Aus Kolumbien das “Südarabien des Biodiesels” im Jahr 2020 zu machen ist weder aus ökologischer noch aus nachhaltiger oder sozialer Sicht verträglich. Das rasche Wachstum von Ölpalmfelder in Kolumbien, von 188.000 Hektar in 2003 bis mehr als 270.000 im Jahr 2007, zeichnet den Pragmatismus in der Landwirtschaftspolitik von Uribe, die u.a. Argumente der Ersatz von Kokaanbaugebiete und Arbeitsmöglichkeiten für die “Reinsertados” darlegt.
Kolumbien ist das erste Produzent von Palmöl in Südamerika und der vierte in der Welt. Viele glauben die Herstellung von Biodiesel aus Palmöl ist die zukunftsträchtige Wachstumsalternative des Sektors. Inzwischen ist sie zur Zeit subventioniert und durch Begünstigungen gegenüber das Benzin gefördert. Die Paradoxe für die ich noch keine zufriedenstellende Antwort gefunden habe, ist das beide, Koka- und Ölpalmanbau Monokulturen sind, die wegen ihrer Industrialisierung –legal oder nicht- breite Gebiete auslaugt. Daher ist das Etikett von “Bio” bedenklich, wie kolumbianische Umweltexperte argumentieren, weil auch andere ökologisch bedeutende Gebiete der tropischen Wälder an der Pazifikküste (der Hot Spot Chocó Biogeográfico), der Karibikküste, und den östlichen Savannen von dieser Entwicklung betroffen sind oder werden.
Internationale Organisationen sind über die versprechende Zukunft des Biodiesels gelockt: sie bieten finanzielle Unterstützung an, wie am Beispiel eines Megaprojekts in den östlichen Savannen im Departament Meta, die 3 Millionen Hektar mit Ölpalmfelder und einer Art karibischen Nadelbäume vorsieht. Zusätzlich steht die andere charakteristische Dimension der Nachhaltigkeitsproblematik, die in Kolumbien und andere Entwicklungsländern grosse Bedeutung findet: die soziale Dimension, die nicht unmittelbar von Akzeptanz und technischen Risikos handelt, sondern von sozialer Gerechtigkeit, Nahrungssicherheit und Menschenrechte.
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Letzte Kommentare
Peter am 14. März 2010: Wow, da hat sich ja eine gewaltige Diskussion entzündet. Vorab: meine Erfahrung mit Kolumbien bezieht sich auf einen Aufenthalt vor drei Jahren. Für einen Monat war ich im Land, das mit einer herzlichen...
Horst G Ludwig am 3. März 2010: Unter gewissen Umstaenden waere ich bereit mitzumachen, vorausgesetzt tiefgehende Analysen in Politik, Wirtschaft und Aktuelles sind erwuenscht. An blauaeugigen Ausrichtungen habe ich kein grosses Interesse und...
Don-Pedrinio am 2. März 2010: danke Carlo … und auch wenn und aber… so habe ich sehr gerne mit dir oder andern “gestritten” denn letzendlich blieben einige hilfreiche Erfahrungen, Ergänzungen oder schlicht Erklärungen...
CARLO am 2. März 2010: Hallo Don-Pedrinio, auch wenn wir beide hier im blog in der Vergangenheit mitunter total anderer Meinung und gänzlich verschiedener Auffassung waren, so stimme ich dir in diesem Fall voll und ganz zu!
Don-Pedrinio am 2. März 2010: oftmals in unserem Leben gehen wir irgendwelchen Interessen nach. Jahre später verlieren wir diese, denn neue Interessen füllen unser tägliches Leben. so muss es wohl auch sein mit dem Gründer dieser WEB...
Sylvie am 23. Februar 2010: Hallo Laura! Ich bin gerade in Cali und absolviere gerade mein Chirurgie-tertial.Falls du nach Cali moechtest – schau auf der Seite der Universidad del Valle Cali und such dann nach der Oficina de Asuntos...
Hector am 20. Februar 2010: @Michael: Scheinbar ja! Denn leider seit nunmehr ca. 6 Monaten kein einziger Beitrag, der sonst eigentlich doch sehr schreibfreudigen Blog-Autoren, mehr!
Michael am 19. Februar 2010: Frage: ist der Kolumbien-blog eingeschlafen?