Archiv für die Kategorie 'Wirtschaft'

Nahrungssicherheit in einem Tresor?

Die Vielfalt von Maiskolben, indianische Kinder im Norden KolumbiensMehr als die Hälfte der Samen, die in den letzten 40 Jahren im Internationalen Zentrum für tropische Landwirtschaft (CIAT) in Palmira, Kolumbien, aufbewahrt waren, werden demnächst nach Longyearbyen, einer Insel des Archipels Svalbard in Norwegen geschickt. Sie entsprechen einem Teil des Sicherheitsvorrats für zukünftige Generationen, der in einem Tresor für die Menschheit aufbewahrt wird.

Maniok, rote Bohnen und Gräser werden 10 Meter unter der Erde bei einer Temperatur von -18°C zusammen mit mehr als 200.000 verschiedenen tropischen Samen aus Afrika, Asien und Lateinamerika aufbewahrt, was die Nahrungsmittelproduktion der Menschheit sicher stellen soll.

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Der Mindestlohn, nur ein Armutsindikator

Ab Jahr 2008 werden ungefähr 1,6 Millionen Kolumbianer ein monatliches Mindestlohn von $ 461.000 kolumbianische Pesos verdienen, das heisst US$ 242.6 (Wechselkurs U$ 1 = COL$ 1.900). Ein Mindestlohn, der von der Regierung zum zweiten mal für den privaten Sektor festgelegt wird, da sich Unternehmer und Gewerkschaftler für die Erhöhung desselben nicht einigen konnten. Der Mindestlohn für den offiziellen Sektor wird spáter festgelegt;es richtet sich deutlich nach dem ersten.

Das Paradox dabei ist dass dieser Mindestlohn nie einmal für die Hälfte der „Canasta Familiar“ zu erwerben reicht, eine Liste von Gütern und Dienstleistungen, die nach offiziellen Rechnungen von einer Familie monatlich nachgefragt werden können und im Jahr 2007 U$ 484,21 entsprach. Also, wenn in der Familie nicht mindestens zwei Personen arbeiten, liegen die Mitglieder zweifellos in Armut.
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Nahrungssicherheit indianischer Völker in Gefahr

Kinder vom MaisDie Nahrungssicherheit der dezimierten indianischen Völker und der Kleinbauern Kolumbiens werden von der Regierung ignoriert. Sie hat die Freisetzung von genetisch verändertem Mais in vier Departamenten des Landes genehmigt, obwohl das Umweltministerium das Genehmigungsverfahren für unzureichend erklärte. Weder die ökologischen noch die sozioökonomischen Aspekte, die im Cartagena Protokoll für biologische Sicherheit (auch von Kolumbien ratifiziert) geregelt werden, waren berücksichtigt.

Die Indianische Völker wie die Zenu (etwa 5.360 Familien), die sich als „Kinder vom Mais“ verstehen und im „Resguardo San Andres de Sotavento“ im nordwesten Kolumbiens leben, haben vor zwei Jahren ihr Land frei von genetisch verändertem Organismen erklärt. Aber die genehmigte Freisetzung von drei in Labors entwickelten Maissorten der Grosskonzernen Monsanto und Dupont werden auch gerade in der Nähe dieser indianischen Gebieten angebaut.
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Korruption: Kolumbien im internationalen Vergleich

Transparency InternationalDie Organisation Transparency International gibt einmal im Jahr eine Liste mit einer Einstufung nach Korruption alle Länder heraus. Wo liegt Kolumbien im internationalen Vergleich?

Der Index betrachtet den Grad der staatlichen Korruption in 180 Ländern und Gebieten. Bewertet werden die Länder auf einer Skala von 0 bis 10. 10 bedeutet sehr wenig Korruption, 0 sehr ausgeprägte Korruption. Spitzenreiter der Liste der korruptionsfreisten Länder sind Neuseeland, Dänemark und Finnland mit 9,4 Punkten. Deutschland liegt auf dem 16. Platz. Kolumbien befindet sich auf Platz 68, dicht hinter Kroatien und gefolgt von China und Mexiko.

