Heute beginnt in Medellin die einmal im Jahr stattfindende “Feria de las Flores”. Die “Feria de las Flores“ ist eines der wichtigsten und bekanntesten Festivals der Region Antioquia und ganz Kolumbiens. Bis zum 10. August werden an verschiedenen Orten und Plätzen Medellins zahlreiche Konzerte, Ausstellungen, Theaterstücke und weitere Events zu sehen sein.
Die “Feria de las Flores“ fand zum ersten Mal 1957 statt. Damals ging es hauptsächlich darum, dass die Bauern der Region während eines Festzuges ihre Blumen in die Stadt brachten und zur Schau stellten. Diese Tradition hat sich bis heute bewahrt, sodass die Blumenparade den Höhepunkt des Festivals darstellen wird. Tausende Menschen werden, unterstützt und angefeuert von den zahlreichen Besuchern, ihre liebevoll zusammengesteckten Blumenkränze während eines Festumzuges durch Medellin tragen.
Ein weiterer Höhepunkt der “Feria de las Flores“ wird die Pferdeparade sein, bei der die schönsten Pferde des Landes präsentiert werden. Aber auch die zahlreichen weiteren Veranstaltungen der nächsten Tage laden zu einem Besuch des Festivals in Medellin ein.


Zum Glück gibt es diesen Blog!
Absoluter Schund-Journalismus der untersten Schublade ist hingegen das, was der SPIEGEL-Online heute über Medellin von sich gibt:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,569713,00.html
SPIEGEL, Luego de acceder al articulo publicado por el SPIEGEL,en el cual se habla de la feria de moda en medellín, me quedo un sinsabor no solo como paisa sino tambien como ciudadano del mundo, al ver los alcances de la desinformacion y la ignorancia que algunos sectores periodisticos tienen frente a nuestros paises, mi pregunta es simple y llana . Que tiene que ver, el medellin de los 80s con sus carteles de droga y la feria actual de la moda? Es que acaso la sangre y las lagrimas de este pueblo derramadas en las ultimas decadas, los esfuerzos de esta tierra montañera no merecen acaso un reconocimiento y resdpeto por parte de la comunidad internacional. Es como si al recibir una noticia de la visita de una celebridad Alemana se promocionara aqui en los diaraios haciendo alucion a los 6 millones de victimas por el holocausto nazi: Espero que esta reflexion nos ayude a estrechar lazos y nos permitan antes de hablar realizar el ejercicio de pensar. Un abrazo. Juan Strada
Kolumbien hat natürlich, wie jeder andere Staat der Welt auch, seine “Licht- und Schattenseiten”. Die Presse und die Medien sind sehr oft nun einmal in ihrer Berichterstattung aus ökonomischen Gründen für die “Schwarz-Weiss-Malerei”. Da wird dann einseitig (Klischee Denken) berichtet, da viele Leser das so wünschen. Denn die meisten Leser interessiert nur das außergewöhnlich/reißerische und sensationelle.
Ein weiterer Schritt zur “Normalität” und zum erfolgreichen Abbau der “Schattenseiten” Kolumbiens bzw. Medellins s. auch folgenden Link:
http://www.focus.de/panorama/welt/tid-11266/kolumbien-das-ende-eines-kokainimperiums_aid_320595.html
Carlo – Ich liebe Kolumbien auch. Ich liebe meine Freunde da und meine Familie, den Sancocho und Cerveza Poker und den America de Cali. Aber zu deinem Link zum Focusartikel: ist ja schön, dass jetzt auch Alias Capachivo nach USA kann. Aber der Artikel feiert doch wieder Pressenotizen ab, ohne eine Ahnung zu haben. Als ob dadurch ein Gramm weniger Koks in die Welt rausginge. Als sie Escobar erschossen hatten, wurde es um das Medellinkartell still, dafür wurde das Cartel von Cali groß, dann griffen sie die Brüder Rodriguez Orejuela ab, und das Cartel del Norte den Valle wurde stark, jetzt haben sie da die drei Obermatzen, was wird passieren? Haupteffekt war bisher, dass alle vorher groß zur Schau getragenen Reichtümer etwas leiser und mit “bajo perfíl” gefahren werden, dass die Verteilerstrukturen in den Unteren Rängen populärer geworden sind, und im großen Stil komplett auf die Guerrillagruppen und die Paramilitärs zugefallen sind, und damit deren Finanzierung nur gestärkt haben. Natürlich gibt es Licht und Schattenseiten. Aber ich muss auch mal sagen, mir geht es inzwischen auch auf den Keks, in Kolumbien immer nur zu hören, ach warum reden denn im Ausland alle so schlecht über dieses Land? Das ist ganz einfach: Weil es eben in den wenigsten Ländern der Welt einen Bürgerkrieg gibt, der seit fast einem halben Jahrhundert das Land polarisiert, ebensowenig wie es woanders einen aktuellen Wert von ca 2000 Entführten gibt oder eine Ökonomie,die auf geschätzen 86% (Quelle: El Tiempo) auf einer illegalen Substanz basiert, und damit zwangsläufig auf mafiösen Strukturen. Wunderbar, seit Uribe seine harte Hand in die Welt hält, kann man wieder mit dem Auto von Medellín nach Bogotá fahren, ohne sicher sein zu können, dass einen eine Straßensperre irgendeiner militarisierten Fraktion mit den üblichen Folgen erwartet. Und Ingrid ist auch frei. Glauben wir an die Chance, dass sich Dinge zum Guten entwickeln. Aber was ist mit den Strukturen, aus denen das alles stammt? Was ändert sich daran? Was ändert sich an den massiven Klassenschrankendaran und daran, dass 30 Prozent der Kolumbianer unter der Armutsgrenze leben, während die wirklich gute Bildung im Gegensatz immer mehr zum Privileg der alten Oligarchen wird? Glauben wir wirlich, dass die Farc verschwinden wird, solange die Paramiltärs unter anderem Namen weitermachen wie gehabt, solange es die bekannten Gründe gibt, die immer wieder Leute zu ihnen treiben? Solange weder die Exzesse der “Parapolítica” noch der “FARCpolítica” wirklich irgendeine Veränderung in der paralamentarischen Arbeit bewirken? Der Optimismus, der gerade verbreitet wird, tut Kolumbien bitter not. Aber leider wirkt er, wenn man den Alltag betrachtet, doch eher wie eine cortina de humo, eine Nebelwand, die mit Oberflächenzauber verdeckt, wie einige der tieferliegenden Probleme sich nur immer weiter zuspitzen.
@Novarelo Sehr schöner Text, der recht objektiv und emotionslos den Stand der Dinge darstellt. Hat mir sehr gut gefallen!
Gruß Jonathan
@Novarelo.
ja, da kann ich Jonathan nur zustimmen … ein wirklich realistischer Beitrag von Dir, der genau auch meiner Ansicht der momentanen Situation in Kolumbien entspricht!
