So wie ich saß während der letzten eineinhalb Stunden wohl ganz Kolumbien vor dem Fernseher um die ersten Bilder Ingrids in Freiheit zu sehen. Bilder, die die fast unglaubliche Nachricht ihrer Befreiung fassbar machen. Kein Märchen: Sie ist frei und ihr Gesundheitszustand ist erstaunlich gut. Mit ihr sind auch die drei amerikanischen Geiseln und 11 Angehörige der kolumbianischen Streitkräfte befreit worden.
Die Befreiung selbst, in manchen ausländischen Medien fälschlich als Kampfhandlung dargestellt, ist ein wahrer Streich der Streitkräfte gewesen, nach einem Drehbuch das einem James Bond Filmes würdig wäre. Continue reading ‘Ingrid wirklich in Freiheit’
Unfassbar! Während ich diese Zeilen schreibe, erklärt Kolumbiens Außenminister Santos, dass 15 Geiseln befreit worden seien. Unter ihnen Ingrid Betancourt und die drei amerikanischen Staatsbürger! Sollte das sein? Kann das sein? Zu lange warten wir schon auf die Freiheit der Geiseln. Es fehlen noch viele, aber gerade Ingrid war zur Symbolfigur geworden und viele sahen sie als diejenige, die wegen ihrer politischen Bedeutung als letzte frei kommen würde. Die Möglichkeit, dass über ihren Tod während der Geisel-Haft berichtet werden würde, war uns allen stärker vor Augen, als über ihre Freiheit zu lesen.
Es ist im Augenblick unmöglich, auf die Seiten des El Tiempo oder anderen Medien zu kommen und uns die Meldung, die fast zu schön ist um wahr zu sein, schriftlich bestätigen zu lassen. Viele Fragen kommen auf, vor allem da es sich um eine militärische Aktion zu handeln scheint. Sobald wir mehr wissen, werden wir darüber berichten. Im Moment “nur” dies: Ingrid ist frei!
Kolumbien erwacht mit einem politischen Kater! Nachdem der Oberste Gerichtshof die Ex-Parlamentarierin Yidis Medina der Mithilfe zur Bestechung und der versuchten Vorteilnahme schuldig befunden hatte, leitete es vorgestern das Urteil an das Verfassungsgericht weiter, als Information und mit der Bitte dem Ergebnis zu verfahren, wie es das Verfassungsgericht für angemessen erachte.
Gestern griff die Regierung den Oberste Gerichtshof an. Der Minister für Soziales beschuldigte das Gericht, falsche Anschuldigungen gegen ihn zu machen. Der Friedenskommissar zeigte das Gericht wegen Verbindungen zu den Paras an. Unter dem Vorwurf des Amtsmissbrauchs und dem Versuch der Bestechung eröffnete seinerseits der Gerichtshof Untersuchungen gegen dem ehemaligen Innenminister Sabas Pretelt, dem jetzigen Sozialminister Diego Palacio, dem ehemaligen Chef des kolumbianischen Sicherheitsdienstes DAS Noriega, sowie den Generalsekretär des Präsidentenamtes Moreno und seinem Vorgänger, alles enge Vertraute Uribes. Continue reading ‘Yidis: Quo vadis Uribe ?’
Gestern wurde das Urteil gegen Yidis Medina gesprochen. Das zuständige Gericht befand sie der Beihilfe zur Bestechung und versuchten Vorteilnahme für schuldig. Ein Urteil mit gravierenden Folgen für die aktuelle kolumbianische Regierung.
Yidis zeigte sich vor einigen Monaten selber an und beschuldigte sich, bei der parlamentarischen Abstimmung zur Verfassungsänderung, die eine sofortigen Wiederwahl des amtierenden Präsidenten (Uribe) ermöglichte, im Juni 2004 der Änderung zugestimmt zu haben, obwohl sie eine erklärte und bekannte Gegnerin dieser Reform war. Sie habe in letzter Minute ihr entschiedenes “Nein” in ein “Ja” geändert, da Regierungsvertreter ihr, der ehemaligen konservativen Parlamentsabgeordneten persönliche Vorteile und finanzielle Hilfen für ihre Region Santander angeboten hätten. Continue reading ‘Das Yidis Urteil und Uribes Not’
Der letzte Nachrichtensplitter ist schon einige Zeit her, von daher hat sich einiges angesammelt:
Farc will Betancourt freilassen?
Laut Regierung ist durch den Tod von Marulanda die Möglichkeit geschaffen, dass Betancourt freigelassen wird, die tagesschau.de nimmt das Thema auf.
Piedad Cordoba wehrt sich per Youtube
Die umstrittene Piedad Cordoba ist letzte Woche wieder in die Schlagzeilen geraten. Nach der “Parapolitica” ermittelt nun die kolumbianische Staatsanwaltschaft auch über die Verbindungen von FARC zu Politikern. Promintestes Opfer: Piedad Cordoba. Sie wehrt sich per Videobotschaft auf youtube. Interessanterweise nennt sie das ganze eine “Cortina de humo”, das Vokubaler kenne ich bislang nur von einer anderen Gruppierung. (spanisch) Continue reading ‘Kolumbien Nachrichtensplitter’
Soeben (um 17:30 Ortszeit) hat die kolumbianische Regierung den Tod von Manuel Marulanda, besser bekannt als Tirfijo, bekannt gegeben. Manuel Marulanda ist der Gründer der FARC und nach wie vor der Führer der Guerilla Organisation. Nachdem letzte Woche erst die Kommandateurin der 47. Front - Karina - aufgeben hatte und die Nummer zwei der FARC, Raúl Reyes am 01. März gefallen war ist der Tod Tirofijos ein weiterer Schlag für die Guerilla Organisation. Laut der Regierung ist Tirofijo am 26. März 2008 gestorben, zur Todesursache wurden keine Angaben gemacht, zuvor gab es Gerüchte, dass Tirofijo unter Krebs leidet. Eine Reaktion oder Bestätigung von Seiten der Guerilla gab es noch nicht.
Zur Zeit überreicht der Generalsekretär des Interpol die Ergebnisse der Untersuchung der Computer, die Besitzt des gefallenen FARC-Führer Raul Reyes gewesen sein sollen. Nach einer längeren Erklärung, wie es dazu kam, dass Interpol den Auftrag zur Analyse der Geräte übernommen habe und wie sicher gestellt wurde, dass die Interpol-Prüfer die Inhalte der Dokumente nicht bewerten konnten und daher auch nicht beeinflussen werden würden, erklärte er, dass die einzige Aufgabe der Interpol darin bestanden habe, fest zu stellen, ob die Computer manipuliert wurden. Diese Manipulation könnte durch nachträgliche Entfernung oder Hinzufügung (nach dem 01.03.08) von Dokumente oder Veränderung der Dokumente gegeben sein. Es war nicht Aufgabe des Interpol den Inhalt der Dokumente zu bewerten.
Das Ergebnis der Untersuchung stellt fest, dass der Inhalt der Speicher nicht manipuliert wurde. Einzige Manipulation am Computer fand statt, als die kolumbianischen Behörden den Inhalt der Computer herunter luden. Continue reading ‘Reyes Computer nicht manipuliert’
Es ist ein offenes Geheimnis: Um Erfolge im Kampf gegen illegale militarisierte Gruppen vorzuweisen, werden auch unschuldige Campesinos erschossen und als Guerilleros (schließt rechte und linke Gruppen ein) ausgegeben.
Wie die Zeitung El Tiempo heute auf ihrer Titelseite berichtet, stieg seit 2002 die Zahl der Campesinos, die durch das Militär ermordet wurden um sie dann als gefallene Guerilleros in der Erfolgsstatistik zu führen. Dies sei eine Folge des Drucks der militärischen Führung auf ihre Einheiten, Erfolge im Kampf insbesondere gegen die FARC vorzuweisen.
