Archiv für January 2008

Travel Paraiso

Seit ca. 10 Tagen läuft ein neuer kolumbianischen Film in den hiesigen Kinos: Travel Paraiso. Die Verfilmung des Bestsellers von Jorge Franco, das auch auf deutsch erschienen ist:

Reina und Marlon haben die Nase voll vom Elend in Medellín. Mithilfe der zwielichtigen Agentur »Paraíso Travel« wollen sie den amerikanischen Traum, den sueño gringo,verwirklichen und sich im gelobten Land eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Doch kaum sind die beiden in New York angelangt, verirrt sich Marlon im Labyrinth der Straßen und wird von der anonymen Großstadt verschluckt. Auf der Suche nach seiner großen Liebe Reina lernt er die Kehrseite des amerikanischen Traums kennen: die illegalen Einwanderer und ihren Balanceakt zwischen Erfolg und Scheitern. Nur die verzweifelte Hoffnung, Reina eines Tages wiederzufinden, bewahrt ihn davor aufzugeben.

Der Film ist gelungen und gibt einen interessanten Eindruck über das Leben in einer Großstadt aus Sicht eines Immigranten, hier der Trailer zum Film:

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Nachrichtensplitter Kolumbien

uribe-eu.jpgIn den letzten Tagen gab es vor allem aus der Politik einige aktuelle Entwicklungen und Nachrichten, hier eine kurze Zusammenfassung:

  • Uribe erhält Unterstützung von der Europäischen Union
    Nach der Freilassung der beiden Geiseln hatte Chavez die kolumbianische Regierung aufgefordert den Status einer Terrororganisation aufzuheben für FARC und ELN. Nachdem Uribe deutlich machte, dass er dies erst machen würde, wenn die FARC sich auf einen Friedensprozess einlassen würde und die Geiseln freilassen würde, ist er nach Europa gereist um im direkten Gespräch vom Standpunkt der europäischen Länder zu erfahren. Die EU bestätigte, dass sie die FARC weiterhin als Terrororganisation einschätzen. Zudem sprach Uribe mit Vertretern der “Freundesländern” Schweiz, Frankreich und Spanien um sie für den Vermittlungsauftrag gemeinsam mit der katholischen Kirche zu gewinnen. Dies gelang ihm, auch wenn die Länder erste Bedingungen dazu stellten.
    -> Artikel von semana.com zum Thema (spanisch)
  • Chavez: Kolumbien bereitet Einmarchpläne für Venezuela vor
    Hugo Chavez hat in den letzten Tagen wiederholt behauptet, dass er das Gefühl hat, die US-Amerikanische Regierung würden gemeinsam mit Kolumbien einen Krieg gegen Venezuela starten wollen. Nach den wiederholten Vorwürfen Chavez, dass Uribe eine Marionette und ein Lügner sei und der Reduzierung der Auto-Importe aus Kolumbien vor einer Woche war dies der vorläufige Höhepunkt, der deutlich macht, wie schlecht es um die venezolanisch-kolumbianischen Beziehungen steht. Der standard.at berichtet dazu, sowie durch die linke Brille auch die Junge Welt.
  • Kolumbianische Armee soll Zivilisten getötet haben
    Wie semana.com berichtet hat ein ehemaliger Unteroffzier ausgesagt, dass kolumbianische Zivilisten von der Soldaten umgebracht worden sind und sie als Guerilla-Kämpfer dargestellt worden sein. Laut des Unteroffziers hätten die Soldaten für jeden toten Guerilla-Kämpfer fünf Tage Urlaub erhalten. Zum ganzen Artikel geht es hier.
  • Rene Higuita vor dem Comeback
    Rene HIguita streift sich wieder die Torwarthandschuhe über. Der 41 Jährige hatte vor vier Jahren seine Karriere beendet, nun möchte er der Zweitliga-Mannschaft von Rio Negro (in der Nähe von Medellin) beim Aufstieg helfen. (Quelle: AFP)
  • Türkische Geisel bei Befreiungsversuch gestorben
    Bei einem Befreiungsversuch der kolumbianischen Armee ist ein von der ELN Entführte Türke an den Folgen seiner Verletzungen gestorben. Resep Yildirim Musaa lebt seit drei Jahren in Kolumbien mit seiner kolumbianischen Frau auf einer abgelegenen Finca, wo er im November entführt wurde. (Quelle: eltiempo.com)
  • Eine Million Stimmen gegen die FARC
    Unter diesem Motto läuft eine Aktion, die zum 4.2. alle Menschen aufruft um gegen die FARC auf die Straße zu gehen. In Deutschland gibt es einige Städte, wo es Treffpunkte gibt, hier eine Übersicht, bei Facebook gibt es die passende Gruppe dazu.