Ich denke, die Situation nach den Ereignissen vom 2.Juli ist günstig für eine Wandlung der Verhältnisse im Lande und zeigt auch bereits erste Erfolge. Ein großer Erfolg ist z. B. das wesentlich gestärkte Zusammengehörigkeitsgefühl sowie (berechtigter) Stolz der Kolumbianer! Ja, mit entsprechender aufrichtiger Vernunft, und zwar nicht nur der der politisch Verantwortlichen könnte diese “Weichenstellung”, Kolumbien endlich auf einen guten Weg bringen zu einem “Miteinander” und weg vom “Gegeneinander”, wie ja leider seit fast ewigen Zeiten in der Vergangenheit. Kolumbien muss endlich … ein Kolumbien mit ZUKUNFT, … eine Heimat für ALLE KOLUMBIANER werden, … auch für die vielen, vielen Armen im Land … und nicht nur für die Reichen im Lande … mit der Hoffnung und Aussicht auf eine zukunft ohne die übergroße Angst vor Vertreibung und vor Gewalt insgesamt. Sicher noch ein weiter Weg bis dahin.
Hoffentlich bekommt nun diese großartige Aktion vom 2.Juli nicht durch die u.a. auch von RCN verbreitete Meldung, sofern diese dann wirklich stimmen sollte, doch noch einen faden, aber berechtigten “Beigeschmack” … es wäre wirklich sehr, sehr schade:
http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/922480.html
@Juan Carlos Strada
Juan Carlos, del tema de los estereotipos no nos salvaremos nunca, tan poco como los alemanes de los siglos venideros nos salvaremos del estereotipo de ser todos nazis. A mí, que soy un poco de cada, la familia de mi mujer en Colombia al principio me sospechaba de ser un tipo de Hitler renacido, y mis padre, aún conociendo un poco la realidad colombiana, y sin decirlo, sé que tuvo las tipicas sospechas de siempre de mi mujer. Cuando todos nos conocíamos más, todo se esfumó. Igual, se me ocurre, es todo cosa de llegar a una sana autoconfianza en relación a lo que es el pais del que uno viene. Como me dijo un señor algo inconvencional pero con mucha influencia en Cali: En una renunión con los tiburoncitos del alcalde, en la que buscaban medidas para mejorar la imágen de ciudad para inversores extranjeros, se pasaban el tiempo lamentando el hecho que en todo el mundo la única razón por la que la gente conoce a Cali es por el Cartel de Cali. Que fue cuando el señor en questión les dijo: Pues demos las gracias al Cartel por haber hecho sólo esta cosa buena para nosotros. Que la inmensa mayoría de las ciudades del tamaño de la nuestra, sea aquí o en Rusia o en Francia o en China – no las conoce nadie. Ni de bien, ni de mal. Tomemos lo que la gente conoce y cambiémosle el tono. Demostrémosle el cambio. Y más orgullosos podremos acabar siendo cuando se cuele la noticia. En ese sentido, creo que no tenemos que asustarnos del pobre articulito del Spiegel. En el fondo lo que hace es decir: Mira, lo que logró esa gente.
@Carlo Ich finde nicht, dass man alles daran aufhängen soll, wie groß die Heldentat der Regierung war. Wir wissen alle, dass in der Durchführung die Nachfolger der Alphaforces und in der Informationsversorgung das Pentagon mit drinhingen. Es hat noch nie in der Geschichte eine Aktion dieser Einheiten gegeben, ohne dass massiv und sehr gekonnt Falschinformationen verteilt wurden. (was konkret die Geschichte Medellins angeht übrigens in Form des jetzt verfilmten Buches “Killing Pablo”, ein Insiderroman, der im Gegenzug für den Zugang zu Speziellen Informationen unter anderem die Rolle der USA in der Geschichte in politisch korrektes Licht stellt) Ein paar wacklige Videoaufnahmen sind einfach kein Beweis. Wir werden nie definitiv wissen, ob irgendwo in der Vorbereitung oder Durchführung der Aktion Rotkreuzzeichen verwendet wurden, genausowenig wie wir je mit Sicherheit sagen können werden, ob nicht an Alias Cesar und Enrique Gelder geflossen sind. Wir freuen uns, dass Ingrid und eine große Gruppe ihrer Mitgefangenen frei sind, wir streiten uns zu Recht weiter darum, ob im Falle der Entführungen die harte Hand besser ist oder Verhandlungen (= Zugeständnisse an die Entführer, die sie in ihren Methoden bestätigen), und wir wissen auch, dass Herr Uribe durch die Aktion mal wieder aus einer brenzlichen Lage gerausgekommen ist, in die ihn die Verhaftung seines Cousins und die (mit was auch immer für Mitteln erzielten) Erfolge seines Kollegen Hugo gebracht hatten. Was wir besser nicht erwarten sollten, sind strahlende Retter in der Politik. Es liegt an jedem einzelnen, die Idee des friedlichen Zusammenlebens zur Realität zu machen. Ich weiß viele, die dabei von der verirrten Kugel irgendeines 15-järigen Sicarios erwischt wurden. In ihrem Namen schreibe ich hier.
Novarelo
Geld ist bei der Befreiungsaktion bestimmt nicht geflossen, sonst waere dies von der Regierung bekannt gegeben worden, wie bei der Ermordung von Ivan Rios. Bei der Vorbereitung gab es Hilfe von den USA, was die Regierung auch immer gesagt hat. Aber die Durchfuehrung wurde von Kolumbianern gemacht und das ist die Wahrheit. In welcher brenzligen Lage war Uribe? Er hatte vor der Aktion auch eine Zustimmung von deutlich ueber 70 % der Bevoelkerung. Sein Cousin sitz im Knast, also was hat Uribe damit zu tun? Wenn dein Cousin jemand umbringt, bist du deswegen auch kein Moerder. Und die Verhaftung zeigt ganz deutlich, dass das Rechtssystem funtioniert, sonst waere er und viele andere Politiker nicht im Knast.
“Aber ich muss auch mal sagen, mir geht es inzwischen auch auf den Keks, in Kolumbien immer nur zu hören, ach warum reden denn im Ausland alle so schlecht über dieses Land? Das ist ganz einfach: Weil es eben in den wenigsten Ländern der Welt einen Bürgerkrieg gibt, der seit fast einem halben Jahrhundert das Land polarisiert, ebensowenig wie es woanders einen aktuellen Wert von ca 2000 Entführten gibt oder eine Ökonomie,die auf geschätzen 86% (Quelle: El Tiempo) auf einer illegalen Substanz basiert, und damit zwangsläufig auf mafiösen Strukturen.”
So und was gibt es schlecht ueber Kolumbien zu reden, wenn die Drogensuechtigen die Gelwalt in Kolumbien finanzieren. Die sollten alle wegen der Finanzierung eines Buergerkrieges vor Gericht gestellt werden. Solange es Leute gibt, die illegale Drogen teuer kaufen, solange wird es Gewalt in Kolumbien geben.
