
Archiv für die Kategorie 'Aus dem Alltag'
Uribe trifft Papst Benedikt
Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe hat nächste Woche erstmalig eine Audienz im Vatikan. Der Besuch bei Papst Benedikt ist für Donnerstag, den 30. April 2009, angesetzt. Weitere Stationen der Europareise Uribes sind Italien bei Ministerpräsident Silvio Berlusconi sowie Spanien, wo der Präsident Kolumbiens sowohl das spanische Regierungsoberhaupt José Luis Rodríguez Zapatero sowie Juán Carlos, den König von Spanien, treffen wird. Weitere Einzelheiten unter www.adn.es (spanisch).
Acht Tote bei Erdrutsch in Goldmine im Chocó
Bei einem Erdrutsch in einer Goldmine im nordöstlichen Chocó im Landkreis Tadó sind am vergangenen Dienstag mindestens acht Personen ums Leben gekommen. Kurz vor Mittag lösten sich die Erdmassen aus bisher ungeklärten Gründen und töteten acht Minenarbeiter. Die Opfer wurden von Mitarbeitern der Polizei, des Roten Kreuzes und dem Minenpersonal geborgen. Nach Angaben der Landesregierung des benachbarten Bundeslandes Risaralda gab es weiterhin sieben Verletzte. Das Unglück ereignete sich nur wenige Stunden, nachdem in Bogotá durch verschiedene Regierungsstellen bekanntgegeben worden war, dass im Rahmen einer Ermittlung gegen Umweltverschmutzung mehrere illegale Goldminen im Chocó, in der Nähe des Flusses Quito, stillgelegt und deren Abbaugerätschaften beschlagtnahmt worden waren. Mehr Informationen unter www.elespectador.com (spanisch).
Fotoausstellung zeigt Menschen im bewaffneten Konlikt Kolumbiens
Die Ausstellung “Plan Kolumbien – erdegrün – wasserrot” mit Bildern der Fotografen Steve Cagan und Jesús Abad Colorado wurde gestern in der Galerie Arbeiterfotografie in Köln eröffnet. Die Bilder haben die Menschen im bewaffneten Konflikt Kolumbiens zum Thema. Jesús Abad ist Kolumbianer und möchte nach eigenen Angaben in seinen Bildern die Würde der Opfer des bewaffneten Konflikts in Kolumbien zum Ausdruck bringen. Vor drei Jahren erhielt er für seine Arbeit den Prix Caritas 2006 für Menschlichkeit. Steve Cagan ist US-Amerikaner und hat auf zahlreichen Reisen nach Kolumbien vor allem religiöse Feste, Proteste gegen Vertreibung und Landraub und die Artenvielfalt des Regenwalds zu Motiven seiner Bilder gemacht. Die Wanderausstellung zeigt Schwarz-Weiß-Bilder der beiden Fotografen und wird nach Köln in Bremen und Dortmund zu sehen sein. Weitere Hintergrundinformationen unter www.principiis-obsta.blogspot.com.
Medellíns Fußballtrainer Suarez zurückgetreten
Luis Fernando Suarez ist als Trainer der Fußballmannschaft Atlético Nacional de Medellín zurückgetreten. Ausschlaggebend für seinen Rücktritt war vermutlich die jüngste Niederlage des Erstlegistenclubs, bei der Medellín gegen Deportivo Cali 1:2 unterlag. Medellín liegt damit zurzeit auf dem letzten Tabellenplatz der Ersten Liga Kolumbiens. Der Kolumbianer Suarez hatte bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 die Nationalmannschaft Ecuadors bis ins Achtelfinale geführt.
Die Paisas essen keine Bohnen mehr!
Diese Schlagzeile der kolumbianischen Tageszeitung “El Tiempo” springt mir heute morgen sofort ins Auge. Seit gestern bin ich im Land der Paisas (“Landsleuet”), so nennen sich die Menschen im departamento Antioquia mit ihrer Hauptstadt Medellin….. und jetzt das?
Das Paisaland ohne Bohnen? Das ist wie Bayern ohne die Maas Bier, Frankreich ohne Croissants oder Italien ohne Pasta!… oder vielleicht noch extremer, denn Bohnen gibt es hier zum Frühstück, zum Mittag und zum Abendessen…und vielleicht noch zum Kaffeetrinken
Im Text wird die Aussage dann wieder ein bisschen relativiert und das Thema ernster. Nur 5 % der Paisas aus Estrato 1-3 (die Gesellschaft wird hier in Kolumbien in Estratos 1-6 eingeteilt, je niedriger die Zahl, desto ärmer die Menschen) essen noch Bohnen. Laut der Untersuchung, in der über 1000 Menschen befragt wurden, liegt das daran, dass der Preis für Bohnen im Vergleich zu anderen Lebensmitteln recht hoch ist und die Zubereitung viel Zeit in Anspruch nimmt.
