Archiv für August 2007

Koka- oder Ölpalmen anbauen – einer Frage der Ökologie

Aus Kolumbien das “Südarabien des Biodiesels” im Jahr 2020 zu machen ist weder aus ökologischer noch aus nachhaltiger oder sozialer Sicht verträglich. Das rasche Wachstum von Ölpalmfelder in Kolumbien, von 188.000 Hektar in 2003 bis mehr als 270.000 im Jahr 2007, zeichnet den Pragmatismus in der Landwirtschaftspolitik von Uribe, die u.a. Argumente der Ersatz von Kokaanbaugebiete und Arbeitsmöglichkeiten für die “Reinsertados” darlegt.

Kolumbien ist das erste Produzent von Palmöl in Südamerika und der vierte in der Welt. Viele glauben die Herstellung von Biodiesel aus Palmöl ist die zukunftsträchtige Wachstumsalternative des Sektors. Inzwischen ist sie zur Zeit subventioniert und durch Begünstigungen gegenüber das Benzin gefördert. Die Paradoxe für die ich noch keine zufriedenstellende Antwort gefunden habe, ist das beide, Koka- und Ölpalmanbau Monokulturen sind, die wegen ihrer Industrialisierung –legal oder nicht- breite Gebiete auslaugt. Daher ist das Etikett von “Bio” bedenklich, wie kolumbianische Umweltexperte argumentieren, weil auch andere ökologisch bedeutende Gebiete der tropischen Wälder an der Pazifikküste (der Hot Spot Chocó Biogeográfico), der Karibikküste, und den östlichen Savannen von dieser Entwicklung betroffen sind oder werden.

Internationale Organisationen sind über die versprechende Zukunft des Biodiesels gelockt: sie bieten finanzielle Unterstützung an, wie am Beispiel eines Megaprojekts in den östlichen Savannen im Departament Meta, die 3 Millionen Hektar mit Ölpalmfelder und einer Art karibischen Nadelbäume vorsieht. Zusätzlich steht die andere charakteristische Dimension der Nachhaltigkeitsproblematik, die in Kolumbien und andere Entwicklungsländern grosse Bedeutung findet: die soziale Dimension, die nicht unmittelbar von Akzeptanz und technischen Risikos handelt, sondern von sozialer Gerechtigkeit, Nahrungssicherheit und Menschenrechte.

Esto huele mal

“Lügen haben kurze Beine” würde der Kinofilm wohl in Deutschland treffend betitel werden. Der kolumbianische Film, der derzeit durch die Kinos streift, ist eine Komödie und dreht sich um viele Lügen rund um eine 3er Beziehung. Ricardo betrügt seine Frau Elena seit einem Jahr. Immer wieder müssen wichtige Abendessen mit Geschäftspartnern als Lügen herhalten um sich Zeit für eine Affäre zu schaffen. Dummerweise gibt er seiner Frau an, dass er am 07. Februar 2003 mit Argentiniern im Nogal Club verabredet sei, an diesem Abend gibt es jedoch eine Bombenexplosion im Club (dieser Anschlag ist keine Fiktion). Seine Frau – die vom Attentat erfährt bangt um das Leben ihres Mannes. Ricardo muss sich nun etwas einfallen lassen um seine Affäre zu verdecken und ihr glaubhaft zu machen, dass er sich im Club befand und den Anschlag überlebte.

Eine sehr gelungene Komödie, die es nicht nur schafft, dass Publikum zu erheitern, sondern ganz subtil den Zuschauern ihre eigenen Schwächen vorlebt. Die Story basiert übrigens auf einer wahren Geschichte Lüge. Wirklich: sehr empfehlenswert.

Kolumbien-Videos der Diakonie

Nachfolgend drei Videos der Diakonie Katastrophenhilfe, die sich mit drei Einzelschicksalen in Kolumbien auseinandersetzen. Ausgestrahlt wurden sie u.a. bei der Deutschen Welle.

Kolumbien: menschliche Schutzschilde

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Palmari – Amazonas-Lodge in Leticia-Kolumbien

leticia-30.jpgMitten im Dschungel und mit tollem Blick auf den Yaravi-Fluß liegt die Palmari Lodge. Sie ist vor allem beliebt bei Kolumbien-Urlaubern, auch wenn die Lodge selbst auf brasilianischem Gebiet liegt. Die letzten drei Tage konnte ich dort verbringen, da es mir sehr gefallen hat, möchte ich sie hier im Blog kurz vorstellen.