Una cosa es bien sabida, y es el hecho de que cada palabra dicha obedece a una realidad historica que yo no ignoro. Pero bueno es también reconocer el presente, aunque este, nuestro presente como colombianos este tan manchado por la ignominia. No soy ajeno a la realidad que vivimos hoy día y también al desconocimiento de muchos de mis paisanos ya que aquí se esta viviendo en medio de la mentira. solo busco el despertar de este pueblo castigado, este pueblo indio, negro,blanco, amarillo azul rojo … Yo.
Ökonomie,die auf geschätzen 86% (Quelle: El Tiempo) auf einer illegalen Substanz basiert, und damit zwangsläufig auf mafiösen Strukturen… Novarelo ich respektiere deine Meinung aber die Information, die aus el Tiempo angeblich zitiert wird, widerspiegelt nicht die Realität (villeicht hast du es falsch verstanden?), ich studiere Wirtschaft und diese Daten sind ABSOULT FALSCH..! Laut der Weltbank (Jahr 2006) entspricht der Anteil der Schattenwirtschaft (dies umfasst nicht nur Drogengeschäfte..) am Bruttosozialprodukt etwa 5 bis 7% des gesamten BIP.
Hallo,
wo bei El Tiempo kann man das denn nachlesen?
Danke, Micha
@juma:
Danke für die Klarstellung! Hier werden oft Zahlen einfach so in den Raum gestellt.
Schlagwörter ebenso.
@all: Eine Bitte und eine Frage:
Ich wage zu behaupten, dass es kein Bürgerkrieg ist, wenn sich ein Staat und einige bewaffnete Gruppierungen, die heute politisch und gesellschaftlich nichts und niemanden vertreten, bekämpfen.
Wenn sie ihren Kampf zu den Bürgern tragen, dann ist es eine Sauerei, macht die Bürger aber zu Opfern und nicht zu Kriegern.
Bürgerkrieg gab es in den Zeiten der Violencia und davor in der “Guerra de los mil días”. Wo gibt es den Bürgerkrieg im heutigen Kolumbien?
Wenn sich Menschen gleicher Nationalität gegenseitig umbringen, ist das für meinen Begriff ein Bürgerkrieg. Man könnte auch “Binnenkrieg” dazu sagen. Noch dazu sind die Kampfparteien militärisch organisiert und uniformiert, also warum nicht von Krieg sprechen, wenn es einer ist? Da ALLE Kolumbianer “Bürger” ihres Landes sind, finde ich auch den Begriff Bürgerkrieg nicht verkehrt. Wenn jemand lieber “bewaffneter Konflikt” dazu sagen möchte – bitteschön.
Außerdem ist ein Krieg ja nicht dadurch definiert, dass die Kriegsparteien unbedingt politische Interessen vertreten, in den meisten Kriegen geht es um Macht und Geld.
Hallo Miguel,
m.E. irrst Du in deiner Deutung/Interpretation “Bürgerkrieg”. Auch derzeit gibt es LEIDER (noch immer) Bürgekrieg in Kolumbien, sogar mit ausländischer Beteiligung/Hilfe(USA).
Übrigens ist der Begriff “Bürgerkrieg ” hier sehr gut erklärt: http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerkrieg
Carlo Eddi,
zu zeiten der RAF gab es in Deutschland eurer Schlussfolgerung auch Buergerkrieg? In Spanien gibt es auch Buergerkrieg?
Wikipedia ist fuer mich absolut nicht maasgebend, dort wird auch viel Schrott veroeffentlicht
OK, danke für Eure Meinung.
Bleibt noch die Frage:
Genau welche Bürger bekriegen welche Bürger in Kolumbien.
Wäre wichtig für mich zu wissen, denn als in Kolumbien lebender Bürger sollte ich schon wissen, mit welchen Mitbürgern ich denn im Krieg bin, wenn ich so auf die Strasse gehe. Oder welche mit mir.
@Eddi, welche Uniform solch ich denn anziehen? Und vor allem: Worum sind die wenigstens Mitbürger denen ich in Kolumbien begegne uniformiert?
@Carlo, in Deiner zitierten Wikipedia-Quelle ist der heutige “kolumbianische Bürgerkrieg” nicht unter den Beispielen. Der kolumbianische Bürgerkrieg wird ganz klar auf die “Guerra de los mil días” beschränkt. Einige (hier im Blog und anderswo auch) sehen im Terrorkampf der heutigen rechten und linken Gruppen die geschichtliche Fortführung dieses Krieges. Dann sollte er ja wohl der älteste Bürgerkrieg sein, wenn alles das, was hier so geschrieben wird, stimmt. Hat Wikipedia den ältesten Bürgerkrieg unserer Zeit schlicht auf drei Jahre zusammen gestrichen?
Martins Liste an Beispielen ließe sich noch verlängern. Vor allem wenn so einfach postuliert wird, dass ” dass die Kriegsparteien nicht unbedingt politische Interessen vertreten, in den meisten Kriegen geht es um Macht und Geld.”
Demnach befindet sich wohl jeder Staat im Bürgerkrieg, wenn er eine uniformierte Polizei oder Militär einsetzt um bewaffnete Banden zu verfolgen, die, uniformiert oder nicht, Waffen, Drogen, Menschen, Waren usw. schmuggeln, kurz Gesetze des Landes mit Gewalt verletzen.
Ich denke man muss ganz klar unterscheiden zwischen Buergerkrieg und Terroristen. Buergerkrieg ist, wenn grosse Bevoelkerungsgruppen miteinander kaempfen und nicht nur Terroristen sind, die terroristische Attentate vollbringen und keinerlei Unterstuetzung in der Bevoelkerung haben.
@Miguel:
ich denke schon, dass der heutige kolumbianische Bürgekrieg(also ab 1964) in meinem angeg. Link klar und deutlich abgehandelt und erklärt wird. Die Seite muß nur aufmerksam gelesen werden. Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Bewaffneter_Konflikt_in_Kolumbien
@Martin:
Natürlich ist es deine Entscheidung und es soll auch deine Entscheidung bleiben, ob du nun WIKIPEDIA als Informationsquelle akzeptierst. Aber ich denke es wäre sachlicher, genau anzugeben, WAS denn der von dir erwähnte “Schrott” ist bzw. was WAS, deiner Meinung nach, nicht der Realität entspricht. Natürlich sind Bürgerkriege, also alles was unter diesen Sammelbegriff fällt, nun einmal verschieden und lassen sich keinesfalls genau (z.B. mittels eines Rasters) zu- oder einordnen. Dann wäre also z.B. deiner Meinung nach, Che Guevara, auch ein Terrorist und kein Guerillero! Das wäre ja etwas ganz neues …
Ein Terrorist ist m.E. z.B. ein Mensch, der WAHLLOS(insbesondere auch Unschuldige) mordet, um seine politischen “Ziele” duchzusetzen. Insofern stimme ich selbstverständlich deinem letzten Beitrag zu.
@Carlo da steht bewaffneter Konflikt.
