Nach dem 6. Spieltag, ein Drittel der Qualifikationsrunde fuer die WM 2010 in Suedafrika ist nun vorbei, steht Kolumbien auf einem hervorragenden 3. Platz. Das torlose Unentschieden in Ekuador vor zwei Tagen konnte zwar niemanden hier richtig zufriedenstellen, war die Leistung der Manschaft doch sehr schwach, doch der Blick auf die Tabelle entschaedigt die meisten doch wieder. Wie in der vergangenen WM-Qualifikation ist Kolumbien auch dieses Mal in der Defensive wieder hervorragend aufgestellt. Nur zwei Gegentore in sechs Spielen belegen dies. Der absolut beste Wert aller Teams. Doch auf der Gegenseite stehen nur vier eigene Treffer, was hier generell fuer Beunruhigung sorgt. Nur Peru, das auf dem letzten Platz mit nur drei Toren steht, hat weniger Tore erzielt. “La falta de gol” - das fehlen des Tores, wie sie es hier nennen, koennte sich spaetestens dann negativ auswirken, wenn die Heimspiele gewonnen werden muessen.
Waehrend in der Schweiz und Oesterreich die Fussball-Europameisterschaft laeuft, wurde in Suedamerika am Wochenende der 5. Spieltag der WM-Qualifikation gespielt. Wir erinnern uns, Kolumbien ist mit 2 Siegen - unter anderem gegen Argentinien – und 2 Unentschieden hervorragend gestartet. Am Sonntag stand das schwierige Spiel in Lima gegen Peru auf dem Programm. Ein schwieriger Gegner, zumal Peru mit nur 3 Punkten aus den bisherigen 4 Spielen unbedingt gewinnen musste. Kolumbien begann gut und die spielerische Ueberlegenheit fuehrte in der 7. Minute zur 1:0 Fuehrung durch Hugo Rodallega, der eine schlechte Abwehr des peruanischen Torwarts aus kurzer Distanz zur kolumbianischen Fuehrung nuetzte. Nachdem weitere gute Gelegenheiten nicht genutzt warden konnten, gelang Peru 6 Minute vor Ende der ersten Halbzeit der Ausgleich. Nach einer schoenen Kombination stolperten zwei Kolumbianer an einer flachen Rechtsflanke vorbei, und musste noch nur einschieben. In der zweiten Haelfte wandte sich das Bild. Peru wurde staerker und Kolumbien brachte das peruanischen Tor nur noch ein wenige Male durch Konter in Gefahr. Mit viel Glueck wurde das Unentschieden ueber die Zeit gerettet. Kolumbien steht nun mit 10 Punkten aus 5 Spielen auf einem hervorragenden 3. Platz noch vor Brasilien, das beim souveraen fuehrenden Paraguay mit 2:0 verlor. Diesen Mittwoch steht das zweite schwere Auswaertsspiel auf dem Programm, wenn das kolumbianische Team in der ekuatorianischen Hauptstadt Quito auf 2800m Hoehe gegen Ekuador antritt.
Mein Treffpunkt ist um 12 Uhr an der Kreuzung zwischen der Strasse 127 und der Carrera 7. Verabredet bin ich mit allen Mitbürgern, die von 12 bis 14 Uhr ihre Stimme gegen die FARC erheben wollten. Das Besondere an dieser Veranstaltung: Sie wurde nicht von Politikern, Parteien oder irgendwelchen Vereinen organisiert. Der Aufruf dazu kam von einer Gruppe junger Facebook-Nutzer, die ihren Unmut über die Show um die Freilassung Clara Rojas, Consuelo Gonzales und vor allem des kleinen Emmanuel zunächst über eine Sammlung von Stimmen gegen die FARC via Internet äußern wollten. Schnell kam die Erkenntnis, dass sie einen Nerv getroffen hatten und dass die Demonstration gegen die FARC nicht virtuell im Netz bleiben sollte, sondern auf die Straße gehört. Continue reading ‘No más FARC - das war deutlich!’