So, und nun noch ein Blick in die Blogosphäre, welche neuen Blogs gibt es, die sich mit dem Thema Kolumbien beschäftigen?

Und zu guter Letzt eine Frage an euch:
Im Deutschlandfunk lief eine Reportage über Medellin, wisst ihr ob es irgendwo die Möglichkeit gibt an diese ranzukommen?

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Kolumbianischer Film bei den Oscars

“La Corona” (Die Krone) wurde in der Kategorie bester Kurz-Dokumentarfilm für die größte Filmauszeichnung der Welt, den Oscar, nominiert.

Der Film von Isabel Vega zeigt das etwas andere Leben der Insassinen des Frauengefängnisses “El Buen Pastor” in Bogota. Hier tragen die Frauen anstatt Uniformen, ihre gewohnte Kleidung, es gibt einen Schönheits-Salon und ein Fitness-Studio.

Wer schon einmal in Kolumbien war, weiss wie bedeutend Schönheit hier ist und dass es der Volkssport Nummer 1 ist, eine Schönheitskönigin zu wählen. So auch im Frauengefängnis von Bogota.

2 Monate lang begleitete das Kamera-Team die Frauen, jeden Tag 4 Stunden. Jedoch wurde der Film auch mit einem traurigen Ereigniss überschattet, denn kurz nach Beendigung der Dreharbeiten wurde die Gewinnerin des Schönheitswettbewerbs ermordet.

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Kinder im Konflikt

Was ich am meisten furchte“Was ich am meisten furchte” so betitelte sein Bild ein 11 jähriger kolumbianischer Flüchtling in psychologischer Therapie in einem Vorort von Bogotá. Manchmal ist dieser der einzige Weg den Kindern dazu zu bringen sich über das Grauen ihrer Erfahrungen zu äussern. Es ist eine der Aufgaben, die die internationale NGO „Doctors without Borders“ in Kolumbien durchführt, um, wie sie in ihr Website bezeichnen, die verletzbarsten Opfern des 40 jahrelangen kolumbianischen Konflikts zu helfen.
Quelle (www.doctorswithoutborders.org/photogallery/2007/colombia/index.cfm?id=7)

Angaben über Flüchtlinge in Kolumbien im ersten Semester 2006 zeigen, dass ungefähr 22.419 Familien von ihren Wohnorten vertrieben wurden.
Quelle: www.codhes.org/Info/Boletines/BOLETIN69DEFINITIVO.pdf

Genaue Daten über Kinder und Jugendlichen gibt es nur vom Jahr 1995, als die kolumbianische NGO CODHES, die den Informationssystem über Flüchtlinge (SISDHES) seit 1995 systematisch durchführt, Angaben der Bischöflichen Konferenz von den Jahren 1985-1994 zusammenfasste: zu der Zeit 55% der Flüchtlinge innerhalb Kolumbien waren Kinder und Jugendlichen (0-18 Jahre), davon 33% nicht älter als 10 Jahre. 4 von 10 Flüchtlingskinder gingen nicht mehr in die Schule.
Quelle: www.derechos.org/nizkor/colombia/desplazados/jov.html
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Farc entführt 6 Touristen

Am gestrigen Sonntag, dem 13.01.08 Entführten die FARC sechs Touristen (ein Norweger und 5 Kolumbianer) in der Bucht von Utria. Die Gruppe von 19 Menschen, von denen die FARC 13 laufen ließ, befand sich in der Nähe von Morromico, das als ein ideales Tauchgebiet gilt. Leider ist in dieser Gegend, im Gegensatz zum ca. 80 km weiter südlich liegendem Nuqui, kaum oder nur wenig Militär präsent. Zudem hatte die Gruppe sich nicht beim Militär gemeldet und ist damit nicht ihren Anweisungen gefolgt (sich in nicht-sicherem Gebiet ohne Anmeldung zu bewegen).

Da das Gebiet um Nutria wenig bekannt ist, wird das sich südlich davon befindliche und weit aus bekanntere Nuqui oftmals als geografische Referenz genannt.

Nach der riesigen Freude um die Freilassung zweier langjähriger Geiseln durch die FARC letzte Woche und die Hoffnung auf ein Wandel in der Haltung der FARC ist dies für alle Kolumbianer ein katastrophaler Rückschlag.

