Vor ein paar Tagen war es soweit: “Liebe in Zeiten der Cholera” hatte seine Welturaufführung beim “Festival do Rio” in Rio de Janeiro. Bis der Film in Deutschland landen wird, müssen wir allerdings noch eine Weile warten, der Start ist für den 18.02.2007 vorgesehen. Wann der Film in Kolumbien in die Kinos kommt ist noch unklar. Es ist eine Verfilmung des gleichnamigen Buches von Gabriel Garcia-Márquez aus dem Jahr 1985. Der Film spielt um die Jahrhundertwende. Florentino Ariza (gespielt von Javier Bardem) ist als junger Mann in Fermina Daza (Giovanna Mezzogiorno) verliebt, eine Liebe die er lange nicht vergessen wird.
Gedreht wurde der Film vor allem in Cartagena in Kolumbien. Nachfolgend der Trailor (auf englisch) und ein kurzer Bericht zu den Dreharbeiten vor Ort.
Cartagena gilt als Vorzeigestadt im kolumbianischen Tourismus, aber gleichzeitig ist sie so touristisch, dass sie gar nicht so richtig zum kolumbianischen Tourimus passt.
Letztes Wochenende konnte ich mir davon wieder ein Bild machen. Mit Philipp war ich für drei Tage in der kolumbianischen Küstenstadt. Da Philipp zum ersten mal in Cartagena war, stellte sich die Frage: Welche Strände besuchen wir? Welche Ausflüge machen wir?
Die Auswahl ist groß und im Hotel selbst könnt ihr auch direkt alles buchen, denn die schönsten Strände sind nur per Boot oder Auto erreichbar. Der Stadtstrand von Cartagena ist nicht wirklich was besonderes. Nun gibt es aber Dutzende von Optionen und glaubt man den Anbietern, so sind alle paradiesisch. Aber was ist wirklich ein schöner Ausflug?
In Cartagena fand vom 26. bis 29. März der vierte Kongress der spanischen Sprache statt. Schriftsteller, Journalisten und Sänger der spanischen Sprache kamen aus der ganzen Welt angereist. Im Mittelpunkt stand ein Mann: Gabriel García Márquez. Sein Buch Hundert Jahre Einsamkeit wurde als das literarische Werk Lateinamerikas gefeiert und mit “Don Quijote” - dem spanischen Meisterwerk von Cervantes - in einem Satz hervorgehoben. Gabo - so wird Gabriel García Márquez in Kolumbien liebevoll genannt - sah man richtig an, wie gerührt er von den Ehrungen. Für ihn muss es wohl nach dem Empfang des Nobelpreises im Jahr 1982 ein Höhepunkt seiner Karriere sein. Zum Anlass des Kongresses wurde das Buch von Gabo mit einer Sonderauflage in Höhe von 1 Mio Bücher aufgesetzt.
Aber es ging nicht nur um Gabo sondern (auch) um die spanische Sprache. Nach langen Verhandlungen konnten sich die Beteiligten auf ein Zertifikat einigen, dass den Spanisch-Unterricht vereinheitlicht. Die großen spanisch sprachigen Institute und Universitäten gaben dazu ihr Einverständnis.
Nachfolgend die Dankesrede von Gabo (natürlich auf spanisch):
Die kolumbianische Tageszeitung El Tiempo hat einen genauen Plan des Köhler-Besuchs in Kolumbien veröffentlicht.
Montag 12.03.07
- Ankunft am Abend am Flughafen El Dorodo in Bogota
- Empfang mit militärischen Ehren und mit dem kolumbianischen Außenminister Fernando Araujo
Dienstag 13.03.07
- Treffen mit dem kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe im Regierungspalast Casa de Nariño
- Empfang durch den Bürgermeister von Bogota und Übergabe des Goldenen Schlüssels der Stadt
- Mittagessen mit deutschen und kolumbianischen Unternehmern, Gesprächsthema “Soziale Verantwortung von Unternehmen”
- Besuch des kolumbianischen Kongresses und Rede vor dem Plenum
- Besuch des Obersten Gerichtshof und Gespräche mit den Richtern
- Besuch der Alstadt Bogotas
- Besuch des Fernando Botero Museums
- Abendessen auf Einladung des kolumbianischen Präsidenten Uribe
Am vergangenen Sonntag kam es in Cartagena zu einem tragischen Raubüberfall. Zwei Italiener wurden von einem Jungen überfallen. Das italienische Ehepaar trug eine Digital-Kamera bei sich, dem Motiv des Raubüberfalles. Nachdem sich die italienischen Touristen wehrten wurden SChüsse abgefeuert. Die Ehefrau wurde tödlich verletzt, der Ehemann überlebte aber wird immer noch im Krankenhaus behandelt.
Die Nachricht schockte Kolumbien und Italien gleichzeitig. In Italien wurde die Frage aufgeworfen, in weit Reisen nach Cartagena sicher sind. In Kolumbien war die Trauer groß, dass einem Ausländer etwas passiert ist. Zu tödlichen Raubüberfällen kommt es in den Großstädten Kolumbiens immer wieder, aber bei einem ausländischen Opfer wird es zum Tagesthema.
Der Straftäter wurde mittlerweile gefasst, er ist 17 Jahre alt und stammt aus einer sehr gewaltätigen Familie, sowohl sein Bruder, als auch sein Vater und seine Großmutter sind in Haft wegen Mordes.
