Tag-Archiv für 'Umwelt'

Bogota-Fluss ein Allmende-Problem

Viele bedeutende Städten der Welt zählen Brücken zu ihren Sehenswürdigkeiten, deren Vergangenheit ohne Zweifel mit der Geschichte eines Flusses verbunden ist. Die Gründung der Hauptstadt Kolumbiens, Bogota hat mit Bächen zu tun, die in den Bergen östlich von der Stadt ihre Quelle haben und zur Wasserversorgung in der Kolonialzeit, aber auch bis Anfang des letzten Jahrhunderts dienten. Ein Beispiel dafür ist “el chorro de Quevedo” im Kolonialbezirk “La Candelaria” im Stadtzentrum, einen Bezirk dass man auf jeden Fall besuchen sollte. Doch heute fließen die meisten dieser Bäche unterirdisch und leiten die Abwässer der Stadt in den Fluss Bogota.

Er ist der größte Fluss der Hauptstadt, der eher als natürliche Grenze zwischen Stadt und Land in der hochgelegenen Savanne verstanden wird als Teil der Stadt zu sein. Er fließt zu weit westlich der Stadt und stinkt!
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San Andres wieder ein Grenzproblem Kolumbiens?

San Andres InselMitte März 2008 erklärte der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega, 200 nautischen Meilen als spezielle ökonomische Fischfangzone für sein Land. Damit wird der gewöhnliche Meridian 82, die Meergrenzzone die seit 1928 im Vertrag Esguerra-Barcenas zwischen Nicaragua und Kolumbien vereinbart wurde überschritten.

Überdies hatte sich in Dezember 2007 der Internationale Gerichtshof in Den Haag zum ersten Mal angesichts den Antrag von Nicaragua geäußert, sechs Jahre nach dem Nicaragua die Souveränität über die Inseln von San Andres, Old Providence und Santa Catalina im Jahr 2001 bei ihm verlangte und damit den Vertrag von 1928 für nichtig erklärte. Der Internationale Gerichtshof erklärte sich zuständig in diesem Fall, bestätigte die Gültigkeit des Vertrages von 1928 im Sinne der kolumbianischen Souveränität über den Archipel, lehnte aber den 82en Meridian als Meeresgrenze ab, ohne sich endgültig über die ökonomische Meeresgrenzzone zwischen beiden Ländern zu äußern.
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100.000 neue Bäume für Bogotá

ManitasMit Hilfe des Botanischen Gartens in Bogota und des Umweltministeriums werden in den folgenden 4 Jahren 100.000 neue Bäume in der Hauptstadt Kolumbiens gepflanzt.

Vor allem die Viertel Usme, Suba und Ciudad Bolivar sollen von diesem Projekt gefördert werden. Diese relativ farblosen Viertel (mit einer hohen Bevölkerungsdichte) werden mit Wachspalmen, Zedern, Erlen, Eichen usw. begrünt, um den Baumbestand in Bogota zu erweitern und eine Verbesserung der Umwelt zu erreichen.

Die Erweiterung der “grünen Lunge” ist dringend notwendig, denn der Index - Anzahl der Bäume pro 7 Einwohner - ist mit 1 Baum längst nicht genug, gefordert werden 3.

In Manitas (Teil Ciudad Bolivars) hat der Botanische Garten bereits ein Projekt begonnen - der Anbau von Gemüse und Obst auf einer kleinen Fläche. Auch die Fundación Exito Verde - eine Umweltstiftung mit Sitz in Bogota - arbeitet in Manitas. Mehr über das Projekt könnt Ihr hier erfahren.

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Sterbende Korallen in der Karibik

San Andres InselnSind Sie schon einmal in der Karibik gewesen? Würden Sie etwas gegen die sterbenden Korallen in dieser Region tun?

Im Fall des kolumbianischen Archipels San Andres und Providencia reicht es nicht, dass er im Jahr 2000 von der Unesco zu einem MAB (Man and Biosphere) Reserve erklärt wurde. Das Seaflower Reserve, wie es genannt wird, ist das größte Meerreservat der Welt mit 300.000 qkm (57 qkm davon entsprechen der Landesoberfläche) und stellt heutzutage eine große Herausforderung dar: ein Beispiel nachhaltiger Entwicklung widerzuspiegeln. Continue reading ‘Sterbende Korallen in der Karibik’

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Ist der Drogenkampf Teil des Teufelskreises?

