Wie vor einigem Minuten durch den kolumbianischen Verteidigungsminister bestätigt, fiel Luis Edgar Davia Silva, alias “Raul Reyes” bei einem Gefecht zwischen FARC-Einheiten und kolumbianischen Streitkräften im Grenzgebiet zu Ecuador. Raul Reyes gilt als zweiter Mann der Organisation und war für die Öffentlichkeit das vielleicht bekannteste Gesicht der FARC. Mit ihm starben weitere 18 Menschen, die zu seinem Sicherheitsring gehörten.
Reyes Tod kann als ein schwerer Schlag für die FARC gesehen werden und so warten wir jetzt gespannt auf die Reaktionen der Guerilla und des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez. Reyes ist einer der politischen Köpfe der FARC gewesen. Daher war er der Verhandlungsführer der FARC während der später gescheiterten Friedensgespräche mit der Regierung des Uribe Vorgängers Pastrana. In dieser Funktion besuchte er auch Europa und galt seit dem als die Person für die politische Öffentlichkeitsarbeit der FARC. Er galt als Hardliner und Vertreter der Linie keine Verhandlungen mit Uribe zu führen. Er dürfte auch für Venezuelas Präsidenten Hugo Chavez die wichtigste Ansprechperson gewesen sein.
Neben dem menschlichen und organisatorischen Verlust ihrer Führungspersönlichkeit dürften auch die moralischen Folgen dieses Schlags die FARC schwer treffen. Die kolumbianischen Streitkräfte können nun einen großen Erfolg in einer Reihe an militärischen Schlägen gegen die FARC nachweisen. Uribe kann jetzt mit schlagenden Beweisen seine These vertreten, dass die FARC militärisch zu schlagen sei. Seit einigen Monaten desertieren immer mehr FARC-Kämpfer, vor allem aus höheren Rängen und mit langen Dienstzeiten, weil sie nicht mehr an die Schlagkraft ihrer Organisation glauben und die gezielten Schläge der kolumbianischen Kräfte die organisatorische Struktur der FARC sehr geschwächt haben.
Wie wird die FARC nun darauf reagieren? Sie hatten nach den letzten Freilassungen angekündigt, dass es keine weiteren geben würde ohne dass es zuvor zu der Räumung seitens der staatlichen Organe der Gebiete bei Cali gekommen sei. Werden die Hardliner ohne Reyes weiter diese Haltung durchsetzen können? Wie ist es um Ingrids Sicherheit bestellt? Von den zuletzt Freigelassenen wissen wir, dass die FARC ihre Wut gerade an ihrer “Star”-Geisel auslassen und sie so schlecht behandeln, dass es heißt, dass ihr Überleben nur eine Frage der Zeit sei. Wird sich die FARC nun an ihr rächen?
Wohin wird nun die FARC gehen? Es gibt Gerüchte, dass Marulanda, ihr erster Mann, schon tot sei oder seine Gesundheit so angeschlagen, dass er die Geschäfte nicht führen könne. Demnach könnte Reyes dann gar der erste Mann der FARC gewesen sein. Wird sich seine politische Position nach seinem Tod durchsetzen? Oder können sich die gemäßigteren Kräfte innerhalb der FARC behaupten? Doch wie kann die Zukunft der FARC aussehen? Politisch ist für sie in Kolumbien kein Platz, ihre politischen Inhalte werden von der Partei Polo Democratico schon mit Erfolg besetzt. Die politische Glaubwürdigkeit der FARC-Leute ist minimal, in Kolumbien werden sie als reiche Drogenmafia gesehen, politisch bestenfalls als Steinzeit-Kommunisten verstanden, die mittels Terror ihre Positionen durchsetzen wollen. Es ist daher unwahrscheinlich, dass die FARC sich zu Friedensverhandlungen bereit finden werden. Wenn sie ihre organisatorischen Probleme nicht in den Griff bekommt, wird die Fahnenflucht sie weiterhin ausbluten. Aber Marulanda wird nach gesagt, dass er lieber 1000 Mann als 15.000 habe, diese 1000 aber echte Guerilleros sein sollten. Für das Hauptgeschäft der FARC, dem Drogenhandel, hat die FARC ohnehin 14.000 Mann zu viel.
Da Reyes Camp sich im Staatsgebiet Ecuadors befand, wird die Aktion auch noch ein außenpolitisches Nachspiel für Kolumbien haben. Gerade Ecuadors Präsident hatte sich in jüngster Vergangenheit beschwert, dass die Kolumbianer ihre Grenzen zu seinem Land nicht ausreichend unter Kontrolle hätten und Ecuador somit im Norden an die FARC und nicht Kolumbien grenzen würde. Eine gleichlautende These hatte Chavez vertreten, anscheinend in der Absicht die FARC als legitime Herrscher über bestimmte Landgebiete zu legitimieren. Wie werden nun Correa und insbesondere Chavez auf diesen Übergriff reagieren? Gerade Chavez sieht in Kolumbien eine Marionette der USA, die den Nordamerikanern ihr Staatsgebiet zur Verfügung stellt um von hier einen Angriff gegen Chavez und seine bolivarianische Bewegung zu starten.
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Solange sich an der Grundlage der Aufstandsbewegungen nichts ändert, werden sie auch nicht so schnell verschwinden. Interessant sind die aktuellen Entwicklungen aber allemal.
PS. Es ist richtig, dass im derzeitigen Kolumbien kein Platz für eine politissche Vertretung der FARC ist. Aber nicht, weil sie keiner wählen würde, sondern weil sie einfach nicht geduldet werden. Was ‘85 mit der UP passiert ist, dürfte den meisten hier ja bekannt sein…
PPS. Wer waren eigentlich nochmal diese Terroristen, die die Mitglieder der UP gelyncht haben???
FARC=Drogenmafia???
Über die Erlöse der FARC aus dem Drogenhandel lachen sich die wahren Drogenproduzenten und -exporteure doch schlapp. Und wer sind die wahren Drogenbarone? In welchen Kreisen verkehren sie? Na klar, mit dem kolumbianischen Staat, respektive Politiker, legale Wirtschaft, Paras haben sie natürlich üüüberhaupt nichts zu tun…
Sorry, aber doch ist doch alles Heuchelei!
Hi Steffen,
ehrlich gesagt glaube ich, dass wenn es um den Drogenhandelt geht Paras und Guerilla gleich auf sind.
Hallo Steffen
sehr richtig!
Aber was ist eigentlich anderes von Präsident Uribe und dessen schon beispielhafter “demokratischer” Regierung zu erwarten!
Soll das heute (das nächtliche Umlegen von 17 FARC Rebellen auf dem Territorium Ecuadors)etwa die “angemessene” Antwort der Offiziellen Kolumbiens hinsichtlich der Freilassung de 4 Geiseln vor 2 Tagen gewesen sein? Wie soll denn SO und unter diesen Umständen die längst überfällige Freilassung weiterer FARC-Geiseln von statten gehen? Vielmehr ist als Folge der nächtlichen Hinrichtung von Raul Reyes und dessen Ehefrau und weiterer 15 FARC Rebellen leider zu befürchten, daß Ingrid Betancourt und die anderen weniger reichen Gefangenen wahrscheinlich niemals lebend die langersehnte Freiheit erlangen werden! Auch werden vermutlich als “Vergeltung” die Anschäge in Kolumbien wieder zunehmen.
Nein, das ist ist keine Politik, ausgerichtet auf einen dauerhaften Frieden in Kolumbien! Ohne überhaupt den Vesuch zu starten, die FARC-Rebellen gefangen zu nehmen, und ihnen dann einen legalen juristischen Prozeß zu machen, wie in einer rechtsstaatlichen Demokratie üblich ist.
Es ist schon mehr als verwunderlich und traurig, daß für die kolumbianische Regierung unter Uribe, dem Präsidenten “mit der eisernen Hand” seit 6 Jahren diplomatische Verhandlungsversuche mit der FARC strikt abgelehnt werden und allein eine militärische Lösung des Konfliktes in Frage kommt! Also sprich mit “eiserner Hand” ein AUSLÖSCHEN der FARC… was mich schon sehr an unsere mehr als unselige deutsche NS-Vergangenheit erinnert.
Ich muß leider befürchten, daß dieser für die kolumbianische Uribe-Regierung angeblich so sehr erfolgreiche Tag aufgrund des AUSLÖSCHENS von 17 FARC-Rebellen … für das kolumbianische Volk jedoch insgesamt, und desen Zukunft, ein schwarzer Tag sein wird …
Ich moechte auf einige Punkte der vorangegangenen Kommentare eingehen.
Zum Thema Friedensverhandlungen: Ich moechte daran erinnern, dass es von 1999 - 2002 seitens des kolumbianischen Staates ein ernsthaftes Angebot zu Friedensverhandlungen gegeben hat. Diese sind am absolut starren Festhalten der FARC an ihren Maximalforderungen gescheitert.
Zum Thema Drogen: Auch wenn Steffen richtig darauf hinweist, dass viele Drogengelder in anderen Sektoren der Gesellschaft unterwegs sind, so ist es doch naiv, die FARC davon freisprechen zu wollen. Sie kontrollieren die wichtigsten Handeskorridore - auch deshalb sind sie so an einer Entmilitarisierung von Florida und Pradera interessiert - und benoetigen die Drogengelder dringend, um ihre Organisation am Leben zu erhalten, zu bestechen und vor allem Waffen zu kaufen.
Und zum Thema demokratische Regierung: auch wenn es linken Idealisten nicht gefallen mag, so ist falsch, eine Regierung, die zum zweiten Mal mit einer ueberwaeltigenden Mehrheit gewaehlt wurde und sich nach wie vor der Unterstuetzung eines Grossteils der kolumbianischen Bevoelkerung sicher ist, als undemokratisch zu bezeichnen. Und ein Schwerpunkt dabei war sein Wahlversprechen, sich in erster Linie die physische Sicherheit der Kolumbianer zu verbessern.
Die FARC hat der Regierung seit langem den Krieg erklaert, Der Tod von Reyes ist dessen Konsequenz.
Hallo Aniratak,
ich denke wir leben im Jahr 2008 und nicht im Jahre 1999 oder 2002!
In Deutschland hatten wir früher u. a, auch einmal einen Kaiser und einen Diktator, aber auch das ist doch längst bewältigte und politisch aufgearbeitete Vergangenheit! Aber gerade wo Du das Jahr 2002 ansprichst, da habe ich eine sehr empfehlenswerteinteressante Lektüre für Dich:
BIOGRAFÍA NO AUTORIZADA DEÁLVARO Uribe VÉLEZ
EL SEÑOR DE LAS SOMBRAS
von Joseph Contreras y Fernando Garavito
(2002)
Übrigens sehr interessant detailliert geschrieben.
Icch weiß nicht, woher Deine so genauen Kenntnisse über die Drogenhandelskorridore hast, wahrscheinlich über Caracol oder RCN. Ok, wenn man Propagandasendern glaubt und diese für gut und richtig befindet. Steffens Einschätzung entspricht da zumindest mehr der Realität! Da die meisten Traficantes im “trüben fischen” sind wohl auch nur selten welche persönlich bekannt(ich kenne keine). Ich denke Traficantes gibt es unter allen Bevölkerungsgruppen in Kolumbien.
Ich weiß nun nicht, wen Du mit “linken Idealisten” meinst. Fakt ist das die Wahlbeteiligung bei der letzten Präsidentenwahl 2007 bei gerade 45% lag. Von den abgegebenen Stimmen bekam der jetzige Präsident Uribe dann etwa 65%. Zumindest waren die nachweislich 55% Nichtwähler keine Fans des Präsidenten und es stimmten also etwa nur 20% aller Wahlberechtigten für Uribe! Aber sind denn 20% nun wirklich ein Großteil der kolumbianischen Bevölkerung, wie Du schreibst?
Physische Sicherheit? Im allgemeinen mißtraut jeder jedem(immer noch), das habe ich zumindest erfahren. Bewachte Condominios schießen wie die Pilze aus dem Boden, selbst Türen und Fenster mit Rechas geschützt!