Ich bat Euch den Begriff Bürgerkrieg zu definieren. Für manche ist ein bewaffneter Konflikt ein Bürgerkrieg. Fein.
Manche benutzen das Wort Bürgerkrieg um den Eindruck zu erwecken, dass irgendwelche Bürger gegen irgendwelche Bürger kämpfen.
Weder, ich noch die überwiegende Mehrzahl der Kolumbianer führen Krieg mit anderen Kolumbianer. Wenn ich einen Guerillero treffe schiesse ich ihn nicht über den Haufen und die Guerilleros, die ich bisher traf, haben mich auch nicht bedroht oder sonst wei gefährdet. Sie haben mich kontrolliert, aber das tut das kolumbianische Militär auch. Kolumbianisches Militär schiesse ich auch nicht um.
Als Gesellschaft bitten wir die Guerilla-Kämpfer wieder aus dem Urwald zu kommen. Wir freuen uns über jeden, der unter Justicia y Paz die Waffen niederlegt. Genauso haben wir uns über jeden Para gefreut, der unter Justicia y Paz die Waffen niederlegt.
Dass der kolumbianische Staat Aguilas Negras und FARC bekämpft, weil sie mit Drogen handeln oder Terror-Anschläge planen, ist für mich seine Aufgabe, kein Krieg. Zumal der Staat nicht gegen diese Gruppen kämpft, weil sie politisch anders denken – vorausgesetzt die heutige FARC denkt politisch. Dass dieser Kampf ein bewaffneter Konflikt ist, steht nicht zuletzt wegen der Waffenstärke dieser Banden und der Geografie Kolumbiens, außer Frage.
Aber wo sind denn diese Bürgerarmeen, die in einem Bürgerkrieg (la guerra de los mil días) die anderen Bürgerarmeen bekämfen.
Wie tendenziös mit schwammigen Begriffen manipuliert wird, sieht man u.a. daran, dass wir bei einem unverfänglichen Bericht wie den über die Feria de las Flores, gleich wieder dabei sind, über Bürgerkrieg zu reden. Vielleicht wurde in Medellin mit Blumen aufeinander geworfen, obwohl so etwas mehr zu den Karnavalszügen in Meenz und Kölle gehört.
Von Krieg während der Feria wurde nicht berichtet.
Carlo
schau dir auf WIKIPEDIA die Kommentare zu Uribe an auf englisch, deutsch und spanisch, dann kannst du mir sagen, was korrekt ist? Ich habe auch etwas auf deutsch dazu geschrieben, dieser wurde aber sehr schnell wieder geloescht. So was ist die wahrheit, dort gibt es auch sehr viele Meinungen von einzelpersonen, die irgendwelche interessen verfolgen und denen die Wahrheit egal ist
@Miguel.
… zunächst, zumindest für mich, … ein bewaffneter Konflikt niemals “fein”! Ich denke mal, zig-tausende uniformierte “Kämpfer”(linke und auch rechte) sind auch nicht “irgendwelche Bürger” und das über vierzig Jahre lang!
Lieber Miguel, bedenke auch bitteschön, daß du selber es warst, der damit begonnen hat, in einem unverfänglichen Bericht, wie dem über die Feria de las Flores, gleich wieder über Bürgerkrieg zu reden und zu einer Interpretation des Begriffs aufgerufen hat!
Selbstverständlich und zweifelsfrei hat der kolumbianische Staat, als die EINZIGE Institution im Lande, das Gewaltmonopol. Ebenso hat er aber auch die Pflicht den Schutz der Bürger des Landes auszuüben … und zwar ausnahmslos aller Bürger.
Blumenfeste und ähnliche Feierlicheiten wie “Feria de las Flores in Medellin” gibt es weltweit und dies sind doch ausnahmslos schöne und positive Anlässe, an denen sich doch ein jeder normaler Bürger einfach erfreuen muß. Wer das nicht tut ist krank!
@Martin: Ich weiß nicht, was Du an WIKIPEDIA geschrieben hast bzw. was die von dir gelöscht haben. Daher kann ich den von dir geschilderten Vorgang wider besseres Wissen natürlich auch nicht beurteilen. Ich habe auch weder Lust noch die Zeit dazu, jetzt WIKIPEDIA, zusätzlich in anderen Sprachen als deutsch, zu lesen und auf den Wahrheitsgehalt oder auf Übersetzungsfehler hin zu kontrollieren. Vielleicht schreibst du doch einfach einnmal klipp und klar, WAS deiner Ansicht nach in den von mir angeführten WIKIPEDIA-Seiten nicht der Wahrheit/Realität entspricht. Zumindest für mich sind die angeführten WIKIPEDIA -Seiten sehr aufschlußreich und informativ. Aber gerade darum habe ich diese ja auch hier eingestellt.
Zitat Novarelo:
“Aber ich muss auch mal sagen, mir geht es inzwischen auch auf den Keks, in Kolumbien immer nur zu hören, ach warum reden denn im Ausland alle so schlecht über dieses Land? Das ist ganz einfach: Weil es eben in den wenigsten Ländern der Welt einen Bürgerkrieg gibt, der seit fast einem halben Jahrhundert das Land polarisiert, ebensowenig wie es woanders einen aktuellen Wert von ca 2000 Entführten gibt oder eine Ökonomie,die auf geschätzen 86% (Quelle: El Tiempo) auf einer illegalen Substanz basiert, und damit zwangsläufig auf mafiösen Strukturen.”
Hier wurden mal gleich zwei Behauptungen aufgestellt, die erklären sollen, warum die Welt (oder in diesem Fall der Spiegel) nicht anders kann, als einen Artikel über eine Modemesse in Medellín mit einem Satz über Escobar und das kolumbianische Drogenkartell abzuschließen: 86% der kolumbianischen Ökonomie würden aus illegalen Quellen kommen. Mithin jeder Kolumbianer lebe also irgendwie von mafiösen Geldern. Und weil es noch nicht reicht sind seit einem halben Jahrhundert die Kolumbianer im Krieg mit einander.
Wie Novarelo geht es mir auf den Keks, wenn Kolumbianer lamentieren, dass die Welt uns so sieht. Ich denke die Kolumbianer und vor allem die bezahlten Diplomaten sollten statt jammern dieses Bild hinter fragen.
Worte wie Bürgerkrieg oder Behauptungen wie 86% der kolumbianischen Wirtschaft sind leicht gesagt, aber das Bild das in den Köpfen, vor allem derer, die Kolumbien nicht kennen, entsteht, ist ganz schön verzerrt.
Je nach politischer Ausrichtung gibt es Leute, die die FARC als Terroristen deklarieren wollen, um sie über den Haufen zu schießen, oder die sie als Kriegspartei anerkennen wollen, um mit ihnen Verhandlungen zu führen. Ich habe aber kein Interesse daran, um Worte zu feilschen und ergreife für keine Seite Partei.
