Archiv für January 2007

Uribe schlägt zweite Wiederwahl aus

Alvaro UribeDas Thema heute in Kolumbien: “Möchte Präsident Uribe eine weitere (dritte) Amtszeit anhänger?”. Losgeschlagen wurde die Diskussion einem Mann aus der Wirtschaft “Julio Mario Santadomingo”, der aufgrund der guten Ergebnisse der zurückgelegenen Jahre eine dritte Amtszeit vom Präsident fordert. Unterstützt wurde die Forderung daraufhin von Senator Ramirez. Laut der (neuen) Verfassung darf ein kolumbianischer Präsident nur einmal wieder gewählt werden. Während seiner ersten Amtszeit wurde dies Dank der breiten Unterstützung im kolumbianischen Kongress erst ermöglicht, da bis dahin nur eine Amtszeit möglich war.

In einem Radiointerview bei Radio Caracol stellte der Präsident daraufhin klar, dass er nicht für eine dritte Amtszeit zur Verfügung steht:

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Kommentar: Warum auf einem Auge blind?

Unter dem Titel: Pakt zwischen Paramilitärs und Militärs in Kolumbien greift die SZ ein sehr aktuelles Thema auf jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/358123/-1 .

Der so genannte Para-Skandal weitet sich erwartungsgemäß aus. Jeden Tag werden weitere Politiker genannt, die mit den Paras paktiert haben sollen. Neu ist seit letzter Woche, dass auch der erste General genannt wurde. Dieser wurde beurlaubt, für die Zeit, während der die Untersuchungen gegen ihn laufen. Der Skandal zieht seine Kreise und wir Kolumbianer wissen, dass es noch viele treffen wird, denn ihre Namen sind schon seit langer Zeit offenen Geheimnisse. Aber nun verfügt man über das Material, um diese Leute juristisch anklagen zu können. Wir Kolumbianer heißen diese Anklagen gut.

Leider kommt das in dem SZ Artikel eher anders durch. “Die Politiker” wollten nicht zu viel Information preisgeben und “die Menschen” nehmen das so hin. Kolumbien, dass Land der Korrupten! Entweder sind die Leute direkt im Drogengeschäft oder sie sind eben korrupt.

Es ist richtig, dass viele Politiker, Militärs und Wirtschaftsleute mit den Paras zusammen gearbeitet haben. Zu viele! Aber es ist auch wahr, dass es viel mehr Politiker, Militärs und Wirtschaftsleute sind, die gegen die Paras sind und jetzt um Aufklärung suchen. Sonst wäre diese Aufklärungsarbeit nicht möglich. Warum kommt das nicht, in einem ansonsten guten Artikel? Weil es nicht zum Bild der so schön korrupten Kolumbianer passt? Lässt sich die Nachricht besser verkaufen, wenn man - igitt- auf dieses Drogenland zeigen kann, das sowieso nicht anders kann?

Es ist schwer für uns Kolumbianer als Gesellschaft die Auseinandersetzung mit den Paras und Guerillas und allen, die irgendwie davon gewusst und profitiert haben, zu führen. Wir, die uns dagegen wehren sind die Mehrheit. Es ist ein Unding, dass man uns in der deutschen und europäischen Presse nicht wahrnimmt. Solange das Ausland nur den kolumbianischen Drogenbaron und seinen Cousin, den korrupten kolumbianischen Bürger, Politiker, Militär sieht, so lange bleiben Solidarität-Kundgebungen nur Lippenbekenntnisse.

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Coca - das geht auch anders

Immer wenn der Sonnengott am Himmel strahlt, ehrt ihn Jose, aus dem Stamm der Paez-Indianer mit Cola-Sek, einer gelblich-braunen Brause. Ihr Geschmack ähnelt einer süßen Limonade aber ihre Rezeptur wird im gebirgigen Südwestens Kolumbiens gut gehütet. Nur so viel wissen wir: Die Brause wird aus Coca gewonnen und enthält keine künstlichen Süßstoffe.

Nach sechsjähriger Arbeit, haben die Paez-Indianer im November 2005 ihr Getränke zum erstenmal der Öffentlichkeit vorgestellt. Und die durchwegs positiven Reaktionen haben sie ermutigt, das Projekt nun auch kommerziell zu verfolgen. Cola-Sek soll weniger als 1000 Pesos ( € 0,38) kosten und, das ist den Paecen sehr wichtig, in Pfandflaschen vertrieben werden.

Natürlich ist die kolumbianische Regierung dagegen, versucht sie doch mit Hilfe der USA den Coca-Anbau zurück zu dämmen. Aber die Paez-Indianer halten dagegen: Die Sonnen-Coca, aus der sie auch Brot, Torten, Wein und Tee herstellen ist ein gesundes Nahrungsmittel. Und mit Hilfe der Sonne wollen sie den, für Indianerkulturen potentiellen Risiken westlicher Freihandelsabkommen entgegentreten und ihren Produkten einen Platz auf dem globalen Markt sichern.

