Drei Züge charakterisieren das Gesicht der letzten drei Jahren vom Kokaanbau in Kolumbien: Die Zersplitterung, die Verschiebung und die Reduktion einzelner Anbaugebiete.
Die Zersplitterung, weil immer neue Parzellen mit Koka angebaut werden: Nach Angaben vom Kontrollsystem illegaler Anbau in Kolumbien (SIMSI), fand zwischen 2003 und 2004, 62% des Kokaanbaus in neuen Anteilen statt. Die Verschiebung, weil die Anbauorten in neuen Departamenten (23 der 32 in Kolumbien) findbar sind. Die Reduktion, weil in den letzten Jahren die Parzellen etwa 25% kleiner wurden: Im Jahr 2005 waren sie 1,13 ha während im Jahr 2006 sie nur 0,85 ha gross waren.
Continue reading ‘Ist der Drogenkampf Teil des Teufelskreises?’
Am vergangenen Donnerstag strahlte der niederländische Sender nova eine Dokumentation über Tanja Nijmeijer aus. Tanja ist eine junge Niederländerin, die sich vor fünf Jahren in die Dienste der FARC begab. Ihre Tagebücher wurden im September gefunden, als kolumbianisches Militär das Lager angriff, in dem sich Tanja befand.
Tanja gehört zu den auf 20 geschätzten Ausländer die in der kämpfenden Truppe der FARC sind. Die veröffentlichten Auszüge Ihrer Tagebücher drücken Enttäuschung über die FARC und den Überdruss an ihrem Leben als Guerillera aus.
Der Sender nova (www.novatv.nl) ging ihren Spuren nach und traf im kolumbianischen Dschungel mit Raul Reyes zusammen, der über Tanja Auskunft gab – oder auch nicht. Er weiß nicht wo sie ist und der Sender konnte auch nicht bestätigen ob und wo sie lebt. Reyes nutzte die Gelegenheit, um auf die seiner Meinung nach gerechte Sache der FARC hin zu weisen und die europäischen Staaten aufzufordern, die FARC aus der Liste der terroristischen Organisationen zu streichen.
Continue reading ‘FARC – keine terroristische Organistation?’

Eigentlich schon für den 08.10.07 vorgesehen, fand heute das lange erwartete Treffen zwischen Venezuelas Präsidenten Hugo Chavez und einem Vertreter der FARC in Caracas statt. Es gab Bilder für die Presse (gut, weil schon Stimmen aufkamen, dass es dieses Treffen gar nicht gegeben hätte, es viel mehr ein Propagandazug von Chavez gewesen sei um von seinen innenpolitischen Problemen ab zu lenken) und die Absichtserklärungen sich bald mal richtig zu treffen.
Continue reading ‘Endlich: Treffen Chavez – FARC in Caracas’
Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) veröffentlichte seinen zweiten Jahresbericht über die weltweiten Verletzungen der Gewerkschaftsrechte. Kolumbien ist dabei das Land, in dem die meisten Morde an Gewerkschaftlern geschahen. 78 sollen es 2006 gewesen sein.
Jeder einzelne dieser Morde schmerzt die kolumbianische Gesellschaft tief.
Gewerkschaftler sind die Opfer eine Gewaltwelle, derer die Kolumbianer nur schwer alleine Herr werden können. Internationale Unterstützung wäre angebracht, doch das Ausland macht es sich einfach und kreidet diese Morde der Regierung, sogar persönlich Uribe an. Im folgenden soll nicht die Politik der jetzigen Regierung schön geredet. Aber es ist zu billig, wie Herr Guy Ryder einfach auf die kolumbianische Regierung einprügeln und in ihr die alleinigen Verantwortlichen zu sehen.
Die Proportionen stimmen nicht mehr und aus der Ferne sind sie vollkommen verzerrt. Die Welt macht sich nicht die Mühe, weiter als bis zur Schlagzeile zu gehen.