@Miguel: Nur weil Du nicht persönlich an Kampfhandlungen teilnimmst noch Kampfhandlungen direkt gegen Dich gerichtet sind, ist das noch nicht Grund genug, den Begriff Bürgerkrieg von der Diskussion ausschließen zu wollen.
@Martin: Was soll denn das mit der RAF? Wenn sich die RAF offene Kämpfe mit der deutschen Polizei geliefert hätte und tausende deutsche vor diesen Kämpfen ins Ausland geflohen wären, dann wäre mit Sicherheit auch der Begriff Bürgerkrieg gefallen.
@Eddi:
Eben. Und ich zähle zu den 99,9 Prozent der Kolumbianer die nicht an Kampfhandlungen teilnehmen und gegen die keine Kampfhandlungen gerichtet sind.
Weniger als 0,1 Prozent linker und rechter Söldner tragen ihre Kämpfe zu diesen 99,9 Prozent. Dadurch werden diese zu Opfer, aber nicht zu Bürgerkrieger. 99,9 Prozent erheben sich nicht gegen diese “Kriegsgegner”, einfach weil 99,9 Prozent keinen Bürgerkrieg wollen, keinen Bürgerkrieg erklärt haben, keinen Gegner haben oder von jemand anderen als Gegner angesehen werden.
Im übrigen habe ich den Begriff nicht ausgeschlossen. Ich bitte nur damit diferenziert um zu gehen. Ich habe kein Problem auf Deine schwammige Definition eines Bürgerkriegs einzugehen. Aber wenn wir Deine Semantik nutzen, passt Martins Vergleich mit der RAF sehr wohl dazu.
Die RAF hat aus dem Versteck heraus staatliche Organe oder Vertreter angegriffen. Das ist Guerilla Taktik, darauf war die RAF stolz. Die kolumbianischen Guerillas leben das schon lange vor.
Wenn ein Bankräuber eine Bombe zündet um einen Tresor zu knacken, dann können wir den wohl auch in FARC-RAF-Topf werfen?
Ich würde nur zu gerne wissen, wann die RAF zwei Drittel des BRD-Territoriums kontrolliert hat.
Miguel
danke ich haette es nicht besser sagen koennen
Eddi
was verbirgt sich fuer dich hinter dem begriff terrorist?
Ich bezeichne recht wie linke gewalt in kolumbien als terrorismus
@Miguel Ich war da wohl ein bisschen provokant. Nichts für ungut. Reden wir über die Wortwahl. Ist es Bürgerkrieg oder ein “bewaffneter Konflikt” (vulgo: Bürgerkrieg)? Die Frage allein ist eine Propagandaschlacht. Als in Spanien eine Seite die zentralen Positionen des Landes unter Kontrolle hatte, war der Bürgerkrieg plötzlich vorbei – per Dekret. Von da an wurde die Sprachregelung der neuen Sieger angewandt, und die Verlierer waren “delincuentes”, die sich im Wald versteckten, um zu rauben und zu plündern. Um bei deinem Beispiel zu bleiben, wenn die RAF in Deutschland noch immer mal wieder ein Bömbchen werfen würde und wenn es noch immer auch Leute gäbe, die sie in unterschiedlichem Grad unterstützen, dann würde die Regierung wohl von Terroristen sprechen, die RAF würden weiter von bewaffnetem Widerstand faseln, und von außen gesehen, würde ich wieder mal sagen: Bürgerkrieg. Selbst im Balkan gab es immer Gegenden, in denen man auch Mitte der Neunziger ganz friedlich leben konnte. Und mal gerade zur Klärung meiner persönlichen Definition: Woher kommt die Idee, dass es bei Bürgerkrieg um Ideologien gehen muss, und nicht um finanzielle Interessen und schlichte Machtträume? Wenn jemand kommt und mir nur die Wahl zwischen Tod oder der Flucht aus meinem Wohnort lässt, ist mir das ziemlich egal. Zu den Realitäten in unserem Land, von denen wir alle nicht mehr als ein Bruchstück kennen können, so unangenehm es uns immer sein wird: Ich weiß nur, dass ich, wenn ich über Land fahre, zu Recht für einen Selbstmörder (oder vielleicht auch ganz im Gegenteil für einen gefährlichen Mann) gehalten werden würde, wenn ich mich, sagen wir mal, in einem Ort wie Tulúa auf eine beliebige Straßenkreuzung stellen würde und so etwas schlichtes sagen würde wie: Die Farc sind Mörder.
Oder auch: Scheißparacos. 99 Prozent der Colombianos die mit “conflicto armado” / “Bürgerkrieg” / gar “Befreiungskampf” nichts zu tun haben? Tut mir leid, Miguel, das ist ein Wunschtraum, wenn auch sicher ein sehr schöner. Ich habe in unserem Land zu viele Leute kennengelernt, die sehr wohl, sehr stark für die eine oder andere Seite sypathisieren (und zwar nicht nur in Gedanken). Was wir gerne mal vergessen: Colombia consiste de algo más que lo que se vive en las ciudades. E incluso las ciudades incluyen, según como, entre una cuarta parte y la mitad de terrenos que vos o yo mejor no las pisemos sin un guía local. Klar hat sich die Lage einigerorts deutlich verbessert. In den letzten zehn Jahren kommen nicht mehr so viele FARC-Geschosse aus den Bergen nach Bogotá hereingeflogen, um irgendwo willkürlich zu explodieren. Ich korrigiere meine laxe Formulierung: GAR KEINE kommen mehr geflogen. Auch nicht in anderen großen Städten. Aber über das schlechte Bild im Ausland können wir uns beschweren, wenn wir es geschafft haben, dass solche Vorkommnisse nicht nur an einigen dichtbesiedelten Stellen im Land ein für alle Male der Geschichte angehören. Dann wäre die Zeit für die Arbeit am Image gekommen. Bis dahin wäre mein Vorschlag, Worte Worte sein zu lassen und stattdessen schlicht die Lage zu betrachten, um zu sehen, was zu tun sein könnte. Oder?
Wo ich Miguel voll und ganz Recht geben muss, es ist schon ziemlich schrecklich, wenn man von so einem harmlosen und schönen Thema wie der Feria de Flores sofort wieder auf das immer gleiche Thema kommt.
@Eddi & Juan Carlos Strada: Wir regen uns über so eine für den global nicht ganz eingeweihten deutschen Bürger historisch einordnende Schlusssatz auf. (und gleich fällt der Nazivergleich, sehr beliebt übrigens international) zum Vergleich mal sehr schnell herbeigegoogleter Artikel aus einer Deutschen Zeitung, erschienen sechzig Jahre nach Kriegsende, in dem es um die Einweihung einer neuen Jugendherberge geht. http://www.welt.de/reise/nahbereich/article844936/500_Betten_in_Prora_Ostseeblick_inklusive.html
Würde übrigens, aus Respekt auf die Schönheit der Flores, vorschlagen, weitere Diskussionen über die leidigen Probleme und die dazugehörigen Formulierungen in einen entsprechenden Thread zu verlegen. ¿Listo?