Gesorgt wird sich auch um die Ernährung der Medelliner in den niedrigen Estratos, denn sie bekommen nicht ausreichend abwechslungsreiche Nahrung und 15 % essen nicht zu Abend. In Suppenküchen wird versucht eine ausgewogene Ernährung zu beiten.
Immer wieder bekomme ich Anfragen nach dem Motto “Wo kann ich Radiosender aus Kolumbien” über das Internet hören. Heute bin ich zufällig über eine sehr gute Übersicht gestolpert und möchte diese mit euch teilen:

Hier geht es zur Übersicht: http://delicast.com/radio/Colombia
“Warum ist denn die Zeitung heute so dick?” wundere ich mich am Frühstückstisch. Aus der Mitte des “Nuevo Siglo” blitzt eine Seite mit vielen kleinen Zahlen hervor.
So werden in Kolumbien Kleinkriminelle gesucht.
Die Tageszeitung hat auf 40 Seiten alle Namen und Ausweisnummern von Personen veröffentlicht, die im Februar und Marz 2005! einen Strafzettel bekamen und nicht bezahlten. Unglaublich, aber wahr! Nur 2 Monate auf 40 Seiten und nur Strafzettel aus Bogota!
Ca. 180 Personen sind in einer Spalte aufgeführt, es gibt 5 Spalten auf jeder von den 40 Seiten – macht nach Adam Riese 36.000 unbezahlte Strafzettel nur in Bogota in 2 Monaten!!!! 99 % davon übrigens von Männern.
Beim überfliegen der namen konnte ich bisher nur eine Frau finden.
Ich überlege kurz, ob es nach gestern – 11.11. Beginn der Karnevalszeit – ein Scherz ist, aber ich bin in Kolumbien, hier sagt dieses Datum niemandem etwas. Also, Tatsache! Da es hier kein Meldesystem gibt, müssen die Gauner auf andere Art und Weise gefunden werden. Wer innerhalb von 15 Werktagen nicht zahlt ….. (das steht nicht näher beschrieben).
Die Busetas der 15. in Bogota. Ich liebe es dort einzusteigen. Warum?
Dösend sitze ich gestern wieder einmal in den grau-gelben Rasern
, als ein junger Mann mit seiner Gitarre einsteigt und wir Fahrgäste kolumbianische Musik – en vivo zu hören bekommen. Ich muss Kevin einfach sagen, wie schön ich seine Stimme finde. Strahlend setzt er sich zu mir und wir erzählen ein bisschen. Was ich in seinen leuchtenden Augen erkenne ist Freude und Dankbarkeit. Dankbarkeit für seine Begabung mit der er nicht reich wird, aber sein Leben bestreiten kann.
Was Dankbarkeit und Musik sonst noch gemeinsam haben, könnt ihr beim Hören des neuen Albums von Fonseca erfahren, denn so heisst das neustes Werk des 29-jährigen Künstlers: Gratitud! Im gleichnamigen Lied dankt er – wie Kevin – dem Gesang, der Musik und den Menschen seines Landes, seiner Familie und dem Leben…. Und wie es sich für einen ordentlichen Kolumbianer gehört dankt er in seinen Liedern selbstverständlich der Liebe
Der bekannteste Song „Paraiso“ ist die Titelmusik des Film Paraiso Travel „Reise ins Paradies“ indem es um die Nebenwirkungen des größten Traumes vieler Kolumbianer – dem Auswandern in die USA – geht. Unbedingt sehenswert – nebenbei bemerkt
Aber nicht nur Paraiso ist schön anzuhören – das Album hat mich total begeistert.
Die Einflüsse des Vallenato sind auf dieser CD noch größer als in den letzten. Fonseca schafft einen einzigartigen Sound durch die Vermischung dieser traditionellen Musik, Pop-Rythmen und ein wenig der entspannenden „Cafe del Mar“-Klänge. Einfach genial. Die CD lädt zum tanzen, träumen und entspannen ein.
Wer bisher noch kein Fan von seiner Musik war, der wird es bestimmt jetzt. Für mich kann er absolut mit Juanes und Shakira mithalten. Hört mal rein!
