Tag-Archiv für 'Geiseln'

Ingrid Betancourt frei

Ingrid Betancourt
Unfassbar! Während ich diese Zeilen schreibe, erklärt Kolumbiens Außenminister Santos, dass 15 Geiseln befreit worden seien. Unter ihnen Ingrid Betancourt und die drei amerikanischen Staatsbürger! Sollte das sein? Kann das sein? Zu lange warten wir schon auf die Freiheit der Geiseln. Es fehlen noch viele, aber gerade Ingrid war zur Symbolfigur geworden und viele sahen sie als diejenige, die wegen ihrer politischen Bedeutung als letzte frei kommen würde. Die Möglichkeit, dass über ihren Tod während der Geisel-Haft berichtet werden würde, war uns allen stärker vor Augen, als über ihre Freiheit zu lesen.

Es ist im Augenblick unmöglich, auf die Seiten des El Tiempo oder anderen Medien zu kommen und uns die Meldung, die fast zu schön ist um wahr zu sein, schriftlich bestätigen zu lassen. Viele Fragen kommen auf, vor allem da es sich um eine militärische Aktion zu handeln scheint. Sobald wir mehr wissen, werden wir darüber berichten. Im Moment “nur” dies: Ingrid ist frei!

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Vier weitere Geiseln frei

Gloria Polanco, Orlando Beltrán, Luis Eladio Pérez und Jorge Eduardo Géchem, 4 ehemalige Abgordnete kehrten heute zurück in die Zivilisation. Nach 6 bzw. 7 Jahren in Gefangenschaft im kolumbianischen Urwald werden die vier heute ihre erste Nacht nach langer Zeit in einem richtigen Bett verbringen.

In den letzten 15 Tagen sind die Abgeordneten 230 km bis zum Ziel der Übergabe gelaufen. Anders als sonst - angekettet und barfuß - durften sie diesen freudigen Marsch mit Stiefeln und guter Verpflegung antreten.

Gesundheitlich sind alle soweit wohl auf, litten aber während ihrer Gefangenschaft an diversen Krankheiten, die nicht behandelt werden konnten. Die ehemaligen Geiseln berichteten über den Gesundheitszustand von Ingrid Betancourt, die sie Anfang Februar das letzte Mal sahen. Sie sei in sehr schlechter Verfassung.

Endlich in Caracas angekommen, konnten die vier endlich ihre Familien wieder in die Arme schliessen. Gloria Polanco war vor 7 Jahren mit ihrem Mann und ihren 3 Söhnen verschleppt worden. Ihr Mann kam im Gefecht ums Leben und ihre Kinder wurden nach 3 Jahren gegen eine Lösegeldzahlung freigelassen. Sehr emotional war dem enntsprechend das Wiedersehen der Söhne mit ihrer Mutter Gloria. Die Schicksale, die hinter jedem einzelnen Gefangenen stecken, kommen auch bei dieser Freilassung deutlich heraus. Kinder, die ihren Vater nicht kennen, Väter, die plötzlich Opas sind ….

Hinter den emotionalen Aspekten gibt es aber auch neue Fakten. Die Farc gab bekannt, dass es keine weiteren Freilassungen geben wird, solange die kolumbianische Regierung nicht auf die “zona de despeje” - Austauschzone eingeht. Die Guerilla Gruppe möchte in 2 besiedelten Gebieten (Pradera und Florida) eine entmilitarisierte Zone für 45 Tage einrichten.

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Farc entführt 6 Touristen

Am gestrigen Sonntag, dem 13.01.08 Entführten die FARC sechs Touristen (ein Norweger und 5 Kolumbianer) in der Bucht von Utria. Die Gruppe von 19 Menschen, von denen die FARC 13 laufen ließ, befand sich in der Nähe von Morromico, das als ein ideales Tauchgebiet gilt. Leider ist in dieser Gegend, im Gegensatz zum ca. 80 km weiter südlich liegendem Nuqui, kaum oder nur wenig Militär präsent. Zudem hatte die Gruppe sich nicht beim Militär gemeldet und ist damit nicht ihren Anweisungen gefolgt (sich in nicht-sicherem Gebiet ohne Anmeldung zu bewegen).