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Leticia – Kolumbien

LeticiaLeticia gehörte nicht immer zu Kolumbien. Früher hieß die Stadt “San Antonio” und lag im peruanischen Staatsgebiet. In den 20er Jahren kam es dann zum Disput um die Stadt. Mit Hilfe der USA, die gehörigen Druck auf Peru ausübten, zeichneten Peru und Kolumbien einen Vertrag, der das heutige Leticia zu einer kolumbianischen Stadt machte. Die USA hatten – nachdem sie Panama zum Bau des Panamakanals billig von Kolumbien “einkauften” – noch etwas gut zu machen für Kolumbien. 1932 kam es trotz des Vertrages zum Krieg und Peru griff das mittlerweile kolumbianische Leticia an. Mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft wurde der Konflikt jedoch friedlich gelöst und Leticia blieb kolumbianisch. Unüblich zu den normalen Grenzen im Amazonas (entlang von Flüßen) hat das Bundesland “Amazonia” die Form eines Trapez. Auch Folge des 1928 unterschriebenen Vertrages.

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Feria de Flores – Blumen soweit das Auge reicht

Einmal jaehrlich feiert Medellin die “Feria de Flores”. Urspruenglich ging es darum, dass die Bauern aus dem Umland festlich die Blumen in die Stadt brachten und zur Schau stellten. Mittlerweile ist aus dieser Parade ein fast zwei Wochen andauerndes Festival geworden. Zahlreiche Konzerte, Ausstellungen und Events finden in allen Stadtteilen Medellins Stadt. Insgesamt 180 Veranstaltungen. Und die Paisas – die Buerger Medellins – sind stolz auf ihr Fest. Direkt in mehrfacher Ausgabe landete das Festprogramm in meinem elektronischen Posteingang.

Der Hoehepunkt ist aber weiterhin die “Blumenparade”, etwa drei Stunden lang werden die Blumen in liebevoll zusammengestellten Gestecken durch die Stadt getragen. Diese Parade war dreifach beeindruckend: zum einen natuerlich die Blumen selbst, dann die Leistung der Traeger, die die Gestecke tragen und zu guter Letzt die Paisas, wie sie die Traeger anfeuern und die Blumen beklatschen. Nachfolgend ein kurzes Video, so dass ihr euch ein Bild machen koennt:

Zur Galerie mit weiteren Fotos der Feria de Flores!

Ist Kolumbien-Blog nun mehrsprachig?

… mag sich der eine oder andere Feed-Abonnent derzeit denken. Um es vorweg zu nehmen: nein, wir bleiben weiterhin eine deutschsprachige Nachrichtenquelle. Allerdings haben wir – nachdem Nicole ein Interview mit Moncayo führen konnte beschlossen, dass wir ihm (und Kolumbien) unterstützen eine humanitäre Friedenslösung zu finden. Je mehr Druck auf die beiden Parteien (Guerilla und Regierung) ausgeübt wird, desto höher der Zwang zum Handeln. Unsere gemeinsame Unterschriften-Aktion mit Moncayo haben wir mehrsprachig gemacht, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

Für alle die den Überblick verloren haben ;-)

Gustavo Moncayo – le “Forest Gump” colombien

auf deutsch | en español | in english Quand j’ai lu pour la première fois dans le journal l’histoire de Gustavo Moncayo, j’ai tout de suite pensé au film « Forest Gump ». Une histoire émouvante sur un homme qui court, court et court.

Le 17 juin, Gustavo a quitté sa ville natale, Sandoná in Nariño (région sud-ouest de la Colombie) pour rejoindre Bogotá, à 1000 kilomètres de distance. Il a atteint la capitale colombienne après 46 jours de marche.

Le motif de ce voyage à pied : son fils, retenu en otage depuis 10 ans par les FARC. En décembre 1997 un poste de communication militaire est attaqué dans la région « Nariño » par les “Fuerzas Armadas Revolucionarias” de Colombie. 10 Soldats meurent, 4 jeunes hommes sont blessés et 18 sont kidnappés, dont Pablo Moncayo. En 2001, 16 de ces otages sont libérés grâce à un accord entre l’État et les FARC qui échangent les soldats contre 14 guérilleros malades jusqu’alors emprisonnés. Pablo n’en fait malheureusement pas parti, il est ainsi l’un des plus anciens otages retenu par les FARC.

« Nous sommes fatigués de tant d’imposture, 10 ans presque se sont maintenant écoulés, afin de regagner la liberté des otages. » dit le père de Pablo.

Il a tout d’abord commencé son chemin avec sa plus jeune fille Yuri, mais après déjà quelques jours de marche, de nombreuses personnes se sont jointes à eux : des anciens otages, des parents d’otages et des personnes qui souhaitent montrer à Gustavo leur solidarité. Des habitants de villages entiers sont sortis sur les routes à son arrivée, beaucoup lui ont donné à manger ou un endroit pour dormir – d’autres ne voulaient simplement qu’une photo aux côtés de Gustavo.

Le “caminante de la paz” – marcheur pour la paix – est devenu un symbole pour un solution pacifique au conflit et est responsable d’une nouvelle vague d’espoir pour beaucoup de colombiens. Son objectif est d’attirer l’attention du gouvernement et des FARC sur la nécessité d’organiser un échange de prisonniers. Il exige la libération des otages à travers une solution pacifique et négociée.

