Cali, Kolumbien: der abenteuerlustige Medizinstudent Marc Jimenez-Tränker stürzt sich in sein praktisches Jahr in einer der schönsten und gefährlichsten Städte Lateinamerikas. Im Krankenhaus wird er vom ersten Tag an mit Steckschüssen konfrontiert, mit menschlichem Blut, das ihm vom Operationstisch in die Schuhe tropft.
Im Trailer wir mal wieder mit Kolumbiens Klischee gearbeitet, aus dem Trailer ist mir nachfolgender Satz in Erinnerung geblieben: “Hörst du die Geräusche im Hintergrund, das ist ne Guerilla-Bande, die gerade meine Gastfamilie abmetzelt…”
Am 14. August kommt der Film in die deutschen Kinos. Die Webseite des Films ist: www.dr-aleman.com/
Auf der ganzen Welt hat Kolumbien heute für Gänsehaut gesorgt - im positiven Sinne. Der 20. Juli ist der Tag der Unabhängigkeit, im Vordergrund stand heute aber eindeutig der Ruf nach Freiheit.
Kolumbien ging einmal wieder auf die Straße. Die Demo gegen die Farc im Februar wurde - bezogen auf die Anzahl der Demonstranten - übertroffen: 1,5 Mio. Menschen in Bogota, 1 Mio. in Medellin, 500.000 in Cali etc. zogen mit Kolumbien-Fahnen durch die Straßen ihres Landes. In 120 weiteren Städten weltweit fanden Konzerte und Märsche statt. Darunter: Melbourne, Tokio, London, Madrid, Washington (Konzert von Jorge Celedon), New York, Miami, Mexico Stadt und und und
In Paris gaben Juanes und Miguel Bosé ein Konzert vor tausenden Kolumbianer, Franzosen … Friedenstauben flogen über die Bühne, als die beiden Sänger Ingrid Betancourt in ihre Mitte nahmen und “Libertad” sangen.
In Leticia gab Carlos Vives ein 2,5 stündiges Konzert, Shakira trat ebenfalls auf und eine Gruppe Indianer dangen die kolumbianische Hymne.
Ich war in Bogota beim Aufruf für den Frieden und die Freiheit dabei und an jeder Ecke konnte man die Liebe und Emotionalität der Kolumbianer spüren:
Ein junger Typ mit einem Schild “abrazos gratis” kommt auf mich zugelaufen, und fragt, ob ich eine kostenlose Umarmung möchte. Ja klar!
Am Parque Nacional stehen die Leute für etwas schlange und ich wundere mich, was es sein mag. Bogotas Polizei malt den Kindern und Erwachsenen die kolumbianische Flagge auf die Wange.
Ab Hund, Kind, Oma oder Opa, alle trugen die weissen T-shirts mit Aufschrift “Befreit sie jetzt” oder “Kolumbien bin ich”, Luftballons, Flaggen, Banner ….
Die Busetas der 15. in Bogota. Ich liebe es dort einzusteigen. Warum?
Dösend sitze ich gestern wieder einmal in den grau-gelben Rasern ;-), als ein junger Mann mit seiner Gitarre einsteigt und wir Fahrgäste kolumbianische Musik – en vivo zu hören bekommen. Ich muss Kevin einfach sagen, wie schön ich seine Stimme finde. Strahlend setzt er sich zu mir und wir erzählen ein bisschen. Was ich in seinen leuchtenden Augen erkenne ist Freude und Dankbarkeit. Dankbarkeit für seine Begabung mit der er nicht reich wird, aber sein Leben bestreiten kann.
Was Dankbarkeit und Musik sonst noch gemeinsam haben, könnt ihr beim Hören des neuen Albums von Fonseca erfahren, denn so heisst das neustes Werk des 29-jährigen Künstlers: Gratitud! Im gleichnamigen Lied dankt er - wie Kevin - dem Gesang, der Musik und den Menschen seines Landes, seiner Familie und dem Leben…. Und wie es sich für einen ordentlichen Kolumbianer gehört dankt er in seinen Liedern selbstverständlich der Liebe Der bekannteste Song „Paraiso“ ist die Titelmusik des Film Paraiso Travel „Reise ins Paradies“ indem es um die Nebenwirkungen des größten Traumes vieler Kolumbianer – dem Auswandern in die USA – geht. Unbedingt sehenswert - nebenbei bemerkt
Aber nicht nur Paraiso ist schön anzuhören - das Album hat mich total begeistert.