Kolumbiens Start in der Qualifikationsrunde fuer die Fussballweltmeisterschaft 2010 in Suedafrika ist geglueckt. Wie auch in Europa - nur da war es fuer die Europameisterschaft - gab es in Suedamerika vergangenen Sonntag und Mittwoch zwei Qualifikationsspiele. Im Gegensatz zur Runde vor vier Jahren hat sich Kolumbien dieses Mal entschieden, die Heimspiele in der Hauptstadt Bogota, im Stadion El Campin (Fassungsvermoegen ca. 45.000 Zuschauer), auszutragen. Man erhofft sich damit vor allem einen Vorteil aus der Hoehe Bogotas, das ja auf 2.600 m liegt. Letzten Sonntag war Brasilien zu Gast. Da es den ganzen Tag vor dem Spiel geregnet hat, stand das Spiel kurz vor einer Verschiebung. Letzlich hat der Schiedsrichter das Spiel dann doch ca. 45 Minuten verspaetet angepfiffen. 0:0 hiess es nach 90 sehr starken Minuten aus kolumbianischer Sicht. Kolumbien haette ohne Zweifel den Sieg verdient gehabt. Am heutigen Mittwoch stand das zweite Gruppenspiel (Modus: jeder gegen jeden) in La Paz auf 3.600 m auf dem Programm. Nach einem recht kurzweiligen Spiel stand es nach Minuten wieder torlos 0:0. Kolumbien ist also gut in die Qualifikation gestartet. 2 Punkte aus dem Heimspiel gegen den grossen Favoriten Brasilien und auf der Hoehe Boliviens, mehr konnte nicht erwartet werden. Vor allem, wenn man bedenkt, das vor vier Jahren die ersten beiden Spiele gegen die genau gleichen Gegner verloren gingen. Wir bleiben am Ball und informieren Sie weiter am 17. November, wenn Venezuela hier zu Gast ist.
In wenigen Minuten beginnt das Rückspiel und bald werden wir wissen, ob das Team aus der kolumbianischen Provinzstadt die Sensation schafft und ins Finale der südamerikanischen Champions League einzieht. Wer mithören will, kann sich hier den Livestream anhören.
Bis dahin könnt ihr euch den Torjubel der drei kolumbianischen Tore von letzter Woche anhören:
Am heutigen Sonntag ist in Zürich der 57. FIFA Kongress zu Ende gegangen. Dabei wurde eine Entscheidung gefällt, die die komplette Länderspielplanung in Südamerika umwerfen wird.
In einer Pressemitteillung wurde nüchtern folgender Beschluss verkündet:
Aus medizinischen Gründen und damit zum besseren Schutz der Spieler entschied die Exekutive, dass in Zukunft keine internationalen Spiele mehr an Orten über 2500 Metern über Meer ausgetragen werden dürfen.
Das bedeutet, dass die Qualifikationsspiele zur WM 2010 in Südafrika nicht in Bogota, La Paz und Quito stattfinden werden können. Das bekannte Stadion “El Campin” in Bogota (siehe Foto) wird demnächst also keine Länderspiele mehr austragen dürfen.
Erfreut über die Entscheidung dürften die Mannschaften aus Argentinien und Brasilien sein, die regelmäßig in der Höhe Probleme bekamen.
Die “Copa Libertadores” - das ist die südamerikanischen Champions-League plus die eingeladenen Meister und Vizemeister aus Mexiko - war schon immer das Turnier, bei dem man hervorragende Fußballspiele genießen konnte. Gestern Abend fand in im Cucuta - Cucuta liegt auf der östlichen Andenkette an der Grenze zu Venezuela - das erste Achtelfinalhinspiel gegen den mexikanischen Vertreter Toluca statt. Und niemand - abgesehen von den mexianischen Fans - wurde dabei enttäuscht. Obwohl Toluca vor ca. 40.000 begeisternden Zuschauern bereits in der ersten Minuten in Führung ging, konnte der Cucuta Deportivo noch vor der Pause den frühen Rückstand in eine 4:1 Führung umwandeln. Das letzen Tor, in der vorletzten Minute, war der krönende Abschluss eines tollen Fußballabends, an dem der Argentinier Juan Manuel Martinez mit 3 Toren herausragte. Cucuta hat sich somit einer hervorragende Ausgangsituation für das Rückspiel geschaffen und gezeigt, dass die gewonnene Meisterschaft Ende 2006 keine Eintagsfliege war.
Mittwoch Abend war es wieder mal soweit. Die kolumbianische Nationalmannschaft, die erst einige Tage zuvor die Schweiz in Miami 3:1 besiegt hatte, trat zu einem Freundschaftsspiel gegen Paraguay hier im Stadion “El Campin” in Bogota an. Es war etwas besonderes, spielt die Nationalmannschaft sonst doch meist in Barranquilla an der kolumbianischen Karibikküste.