Drei Züge charakterisieren das Gesicht der letzten drei Jahren vom Kokaanbau in Kolumbien: Die Zersplitterung, die Verschiebung und die Reduktion einzelner Anbaugebiete.

Kokaanbaugebiete im Jahr 2003. Autoren SIMSI/UNODCDie Zersplitterung, weil immer neue Parzellen mit Koka angebaut werden: Nach Angaben vom Kontrollsystem illegaler Anbau in Kolumbien (SIMSI), fand zwischen 2003 und 2004, 62% des Kokaanbaus in neuen Anteilen statt. Die Verschiebung, weil die Anbauorten in neuen Departamenten (23 der 32 in Kolumbien) findbar sind. Die Reduktion, weil in den letzten Jahren die Parzellen etwa 25% kleiner wurden: Im Jahr 2005 waren sie 1,13 ha während im Jahr 2006 sie nur 0,85 ha gross waren.

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Tier- und Pflanzenschmuggel unaufhaltsam

TukanNeulich hat die Polizei 136 Tiere in einem Haus in der Nähe des internationalen Flughafens von Bogota gefunden und beschlagnahmt. Man wollte sie im Ausland schmuggeln. Die meisten davon waren Vögeln: Tukanen, Araras, Papagaien und Toches. Ein kleiner Tiger und zwei Eichhörnchen waren auch dabei.

Nach Angaben des kolumbianischen Umweltministeriums hat man in diesem Jahr bereits 2.500 verschiedene Tiere beschlagnahmt. Die Situation ist jedoch trauriger wenn man denkt, dass die Mehrheit dieser Tieren während des Transports an Hunger und Durst leiden müssen und sterben. Daher werden so viele auf einmal geschmuggelt, um mindestens 10% davon im schwarzen Markt zu verkaufen.

Cattleya Trianae, die Blume KolmbiensÄhnlich passiert mit den Pflanzen. Zum Beispiel die Orchideen: in Kolumbien wächst 10% der ungefähr 3.500 Orchideenspezies der Welt. Obwohl Orchideen bereits seit einigen Jahrzehnten in Vitro vermehrt werden (in Kolumbien vor fünf Jahren) sind nach Angaben des Botanisches Gartens von Bogota in den letzten zwei Jahren mehr Orchideen beschlagnahmt worden als in den fünf Jahren zuvor. Ziele dieser Pflanzen: Japan und Europa!!

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Die Stunde des Recycling

Exito VerdeAm 3. Dezember fällt der Startschuss für die Operation Recycling in Bogota. Ein Meilenstein in der Geschichte der kolumbianischen Abfallentsorgung?

Die Idee ist es, dass ab diesem Stichtag alle Haushalte ihren Müll trennen. Dieser wird einmal in der Woche von der Müllabfuhr abgeholt (ruta selectiva) und zu der entsprechenden Recyclingstelle gebracht. Was für mich als Deutsche ganz normal erscheint – das Trennen von Müll nach Papier, gelber Sack etc. - hört sich hier im ersten Moment leichter an als es meiner Meinung nach wird.

Umweltschutz was ist das? Immer noch werfen viel zu viele Menschen ihren Abfall auf die Straße oder in die Flüsse. Laut einer Aussage von der Tageszeitung „El Tiempo“ landet der Müll von 56 % der urbanen Bevölkerung (urbane Bevölkerung = 60 % der Bevölkerung Kolumbiens) in der Landschaft und 5 % in den Flüssen. Dies verursacht diverse Probleme für die Umwelt: Von Verschmutzung über verstopfte Abwasserkanäle bis hin zu gesundheitlichen Probleme der Bevölkerung. 5 Jahre “Erziehung” wurden benötigt, um den Menschen beizubringen, dass sie an drei Tagen in der Woche, an denen die Müllabfuhr kommt, ihren Müll rausstellen sollen. Und nun soll in wenigen Wochen ein Bewusstsein für Recycling erreicht werden?!