Da das Gebiet um Nutria wenig bekannt ist, wird das sich südlich davon befindliche und weit aus bekanntere Nuqui oftmals als geografische Referenz genannt.

Nach der riesigen Freude um die Freilassung zweier langjähriger Geiseln durch die FARC letzte Woche und die Hoffnung auf ein Wandel in der Haltung der FARC ist dies für alle Kolumbianer ein katastrophaler Rückschlag.

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Freilassung der Geiseln endlich in Sicht?

Ist nach wochenlangem Hin und Her endlich die Freilassung von Clara Rojas und Consuelo Gonzales in Sicht?

So eben ist in der Online-Ausgabe der Tageszeitung “El Tiempo” die Verkündung von Hugo Chavez zu lesen, die Koordinaten der beiden Geiseln seien durchgegeben worden. Die beiden Frauen könnten also spätestens morgen vormittag mit Helikoptern abgeholt werden.

Glauben werden das sicher die Meisten erst, wenn wir die Geiseln tatsächlich im Fernsehen oder in der Zeitung sehen. Wir hoffen, dass es dieses Mal keine weitere Zereissprobe für die Angehörigen wird, sondern dass der morgige Tag die Bilder bringt, die sich alle erhoffen!

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Freilassungen vor dem Abbruch?

In den letzten Minuten haben sich die Ereignisse überschlagen. In Caracas verlas Chavez ein Schreiben der FARC, in dem die FARC ankündigte, dass die Freilassung derzeit nicht möglich ist. Die FARC macht zwei Gründe dafür verantwortlich:

  1. das Wetter ließ die Freilassung nicht zu
  2. (Korrektur: das stand nicht im neuen Schreiben, wurde aber zuvor genannt)

  3. die kolumbianische Armee hat die Kampfhandlungen im Gebiet der Geiseln intensiviert, dies macht eine Freilassung nicht möglich

Fast zeitgleich gibt Alvaro Uribe eine Pressekonferenz:

Alvaro Uribe

Ich habe Alvaro noch nie so aufgeregt gesehen wie in diesem Augenblick. Er schreit förmlich in das Mikrofon. Seine Themen:
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Letzte Nachrichten zur Freilassung

Für alle, die aus erster Hand informiert werden möchte, bietet sich der Life-Stream an, einem Nachrichtensender mit Sitz in Caracas (weitere Infos zu Telesur).

Update 27.12.2007
Ganz Kolumbien blickt gespannt auf Villavicencio. Es ist noch unsicher, ob die Freilassung der Geiseln noch heute klappt wie gestern verkündet. Bislang sind keine venezolanischen Flugzeuge/Hubschrauber über die Grenze nach Kolumbien geflogen. Die Angehörigen der drei Geiseln reisen in wenigen Stunden nach Caracas, so dass sie für das evtl. Eintreffen heute Abend in Caracas anwesend sind. Die Vertreter der vermittelnden Staaten Argentinien und Brasilien meinen, dass die Operation erst morgen statt finden würde. Sobald es Neuigkeiten gibt werden wir an dieser Stelle darüber berichten.

Update 28.12.2007
Gestern gab es keine weiteren Neuigkeiten bis auf die Tatsache, dass die kolumbianische Regierung zur Bedingung macht, dass die Operation bis Sonntag Abend abgeschlossen ist. Nach neuesten Informationen sollen die Hubschrauber und Flugzeuge der venezolanischen Armee um 15 Uhr Ortszeit vom venezolanischen Flughafen Santo Domingo abfliegen nach Villa Vicencio. Die Angehoerigen der Familien sind mittlerweile in Caracas eingetroffen, die internationalen Beobachten, darunter Argentiniens ehemaliger Praesident Nestor Kirchner werden mit einem Flugzeug nach Villa Vicencio gebracht. Auch ist heute bekannt geworden, dass Oliver Stone in Venezuele eingetroffen ist mit dem Ziel ein Film ueber die Freilassung zu drehen.
Soeben hat das Rote Kreuz gesagt, dass es auch heute nicht zur Freilassung kommen wuerde. Allerdings sollen die venezolanischen Maschinen dennoch heute in Villavicencio eintreffen.

