Archiv für die Kategorie 'Bogota'

Rock al Parque 2008

Vom 01. bis 03.11. findet wie jedes Jahr das Open Air Festival „Rock al Parque“ im „Parque Metropolitana Simon Bolivar“ in Bogota statt. Dieses Rockevent, welches einer der grössten in ganz Südamerika ist, lockte im letzten Jahr fast 400.000 begeisterte Rockfans an, und auch in diesem Jahr erwarten die Veranstalter hohe Besucherzahlen.

53866310_020af1d495_oInsgesamt sollen knapp 50 Bands die Bühne im Parque Simon Bolivar rocken. Von gutem Hardrock, Alternative, Metal bis hin zu Ska und Punkrock wird für jeden etwas dabei sein, der härtere Rockmusik zu schätzen weiss. Das Line-Up hat es daher auch in sich. Neben einer Vielzahl lokaler Rockbands haben viele international bekannte Musikgruppen ihr Kommen inzwischen bestätigt. Die Highlights werden die Konzerte der New Yorker Band „Black Rebel Motorcycle Club“ und der britischen Alternativrocker „Bloc Party“ sein. Zum Tanzen und feiern werden ohne Frage die Auftritte der mexikanischen Ska-Punk-Bands „Panteon Rococo“ und „Bersuit Bergarabat“ einladen. Aber auch das restliche Lin-Up kann sich sehen lassen, sodass Ihr 3 Tage lang ausgelassen feiern, tanzen und rocken könnt.

Nähere Informationen zum kompletten Line-Up und zum Programmablauf findet Ihr auf dieser Webseite: http://www.rockalparque.gov.co. Jeder, dem gut gemachte Rockmusik gefällt und am ersten Novemberwochenende in Bogota ist, sollte sich dieses grösste Musikevent Kolumbiens auf keinen Fall entgehen lassen.

25. Filmfestival in Bogota

Heute am 01.10. beginnt in Bogota das 25. internationale Filmfestival, welches zum ersten Mal im Jahr 1984 stattfand. Damals wurden fast nur kolumbianische Filme gezeigt, mittlerweile hat sich das Filmfestival zu einem internationalen Event entwickelt, wobei der Focus immer noch stark auf den kolumbianischen Film bzw. auf Filme aus der Andenregion liegt. So ist das Ziel des Festivals auch, jungen und aufstrebenden Filmemachern und Produzenten vor allem aus Kolumbien eine Plattform zu geben.

511497687_c2d1c2ab0e_bEs werden Filme aus allen Genres gezeigt, die meisten kommen aus dem Bereich Spiel- und Dokumentarfilm. Die besten Filme werden wie jedes Jahr von einer unabhängigen Jurie bewertet, prämiert und ausgezeichnet.

Bis zum 09.10. könnt Ihr in fast allen Kinos der Stadt die verschiedensten Filme anschauen. Nähere Informationen zu dem Festival, den einzelnen Kinos und dem Programm erhaltet Ihr auf spanisch oder englisch auf der Webseite www.bogocine.com, wobei die englische Version der Seite leider nicht optimal funktioniert.

Wer in den nächsten Tagen in Bogota ist und Gefallen an modernen Filmen abseits des Mainstreams findet, sollte sich diese Veranstaltung nicht entgehen lassen. Wir wünschen Euch viel Spass beim Schauen.

Bogota, die reichste Stadt an Vogelarten!

Naturschützer der Welt sind darüber einig, dass in Kolumbien die höchste Zahl an Vogelarten zu finden ist. Man hat 1870 Vogelarten erkannt. Aber dass in der Savanne von Bogotá 312 verschiedene Vogelarten zu sehen sind, konnte kaum einer der lerneifrigen Vogelbeobachter im Zentralen Park Simon Bolivar, mitten in der Hauptstadt, glauben. Vogel Wie ist das möglich? Die Luft ist hier hochverschmutzt, und es ist kalt! Man würde eher an wärmere Großstädten denken wie Medellín, Cali, Bucaramanga! Nein, sagten die Vogelschützer und erklärten uns allen, dass es in der Savanne und auch in der Stadt sehr verschiedene (vielleicht doch kleine) Orte mit eigenem Mikroklima gibt, wo die typischen Vögeln nisten und sogar die, die auf Wanderzügen aus dem Süden Südamerikas und aus Nordamerika zwischen September und März eine Zuflucht finden. Continue reading ‘Bogota, die reichste Stadt an Vogelarten!’