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Farc - keine Terrororganisation?

Hugo ChavezEs liess sich bereits erahnen, welchen Rattenschwanz die Befreiung von Clara Rojas und Consuelo Gonzales hinter sich her ziehen würde, aber die gestrige Aussage des venezolanischen Präsidenten überraschte doch, um nicht zu sagen - sie machte mich sprachlos.

Die Farc seien Streitkräfte, die einen Teil Kolumbiens besetzten und keine Terrororganisation. Deshalb werde Hugo Chavez die Farc und die ELN von der Liste eben dieser streichen. Erpresserisch fügte er hinzu, dass Kolumbien es ihm gleich tun solle. Dies sei eine Voraussetzung, um die Beziehungen beider Länder zu normalisieren.

Die Reaktionen der kolumbianischen Regierung, Clara Rojas´und ausländlischen Politikern waren einheitlich: Solange die Farc entführt, Landminen auslegt und sich durch den Drogenhandel finanziert kann sie nicht von der Liste der Terrororganisationen genommen werden!

Die Reaktion von Präsident Uribe hat mich positiv überrascht. Anstatt aufbrausend gegen Chavez loszuplustern (was ich absolut verstanden hätte) blieb er ruhig und sachlich und behällt so hoffentlich die Sympathien auf seiner Seite.

Was will Chavez damit bezwecken? Werden die beiden freigelassenen Frauen nun zum Spielball der Politiker oder sind sie es schon? Was meint Ihr?

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Freiheit für Clara Rojas und Consuelo Gonzales!!!

Es ist bestätigt! Clara Rojas und Consuelo Gonzales wurden von den Helikoptern des Roten Kreuzes abgeholt. Sie sind gesundheitlich soweit unversehrt und werden in den nächsten Stunden in Venezuela ankommen.

Wir halten Euch weiter auf dem Laufenden!

Welche Neuigkeiten!!!!!!! Wir freuen uns riesig und sind gespannt auf die ersten Bilder und Interviews!

Aufnahmen von der Übergabe:

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Der Tayrona Nationalpark

Parque TayronaSchließe die Augen und stelle Dir vor: einsame, weiße Strände - glasklar, schimmerndes Wasser, eine Hängematte zwischen zwei Palmen und Du liegst darin und schlürfst frischen Kokossaft. Das Paradies? Nein, dieser himmlische Ort auf Erden ist der Tayrona Nationalpark.

Der Tayrona Nationalpark mit einer Größe von 150 qkm besticht durch seine kleinen, unterschiedlichen Buchten: breiter Sandstrand, Felsen, die aus dem Meer ragen und im Hintergrund die Sierra Nevada de Santa Marta, deren grün-bewachsenen Berge sich fast bis ans Meer ziehen.
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Freilassung der Geiseln endlich in Sicht?

Ist nach wochenlangem Hin und Her endlich die Freilassung von Clara Rojas und Consuelo Gonzales in Sicht?

So eben ist in der Online-Ausgabe der Tageszeitung “El Tiempo” die Verkündung von Hugo Chavez zu lesen, die Koordinaten der beiden Geiseln seien durchgegeben worden. Die beiden Frauen könnten also spätestens morgen vormittag mit Helikoptern abgeholt werden.

Glauben werden das sicher die Meisten erst, wenn wir die Geiseln tatsächlich im Fernsehen oder in der Zeitung sehen. Wir hoffen, dass es dieses Mal keine weitere Zereissprobe für die Angehörigen wird, sondern dass der morgige Tag die Bilder bringt, die sich alle erhoffen!

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Wer ist Alvaro Uribe Velez?

uribe3.jpg>„Die FARC sind Lügner“ wiederholte laut und mehrmals Alvaro Uribe, der Präsident Kolumbiens in seinem letzten öffentlichen Auftritt, bei der gescheiterten Freilassung von Geiseln seitens der FARC.

Wir Kolumbianer sagen er ist ein “paisa frentero” und damit wird gemeint, dass er im Departament Antioquia geboren ist und ohne Hemmungen seine Gedanken, Meinungen und Tatsachenbehauptungen äussert, sogar mit harten Wörtern; also manchmal undiplomatisch.
Daher hatte er sich schon mehrmals in seiner ersten Regierung (2002-2006) und im ersten Jahr seiner zweiten Regierung (2006 -2010) gezwungen gesehen, öffentlich bei Journalisten und Politiker von Oppositionsparteien u.a., um Entschuldigung zu bitten.
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