Auf keiner meiner Reisen durfte der “Wälzer” von Lonely Planet bisher fehlen. Beim Vergleich des Buches über Kolumbien mit dem, was ich seit 13 Monaten im Land kennen gelernt habe, erkenne ich allerdings deutliche Mängel. Zudem lädt das Coverbild keineswegs zu einer Reise in dieses lebensfrohe Land ein.
Am Wochenende kam nun auch die schriftliche Bestätigung, einer Vermutung, die viele Reisende und Kolumbieninteressierte schon lange hatten. Der Autor Thomas Kohnstamm gibt in seinem Buch “Kommen Reisejournalisten in die Hölle” zu, das Meiste der Texte vom Sofa aus geschrieben zu haben. Eine Bekannte hatte für ihn den größten Teil recherchiert. Er selber war nur kurz im Land und da er von Lonely Planet so schlecht bezahlt wurde, musste er laut seiner Angaben Drogen verkaufen, um überleben zu können. “Pobrecito” – fällt mir dazu nur ein.
Warum nimmt man so ein Angebot als Autor überhaupt an, wenn man sich auf diese Art zusätzliches Geld verdienen MUSS. Betonung auf “muss”, denn es gibt auf dieser Welt anscheinend keine anderen Möglichekeiten Geld zu verdienen. Oder ist das nur eine reißerische Bemerkung, um die Auflage seines Buches zu steigern?
Ich hoffe, dass als positives Resultat dieser Nachricht die nächste Auflage des Lonely Planet Kolumbien ausführlicher, echter, mit einem anderen Titelbild und mit einem anderen Autoren gestaltet wird!
Vor ca. 10 Tagen hatten wir unsere erste Umfrage im Blog, es haben wirklich sehr viele Leser mitgemacht. Vielen Dank!
Einige haben sich gemeldet und angedeutet, dass sie gerne mehrere Abstimmmöglichkeiten gehabt hätten. Ich habe nun die Umfragesoftware upgedated. In Zukunft werden – je nach Umfrage – mehrere Stimmen abgegeben werden können.
Besonders schön fand ich, dass Antwortmöglichkeiten von Euch hinzugefügt wurden, von denen “Leben/ Alltag in Kolumbien” sogar den zweiten Platz gemacht hat. Das Ergebnis war sehr deutlich. Es gibt ein breites Interesse an Themen zu Kolumbien mit den Schwerpunkten Politik, aus dem kolumbianischen Alltag und Infos zu Reisen in Kolumbien. Wir – die Autoren – werden bei der Artikelwahl entsprechend darauf achten. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben.
Aufgrund der regen Teilnahme an der Umfrage, werden wir diese in regelmäßigen Abständen durchführen. Entsprechend eurer Wünsche, geht es in der nächsten Umfrage um Politik. Es ist eine einfache Frage.
Bitte schreibt doch in den Kommentaren welche Umfragen euch hier im Blog interessieren würden!
In Bogota gibt es seit Jahren die Diskussion um eine Metro. Das Bussystem Transmilenio (funktioniert ähnlich wie die S-Bahn in Deutschland mit eigenen Spuren, Haltestellen etc.) reicht längst nicht für das hohe Verkehrsaufkommen aus.
Außerdem besteht ein inoffizieller Wettstreit zwischen Medellin, die eine Metro haben, und Bogota – ähnlich wie zwischen Köln und Düsseldorf
… und so gewann der neue Bürgermeister Bogotas auch die Wahl, weil er sich für eine Metro einsetzen möchte.
Heute schlägt ein Journalist des “El Tiempo”, eine interessante Variante vor: den Aerobus – eine elektrische Schwebebahn. Diese soll wesentlich kostengünstiger sein als eine Metro, weit aus umweltschonender, mehr Passagiere transportieren können und zudem nimmt sie keinen Platz auf der Straße weg, der eigentlich sowieso nicht vorhanden ist, um noch Metroschienen zu bauen.
Hier ein paar Fakten:
Der Aerobus
* transportiert bis zu 40.000 Passagiere in der Stunde
* fährt bis zu 100 km/h
* kann bis zu 50 m über der Straße fahren
* kostet nur 20 Mio. USD pro Meile (im Vergleich U-Bahn 300 Mio. USD)
Wir sind gespannt, ob das wirklich eine Möglichkeit für Bogota ist – auf jeden Fall wären wir Medllin dann einen Schritt voraus 
Oder was meint Ihr? Seid Ihr für eine Metro, das Ausbauen des Transmilenio-Systems oder wie kann man das Verkehrschaos und die Luftverschmutzung in Bogota sonst lösen?
Heute beginnt in Kolumbien zum 14. Mal das Festival Eurocine. Das “Wanderkino” beginnt in Bogota und wird bis zum 11. Mai in 5 Städten Kolumbiens – Medellin, Cali, Manizales und Barranquilla – Filme aus 13 europäischen Ländern zeigen.
Gezeigt werden hauptsächlich alternative Filme in kleinen, gemütlichen Kinos.
Nach Frankreich, hat Deutschland die meisten Filme im Programm des Eurocine: 5 an der Zahl, darunter “Requiem” und “Die Austernprinzessin”.
Hier könnt Ihr das Programm für alle Städte sehen.
Letzte Kommentare
Peter am 14. März 2010: Wow, da hat sich ja eine gewaltige Diskussion entzündet. Vorab: meine Erfahrung mit Kolumbien bezieht sich auf einen Aufenthalt vor drei Jahren. Für einen Monat war ich im Land, das mit einer herzlichen...
Horst G Ludwig am 3. März 2010: Unter gewissen Umstaenden waere ich bereit mitzumachen, vorausgesetzt tiefgehende Analysen in Politik, Wirtschaft und Aktuelles sind erwuenscht. An blauaeugigen Ausrichtungen habe ich kein grosses Interesse und...
Don-Pedrinio am 2. März 2010: danke Carlo … und auch wenn und aber… so habe ich sehr gerne mit dir oder andern “gestritten” denn letzendlich blieben einige hilfreiche Erfahrungen, Ergänzungen oder schlicht Erklärungen...
CARLO am 2. März 2010: Hallo Don-Pedrinio, auch wenn wir beide hier im blog in der Vergangenheit mitunter total anderer Meinung und gänzlich verschiedener Auffassung waren, so stimme ich dir in diesem Fall voll und ganz zu!
Don-Pedrinio am 2. März 2010: oftmals in unserem Leben gehen wir irgendwelchen Interessen nach. Jahre später verlieren wir diese, denn neue Interessen füllen unser tägliches Leben. so muss es wohl auch sein mit dem Gründer dieser WEB...
Sylvie am 23. Februar 2010: Hallo Laura! Ich bin gerade in Cali und absolviere gerade mein Chirurgie-tertial.Falls du nach Cali moechtest – schau auf der Seite der Universidad del Valle Cali und such dann nach der Oficina de Asuntos...
Hector am 20. Februar 2010: @Michael: Scheinbar ja! Denn leider seit nunmehr ca. 6 Monaten kein einziger Beitrag, der sonst eigentlich doch sehr schreibfreudigen Blog-Autoren, mehr!
Michael am 19. Februar 2010: Frage: ist der Kolumbien-blog eingeschlafen?