Update 29.12.2007
Leider gibt es so gut wie keine Nachrichten gab es heute. Chavez liess verkuenden, dass die Freilassung nun erst morgen oder uebermorgen stattfinden wird. An diese Abkuendigungen muessen wir uns gewoehnen, zuerst wurde von einer Freilassung vor Heiligabend gesprochen. Am Nachmittag sind die internationalen Beobachter in Villavicencio eingetroffen, auch an Board war Piedad Cordoba. Nun heisst es weiter abwarten… Dennoch wird von niemanden gezweifelt, dass es zur Freilassung kommen wird, zu gross ist der Druck auf Chavez und auf die FARC ihr Wort zu halten.

Update 30.12.2007
Auch heute keine News. Als wenn es darum ging die Hundertschaften von Journalisten wenigstens eine Kleinigkeit Neues zu geben, flogen heute zwei weitere Hubschrauber in Villavicencio ein. Alles deutet daraufhin, dass es auch heute nicht zur Freilassung kommen wird.

Update 31.12.2007
Heute morgen ist um eta 8 Uhr der venezolanische Außenminister in Villavicencio gelandet. Auch mit im Flugzeug: die Frau eines ehemaligen Gouverneurs, der auch in den Händen der FARC ist. Derzeit gibt es aber keine offiziellen Auskünfte zum Besuch, so dass weiter nur spekuliert werden kann… Soeben hat der kolumbianische Präsident angekündigt nach Villavicencio zu reisen um der internationalen Delegation persönlich zu sprechen.

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Freiheit durch europäischen Druck?

Nachdem zu Beginn der Woche Lebensbeweise einiger Geiseln der Farc, darunter Ingrid Betancourt, in Form von Videos aufgetaucht waren, schaltete sich gestern der französische Präsident zum wiederholten Male ein. Ein Brief, den die ehemalige Präsidentschaftkandidatin an ihre Mutter geschrieben hatte, machte sehr deutlich, wie schlecht es ihr geht: “Eine Frau dem Tod gefährlich nah” beschrieb Sarkozy Ingrid Betancourt, als er den Chef der Farc Manuel Marulanda alias “Tirofijo” ermahnte sie freizulassen. Sein Ziel, so betonte er, sei es aber alle Geiseln aus den Händen der Farc zu befreien.

Im Kampf für eine humanitäre Lösung stärkte auch die Europäische Union Sarkozy und Alvaro Uribe den Rücken. “Mit großer Hoffnung auf die Befreiung aller Geiseln blicken wir auf die Kooperation zwischen Frankreich und dem kolumbisnischen Präsidenten…. und beglückwünschen Uribe zu seiner Entscheidung die Initiative im Hinblick auf dieses Ergebnis immer wieder zu ergreifen.”

Die Farc hatte eine Antwort für Sarkozy schon bereit. Das Problem alleine sei Uribe, der nicht an einer humanitären Lösung interessiert sei. Seine Vision sei die gewaltsame Befreiung der Geiseln, wie ja schon der Tod der 11 Abgeordneten zeigen würde. (Diese wurden im Sommer von der Farc erschossen - nach Aussagen der Guerilla-Gruppe aufgrund eines militärischen Angriffs -von dem außer der Farc niemand weiss!) Die Farc weicht von ihrer Forderung eines entmilitarisierten Gebietes nicht ab.
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Ingrid Betancourt - Lebensbeweise der Geiseln