Trotz strömenden Regens haben über 30.000 Zuschauer den Weg ins Stadion gefunden. Und diese sollten belohnt werden. Kolumbien spielte - zumindest zeitweise - modernen schnellen Fußball, ohne jedoch die eigene Identität, das technisch feine Kurzpassspiel, aufzugeben. Paraguay wurde von der Jungen kolumbianischen Manschafft, betreut vom neuen Nationaltrainer Luis Pinto, klar mit 2:0 besiegt. Das gibt Hoffnung für die im Juni in Venezuela stattfindende “Copa de America” und die im Anschluss beginnende Qualifikationrunde für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Denn noch eine WM ohne Kolumbien, das will keiner hier.
“Diego Armando Maradona zu Gast in Medellin”. Das durfte ich mir nicht entgehen lassen. Der argentinische Superstar war zum Abschied von Mauricio “Chicho” Serna gekommen. Einem Spieler aus Medellin, der jahrelang in Boca gespielt hatte, zeitweise an der Seite von Maradona. Doch von diesen großen Zeiten ist Maradona weit entfernt. Bei diesem Abschiedsspiel durfte fast jeder ein Tor schießen (das Spiel endete 5 zu 5), doch Maradona kam kaum über die Mittellinie hinaus. Ganz anders die alten kolumbianischen Stars. Rene Higuita machte einen seiner berüchtigten “Skorpione” und war noch in guter Form. Er wurde in der zweiten Halbzeit ausgewechselt, für ihn kam sein 14-jähriges Sohn, der auf dem Weg ist ein guter Torhüter zu werden. Valderrama spielte in der zweiten Halbzeit nicht mehr mit, tauchte aber bei den Fans auf der Tribüne auf, man sah nur einen Blondschopf
Ich moechte Euch auf keine Fall mit Fussballergebnissen langweilen, das was ich gestern gesehen habe beim Spiel der Suedamerika Meisterschaften der Unter 20-jaehrigen gesehen, war schon klasse. Kolumbien lag gegen die favorisierten Argentinier trotz guten Spiels nach 45-Minuten 0:1 zurueck. Continue reading ‘Fussball: Kolumbien-Argentinien 2:1′
Immer wieder sind wir auf der Suche nach aktuellen Nachrichten in Kolumbien gewesen. Kaum ein anderes Land weckt so viel Interesse, leider gibt es kaum ein Informationsangebot auf deutscher Sprache. Dieser Blog soll Abhilfe leisten mit aktuellen Nachrichten aus Kolumbien.
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Miguel am 19. August 2008: @Eddi: die cosa nostra zählt mehr als 10.000 Menschen und kontrolliert ganz Sizilien. Keiner bezeichnet sie als Bürgerarmee, wenn sie sich gegen den italienischen Staat wehrt. Die Meisten im Dienste der FARC sind... CARLO am 19. August 2008: @Eddi: Es ist wahr, daß die FARC große Teile Kolumbiens kontrolliert. Doch handelt es sich dabei momentan in der Regel um recht dünnbesiedelte und wirtschaftlich eher uninteressante Gebiete (z.B. der Dschungelregion).... Eddi am 19. August 2008: Wie oben bereits gesagt, ist es mir egal, ob nun “echter” Bürgerkrieg oder “nur normaler” Terrorismus, da die Begriffe ja an der Realität nichts ändern. Meiner Ansicht nach schließen sich die... nevado2107 am 18. August 2008: @marcus Im Grunde hast du Recht, schließlich ist es ja keine Dokumentation sondern ein Spielfilm. Vor allem muss der film(@Novarelo) auch nicht Botschafter des Landes sein. Aber anders als z.B. City of god (oder... Miguel am 17. August 2008: Falsch zitiert Eddi: 99,9% der Kolumbianer wollen diesen Krieg/Terror nicht, haben niemanden einen Krieg erklärt. 0,1 Prozent tragen diesen Krieg/Terror zu den restlichen 99,9%. Kinder zu rekrutieren ist regulären... CARLO am 16. August 2008: @Eddi: Die von Dir angeführten Beispiele entsprechen zwar leider der Realität, aber dennoch haben diese m.E. nichts direktes mit einem Bürgerkrieg zu tun. Keinesfalls lässt sich die Situation in Kolumbien zu einer... CARLO am 16. August 2008: Vielleicht doch ganz interessant zu lesen … ein Interwview mit “Dr.Aleman”, Schauspieler August Diehl: http://www.netzeitung.de/enter tainment/interviews/1123357.ht ml Eddi am 16. August 2008: Terror ist ein Bestandteil der Guerilla-Kriegsführung. Aber die Gewalt in Kolumbien nur auf Terror zurückführen zu wollen, bedeutet ein Schönreden der Situation. Vor einigen Monaten erzählte mir ein Freund, der...