Nachrichtensplitter 23.04.09

Uribe trifft Papst Benedikt

Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe hat nächste Woche erstmalig eine Audienz im Vatikan. Der Besuch bei Papst Benedikt ist für Donnerstag, den 30. April 2009,  angesetzt. Weitere Stationen der Europareise Uribes sind Italien bei Ministerpräsident Silvio Berlusconi sowie Spanien, wo der Präsident Kolumbiens sowohl das spanische Regierungsoberhaupt José Luis Rodríguez Zapatero sowie Juán Carlos, den König von Spanien, treffen wird. Weitere Einzelheiten unter www.adn.es (spanisch).

Acht Tote bei Erdrutsch in Goldmine im Chocó

Bei einem Erdrutsch in einer Goldmine im nordöstlichen Chocó im Landkreis Tadó sind am vergangenen Dienstag mindestens acht Personen ums Leben gekommen. Kurz vor Mittag lösten sich die Erdmassen aus bisher ungeklärten Gründen und töteten acht Minenarbeiter. Die Opfer wurden von Mitarbeitern der Polizei, des Roten Kreuzes und dem Minenpersonal geborgen. Nach Angaben der Landesregierung des benachbarten Bundeslandes Risaralda gab es weiterhin sieben Verletzte. Das Unglück ereignete sich nur wenige Stunden, nachdem in Bogotá durch verschiedene Regierungsstellen bekanntgegeben worden war, dass im Rahmen einer Ermittlung gegen Umweltverschmutzung mehrere illegale Goldminen im Chocó, in der Nähe des Flusses Quito, stillgelegt und deren Abbaugerätschaften beschlagtnahmt worden waren.  Mehr Informationen unter www.elespectador.com (spanisch).

Fotoausstellung zeigt Menschen im bewaffneten Konlikt Kolumbiens

Die Ausstellung “Plan Kolumbien – erdegrün – wasserrot” mit Bildern der Fotografen Steve Cagan und Jesús Abad Colorado wurde gestern in der Galerie Arbeiterfotografie in Köln eröffnet. Die Bilder haben die Menschen im bewaffneten Konflikt Kolumbiens zum Thema. Jesús Abad ist Kolumbianer und möchte nach eigenen Angaben in seinen Bildern die Würde der Opfer des bewaffneten Konflikts in Kolumbien zum Ausdruck bringen. Vor drei Jahren erhielt er für seine Arbeit den Prix Caritas 2006 für Menschlichkeit. Steve Cagan ist US-Amerikaner und hat auf zahlreichen Reisen nach Kolumbien vor allem religiöse Feste, Proteste gegen Vertreibung und Landraub und die Artenvielfalt des Regenwalds zu Motiven seiner Bilder gemacht. Die Wanderausstellung zeigt Schwarz-Weiß-Bilder der beiden Fotografen und wird nach Köln in Bremen und Dortmund zu sehen sein. Weitere Hintergrundinformationen unter www.principiis-obsta.blogspot.com.

Medellíns Fußballtrainer Suarez zurückgetreten

Luis Fernando Suarez ist als Trainer der Fußballmannschaft Atlético Nacional de Medellín zurückgetreten. Ausschlaggebend für seinen Rücktritt war vermutlich die jüngste Niederlage des Erstlegistenclubs, bei der Medellín gegen Deportivo Cali 1:2 unterlag. Medellín liegt damit zurzeit auf dem letzten Tabellenplatz der Ersten Liga Kolumbiens. Der Kolumbianer Suarez hatte bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 die Nationalmannschaft Ecuadors bis ins Achtelfinale geführt.

