Tag-Archiv für 'Friedensläufer'

Moncayo morgen in Freiheit?

Wir haben schon ein paar Mal über das Schicksal von Pablo Emilio Moncayo und seiner Familie berichtet. Das erste Mal im Juli 2007.

http://www.kolumbien-blog.com/bewaffneter-konflikt/befreit-laufen http://www.kolumbien-blog.com/regional/bogota/gustavo-moncayo-achterbahn-der-gefuehle http://www.kolumbien-blog.com/kolumbien-heute/hoffnung-moncayo http://www.kolumbien-blog.com/kolumbien-heute/freiheit-moncayo

Seit dem gibt es immer wieder Gerüchte, dass er frei kommen soll, aber nie geschah etwas. 12 Jahre lebt Moncayo jetzt bereits in Gefangenschaft der Farc.

Jetzt scheinen die Versprechungen wirklich wahr zu werden. Gestern wurde bereits der junge Soldat Calvo in einer humanitären Aktion von der Farc übergeben und morgen soll es für Pablo Emilio soweit sein. Die Vorbereitungen werden bereits getroffen.

Nicht einmal annähernd kann ich mir vorstellen, wie schrecklich es sein muss, die beste Zeit seines Lebens, irgendwo im Urwald gefangen zu sein, sein Familie nicht sehen zu können und niemals zu wissen, was mit einem passiert, wie lange man noch leben wir?! Nicht annäherend kann ich mir vorstellen, wie sich die Familie, besonders Gustavo Moncayo, jetzt fühlt.

Ich werde morgen mitfiebern – bin jetzt schon aufgeregt und freue mich riesig auf den Moment, in dem wir Pablo Emilio in Freiheit und bei seiner Familie sehen können.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

In der Tageszeitung El Tiempo wird heute einmal wieder auf die noch verbleibenden Geiseln der Farc aufmerksam gemacht und auch wir möchten diese Gelegenheit nutzen, an diejenigen zu erinnern, die seit Jahren in Gefangenschaft irgendwo im kolumbianischen Urwald leben.

In Vertretung für noch immer hunderte Geiseln (Zivilisten und Polizisten/Militärs) möchte ich an ein Schicksal erinnern, dass wir eine Zeit lang im Blog verfolgten: die Geschichte der Familie Moncayo. Pablo Emilio wurde 1997 im departamento Narino im Südwesten des Landes von der Farc entführt. Er gehört damit zu einer der am längsten in den Händen der Farc lebenden Geiseln. Als er entführt wurde (eine Großaktion der Farc, bei der 10 Soldaten getötet und 18 entführt wurden) war Pablo Emilio 18 Jahre alt – heute ist er 30!!! Kaum vorstellbar, dass er “die schönsten Jahre seines Lebens” nicht mit seiner Familie teilen konnte, am Wochenende nicht ausgehen – keine Freunde treffen konnte, geschweige denn eine eigene Familie gründen konnte.

Sein Vater Gustavo der “Friedensläufer” lief im Juni 2007 von seinem Heimatort in der Nähe von Pasto zu Fuss bis nach Bogota, um auf das Schicksal seines Sohnes und das vieler anderer Familien aufmerksam zu machen. Inzwischen sind einige Gefangene befreit oder “entlassen” worden, aber Gustavo Moncayo konnte, wie so viele andere Väter, seinen Sohn noch nicht wieder in die Arme schließen.