Archiv für Februar 2009

Die Hoffnung stirbt zuletzt

In der Tageszeitung El Tiempo wird heute einmal wieder auf die noch verbleibenden Geiseln der Farc aufmerksam gemacht und auch wir möchten diese Gelegenheit nutzen, an diejenigen zu erinnern, die seit Jahren in Gefangenschaft irgendwo im kolumbianischen Urwald leben.

In Vertretung für noch immer hunderte Geiseln (Zivilisten und Polizisten/Militärs) möchte ich an ein Schicksal erinnern, dass wir eine Zeit lang im Blog verfolgten: die Geschichte der Familie Moncayo. Pablo Emilio wurde 1997 im departamento Narino im Südwesten des Landes von der Farc entführt. Er gehört damit zu einer der am längsten in den Händen der Farc lebenden Geiseln. Als er entführt wurde (eine Großaktion der Farc, bei der 10 Soldaten getötet und 18 entführt wurden) war Pablo Emilio 18 Jahre alt – heute ist er 30!!! Kaum vorstellbar, dass er “die schönsten Jahre seines Lebens” nicht mit seiner Familie teilen konnte, am Wochenende nicht ausgehen – keine Freunde treffen konnte, geschweige denn eine eigene Familie gründen konnte.

Sein Vater Gustavo der “Friedensläufer” lief im Juni 2007 von seinem Heimatort in der Nähe von Pasto zu Fuss bis nach Bogota, um auf das Schicksal seines Sohnes und das vieler anderer Familien aufmerksam zu machen. Inzwischen sind einige Gefangene befreit oder “entlassen” worden, aber Gustavo Moncayo konnte, wie so viele andere Väter, seinen Sohn noch nicht wieder in die Arme schließen.

Reiseführer gewinnen: Kolumbien nah dran

Die vierte Auflage von “Nah dran Kolumbien” ist nun erschienen und für 23,90 EUR bei amazon.de erhältlich.

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Mit dem Autor Frank Semper haben wir für einen Leser des Kolumbien-Blogs ein Freiexemplar rausholen können. Unter allen Kommentatoren, die bis zum 10.02. einen Kommentar zu diesem Artikel verfassen, verlosen wir das Buch. Der Gewinner wird an dieser Stelle dann veröffentlicht.

Der Gewinner steht fest, herzlichen Glückwunsch an Armin Jedlitschka!

Nachfolgend der offizielle Buchvorstellungstext: Continue reading ‘Reiseführer gewinnen: Kolumbien nah dran’

Freilassungen, Autobombe & ein unentschlossener Uribe

Es ist etwa ein Jahr her. Ganz Kolumbien war tagelang vor dem Fernsehgerät. Unter Führung von Hugo Chavez und Piedad Cordoba sollten Clara Rojas, ihrem Sohn Emmanuel & Consuelo Gonzales von der FARC freigelassen werden. Doch dann kam es anders, nachdem die FARC Emmanuel gar nicht hatte wurde die Übergabe abgebrochen. Zwei Wochen später war es doch soweit, Clara Rojas und Consuelo Gonzales waren frei. Eigentlich wollte die FARC durch die Freilassung ein paar Sympathiewerte zurückgewinnen, doch durch die vielen Verzögerungen und Lügen war nichts mehr zu retten für die FARC, 10 Millionen Menschen gingen gegen sie auf die Straße. Auch die vermittelnde und umstrittene Piedad Cordoba war fürs kolumbianische Volk unten durch. Die Regierung wiederum hatte ihren größten Erfolg bei der Befreiung von Ingrid Betancourt. Soweit der Rückblick.

Zum Jahreswechsel deutete sich wieder eine Freilassung an, die gestern über die Bühne gehen sollte. Continue reading ‘Freilassungen, Autobombe & ein unentschlossener Uribe’