Lepra hielten wir im letzten Jahrhundert für direkt ansteckend. Bis genaue medizinische Erkenntnisse über Lepra im kolumbianischen Hinterland ankommen sollte, musste aber viel Zeit vergehen. Contratación ist geprägt von der Lepra Erkrankung, denn dank ihr mussten die Einwohner lange leiden aber dafür verfügen sie heute über eine einzigartige Geschichte. Die Geschichte von Contratación.
Lepra – der Anfang der Geschichte
Anfang des Jahrhunderts war Lepra eine gefürchtete Krankheit, die Erkrankten wurden aus Unwissenheit aus ihren Gemeinden in ganz Kolumbien gejagt und hatten einen Zufluchtsort in den Anden für sich ausgemacht. Es entstand eine Ansiedlung von ein paar Häusern. 1912 wurde das Dorf offiziell zu einer Gemeinde ernannt: Contratación. Doch mit der offiziellen Anerkennung kam auch ein Unheil in das Dorf. Um das Dorf wurde eine Mauer angelegt und zahlreiche Wachposten installiert. Das Ziel: keiner der Einwohner durfte den Ort verlassen, aus Angst vor Ansteckung.
Miguel hatte bereits im Februar zum Ausdruck gebracht, was “Colombia soy yo” für ihn bedeutet. Damals waren mehrere Millionen Menschen auf die Straße gegangen um gegen die FARC und für den Frieden in Kolumbien zu demonstrieren. Nach der Befreiung der 15 Geiseln vor zwei Wochen haben diese an die kolumbianischen Bevölkerung appeliert den Marsch vom 04. Februar zu wiederholen. Daher heißt es am 20. Juli noch einmal “Colombia soy yo”!
Die bekanntesten kolumbianischen Künstler sind auch mit dabei. Juanes (gemeinsam mit Miguel Bosé & Manu Chao) wird an der Seite von Ingrid Betancourt in Paris singen. Shakira gibt sich mit Carlos Vives am Dreiländereck Kolumbien-Brasilien-Peru, in Leticia die Ehre. Es wird allerdings mit deutlich geringer Beteiligung als noch im Februar gerechnet.
Hier ein Hinweis auf eine Kolumbien-Aktion in Lüneburg
In Lüneburg findet in der WunderBar am Mittwoch den 08.11.07 ein Benefiz-Konzert für kolumbianische Kinder statt. Im konkreten Fall sollen 3 Kinder in Kolumbien mit Prothesen versorgt werden. Ein Kind verlor durch eine Landmine in dem schon seit 40 Jahren währenden vergessenen, kolumbianischen Bürgerkrieg ein Bein. Zwei Kinder, die von Geburt an unter Fehlbildungen leiden. Die wirtschaftliche Situation der Familien ist bedrückend. Die Eltern verdienen trotz regelmäßiger Arbeit nicht mehr als ca. 200 EUR im Monat. Zusammen werden 4 Prothesen benötigt, die von einem Techniker vor Ort zum Selbstkostenpreis herstellen werden. Insgesamt fallen Kosten in Höhe von ca. 1.250 EUR an.
Beats Con Gas y Ana María spielen Musik aus Spanien, Südamerika und dem karibischen Raum. Sie führen mit afrikanischen Rhythmen und Gesängen auf eine weltmusikalische Reise. Zusammen mit der kolumbianischen Sängerin Ana María präsentieren die MusikerInnen ihr Programm mit karibischer Steeldrum, Conga, Bass, Gitarre und allerlei weiteren exotischen Instrumenten! Mit diesem Benfefizkonzert - sämtliche MusikerInnen spielen ohne Gage - wird ein humanitäres Projekt des International Non-Profit Network unterstützt.
Ab dem 25. September stellt der beliebte kolumbianische Künstler Fernando Botero seine “Dicken” im Berliner Lustgarten aus.
Nach New York, Paris und Madrid sollen jetzt auch in Deutschland die Werke des wohl wichtigsten Repräsentanten zeitgenössischer Kunst aus Lateinamerika zu bestaunen sein.
Die Krönung, ein 15 Tonnen schweres rundliches Pferd, dass vor dem Brandenburger Tor stehen soll, sorgt schon jetzt für Aufregung im Bundestag, da einem Künstler einer der spektakulärsten Straßenräume - ohne erkennbare Kriterien - zur Verfügung gestellt wird.
Das eigens für diesen Platz kreierte Pferd stellt tür Botero die Bewegung und den Aufbruch dar und ist deshalb an diesem geschichtsträchtigen Ort perfekt platziert. Hinter seine Skulpturen steckt dennoch keine politische oder soziale Aussage. Die Betrachter sollen sich einfach nur an der Schönheit und der Harmonie der Formen erfreuen.