2 Kommentare zu “Nachrichtensplitter 23.04.09”


  1. 1 nevado

    Nachrichtensplitter 29.04.2009

    Nach Chiquita wird sich nun auch der multinationale Konzern Dole Food Co. mit einer Schadensersatzklage wegen vermeintlicher illegaler Machenschaften in Kolumbien auseinandersetzen müssen. Wie kolumbianische Medien berichten (http://www.elcolombiano.com/BancoConocimiento/V/victimas_demandan_a_la__bananera_dole_de_eu/victimas_demandan_a_la__bananera_dole_de_eu.asp?CodSeccion=40), haben Angehörige von 51 Mordopfern der paramilitärischen Dachorganisation “AUC” (Autodefensas Unidas de Colombia) bei einem Gericht in Los Angeles Klage auf Zahlung einer Entschädigung gegen das Unternehmen eingleitet, das auch in zahlreichen deutschen Einzelhandelsbetrieben seine Bananen und weitere Südfrüchte vertreibt. Bei den Opfern soll es sich laut der Klageschrift überwiegend um Kleinbauern handeln, die sich vehement geweigert hatten, ihren Grundbesitz an Dole zu verkaufen. Gleichzeitig hat alias “Carlos Tijeras”, ein ehemaliges, in der betreffenden Region operierendes Mitglied des AUC, bekannt gegeben, verschiedene Konzerne, u.a. Dole, hätten hohe Summen an den AUC gezahlt als Prämie für neukultivierte Ländereien in den kolumbianischen Regionen Magdalena und La Guajira. Darüber hinaus soll der für Bepflanzungen in Kolumbien zuständige Dole-Offizielle sogar die entsprechenden AUC-Unterkommandanten direkt kontaktiert und die Morde in Auftrag gegeben haben. Diese Information hat der nunmehr demobilisierte Ex-Paramilitär im Rahmen einer sog. “version libre” abgegeben, die Voraussetzung für den Erhalt von Strafervergünstigungen sind, wie sie in dem von der Regierung Uribe verabschiedeten Gesetz für “Gerechtigkeit und Frieden” vorgesehen sind. Er wird dementsprechend als Schlüsselfigur für den Erfolg des Verfahrens gegen Dole angesehen. (Zusammenfassung der Aussagen unter http://anncol.eu/index.php?option=com_content&task=view&id=1099&Itemid=2)

  2. 2 nevado

    Nachrichtensplitter 29.04.2009

    Nach Chiquita wird sich nun auch der multinationale Konzern Dole Food Co. mit einer Schadensersatzklage wegen vermeintlicher illegaler Machenschaften in Kolumbien auseinandersetzen müssen. Wie kolumbianische Medien berichten (http://www.elcolombiano.com/BancoConocimiento/V/victimas_demandan_a_la__bananera_dole_de_eu/victimas_demandan_a_la__bananera_dole_de_eu.asp?CodSeccion=40), haben Angehörige von 51 Mordopfern der paramilitärischen Dachorganisation “AUC” (Autodefensas Unidas de Colombia) bei einem Gericht in Los Angeles Klage auf Zahlung einer Entschädigung gegen das Unternehmen eingleitet, das auch in zahlreichen deutschen Einzelhandelsbetrieben seine Bananen und weitere Südfrüchte vertreibt. Bei den Opfern soll es sich laut der Klageschrift überwiegend um Kleinbauern handeln, die sich vehement geweigert hatten, ihren Grundbesitz an Dole zu verkaufen. Gleichzeitig hat alias “Carlos Tijeras”, ein ehemaliges, in der betreffenden Region operierendes Mitglied des AUC, bekannt gegeben, verschiedene Konzerne, u.a. Dole, hätten hohe Summen an den AUC gezahlt als Prämie für neukultivierte Ländereien in den kolumbianischen Regionen Magdalena und La Guajira. Darüber hinaus soll der für Bepflanzungen in Kolumbien zuständige Dole-Offizielle sogar die entsprechenden AUC-Unterkommandanten direkt kontaktiert und die Morde in Auftrag gegeben haben. Diese Information hat der nunmehr demobilisierte Ex-Paramilitär im Rahmen einer sog. “version libre” abgegeben, die Voraussetzung für den Erhalt von Strafervergünstigungen sind, wie sie in dem von der Regierung Uribe verabschiedeten Gesetz für “Gerechtigkeit und Frieden” vorgesehen sind. Er wird dementsprechend als Schlüsselfigur für den Erfolg des Verfahrens gegen Dole angesehen.

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