So ähnlich soll die Schlagzeile einer großen deutschen Tageszeitung Anfang März suggeriert haben, erzählte mir ein Besucher aus dem Bayernland.
Diese Schlagzeile nahm so Bezug auf Dokumente, nach denen die FARC für viel Geld schwach angereichertes Uran gekauft haben sollte. Diese Dokumente seien im Computer Raul Reyes gefunden worden. Bei dem Überfall auf das Lager Reyes im ecuadorianischen Grenzgebiet, will das kolumbianische Militär auch zwei Computer Reyes gefunden haben. Zwar werden diese Computer jetzt durch internationale Behörden (z.B. momentan Interpol) untersucht, aber brisante Dokumente verlas der Polizei-Chef schon ohne “Echtheit-Zertifikat” vor laufenden Kameras kurz nach dem Fund.
Seit knapp 1 1/2 Jahren gibt es den Kolumbien-Blog nun schon und jeden Tag werden es mehr Leser, Abonnenten und Schreiber - was uns wahnsinnig freut!
Informieren - ist das große Wort, um das es uns mit diesem Projekt geht. Informieren beinhaltet für uns nicht nur das Schreiben der Autoren und das Lesen durch unser Publikum, sondern der Informationsaustausch steht im Mittelpunkt des Blogs. Dank Eurer Kommentare und Einträge im Forum lebt diese Seite.
Um Kolumbien realistisch darzustellen braucht es Informationen - ich denke, darüber sind wir uns alle einig … damit diese Informationen noch mehr Leuten zugängig werden und als dickes Dankeschön an Euch, haben wir Kolumbien-Blog T-shirts drucken lassen und werden 30 von ihnen an die fleissigsten Schreiber (mind. 20 Kommentare zu Artikeln und/oder im Forum) unter Euch verschenken.
Hierzu gehören momentan: Carlo, Jens, Steffen, Martin, Micha, Eddi, Pablo, Don-Pedrinio und Gordis!
Herzlichen Glückwunsch!
Vielen Dank an Torsten von Promotora Neptuno und Miguel vom viventura-Partnerbüro in Bogota. Die beiden Firmen haben die T-Shirts gesponsort und Ihr könnt aussuchen, ob Ihr ein Blog Shirt mit Neptuno oder viventura Logo (kleines Logo vorne) haben möchtet.
Bitte lasst uns diese Info über das Kontaktformular zukommen sowie Eure Adresse und T-Shirt-Grösse (S-XL), damit wir es Euch zusenden können.
Es ist auffällig, die größte kolumbianische Zeitung - El Tiempo - hat regelmäßig als erstes Informationen, die aus Regierungsquellen stammen. Ob es sich dabei um den Brief von Ingrid Betancourt an ihre Mutter, die Dokumente von Reyes Computer oder erst gestern die Aufnahmen vom Fund von Uran handelt.
Unbestritten sind die guten Kontakte zwischen El Tiempo und der Regierung. Der Vizeprsäsident Francisco Santos war Chef von El Tiempo bevor er in die Regierung geholt wurde.
Wie ist eure Meinung? Gibt es eine freie Presselandschaft in Kolumbien oder sind wir in Kolumbien einem gewaltigen Presseapparat der Regierung ausgesetzt?
Über einen Kommentar in unserem Forum von “uhc” bin ich auf die Anpassungen des Auswärtigen Amtes gestoßen. Gut in Erinnerung blieb mir der beim alten Text des Auswärtigen Amtes der Satz “Von Reisen über Land raten wir ab”. Selbst Freunde dich mich besuchen wollten, musste ich überzeugen, dass sie bei den allermeisten Strecken ohne Probleme von A nach B reisen können. Besonders geärgert hat mich der Satz auch weil das Botschaftspersonal selbst fleißig “über Land” gereist ist.
Seit etwa zehn Tagen gibt es nun völlig neue Aussagen, die ich nachfolgend an zwei Beispielen zitieren möchte:
Die Sicherheitslage in Kolumbien hat sich in den letzten fünf Jahren erheblich verbessert. Das Sicherheitsniveau in den meisten Metropolen (insbesondere in Bogotá) ist mit dem anderer lateinamerikanischer Großstädte durchaus vergleichbar.
und
Die kolumbianischen Sicherheitsbehörden haben in den vergangenen fünf Jahren enorme logistische und personalintensive Anstrengungen unternommen, um die Sicherheit der Straßenverbindungen zwischen den wichtigsten Städten des Landes zu gewährleisten (insbesondere an den wichtigsten Feiertagen und an den Wochenenden werden die Hauptrouten gesichert). Die Hauptrouten zwischen den wichtigsten Städten des Landes können daher in der Regel befahren werden.
