Tag-Archiv für 'Frieden'

Paz sin fronteras - Frieden ohne Grenzen

Paz sin fronterasMusik und eine Flaggen einen Kolumbien, Venezuela und Ecuador

Nach der Achterbahnfahrt, die Kolumbien mit seinen Nachbarländern Ecuador und Venezuela in den letzten zwei Wochen erlebt hat, gab es gestern ein riesiges Zeichen des Friedens.

Während Venezuela vor einer Woche die Grenzen zu Kolumbien schloss und Ecuador seiner Wut über die Grenzverletzung des kolumbianischen Militärs Luft machte, kam dem Musiker Juanes eine Idee, wie er auf seine Art die Menschen einen kann. Musik kennt keine Grenzen und so verkündete der kolumbianische Künstler seinen Willen, ein Friedenskonzert zu organisieren.

Und gestern war es dann soweit: 90.000 Menschen unter einer symbolträchtigen Bühne – die Brücke Simon Bolivar, die Kolumbien und Venezuela bei Cucuta miteinander verbindet. „EINE Flagge … für eine bessere Welt“ singt Juanes in „Bandera de Manos“ – genau das sah man neben den weiss-gekleideten Kolumbianern und Venezolanern – die Flagge mit den Farben aller 3 Länder.

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Wer ist Alvaro Uribe Velez?

uribe3.jpg>„Die FARC sind Lügner“ wiederholte laut und mehrmals Alvaro Uribe, der Präsident Kolumbiens in seinem letzten öffentlichen Auftritt, bei der gescheiterten Freilassung von Geiseln seitens der FARC.

Wir Kolumbianer sagen er ist ein “paisa frentero” und damit wird gemeint, dass er im Departament Antioquia geboren ist und ohne Hemmungen seine Gedanken, Meinungen und Tatsachenbehauptungen äussert, sogar mit harten Wörtern; also manchmal undiplomatisch.
Daher hatte er sich schon mehrmals in seiner ersten Regierung (2002-2006) und im ersten Jahr seiner zweiten Regierung (2006 -2010) gezwungen gesehen, öffentlich bei Journalisten und Politiker von Oppositionsparteien u.a., um Entschuldigung zu bitten.
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Ingrid Betancourt - Lebensbeweise der Geiseln

Ingrid BetancourtIn einem Kommuniqué teilte der kolumbianische Friedenskommisar Restrepo gestern Abend mit, dass drei Guerilleros festgenommen worden waren. Bei sich trugen sie fünf Videos auf denen mehrere der, von der FARC als austauschbar bezeichneten Geiseln zu sehen sind. Unter ihnen sind die französisch-kolumbianische Staatsbürgerin Ingrid Betancourt (ehemalige Präsidentschaftskandidatin), drei amerikanische Staatsbürger und mehrere Angehörige der kolumbianischen Streitkräfte. Sie gehören zu dem kleinen Kreis der 45 von den mehr als 750 über Jahre festgehaltenen Menschen, die FARC im so genannten “humanitären” Austausch gegen 500 inhaftierten Guerilleros frei zu lassen gedenkt.
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Hugo Chavez auf schwerer Friedensmission

Hugo Chavez, Präsident VenezuelasEs begann sich vor drei Wochen abzuzeichnen, jetzt versucht Venezuelas Präsident Hugo Chavez die schier unnahbaren Positionen der kolumbianischen Regierung und der Guerillas FARC und ELN zusammen zu bringen. Dazu hat er den Auftrag und Segen des kolumbianischen Präsidenten Uribe, der ihm gestern in Bogota wichtige “Instrumente” mitgab. Chavez bemüht sich nun um einen Durchbruch auf zwei voneinander unabhängigen Fronten:

a. Freilassung der FARC-Geiseln (u.a. Ingrid Betancourt)
b. Friedensgespräche zwischen kolumbianischer Regierung und der Guerilla ELN
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Aachener Friedenspreis geht nach Kolumbien

San Jose de ApartadoHeute, am Antikriegstag, wurde der Aachener Friedenspreis an das kolumbianische Friedensdorf San Jose de Apartado verliehen.