M.E. hat die FARC die kolumbianische Regierung mehrfach, insbesondere in der letzten Zeit, um Verhandklungen gebeten und als Zeichen guten Willens bedingungslos 6 ihrer Geiseln entlassen und damit zumindest ein kleines ein Zeichen der Vernunft gesetzt!
Die Antwort war, wie oft in der Geschichte Kolumbiens, wieder einmal Gewalt! So wird es nie Frieden in diesem schönen Land Kolumbien geben.
Bezeichnen ist auch, wenn bei der Bekanntgabe des heutigen “erfolgreichen” Angriffs (Kolumbianer gegen Kolumbianer)im TV RCN und Caracol durch den Verteidigungminister Santos, die anwesenden Generäle lachen. Ich denke, das spricht für sich und ich brauche das auch nicht weiter zu kommentieren …
Na also, es geht doch! Durch eine Vielzahl von Festnahmen und militaerische Erfolge wie der heutige wurden und werden die Farc systematisch geschwaecht und zermuerbt, bis sie - hoffentlich bald - von selbst zerfallen und es kann endlich Frieden einkehren. Glueckwunsch an Uribe und an die beteiligten Akteure. Wer immer noch an politische Loesungen und Verhandlungen mit der Farc glaubt, soll weitertraeumen.
@Carlo: woher entnimmst Du die Information das Reyes “Ehefrau” bei den Gefechten dabei war und ebenfalls gefallen ist? Ausser in einer venezolanischen Nachrichtenquelle, konnte ich bisher die Meldung nirgendswo bestätigt sehen. Soll hier wieder an einer Legende gestrickt werden? Friedliebende Guerilleros beim idyllischen Camping-Urlaub vom hinterlistigen kolumbianischen Militär im Schlaf ermordert?
Od die Ehefrau dabei war oder nicht, jeder einzelne Tote inklusive Reyes ist ein Toter zu viel. Über die Meldung seines Todes bin ich zu aller erst schockiert. Auch ein kolumbianischer Soldat ist gefallen, aber den werden Du und Steffen wahrscheinlich als einen führen, der es sich selber zu zuschreiben hat, warum folgt er auch dem Paraco Uribe? Genauso wie die Polizisten und Soldaten die in den letzten Wochen von FARC-Einheiten getötet wurden. Ich nehme an, sie sind berechtigte Opfer einer blinden Staats-Gewalt, die unschuldige Guerilleros dazu zwingt ihre Koka-Felder mit Bodenminen zu schützen, Unbeteiligte zu entführen und im Urwald verrotten zu lassen.
Denn in Wahrheit, da habt ihr absolut recht, wollen die FARC Ingrid schon seit langem freigeben. Aber der böse Uribe tut alles dafür, dass es nicht passiert.
Und weil er ja ein korrupter Diktator ist, beherrscht er die Medien in Kolumbien, so dass die Kolumbianer total verblendet sind und vergessen haben, dass die FARC während der Friedensverhandlungen zwischen 98 und 2002 alles getan haben um die Geiseln frei zu geben und politische Auswege aus dem Krieg aufzuzeigen. In den 4 Jahren bauten die Bauern in den geräumten Gebieten dann entgegen aller Bemühungen der FARC den Drogenanbau aus. Irgendwie weiß ich jetzt nicht, warum in der Zeit auch weiterhin Leute entführt wurden, nur ist es klar, dass es nicht die FARC war, weil sie ja die Friedensverhandlungen entgegen des heftigen Widerstands der Regierung Pastrana betrieb und sich nach Kräften bemühte alle Geiseln frei zu lassen. Dem fiesen Diktator Uribe, der wohl schon damals die Geschicke des Landes über seine Marionette Pastrana leitete, gelang es den Menschen glauben zu machen, dass die FARC hinter Drogen und Entführungen stand und die Friedensverhandlungen mit der Regierung scheitern ließ. Ja dumm die Kolumbianer. Aber warum soll es ihnen da anders ergehen als den Delegationen aus der Schweiz, Frankreich und Spanien, deren Bemühungen um die Freilassung der Geiseln oder wenigstens um Lebenszeichen der selbigen zu nichts führten. Auch diese Delegationen haben es nicht verstanden, dass die FARC ihnen diese Lebensbeweiße und auch die Geiseln selbst förmlich aufgedrängt haben. Irgendwie hat es Uribe geschafft, die Schweizer, Franzosen und Spanier hinters Licht zu führen und glauben zu lassen, dass die FARC es nicht ernst meinten. Sicher werden uns Carlo und Steffen aufklären wie es war.
Denn wir leben ja in 2008 und alles ist längst aufgearbeitet. Carlo und Steffen zeigen auf, dass die Friedensbemühungen der FARC nur von den jeweiligen Regierungen torpediert wurden. Und dass hinter alle dem eigentlich Uribe stand und steht. Die böse Ingrid und andere Geiseln lassen sich jämmerlich hängen. Sie sollten dankbar sein, in idyllischer Natur von der FARC umsorgt zu werden. Statt dessen hungern sie sich zu Tode. Und Uribe zwingt aus der Ferne die gutherzigen Bewacher Ingrids, sie und andere Geiseln zu schlagen, weil … ja warum denn Carlo, warum denn Steffen? Da müsst ihr mir mal kurz helfen. Eigentlich ist Ingrid kein Uribe Freund und politisch auch seine Gegnerin, da ist es doch nicht logisch, dass man sie aus Rache zu Uribe strafft. Außerdem wissen wir ja nun, dass die FARC verzweifelt versucht, dass Uribe Ingrid aufnimmt.
Dieser Uribe ist schon ein Schlitzohr. Weil 55% der Kolumbianer nicht gewählt haben, hat er uns doch glauben lassen, dass Guerillas und Paras in ihren Gebieten die Wahl boykottiert haben und den Leuten gedroht haben, die sich an den Wahlen beteiligten wollten. Dabei ist es sicher ganz anders gewesen. Die FARC haben die Menschen gebeten zu denen Wahlen zu gehen. Aber Uribe hat sie nicht wählen lassen.
Tja, was soll ich als verblendeter Kolumbianer nun machen? Nach der Demo am 4 Februar gegen die FARC wollte ich jetzt nächste Woche am 6 März bei den Kundgebungen gegen die Paras mit machen. Genauso wie am 4. Februar hat Uribe persönlich zu dieser Demonstration nicht aufgerufen. RCN und Caracol erinnern aber an diesen Termin. Das sind aber staatliche Propaganda-Sender, also wollen sie mich irgendwie zu einem politischen Idioten machen. Gerne würde ich die FARC fragen, die es ja nur gut mit mir und allen anderen Kolumbianern meint. Aber die FARC ruft auch zu dieser Demo auf. Hat Uribe sich in ihre Homepage einschleichen können? Wie kann es sein, dass die FARC das gleiche bewirbt, wie die fremdbestimmten Sender RCN Und Caracol?
Auch zu dumm, dass wir Kolumbianer glauben, dass PARAS und Guerillas das gleiche in Grün sind. Zu blöd, dass wir auch nicht an den Kaiser glauben und daher sehen wollen, dass die politische Guerilla von 1960 eine andere ist als die Drogenmafia 2008. Dabei ist das ja falsch, den obwohl nach wie vor 90% des weltweit produzierten Kokains aus Kolumbien stammt, hat die FARC gar nichts damit zu tun. Alles Propaganda von diesen Sendern, die mich daran erinnern, dass ich am 6. März gegen die PARAS auf die Straße soll. Und die, wie weite Teile der Presse sich um die Aufklärung der Einflüsse der Paras auf kolumbianische Politiker bemüht haben. Dass nun die ersten zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden, dass haben wir sicherlich irgendwie den FARC zu verdanken. Denn, wir wissen es ja nun, ginge es nur nach Uribe, würden alle Beweise zerstört und Richter platt gemacht werden, die den Verstrickungen nachgehen.
Da das nun alles geklärt ist, werde ich Gloria, die Hilfskrankenschwester meines Vaters darauf aufmerksam machen, dass vor 9 Jahren ihr Cousin und weitere 10 Dorfbewohner nicht von der FARC erschossen wurde, denn diese will ja nur Gutes. In Wahrheit sind sie und ihr Dorf von Uribe vertrieben wurden, damit dieser dort Koka anbauen konnte. Wenn sie mir nicht glauben sollte, hätten wir wieder einen Beweis dafür, wie Gehirn gewaschen die Kolumbianer sind.
Hola todos,
habe mit Spannung und Interesse die Kommentare meiner “Vorschreiber” gelesen. Ehrlich gesagt finde ich es sehr interessant, dass bei solchen Diskussionen immer wieder der schlimmste Teil der deutschen Geschichte hervor gekramt wird, um so seinen Agumenten NAchdruck zu verleihen.
@Carlo: Echt billig!
Ansonsten möchte ich Miguel zu seinem super geschriebenen Kommentar gratulieren.
Zugegebener Maßen ein wenig sarkastisch formuliert, trifft es den Nagel auf dem Kopf. Ich denke, millionen Menschen haben vor 3 Wochen gezeigt, dass Sie nicht mit der FARC einverstanden sind!.
Ich war das erste Mal vor sieben Jahren in Kolumbien und kann eigentlich nur sagen, dass sich die Lage sehr possitiv entwickelt hat.
Weiter so Señor Uribe!
Saludos
Ich bin im Jahr 2008 ein erstes Mal nach Kolumbien gegangen. Seither viele Male … Als Schweizer ist man vorweg ja schon einwenig sensibilisiert über die Sicherheitslage im Land und ich hatte beim ersten Besuch richtig “Angst”…aber dies auch nur bis man das Land mal besucht hat!
Klar gibt es überall Sicherheitskräfte, aber im Grossen und Ganzen habe ich mich sicher gefühlt. Die Leute sind sehr, sehr nett und hilfsbereit und Kolumbien ist ein tolles Land. Ich war auch am Tag der grossen Demonstration gegen die Gewalt und die FARC im Land. Ich habe mit sehr vielen Kolumbianern geredet und alle sind grundsätzlich stolz auf Uribe! … und ich denke, ich habe nicht nur mit “einer Schicht” geredet. Uribe scheint sehr beliebt zu sein bei reich UND arm. (Ich bin übrigens KEIN USA Fan, aber Kolumbien geht es trotzdem besser als anderen Ländern Südamerikas) Das zu dem Punkt …
Ich war auch längere Zeit in Venezuela! Dort ist es geradezu umgekehrt…alle Personen mit denen ich redete (ok keine wirklich “armen Bauern usw”.) waren gegen Chavez und hassen ihn! Es scheint, nur diejenigen die Geld von ihm kriegen stehen hinter ihm.
Der Staat in Venezuela ist aus meiner Sicht auch viel korrupter als in Kolumbien…
Ich bin zwar kein Kenner von Kolumbien aber ich denke, alle Guerillios ob rechts oder links gehören einfach ins Gefängnis. Ich hoffe, Kolumbien kann seinen Weg der Demokratie weiter gehen! Viel Erfolg! Ist ein super Land!
@ Jo:
Und da liegst Du eben gründlich daneben.
@ Carlo:
Deine Prognose für die Konsequenzen der Tötung von Reyes für die Geiseln der Guerilla teile ich. Aber wieso ist Uribes Politik verwunderlich? Traurig vielleicht, ja. Aber verwunder dürfte seine Politik eigentlich niemanden. Dein Vergleich mit den Methoden im Dritten Reich find ich abwegig. Er führt auch zu nichts.