Millionen Menschen und ein Hund für den Frieden

Auf der ganzen Welt hat Kolumbien heute für Gänsehaut gesorgt – im positiven Sinne. Der 20. Juli ist der Tag der Unabhängigkeit, im Vordergrund stand heute aber eindeutig der Ruf nach Freiheit. Kolumbien ging einmal wieder auf die Straße. Die Demo gegen die Farc im Februar wurde – bezogen auf die Anzahl der Demonstranten – übertroffen: 1,5 Mio. Menschen in Bogota, 1 Mio. in Medellin, 500.000 in Cali etc. zogen mit Kolumbien-Fahnen durch die Straßen ihres Landes. In 120 weiteren Städten weltweit fanden Konzerte und Märsche statt. Darunter: Melbourne, Tokio, London, Madrid, Washington (Konzert von Jorge Celedon), New York, Miami, Mexico Stadt und und und

In Paris gaben Juanes und Miguel Bosé ein Konzert vor tausenden Kolumbianer, Franzosen … Friedenstauben flogen über die Bühne, als die beiden Sänger Ingrid Betancourt in ihre Mitte nahmen und “Libertad” sangen.

In Leticia gab Carlos Vives ein 2,5 stündiges Konzert, Shakira trat ebenfalls auf und eine Gruppe Indianer dangen die kolumbianische Hymne.

Ich war in Bogota beim Aufruf für den Frieden und die Freiheit dabei und an jeder Ecke konnte man die Liebe und Emotionalität der Kolumbianer spüren:

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Ein junger Typ mit einem Schild “abrazos gratis” kommt auf mich zugelaufen, und fragt, ob ich eine kostenlose Umarmung möchte. Ja klar!

Am Parque Nacional stehen die Leute für etwas schlange und ich wundere mich, was es sein mag. Bogotas Polizei malt den Kindern und Erwachsenen die kolumbianische Flagge auf die Wange.

Ab Hund, Kind, Oma oder Opa, alle trugen die weissen T-shirts mit Aufschrift “Befreit sie jetzt” oder “Kolumbien bin ich”, Luftballons, Flaggen, Banner ….

Und hier kommen die Millionen und der Hund :-)

demo

Nachfolgend noch ein paar Videos:

Dankbarkeit für kolumbianische Musik

Die Busetas der 15. in Bogota. Ich liebe es dort einzusteigen. Warum?

Dösend sitze ich gestern wieder einmal in den grau-gelben Rasern ;-) , als ein junger Mann mit seiner Gitarre einsteigt und wir Fahrgäste kolumbianische Musik – en vivo zu hören bekommen. Ich muss Kevin einfach sagen, wie schön ich seine Stimme finde. Strahlend setzt er sich zu mir und wir erzählen ein bisschen. Was ich in seinen leuchtenden Augen erkenne ist Freude und Dankbarkeit. Dankbarkeit für seine Begabung mit der er nicht reich wird, aber sein Leben bestreiten kann.

Was Dankbarkeit und Musik sonst noch gemeinsam haben, könnt ihr beim Hören des neuen Albums von Fonseca erfahren, denn so heisst das neustes Werk des 29-jährigen Künstlers: Gratitud! Im gleichnamigen Lied dankt er – wie Kevin – dem Gesang, der Musik und den Menschen seines Landes, seiner Familie und dem Leben…. Und wie es sich für einen ordentlichen Kolumbianer gehört dankt er in seinen Liedern selbstverständlich der Liebe :-) Der bekannteste Song „Paraiso“ ist die Titelmusik des Film Paraiso Travel „Reise ins Paradies“ indem es um die Nebenwirkungen des größten Traumes vieler Kolumbianer – dem Auswandern in die USA – geht. Unbedingt sehenswert – nebenbei bemerkt ;-)

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Aber nicht nur Paraiso ist schön anzuhören – das Album hat mich total begeistert.

Die Einflüsse des Vallenato sind auf dieser CD noch größer als in den letzten. Fonseca schafft einen einzigartigen Sound durch die Vermischung dieser traditionellen Musik, Pop-Rythmen und ein wenig der entspannenden „Cafe del Mar“-Klänge. Einfach genial. Die CD lädt zum tanzen, träumen und entspannen ein.

Wer bisher noch kein Fan von seiner Musik war, der wird es bestimmt jetzt. Für mich kann er absolut mit Juanes und Shakira mithalten. Hört mal rein!

Amtsschimmel a la Colombia

Sie gehören zum Straßenbild dazu: Die Verkäufer und Bettler an den großen Ampelkreuzungen in Bogota. Es gibt kaum etwas, was man während einer roten Ampelphase nicht kaufen könnte; Autofahrer werden daran erinnert, dass Kolumbien ein Land mit einer riesigen Zahl an “Inlandsflüchtlingen” ist. Während auf Grün gewartet wird, spielt sich ein wahres Panoptikum ab: Junge Artisten bilden menschliche Pyramiden und jonglieren mit Fackeln; eine Mutter trägt ihr Kind zwischen den Autos auf dem Rücken und dem Karton vor ihrer Brust entnimmt der Leser, dass sie und ihre Familie vor dem Bürgerkrieg in die Stadt geflohen sind. “Maní, Maní”, – “Erdnüsse, Erdnüsse” preisen Verkäufer ihre Ware an, gehen von Auto zu Auto, halten Plastik-Schmetterlinge, Schnürsenkel, Raubkopien der neuesten Hollywood-Werke, Englisch-Sprachkurse, Kalender und vieles mehr an die Autoscheiben.

An einer Ampel zu warten ist in Bogota selten langweilig, für den Beobachter spielt sich ein großer Teil der kolumbianischen Gegenwart hier ab. Continue reading ‘Amtsschimmel a la Colombia’

Bogota-Fluss ein Allmende-Problem

Viele bedeutende Städten der Welt zählen Brücken zu ihren Sehenswürdigkeiten, deren Vergangenheit ohne Zweifel mit der Geschichte eines Flusses verbunden ist. Die Gründung der Hauptstadt Kolumbiens, Bogota hat mit Bächen zu tun, die in den Bergen östlich von der Stadt ihre Quelle haben und zur Wasserversorgung in der Kolonialzeit, aber auch bis Anfang des letzten Jahrhunderts dienten. Ein Beispiel dafür ist “el chorro de Quevedo” im Kolonialbezirk “La Candelaria” im Stadtzentrum, einen Bezirk dass man auf jeden Fall besuchen sollte. Doch heute fließen die meisten dieser Bäche unterirdisch und leiten die Abwässer der Stadt in den Fluss Bogota.

Er ist der größte Fluss der Hauptstadt, der eher als natürliche Grenze zwischen Stadt und Land in der hochgelegenen Savanne verstanden wird als Teil der Stadt zu sein. Er fließt zu weit westlich der Stadt und stinkt! Continue reading ‘Bogota-Fluss ein Allmende-Problem’

Aerobus statt Metro?

In Bogota gibt es seit Jahren die Diskussion um eine Metro. Das Bussystem Transmilenio (funktioniert ähnlich wie die S-Bahn in Deutschland mit eigenen Spuren, Haltestellen etc.) reicht längst nicht für das hohe Verkehrsaufkommen aus.