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Paulaner Bier kommt nach Kolumbien

PaulanerWie die Zeitung “El Tiempo” berichtet, wird das Münchener Bier nun von der kolumbianischen Firma PHP Ltda. importiert. Zu kaufen gibt es das Bier in ausgewählten Restaurants und Kneipen, sowie im Carrefour. Carrefour? Das lasse ich mir nicht zwei mal sagen, es gibt einen ganz in meiner Nähe. Und so komme ich zur Ehre diesen netten Eintrag mit einem kühlen Paulaner abzurunden :)

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Maradona zu Besuch in Medellin

Maradona“Diego Armando Maradona zu Gast in Medellin”. Das durfte ich mir nicht entgehen lassen. Der argentinische Superstar war zum Abschied von Mauricio “Chicho” Serna gekommen. Einem Spieler aus Medellin, der jahrelang in Boca gespielt hatte, zeitweise an der Seite von Maradona. Doch von diesen großen Zeiten ist Maradona weit entfernt. Bei diesem Abschiedsspiel durfte fast jeder ein Tor schießen (das Spiel endete 5 zu 5), doch Maradona kam kaum über die Mittellinie hinaus. Ganz anders die alten kolumbianischen Stars. Rene Higuita machte einen seiner berüchtigten “Skorpione” und war noch in guter Form. Er wurde in der zweiten Halbzeit ausgewechselt, für ihn kam sein 14-jähriges Sohn, der auf dem Weg ist ein guter Torhüter zu werden. Valderrama spielte in der zweiten Halbzeit nicht mehr mit, tauchte aber bei den Fans auf der Tribüne auf, man sah nur einen Blondschopf ;-)

Fotos und Videos zum Spiel, sowie eine kleine Anekdote, wie ich ins Stadion kam gibt es hier…

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Eine Stadt - zwei Leben

Sandra Ramos ist eine gewissenhafte Buchhalterin. Sie bleibt oft länger, so lange bis die Tagesbilanzen stimmen. Erst dann tritt sie ihre Heimfahrt an. Daher ist sie oft unter den Kollegen, die erst weit nach Feierabend das Büro verlassen. Ihr Büro ist in einem modernen Hochhaus in der vierundneunzigsten Straße, im Norden Bogotas. Es liegt im Viertel „Chico“, wer hier wohnt oder seine Büros hat, gehört zu den gehobeneren Schichten. Heißt es. Sandras Heimfahrt dauert an guten Tagen eindreiviertel Stunden. Wenn viel Verkehr ist, oder Regen manitas.jpgdie Straßen überflutet da, kann sie auch mehr als zwei Stunden dauern. Sandra wohnt in Cazuca. Viele im Chico oder anderen noblen Vierteln Bogotas wissen nichts mit diesem Namen anzufangen. Cazuca – das ist eine andere Welt. Eine Welt ohne richtige Straßen, ohne Wasser – und Stromversorgung, ja oftmals ohne richtige Häuser.

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Fussball: Kolumbien-Argentinien 2:1

Ich moechte Euch auf keine Fall mit Fussballergebnissen langweilen, das was ich gestern gesehen habe beim Spiel der Suedamerika Meisterschaften der Unter 20-jaehrigen gesehen, war schon klasse. Kolumbien lag gegen die favorisierten Argentinier trotz guten Spiels nach 45-Minuten 0:1 zurueck. Continue reading ‘Fussball: Kolumbien-Argentinien 2:1′

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Sportnews, ein Kolumbianer in Deutschland

Endlich ist es wieder einmal soweit. Mainz 05, in extremer Abstiegsgefahr, hat mit Elkin Soto, einen 28-jaehrigen kolumbianischen Fussballnationalspieler gekauft. Elkin Soto hatte massgeblichen Anteil am Sieg vom Once Caldas in der Copa Libertadores vor 2 Jahren, der suedamerikanischen Version der Championsleague. Druecken wir ihm die Daumen, dass er es schafft, sich in der Bundesliga durchzusetzen. Soto gilt als intelligenter, technisch und taktisch geschulter Spieler, der dem Offensivspiel Mainz sicher weiterhelfen kann. Es wird abzuwarten sein, in wie weit er sich an die deutsche Mentalitaet gewoehnt. Der letzte starke Spieler, den es nach nur 1 Jahr (das war aber recht erfolgreich) wieder wegzog, war “el tren Valencia”, der Bayern Muenchen vor mehr als 10 Jahren mit 11 Toren in nur 26 Spielen zur Meisterschaft schoss. Bei Wacker Burghausen gibt es uebrigens auch noch einen vielversprechenden Kolumbianer. Es ist der erst 19-jaehrige Stuermer John Jairo Mosquera.

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