Archiv für die Kategorie 'Umwelt'

Ozonschicht in Kolumbien, was wird getan?

Neulich hat Juan Lozano, Umweltminister Kolumbiens, die Unternehmer daran erinnert, dass nur bis Dezember 31, 2009 Produkte verkauft werden dürfen, deren Emissionen die Ozonschicht belasten.

Vor einem Jahr wurde die Einfuhr ausländischer Produkte, die diese Schadstoffen beinhalten, verboten. Seit 14 Jahren wird in Kolumbien ihre Nutzung allmählich reduziert: jährlich werden 1.300 Tonnen der Ozonkiller weniger in die Umwelt freigesetzt. Die Ausbildung und Zertifizierung von 2.500 Experten in Kühlmitteln und Aufschäum-, Isoliermittel hat auch zur Reduktion von 164 Tonnen dieser Substanzen beigetragen.

In diesem Zusammenhang ist es jedoch interessant anzumerken, dass in Tropenländern in hochgelegenen Siedlungen die Ozonschicht in der Stratosphäre am dünnsten ist und dieses Problem hier zunimmt. Bogota und Pasto sind die Städte Kolumbiens, wo die Ozonschicht am dünnsten ist und extrem hohe UV-Strahlungen messbar sind. Leider gibt es keine systematische Warnung vor hohen Expositionen.

Wandern in der Sierra Nevada del Cocuy

Kolumbien ist bekannt für seine zahlreichen und wunderschönen Landschaften. Unter den Gebirgsszenerien zählt die Sierra Nevada del Cocuy unzweifelhaft zu den eindrucksvollsten: Hoch im Nordosten auf dem Übergang der Regierungsbezirke Boyacá und Arauca an der Grenze zu Venezuela gelegen besticht das Gebirgsmassiv, das zur Cordillera Oriental, der östlichen der drei Gebirgsketten der Anden, die sich durch Kolumbien ziehen, gehört, durch weißglänzende Gletscher, See im Nationalpark El Cocuy leuchtend blaue Seen und eine außergewöhnliche Pflanzenwelt. Mehr als 25 Gipfel sind dauerhaft schneebedeckt, die Gletschermasse ist die größte Kolumbiens. Die Vegetation umfasst urwüchsigen Bergwald auf Hochebenen, Andenwald und die baumlose Gebirgstundra, span. páramo, und kann über 700 Arten von Gefäßpflanzen aufweisen. Das entspricht 83 % der Hochgebirgsarten in Kolumbien und ist die vielfältigste Hochgebirgsflora der Welt!

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Wissenschaft und Forschung im kolumbianischen Staatshaushalt

Zurzeit befindet sich ein neuer Gesetzesvorschlag zu Wissenschaft und Forschung in den Mühlen der kolumbianischen Legislative. Der Entwurf sieht vor, die Rolle von Wissenschaft, Forschung und Technologie zu stärken, im einzelnen sollen Geldmittel erhöht und die Entscheidungsgewalt des Kolumbianischen Instituts Francisco José de Caldas für wissenschaftliche und technologische Entwicklung (Colciencias) ausgeweitet werden. Die Entwurfsautoren wünschen sich für Colciencias, einer öffentlichen Einrichtung, die dem nationalen Planungsbüro untersteht und ein wichtiger Akteur auf dem Gebiet Wissenschaft und Forschung ist, die Hochstufung zur leitenden Institution auf nationaler Ebene. Dies würde bedeuten, dass das Institut die Bereiche Wissenschaft, Technologie und Innovation nicht nur politisch leitet, sondern auch seine finanzielle Ressourcen eigenständig verwaltet und fast, wenn nicht vollkommen, unabhängig von anderen Institutionen desselben Sektors agiert. Weiterhin fordert der Gesetzesvorschlag, dass das Budget für Wissenschaft, Technologie und Innovation bis zum Jahr 2010 von 0,37 % auf 1 % des Bruttoinlands- produkts Kolumbiens angehoben wird.

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Schützt die Zivilgesellschaft in Kolumbien besser die Natur?

Zurzeit gibt es in Kolumbien 230 Naturreservate der Zivilgesellschaft, die 48.360,07 ha in 16 Regionalknoten schützen. 1991 wurde die Idee entwickelt und ein Jahr später schlossen sich 50 Personen und 37 Naturreservate im Verein kolumbianisches Netzwerk von Naturreservaten der Zivilgesellschaft zusammen. Zwei Jahre später wurde der Verein im Umweltgesetz für rechtens erklärt. 60262-vivero-frutales-santa-marta Parallel zu der Entwicklung einer allmählichen, teilweisen Privatisierung des Ökotourismus in einigen Naturschutzgebieten des Landes vertreten die Mitglieder dieses Netzwerks, Bauern, Eigentümer, kommunale Organisationen – u.a. afrokolumbianische Gruppen- und NGOs, einen eigenen Weg: die Entwicklung nach menschlichen Maßstäben. Jeder generiert eigene Entwicklungsvisionen, die vor allem eine Alternative zum Modell des globalen ökonomischen Systems bilden, da dieses, unter anderem, im Konsumismus basiert. Continue reading ‘Schützt die Zivilgesellschaft in Kolumbien besser die Natur?’

