Update: am 28.04.2007 gab es ein Lebenszeichen von Ingrid Betancourt, alle Details gibt es hier…
Update: am 31.05.2007 berichtet die Senatorin Piedad Cordoba, dass Betancourt in den nächsten Tagen frei kommen soll, die Regierung dementiert die Meldung…
Liebe Ingrid.
Fünf Jahre schon fehlt uns Deine Stimme,
Fünf Jahre ohne Deine mutige Politik,
Fünf Jahre ohne Deine Familie, deine Kinder.
Wir hatten uns kurz kennengelernt im Jahre 1998, in einem Hotel in Valledupar. An einem heißen, späten Nachmittag. Du erzähltest, dass du gerade fast entführt worden wärest auf dem Weg von Barranquilla nach Valledepur. Wir drehten einen Film über Vallenato, El Acordeon del Diablo. Meist in gefährlichen Zonen, im Guerilla-Gebiet. Ich bin durch diese Regionen immer um 12h Mittags gereist. Die Hitze vertreibt die Hunde auf der Strasse und auch die Guerilla.
Continue reading ‘Ingrid Betancourt – fünf Jahre in den Fängen der FARC’
Es geht rund dieser Tage im politischen Kolumbien, ein gute Zeit um mit einem kühlen Kopf die richten Entscheidungen zu treffen Herr Presidente?
Blicken wir zurück: Am 04.12.00 war der ehemalige Wirtschaftsboss der Entwicklungshilfer Kolumbiens (unter der Regierung Pastrana) entführt. Sechs Jahre sind vergangen, am 31.12.06 wurde die FARC Gruppe, die Araujo gefangen hielt von der kolumbianischen Armee angegriffen. Araujo nutzte den Zeitpunkt zur Flucht. Mehrere Tage flüchtete er durch Wälder, eher er am 05.01.07 war Araujo gerettet und das Thema Kolumbiens. Er gehörte zu den 58 politischen und militärischen Geiseln, zu denen auch Ingrid Betancourt zählt.
Continue reading ‘Der neue Außenminister: Fernando Araújo’
Der Tayrona-Nationalpark bei Santa Marta an der kolumbianischen Karibikküste wird von uns hier, die in Kolumbien leben, immer zu den schönsten Plätzen des Kontinents gezählt. Seine Flora und Fauna, seine spektakulären Palmenstrände, die riesigen, verstreut liegenden Steine, kleine Traumbuchten mit ruhigem Meer wechseln mit wilden Straenden und hohem Wellengang ab und dicht dahinter dich sich auf fast 6.000 m erhebende Sierra Nevada de Santa Marta – das höchste Küstengebirge der Welt – sind wirklich phantastisch. Nun hat die englische Tageszeitung The Guardian, genauer gesagt einer Ihrer Redakteure, die Strände des Tayrona-Nationalpark zu den zweitschönsten der Welt gewählt.
Es gibt so viele schöne Themen in Kolumbien, fern von Mord und Todschlag. Aber was zur Zeit das Land beschäftigt, sind die Paramilitärs und ihre Komplizenschaft mit Politik und Militärs. Ich denke, dass es sehr schwer ist für jemanden in Deutschland die Hintergründe und den Charakter der Paras , wie sie hier genannt werden, zu begreifen. Sind es Mörderbanden, eine illegale Armee, Selbstverteidigungsgruppen? Lasst mich kurz ausholen: Alles begann zu einer Zeit, als der Präsident Uribe Gouverneur in Antioquia war. Angesichts der Tatsache , dass die Regierung, die Militärs, die Polizei in weiten Regionen die Kontrolle verloren hatten und keine Präsenz zeigten, haben sich Selbstverteidigungsgruppen gebildet, sie wurden sogar legalisiert. Das waren die sogeannten Convivirs (was so viel wie Zusammenleben bedeutet). Ein logischer Vorgang. Wenn deine Farm nicht mehr vor Kriminellen und Dieben oder der Guerilla sicher ist, wenn du mit Entführung bedroht wirst, wenn du gezwungen wirst, Schutzgelder zu zahlen, dann musst du dich selber verteidigen. Ich hatte damals kolumbianische Farmer kennengelernt, die einfach keine andere Wahl hatten. Entweder aufgeben oder sich selbst verteidigen. So weit, so gut.
Continue reading ‘Paramilitärs satt’
Die politische Woche beginnt mit dem erwarteten Paukenschlag: Kolumbiens Aussenministerin Maria Consuelo Araujo erklärte ihren Rücktritt.
Sie ist damit das bisher politisch ranghöchste Opfer des sogenannten Para-Skandals. Nach dem ihr Bruder, Senator Alvaro Araujo, wegen Verbindungen zu den Para-Militärs, letzte Woche festgenommen wurde und gegen weitere Mitglieder ihrer Familie – ihrem Vater und einem Cousin- Ermittlungen in gleicher Angelegenheit eröffnet wurden, war die Ministerin nicht mehr zu halten.