Vor über zehn Jahren erklärte sich die 1500-köpfige Gemeinde nahe der Grenze zu Panama zum Friedensdorf. Aus einer Not - Lebensmittelblockade des Militärs - schlossen sich die Bauern zu einem Kollektiv zusammen. Trotz hoher Gewalt und Drohungen gegen das Dorf lassen sich die Menschen von San Jose nicht vertreiben. Sie erklärten ihr Dorf als neutrales Gebiet und verpflichteten sich der Gewaltfreiheit.

Den Preis erhällt San Jose de Apartado stellvertretend für 50 weitere Freidensgemeinden in Kolumbien.

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Moncayo, sein Weg ist der Weg einer Nation

Begrüßungskomitee
“Wanderer, der Weg wird beim Gehen gemacht”, die Strophe dieses beliebten Liedes könnte auch für Gustavo Moncayos Marsch gelten. Als vor knapp 10 Jahren die FARC seinen Sohn Entführten begann der lange Leidensweg dieses einfachen Lehrers aus dem Südwesten Kolumbiens. Er wurde einer der Vielen in Kolumbien, denen ein lieber und naherstehender Mensch weg genommen wurde. Menschen, die von der Guerilla ohne Anklage, ohne Urteil, ohne Besuchsrecht und ohne zu wissen, wie lange sie gefangen gehalten werden in den Urwäldern “weg gesperrt” werden.

In den zehn Jahren seit der Entführung von Gustavos Sohn gab es Tage der Hoffnungen und Versprechen. Während der Zeit des Präsidenten Pastrana, der es sich zum Ziel gemacht machte, mit der FARC Frieden zu schließen, schienen Gustavo und die Kolumbianer endlich am Ziel ihres Weges um Frieden und Ende von Geiselnahme und Terror zu sein. Pastrana ging auf die Forderungen der Guerilla ein, zog das Militär aus den Gebieten, die die Guerilla benannte zurück. Es wurden einige Geiseln frei gelassen und auch Gustavo Moncayo schöpfte Hoffnung. Er durfte sich, wie auch andere Angehörige von Entführten, mit Raul Reyes und Tirofijo, den großen Köpfen der FARC treffen und um seinen Sohn bitten. Die Verhandlungen führten leider zu keinem Erfolg. Es wurden keine weiteren Geiseln frei gelassen. Die Entführungen gingen weiter, die Guerilla nutzte den Rückzug des Militärs und besetzte ihrerseits die Gebiete. Viele Kolumbianer wurden aus ihren Träumen gerissen. Der Weg ging weiter.
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Läutet Kolumbiens “Forest Gump” die Wende ein?

Mancayo und UribeÜber Gustavo Moncayo hat Nicole bereits zwei mal berichtet. Bislang war es ein medienstarker Auftritt und wir fragten uns alle: was wird es bringen. Seit einigen Stunden ist nun klar, was Gustavo Moncayo erreicht hat.

Vor 47 Tagen war er angetreten, ganz alleine ging er Nahe der ecuadorianischen Grenze los. Ähnlich wie bei Forest Gump schlossen sich ihm auf seinem Weg mehr und mehr Leute an. Schließlich haben ihn gestern Tausende empfangen, es klingt wirklich wie im Film, doch heute schaffte er den Sprung in die schwierige, reale Politik Kolumbiens.

Zwei Stunden war Präsident Uribe zu Gast in Moncayos Zelt auf dem Hauptplatz Bogotas. Was genau beredet wurde ist unklar, aber es war kein einfaches Gespräch war zu hören. Danach kamen die Reden vor Tausenden von Menschen auf dem Plaza Bolivar und dann kam die überraschende Ankündigung des Präsidenten, so konkret wie nie bot er einen Gefangenenaustausch an:

Wenn die FARC alle Entführten frei lässt, würde er umgehend alle FARC Häftlinge aus den kolumbianischen Gefängnissen befreien. Dem fügte er hinzu, dass er bereit ist für 90 Tage eine “Verhandlungszone” einzurichten, in der die FARC-Generäle unbesorgt mit der Regierung verhandeln können.

Wir sind sehr gespannt, wie die Reaktionen der FARC lauten. Sollte Gustavo Moncayo wirklich durch seine Wanderung durch das Land Kolumbien den Frieden näher bringen. Dann würde er nicht nur an Forest Gump erinnern, er würde dann selbst verfilmt werden.

Hier die Rede von Uribe nach dem Gespräch mit Gustavo Moncayo:

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