Die Einflüsse des Vallenato sind auf dieser CD noch größer als in den letzten. Fonseca schafft einen einzigartigen Sound durch die Vermischung dieser traditionellen Musik, Pop-Rythmen und ein wenig der entspannenden „Cafe del Mar“-Klänge. Einfach genial. Die CD lädt zum tanzen, träumen und entspannen ein.
Wer bisher noch kein Fan von seiner Musik war, der wird es bestimmt jetzt. Für mich kann er absolut mit Juanes und Shakira mithalten. Hört mal rein!
Lepra hielten wir im letzten Jahrhundert für direkt ansteckend. Bis genaue medizinische Erkenntnisse über Lepra im kolumbianischen Hinterland ankommen sollte, musste aber viel Zeit vergehen. Contratación ist geprägt von der Lepra Erkrankung, denn dank ihr mussten die Einwohner lange leiden aber dafür verfügen sie heute über eine einzigartige Geschichte. Die Geschichte von Contratación.
Lepra – der Anfang der Geschichte
Anfang des Jahrhunderts war Lepra eine gefürchtete Krankheit, die Erkrankten wurden aus Unwissenheit aus ihren Gemeinden in ganz Kolumbien gejagt und hatten einen Zufluchtsort in den Anden für sich ausgemacht. Es entstand eine Ansiedlung von ein paar Häusern. 1912 wurde das Dorf offiziell zu einer Gemeinde ernannt: Contratación. Doch mit der offiziellen Anerkennung kam auch ein Unheil in das Dorf. Um das Dorf wurde eine Mauer angelegt und zahlreiche Wachposten installiert. Das Ziel: keiner der Einwohner durfte den Ort verlassen, aus Angst vor Ansteckung.
Miguel hatte bereits im Februar zum Ausdruck gebracht, was “Colombia soy yo” für ihn bedeutet. Damals waren mehrere Millionen Menschen auf die Straße gegangen um gegen die FARC und für den Frieden in Kolumbien zu demonstrieren. Nach der Befreiung der 15 Geiseln vor zwei Wochen haben diese an die kolumbianischen Bevölkerung appeliert den Marsch vom 04. Februar zu wiederholen. Daher heißt es am 20. Juli noch einmal “Colombia soy yo”!
Die bekanntesten kolumbianischen Künstler sind auch mit dabei. Juanes (gemeinsam mit Miguel Bosé & Manu Chao) wird an der Seite von Ingrid Betancourt in Paris singen. Shakira gibt sich mit Carlos Vives am Dreiländereck Kolumbien-Brasilien-Peru, in Leticia die Ehre. Es wird allerdings mit deutlich geringer Beteiligung als noch im Februar gerechnet.
an dieser Stelle möchte ich euch um Unterstützung bitten. viventura sucht für sein Büro in Medellin einen Marketingleiter für den deutschen Markt. Die drei Hauptvorraussetzungen sind ein Wohnsitz in Kolumbien, deutsch als Muttersprache und Erfahrungen im Marketing mitzubringen.
Vielleicht hat der eine oder andere von Euch Interesse an der Stelle. Oder vielleicht gibt es Freunde oder Bekannte, die an dieser Stelle Interesse haben könnten. Vielleicht habt ihr auch selbst einen Blog, wo ihr einen kurzen Eintrag beisteuern könnt. Für jede Hilfe bin ich sehr dankbar!
So wie ich saß während der letzten eineinhalb Stunden wohl ganz Kolumbien vor dem Fernseher um die ersten Bilder Ingrids in Freiheit zu sehen. Bilder, die die fast unglaubliche Nachricht ihrer Befreiung fassbar machen. Kein Märchen: Sie ist frei und ihr Gesundheitszustand ist erstaunlich gut. Mit ihr sind auch die drei amerikanischen Geiseln und 11 Angehörige der kolumbianischen Streitkräfte befreit worden.