Lepra hielten wir im letzten Jahrhundert für direkt ansteckend. Bis genaue medizinische Erkenntnisse über Lepra im kolumbianischen Hinterland ankommen sollte, musste aber viel Zeit vergehen. Contratación ist geprägt von der Lepra Erkrankung, denn dank ihr mussten die Einwohner lange leiden aber dafür verfügen sie heute über eine einzigartige Geschichte. Die Geschichte von Contratación.

Lepra – der Anfang der Geschichte
Anfang des Jahrhunderts war Lepra eine gefürchtete Krankheit, die Erkrankten wurden aus Unwissenheit aus ihren Gemeinden in ganz Kolumbien gejagt und hatten einen Zufluchtsort in den Anden für sich ausgemacht. Es entstand eine Ansiedlung von ein paar Häusern. 1912 wurde das Dorf offiziell zu einer Gemeinde ernannt: Contratación. Doch mit der offiziellen Anerkennung kam auch ein Unheil in das Dorf. Um das Dorf wurde eine Mauer angelegt und zahlreiche Wachposten installiert. Das Ziel: keiner der Einwohner durfte den Ort verlassen, aus Angst vor Ansteckung.

Continue reading ‘Contratación – die Lepra-Stadt ist erwacht’
Nach dem 6. Spieltag, ein Drittel der Qualifikationsrunde fuer die WM 2010 in Suedafrika ist nun vorbei, steht Kolumbien auf einem hervorragenden 3. Platz. Das torlose Unentschieden in Ekuador vor zwei Tagen konnte zwar niemanden hier richtig zufriedenstellen, war die Leistung der Manschaft doch sehr schwach, doch der Blick auf die Tabelle entschaedigt die meisten doch wieder. Wie in der vergangenen WM-Qualifikation ist Kolumbien auch dieses Mal in der Defensive wieder hervorragend aufgestellt. Nur zwei Gegentore in sechs Spielen belegen dies. Der absolut beste Wert aller Teams. Doch auf der Gegenseite stehen nur vier eigene Treffer, was hier generell fuer Beunruhigung sorgt. Nur Peru, das auf dem letzten Platz mit nur drei Toren steht, hat weniger Tore erzielt. “La falta de gol” – das fehlen des Tores, wie sie es hier nennen, koennte sich spaetestens dann negativ auswirken, wenn die Heimspiele gewonnen werden muessen.




Letzte Kommentare
Marion Geissbühler am 19. Dezember 2011: Hallo Yolanda Zufällig bin ich auf dein Schreiben gestossen. Vermietest du die Wohnung immer noch? Wenn ja, besteht die Möglichkeit sie vom 24.Dezember 2011 bis 2. Januar 2012 zu mieten oder nur über das...
danke bianca
irina am 5. Dezember 2011: Hi Nora, danke für den Bericht!!! Ich wollt fragen, ob man den Rest des Gepäcks, den man für die Wanderung nicht benötigt, am Startpunkt irgendwo unterstellen kann? Danke! VG Irina
Felix W. am 26. November 2011: Hi, bin in Kolumbien, aber mir wird verboten Leticia zu bereisen, da es gefährlich sein soll, was mir aber einige Kolumbianer nicht bestätigen, doch meine Organisation in DE möchte es nicht. Was gibts dazu zu sagen?...
Stefan H. am 13. November 2011: Hallo, erstmal vorweg ich war auch noch nie in Kolumbien. Ich kenne aber hier in D einige Kolumbianer. Und ich muss sagen dass sind sehr freundliche,liebevolle und offene Menschen die sich über jede Kleinigkeiten...
Mary am 30. Oktober 2011: Hallo, ich selbst habe auch einen Blog über Kolumbien. Wenn ihr dort etwas reinschreiben wollt, immer zu! Viele Grüße Mary
pedro am 16. September 2011: Hallo, also ich will hier meine ganz subjective Erahrung beisteuern: Vor 3 Monaten habe ich meine novia columbiana uebers Internet kennengelernt, vor 6 Wochen habe ich sie besucht und seitdem ist es aus mit mir –...
Kim am 17. August 2011: Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen aus ärmeren Ländern, also entweder aus Entwicklungs- oder Schwellenländern, sich schneller über etwas freuen. Oft ist auch der Zusammenhalt innerhalb der Familie...
bianca am 9. August 2011: hallo, wo genau wurde denn dieses foto geschossen? ich werde nächsten frühling nach kolumbien fliegen und das foto sieht auf jeden fall so aus, als würde sich ein abstecher dorthin lohnen