Schlag für die Guerilla Organisation. Laut der Regierung ist Tirofijo am 26. März 2008 gestorben, zur Todesursache wurden keine Angaben gemacht, zuvor gab es Gerüchte, dass Tirofijo unter Krebs leidet. Eine Reaktion oder Bestätigung von Seiten der Guerilla gab es noch nicht.
Es ist ein offenes Geheimnis: Um Erfolge im Kampf gegen illegale militarisierte Gruppen vorzuweisen, werden auch unschuldige Campesinos erschossen und als Guerilleros (schließt rechte und linke Gruppen ein) ausgegeben.
Wie die Zeitung El Tiempo heute auf ihrer Titelseite berichtet, stieg seit 2002 die Zahl der Campesinos, die durch das Militär ermordet wurden um sie dann als gefallene Guerilleros in der Erfolgsstatistik zu führen. Dies sei eine Folge des Drucks der militärischen Führung auf ihre Einheiten, Erfolge im Kampf insbesondere gegen die FARC vorzuweisen.
Die Zahlen sind erschreckend, nach Berichten von 187 Menschenrechtsorganisationen seien zwischen 2002 und 2007 insgesamt 955 Zivilisten getötet und später als gefallene Guerilleros präsentiert worden. Dies seien 60 Prozent mehr als in den 5 Jahren davor. Continue reading ‘Erschossene Campesinos als Guerilleros ausgegeben’
In den letzten beiden Tagen überschlugen sich die Ereignisse, hier eine kleine Übersicht:
- die kolumbianische Zeitschrift “Semana” veröffentlicht einen Artikel über die Machenschaften der inhaftierten Paramilitärs im Hochsicherheitsgefängnis in Medellin. Demnach betreiben die Inhaftierten vom Gefängnis aus weiterhin ihre illegalen Geschäfte, dazu tauchen Tonaufnahmen der Häftlinge auf (Quelle: semana.com)
In zahlreichen Online-Ausgaben deutscher Tageszeitungen ist heute davon zu lesen, dass der kolumbianische Staat 25 Tonnen Kokain beschlagnahmt hätte und dies die größte jemals in Südamerika sichergestellte Menge wäre. Woher die Info stammt ist schwer nachzuvollziehen, wahrscheinlich wurde bei den “ca. 20 bis 25 Tonnen” von denen der kolumbianische Verteidigungsminister gestern sprach einfach die sensationellere Zahl genommen? Jedenfalls müssen die Überschriften noch mal überarbeitet werden, denn es stellte sich heute heraus, dass es sich um 13,2 Tonnen Kokain handelt. Immerhin der drittgrößte Drogenfund in der Geschichte des Landes, nur zwei mal wurde eine größere Menge sicher gestellt: 15,1 Tonnen in 2005 und 13,8 Tonnen in 1984. Laut Angaben des Ministers ist das Kokain der FARC und dem Kartell “Norte del Valle” zuzuordnen.
Immer wieder sind wir auf der Suche nach aktuellen Nachrichten in Kolumbien gewesen. Kaum ein anderes Land weckt so viel Interesse, leider gibt es kaum ein Informationsangebot auf deutscher Sprache. Dieser Blog soll Abhilfe leisten mit aktuellen Nachrichten aus Kolumbien.
-> zum Impressum
Miguel am 19. August 2008: @Eddi: die cosa nostra zählt mehr als 10.000 Menschen und kontrolliert ganz Sizilien. Keiner bezeichnet sie als Bürgerarmee, wenn sie sich gegen den italienischen Staat wehrt. Die Meisten im Dienste der FARC sind... CARLO am 19. August 2008: @Eddi: Es ist wahr, daß die FARC große Teile Kolumbiens kontrolliert. Doch handelt es sich dabei momentan in der Regel um recht dünnbesiedelte und wirtschaftlich eher uninteressante Gebiete (z.B. der Dschungelregion).... Eddi am 19. August 2008: Wie oben bereits gesagt, ist es mir egal, ob nun “echter” Bürgerkrieg oder “nur normaler” Terrorismus, da die Begriffe ja an der Realität nichts ändern. Meiner Ansicht nach schließen sich die... nevado2107 am 18. August 2008: @marcus Im Grunde hast du Recht, schließlich ist es ja keine Dokumentation sondern ein Spielfilm. Vor allem muss der film(@Novarelo) auch nicht Botschafter des Landes sein. Aber anders als z.B. City of god (oder... Miguel am 17. August 2008: Falsch zitiert Eddi: 99,9% der Kolumbianer wollen diesen Krieg/Terror nicht, haben niemanden einen Krieg erklärt. 0,1 Prozent tragen diesen Krieg/Terror zu den restlichen 99,9%. Kinder zu rekrutieren ist regulären... CARLO am 16. August 2008: @Eddi: Die von Dir angeführten Beispiele entsprechen zwar leider der Realität, aber dennoch haben diese m.E. nichts direktes mit einem Bürgerkrieg zu tun. Keinesfalls lässt sich die Situation in Kolumbien zu einer... CARLO am 16. August 2008: Vielleicht doch ganz interessant zu lesen … ein Interwview mit “Dr.Aleman”, Schauspieler August Diehl: http://www.netzeitung.de/enter tainment/interviews/1123357.ht ml Eddi am 16. August 2008: Terror ist ein Bestandteil der Guerilla-Kriegsführung. Aber die Gewalt in Kolumbien nur auf Terror zurückführen zu wollen, bedeutet ein Schönreden der Situation. Vor einigen Monaten erzählte mir ein Freund, der...