Francisco Santos, Vizepräsident von Kolumbien, äußerte sich dazu sehr besorgt und kündigte konkrete Gegenmaßnahmen an, die die Sicherheit der Bewohner Cartagenas und Besucher der Stadt gewährleisten soll. Das ist auch sinnvoll, denn ein paar unangenehme Fragen zu diesem Vorteil werden ihm während der ITB gestellt werden. Hier hält er im Rahmen des Lateinamerika-Forums (am 08. März um 15:30 Halle 15.2) einen Vortrag. Gerade (16.02.) habe ich erfahren, dass Francisco Santos seinen Besuch in Berlin abegsagt hat, anstattdessen wird Maria Elvira Pombo, Präsidentin von ProExport, die Rede in Berlin halten.
Rafael Pombo ist ein bekannter kolumbianischer Schriftsteller, er hat von 1833 bis 1912 gelebt. Neben seinen Gedichten sind seine Kinder-Bücher sehr bekannt in Kolumbien. Die Geschichte der “armen Alten” (La pobre viejecita) etwa, über eine alte Frau, die zwar alles hat aber immer unzufrieden ist etwa kennt jeder Kolumbianer. Diese Geschichten werden nun zu einem Musical aufbereitet. Aufgeführt wird das Stück im März in Cartagena anlässlich des vierten Kongresses der spanischen Literatur sowie der Tatsache, dass Bogota 2007 den internationalen Titel “Hauptstadt des Buches 2007” verliehen bekommen hat.
Carlos Vives ist einer der ersten Künstler, die die kolumbianische Musik über die Grenzen bekannt gemacht hat. Ihm erfolgreich sind Shakira und Juanes gefolgt und neuerdings auch Fonseca und Fanny Lu. Bekannt ist Carlos Vives für seine populäre Version des Vallenatos geworden. Sein tropischer Vallenato Stil wird auch im Musical aufleben. Mit dabei sein werden zudem Juanes, Fonseca, Cabas und andere bekannte Musiker aus Kolumbien. Die Erlöse aus dem CD-Verkauf von “Rafael Pombo” werden laut Juanita Santos vollständig für die Fundación Rafael Pombo zu Verfügung stehen.
Infos zum Projekt gibt es hier,ein Interview mit Carlos Vives zum Thema hier.
Vizepräsident Francisco Santos hat große Pläne für Kolumbien. Vor wenigen Monaten hat er die Bewerbung Kolumbiens für die Austragung der WM 2014 eingeleitet. Nun ist er dabei auch die Austragung von Miss Universe nach Kolumbien zu holen. Donald Trump hat positiv auf das Angebot reagiert.
Nachfolgend das entsprechende Interview mit Donald Trump bei Radio Caracol:
In dem Interview spricht er nicht nur über Miss Universe in Cartagena, auch über seine Meinung zu Kolumbien und wie man Erfolg im Leben hat.
Immer wieder sind wir auf der Suche nach aktuellen Nachrichten in Kolumbien gewesen. Kaum ein anderes Land weckt so viel Interesse, leider gibt es kaum ein Informationsangebot auf deutscher Sprache. Dieser Blog soll Abhilfe leisten mit aktuellen Nachrichten aus Kolumbien.
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Petra am 26. August 2008: Wir haben den Film (auf Span. in D) geguckt und fanden ihn sehr zwiespältig. Sicherlich zeichnet er ein sehr subjektives und einseitiges Bild von Kolumbien/Cali und es besteht die Gefahr, dass der ein oder andere sich in... Kvelli am 24. August 2008: Diese Ansätze privater Initiativen sind immer sehr löblich. Schade ist nur, dass diese keine große Unterstützung aus Politik und Wirtschaft der westlichen Welt erhalten. Liebe Grüße Kvelli nevado2107 am 22. August 2008: “Toller” Artikel der Frankfurter Rundschau unter http://www.fr-online.de/in_und _ausland/magazin/1580774_Der-M ann-mit-dem-anderen-Blick.html trifft den Nagel ja voll auf den Kopf, “im Drogensumpf... Miguel am 19. August 2008: @Eddi: die cosa nostra zählt mehr als 10.000 Menschen und kontrolliert ganz Sizilien. Keiner bezeichnet sie als Bürgerarmee, wenn sie sich gegen den italienischen Staat wehrt. Die Meisten im Dienste der FARC sind... CARLO am 19. August 2008: @Eddi: Es ist wahr, daß die FARC große Teile Kolumbiens kontrolliert. Doch handelt es sich dabei momentan in der Regel um recht dünnbesiedelte und wirtschaftlich eher uninteressante Gebiete (z.B. der Dschungelregion).... Eddi am 19. August 2008: Wie oben bereits gesagt, ist es mir egal, ob nun “echter” Bürgerkrieg oder “nur normaler” Terrorismus, da die Begriffe ja an der Realität nichts ändern. Meiner Ansicht nach schließen sich die... nevado2107 am 18. August 2008: @marcus Im Grunde hast du Recht, schließlich ist es ja keine Dokumentation sondern ein Spielfilm. Vor allem muss der film(@Novarelo) auch nicht Botschafter des Landes sein. Aber anders als z.B. City of god (oder... Miguel am 17. August 2008: Falsch zitiert Eddi: 99,9% der Kolumbianer wollen diesen Krieg/Terror nicht, haben niemanden einen Krieg erklärt. 0,1 Prozent tragen diesen Krieg/Terror zu den restlichen 99,9%. Kinder zu rekrutieren ist regulären...