Die Befreiung selbst, in manchen ausländischen Medien fälschlich als Kampfhandlung dargestellt, ist ein wahrer Streich der Streitkräfte gewesen, nach einem Drehbuch das einem James Bond Filmes würdig wäre. Continue reading ‘Ingrid wirklich in Freiheit’
Unfassbar! Während ich diese Zeilen schreibe, erklärt Kolumbiens Außenminister Santos, dass 15 Geiseln befreit worden seien. Unter ihnen Ingrid Betancourt und die drei amerikanischen Staatsbürger! Sollte das sein? Kann das sein? Zu lange warten wir schon auf die Freiheit der Geiseln. Es fehlen noch viele, aber gerade Ingrid war zur Symbolfigur geworden und viele sahen sie als diejenige, die wegen ihrer politischen Bedeutung als letzte frei kommen würde. Die Möglichkeit, dass über ihren Tod während der Geisel-Haft berichtet werden würde, war uns allen stärker vor Augen, als über ihre Freiheit zu lesen.
Es ist im Augenblick unmöglich, auf die Seiten des El Tiempo oder anderen Medien zu kommen und uns die Meldung, die fast zu schön ist um wahr zu sein, schriftlich bestätigen zu lassen. Viele Fragen kommen auf, vor allem da es sich um eine militärische Aktion zu handeln scheint. Sobald wir mehr wissen, werden wir darüber berichten. Im Moment “nur” dies: Ingrid ist frei!
Immer wieder sind wir auf der Suche nach aktuellen Nachrichten in Kolumbien gewesen. Kaum ein anderes Land weckt so viel Interesse, leider gibt es kaum ein Informationsangebot auf deutscher Sprache. Dieser Blog soll Abhilfe leisten mit aktuellen Nachrichten aus Kolumbien.
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Martin am 31. August 2008: Eddi, habe ich auch gelesen. So, wenn die Schreiber solcher Artikel ueber Kolumbien vermitteln soll, was kann da wohl fuer ein Schrott dabei herauskommen. Und das nach soviel Berichterstattung in deutschen Medien.... Eddi am 31. August 2008: Heuet bei Spiegel Online: “Journalist” Bernd Musa kann Paramilitärs nicht von Guerilla unterscheiden: “Die Vereinten Nationen, Amnesty International und Human Rights Watch haben die kriminellen Taten der... Saulo am 29. August 2008: Hallo an alle, gespannt habe ich eure Kommentare gelesen, bevor ich mich selbst zum Film äußere. Vorab eine Anekdote, ich habe mir den Film zwei (!) mal in Frankfurt in der deutschen Fassung angesehen. Es hiess beim... CARLO am 29. August 2008: @ man man man: ich weiß nun nicht, auf was für einem hohen Roß du sitzt, um zu meinen, die Leute hier im Blog in solch einer total unqualifiziert frechen Art und Weise zu kritisieren, belehren und maßregeln zu... bjoern wellna am 28. August 2008: hallo andre, ich lebe seit etwa drei jahren in kolumbien region medellin ! dein stellenangebot finde ich intereressant. ich bin 43jahre jung, habe drei fincas u.a.mit kaffee, bin verheiratet mit einer wunderbaren... Novarelo am 28. August 2008: Muss ich auch noch mal loswerden hier: Ich fand den Film ja wie gesagt, sehr spannend und konnte mich sehr gut mit diesem Thema indentifizieren - immer wenn man meint ein Land wie unseres zu verstehen, liegt man am... Novarelo am 28. August 2008: @man man man mag sein, dass wir hier zwanghaft sind und ein bisschen besserwisserisch, wenn das so ist passt du auf jeden Fall sehr gut rein. Auf sinnfreies Genöle kann ich allerdings gut verzichten. Geh einen Trinken... Eddi am 28. August 2008: So so, die freie Meinungsäußerung macht den Blog kaputt? Hinter den zwei Begriffen stecken zwei unterschiedliche Ideologien, wie mit Farc und Paras umgegangen werden soll. Das ist nicht weniger kontrovers als in...