Zwar stellte sich Präsident Uribe am Freitag noch hinter seine Aussenministerin, aber es war allen klar, dass diese nicht mehr im Amt zu halten ist. Zwar gilt sie auch bei ihren politischen Gegner als unschuldiges Opfer, aber ein fest halten im Amt ist das falsche Signal in Kolumbiens Bemühungen, mit den Folgen der von links und rechts unterwanderten Politik fertig zu werden.
Frau Araujo ist der erste prominente Rücktritt in Folge des Skandals, aber ganz sicher nicht das letzte. Schon werden Stimmen laut, die Neuwahlen des Parlaments fordern.
Obwohl der Präsident Alvaro Uribe seiner Außenministerin am Freitag das Vertrauen aus sprach, darf Consuelo Araujo kein Verstimmen der gegen sie gerichteten Rücktrittsforderungen erwarten. Zwar genießt sie auch das Vertrauen ihrer politischen Gegner, jeder lobt ihre Amtsführung, ihre schon oft unter Beweis gestellten Fähigkeiten ein politisches Ressort zu leiten und niemand in Kolumbien bringt sie persönlich in die Nähe der Paramilitärs.
Viele verstehen den Präsidenten wenn er darauf besteht, die Amtsinhaberin nicht zu opfern, nur um den Para-Skandal – ein “real existierendes” Drama in Kolumbien – klein zu spielen. Aber auch engste Berater Uribes sehen in einem Festhalten an Araujo, unnötige Belastung und Verschleiß für die Amtsinhaberin. Wie stark der Gegendwind für Araujo wird, zeigt sich schon bestimmt in dieser und den kommenden Wochen. Continue reading ‘Der Para-Skandal – bedroht nicht nur Consuelo Araujos politische Existenz’
Die größte kolumbianische Küstenstadt steht einmal im Jahr im Zentrum der Aufmerksamkeit. Barranquilla ist die Hauptstadt des kolumbianischen Karnevals. Gefeiert wird wie in Deutschland auch von Samstag bis Dienstag vor dem Aschermittwoch. Allerdings finden die meisten Aktivitäten am Wochenende statt mit den größten Umzügen.
Damit sind die Gemeinsamkeiten mit dem deutschen Karneval aber auch schon fast aufgezählt, hier ein paar wesentliche Unterschiede:
Continue reading ‘Karneval in Barranquilla’
Am vergangenen Sonntag kam es in Cartagena zu einem tragischen Raubüberfall. Zwei Italiener wurden von einem Jungen überfallen. Das italienische Ehepaar trug eine Digital-Kamera bei sich, dem Motiv des Raubüberfalles. Nachdem sich die italienischen Touristen wehrten wurden SChüsse abgefeuert. Die Ehefrau wurde tödlich verletzt, der Ehemann überlebte aber wird immer noch im Krankenhaus behandelt.
Die Nachricht schockte Kolumbien und Italien gleichzeitig. In Italien wurde die Frage aufgeworfen, in weit Reisen nach Cartagena sicher sind. In Kolumbien war die Trauer groß, dass einem Ausländer etwas passiert ist. Zu tödlichen Raubüberfällen kommt es in den Großstädten Kolumbiens immer wieder, aber bei einem ausländischen Opfer wird es zum Tagesthema.
Der Straftäter wurde mittlerweile gefasst, er ist 17 Jahre alt und stammt aus einer sehr gewaltätigen Familie, sowohl sein Bruder, als auch sein Vater und seine Großmutter sind in Haft wegen Mordes.
Francisco Santos, Vizepräsident von Kolumbien, äußerte sich dazu sehr besorgt und kündigte konkrete Gegenmaßnahmen an, die die Sicherheit der Bewohner Cartagenas und Besucher der Stadt gewährleisten soll. Das ist auch sinnvoll, denn ein paar unangenehme Fragen zu diesem Vorteil werden ihm während der ITB gestellt werden. Hier hält er im Rahmen des Lateinamerika-Forums (am 08. März um 15:30 Halle 15.2) einen Vortrag. Gerade (16.02.) habe ich erfahren, dass Francisco Santos seinen Besuch in Berlin abegsagt hat, anstattdessen wird Maria Elvira Pombo, Präsidentin von ProExport, die Rede in Berlin halten.
Für großes Aufsehen sorgte heute Abend die Festnahme von Álvaro Araújo, dem Bruder der kolumbianischen Außenministerin. Ihm sowie zwei weiteren Senatoren (Mauricio Pimiento und Dieb Maloof) sowie drei Kongressabgeordneten wird vorgeworfen mit dem Paramilitär zusammengearbeitet haben. Erst im Dezember waren bereits drei Kongress-Abgeordnete aus den selben Vorwürfen festgenommen worden. Das Verfahren gegen diese drei Politiker läuft weiterhin und wird in Kolumbien aufmerksam verfolgt.