Kein Problem Novarelo, ich war nur sauer weil der Spiegel keinen Fred zum Thema Mode-Messe in Medellin zugelassen hatte. Hat mit der Blumen-Messe nix zu tun, stimmt schon…
Eigentlich hatte ich schon alles gesagt, was ich zu diesem Thema zu sagen hatte. Aber der Wahnsinn geht weiter:
http://www.eltiempo.com/colombia/antioquia/2008-08-15/7-muertos-y-53-heridos-dejo-atentado-con-bomba-en-ituango-antioquia-a-las-farc-atribuyen-autoria_4448210-1
Für mich ist das Terror.
Zu behaupten, dass sei eine Folge eines “Bürgerkriegs”, ist es einigen Steinzeit-Kommunisten, die nicht mehr blicken, dass sie Niemanden im heutigen Kolumbien vertreten und ihren verzweifelten Söldnern einen Persil-Schein auszustellen, damit sie …ja, was wollen sie denn eigentlich? … Gerechtigkeit? … Agrarreform? … Bildung? … als selbsternannte Armee der Kolumbianer Tod, Vernichtung und Elend zu diesen Kolumbianern tragen, die ihnen keinen Krieg erklärt haben, weil wir haben ja einen Bürgerkrieg.
Hauptsache ein paar Sessel-Revoluzzer in Europa und anderswo können weiter vom großen Krieg der Völker gegen die sie unterjochenden Regime träumen.
Ja, leider … geht dieser Wahnsinnsterror weiter, der nun wirklich NIEMAND etwas nützt und auch nicht nützen kann!!! Allenfalls dadurch hervorgerufene Verunsicherung, Verängstigung und … sehr, sehr viel Leid (wahlloser) unschuldiger Bürger … sind das traurige “Resultat” eines solchen (sinnlosen) Terroraktes. Der oder die unmenschlichen Täter gehören geächtet und auf das allerschäfste bestraft. Solch eine irrsinnige Aktion ist genau das Gegenteil der Aktion der Regierung vom 2.Juli …
Miguel, ich glaube nicht, dass das hier der richtige Moment ist, weiter über Semantik zu diskutieren. Aber, jetzt mal ganz klar, du solltest weder mich noch sonst jemanden der ein Wort benutzt, das dir nicht gefällt, hier in die Nähe von jeglicher Art von Mördern rücken, und sei es auch nur in der Andeutung. Wenn wir schon aufgrund einer Wortverwendung in gegenseitigen hahnebüchenen Anschuldigungen landen, dann wären wir auf einem ziemlich hoffnungslosen Niveau. Solange sogar wir hier mit den gleichen Klischees, zwischen Sessel-Revoluzzern; Krieg der Völker und bösen Regimes hantieren, begeben wir uns von neuem wieder auf genau den Weg, für den dieses Land ein Ende finden muss. Linke und Rechte und all die davon abgeleiteten Begriffe sind ein höchstens noch historisch anwendbares Rezept vom Anfang des vergangenden Jahrhunderts, nicht eine Grundlage für eine Betrachtung der Gegenwart, ich glaube, darüber sollten wir uns einig sein.
Novarelo,
ich glaube Du verstehst etwas falsch. Weder habe ich Dich genannt, noch irgend einen Schreiber. Ich kenne Dich nicht, was Du schreibst kann ich in vielen Punkten unterstützen und ich schätze das, was wir beide anders sehen. Das gilt für die meisten Schreiber in diesem Blog.
Mein Punkt bei der Frage nach der Definition dessen was Bürgerkrieg ist, geht nicht darum, welches Wort den treffender ist. Die Toten macht es nicht lebendig wenn wir hier etwas akademisch diskutieren.
Aber Du wirst mir vielleicht zustimmen können, dass es ein Unterschied ist, ob Du in einer Handlung eine Kriegstat oder einen Terrorakt siehst.
Bei einer Kriegstat neigen wir zu denken, dass es Schrecklich ist, wenn Menschen andere töten oder verletzen, aber leider sind das die Kosten des Krieges.
Reine Terrortaten werden die meisten von uns hier klar verabscheuen.
Kombatanten erhalten Strafffreiheit, wenn sie jemanden umbringen, weil Kriege diese Gesetze außer Kraft setzen. Es sei denn sie machen sich der sogenannten Kriegsverbrechen schuldig.
Den Begriff “Bürgerkrieg” auf das heutige Kolumbien anzuwenden ist für mich daher falsch. Die Opfer in Kolumbien dürfen nicht als Kolateralschaden eines Krieges abgetan werden. Keines der Opfer wurde in dem “legalen” Rahmen, den so ein Krieg schafft, ermordert, verletzt, vergewaltigt, vertrieben, seiner Rechte beraubt. Weder Ex-Paras, Neue Paras, FARC, ELN, kolumbianische Armee oder sonst wer darf denken, dass er für einen toten unbewaffneten Campesino oder eine Vertriebenen-Familie nicht zur Rechenschaft gezogen wird.
Daher sollte jeder wissen, was er meint, wenn er einfach so von “Bürgerkrieg” redet. Manche machen es ohne groß darüber nach zu denken, was damit juristisch impliziert ist, manche machen das aus politischem Kalkül.
Ich habe hier niemanden beschuldigt es aus dem einen oder dem anderen Grund zu machen. Ich sage nur: definiert den Begriff. Es gibt auch einen juristichen Unterschied zwischen einen Bürgerkrieg und einem Terrorakt. An dem halte ich fest
Ja, Miguel, Deiner Definition von Bürgerkrieg(der stets einen politischen Hintergrund hat) im letzten Beitrag kann ich zustimmen. Ich möchte aber darüber hinausgehend sagen, daß momentan, zumindest für die heutige Situation in Kolumbien, die Bezeichnung “Bandenkrieg” (von kriminellen Gruppen, mit dem alleinigen Ziel einer persönlichen Bereicherung)passender wäre.
Terror ist ein Bestandteil der Guerilla-Kriegsführung. Aber die Gewalt in Kolumbien nur auf Terror zurückführen zu wollen, bedeutet ein Schönreden der Situation.
Vor einigen Monaten erzählte mir ein Freund, der mehrere Jahre lang in der kolumbianischen Armee gedient hat, was für ihn der härteste Moment war: Nach einem Gefecht mit den FARC sichteten sie die gefallenen Guerilleros. Darunter befanden sich viele Junge, zum Teil noch im Teenager-Alter. Kolumbianer wie er, gleiche Sprache, gleiche Kultur, gleiches Mutterland – nur dass sie auf der “falschen” Seite standen. Typischer Terrorismus?
In über der Hälfte des kolumbianischen Territoriums hat der Staat nicht die Gebietshoheit. Freunde die nicht in der Stadt wohnen, zahlen Vacuna, also Steuern an einen Parallelstaat. Das gleiche tun Busgesellschaften, damit ihre Überlandfahrten unbehelligt bleiben. Typischer Terror?