Arrivé à Bogota, il a obtenu un grand soutien ce qui fit pression sur les politiques, mais toutefois pas sur les FARC. C’est pourquoi il doit aller encore plus loin, là où les FARC devront aussi l’écouter. Au début Gustavo souhaitait rester sur la “Plaza Bolivar” à Bogota, jusqu’à ce que son fils soit libre. Entre-temps, il s’est rendu compte qu’il ne parlait ici qu’avec un seul des partis concernés.

Les FARC réagissent plus à la pression internationale, plus particulièrement européenne. Celles-ci pourraient ainsi grâce à un bon travail de relations publiques durant quelques années développer une image de représentants légitimes de la couche pauvre de la population colombienne qui représente la majorité des habitants de ce pays. C’est pourquoi Gustavo a l’idée de marcher au mois de septembre de Bruxelles à Paris. Il espère que cette marche influencera l’opinion européenne, fera savoir que les colombiens sont pour la paix et qu’ils se représentent eux même dans cette affaire. Les FARC devront alors entendre leurs propositions et se prononcer quant à la libération des otages.

Les 1000 kilomètres que Gustavo a derrière lui sont seulement le début d’un long chemin dont la partie la plus difficile est encore à venir.

Signez pour une résolution pacifique du conflit colombien

in english | auf deutsch | en español Le 17 juin de cette année, Gustavo Moncayo a laissé sa maison de Nariño, pour s’engager sur un très long chemin. Dans un premier temps, personne n’a porté attention à lui et à sa fille mais après seulement quelques jours les yeux se sont tournés vers eux et leur démarche pacifique. Aujourd’hui, l’intérêt porté à la famille Moncayo et le combat de Gustavo est si important qu’il est devenu aussi célèbre qu’une popstar et son histoire fait des échos jusqu’en Europe.

Gustavo Moncayo n’est pas simplement une figure symbolique du combat pour une solution humanitaire au problème colombien. Son chemin, commencé il y a presque 2 mois, lui confère désormais beaucoup de responsabilité et l’a transformé en porteur d’espoir pour beaucoup de colombiens. Nous sommes convaincu que le “caminante por la paz” mérite une profonde reconnaissance pour les évènements des dernières semaines en Colombie et ce qui se passe aujourd’hui. Le pays se met en mouvement et accompagne le marcheur dans sa quête pour la paix.

C’est ainsi que nous voulons nous aussi nous engager au côté de Gustavo et le soutenir par le biais d’une pétition, l’objectif étant d’attirer l’attention sur son histoire à l’échelle internationale et d’augmenter la pression afin de trouver une solution pacifique à la crise.

Ecrivez un commentaire en fournissant une adresse email valide et celui-ci sera pris en compte comme signature de la pétition de soutient aux Moncayo. Vous participerez au soutien de la solution pacifique recherchée. Le mieux serait bien évidemment d’écrire en espagnol ou en anglais, mais même sans cela votre geste a du poids.

La liste sera remise en mains propres à Gustavo Moncayo, il s’en ira ainsi voir le président avec les plus de 2 millions de signatures accumulées jusqu’alors.

Unterstützer für Gustavos Europa-Reise gesucht

Wie Miguel in seinem Artikel berichtete, ist der „Fall“ Moncayo nicht mehr nur eine nationale Angelegenheit. Der „caminante por la paz“ bittet auch um die Hilfe der USA und der Europäischen Union.

Um den Druck auf die Regierung und die Farc zu erhöhen, eine friedliche Lösung des Konfliktes zu finden, möchte Gustavo seine Geschichte auch nach Europa bringen. Der Forrest Gump Kolumbiens hat daher geplant von Brüssel nach Paris zu laufen – und auch nach Deutschland würde er gerne reisen.

Wir unterstützen ihn organisatorisch und finanziell bei seinem Vorhaben und würden uns freuen, wenn er einen Teil seines Weges auch in Deutschland geht und dort Unterstützung erfährt.

Wer von Euch ist auch dabei??? Mit Eurer Unterstützung können wir es schaffen, Gustavo den Weg nach Deutschland zu öffnen.

Für mich ist es unglaublich, was dieser Lehrer aus dem kleinen Dorf Sandoná in Kolumbien bewegt und wie er plötzlich zu einer international wichtigen Figur wird.

Deshalb wäre es toll, wenn NGO´s, Privatunternehmen oder –personen, uns kontaktieren. Zusammen könnten wir Gustavo Moncayo und seine Familie nach Deutschland einladen oder ihm eine Spende für eine Reise zukommen lassen, damit er sich auch bei uns mit Politikern austauschen und um Unterstützung bitten kann.

Ihr könnt Euch über das Kommentarfeld bei uns melden – wir kontaktieren Euch dann per E-Mail.

Weitere Infos: - Wer ist Gustavo Moncayo? - Unterschriftenliste für Gustavo Moncayo

Was schreibt die deutschsprachige Presse? http://derstandard.at/?url=/?id=2989249 www.taz.de/index.php?id=digi-artikel&ressort=sw&dig=2007/08/03/a0037 www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/kolumbien_geiseldrama_uribe_1.536119.html