Wie ist es zu verstehen, dass jüngst McLaren-Mercedes für einen Spionagefall zur Zahlung von 100 Millionen Dollar verdonnert wird, zur gleichen Zeit aber Chiquita Banana mit einer Zahlung von 25 Millionen USD davon kommt, nach dem sie zugegeben haben, dass sie über Jahre private Armeen in Kolumbien bezahlt und bewaffnet haben. Genau diese Privatarmeen, die auch Paras genannt werden und für die Mehrzahl der Morde an Gewerkschaftler verantwortlich sind.
Continue reading ‘Morde an Gewerkschaften – auch das Ausland in der Verantwortung?’
Aus Kolumbien das “Südarabien des Biodiesels” im Jahr 2020 zu machen ist weder aus ökologischer noch aus nachhaltiger oder sozialer Sicht verträglich. Das rasche Wachstum von Ölpalmfelder in Kolumbien, von 188.000 Hektar in 2003 bis mehr als 270.000 im Jahr 2007, zeichnet den Pragmatismus in der Landwirtschaftspolitik von Uribe, die u.a. Argumente der Ersatz von Kokaanbaugebiete und Arbeitsmöglichkeiten für die “Reinsertados” darlegt.
Kolumbien ist das erste Produzent von Palmöl in Südamerika und der vierte in der Welt. Viele glauben die Herstellung von Biodiesel aus Palmöl ist die zukunftsträchtige Wachstumsalternative des Sektors. Inzwischen ist sie zur Zeit subventioniert und durch Begünstigungen gegenüber das Benzin gefördert. Die Paradoxe für die ich noch keine zufriedenstellende Antwort gefunden habe, ist das beide, Koka- und Ölpalmanbau Monokulturen sind, die wegen ihrer Industrialisierung –legal oder nicht- breite Gebiete auslaugt. Daher ist das Etikett von “Bio” bedenklich, wie kolumbianische Umweltexperte argumentieren, weil auch andere ökologisch bedeutende Gebiete der tropischen Wälder an der Pazifikküste (der Hot Spot Chocó Biogeográfico), der Karibikküste, und den östlichen Savannen von dieser Entwicklung betroffen sind oder werden.
Internationale Organisationen sind über die versprechende Zukunft des Biodiesels gelockt: sie bieten finanzielle Unterstützung an, wie am Beispiel eines Megaprojekts in den östlichen Savannen im Departament Meta, die 3 Millionen Hektar mit Ölpalmfelder und einer Art karibischen Nadelbäume vorsieht. Zusätzlich steht die andere charakteristische Dimension der Nachhaltigkeitsproblematik, die in Kolumbien und andere Entwicklungsländern grosse Bedeutung findet: die soziale Dimension, die nicht unmittelbar von Akzeptanz und technischen Risikos handelt, sondern von sozialer Gerechtigkeit, Nahrungssicherheit und Menschenrechte.
Uribe hat sich für seine Präsidentschaft zwei Meilensteine gesetzt: Die Politik der inneren Sicherheit und das Freihandelsabkommen mit den USA.
Durch einen Frieden in Kolumbien sollen der Wirtschaft die Möglichkeit zum Wachstum gegeben und dadurch die Grundlage zu vermehrten Wohlstand im Lande geschaffen werden. Um der Wirtschaft weitere Möglichkeiten zu öffnen und sie für die Zukunft stark zu machen verfolgt Uribes Administration das Freihandel-Abkommen mit den USA, Kolumbiens wichtigstem Handelspartner.
Continue reading ‘Freihandel-Abkommen (TLC) USA-Kolumbien’
Gestern Abend war ich zu einer hochinteressanten Veranstaltung der kolumbianischen Regierung eingeladen. Die Institution “Accion Social”, ein direkt dem kolumbianischen Präsidenten untergeordnetes Organ, das sich um die soziale Entwicklung und internationale Kooperation kümmert, stellte ein neues Projekt vor.
