Archiv für die Kategorie 'bewaffneter Konflikt' Page 3 of 8



Kinder im Konflikt

Was ich am meisten furchte“Was ich am meisten furchte” so betitelte sein Bild ein 11 jähriger kolumbianischer Flüchtling in psychologischer Therapie in einem Vorort von Bogotá. Manchmal ist dieser der einzige Weg den Kindern dazu zu bringen sich über das Grauen ihrer Erfahrungen zu äussern. Es ist eine der Aufgaben, die die internationale NGO „Doctors without Borders“ in Kolumbien durchführt, um, wie sie in ihr Website bezeichnen, die verletzbarsten Opfern des 40 jahrelangen kolumbianischen Konflikts zu helfen.
Quelle (www.doctorswithoutborders.org/photogallery/2007/colombia/index.cfm?id=7)

Angaben über Flüchtlinge in Kolumbien im ersten Semester 2006 zeigen, dass ungefähr 22.419 Familien von ihren Wohnorten vertrieben wurden.
Quelle: www.codhes.org/Info/Boletines/BOLETIN69DEFINITIVO.pdf

Genaue Daten über Kinder und Jugendlichen gibt es nur vom Jahr 1995, als die kolumbianische NGO CODHES, die den Informationssystem über Flüchtlinge (SISDHES) seit 1995 systematisch durchführt, