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Das erste Interview: Pablo Emilio Moncayo

moncayo kettenIch sehe ihn im Fernsehen, aber ich kann es immer noch nicht glauben und noch weniger kann es bestimmt seine Familie realisieren, obwohl sie ihn in ihren Armen halten. Pablo Emilio Moncayo ist heute nach 12 Jahren in Gefangenschaft der Farc in die Freiheit zurückgekehrt.

Während des Interviews hält ihn seine kleine Schwester, die er heute zum ersten Mal sah, von hinten Fest. Pablo Emilio sieht müde aus. Er redet ruhig und bedacht.

“Ich danke den Personen, die es möglich gemacht haben, meine Familie wieder zu sehen. Ich möchte meinen Dank richten an Gott, meinen Vater – für seinen unermüdlichen Einsatz. Danke auch an den ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa, der derjenige war, der ein Zeichen des Freidens mit meiner Übergabe gefordert hatte. Danke auch an den venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez, an den brasilianischen Präsidenten und an die Journalisten…, die es möglich gemacht haben, dass die Stimmen unserer Familien zu uns kommen – in die Tiefe des Dschungels. Danke an die Gruppe “Colombianas y Colombianos por la paz” und danke an die Menschen des Ortes, wo ich heute abgeholt wurde, an das Rote Kreuz und an die Helikopter Piloten und an Piedad Cordoba.” Continue reading ‘Das erste Interview: Pablo Emilio Moncayo’

Film über “Operation Jaque”

Ein gutes Jahr ist er her, dass die kolumbianische Armee die bekanntesten Geiseln befreien konnten. National Geographic hat die Ereignisse rekonstruiert und mit Orginalaufnahmen vermischt.

Der Film dauert knappe 50 Minuten:

Ay hombe … Abschied von einem Großen des Vallenatos

Kolumbien gedenkt Rafael Escalonas. Es mag noch Kolumbianer geben, die nicht wissen, wie ihr Präsident heisst oder das “el Pibe” Valderrama ein ehemaliger Fußballspieler ist. Aber es dürfte keinen Kolumbianer geben, der nicht weiss, wer “El Maestro Escalona” oder “Rafa” ist.

Escalona hat den Vallenato über die kolumbianische Karibik hinaus bekannt gemacht. Durch ihn wissen auch die “Cachacos”, die Kolumbianer im Inland, dass es an der Küste “hombe” und nicht “hombre” heisst und dass eine Stimme, ein Akkordeon, ein Bongo, eine Gabel und eine Blechreibe genügen um karibische Stimmung zu machen, die nach Rum und Palmen schmeckt. “Un canto a la vida … dem Leben ein Lied”, das ist der Vallenato. Durch Escalona gilt der Vallenato international als der Sound Kolumbiens, noch vor der traditionellen “Cumbia”.

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Endlich Freiheit für Pablo Emilio Moncayo?

11 Jahre und 4 Monate hat die Familie des Soldaten Pablo Emilio Moncayo auf dieses Nachricht gewartet. Die Farc verkündet heute morgen in einem offiziellen Schreiben, dass sie den Sohn des Friedensläufer bald schon an Gustavo Moncayo und Piedad Cordoba übergeben würden. Genau heißt es im Schreiben: “Angesichts des wiederholtem Antrag der Senatorin Piedad Córdoba, von Kolumbierinnen und Kolumbianern, die für den Frieden demonstrierten, des Lehrers Moncayo und der Präsidenten Rafael Correa und Hugo Chávez, geben wir unsere Entscheidung bekannt, einzig den Soldaten Pablo Emilio Moncayo frei zu lassen und ihn persönlich einer – von der Senatorin Córdoba und dem Lehrer Moncayo angeführten – Kommission zu übergeben, sobald alles dafür getan wurde, die Sicherheit der Operation zu gewährleisten.”

Pablo Emilio Moncayo verbrachte seine komplette Jugend als Geisel der Farc, irgendwo im kolumbianischen Urwald. Die Entwicklungen der letzten Jahre und der Einsatz nationaler und internationaler Politiker scheint weiter einen positiven Weg zu nehmen. Dies wäre nicht nur ein wunderschönes Wiedersehen zwischen Eltern und ihrem Sohn, sondern auch ein großer Erfolg für Kolumbien und ein weiteres Signal für die friedliche Lösung des kolumbianischen Konfliktes.

Wir halten euch weiter auf dem Laufenden.

Die Nachricht des Tages aus Medellin!

Die Paisas essen keine Bohnen mehr!
Diese Schlagzeile der kolumbianischen Tageszeitung “El Tiempo” springt mir heute morgen sofort ins Auge. Seit gestern bin ich im Land der Paisas (“Landsleuet”), so nennen sich die Menschen im departamento Antioquia mit ihrer Hauptstadt Medellin….. und jetzt das?

Das Paisaland ohne Bohnen? Das ist wie Bayern ohne die Maas Bier, Frankreich ohne Croissants oder Italien ohne Pasta!… oder vielleicht noch extremer, denn Bohnen gibt es hier zum Frühstück, zum Mittag und zum Abendessen…und vielleicht noch zum Kaffeetrinken ;-)

Im Text wird die Aussage dann wieder ein bisschen relativiert und das Thema ernster. Nur 5 % der Paisas aus Estrato 1-3 (die Gesellschaft wird hier in Kolumbien in Estratos 1-6 eingeteilt, je niedriger die Zahl, desto ärmer die Menschen) essen noch Bohnen. Laut der Untersuchung, in der über 1000 Menschen befragt wurden, liegt das daran, dass der Preis für Bohnen im Vergleich zu anderen Lebensmitteln recht hoch ist und die Zubereitung viel Zeit in Anspruch nimmt.

Gesorgt wird sich auch um die Ernährung der Medelliner in den niedrigen Estratos, denn sie bekommen nicht ausreichend abwechslungsreiche Nahrung und 15 % essen nicht zu Abend. In Suppenküchen wird versucht eine ausgewogene Ernährung zu beiten.