@ Aniratak:
Die Friedensverhandlungen sind nicht nur wegen den Guerillas gescheitert. Etwa zeitgleich mit Pastranas Friedensbemühungen wurde ja auch der Plan Colombia verabschiedet. Und der hatte Konsequenzen für den Friedensprozess. Hier möchte ich mal aus meiner Magisterarbiet zitieren:
“Die Förderung des von Präsident Pastrana im Jahr 1989 initiierten Friedensprozesses wird von der US-amerikanischen Regierung trotz anders lautender Aussagen finanziell fast vollständig vernachlässigt. Lediglich 3 Mio. US-Dollar (oder 0,2%) des ersten Finanzpakets unter Präsident Clinton wurden für dieses Ziel aufgebracht. Hiermit sollten Schulungen kolumbianischer Regierungsbeamter für die Friedensverhandlungen mit Aufstandsbewegungen finanziert werden.1 Die aus diesen Zahlen abzuleitende ablehnende Haltung der US-amerikanischen Regierung gegenüber dem Friedensprozess mit den Guerillagruppen wurde dabei insbesondere nach den Terroranschlägen vom 9. September 2001 deutlich. So bezeichnete Außenminister Colin Powell zwei Wochen nach den Anschlägen die kolumbianischen Guerillagruppen als „terrorists with a global reach, who pose a threat to US interests“2 und die US-Botschafterin in Kolumbien, Anne Paterson, verglich die kolumbianischen Aufstandsbewegungen mit der islamistischen Terrorgruppe Al-Quaida und äußerte sich über die im Zuge der Friedensverhandlungen mit der FARC eingerichtete demilitarisierte Zone im Süden Kolumbiens wie folgt: „My government is concerned by the use of the demilitarized zone as a base for terrorist acts. [...] Plan Colombia remains the most effective anti-terrorist strategy we could design.“3 In der Tat lässt sich die im Rahmen des Plan Colombia entworfene Militärsrategie des push to the south mit dem Ziel der Aufstandsbekämpfung (siehe IV.3.b)) nur schwer mit der Errichtung einer demilitarisierten Zone – welche die Ausgangsbedingung der Friedensverhandlungen mit der FARC darstellte – in Einklang bringen. Zusammen mit den Aussagen Powells und Patersons bestätigt dieser Gegensatz die sich aus den finanziellen Aufwendungen ergebende Vermutung, dass die Friedensstrategie der USA weniger auf Friedensverhandlungen mit den Guerillagruppen als auf eine Bekämpfung dieser abzielt.
Die enormen Zuwendungen der USA an die kolumbianischen Streitkräfte ließen zudem kolumbianische Militärs und Politiker an der Notwendigkeit eines Friedensprozesses mit der Guerilla zweifeln, da sie davon ausgehen konnten, dass durch den Kolumbien-Plan das militärische Kräfteverhältnis zu ihren Gunsten kippen würde.4 Die FARC-Guerilla wiederum sah in der Ankündigung enormer militärischer Unterstützung der kolumbianischen Streitkräfte durch die USA den Beweis, dass die Friedensverhandlungen nur ein politisches Manöver darstellten.5 Isacson schlussfolgert dementsprechend: „Plan Colombia strenghtened the hands of hardliners on both sides who were sceptical of the talks from the beginning.“6″
Der Plan Colombia, oder vielmehr seine Durchführung (Plan C. war ja urspünglich eine sinnvolle Idee, bevor die USA sich an seiner Formulierung beteiligten und ihn grundlegend änderten) konterkarierte Pastranas Friedensbemühungen. Wohlgemerkt: ich spreche die Guerilla keineswegs von einer Mitschuld frei (siehe Flugzeigentführung 2002!).
Zum Thema Drogenhandel und FARC. Ich spreche die FARC hiervon nicht frei, aber es ist doch nun wirklich bekannt, dass die FARC nur einen geringen Bruchteil des Drogenhandels abwickelt. Vielmehr besteuern sie und finanzieren sich (zum Teil) durch den Kokaanbau bzw. den Verkauf der Kokapaste an die traficantes. Das die Guerilla die wichtigesten Handelskorridore kontrolliert ist ja wohl nicht Dein Ernst??? Auf welchem Wege kommt das Koks denn in die USA oder Europa? Wie genau schaffen es die Guerilla, das Koks tonnenweise in die Absatzländer zu transportieren? Und wo haben sie die ganzen Flugzeugstaffeln und Schnellbootflotten versteckt?? Das ist big business und da haben die Guerilla keine Chance.
So und nun zu Dir Miguel:
Es ist schlichtweg eine Frechheit, was Du mir und Carlos unterstellst! Wenn Du keine Lust auf eine vernünftige kontroverse Diskussion hast, dann lass es doch sein. Dein Kommentar ist nicht “leicht sarkastisch” (Frank), er ist destillierter Sarkasmus bzw. Zynismus, angereichert mit unhaltbaren und beleidigenden Unterstellungen.
Schreibe ich so? Diffamiere ich Dich oder andere Leser als Anhänger der Paras? Unterstelle ich Dir, dass Du Dich über die Tötung der FARC-Kämpfer freust?
Was soll das?
Hallo Miguel,
verzeih mir, wenn ich Deine total unqualifizierten und nicht der Wahrheit entsprechenden Ausführungen nicht weiter kommentieren möchte. Es wäre einfach nicht mein Stil und ich möchte mich keineswegs mit Dir auf eine Stufe stellen.
Aber sei doch einmal realistisch:
Sagen nicht die Bilder(von RCN und Caracol gesendet) des toten Raul Reyes im Flugzeug nach dessen Ankunft in Bogota deutlich, was die Regieung und ihr Militär von Menschenwürde und Pietät in diesem erz katholischen Lande hält? Für mich als zivilisierten Europäer nicht nachvollziehbar und einfach abscheulich!
Komisch auch, gestern nicht ein einziges Bild mehr in allen kol.Fernsehsendern von Ingrid Bertancourt oder anderer Geiseln zu sehen war, wie ansonsten “ohne Ende” und vielfach widerholt gesendet! Denke mal bewußt verdrängt. Oder sollten die Geiseln und deren schlimmes Schicksal jetzt etwa in Vergessenheit geraten sein?
Ich hoffe nicht!
Und was nun?
Die Frage dürften sich wohl nicht nur die an diesem Blog Beteiligten stellen. Seit nun fast 24 Stunden stelle ich mir auch diese Frage und bin mir gar nicht sicher, ob diese Nachricht für Kolumbien gut oder schlecht ist. Ich denke, dass wir alle nur raten können, was jetzt kommt.
Was passiert jetzt mit den FARC? In den letzten Monaten wurden sie durch Tötung mehrerer ihrer Anführer und nachfolgenden Desertionen deutlich geschwächt. Und jetzt stirbt auch noch ihre Nummer 2. Wird sich die FARC tatsächlich auflösen? Wie damals der Sendero Luminoso in Perú? Nehmen wir einmal an, dass es so passiert. Was bedeutet das für Kolumbien? Alvaro Uribe hätte mit seiner militärischen Option recht gehabt, an der Lage der marginalisierten Bevölkerungsschichten würde sich nichts ändern, bzw. nichts verbessern. Warum auch? Wir sind die Terroristen ja los, diejenigen die den Mund nicht aufmachen stören uns nicht, diejenigen die trotzdem meckern sind auch leicht zu unterdrücken. Warum sollte man sich also kümmern um die entfernten ländlichen Regionen oder die Armutsviertel der großen kolumbianischen Städte. Einfach ignorieren, wie immer in den letzten 40 Jahren.
Könnten die FARC profitieren von einem Märtyrertod Rafael Reyes`? Das glaube ich auch nicht. Für die guerrilla mag er wichtig gewesen sein, ich spreche ihm aber das Charisma anderer Revolutionsführer (z.B. Ché oder Camilo Torres) ab. Er galt als Hardliner und ich denke, dass man auch in den FARC erkennen muss, dass ihre aktuelle Krise gerade auch von Rafael Reyes verursacht wurde. Vielleicht (und hoffentlich) klingeln bei denen die übrig sind die Alarmglocken. Sie sind kurz davor, auch noch ihre Glaubwürdigkeit als militärische Macht zu verlieren, sie verkommen zum Papiertiger.
Das Volk auf dem Land ist für die Guerrilla mitlerweile auch nur dann interessant, wenn es zum finanziellen Wohlergehen der Organisation beiträgt.
Hier noch eine kurze Widerrede an STEFFEN: Womit fängt denn die Kokainproduktion überhaupt an? Wenn hier jemand über Handelkorridore spricht, dann sind primär die innerkolumbianischen Transportwege gemeint. Ohne Schutz der Kokaplantagen durch die FARC, ohne Schutz der Transportwege für PBC und ohne Infrastruktur zum Schmuggel der Utensilien für die Weiterverarbeitung zu reinem Kokain, ist auch die Koksroduktion nicht möglich. Und wer profitiert von diesem Teil des Produktionsprozesses? Ja Steffen, FARC und Drogenbarone gleichermassen. Dass die FARC sich vielleicht NUR um den Anbau und Schutz von Kokapflanzen kümmert, ist genauso wichtig fürs Geschäft, wie der gesamte nachfolgende Prozess und Transport in die Abnahmeländer. Und in diesem Punkt widerspreche ich auch Chávez und Evo Morales, welche durch das so demonstrative Kauen von Kokablättern in der Öffentlichkeit(im Sinne eines Nutzens als traditionelle indigene Heilpflanze) das ganze Problem verharmlosen wollen: Der Anbau von Kokapflanzen ist indigene Tradition, ergo kann die FARC nicht als Drogendealer bezeichnet werden. Tolle Logik, aber nicht richtig. Und genauso falsch, wie auch Du in Deinem Kommentar gegenüber JO, entgegen Deiner Beteuerungen versuchst, die Verstrickungen der FARC zu verharmlosen.
Zurück zum Konflikt: Letztendlich glaube ich, dass die kolumbianische Regierung weder in der Lage noch gewillt ist, dem kolumbianischen Volk einen wirklichen sozialen Frieden zu bescheren. Sie werden an ihrer militärischen Macht festhalten und vielleicht die FARC plattmachen, die Armen und die Vertriebenen werden davon keinesfalls profitieren. Ein tatsächliches Bewusstsein für die wahren Nöte des Landes ist immer noch nicht vorhanden.
PS: Weder bei Regierung NOCH bei den FARC
Buenos días a todos. So Sarkasmus bei Seite. Es war meine Reaktion auf die permanente Unterstellung, dass wir in Kolumbien uns nur über Propaganda-Sender informieren, der PR-Maschinerie Uribes willenlos hinter her laufen.
@Carlo: Natürlich stimmen die von mir gezeichneten Bilder nicht der mit der Wahrheit überein, sie sollten nur das von Dir suggerierte Bild einer friedliebenden FARC und eines kriegstreibenden kolumbianischen Staates karikieren.
@Steffen: Dein Zitat aus Deiner Magisterarbeit finde ich ich sehr interessant, ebenso wie Deine Ausführungen zum Plan Colombia, denen ich ihn großen Teilen nur zustimmen kann. Aus diesem einst von Kolumbianern zur Lösung kolumbianischer Probleme gedachten Plans wurde eine Strategie, die den Interessen Dritter gerecht werden sollte. Das ist eines der großen Handicaps des kolumbianischen Konflikts, das er durch die Internationalisierung mit völlig falschen Ideen gelöst werden soll. Der Plan Colombia ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Leider befürchte ich, dass die Ansätze Chavez genau so in die falsche Richtung gehen, denn er unterstützt die Idee, dass es für den Frieden die von der FARC geforderte Verfassungsgebende Versammlung geben soll. Warum fragen sich die Kolumbianer wollen die FARC unsere Verfassung ändern, ohne die Menschen zu befragen? Und warum erst recht, stetzt sich Chavez so sehr dafür ein? Was erhofft er sich, warum schreibt er den Kolumbianern vor, was das Ergebnis sein soll?
Daher mein Sarkasmus auf die undifferenzierten Kommentare, alle seien hier von der Propagande gesteuert, ob das die Antwort auf die Freilassung der Geiseln sei.
Hierzu die bisher geäußerten Meinungen der Kolumbianer:
- Sie begrüßen den Tod Reyes. Carlo ich verstehe Dich in diesem Punkt, auch das mit den Bildern seiner Leiche. Ich finde das nur schrecklich, es sind ganz bestimmt Propagandabilder um Legendenbildung bei der Guerilla entgegen zu kommen. Viele Menschen ihn Kolumbien leiden unter der Guerilla, das musst Du akzeptieren. Die FARC ist nicht der einzige Gewalt-Akteur in Kolumbien. Mindestens ebenso viele Menschen litten unter den Paras und den nun nachfolgenden neuen bewaffneten Banden, viele litten und leiden unter staatlichen Soldaten, die einst mit den Paras und nun mit diesen neuen Banden zusammen arbeiten. Reyes war wie kein zweiter das Gesicht der FARC, die ihre Ideale verloren hat und mit Lügen über den sinnlosen Terror den sie ausüben hinweg täuschen wollte. Daher fühlen sich viele hier durch sein Ableben befreit.
- Viele fühlen sich auch bedroht. Hier ist die Frage, nach der Reaktion der FARC. Es kann sein dass sie sich an die Geiseln vergreift, es kann sein, dass sie zu Gegenschlägen ansetzt. Es kann aber auch sein, dass sie die Kraft und Organisation dazu nicht mehr hat. Es kann sein, dass die Richtungskämpfe innerhalb der FARC ihre Fähigkeiten zu Rückschlägen minimieren. Es kann sein, dass gemäßtigere Kämpfe in der FARC sagen, lasst uns verhandeln, die Geiseln zu töten kostet uns das wenige internationale Ansehen, dass wir in den letzten Tagen gewonnen haben. Es gibt viele mögliche Folgen.
- Uribe hat sich immer für ein Handeln aus militärischer Überlegenheit eingesetzt. Genaus so wie Reyes damals 98 bis 02, während der laufenden Verhandlungen, der Meinung war, den Staat mit Gewaltaktionen und Entführungen noch mehr unter Druck setzen zu müssen um die besten Verhandlugsergebnisse zu erzielen. Ich kann Uribes Strategie nicht befürworten, so tun es viele in Kolumbien auch. Aber ich muss ihm Recht geben, dass seine Strategie dem Land bisher immer mehr Sicherheit schenkt, er die FARC sehr geschwächt hat. Das haben 20 Jahre Regierungen vor ihm nicht geschafft. Die FARC konnte diese Legende aufbauen, dass ihre Führung nie auch nur angekratzt werden könnte. Das ist nun in den letzten Monaten dahin und die Moral der Truppe fällt zusehends.
- Deswegen wird die FARC nicht aufhören zu existieren. Aber sie werden eine kleine Truppe sein, die sich sehr wahrscheinlich politisch nicht mehr in das Jahr 2008 zurück finden werden und sich auf das Geld bringende und Existenz sichernde Geschäft der Drogen konzentrieren werden.
- Und dies zum Schluss, damit es nicht untergeht. Der jetzige Stand der Informationen erlaubt es anzunehmen, dass Reyes und seine Leute:
a - in Ecuador angegriffen wurden
b - im Schlaf überrascht wurden und keineswegs im Rückzugsgefecht waren
c - eine der Geliebten Reyes ebenfalls gefallen ist. Seine Frau ist Tochter von Marulanda, dem Boss der FARC und scheint nicht dabei gewesen zu sein.
Alles dies deutet darauf hin, dass die Regierung Uribe:
a- die Hochheit des Staates Ecuador verletzt hat
b- diesen Menschen keine Chance auf eine Gegenwehr oder der Aufgabe ließ.
Dafür wird sich Uribe rechtfertigen müssen.
@ Jens:
naja, ob ich die “Verstrickungen der FARC in den Drogenhandel” verharmlose, oder nicht, ist die Frage. Ich habe gerade meine Magisterarbeit über die neuere Kolumbienpolitik der USA fertig gestellt und im Zuge dessen mich auch intensiv mit der Drogenökonomie in Kolumbien beschäftigt. Im Grunde vertrittst Du die offizielle Haltung des kolumbianischen Staates, sowie der US-amerikanischen Regierung. Stichwort “norcoguerilla-These”, falls Dir das was sagt. Stammt übrigens von einem US-Botschafter in Kolumbien.
In meiner Arbeit kam ich zu dem Schluß, dass diese These (respektive deine Sicht) falsch ist. Warum?
Die Argumentation “kein Kokaanbau –> keine Kokainproduktion” ist zwar logisch richtig, aber die Geschichte hat gezeigt (und Ökonomen können erklären), dass sich der Kokaanbau nicht verhindern lässt (zumindest nicht in einem Land wie Kolumbien, s.u.). Sagt Dir der Begriff “ballon effect” etwas? Damit sind Ausgleichsbewegungen des Kokaanbaus gemeint. Kolumbien ist kein traditionelles Kokaanbaugebiet. Bis in die 90er Jahre wurde das meiste Koka in Bolivien und Peru angebaut, traditionelle Kokaländer, und dann nach Kolumbien transportiert, wo es zu Kokain weiterverarbeitet und exportiert wurde. Als dann Mitte der 90er Jahre aufgrund großangelegter Eradikations- und Interdiktionsmaßnahmen der Kokaanbau in beiden Ländern erheblich abnahm, nahm er in gleichem Maße in Kolumbien zu (–> drückst Du einen Ballon, beult er auf der anderen Seite aus). Das gleiche zeigt sich auch in Kolumbien. Aufgrund der Eradikationsmaßnahmen im Zuge des Plan Colombia (übrigens mitttels modifiziertem Roundup, ganz toll für Fauna und Flora, von den Kokabauern ganz zu schweigen) ging der Kokaanbau in einigen Gebieten stark zurück, nur um in der Folge auf andere Regionen auszuweichen. Zudem kam es zu einer vermehrte Dispersion, d.h. Kokaplantagen sind nicht mehr so stark lokal konzentriert, sondern kleiner und zerstreut. Die Eradikationsstrategie in Kolumbien ist de facto geschietert.
Eine alternative und sehr vielversprechendere Strategie ist die der Substitutionspolitik (gibt es mehrere UN-Untersuchungen drüber). Diese hat zum Ziel, die URSACHEN des Kokaanbaus zu bekämpfen, die da sind: ökonomische Zwänge. Ich zitiere mal Sanho Tree vom Institute for Policy Studies in Washington:
„The U.S. policy requires that these campesinos grow hundreds of kilos of so-called legal crops [instead of coca]. But the problem is [to ask] these people to grow yucca, plantains, pineapples and other things that they have to transport on vehicles they don’t have, on roads that don’t exist, to sell in markets, both internal and export, that they don’t have access to.“
Die Kokabauern wollen kein Koka anbauen, sie müssen es, um zu überleben.
Nun zu Deiner These, dass die Guerilla und die Drogenhändler gleichermaßen vom Kokainhalndel profitieren. Sie ist falsch.
Das Produkt Koka ist billig. Ein kg Koka kostet etwa 1000 US$. Dementsprechend fallen bei der Besteuerung für die FARC auch nicht allzu viel Gewinne ab. Erst die Verarbeitung und v.a. der Transport in die Absatzländer ist lukrativ. Und wie. Ein kg Kokain kostet z.B. in den USA (grammweise verkauft) mehr als 100.000 US$. Die Drogenhändler verdienen also sehr viel mehr als die die Kokaproduktion besteuernden Guerillas (wobei fairerweise angemerkt werden muss, dass auch einzelne FARC-Sektionen im Drogenhandel involviert sind, nur eben in einem viel kleinerem Maßstab).
Zum Thema kann ich den Dokumentarfilm “El Plan Colombia - Cashing in the Drug War Failure” auf Google Videos oder Youtube empfehlen.
Wer ist für das Leben, für den Frieden und für die Demokratie!
Würde gerne als Österreicher eure Meinung zu diesem Aufruf kennenlernen. Ich war 2007 drei Monate in Kolumbien und habe Bogota, Medellin, Sincelejo und Cali, samt Buenaventura besucht. Angst hatte ich bei der Reise in Kolumbien keine. Aber das Militär entlang der Straßen habne ich doch bemerkt. Mir geht es eigentlich um die vielen Straßenkinder, die in den Städten ohne Schulbidlung aufwachsen. Die Eltern können sich das Schulgeld nicht leisten, daher wäre hier nationale und internationale Hilfe notwendig. Das Kokathema kann nach meiner Meinung auch nur durch die internationale Staatengemeinschaft gelöst werden, soweit diese aber auch ehrlich daran interessiert sind.
Wenn es in den Konsumländern keinen Konsum geben würde, erledigt sich das traurige Thema von selbst.
WELTWEITER GEDENKTAG FÜR DIE OPFER DER GEWALT IN KOLUMBIEN AM 6. MÄRZ 2008
Wien, 18 Uhr, Stock im Eisen-Platz (Stephansplatz),
Ecke Kärntnerstraße / Graben
Für das Leben, für den Frieden und für die Demokratie!
Kolumbien erlebt eine der schlimmsten humanitären Katastrophen der ganzen Welt. Im Lauf der letzten zwei Jahrzehnte wurden ungefähr vier Millionen Menschen gewaltsam vertrieben (nur der Sudan zählt etwa gleich viele Binnenflüchtlinge), in der Mehrheit durch paramilitärische Gruppen, aber auch durch Aktionen des Staates und der Guerilla.
Die paramilitärischen Gruppen haben allein oder zusammen mit Mitgliedern der Streitkräfte mindestens 15.000 Kolumbianerinnen und Kolumbianer gewaltsam verschwinden lassen; die Leichen wurden in Massengräbern verscharrt oder in die Flüsse geworfen. Mehr als 1700 Angehörige indigener Völker wurden ermordet, ebenso 2500 Gewerkschafter und mehrere Tausend Mitglieder der Unión Patriotica (einer 1985 gegründeten Linkspartei).
Zwischen 1982 und 2005 haben sich die Paramilitärs von den Vertriebenen illegal mehr als sechs Millionen Hektar (60 000 km²) Land angeeignet. Selbst nach 2002, dem Beginn des so genannten Demobilisierungsprozesses, haben sie an die 3000 Menschen ermordet.
Nach eigenen Angaben – des Oberkommandierenden der Paramilitärs, Carlos Castaño – ist es ihnen bei den Legislativwahlen von 2002 gelungen, ein Drittel des Parlaments zu kontrollieren. Von 2002 bis heute haben Mitglieder der Nationalen Streitkräfte mehr als 950 unschuldige Menschen getötet, die dann als im Kampf gefallene Guerilleros präsentiert wurden. Allein im Jänner 2008 hat die Armee 16 außergerichtliche Hinrichtungen vorgenommen.
In Kolumbien verletzen staatliche Sicherheitskräfte und Paramilitärs konstant die Menschenrechte und das Internationale Humanitäre Völkerrecht. Viele paramilitärische Gruppen haben sich nicht demobilisiert oder wieder neu gegründet („paramilitärisches Recycling“), einige davon unter dem Namen Aguilas Negras, „Schwarze Adler“.
Man schätzt, dass sich die Hälfte der Entführten in Kolumbien in den Händen der FARC-Guerilla befindet, das sind etwa 700 Personen, darunter auch die seit sechs Jahren als Geisel gehaltene Politikerin Ingrid Betancourt.. Knapp 50 von ihnen will die Guerilla gegen ihre Gefangenen und gegen eine entmilitarisierte Zone austauschen.
Wir fordern von der FARC die sofortige und bedingungslose Freilassung aller ihrer Geiseln!
Wir fordern von der FARC und der kolumbianischen Regierung die Aushandlung eines humanitären Übereinkommens zur Freilassung aller Geiseln und den Austausch der Gefangenen beider Seiten!
Wir fordern von der kolumbianischen Regierung, dass sie ihrer Verpflichtung nachkommt, die Opfer der Gewalt im Land zu beschützen und die Prinzipien des Internationalen Völkerrechts und der Menschenrechtsdeklaration anzuwenden.
In Kolumbien ruft die „Nationale Bewegung der Opfer der Staatsverbrechen“ (MOVICE) für den 6. März 2008 weltweit zum Gedenken an die Opfer der Gewalt durch den Paramilitarismus, die Parapolitik, die Guerilla und die Staatsverbrechen auf. Ihr haben sich im Lande selbst und weltweit zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens angeschlossen.