Bogota, die reichste Stadt an Vogelarten!

Naturschützer der Welt sind darüber einig, dass in Kolumbien die höchste Zahl an Vogelarten zu finden ist. Man hat 1870 Vogelarten erkannt. Aber dass in der Savanne von Bogotá 312 verschiedene Vogelarten zu sehen sind, konnte kaum einer der lerneifrigen Vogelbeobachter im Zentralen Park Simon Bolivar, mitten in der Hauptstadt, glauben. Vogel Wie ist das möglich? Die Luft ist hier hochverschmutzt, und es ist kalt! Man würde eher an wärmere Großstädten denken wie Medellín, Cali, Bucaramanga! Nein, sagten die Vogelschützer und erklärten uns allen, dass es in der Savanne und auch in der Stadt sehr verschiedene (vielleicht doch kleine) Orte mit eigenem Mikroklima gibt, wo die typischen Vögeln nisten und sogar die, die auf Wanderzügen aus dem Süden Südamerikas und aus Nordamerika zwischen September und März eine Zuflucht finden. Continue reading ‘Bogota, die reichste Stadt an Vogelarten!’

Bogota-Fluss ein Allmende-Problem

Viele bedeutende Städten der Welt zählen Brücken zu ihren Sehenswürdigkeiten, deren Vergangenheit ohne Zweifel mit der Geschichte eines Flusses verbunden ist. Die Gründung der Hauptstadt Kolumbiens, Bogota hat mit Bächen zu tun, die in den Bergen östlich von der Stadt ihre Quelle haben und zur Wasserversorgung in der Kolonialzeit, aber auch bis Anfang des letzten Jahrhunderts dienten. Ein Beispiel dafür ist “el chorro de Quevedo” im Kolonialbezirk “La Candelaria” im Stadtzentrum, einen Bezirk dass man auf jeden Fall besuchen sollte. Doch heute fließen die meisten dieser Bäche unterirdisch und leiten die Abwässer der Stadt in den Fluss Bogota.

Er ist der größte Fluss der Hauptstadt, der eher als natürliche Grenze zwischen Stadt und Land in der hochgelegenen Savanne verstanden wird als Teil der Stadt zu sein. Er fließt zu weit westlich der Stadt und stinkt! Continue reading ‘Bogota-Fluss ein Allmende-Problem’

Kolumbien zeigt gute Leistungen in Umweltpolitik

Kolumbien hat für die erfolgreiche Umsetzung von Beschlüssen in der Umweltpolitik den 9. Platz im internationalen Vergleich, dem „Environmental Performance Index“(EPI), errungen. Damit ist es hinter dem fünftplatzierten Costa Rica die Nummer zwei in Lateinamerika; die beiden sind die einzigen Repräsentanten Lateinamerikas unter den ersten zehn. In der Rangfolge des EPI, dessen Ergebnisse im Januar auf dem Weltwirtschaftsforum in der Schweiz bekannt gegeben wurden, hat sich Kolumbien innerhalb von zwei Jahren um acht Plätze verbessern könne. Auf den ersten Plätzen setzten sich die Schweiz, Norwegen, Schweden und Finnland ab. Länder wie Frankreich (10.), Kanada (12.) oder Deutschland (13.) blieben hinter Kolumbien zurück.

Der Environmental Performance Index vergleicht anhand verschiedener Indikatoren, wie nah ein Land an die Umsetzung seiner erklärten Vorhaben in der Umweltpolitik gekommen ist. Im Blickfeld stehen dabei die Verminderung von Umweltstress für die menschliche Gesundheit sowie stabile Ökosysteme und deren verantwortungsbewusste Bewirtschaftung. Auf diese zwei Kernpunkte hin werden sechs Bereiche – Wasser, Luftqualität, Klimawandel, biologische Vielfalt und Lebensräume, Umweltgesundheit und natürliche Ressourcen – mittels 25 Indikatoren geprüft und versucht festzustellen, inwieweit die einzelnen Länder ihre Politikbeschlüsse umsetzen konnten.

149 Länder haben die amerikanischen Universitäten Yale und Columbia, die den Vergleich durchführen, dieses Jahr unter die Lupe genommen. Platz neun insgesamt und der zweite in Lateinamerika stellen für Kolumbien einen großen Erfolg dar, erklärt Marta Pizano, eine kolumbianische, im vergangenen Jahr von der amerikanischen Umweltschutzbehörde ausgezeichnete Biologin. Laut Pizano ist das gute Ergebnis ein Zeichen für ein „starkes politisches Netzwerk und einen hohen Bewusstseinsgrad“ in Kolumbien hinsichtlich der im EPI geprüften Themenbereiche.