Prominentestes Opfer ist heute Abend aber Álvaro Araújo. Er wurde in einem Shopping Center in Bogota verhaftet. Die Tatsache, dass seine Schwester die Außenministerin ist, wirft die Frage auf, in wie weit sie mit den Paramilitärs Geschäfte machte. Miguel ist dieser Frage bereits in seinem Artikel “Araujo: Vertreterin eines Unrechtregimes?” nachgegangen.
Spannend ist die Frage, wie die Festnahmen im In- und Ausland interpretiert werden? Zwei mögliche Antworten:
a) Endlich ist es soweit, dass die Politiker, die mit den illegalen Paramilitärs Geschäfte treiben dingfest gemacht werden. Ein Zeichen dafür, dass die Paras ihren Einfluss verlieren und der Rechtsstaat gewinnt…
b) Die Verhaftungen zeigen, wie weit die Paras in der gegenwärtigen Politik mitreden, von Verbesserung kann keinesfalls die Rede sein. Die Tatsache, dass es früher nicht zu solchen Festnahmen kam, zeigt nur, dass die Verstrickungen zu den Paras immer schlimmer werden…
Wie ist eure Meinung? Wir freuen uns auf eure Kommentare!
Nach neusten Zahlen, die vor einigen Tagen in der größten kolumbianischen Tageszeitung “El Tiempo” erschienen sind, konnte Kolumbien auch 2006 die Gästezahl aus dem Ausland kräftig -weit Eber dem weltweiten Schnitt – erhöhen. Laut DAS, dem “Departamento Administrativo de Seguridad – diese kontrollieren alle Ein- und Ausreisen, sind 2006 über 1.000.000 ausländische Gäste registriert worden, ein Anstieg von deutlich über 10% im Vergleich zum Vorjahr.
Laut Statistik hatten 50% aller ausländischen Touristen, sprechen wir lieber von Einreisen ausländischer Staatsbürger, denn in dieser Zahl sind natürlich auch die Geschäftsreisen und ethnischen Einreisen enthalten, Bogota als Enddestination der Reise. Das entspricht einem Zuwachs von fast 25%, von 416.000 auf 517.000. Das klingt recht hoch, wahrscheinlicher ist, dass 50% der Einreisen über Bogota gelaufen sind. Die Karibikküste mit den touristischen Städten Santa Marta (53%) und Cartagena (12%) hat ebenfalls kräftig zugelegt, San Andres fällt da mit Zuwachsraten von ca. 5% etwas zurück.
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Letzte Kommentare
Marion Geissbühler am 19. Dezember 2011: Hallo Yolanda Zufällig bin ich auf dein Schreiben gestossen. Vermietest du die Wohnung immer noch? Wenn ja, besteht die Möglichkeit sie vom 24.Dezember 2011 bis 2. Januar 2012 zu mieten oder nur über das...
danke bianca
irina am 5. Dezember 2011: Hi Nora, danke für den Bericht!!! Ich wollt fragen, ob man den Rest des Gepäcks, den man für die Wanderung nicht benötigt, am Startpunkt irgendwo unterstellen kann? Danke! VG Irina
Felix W. am 26. November 2011: Hi, bin in Kolumbien, aber mir wird verboten Leticia zu bereisen, da es gefährlich sein soll, was mir aber einige Kolumbianer nicht bestätigen, doch meine Organisation in DE möchte es nicht. Was gibts dazu zu sagen?...
Stefan H. am 13. November 2011: Hallo, erstmal vorweg ich war auch noch nie in Kolumbien. Ich kenne aber hier in D einige Kolumbianer. Und ich muss sagen dass sind sehr freundliche,liebevolle und offene Menschen die sich über jede Kleinigkeiten...
Mary am 30. Oktober 2011: Hallo, ich selbst habe auch einen Blog über Kolumbien. Wenn ihr dort etwas reinschreiben wollt, immer zu! Viele Grüße Mary
pedro am 16. September 2011: Hallo, also ich will hier meine ganz subjective Erahrung beisteuern: Vor 3 Monaten habe ich meine novia columbiana uebers Internet kennengelernt, vor 6 Wochen habe ich sie besucht und seitdem ist es aus mit mir –...
Kim am 17. August 2011: Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen aus ärmeren Ländern, also entweder aus Entwicklungs- oder Schwellenländern, sich schneller über etwas freuen. Oft ist auch der Zusammenhalt innerhalb der Familie...
bianca am 9. August 2011: hallo, wo genau wurde denn dieses foto geschossen? ich werde nächsten frühling nach kolumbien fliegen und das foto sieht auf jeden fall so aus, als würde sich ein abstecher dorthin lohnen