In Österreich unterstützen diesen Aufruf:
Organisationen:
Informationsgruppe Lateinamerika (IGLA)
Internationaler Versöhnungsbund – österreichischer Zweig
Komitee Ingrid Betancourt -Österreich
Polo Democratico Alternativo (PDA) - Austria
Südwind Verein
Casa Cultural Colombiana
Papaya Association
“Elternkreis Wien” – Verein zur Förderung von Suchtvorbeugung und Selbsthilfe
Guatemala Solidarität Österreich
Personen:
(Unvollkommene Liste)
Ulrike Lunacek (NRAb, Vorsitzende der Europäischen Grünen Partei)
Herbert Berger
Gabriele Frimberger
David Garcia
Elke Grafl
P. Dr. Franz Helm SVD (Steylermisisionar)
Werner Hörtner
Miguel Gamboa
Berthold Molden
Sonja Plessl
Martina Polt
Diana Reales (Koordinatorin des 4F in Wien)
Beatriz Reichard
Josef Rohaczek
Hermine Rohaczek
Catalina Pérez
Elisabeth Mayerhofer
Erna Gomez-Maurerira
Margit Pieber
Rodolfo Sabogal
Moraima Hernández
Claudia Thallmayer
Romina Weleba
Normann Lindner
Impressum: Herausgeber und Medieninhaber Werner Hörtner, Sandwirtgasse 11, 1060 Wien.
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sich das Thema von selbst.
Hallo Miguel,
in der Form Deines letzten Beitrages lässt sich weiter diskutieren. Bedenke bitte, daß die zuvor von Dir eingebrachte Polemik, niemandem wirklich etwas nützt schon gar nicht der Sache/Thematik, um die es hier doch schließlich gehen soll!
Kurz zu Deiner Kritik: Ich denke, daß Du mich total falsch verstanden haben mußt, denn niemals habe ich beabsichtigt, subjektiv die FARC als Friedensstifter zu bezeichnen. Allerdings ist es aktenkundig, daß die FARC in der letzten Zeit die kolumbianische Regierung mehrmals um die Aufnahme von Verhandlungen gebeten. Das wurde allerdings stets vonPräsident Uribe abgelehnt!
Zu der “propagandalosen” Informationsmöglichkeit in Kolumbien, die es Deinen Angaben zufolge hierzulande geben soll, dann nenn mir bitte doch diese Sender! Mir ist da nur DW und bedingt CNN bekannt.
Nochmals möchte ich daran erinnern, daß in der Geschichte fast immer Revolutionen nötig waren, um einem Land einen gerechten sozialen und demokratischen Neubeginn zu ermöglichen. Doch in der Regel ging diese vom Volk verlangte soziale Neuausrichtung des Staates innerhalb relativ kurzer Zeit über die Bühne. Hingegen in Kolumbien dauert dieser Versuch doch zumindest seit Simon Bolivar an. Die herrschenden reichen Schichten Kolumbiens, meist Nachkommen der ehemaligen Kolonialmacht Spanien, haben es stets verstanden und geschafft, Macht und Reichtum in ihren Händen zu behalten und das Armen lediglich als billige Arbeitskäfte zu benutzen, doch nichts von ihrem Wohlstand mit diesen zu teilen. Das ist verständlich, aber es hat leider mit einer Demokratie für alle Kolumbianer nichts gemein. Die armen und die ärmeren Bevölkerungsschichten sind nach jahrhundertelangem Bürgerkrieg müde und auch größtenteils politisch desinteressiert geworden. Außerdem haben die meisten Kolumbianer eh genug damit zu tun, um über die Runden zu kommen und ihre täglichen Existensprobleme zu lösen.
Natürlich lehne ich für ein zivilisiertes wohlhabendes Land(wie es auch Kolumbien mit Leichtigkeit, allerdings nur bei vernünftiger und weitschauender Politik) sein könnte, Kommunismus ebenso wie jede andere diktatorische Staatsführung ohne Opposition (dafür mit massiver Korruption), ab.
Was hat denn Präsident Uribe nun mit mit seinem Überfall auf ecuadorianisches Territorium erreicht? Der Botschafter des demokratischen Staates Ecuador(war vor einem Monat selber dort 2 Wochen u.a. in Salinas, gefiel mir gut!)ist aus Bogota abberufen worden. Die von der Uribe-Regierung dargestellte angeblich geduldete militärische Aktion auf dem Territorium Ecuadors ist eine glatte Lüge, eine von vielen. Aber ein Land, das die Grenzen seiner Nachbarn mißachtet und willkürlich dort eindringt handelt unentschuldbar und einwandfrei verbrecherisch! Natürlich gilt das auch für Kolumbien. Die politische Spannung ist momentan gstiegen und die politischen Folgen noch nicht absehbar. Wer so eigenmächtig handelt und gegen das Völkerrecht verstößt, der ist entweder verantwortungslos, verblendet oder dumm. Aber die Kolumbianer haben sich ihren Präsidenten ja frei und demokratisch gewählt!
Hallo Josef,
ein in allem sehr interessanter Beitrag von Dir! Muß Dir beipflichten.
Aber was und wem nützen die Demonstrationen eigentlich, wenn die kolumbianische Regierung diese für ihr maßloses Machtstreben der “eisernen Hand” benutzt und das bügerkriegsgeplagte Land nun auch noch an den Rand kriegerischer Auseinandersetzungen mit seinen Nachbarn bringt?
Hallo Steffen,
was Ursachen und mögliche Alternativen zum Kokaanbau angeht, stimme ich ja auch zu 100% mit Dir überein. Diese Aspekte standen in meinem Beitrag auch gar nicht zur Debatte. Übrigens, ähnliche Diskussionen wurden schon mit dem Marihuana-Anbau in der Sierra Nevada in den späten 70er Jahren geführt. Ohne Infrstruktur für Transport und Vermarktung der Produkte zu fairen Preisen, zwingt man den Bauern in diese Richtung.
Aus rein ökologischer Sicht gibt es ein ähnliches Problem mit dem
Kaffeanbau in Kolumbien: Monokultur vs. traditionellen Kaffeeanbau in Kombination mit Schattenpflanzen wie Bananenpalmen, Mais und Bohnen. Letzterer in der Kombination “finanziell” nicht so erträglich und somit auf Dauer uninteressant. Ob sich der Bauer letztendlich ein Eigentor schiesst (wenn seine Kaffepflanze z.B. von dem Roya-Pilz befallen wird), ist dem Markt egal.
In der Summe, sind es fast immer kurzsichtige finanzielle Interessen und Zwänge, welche den Bauern in eine oder andere Richtung bewegen. Diese Argumentation war in meinem Beitrag auch gar nicht infrage gestellt worden.
Persönlich hat mich schon immer die Drogenpolitik der USA angekotzt, die in den 90er Jahren meinten, dass sie den Drogenkrieg bis auf den letzten Blutstropfen kämpfen würden ….. bis auf den letzten Tropfen KOLUMBIANISCHES Blut, wohlgemerkt. Und dabei nicht einsehen, dass der eigentlich Drogenkrieg dort gekämpft werden sollte, wo die Droge konsumiert wird. Kein Markt (bzw. keine Kriminalisierung)= kein Geld (weil kein “Risikozuschlag”). Ich bin absolut davon überzeugt, dass das Drogenproblem sich ähnlich lösen liesse, wie das Alkoholproblem in den Jahren der Alkohol-Prohibition. Du weisst aus Deiner Arbeit besser als jeder andere, wie günstig die Kokainproduktion ohne Verbote sein kann (ein paar cent pro Gramm werden mit Sicherheit nicht überschritten).
Was ich in meinem Kommentar sagen wollte ist, dass die FARC, über ihre mehr oder weniger ausgeprägte territoriale Kontrolle der Anbaugebiete und der Transportwege, direkt von Drogenproduktion und Drogenhandel profitiert. Auch von der Höhe der Erträge war in meinem Beitrag keine Rede (das dicke Geld verdient letztendlich immmer der Transporteur und der Verteiler).
Ich behaupte aber dennoch dass, aus den erwähnten Gründen, an jedem Gramm exportierten Kokains auch die FARC beteiligt ist und somit der Begriff Drogenhändler (als Überbegriff für Anbauer, Dealer und was sonst noch dazu gehört) zutrifft.
@ Carlo
Zu dem Eingriff der kolumbianischen Streitkräfte solltest Du die Kolumbianer ein bisschen besser kennen. Ich glaube, dass hier die Gunst der Situation eine wesentlich größere Rolle spielt, als man es von europäischen Politikern in irgendeiner Art und Weise kennt.
Hier spielt das Sprichwort “No dar papaya y no desaprovechar papayazo” eine ganz wichtige Rolle. Ob man sich dabei Gedanken über mögliche Konsequenzen gemacht hat, kann doch sehr bezweifelt werden.
Abgesehen von meiner ganz persönlichen Meinung zu Guerrilla und Regierung, sollte andererseits auch die Frage erlaubt sein, ob es nicht legitim ist, einen Mörder und Verbrecher wie Raúl Reyes, welcher auch in Europa nach 2001 offiziel als Terrorist angesehen wird, über territoriale Grenzen hinaus “unschädlich” gemacht werden darf.
Auf andere Weise hätten Milosevic oder Kriegsverbrecher aus dem Dritten Reich u.a. nie vor Gericht gestellt werden können. Ich weiss, der Vergleich hinkt, da hier nicht jemand vor Gericht gestellt wurde, sondern auch gleich verurteilt und hingerichtet worden ist. Aber vergesst nicht, Raúl Reyes selbst hat durch einen für ihn scheinbar sicheren Aufenthalt in Ecuador das Terrain und die Bedingungen für seine letzte Auseinandersetzung mit dem kolumbianischen Staat selbst vorgegeben.
Wenn ich die Raubtiere im Zoo besichtige, würde ich mich auch nicht in die Reichweite ihrer Krallen begeben.
Hallo Jens,
ja soweit OK, aber es wäre doch in jedem Fall völkerrechtlich notwendig, VORHER und nicht NACHHER den ecuadorianischen Behörden die Angelegenheit mitzuteilen und um entsprechende Unterstützung zu bitten. Ähnlich wie z.B. Deutschland damals in Mogadischu. Zumindest darf das Völkerrecht keinesfalls durch Widwestmanier ersetzt werden!
Also in dem Punkt stimme ich Dir nicht zu.
Ja Carlo,
ich stimme dem auch zu. Ich weiss nur nicht, inwiefern in der aktuell sehr aufgeheizten Stimmung Nachbarländer wie Venezuela oder Ecuador dazu bereit sind. Aber Du hast selbstverständlich recht. Als Pistolero, bzw. á la USA, sollte man sich seinen Nachbarn gegenüber nicht verhalten.
Ich zitiere Jens nochmal:
Kein Markt (bzw. keine Kriminalisierung)= kein Geld (weil kein “Risikozuschlag”
Es ist schon interessant, dass diese Moeglichkeit,
die ich schon ein paarmal in diesem Zusammenhang
las, anscheinend in der oeffentlichen Diskussion
in den USA und Europa nicht mal erwaehnt wird !?.
Uebrigens wohl auch nicht im Zusammenhang Afganistan
und Taliban.
Wirklich wundern tuts mich natuerlich in Bezug auf Kol.
und deutsche Oeffentlichkeit nicht. Denn hierlande kaut man in der Oeffentlichkeit (vorallem Polittalkshows) ja lieber
nur sehr wenige Themen (ergebnislos) bis zum
“geht-jetzt-wirklich-nicht-mehr” durch.
Damit behaupte ich nicht, dass die Pro-Argumente in jedem
Fall die Contra-Argumente uebertreffen wuerden.
Ne Diskussion waers aber wirklich wert, genauso wie
ne Ueberlegung eine Assoziation zwischen dem schicken
weissen Pulver und der Farbe Rot herzustellen. Da liessen sich in meinen Augen auch mal “gute” Fernsehspots machen.
Denn natuerlich ist es so, dass das Thema Konsumentenverantwortung fuer das ganze Schlamassel
leider anscheinend ueberhaupt keine Rolle zu spielen
scheint - zumindest nicht bei uns.
Gruesse - Andy
@ all:
toll, ie sich die Diskussion hier entwickelt! Es ist interessant, zu sehen, dass sich die Standpunkte hier in vielen Punkten gar nicht so stark unterscheiden.
Auf zwei Punkte möchte ich aber eingehen, da ich sie sehr wichtig finde.
1.) Mittel & Zweck (@ Miguel):
Du schreibst: “Ich kann Uribes Strategie nicht befürworten, so tun es viele in Kolumbien auch. Aber ich muss ihm Recht geben, dass seine Strategie dem Land bisher immer mehr Sicherheit schenkt, er die FARC sehr geschwächt hat. Das haben 20 Jahre Regierungen vor ihm nicht geschafft.”