Wie schneidet Kolumbien im südamerikanischen Vergleich ab?

22. Chile
25. Uruguay
68. Kolumbien
72. Brasilien
72. Peru
105. Argentinien
105. Bolivien
138. Paraguay
150. Ecuador
162. Venezuela

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Hat Bogota die modernste Deponie Lateinamerikas?

Genau vor zehn Jahren sind etwa 800.000 Tonnen Müll und Sickerwasser aus der einzigen Deponie Bogotás, Doña Juana, im Süden dieser Stadt ausgelaufen. Die grösste Umweltkatastrophe der Hauptstadt Kolumbiens, wie es noch bezeichnet wird.

Nur wenige Meter entfernt von der 450 ha grosse Deponie sind arme Vierteln der Stadt zu finden, die unregelmässig und ununterbrochen gebaut werden. Dort hatten sich die Menschen an die unangenehme aber angeblich noch umweltverträgliche Gerüche der Deponiegasen gewöhnt. Nach dem Vorfall, den sie am Anfang nicht verstanden, mussten sie ihre Häuser verlassen. In den nächsten Tagen und Monaten war der unangenehme Geruch in grossen Teilen der Stadt unvermeidlich spürbar, dennoch sind die Bewohner des Stadtteils zurück zu ihren Häuser gekehrt und verlangten beim Bürgermeisteramt Entschädigung wegen ihr Wohnsitz und der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit.
Heute, zehn Jahre nach dem Ereignis haben sie noch kein Schadenersatz bekommen, obwohl das Verwaltungsgericht von Cundinamarca (Departament wo Bogota liegt) ihr Antrag auf Entschädigung neulich akzeptierte. Der Stadtsamt hat ihm unmittelbar bestritten.
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Unternehmerreise nach Kolumbien

AHK LogoDEinternational Ltda., Tochtergesellschaft der Deutsch-Kolumbianischen Industrie- und Handelskammer hat gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung des Rhein-Kreis Neuss eine Unternehmerreise nach Kolumbien ausgearbeitet. Diese soll deutschen Unternehmen eine direkte und persönliche Kontaktplattform in
Kolumbien bieten.

Die neuntägige Reise macht Station in Bogota, Medellin und Cartagena. Die Reise ist für den 24.11 bis zum 03.12.2007 ausgeschrieben. Neben dem eigentlichen Programm können je nach entsprechenden Interessendsfeldern eines Teilnehmers die Besuchsinhalte und Kontaktmöglichkeiten angepasst werden. Der Reisepreis beträgt 2100 bis 2400 Euro (je nach Anzahl der Teilnehmer).

Alle Details zur Reise und zum genauen Programm gibt es als PDF-Download.

Bei Interesse meldet euch bitte bei Conny Zech und Benjamin Josephs.

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Koka- oder Ölpalmen anbauen - einer Frage der Ökologie

Aus Kolumbien das “Südarabien des Biodiesels” im Jahr 2020 zu machen ist weder aus ökologischer noch aus nachhaltiger oder sozialer Sicht verträglich. Das rasche Wachstum von Ölpalmfelder in Kolumbien, von 188.000 Hektar in 2003 bis mehr als 270.000 im Jahr 2007, zeichnet den Pragmatismus in der Landwirtschaftspolitik von Uribe, die u.a. Argumente der Ersatz von Kokaanbaugebiete und Arbeitsmöglichkeiten für die “Reinsertados” darlegt.

Kolumbien ist das erste Produzent von Palmöl in Südamerika und der vierte in der Welt. Viele glauben die Herstellung von Biodiesel aus Palmöl ist die zukunftsträchtige Wachstumsalternative des Sektors. Inzwischen ist sie zur Zeit subventioniert und durch Begünstigungen gegenüber das Benzin gefördert. Die Paradoxe für die ich noch keine zufriedenstellende Antwort gefunden habe, ist das beide, Koka- und Ölpalmanbau Monokulturen sind, die wegen ihrer Industrialisierung –legal oder nicht- breite Gebiete auslaugt. Daher ist das Etikett von “Bio” bedenklich, wie kolumbianische Umweltexperte argumentieren, weil auch andere ökologisch bedeutende Gebiete der tropischen Wälder an der Pazifikküste (der Hot Spot Chocó Biogeográfico), der Karibikküste, und den östlichen Savannen von dieser Entwicklung betroffen sind oder werden.