Außerdem besteht ein inoffizieller Wettstreit zwischen Medellin, die eine Metro haben, und Bogota – ähnlich wie zwischen Köln und Düsseldorf :-) … und so gewann der neue Bürgermeister Bogotas auch die Wahl, weil er sich für eine Metro einsetzen möchte.

Heute schlägt ein Journalist des “El Tiempo”, eine interessante Variante vor: den Aerobus – eine elektrische Schwebebahn. Diese soll wesentlich kostengünstiger sein als eine Metro, weit aus umweltschonender, mehr Passagiere transportieren können und zudem nimmt sie keinen Platz auf der Straße weg, der eigentlich sowieso nicht vorhanden ist, um noch Metroschienen zu bauen.

Hier ein paar Fakten: Der Aerobus * transportiert bis zu 40.000 Passagiere in der Stunde * fährt bis zu 100 km/h * kann bis zu 50 m über der Straße fahren * kostet nur 20 Mio. USD pro Meile (im Vergleich U-Bahn 300 Mio. USD)

Wir sind gespannt, ob das wirklich eine Möglichkeit für Bogota ist – auf jeden Fall wären wir Medllin dann einen Schritt voraus :-) Oder was meint Ihr? Seid Ihr für eine Metro, das Ausbauen des Transmilenio-Systems oder wie kann man das Verkehrschaos und die Luftverschmutzung in Bogota sonst lösen?

Eurocine

Heute beginnt in Kolumbien zum 14. Mal das Festival Eurocine. Das “Wanderkino” beginnt in Bogota und wird bis zum 11. Mai in 5 Städten Kolumbiens – Medellin, Cali, Manizales und Barranquilla – Filme aus 13 europäischen Ländern zeigen.

Gezeigt werden hauptsächlich alternative Filme in kleinen, gemütlichen Kinos.

Nach Frankreich, hat Deutschland die meisten Filme im Programm des Eurocine: 5 an der Zahl, darunter “Requiem” und “Die Austernprinzessin”.

Hier könnt Ihr das Programm für alle Städte sehen.

Auswärtiges Amt überarbeitet Sicherheitshinweise

Über einen Kommentar in unserem Forum von “uhc” bin ich auf die Anpassungen des Auswärtigen Amtes gestoßen. Gut in Erinnerung blieb mir der beim alten Text des Auswärtigen Amtes der Satz “Von Reisen über Land raten wir ab”. Selbst Freunde dich mich besuchen wollten, musste ich überzeugen, dass sie bei den allermeisten Strecken ohne Probleme von A nach B reisen können. Besonders geärgert hat mich der Satz auch weil das Botschaftspersonal selbst fleißig “über Land” gereist ist.

Seit etwa zehn Tagen gibt es nun völlig neue Aussagen, die ich nachfolgend an zwei Beispielen zitieren möchte:

Die Sicherheitslage in Kolumbien hat sich in den letzten fünf Jahren erheblich verbessert. Das Sicherheitsniveau in den meisten Metropolen (insbesondere in Bogotá) ist mit dem anderer lateinamerikanischer Großstädte durchaus vergleichbar.

und

Die kolumbianischen Sicherheitsbehörden haben in den vergangenen fünf Jahren enorme logistische und personalintensive Anstrengungen unternommen, um die Sicherheit der Straßenverbindungen zwischen den wichtigsten Städten des Landes zu gewährleisten (insbesondere an den wichtigsten Feiertagen und an den Wochenenden werden die Hauptrouten gesichert). Die Hauptrouten zwischen den wichtigsten Städten des Landes können daher in der Regel befahren werden.

Das Auswärtige Amt macht dazu natürlich noch Einschränkungen, aber das Gesamtbild, dass durch den Eintrag vermittelt wird ist jetzt ein ganz anderes! Und da hier auch Mitarbeiter von der Botschaft mitlesen: Vielen Dank für die Überarbeitung!

Nachtrag: Der Link hat gefehlt auf die Auswärtige Amt Seite, hier also der passende Link.