Hier sprichst Du, ohne es direkt zu sagen, die berühmte Frage nach Mittel und Zweck an. Heiligt der Zweck die Mittel? Muss man z.B. das Justicia & Paz -Gesetz in Kauf nehmen, wenn Uribe auf der anderen Seite mehr Sicherheit und Stabilität für einen großen Teil der Bevölkerung schafft? Muss man die ggf. extralegale Tötung von Reyes in Kauf nehmen, wenn dadurch die FARC geschwächt wird?
Um es mal ganz drastisch zu formulieren und auf die Spitze zu treiben: könnte man nicht auch eine temporäre Militärdiktatur, die den Ausnahmezustand ausruft und mit einer noch großangelegteren (full-scale) Militäroffensive die FARC bekämpft, zeitweise dulden, wenn das Resultat die Zerschlagung der FARC ist? Wohlgemerkt: diese Zuspitzung soll der Diskussion dienen, sie ist keineswegs mein Standpunkt (muss man hier ja immer dreimal erwähnen ;-)). Was würdet Ihr alles in Kauf nehmen, wenn es einer langfristigen Befriedung dient? Kann man dabei die Resultate der Mittel immer genau vorraussehen?
2.) Begrifflichkeiten (@ Jens):
Du sagst: “Ich behaupte aber dennoch dass, aus den erwähnten Gründen, an jedem Gramm exportierten Kokains auch die FARC beteiligt ist und somit der Begriff Drogenhändler (als Überbegriff für Anbauer, Dealer und was sonst noch dazu gehört) zutrifft.”
Begrifflichkeiten sind oft problematisch und deshalb muss man immer aufpassen, dass man genau bleibt. Oft werden bestimmte Begrifflichkeiten auch bewusst verwendet um bestimmte Sachverhalte zu verwischen.
So wurden z.B. in den USA die “kommunistischen” Guerillas in den 80er Jahren zu “narco”-Guerillas erklärt (–> narcoguerilla-These). Diese Begrifflichkeit wurde ganz bewusst initiiert, um das (in den USA sehr starke) “Drogen”-Argument für bestimmte Maßnahmen in Kolumbien und anderswo benutzen zu können. Seit 9/11 ist nunmehr die Rede von “narcoterrorists”. Also noch eine Begrifflichkeit, die ein ganz starkes Überzeugungsargument (für die US-amerikanische Öffentlichkeit und Abgeordnete) in sich birgt.
Die FARC kontrolliert Anbaugebiete, sie profitieren vom Kokaanbau, sie schmuggeln auch hier und da was über die Grenzen. Aber mit Drogenhändlern sind im ursprünglichen Sinn die innerkolumbianischen traficantes und insb. im internationalen Kontext die Drogenproduzenten/-exporteure gemeint! Wenn man die Guerilla (und wie Du es vorschlägst auch die Kokabauern) mit der Drogenmafia in den Topf “Drogenhändler” wirft, dann verschwinden die Grenzen zwischen den Gruppen. Das ermöglicht z.B. wiederum das Vorgehen gegen die FARC als Mittel zum Zweck des Anti-Drogen-Kampfes. Und die feinen Herren des eigentlichen Drogenbusiness reiben sich die Hände.
PS. In der Tat ist in diesem Kontext die Konsumbekämpfung bzw. -prävention in den Verbraucherländern die mit Abstand effektivste Methode gegen den Drogenhandel. Das stellte schon Anfang der 90er Jahre eine vom US-Verteidigungsministerium in Auftrag gegebene Untersuchung der RAND-Corporation (ein konservativer Think Tank) fest: “Die Forscher stellten fest, dass zur Reduktion des Kokainkonsum in den USA um 1% Prävention und Behandlung die mit Abstand kosteneffektivste Methode darstellen; sie sei um das siebenfache kosteneffektiver als polizeiliche Maßnahmen in den USA, um das zehnfache kosteneffektiver als Interdiktionsmaßnahmen und um das 23fache kosteneffektiver als auswärtige Drogenbekämpfung.”*
* http://www.rand.org/pubs/reports/2007/R3594.pdf>
Holas,
zu der Frage ob die FARC nun ein wichtiger Akteur im Drogengeschäft ist oder nicht, stimme ich mit Josef überein. Sie sind einer der Hauptakteure in diesem Spiel, da spielt die Tatsache, dass am Ende der Vermarktungskette der Verkäufer und Vertreiber den größten Betrag einheimst. Auch wenn es nicht so viel ist, es ist immer noch genug und stellt die FARC finanziell besser da, als es der kolumbianische Staat mit seinen Steuereinnahmen macht.
@ Carlo:
Wie die FARC spricht auch Uribe ständig seine Bereitschaft zu Friedensverhandlungen aus. Er hat auch der FARC die Vorzüge des Gesetzes Justicia y Paz zugesagt, also das gleiche Regelwerk, das den Paras zur Strafmilderung hilft. Aber er nennt dabei auch seine Bedingungen: Rückgabe aller Geiseln, Ende der Entführungen, Reparationen an Opfer und Hinterbliebenen (bei den PARAS vielleicht das heißeste Eisen), Heraus- oder Rückgabe aller illegal gewonnener Gelder und Besitztümer. Das lehnt die FARC ab.
Die FARC fordert: Rückzug der staatlichen Organe für 45 Tagen aus Gebieten um Cali, dann wird erst freigelassen. Die FARC selbst darf, wie 98 - 2002 im entmilitarisierten Gebiet mit bewaffneten Truppen einmarschieren. Dies lehnt Uribe ab. Warum? Unabhängig ob er Krieg will, die FARC militärisch besiegen oder ganz einfach keinen Bock auf Freilassungen und Verhandlungen hat: Es bleibt im nichts anderes übrig. Die Verfassung zwingt ihn dazu auf die Einheit des Staates zu achten und den Schutz der Menschen im Staatsgebiet zu achten. Sowohl der Gouverneur von Valle, als auch die Bürgermeister und Bewohner der betroffenen Ortschaften haben sich beim Präsidenten gegen einen Rückzug der staatlichen Truppen und der Übergabe an die FARC gerichtet. Wie kann er diesen Auftrag ignorieren und auf die Bedingungen der FARC eingehen?
Also, beide Seiten haben ihre fest verankerten Punkte und werden nicht von ihnen abgehen. Es ist verständlich, dass die FARC nach den Erfahrungen mit den Morden an die UP keine Risiken eingehen wollen. Es ist verständlich, dass Uribe Bevölkerungsteilen nicht an die FARC übergeben kann. Das Problem ist, dass Du und ich dieses Verstehen können, die beiden Betroffenen aber dies nicht können oder wollen. Fest zu halten ist: Beide haben den Friedenswillen, beide verhindern den Frieden durch das Festhalten an ihren Positionen.
In Kolumbien gibt es viele Zeitungen die nicht für Uribe sind. Davon aboniere ich z.B. El Nuevo Siglo und Semana, lese gerne Cambio und La Voz, obwohl mir letztere manchmal doch zu einseitig ist. Aber gut zur Interpolation der eigenen Meinung. RCN und Caracol liegen da gut in der Mitte, kann sie nicht als Propaganda-Sender einstufen. Vieles was sie bringen ist eigentlich voyeuristischer Lokal Journalismus, aber man kann nicht sagen, dass sie Propaganda für den Staat machen. Sie bewerben genauso die Demo am 6. März, wie sie die am 4 Februar beworben haben. Anders als bei deutschen Nachrichten, in dem es ein Kommentar gibt, wird hier keine direkte Meinung über die Nachricht hinaus präsentiert. Natürlich merkt man es den Sprechern und Sprecherinnen an, ob ihnen etwas gefällt oder nicht, dafür sind sie auch leidenschaftliche Latinos. Dann gibt es noch für Bogota den Sender City-TV, der auf lokaler Ebene sehr engagiert über den Alltag der Menschen berichtet, Missstände aufgreift und die Verantwortlichen zur Rede stellt.
Auch wenn es die FARC nicht gibt, die Armen und ihre Benachteiligung werden nicht mehr vergessen werden. Sicherer Garant dafür ist der Polo Democratico, z.Z. Kolumbiens zweitstärkste Partei. In ihr sind viele ehemalige M-19 Guerilleros, wie der Gouverneur Nariños, Navarro Wolf, oder der Senator Preto, wichtige Stimme im Land. Politisch werden seit einigen Jahren die Interessen der Armen vom Polo vertreten, nicht von der FARC. Daher sieht hier kein Mensch eine politische Zukunft für die FARC. Sie haben ihre Chance sträflichst verpasst, in der Zeit, in der Pastrana ihnen die Möglichkeit gab, ihre politischen Ideen in die Tat um zu setzen. Heute geht am Polo links nichts vorbei. Kolumbien braucht keine bewaffnete Revolution, sondern Frieden um auch in den entlegensten Gebieten eine staatliche Schule oder ein Krankenhaus betreiben zu können, ohne gleich eine halbe Armada dazu stellen zu müssen um zu verhindern, dass Lehrer und Krankenschwester gleich mal in den Urwald verschleppt werden. Kolumbien braucht Frieden um ohne eine Armada Straßen bauen zu können auf denen Bauern ihre Erzeugnisse zu den Abnehmern fahren können. Eine bewaffnete Revolution bringt die Agrargüter nicht vom Lande in die Staat. Deswegen sind viele Bauern, viele Transporteure und viele Bewohner in den armen Vierteln Bogotas so auf Uribe eingeschworen: Die Straßen sind wieder befahrbar, Waren können vom Land in die Staat gefahren werden und weil in großen Mengen auch auf die Märkte der Armen. Kolumbien braucht keinen Neubeginn im Sinne, dass es keine sozialen Programme und Leistungsträger gäbe. Diese können nur dort ihre Aufgaben erfüllen, wo sie auch den Schutz des Staates haben. Die Kontrollorgane müssen in Ruhe und Sicherheit Korruption, Amtsmissbrauch und Mittelverschwendung unterbinden und anklagen können. Du wirst es nicht glauben, aber unter Uribe und seiner Politik der Seguridad Democratica starten nun kolumbianische Ämter und Gerichte, diese Aufgaben wieder neu und bringen auch hohe Politiker und Beamte vor Gericht. Auch Caracol und RCN berichten über Verhaftungen und Verurteilungen von Regierungsnahen Politikern wegen ihrer Nähe zu den Paras. Oder von den Auseinandersetzungen zwischen Uribe und dem Oberstaatsanwalt. Unter Uribe haben alle lokalen Regierungen Zielvorgaben in Sachen Erziehung, Soziales und Gesundheit bekommen. Die ersten Gouverneure und Bürgermeister sitzen nun auf der Anklagebank, weil sie in der vergangenen Legislaturperiode diese Ziele nicht erreichten, weil sie Mittel veruntreut haben. Auch das ist Seguridad Democratica.
Was hat Uribe nun mit seinem Übergriff auf fremdes Staatsgebiet erreicht? Genau das ist jetzt das Problem. Ebenso, dass seine Politik eine so breite Unterstützung genießt und der Tot Reyes ihm sicher noch ein paar Punkte mehr geben wird. Genau das ist das Problem. Als Schlag gegen die FARC war es sicher ein Meilenstein. Diplomatisch gesehen ist es eine Katastrophe. Er gibt Chavez Auftrieb und wenn Uribe nicht aufpasst, dann zündet er auch noch die Lunte, die Chavez bereits in der Hand hält. Außenpolitik und Diplomatie waren noch nie eine Stärke Kolumbiens gewesen. Deshalb hat die FARC eine erfolgreichere PR-Arbeit in Europa, deshalb lässt sich Kolumbien von Chavez immer mehr auf dem südamerikanischen Kontinent isolieren, deshalb steht ein Minister dem Außenamt vor, der vor seinem Amtsantritt mehrere Jahre im Urwald war.
Noch einmal Hola:
Wie Steffen bedanke ich mich bei allen für die lebhafte Diskussion. Die Punkte, die hier besprochen werden, sind oft diejenigen die in Kolumbien und im Ausland anders gesehen werden und daher leider von der kolumbianischen Diplomatie nicht verständlich formuliert werden.
Hierbei möchte ich ganz deutlich den Übergriff auf fremdes Staatsgebiet ausnehmen. Da gibt es keine Interpretationsräume.