Besonders hoch wurden Kolumbiens Errungenschaften in den Bereichen Forstwirtschaft, Fischhaltung, Nutzung landwirtschaftlicher Flächen und Senkung der Ozonkonzentration in Bodennähe bewertet (eine hohe Ozonkonzentration in Bodennähe verursacht beträchtliche Schäden für die Gesundheit). Nach Meinung von Jorge Sánchez, dem Koordinator der Ozonabteilung des kolumbianischen Umweltministeriums, waren Kolumbiens Bemühungen zur Ozonsenkung der Hauptgrund dafür, dass das Land seine Position im internationalen Vergleich so bedeutend verbessern konnte.

Was meint Ihr, hat Kolumbien den Preis zu Recht bekommen?

Oder geht es hier nur um einen Teilaspekt, einen sehr theoretischen, politischen Preis, während viele Dinge in Kolumbiens Umweltsektor in der Praxis gar nicht so gut laufen?

Nilpferde am Fuß der Anden

Es soll der größte Zoo Südamerika gewesen sein, Escobars Privatzoo “Hacienda Napoli”. Die riesige Finca liegt etwa vier Autostunden von Medellin entfernt und ist mittlerweile größtenteils eine Ruine. Zu Escobars besten Zeiten in den 80er Jahren gab es exotische Tiere wie Giraffen, Elefanten und Nilpferde. Und um diese ehemaligen Bewohner des Zoos geht es im nachfolgenden Film. Sie leben mittlerweile wild und haben sich auf eine Bestand von 16 Tieren vergrößert.

Das Gelände ist nun in Staatsbesitz, zur Zeit wird ein Gefängnis auf dem Gelände errichtet, die im Film gezeigten Dinosaurier sollen mittlerweile wieder restauriert sein.

Tier- und Pflanzenschmuggel unaufhaltsam

TukanNeulich hat die Polizei 136 Tiere in einem Haus in der Nähe des internationalen Flughafens von Bogota gefunden und beschlagnahmt. Man wollte sie im Ausland schmuggeln. Die meisten davon waren Vögeln: Tukanen, Araras, Papagaien und Toches. Ein kleiner Tiger und zwei Eichhörnchen waren auch dabei.

Nach Angaben des kolumbianischen Umweltministeriums hat man in diesem Jahr bereits 2.500 verschiedene Tiere beschlagnahmt. Die Situation ist jedoch trauriger wenn man denkt, dass die Mehrheit dieser Tieren während des Transports an Hunger und Durst leiden müssen und sterben. Daher werden so viele auf einmal geschmuggelt, um mindestens 10% davon im schwarzen Markt zu verkaufen.

Cattleya Trianae, die Blume KolmbiensÄhnlich passiert mit den Pflanzen. Zum Beispiel die Orchideen: in Kolumbien wächst 10% der ungefähr 3.500 Orchideenspezies der Welt. Obwohl Orchideen bereits seit einigen Jahrzehnten in Vitro vermehrt werden (in Kolumbien vor fünf Jahren) sind nach Angaben des Botanisches Gartens von Bogota in den letzten zwei Jahren mehr Orchideen beschlagnahmt worden als in den fünf Jahren zuvor. Ziele dieser Pflanzen: Japan und Europa!!

Die Stunde des Recycling

Exito VerdeAm 3. Dezember fällt der Startschuss für die Operation Recycling in Bogota. Ein Meilenstein in der Geschichte der kolumbianischen Abfallentsorgung?

Die Idee ist es, dass ab diesem Stichtag alle Haushalte ihren Müll trennen. Dieser wird einmal in der Woche von der Müllabfuhr abgeholt (ruta selectiva) und zu der entsprechenden Recyclingstelle gebracht. Was für mich als Deutsche ganz normal erscheint – das Trennen von Müll nach Papier, gelber Sack etc. – hört sich hier im ersten Moment leichter an als es meiner Meinung nach wird.

Umweltschutz was ist das? Immer noch werfen viel zu viele Menschen ihren Abfall auf die Straße oder in die Flüsse. Laut einer Aussage von der Tageszeitung „El Tiempo“ landet der Müll von 56 % der urbanen Bevölkerung (urbane Bevölkerung = 60 % der Bevölkerung Kolumbiens) in der Landschaft und 5 % in den Flüssen. Dies verursacht diverse Probleme für die Umwelt: Von Verschmutzung über verstopfte Abwasserkanäle bis hin zu gesundheitlichen Probleme der Bevölkerung. 5 Jahre “Erziehung” wurden benötigt, um den Menschen beizubringen, dass sie an drei Tagen in der Woche, an denen die Müllabfuhr kommt, ihren Müll rausstellen sollen. Und nun soll in wenigen Wochen ein Bewusstsein für Recycling erreicht werden?!

Die Fundación Exito Verde beschäftigt sich nun schon seit 6 Jahren mit dem Thema Recycling und weiss von den Problemen rund um das Thema – esonders über die Langfristigkeit einer Bewusstseinsveränderung in Bezug auf Umweltaspekte. Continue reading ‘Die Stunde des Recycling’