Ingrid BetancourtIn einem Kommuniqué teilte der kolumbianische Friedenskommisar Restrepo gestern Abend mit, dass drei Guerilleros festgenommen worden waren. Bei sich trugen sie fünf Videos auf denen mehrere der, von der FARC als austauschbar bezeichneten Geiseln zu sehen sind. Unter ihnen sind die französisch-kolumbianische Staatsbürgerin Ingrid Betancourt (ehemalige Präsidentschaftskandidatin), drei amerikanische Staatsbürger und mehrere Angehörige der kolumbianischen Streitkräfte. Sie gehören zu dem kleinen Kreis der 45 von den mehr als 750 über Jahre festgehaltenen Menschen, die FARC im so genannten “humanitären” Austausch gegen 500 inhaftierten Guerilleros frei zu lassen gedenkt.
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Durchbruch oder Ende der Verhandlungen?

Vieles Neues lief vor ein paar Minuten über den Nachrichtenticker. Zuerst meldete sich Hugo Chavez aus Paris zu Wort. Bei dem Treffen der Staatschefs in Santiago letzte Woche hätte Uribe dem venezolanischen Präsidenten die Bereitschaft erklärt sich mit Marulanda treffen zu können. Das schien ein Durchbruch. Uribe soll sich mit Marulanda treffen, kaum vorzustellen? Hatte Uribe das wirklich gesagt?

Kurz darauf kam die Stellungnahme der kolumbianischen Regierung die live in den Nachrichten von Friedensverhandler Carlos Restrepo durchgegen wurde. Die Punkte:
1) Uribe habe Chavez tatsächlich die Bereitschaft erklärt sich mit Marulanda an einen Tisch zu setzen, falls zuvor die Geiseln von der FARC frei gelassen werden würden
2) Uribe betont seine Politik der “demokratischen Sicherheit”, ein Massaker, wie es den Politikern der Union Patriota in den 80ern erging war damals nur möglich, da der Staat zu schwach war die Politker zu schützen. Im heutigen Kolumbien könnte sich ein solches Massaker nicht wiederholen
3) Er gibt zum ersten mal eine Deadline vor: bis zum 31.12.2007 hat Hugo Chavez Zeit zwischen FARC und der kolumbianischen Regierung zu vermitteln

Nachdem Chavez behauptet hat, Uribe wäre bereit sich mit Marulanda zu treffen schien es ein Durchbruch zu geben. Aus meiner Sicht wurde Uribe mit der Nachricht überrumpelt, eine gute Kommunikation hatte es nie zwischen Chavez und Uribe gegeben. Um sich nun einigermaßen elegant aus der Situation zu befreien ohne die Behauptung Chavez direkt zu widersprechen versucht Uribe nun mit einer Deadline aus dem internationalen Politikspiel mit Chavez zu entkommen, den er mittlerweile wohl nicht mehr berechnen kann.

Für die Angehörigen der Geiseln liegen Hoffnung und Frust an diesem Tag wieder ganz beisammen. Piedad Cordoba, die sich auch in Paris befindet meint der weilen, dass vielleicht schon morgen die Überlebensbeweise der Geiseln vorliegen, vielleicht aber auch erst in einer Woche. Wie interpretiert ihr die Geschehnisse von heute?

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Endlich: Treffen Chavez - FARC in Caracas

Marquez, Chaves & Cordoba

Eigentlich schon für den 08.10.07 vorgesehen, fand heute das lange erwartete Treffen zwischen Venezuelas Präsidenten Hugo Chavez und einem Vertreter der FARC in Caracas statt. Es gab Bilder für die Presse (gut, weil schon Stimmen aufkamen, dass es dieses Treffen gar nicht gegeben hätte, es viel mehr ein Propagandazug von Chavez gewesen sei um von seinen innenpolitischen Problemen ab zu lenken) und die Absichtserklärungen sich bald mal richtig zu treffen.
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