Eine andere befreundete (vermögende) Familie hat noch nie Vacuna gezahlt und bereits drei entführte Familienmitglieder durch Lösegeldzahlungen wieder frei bekommen. Der Bruder meines Nachbarn beibt seit über 10 Jahren trotz erfolgter Lösegeldzahlung “verschwunden”. Typischer Terror?
Meine kolumbianische Ex-Freundin betreut als Psychologin im Auftrag der UNO (ACNUR) kolumbianische Flüchtlinge in Ecuador. Opfer von Folterungen, Überlebende von “Säuberungsaktionen”, unschuldige Bauern, Ex-Farc, Ex-Paras… Und jeden Tag kommen dort neue Flüchtlinge an. Typischer Terror? Vergleichbar mit der RAF???
99,9% der Kolumbianer sind vom Konflikt nicht betroffen?
Für mich klingt das nach einer Tourismus-Reklame.
@Eddi: Die von Dir angeführten Beispiele entsprechen zwar leider der Realität, aber dennoch haben diese m.E. nichts direktes mit einem Bürgerkrieg zu tun. Keinesfalls lässt sich die Situation in Kolumbien zu einer Tourismus-Reklame ummünzen. Für die allermeisten, nach Ruhe, Erholung und ev. auch nach Abenteuer(in Grenzen) suchenden Urlaubs-Touristen ist Kolumbien, situationsbedingt, leider abschreckend. Die von Dir geschilderten traurigen Beispiele sind schlichtweg kriminelle bzw. schwerkriminelle Akte! Die Grenze zwischen Guerilla-Bürgerkrieg(mit vorgegebenen eindeutigen politischen Zielen) und Terrorismus ist aber oft schwammig. Von Widerstandsbewegungen, Guerillas oder nationalen Befreiungsbewegungen unterscheidet sich der Terrorismus weniger durch die Wahl seiner Waffen als in der Wahl seiner Ziele: Eine nationale Befreiungs- oder Widerstandsbewegung ist zumeist militärisch raumgreifend, der Terrorismus dagegen versucht, mit seinen Gewaltakten möglichst große Aufmerksamkeit zu erlangen, um geschlossene Machtstrukturen zu untergraben und die Angreifbarkeit solcher Strukturen zu exemplifizieren und der Bevölkerung öffentlich zu erschließen. Eine objektive Eingrenzung des Begriffs Terrorismus ist schwierig, da er von den jeweils herrschenden Regierungen gerne als Legitimation, zur Denunzierung ihrer Gegner – manchmal auch unabhängig davon, ob diese Gewalt anwenden oder nicht – und zur Rechtfertigung eigener Gewaltanwendung gegen vermeintliche Feinde der gegenwärtigen Staatsordnung herangezogen wird.
Der heutige Zustand in Kolumbien ist eher als sozialrevolutionärer Terrorismus zu bezeichnen. Terrorismus jeder Art ist für mich das gleiche wie Gewaltkriminalität. Die unmenschlich handelnden Täter gehören aus dem Verkehr gezogen, verurteilt und bestraft!
Falsch zitiert Eddi: 99,9% der Kolumbianer wollen diesen Krieg/Terror nicht, haben niemanden einen Krieg erklärt. 0,1 Prozent tragen diesen Krieg/Terror zu den restlichen 99,9%.
Kinder zu rekrutieren ist regulären Armeen oder Kampf-Verbänden, die völkerrechtlich anerkannt werden wollen, verboten.
Zivilisten zu entführen ist regulären Armeen oder Kampf-Verbänden, die völkerrechtlich anerkannt werden wollen, verboten.
Seit wann gibt es so etwas wie den “typischen Terror”? Gibt es für Terror jetzt auch einen “Ehren-Codex”?
Wie oben bereits gesagt, ist es mir egal, ob nun “echter” Bürgerkrieg oder “nur normaler” Terrorismus, da die Begriffe ja an der Realität nichts ändern.
Meiner Ansicht nach schließen sich die beiden Begriffe auch nicht gegenseitig aus. Meiner Erfahrung nach steckt oft politische Motivation dahinter, wenn Personen stur auf einem der beiden Begriffe beharren.
“Tyischer Terror” ist für mich nicht, wenn eine Terrorgruppe mehrere 10.000-Mann/Frau stark ist und einen Großteil eines Landes kontrolliert. “Typischer Terror” ist für mich nicht, wenn eine Universität eine schriftliche Erlaubnis bei einer Terrororganisation beantragen muss, um ihre Biologiestudenten in eine bestimmte Region schicken zu können. Deswegen können die Farc und die Paras trotzdem Terroristen sein und Terroranschläge verüben, wie gesagt, das schließt sich meiner Meinung nach nicht gegenseitig aus.
@Eddi: Es ist wahr, daß die FARC große Teile Kolumbiens kontrolliert. Doch handelt es sich dabei momentan in der Regel um recht dünnbesiedelte und wirtschaftlich eher uninteressante Gebiete (z.B. der Dschungelregion). Wie ich schon zuvor sagte, ist eine objektive Eingrenzung des Begriffs Terrorismus schwierig. Insofern kann ich Deiner Darlegung zustimmen.
Kolumbien ist m.E. situationsbedingt ein spezieller Fall und es hat und gibt weltweit selten so lang andauernde bürgekriegsähnliche, terroristische Zustände. Falls dennoch ja, dann sind diese dann meist auf das Zusammenleben z.B. verschiedener Glaubens- oder Bevölkerungsgruppen innerhalb eines Staates bedingt. Aber das gilt keinesfalls für Kolumbien. Das grundsätzliche Problem in Kolumbien ist m.E. der vorhandene Reichtum des Landes(z.B. wesentlich reicher als Deutschland), bedingt durch die geografische Lage sowie durch seine Bodenschätze, der aber schon seit der Kolonialzeit total ungerecht verteilt wurde, so daß die relativ wenigen(herrschenden) Reichen, aufgrund ihrer Macht, die ärmeren Bevölkerungsschichten für ihre Zwecke seit Jahrhunderten schamlos ausnutzen und übervorteilen. Von einem wahren Sozialstaat, zumindest im europäischen Sinne, ist Kolumbien noch meilenweit entfernt. Das ist zwar tragisch und sehr traurig, aber es entschuldigt keinesfalls die dortige Gewaltanwendung und den Terrorismus, für deren Zustandekommen und Vorhandensein, die Regierungen die volle Verantwortung zu tragen haben. Ich denke mal seit den Zeiten Simon Bolivars hat es, wenn überhaupt, leider nur wenige Verantwortliche gegeben, die diese Misstände aufrichtig und konsequent angegangen sind und verändert haben bzw. die Ungerechtigkeiten und die damit verbundenen großen Probleme verändern konnten. Daran ändern bzw. darüber helfen leider wirklich nun auch keine Events wie “Feria de las Flores” und ähnliche, so schön und positiv diese Veranstaltungen an sich sind und auch zu bewerten sein mögen, hinweg.