Das Auswärtige Amt macht dazu natürlich noch Einschränkungen, aber das Gesamtbild, dass durch den Eintrag vermittelt wird ist jetzt ein ganz anderes! Und da hier auch Mitarbeiter von der Botschaft mitlesen: Vielen Dank für die Überarbeitung!
Nachtrag:
Der Link hat gefehlt auf die Auswärtige Amt Seite, hier also der passende Link.
Es soll der größte Zoo Südamerika gewesen sein, Escobars Privatzoo “Hacienda Napoli”. Die riesige Finca liegt etwa vier Autostunden von Medellin entfernt und ist mittlerweile größtenteils eine Ruine. Zu Escobars besten Zeiten in den 80er Jahren gab es exotische Tiere wie Giraffen, Elefanten und Nilpferde. Und um diese ehemaligen Bewohner des Zoos geht es im nachfolgenden Film. Sie leben mittlerweile wild und haben sich auf eine Bestand von 16 Tieren vergrößert.
Das Gelände ist nun in Staatsbesitz, zur Zeit wird ein Gefängnis auf dem Gelände errichtet, die im Film gezeigten Dinosaurier sollen mittlerweile wieder restauriert sein.
Vor einer Weile hatten wir bereits berichtet, dass google Maps nun die Kolumbien Landkarte im Detail anzeigt. In den meisten Großstädten können dank der Straßenbeschriftungen auch Adressen gut gefunden werden. Allerdings ist es recht umständlich eine konkrete Adresse zu finden.
Abhilfe leistet nun mapas.com.co, auf der Webseite könnt ihr eine Stadt auswählen und die gesuchte Adresse angeben. Der Anbieter zoomt dann automatisch an die richtige Stelle, sehr praktisch das ganze, solltet ihr euch bookmarken.
In verschiedenen kolumbianischen und internationalenQuellen ist von einem neuen konkreten Plan zu lesen, durch den die 39 verbleibenden “politischen Geiseln” freigetauscht werden sollen. Das ganze beruht auf die Initiative von Luis Eladio Pérez. Der kolumbianische Politiker war selbst einer dieser politischen Geiseln und ist erst im Februar frei gekommen. Seither setzt er sich unentweg für die “humanitäre Lösung” ein und hat dazu Gespräche mit Uribe, Sarkozy, Chavez und anderen geführt.
Der Plan ist sehr konkret, Pérez ist optimistisch, dass Uribe, Sarkozy und auch die FARC mit den Eckpunkten einverstanden sind. Hier die konkreten Daten:
500 inhaftierte FARC Guerilleros werden gegen 39 politische Geiseln getauscht, darunter Betancourt & die drei US Geiseln
der Gefangenenaustausch wird durch Frankreich durchgeführt, die inhaftierten Guerilleros würden also in die Obhut Frankreichs kommen, die dann den Gefangenenaustausch durchführen würden
der Austausch erfolgt außerhalb von Kolumbien, vorstellbar ist Martinique oder franz. Guayana, das bedeutet, dass eine entmilitarisierte Zone nicht nötig ist
die europäische Union nimmt die FARC von der Liste der terroristischen Gruppen
Simon Trinidad wird aus der US Haft entlassen
die FARC Guerilleros bekommen teilweise politisches Asyl in Frankreich
Was haltet ihr von diesem Plan? Ist er für alle Seiten akzeptabel? Ist er für alle Seiten gerecht? Wahren alle Seiten ihr Gesicht?
Mitte März 2008 erklärte der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega, 200 nautischen Meilen als spezielle ökonomische Fischfangzone für sein Land. Damit wird der gewöhnliche Meridian 82, die Meergrenzzone die seit 1928 im Vertrag Esguerra-Barcenas zwischen Nicaragua und Kolumbien vereinbart wurde überschritten.