Continue reading ‘Tayrona: Früher Koka, heute Touristen’
Immer wenn der Sonnengott am Himmel strahlt, ehrt ihn Jose, aus dem Stamm der Paez-Indianer mit Cola-Sek, einer gelblich-braunen Brause. Ihr Geschmack ähnelt einer süßen Limonade aber ihre Rezeptur wird im gebirgigen Südwestens Kolumbiens gut gehütet. Nur so viel wissen wir: Die Brause wird aus Coca gewonnen und enthält keine künstlichen Süßstoffe.
Nach sechsjähriger Arbeit, haben die Paez-Indianer im November 2005 ihr Getränke zum erstenmal der Öffentlichkeit vorgestellt. Und die durchwegs positiven Reaktionen haben sie ermutigt, das Projekt nun auch kommerziell zu verfolgen. Cola-Sek soll weniger als 1000 Pesos ( € 0,38) kosten und, das ist den Paecen sehr wichtig, in Pfandflaschen vertrieben werden.
Natürlich ist die kolumbianische Regierung dagegen, versucht sie doch mit Hilfe der USA den Coca-Anbau zurück zu dämmen. Aber die Paez-Indianer halten dagegen: Die Sonnen-Coca, aus der sie auch Brot, Torten, Wein und Tee herstellen ist ein gesundes Nahrungsmittel. Und mit Hilfe der Sonne wollen sie den, für Indianerkulturen potentiellen Risiken westlicher Freihandelsabkommen entgegentreten und ihren Produkten einen Platz auf dem globalen Markt sichern.
Letzte Kommentare
terry am 25. August 2010: hmmmm yo quiero entender por que no le dan la oportunidad a colombia (avianca) d comprobar que si podemos!!! dejen tanto pesinismo y tanta critica mala!! (miguel) y sobre las perdidas d maletas odjetos!!?? ami me paso y...
Kennt vielleicht jemand das Krankenhaus und die Stadt und könnte mir da mit ein paar Infos weiterhelfen? Danke und viele Grüße!...
Manuel am 16. August 2010: Hi Nicole, freut mich, dass du eine Zusage aus Cartagena hast. Ich schicke momentan Bewerbungen für mein erstes Tertial im Februrar 2011 raus, Cartagena würde mich auch interessieren. Kannst du mir irgendwelche...
Nicole am 30. Juli 2010: Hallo, ich habe für mein Innere Tertial ab Oktober eine Zusage von der Uni in Cartagena
Andy´s Paraguay Infos am 27. Juli 2010: Hallo, ich war zwar noch nicht in Kolumbien, aber ich kenne gebürtige Kolumbianer, die jetzt in Deutschland leben und die sagen auch, daß es sich dort sehr leben läßt. In Europa wird vielleicht nur das...
Mathias am 23. Juli 2010: Ich bin zufällig auf diese Seite gestossen. Ich bin Touristikfachwirt mit Schwerpunkt intern.Luftverkehr und kann den meisten hier nur zustimmen! Ich bin vor 3 Wochen aus Kolumbien zurückgekehrt,das erstemal mit AV und...
Bernadette am 10. Juli 2010: Hallo ich fliege für zwei Monate nach Kolumbien wegen den Dreharbeiten meines Freundes, und ich bin im 5. Monat schwanger. Für eine Mutterkindpassuntersuchung suche ich einen guten Gynäkologen/in, möglichst in Bogota....
Karsten am 9. Juli 2010: …und sie fliegt wieder nach Bogota. Für alle die es noch nicht mitbekommen haben: http://presse.lufthansa.com/de /meldungen/view/archive/2010/m ay/31/article/1715.html Ab 31. Oktober gibt es wieder fünf mal in der...
MARIE-LOUISE KIRFEL BRANDT am 7. Juli 2010: Hallo Mako, ich lebe seit 28 Jahren i Kolumbien und war Lehrerin an d er Dt.Schule.Wir haben ein Ecumenprojekt, dass von der Dt.Kolumbienhilfe und Freunden gefoerdert wird.Einige der Paten waren schon in...