@Eddi:
die cosa nostra zählt mehr als 10.000 Menschen und kontrolliert ganz Sizilien. Keiner bezeichnet sie als Bürgerarmee, wenn sie sich gegen den italienischen Staat wehrt.
Die Meisten im Dienste der FARC sind bezahlte Söldner, die mit machen weil es ein Gehalt gibt. Sie würden auch bei den Paras oder anderen Banden “arbeiten”, wenn diese sie zu erst gefragt hätten. Umgekehrt gilt das gleiche für die Söldner der Paras oder anderer Banden.
Ob Bürgerkrieg oder Terror macht u.a. einen strafrechtlichen Unterschied und der ist wichtig, auch wenn er keinen Toten lebendig macht
Leute,
habt ihr nichts Besseres zu tun, als euch hier mit tausenden Zeichen ueber zwei Begriffe zu streiten? Wie viel Langeweile muss man haben bzw. wie ausgepraegt muss der Zwang, immer Recht haben zu wollen, sein??? Mit solchen kindischen Diskussionen macht ihr doch den ganzen Blog kaputt. Komisch ist, das mir das staendig bei Kolumbienblogs und -foren auffaellt. Scheinbar reisen nach Kolumbien nur Europaer, die zwanghaft ihre Meinung durchsetzen muessen und sich ueberall als Experten profilieren wollen. Ja, wir haben jetzt alle verstanden das ihr Kolumbienprofis seid!!!!!
So so, die freie Meinungsäußerung macht den Blog kaputt?
Hinter den zwei Begriffen stecken zwei unterschiedliche Ideologien, wie mit Farc und Paras umgegangen werden soll. Das ist nicht weniger kontrovers als in Deutschland die Diskussion um ehemalige Stasi-Mitarbeiter und Mauerschützen oder in USA der Umgang mit rechtlosen Guantanamo-Häftlingen.
Warum sollte man darüber nicht diskutieren dürfen? Warum ist das kindisch? Warum macht das “den ganzen Blog kaputt”?
@man man man mag sein, dass wir hier zwanghaft sind und ein bisschen besserwisserisch, wenn das so ist passt du auf jeden Fall sehr gut rein. Auf sinnfreies Genöle kann ich allerdings gut verzichten. Geh einen Trinken und hab Spaß, mit Verlaub.
@Miguel: Deine Frage des strafrechtlichen Unterschiedes ist natürlich der letzlich entscheidende Punkt. Das ist aber zwangläufig auch eine taktische Frage: Eine anerkannte Kriegspartei hat Regeln einzuhalten, die bislang selbstverständlich weder FARC noch Militär einhalten. Der “völkerrechtlich” anerkannte Krieg ist ja im Prinzip, so zynisch das klingen mag, als eine Art “zivilisierte” Form des Gemetzels gedacht, in dem -theoretisch- Spielregeln gelten, die z.B. die Zivilbevölkerung schützen, Regeln für den Umgang mit Gefangenen aufstellen, etc. Der Fortschritt ist ja, dass es in dem Augenblick, wo ein wie auch immer begründeter gewaltsamer Konflikt offiziell als “Krieg” betitelt wird, eine Schiedsinstanz ins Spiel kommt, die, zwar auf wackeligen Füßen stehend, aber dennoch eine gewisse MAcht hat, die Regelbrüche zu ahnden und Kriegsverbrecher zu verurteilen. Was ja in den letzten Jahren durchaus geschehen ist. Ich sag vorsichtshalber noch mal deutlich dazu, dass ich keinerlei Anspruch habe, in einem Konflikt und schon gar nicht in unserem kolumbianischen, durchzublicken, geschweige denn irgendwelche hehren Lösungsvorschläge unterbreiten zu wollen. Ich will nur ein bisschen mehr als gar nichts verstehen, und ich finde, dazu trägt unser Geplapper hier durchaus manchmal etwas bei.
@ man man man:
ich weiß nun nicht, auf was für einem hohen Roß du sitzt, um zu meinen, die Leute hier im Blog in solch einer total unqualifiziert frechen Art und Weise zu kritisieren, belehren und maßregeln zu müssen. Ich denke, dass die Leute hier im Blog weder diesem Schaden zufügen noch deiner mehr als anmaßenden Belehrungen bedürfen.
Heuet bei Spiegel Online: “Journalist” Bernd Musa kann Paramilitärs nicht von Guerilla unterscheiden:
“Die Vereinten Nationen, Amnesty International und Human Rights Watch haben die kriminellen Taten der paramilitärischen kolumbianischen Guerilla immer wieder angeprangert.”
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,574600,00.html
Eddi,
habe ich auch gelesen. So, wenn die Schreiber solcher Artikel ueber Kolumbien vermitteln soll, was kann da wohl fuer ein Schrott dabei herauskommen. Und das nach soviel Berichterstattung in deutschen Medien. Dassind sehr objektive Berichte, die dann ueber Kolumbien geschrieben wird
@ Eddi & Martin: Streng genau genommen ist allerdings im vorgenannten Zusammenhang die Bezeichnung “paramilitärisch” von Herrn Bernd Musa sehrwohl korrekt gewählt. Als Paramilitärs werden nämlich auch inoffizielle, nichtstaatliche militärisch organisierte Gruppierungen bezeichnet, die sich polizeiliche oder militärische Kompetenzen anmaßen, um außergesetzlich eigene oder insgeheim staatliche innen- oder außenpolitische Ziele mit Gewalt durchzusetzen. Auch irreguläre Verbände, die im Auftrag fremder Staaten in anderen Staaten eingreifen, werden als Paramilitär bezeichnet. In diesem Sinne werden Verbände und Gruppen, die den Staat selbst organisiert mit Waffengewalt bekämpfen, meist nicht als Paramilitär bezeichnet, auch wenn sie ohne weiteres paramilitärisch im Sinne von „ähnlich wie Militär strukturiert“ sind.
Ich denke auch, keinesfalls alle Spiegel-Artikel über Kolumbien sind negativ, ganz im im Gegenteil z.B.:
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,571592,00.html
… zumindest für mich ein interessanter, eindeutig positiver Bericht!
@CARLOS
Du hast recht: Von der Definition her kann eine Guerilla durchaus paramilitärisch sein. Aber in Kolumbien gibt es ja nun gleich mehrere paramilitärische Gruppen, und seit Jahrzehnten wird hier zwischen Guerillas und Paramilitärs unterschieden. Wenn wir jetzt anfangen, von “paramilitärischer Guerilla” und von “paramilitärischen Paramiltärs” zu sprechen, dann blickt erst recht keiner mehr durch. Sollte guter Journalismus nicht informieren anstatt zu verwirren? Bernd Musa hinterlässt (wie viele Jounalisten) den Eindruck, als würde er die Dinge durcheinander werfen und nicht richtig recherchieren. Oder er kann sich einfach nicht klar ausdrücken, was ich für einen Journalisten allerdings für ebenso fatal halte.