Überdies hatte sich in Dezember 2007 der Internationale Gerichtshof in Den Haag zum ersten Mal angesichts den Antrag von Nicaragua geäußert, sechs Jahre nach dem Nicaragua die Souveränität über die Inseln von San Andres, Old Providence und Santa Catalina im Jahr 2001 bei ihm verlangte und damit den Vertrag von 1928 für nichtig erklärte. Der Internationale Gerichtshof erklärte sich zuständig in diesem Fall, bestätigte die Gültigkeit des Vertrages von 1928 im Sinne der kolumbianischen Souveränität über den Archipel, lehnte aber den 82en Meridian als Meeresgrenze ab, ohne sich endgültig über die ökonomische Meeresgrenzzone zwischen beiden Ländern zu äußern. Continue reading ‘San Andres wieder ein Grenzproblem Kolumbiens?’
Musik und eine Flaggen einen Kolumbien, Venezuela und Ecuador
Nach der Achterbahnfahrt, die Kolumbien mit seinen Nachbarländern Ecuador und Venezuela in den letzten zwei Wochen erlebt hat, gab es gestern ein riesiges Zeichen des Friedens.
Während Venezuela vor einer Woche die Grenzen zu Kolumbien schloss und Ecuador seiner Wut über die Grenzverletzung des kolumbianischen Militärs Luft machte, kam dem Musiker Juanes eine Idee, wie er auf seine Art die Menschen einen kann. Musik kennt keine Grenzen und so verkündete der kolumbianische Künstler seinen Willen, ein Friedenskonzert zu organisieren.
Und gestern war es dann soweit: 90.000 Menschen unter einer symbolträchtigen Bühne – die Brücke Simon Bolivar, die Kolumbien und Venezuela bei Cucuta miteinander verbindet. „EINE Flagge … für eine bessere Welt“ singt Juanes in „Bandera de Manos“ – genau das sah man neben den weiss-gekleideten Kolumbianern und Venezolanern – die Flagge mit den Farben aller 3 Länder.
Immer wieder sind wir auf der Suche nach aktuellen Nachrichten in Kolumbien gewesen. Kaum ein anderes Land weckt so viel Interesse, leider gibt es kaum ein Informationsangebot auf deutscher Sprache. Dieser Blog soll Abhilfe leisten mit aktuellen Nachrichten aus Kolumbien.
Thomas am 8. May 2008: Also ich habe beide Reiseführer (LP und Reisekompass) in der letzten Version und kann euch den Reisekompaß Kolumbien von Frank Semper nur wärmstens ans Herz legen. Schaut mal rein! Gut recherchiert und sehr, sehr... Maria Angela am 2. May 2008: Hallo RoadJack, ich komme erst jetzt zu Ihrer Frage, weil ich ab April einige technische Probleme habe. Entschuldigen Sie aber da Deutsch nicht meine Muttersprache ist, verstehe nicht genau was sie mit Ihrer Frage... Hector am 21. April 2008: Zwei Links zur Vorgeschichte des kolumbianischen Präsidenten Uribe: http://www.kolumbien-aktuell.c h/kolumbien-aktuell/archiv/ka3 36.html http://www.nuevacolombia.de/fu llpage_information.php?id=263 Mike_36 am 21. April 2008: Habe diese Kommentare heute erst gelesen. Es ist sehr interessant euere Ansichten zu sehen. Ich denke das es eine Prioritätensache ist ob man Uribe gut oder schlecht findet. Wenn jemand in einer Stadt lebt dann merkt er... Eva am 20. April 2008: Naja, schlecht fand ich den LP also auch nicht! Ausserdem behauptet LP, dieser Autor sei nur angestellt worden fürs Verfassen des allgemeinen Teils (Geschichte etc) und dafür muss man ja nun wirklich nicht zwingend vor Ort... RoadJAck am 20. April 2008: Bitte um Angaben, exakt bitte (!) mit Quellenangabe (!) wieviel NOx frei wird, wieviel Methan durch das Düngen der Ölpflanzen. Daten von mir: Die Nahrungsmittel waren bisher u billig- endlich bekommen die aeurn auch... Martin am 19. April 2008: alle das sind doch gute Nachrichten, die nicht in deutschland veroeffentlicht werden. http://www.eltiempo.com/justic ia/2008-04-19/ARTICULO-WEB-NOT A_INTERIOR-4108336.html Eddi am 19. April 2008: @André: Klar, am 4.2. sollte der Welt gezeigt werden, dass die FARC keinen Rückhalt in der Bevölkerung haben. Dass die FARC alles andere als Robin Hood sind, wie von vielen europäischen Intellektuellen häufig...