Aber ansonsten denke ich, dass es kolumbianischen Diplomaten gaz gut täte sich Diskussionen wie dieser zu stellen.
@Steffen: Die Frage ist richtig. Aber vielleicht aus dem Zusammenhang gerissen. Justicia y Paz ist von einem Parlament abgestimmt worden und vom obersten kolumbianischen Gerichtshof auf Verträglichkeit mit der Verfassung abklopft worden. Eine schwer zu schluckende Kröte und ganz sicher ein Punkt an denen viele sich gedacht haben: Heiligt der Zweck die Mittel? Ich sehen es eher so: eine Gemeinschaft, speziell eine Demokratie muss die Kraft haben, im Interesse einer gemeinsamen Zukunft Wege zur Versöhnung zu schaffen. Strafe ja, Reperation ja und dann Integrationsprozeße zu finden. Das sind Aufgaben, die jede Demokratie bewerkstelligen muß, oft mit unspektakulären Themen manchmal mit sehr sensiblen, wie die Aussöhnung ganzer Bevölkerungsteilen. Das ist die Fähigkeiten Kompromisse zu schließen und so würde ich auf Steffens Frage antworten. Justicia y Paz ist ein Kompromiss, der vielen von uns schwer fällt, aber den wir aus freien Stücken getroffen haben.
Eine Diktatur setzt keine Kompromisse. Daher ist sie für mich auch kein Mittel zum Zweck. Diktaturen können Länder mit Gewalt befrieden, aber sobald sie weg sind, tauchen die Probleme wieder auf, da sie nie von den Betroffenen gemeinsam gelöst wurde. Gutes Beispiel ist das ehemalige Jugoslawien Titos. Er hat mit Macht alles zusammengehalten, aber nach seinem Tod brachen die alten Probleme wieder auf, weil es nie zu Kompromissen kam.
Der tödliche Angriff auf Reyes löst keine Probleme. Die FARC ist damit nicht vernichtet. Die Entführten dadurch nicht frei. Es war eine militärische Aktion, für die es ausschließlich militärische Argumente gab. Nicht mein Ding. Von meinem Standpunkt aus, rechtfertigt kein Ziel Menschen zu entführen, zu foltern und zu töten.
Hallo Steffen,
erst einmal meine persönliche Meinung zum Thema Militärdiktatur: ich hatte mich gestern oder vorgestern schon in irgend einem Kommentar dazu geäußert, dass ich mir einen Diktator und einen Zusammenbruch der mehr oder weniger demokratischen Kultur für Kolumbien niemals als Grundstein für die Entwicklung einer neuen Demokratie wünsche. Ein Sturz der Regierugn, sei es durch Rechte oder Linke würde das Blutvergießen nur noch schlimmer machen.
Aber wahrscheinlich ist Kolumbien schon in der nicht zu weiten Vergangenheit einer Militärdiktatur näher gewesen, als sich viele vorstellen können: Als die M-19 im November 1985 den Justizpalast überfielen, war die Entscheidung, den Palast zu stürmen, nicht nur auf dem Mist des Präsidenten gewachsen.
Nachdem er in der ersten Zeit seiner Regierung mit Gesprächsbereitschaft und Zurückhaltung gegenüber der Guerrilla gehandelt und verhandelt hatte, kam er in dieser Situation nicht an seinen Generälen vorbei. Die waren es leid, sich zurückhalten zu müssen und in der Situation auch nicht bereit, sich länger zurückzuhalten. Armero, eine Woche später, hat die Aufmerksamkeit auf das politische Geschehen wahrscheinlich soweit abgelenkt, dass das Thema erst einmal zweitrangig wurde.
Unter Betancur war das Militär so schwach wie nie zuvor, aber auch so schwach, wie es nie wieder sein wird. Das haben sich die Generäle schon damals geschworen.
Ich bin davon überzeugt, dass das Land nur auf der Basis einer breiten Mehrheit mit demokratischen Prinzipien und gegenseitigem Respekt zu befrieden ist. Oder, wie Carlo es formulierte, dieser Respekt für den politischen Gegner muss AUFRICHTIG, muss EHRLICH sein.
Wie ich es heute schon einmal sagte, wir brauchen Menschen, die sich dessen bewußt sind, dass die Macht in Händen des Volkes liegt und nicht in Händen der Gewalttätigen und die auch dazu bereit sind, dieses zu demonstrieren. Die Märsche vom 4F und 6M sollten dazu beitragen, dieses Bewußtsein zu wecken, dieses Bewußtsein zu stärken.
Miguel!!!
Du könntest es ja nicht besser fassen, wie immer wenn man nicht linksblind ist, dann ist man ja sofort ein rechts extremer der sich von Uribes Politik blenden lässt.
was sollten die kolumbianischen sicherheitskräfte denn machen? es correa bekannt machen und dann warten bis reyes wider verschwindet???? Ecuadors Präsident hätte nichts getan, oder vielleicht sogar reyes gewarnt… habt ihr nicht über die gefundene Dokumente in reyes Laptop über den Kontakt mit ecuadorianische regierungsleute gelesen? es ist Unsinn!!! es war auch eine Geheimdienst Operation, es war kein zufall oder Vermutung dass reyes in einem Lager in Ecuador war… und deshalb mussten die kolumbianische Polizei und arme so schnell wie möglich angreifen. ich als Kolumbianer denke, dass unsere kräfte es sehr gut gemacht haben!!! es ist eine Sache von Prioritäten… unsere Priorität ist und soll immer den Kampf gegen die farc sein. stimmt, die Souveränität von Ecuador zu verletzen hat keine Rechtfertigung, aber mann, wir alle hoffen und warten auf eine kleine Unterstützung von unseren nachbarländer, von deren volk und deren regierung.
“raul reyes fiel in einem gefecht zwischen FARC-Einheiten und kolumbianischen Streitkräften im Grenzgebiet zu Ecuador”
ist das dein ernst miguel? ich bitte dich, eure berichterstattung ist einseitig.
man könnte auch schreiben die kolumbianische armee bombadierte nachts ein guerilla camp auf ecuadorischenem staatsgebiet mit streubomben. danach überquerten sie mit armeehubschraubern die grenze um die rest auszuschalten und raul reyes nach kolumbien zurück zu überführen. dabei starben 19 menschen.
staat die ecuadorische staatsregierung zu informieren und die guerilleros festzunehmen wurden diese liquidiert. dies ist nicht rechtsstatlich davon abgesehen stellt es einen kriegerischen akt dar und verstößt gegen die souverenität ecuadors. laut der ecuadorischen regierung belog Uribe diese in einem darauf folgenden telefonat dass sie die guerilleros lediglich nach einem gefecht verfolgt hätten. daraufhin verwies ecuador den kolumbianischen botschafter des landes und verlegte truppen an die grenze.
selbiges spiel von venezuela mit einer kriegsdrohung.
chavez sagte in seiner fernsehsendung aus er werde Uribe kampfhubschrauber schicken falls dieser ebenfalls venezuelas staatsgebiet verletzten sollte.
mal abgesehen von jeder politischen ansicht frage ich mich wirklcih wie man diesen akt des mordes gutheißen kann.
Will Uribe krieg? er gefährdet damit neben einem neuen aufkochen der gewalt in kolumbien auch noch die stabilität der kompleten region.
was passiert jetzt mit farc? wird sie raul reyes ausfall verkraften? wohin wird dir farc jetzt gehen? es gibt gerüchte dass marulando ebenfalls schon tot sei seine Gesundheit so angeschlagen, dass er die Geschäfte nicht führen könne. Demnach könnte Reyes dann gar der erste Mann der FARC gewesen sein. Wird sich seine politische Position nach seinem Tod durchsetzen?
etc, etc, was soll das? glaubst du miguel die farc wird jetzt aufgeben?
gewalt erzeugt nur gewalt. und nach 40 jahren blutigem krieg habt ihr immer noch nicht verstanden dass man einen krieg nicht nur mit waffen gewinnen kann. die guerilla hat vielleicht aufgehört für ideale zu kämpfen. aber du kannst dich darauf verlassen, es gibt einen grund warum sie immer noch leute rekrutieren können….
noch was. die dokumente auf dem laptop über ecudorianische regierungsbeamte wurden erst nachder bombadierung des camps gefunden…also nicht wirklich ein argument warum man ecuador nicht informieren musste. aber selbst wenn man es vorher gewusst hätte stellt das sicher keine rechtfertigung dar
Es ist sehr interessant, welche naive Argumentation einige der kommentaristen, die hier schrieben, benutzen. Da sollte wirklich Kolumbien Ecuador unterrichten (Marco),dass sie evtl. beabsichtigen, die Farc anzugreifen. Es steht ja wohl ausser Zweifel, dass Ecuador (seit Correa) und Venezuela (Gedenkminute!!!)die Farc unterstúetzen. Terroristen sind sie allemal, schade,dass nicht einer Deiner Angehóerigen ermordet wurde ode runter den noch ca. 40 Geiseln ist ,vielleicht w`rdest Du dann nicht mehr so naiv sein. Reyes ,der in der Sovietunion ausgebildet und geschult, hat ja erst vor 14 Tagen ein Bekenntnis zum bewaffneten Kampf (no importa , si mueren miles!!!!) abgelegt.
Ich habe 12 Jahre in Kolumbien gelebt und weiss, wovon ich spreche
Hallo Marco,
der Bericht wurde am frühen Morgen geschrieben, als gerade die Nachricht und erste Informationen bekannt gegeben wurden. Zu diesem Zeitpunkt war sogar Correa noch ganz ruhig, denn es gab keine andere Informationen.
Es hat sich dann aber herausgestellt, dass die Version Uribes und damit die ersten Meldungen nicht richtig waren. Ich selber habe hier in den Diskussionen meine Meinung geäußert, dass es keine Rechtfertigung für den Übergriff auf ein fremdes Staatsgebiet gibt. Meiner Meinung nach ist Ecuadors Präsident Correa vollkommen berechtigt, den kolumbianischen Botschafter aus dem Land zu schmeißen und seine Grenzen militärisch zu verstärken.
Du fragst (und unterstellst vielleicht), dass Uribe Krieg will. Nun die kolumbianische Regierung hat verkündet, dass sie weder die Grenzen zu Ecuador noch zu Venezuela verstärkt. Kriegstreiber würden so eine Chance zur Mobilmachung nutzen. Vielleicht hast Du hier eine Antwort auf Deine Frage - falls Du wirklich eine Frage stellen wolltest.
Ecuador hat bisher Venezuela nicht um Beistand gebeten, noch andere Staaten aufgefordert, sich gegen Kolumbien zu mobilisieren. Warum also besetzt Chavez seine Grenzen, wo dort bisher noch nichts passiert ist? Hat er auf die Gelegenheit gewartet? Sicher wirst Du sagen, dass dies nicht so ist und er Präventiv handelt. Präventiv - das wir schon alles mal gehört.
Gewalt erzeugt nur Gewalt. Da hast Du leider recht. Das letzte Prominente Beispiel dieser Wahrheit und Opfer der von ihm erzeugten Gewalt ist Reyes selbst. Du hast recht.
Was die Gewalt zwischen den südamerikanischen Staaten angeht, so hoffe ich, dass diese Wahrheit sich nicht erneut behauptet. Ich denke, die Gefahr dass es an der Grenze zwischen Kolumbien und Ecuador zu Gefechten kommt, ist fast ausgeschlossen. Correa ist zu besonnen und Kolumbien sendet keine Truppen dorthin. Uribe weiß, dass seine Armee eine riesen Dummheit gemacht hat, anzunehmen, Correa würde nachträglich die Aktion absegnen. Selbst wenn Marulanda einen Meter hinter der Grenze Männchen machen sollte, die Grenze ist jetzt heilig.
