Die Hoffnung stirbt zuletzt

In der Tageszeitung El Tiempo wird heute einmal wieder auf die noch verbleibenden Geiseln der Farc aufmerksam gemacht und auch wir möchten diese Gelegenheit nutzen, an diejenigen zu erinnern, die seit Jahren in Gefangenschaft irgendwo im kolumbianischen Urwald leben.

In Vertretung für noch immer hunderte Geiseln (Zivilisten und Polizisten/Militärs) möchte ich an ein Schicksal erinnern, dass wir eine Zeit lang im Blog verfolgten: die Geschichte der Familie Moncayo. Pablo Emilio wurde 1997 im departamento Narino im Südwesten des Landes von der Farc entführt. Er gehört damit zu einer der am längsten in den Händen der Farc lebenden Geiseln. Als er entführt wurde (eine Großaktion der Farc, bei der 10 Soldaten getötet und 18 entführt wurden) war Pablo Emilio 18 Jahre alt – heute ist er 30!!! Kaum vorstellbar, dass er “die schönsten Jahre seines Lebens” nicht mit seiner Familie teilen konnte, am Wochenende nicht ausgehen – keine Freunde treffen konnte, geschweige denn eine eigene Familie gründen konnte.

Sein Vater Gustavo der “Friedensläufer” lief im Juni 2007 von seinem Heimatort in der Nähe von Pasto zu Fuss bis nach Bogota, um auf das Schicksal seines Sohnes und das vieler anderer Familien aufmerksam zu machen. Inzwischen sind einige Gefangene befreit oder “entlassen” worden, aber Gustavo Moncayo konnte, wie so viele andere Väter, seinen Sohn noch nicht wieder in die Arme schließen.

4 Kommentare zu “Die Hoffnung stirbt zuletzt”


  1. 1 Frank Arnold

    Hallo zusammen, ich interssiere mich schon seit Jahren fuer Kolumbien, daher werde ich Eure Informationen intensiv lesen. Kolumbien ist ein Traumziel fuer mich, irgendwann klappt es betimmt. Hoffentlich geht es aufwaerts mit Eurem Land. Weiter viel Erfolg mit dem Blog! Viele Gruesse Frank Arnold

  2. 2 HERfast

    Im Prinzip ist Kolumbien ein interessantes Land. Für einen Besuch ist das alles aber zu sehr abschreckend.

  3. 3 martin

    herfast

    das sagen nur ignoranten und unwiisende

  4. 4 Eddi

    Kommt immer auf den Blickwinkel an. Ich kann gar nicht nachzählen, wie oft ich schon von Morenos (also Menschen mit dunklerer Hautfarbe) gefragt wurde, ob ein Besuch in Deutschland für sie nicht lebensgefährlich sei. Diesbezüglich herrscht eine große Angst vor Skinhead-Angriffen und brennenden Unterkünften von Ausländern. Was soll man als deutscher darauf antworten? Ich zitiere mal ein paar Politiker:

    Im Mai 2006 sorgte der ehemalige Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye für teilweise heftige Kritik, vor allem von ostdeutschen Politikern, als er unter anderem vor Brandenburg als potenzieller Gefahrenzone für dunkelhäutige Menschen warnte. Wörtlich sagte er „Es gibt kleine und mittlere Städte in Brandenburg und anderswo, wo ich keinem, der eine andere Hautfarbe hat, raten würde, hinzugehen. Er würde sie möglicherweise lebend nicht mehr verlassen“.

    Nach anfänglicher Kritik bestätigte auch Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck, dass Heye mit seiner Feststellung Recht habe, dass es in Deutschland und besonders im Osten ein Problem mit Rechtsextremismus, rechtsradikaler Gewalt und Rassismus gebe.

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