Internationale Organisationen sind über die versprechende Zukunft des Biodiesels gelockt: sie bieten finanzielle Unterstützung an, wie am Beispiel eines Megaprojekts in den östlichen Savannen im Departament Meta, die 3 Millionen Hektar mit Ölpalmfelder und einer Art karibischen Nadelbäume vorsieht. Zusätzlich steht die andere charakteristische Dimension der Nachhaltigkeitsproblematik, die in Kolumbien und andere Entwicklungsländern grosse Bedeutung findet: die soziale Dimension, die nicht unmittelbar von Akzeptanz und technischen Risikos handelt, sondern von sozialer Gerechtigkeit, Nahrungssicherheit und Menschenrechte.

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TLC – Baustein für die Gesamtamerikanische Freihandelszone

ALCA In den vergangenen Wochen sind die Wellen zum Thema TLC im Zusammenhang mit den massiven Studentenprotesten noch einmal besonders in die Höhe geschlagen. Miguel hat uns bereits über den Inhalt des Vertrags aufgeklärt. Ich möchte in meinen nächsten Beiträgen versuchen politischen und wirtschaftlichen Interessen und langfristigen Auswirkungen zu beleuchten, dazu muss ich jedoch etwas weiter ausholen.

Es wäre nicht richtig den Vertrag TLC isoliert zu betrachten, denn er ist eben nicht nur ein wirtschaftliches bilaterales Abkommen zwischen Kolumbien und den USA, er ist Teil eines gesamtamerikanischen Prozesses. Der schwierige Spagat zwischen den verschiedenen nationalen politischen und ökonomischen Interessen stellt den Kontinent auf eine harte Probe. Einig sind sich die Länder zumindest darin, dass eine interkontinentale Vernetzung notwendig ist um zukünftig auf dem Weltmarkt bestehen zu können. Je nach politischer Ausrichtung der Regierungen geht dabei jedoch die Angst vor den wirtschaftlich übermächtigen USA um.

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Juan Valdez kooperiert mit Coca Cola

Juan ValdezJuan Valdez ist auf den Spuren von Starbucks. Juan Valdez ist die Marke der Vereinigung der kolumbianischen Kaffeeanbauer. Das Logo von Juan Valdez: der Kaffeeanbauer neben seinem Esel ist auch in Deutschland sehr bekannt.

Für Nordamerika konnte die Vereinigung nun 11.000 neue Vertriebsstellen melden. Dies wurde durch eine Einigung mit Coca Cola möglich. Diese Restaurants werden von Coca Cola beliefert und sollen nun auch kolumbianischen Kaffee verkaufen. Gabriel Silva, Chef bei Juan Valdez verspricht sich davon den Verkauf von zusätzlichen 45.000 Kaffeesäcken nach Nordamerika.

Sollte die Kooperation erfolgreich verlaufen, so erhoffen sich die Kolumbianer nach und nach Zugang zu den insgesamt 450.000 Restaurants, die von Coca Cola beliefert werden.

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Freihandel-Abkommen (TLC) USA-Kolumbien

Uribe hat sich für seine Präsidentschaft zwei Meilensteine gesetzt: Die Politik der inneren Sicherheit und das Freihandelsabkommen mit den USA.

Durch einen Frieden in Kolumbien sollen der Wirtschaft die Möglichkeit zum Wachstum gegeben und dadurch die Grundlage zu vermehrten Wohlstand im Lande geschaffen werden. Um der Wirtschaft weitere Möglichkeiten zu öffnen und sie für die Zukunft stark zu machen verfolgt Uribes Administration das Freihandel-Abkommen mit den USA, Kolumbiens wichtigstem Handelspartner.
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