Die Fundación Exito Verde beschäftigt sich nun schon seit 6 Jahren mit dem Thema Recycling und weiss von den Problemen rund um das Thema - esonders über die Langfristigkeit einer Bewusstseinsveränderung in Bezug auf Umweltaspekte.
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Hat Bogota die modernste Deponie Lateinamerikas?

Genau vor zehn Jahren sind etwa 800.000 Tonnen Müll und Sickerwasser aus der einzigen Deponie Bogotás, Doña Juana, im Süden dieser Stadt ausgelaufen. Die grösste Umweltkatastrophe der Hauptstadt Kolumbiens, wie es noch bezeichnet wird.

Nur wenige Meter entfernt von der 450 ha grosse Deponie sind arme Vierteln der Stadt zu finden, die unregelmässig und ununterbrochen gebaut werden. Dort hatten sich die Menschen an die unangenehme aber angeblich noch umweltverträgliche Gerüche der Deponiegasen gewöhnt. Nach dem Vorfall, den sie am Anfang nicht verstanden, mussten sie ihre Häuser verlassen. In den nächsten Tagen und Monaten war der unangenehme Geruch in grossen Teilen der Stadt unvermeidlich spürbar, dennoch sind die Bewohner des Stadtteils zurück zu ihren Häuser gekehrt und verlangten beim Bürgermeisteramt Entschädigung wegen ihr Wohnsitz und der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit.
Heute, zehn Jahre nach dem Ereignis haben sie noch kein Schadenersatz bekommen, obwohl das Verwaltungsgericht von Cundinamarca (Departament wo Bogota liegt) ihr Antrag auf Entschädigung neulich akzeptierte. Der Stadtsamt hat ihm unmittelbar bestritten.
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Koka- oder Ölpalmen anbauen - einer Frage der Ökologie

Aus Kolumbien das “Südarabien des Biodiesels” im Jahr 2020 zu machen ist weder aus ökologischer noch aus nachhaltiger oder sozialer Sicht verträglich. Das rasche Wachstum von Ölpalmfelder in Kolumbien, von 188.000 Hektar in 2003 bis mehr als 270.000 im Jahr 2007, zeichnet den Pragmatismus in der Landwirtschaftspolitik von Uribe, die u.a. Argumente der Ersatz von Kokaanbaugebiete und Arbeitsmöglichkeiten für die “Reinsertados” darlegt.

Kolumbien ist das erste Produzent von Palmöl in Südamerika und der vierte in der Welt. Viele glauben die Herstellung von Biodiesel aus Palmöl ist die zukunftsträchtige Wachstumsalternative des Sektors. Inzwischen ist sie zur Zeit subventioniert und durch Begünstigungen gegenüber das Benzin gefördert. Die Paradoxe für die ich noch keine zufriedenstellende Antwort gefunden habe, ist das beide, Koka- und Ölpalmanbau Monokulturen sind, die wegen ihrer Industrialisierung –legal oder nicht- breite Gebiete auslaugt. Daher ist das Etikett von “Bio” bedenklich, wie kolumbianische Umweltexperte argumentieren, weil auch andere ökologisch bedeutende Gebiete der tropischen Wälder an der Pazifikküste (der Hot Spot Chocó Biogeográfico), der Karibikküste, und den östlichen Savannen von dieser Entwicklung betroffen sind oder werden.

Internationale Organisationen sind über die versprechende Zukunft des Biodiesels gelockt: sie bieten finanzielle Unterstützung an, wie am Beispiel eines Megaprojekts in den östlichen Savannen im Departament Meta, die 3 Millionen Hektar mit Ölpalmfelder und einer Art karibischen Nadelbäume vorsieht. Zusätzlich steht die andere charakteristische Dimension der Nachhaltigkeitsproblematik, die in Kolumbien und andere Entwicklungsländern grosse Bedeutung findet: die soziale Dimension, die nicht unmittelbar von Akzeptanz und technischen Risikos handelt, sondern von sozialer Gerechtigkeit, Nahrungssicherheit und Menschenrechte.

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