Fernando Botero hofft, dass auch nach der 2-monatigen Ausstellung einige seiner Werke in Berlin bleiben.
Seit Anfang des Monats sind die Vorlesungssäale aller Öffentlichen Universitäten Kolumbiens verweist, denn die Professorinnen und Professoren streiken. Sie werden dabei von den Studentinnen, Studenten, Arbeiterinnen und Arbeitern der Unis unterstützt. Sie streiken weil am 2. Mai im Parlament ein weiterer Teil des “Nationalen Plans zur Entwicklung” (Plan Nacional de Desarrollo) verabschiedet wurde, der unter anderem neue Regelungen im Bildungsektor vorsieht. Continue reading ‘Universitäten bis auf weiteres geschlossen’
Fernando Botero feiert heute (dem 19.04.07) seinen 75. Geburtstag. Auch wir vom Kolumbien-Blog Team gratulieren. Vor allem als Einwohner von Medellin begegnet einem der Meister “der Dicken” fast täglich. Im Zentrum der Stadt steht ein ganzer Platz voller Skulpturen. In der Stadt der Kultur ist es der Künstler, der weltweit den meisten Ruhm bekommen hat. Fernando Botero lebt seit langem in Paris. Seinen Geburtstag feierte er heute offiziell in der kolumbianischen Botschaft in Spanien.
Freunde von Boteros Kunst kommen ab heute auch in Deutschland auf ihre Kosten. Anlässlich seines Geburtstages hat die Galerie Thomas eine Sonderausstellung vom kolumbianischen Meister eröffnet. Die Galerie befindet sich in München auf der Maximiliamstr. 125.
In Cartagena fand vom 26. bis 29. März der vierte Kongress der spanischen Sprache statt. Schriftsteller, Journalisten und Sänger der spanischen Sprache kamen aus der ganzen Welt angereist. Im Mittelpunkt stand ein Mann: Gabriel García Márquez. Sein Buch Hundert Jahre Einsamkeit wurde als das literarische Werk Lateinamerikas gefeiert und mit “Don Quijote” - dem spanischen Meisterwerk von Cervantes - in einem Satz hervorgehoben. Gabo - so wird Gabriel García Márquez in Kolumbien liebevoll genannt - sah man richtig an, wie gerührt er von den Ehrungen. Für ihn muss es wohl nach dem Empfang des Nobelpreises im Jahr 1982 ein Höhepunkt seiner Karriere sein. Zum Anlass des Kongresses wurde das Buch von Gabo mit einer Sonderauflage in Höhe von 1 Mio Bücher aufgesetzt.
Aber es ging nicht nur um Gabo sondern (auch) um die spanische Sprache. Nach langen Verhandlungen konnten sich die Beteiligten auf ein Zertifikat einigen, dass den Spanisch-Unterricht vereinheitlicht. Die großen spanisch sprachigen Institute und Universitäten gaben dazu ihr Einverständnis.
Nachfolgend die Dankesrede von Gabo (natürlich auf spanisch):
Rafael Pombo ist ein bekannter kolumbianischer Schriftsteller, er hat von 1833 bis 1912 gelebt. Neben seinen Gedichten sind seine Kinder-Bücher sehr bekannt in Kolumbien. Die Geschichte der “armen Alten” (La pobre viejecita) etwa, über eine alte Frau, die zwar alles hat aber immer unzufrieden ist etwa kennt jeder Kolumbianer. Diese Geschichten werden nun zu einem Musical aufbereitet. Aufgeführt wird das Stück im März in Cartagena anlässlich des vierten Kongresses der spanischen Literatur sowie der Tatsache, dass Bogota 2007 den internationalen Titel “Hauptstadt des Buches 2007” verliehen bekommen hat.
Carlos Vives ist einer der ersten Künstler, die die kolumbianische Musik über die Grenzen bekannt gemacht hat. Ihm erfolgreich sind Shakira und Juanes gefolgt und neuerdings auch Fonseca und Fanny Lu. Bekannt ist Carlos Vives für seine populäre Version des Vallenatos geworden. Sein tropischer Vallenato Stil wird auch im Musical aufleben. Mit dabei sein werden zudem Juanes, Fonseca, Cabas und andere bekannte Musiker aus Kolumbien. Die Erlöse aus dem CD-Verkauf von “Rafael Pombo” werden laut Juanita Santos vollständig für die Fundación Rafael Pombo zu Verfügung stehen.
Infos zum Projekt gibt es hier,ein Interview mit Carlos Vives zum Thema hier.