Anders sieht es an der Grenze zu Venezuela aus. Chavez scheint nur darauf zu warten, jede sich bietenden Gelegenheit zu nutzen um seine bolivarianische Revolution aus zu rufen. Er hat bereits verkündet, dass Venezuela keine Grenzen mit Kolumbien sondern zur FARC hat. Das genaue Staatsgebilde ist außer ihm niemanden bekannt, aber was interessiert ihn das. Er trägt ja auch schon öffentlich Befreiungspläne vor einer Karte ohne Grenzen zwischen Venezuela und Kolumbien vor. Außerdem hat er sich mit den politischen Zielen der FARC, also letzen Endes der Abschaffung des kolumbianischen Staats und seiner Verfassung wie wir sie kennen, solidarisch erklärt und mehrere Male bekräftigt, dass er diese Unterstützt. Und wer Präsident Kolumbiens ist, das bestimmt nicht der kolumbianische Wähler, sondern Chavez, der der Meinung ist, dass Uribe nicht Präsident Kolumbiens sein darf, weil dieser bestenfalls als Boss der Mafia taugt. Soweit zu der Stabilität in der Region.
Dann gibt es noch die FARC. Diese sind für Dich keine Destabilisatoren, weil ….? Wahrscheinlich ihr Anliegen, den kolumbianischen Staat in seiner jetzigen Form abzuschaffen, für Stabilität sorgen muß.
Entlang der Grenze zu Venezuela kann es zu Gefechten kommen, weil die FARC Angiffe startet, die noch im kolumbianischen Staatsgebiet von den hiesigen Streitkräften beantwortet werden. Da aber Chavez politisch die FARC unterstütz und es ja in seinem Kopf einen Staat FARC entlang der Grenze zu Venezuela gibt, kann er die Verletzung einer von ihm erdachten Grenze als Grund herbei führen, der FARC beizustehen. Kolumbien wird nie mobil machen, aber es kann schon zu Scharmützeln kommen.
Sollte Chavez in den nächsten Stunden oder Tagen der FARC den Status einer Rebellengruppe geben, hätte er die völkerrechtlichen Schritte gemacht um der FARC beistehen zu können.
Für Dich ist also der Kriegstreiber Uribe.
Hallo Miguel,
du hast nicht verstanden was ich dir sagen wollte.
Ich befürworte weder was chavez macht noch die farc. chavez verletzt mit seiner legitimierung der farc alle opfer dieses grausamen krieges.
ja, die farc destabilisieren das land. ich heiße keinesfalls gut was sie machen. aber was Uribe macht ist nicht viel besser. er trägt mit die schuld an soviel unrecht und leid. mir unverständlich wie du ihn in schutz nehmen kannst.
chavez ist ein idiot, der wahrscheinlich wirklich einen krieg anfangen würde. und genau das macht mir angst. Uribe bombadiert in seinem hass sogar guerilla camps auf fremdem territorium. macht er das in venezuela gibt es krieg. das war kein fehler der armee. du glaubst doch nicht im ernst dass so eine aktion ohne genehmigung ausgeführt würde? das geschah auf anordnung von Uribe.
und egal was die farc macht oder gemacht hat, nachts bomben auf schlafende abzuwerfen ist mord und hat nichts mit rechtsstatlichkeit zu tun. aber dass sehen viele deiner paisanos nicht so. sie sind verblendet voller hass.
an dieser stelle auch danke an haraldo für seinen qualifizierten und freundlichen beitrag
Die Tot von Reyes ist eine sehr gute Nachricht fur die Menschen von Kolumbien. Ein Terrorist weniger!
Hallo Marco,
die FARC ist in den 60er Jahren entstanden. Sie ist die Antwort auf großes soziales Unrecht der damaligen Zeit, auf die Vernachlässigung der Landbevölkerung durch die HERRSCHAFTEN in den Städten. Die Strukturen, die für das von Dir zu Recht angkreidete Unrecht und Leid kommen aus der Gründerzeit Kolumbiens. Sie zu ändern haben manche Präsidenten versucht, viele nicht. Da zeigte es sich, dass das kolumbianische System, in dem kein Präsident zwei Amtszeiten hintereinander machen darf, eine kontinuierliche Entwicklung verhindert. Was der eine begonnen hatte, führte der Nachfolger nicht weiter.
Ich verteidige Uribe nur dort, wo die Vorwürfe nicht stimmen. Ich habe in dieser Sache noch kein einziges Mal meine Anerkennung für den Angriff auf das Lager der FARC ausgesprochen.
Das Leid, das den Hass schürt ist nicht Uribes Erfindung, da tust Du ihm zuviel der Ehre an. Das kommt schon aus der Gründerzeit. Und die FARC hat nicht als Antwort auf Uribes Politik begonnen, Menschen zu entführen und im Drogengeschäft mit zu mischen. Das geschah aus Not, da mit dem Zusammenbruch des Sowjet-Sozialsmus, dem Ausbleiben der Gelder nach Kuba auf einmal auch die FARC ohne Sponsor dastand.
Der Hass und der Leid waren vor Uribe da.
Auch die Paras sind keine Erfindung Uribes. Er hat zwar die Convivir gefördert, aus denen dann später manche zu den Paras übergingen, aber dass er der Gründer der Paras sei, dass kann keiner behaupten.
Er muss jetzt, ein Land zueinander bringen, in dem Hass über Generationen Kompromisse oder gar Versöhnung sehr schwer machen. Bei dieser schweren Aufgabe hat er einige Fehler gemacht, zum Teil auch große Fehler. Der letzte sicherlich die Anordnung Reyes hinter der Grenze zu erledigen.
Je weiter die Zeit vergeht und der Siegestaumel verbleicht, werden viele meiner Paisanos erwachen und ihm die Verletzung der Hoheit Ecuadors vorhalten.
Für diese Fehler wird er sich auch recht fertigen müssen. Ich werfe ihm einige davon vor, ich bin bekennender Uribe-nicht-Wähler. Aber zu behaupten, dass Uribe an allem Schuld sei, ist falsch und davor nehme ich ihn in Schutz. Ich bin bekennender Demokrat. Dazu gehört meiner Meinung nach auch den Politiker oder die Politik zu unterstützen, die die Mehrheit gewählt hat. Ich mache das gerne, solange nicht an meine Glaubensfragen gerüttelt wird.
Zum Schluss noch eine Frage: Glaubst Du ohne Uribe gäbe es kein Unrecht und kein Leid in Kolumbien? Leider ist Recht nicht mehr der Weg um Frieden zu bekommen. Wenn es gerecht gehen sollte, würden alle Paras, die FARC, die ELN, zig Politiker, Militärs, Wirtschaftsbosse, ausländische Firmenvertreter und Politiker für Jahre in den Knast wandern. Aber wer kann das durchsetzen? Leider lebt eine Demokratie von vielen hässlichen Kompromissen. Gerade das alte Europa kann da viel erzählen
du musst wirklich aufhören sachen in meine aussagen hinein zuinterpretieren Miguel. ich kenne die geschichte kolumbiens und natürlich ist Uribe nicht an allem schuld was passiert ist. wie könnte er auch. und als Uribe-nicht-wähler würde ich mich über mehr neutralität von euch in diesem, ansonsten sehr guten blog wirklich freuen.
ich habe dir das letzte mal schon geschrieben was man ihm alles vorwirft. aber ich sage dir auch gerne warum ich ihn politisch für eine katastrophe halte.
die sozialen ungerechtigkeiten aus den 60er jahren von denen du sprichst existieren auch heute noch in kolumbien. vielleicht nicht mehr in dem ausmaße. aber kolumbien ist immer noch eines der länder mit den am ungleichst verteilten besitztümern. und diese sozialen ungerechtigkeiten sind auch die ursache des krieges.
Uribe bekämpft vielleicht mit aller härte die guerilla, hat die städte sicherer gemacht und seine wirtschaftspoltik bringt wachstum. davon profitieren aber hauptsächlich nur die mittel-und oberschicht. die armen sind wie immer die verlierer.
niedrige steuern für unternehmen, keine rechte für gewerkschaften und arbeitnehmer. die kleinen angestellten werden ausgebeutet, ebenso die resourcen des landes. die sozialen probleme haben sich unter ihm nur verschärft. das freihandelsabkommmen mit den usa wird dazu ebenso beitragen, seine privaten stiftungen werden profitieren aber die einheimische wirtschaft wird unter ungleichen handelbedingungen massiv leiden.
dazu die umweltzerstörung und die in kaufnahme der vergiftung tausender campesinos. missbildungen bei kindern aufgrund der pestizide. zerstörung der riesigen artenvielfalt und des ökologischen gleichgewichts. das gesetz justicia y paz will ich gar nicht weiter ausführen. mit gerechtigkeit hat das aber ganz sicher nichts zu tun. die verlierer sind wie immer die landbevölkerung. seine persönliche bereicherung durch stiftungen. fehlende sozialreformen stattdessen militarisierung des landes. ich könnte unendlich weiterschreiben. nun sag mir warum schreibt ihr davon nicht?
gerade du der auch europa kennt und durch deine sprachkenntnisse die möglichkeit hast auch andere medien als die kolumbianischen zur meinungsbildung zu nutzen. ich freue mich über den dialog mit dir, und hoffe ihr versteht diese gut gemeinte kritik.
man kann poltisch unterschiedlicher auffassung sein aber wenn ihr über so ernste themen berichtet müsst ihr auch andere seiten beleuchten ansonsten erzeugt ihr ein falsches bild
Kolumbien ist ein demokratischer Rechtsstaat so wird es immer wieder behauptet.Aber ein demokratischer Rechtsstaat
dringt nicht in fremdes Staatsgebiet ein,bombardiert
und toetet 18 Menschen.
Reyes und die anderen 17 wurden uebrigens im Schlaf
beschossen,anschliessend fluechteten sie auf ecuadorianisches Gebiet und wurden dort von Hubschraubern aus angegriffen.Wahrlich eine tapfere Meisterleistung aber genauso wie die USA im Irak. Es wird vermutet,das US-Piloten den Angriff ausfuehrten,so wie sie die logistische Unterstuetzung gaben.Anschliessend wurde die Leiche
in “El Tiempo” einem regierungsnahen Schmierblatt (Eigentuemer:Gebrueder Santos) in mehreren Posen dargestellt.El Tiempo ist immerhin die wichtigste Zeitung
in Kolumbien.
Nun wird aus den angeblich gefundenen Laptops von Reyes
ein Maerchen nach dem anderen gezaubert.
So bspw. das Correa Verhandlungen mit der Farc fuehrt (was
nicht verboten waere)Chavez angeblich 300 Millionen USD
an die Farc verschenkt hat.Reyes hat also 3 Laptops herumliegen ohne Crypto und mit brisantem Inhalt,die nur
noch gefunden werden mussten.
@ Fragender
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,539078,00.html
Gar nicht so schlecht die Analyse und dürfte auch auf einige Deiner Fragen antworten.
Um ein realistisches Bild über die Vergangenheit Uribes zu bekommen, solltet ihr mal auf folgenden Link gehen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Álvaro_Uribe_Vélez
Dort wird in kurzer aber verständlicher Weise die Vergangenheit dieses legendären Musterpatrioten, der sich uneigennützig und selbstaufopfernd, beispiellos für eine lebenswertere Zukunft und für den längst überfälligen den sozialen Fortschritt insbesondere seiner armen Landsleute einsetzt, beleuchtet. Dann weiß man auch warum der Herr William Brownfield fast allabendlich im Fernsehen und in Uribes Nähe auftaucht.
Es wäre mehr längst überfällig, wenn die GANZE Angelegenheit, wie es Brasilien und andere südamerikanische Länder fordern, von der UNO untersucht und aufgearbeitet wird damit endlich “Licht in den Dschungel” kommt und die dilettantisch gestrikten Legenden der Wahrheit Platz machen müssen.
Ich bin nun alles andere als ein Freund der FARC, vielmehr versuche ich stets realistisch und sachlich zu bleiben! Vielmehr wünche ich allen Kolumbianern einen vernünftigen Frieden
Dennoch bin ich schon froh über das Verhalten der FARC nach der von den kolumbianischen Demokraten und von allen Uribe-Fans so lautstark bejubelten kühnen sowie tapferen militärischen Glanzleistung(oder kolumbianische Heldentat), wenn auch vermutlich unter US-amerikanischer Regie, dass es nicht weitere umgebrachte Kolumbianer gegeben hat!
Die FARC kopflos zu machen, wie von vielen gehofft und erwartet wurde, das klappte ja nun leider nicht! Vielmehr bewahrten sie, zumindest bislang