Die Zahlen sind erschreckend, nach Berichten von 187 Menschenrechtsorganisationen seien zwischen 2002 und 2007 insgesamt 955 Zivilisten getötet und später als gefallene Guerilleros präsentiert worden. Dies seien 60 Prozent mehr als in den 5 Jahren davor. Continue reading ‘Erschossene Campesinos als Guerilleros ausgegeben’
Die kolumbianische Regierung sagte zu, alle inhaftierten FARC-Kämpfer sofort zu begnadigen, sollten die FARC die Geiseln frei lassen.
Damit reagiert die Regierung auf die beängstigenden Meldungen über den Gesundheitszustand mancher Geiseln, insbesondere Ingrid Betancourts. Die Begnadigung soll für alle inhaftierten FARC-Kämpfer gelten, unabhängig davon welches Vergehen sie begangen haben und wie viel Zeit sie noch absitzen müssten um ihre Strafe zu sühnen.
So ähnlich soll die Schlagzeile einer großen deutschen Tageszeitung Anfang März suggeriert haben, erzählte mir ein Besucher aus dem Bayernland.
Diese Schlagzeile nahm so Bezug auf Dokumente, nach denen die FARC für viel Geld schwach angereichertes Uran gekauft haben sollte. Diese Dokumente seien im Computer Raul Reyes gefunden worden. Bei dem Überfall auf das Lager Reyes im ecuadorianischen Grenzgebiet, will das kolumbianische Militär auch zwei Computer Reyes gefunden haben. Zwar werden diese Computer jetzt durch internationale Behörden (z.B. momentan Interpol) untersucht, aber brisante Dokumente verlas der Polizei-Chef schon ohne “Echtheit-Zertifikat” vor laufenden Kameras kurz nach dem Fund.
Immer wieder sind wir auf der Suche nach aktuellen Nachrichten in Kolumbien gewesen. Kaum ein anderes Land weckt so viel Interesse, leider gibt es kaum ein Informationsangebot auf deutscher Sprache. Dieser Blog soll Abhilfe leisten mit aktuellen Nachrichten aus Kolumbien.
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Saulo am 29. August 2008: Hallo an alle, gespannt habe ich eure Kommentare gelesen, bevor ich mich selbst zum Film äußere. Vorab eine Anekdote, ich habe mir den Film zwei (!) mal in Frankfurt in der deutschen Fassung angesehen. Es hiess beim... CARLO am 29. August 2008: @ man man man: ich weiß nun nicht, auf was für einem hohen Roß du sitzt, um zu meinen, die Leute hier im Blog in solch einer total unqualifiziert frechen Art und Weise zu kritisieren, belehren und maßregeln zu... bjoern wellna am 28. August 2008: hallo andre, ich lebe seit etwa drei jahren in kolumbien region medellin ! dein stellenangebot finde ich intereressant. ich bin 43jahre jung, habe drei fincas u.a.mit kaffee, bin verheiratet mit einer wunderbaren... Novarelo am 28. August 2008: Muss ich auch noch mal loswerden hier: Ich fand den Film ja wie gesagt, sehr spannend und konnte mich sehr gut mit diesem Thema indentifizieren - immer wenn man meint ein Land wie unseres zu verstehen, liegt man am... Novarelo am 28. August 2008: @man man man mag sein, dass wir hier zwanghaft sind und ein bisschen besserwisserisch, wenn das so ist passt du auf jeden Fall sehr gut rein. Auf sinnfreies Genöle kann ich allerdings gut verzichten. Geh einen Trinken... Eddi am 28. August 2008: So so, die freie Meinungsäußerung macht den Blog kaputt? Hinter den zwei Begriffen stecken zwei unterschiedliche Ideologien, wie mit Farc und Paras umgegangen werden soll. Das ist nicht weniger kontrovers als in... man man man am 28. August 2008: Leute, habt ihr nichts Besseres zu tun, als euch hier mit tausenden Zeichen ueber zwei Begriffe zu streiten? Wie viel Langeweile muss man haben bzw. wie ausgepraegt muss der Zwang, immer Recht haben zu wollen,... Petra am 26. August 2008: Wir haben den Film (auf Span. in D) geguckt und fanden ihn sehr zwiespältig. Sicherlich zeichnet er ein sehr subjektives und einseitiges Bild von Kolumbien/Cali und es besteht die Gefahr, dass der ein oder andere sich in...