Vizepräsident Francisco Santos hat große Pläne für Kolumbien. Vor wenigen Monaten hat er die Bewerbung Kolumbiens für die Austragung der WM 2014 eingeleitet. Nun ist er dabei auch die Austragung von Miss Universe nach Kolumbien zu holen. Donald Trump hat positiv auf das Angebot reagiert.
Nachfolgend das entsprechende Interview mit Donald Trump bei Radio Caracol:
In dem Interview spricht er nicht nur über Miss Universe in Cartagena, auch über seine Meinung zu Kolumbien und wie man Erfolg im Leben hat.
Immer wenn der Sonnengott am Himmel strahlt, ehrt ihn Jose, aus dem Stamm der Paez-Indianer mit Cola-Sek, einer gelblich-braunen Brause. Ihr Geschmack ähnelt einer süßen Limonade aber ihre Rezeptur wird im gebirgigen Südwestens Kolumbiens gut gehütet. Nur so viel wissen wir: Die Brause wird aus Coca gewonnen und enthält keine künstlichen Süßstoffe.
Nach sechsjähriger Arbeit, haben die Paez-Indianer im November 2005 ihr Getränke zum erstenmal der Öffentlichkeit vorgestellt. Und die durchwegs positiven Reaktionen haben sie ermutigt, das Projekt nun auch kommerziell zu verfolgen. Cola-Sek soll weniger als 1000 Pesos ( € 0,38) kosten und, das ist den Paecen sehr wichtig, in Pfandflaschen vertrieben werden.
Natürlich ist die kolumbianische Regierung dagegen, versucht sie doch mit Hilfe der USA den Coca-Anbau zurück zu dämmen. Aber die Paez-Indianer halten dagegen: Die Sonnen-Coca, aus der sie auch Brot, Torten, Wein und Tee herstellen ist ein gesundes Nahrungsmittel. Und mit Hilfe der Sonne wollen sie den, für Indianerkulturen potentiellen Risiken westlicher Freihandelsabkommen entgegentreten und ihren Produkten einen Platz auf dem globalen Markt sichern.
Immer wieder sind wir auf der Suche nach aktuellen Nachrichten in Kolumbien gewesen. Kaum ein anderes Land weckt so viel Interesse, leider gibt es kaum ein Informationsangebot auf deutscher Sprache. Dieser Blog soll Abhilfe leisten mit aktuellen Nachrichten aus Kolumbien.
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Petra am 26. August 2008: Wir haben den Film (auf Span. in D) geguckt und fanden ihn sehr zwiespältig. Sicherlich zeichnet er ein sehr subjektives und einseitiges Bild von Kolumbien/Cali und es besteht die Gefahr, dass der ein oder andere sich in... Kvelli am 24. August 2008: Diese Ansätze privater Initiativen sind immer sehr löblich. Schade ist nur, dass diese keine große Unterstützung aus Politik und Wirtschaft der westlichen Welt erhalten. Liebe Grüße Kvelli nevado2107 am 22. August 2008: “Toller” Artikel der Frankfurter Rundschau unter http://www.fr-online.de/in_und _ausland/magazin/1580774_Der-M ann-mit-dem-anderen-Blick.html trifft den Nagel ja voll auf den Kopf, “im Drogensumpf... Miguel am 19. August 2008: @Eddi: die cosa nostra zählt mehr als 10.000 Menschen und kontrolliert ganz Sizilien. Keiner bezeichnet sie als Bürgerarmee, wenn sie sich gegen den italienischen Staat wehrt. Die Meisten im Dienste der FARC sind... CARLO am 19. August 2008: @Eddi: Es ist wahr, daß die FARC große Teile Kolumbiens kontrolliert. Doch handelt es sich dabei momentan in der Regel um recht dünnbesiedelte und wirtschaftlich eher uninteressante Gebiete (z.B. der Dschungelregion).... Eddi am 19. August 2008: Wie oben bereits gesagt, ist es mir egal, ob nun “echter” Bürgerkrieg oder “nur normaler” Terrorismus, da die Begriffe ja an der Realität nichts ändern. Meiner Ansicht nach schließen sich die... nevado2107 am 18. August 2008: @marcus Im Grunde hast du Recht, schließlich ist es ja keine Dokumentation sondern ein Spielfilm. Vor allem muss der film(@Novarelo) auch nicht Botschafter des Landes sein. Aber anders als z.B. City of god (oder... Miguel am 17. August 2008: Falsch zitiert Eddi: 99,9% der Kolumbianer wollen diesen Krieg/Terror nicht, haben niemanden einen Krieg erklärt. 0,1 Prozent tragen diesen Krieg/Terror zu den restlichen 99,9%. Kinder zu rekrutieren ist regulären...