Archiv für März 2010

Das erste Interview: Pablo Emilio Moncayo

moncayo kettenIch sehe ihn im Fernsehen, aber ich kann es immer noch nicht glauben und noch weniger kann es bestimmt seine Familie realisieren, obwohl sie ihn in ihren Armen halten. Pablo Emilio Moncayo ist heute nach 12 Jahren in Gefangenschaft der Farc in die Freiheit zurückgekehrt.

Während des Interviews hält ihn seine kleine Schwester, die er heute zum ersten Mal sah, von hinten Fest. Pablo Emilio sieht müde aus. Er redet ruhig und bedacht.

“Ich danke den Personen, die es möglich gemacht haben, meine Familie wieder zu sehen. Ich möchte meinen Dank richten an Gott, meinen Vater – für seinen unermüdlichen Einsatz. Danke auch an den ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa, der derjenige war, der ein Zeichen des Freidens mit meiner Übergabe gefordert hatte. Danke auch an den venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez, an den brasilianischen Präsidenten und an die Journalisten…, die es möglich gemacht haben, dass die Stimmen unserer Familien zu uns kommen – in die Tiefe des Dschungels. Danke an die Gruppe “Colombianas y Colombianos por la paz” und danke an die Menschen des Ortes, wo ich heute abgeholt wurde, an das Rote Kreuz und an die Helikopter Piloten und an Piedad Cordoba.” Continue reading ‘Das erste Interview: Pablo Emilio Moncayo’

Moncayo in Freiheit

Foto des Tages

Moncayo morgen in Freiheit?

Wir haben schon ein paar Mal über das Schicksal von Pablo Emilio Moncayo und seiner Familie berichtet. Das erste Mal im Juli 2007.

http://www.kolumbien-blog.com/bewaffneter-konflikt/befreit-laufen http://www.kolumbien-blog.com/regional/bogota/gustavo-moncayo-achterbahn-der-gefuehle http://www.kolumbien-blog.com/kolumbien-heute/hoffnung-moncayo http://www.kolumbien-blog.com/kolumbien-heute/freiheit-moncayo

Seit dem gibt es immer wieder Gerüchte, dass er frei kommen soll, aber nie geschah etwas. 12 Jahre lebt Moncayo jetzt bereits in Gefangenschaft der Farc.

Jetzt scheinen die Versprechungen wirklich wahr zu werden. Gestern wurde bereits der junge Soldat Calvo in einer humanitären Aktion von der Farc übergeben und morgen soll es für Pablo Emilio soweit sein. Die Vorbereitungen werden bereits getroffen.

Nicht einmal annähernd kann ich mir vorstellen, wie schrecklich es sein muss, die beste Zeit seines Lebens, irgendwo im Urwald gefangen zu sein, sein Familie nicht sehen zu können und niemals zu wissen, was mit einem passiert, wie lange man noch leben wir?! Nicht annäherend kann ich mir vorstellen, wie sich die Familie, besonders Gustavo Moncayo, jetzt fühlt.

Ich werde morgen mitfiebern – bin jetzt schon aufgeregt und freue mich riesig auf den Moment, in dem wir Pablo Emilio in Freiheit und bei seiner Familie sehen können.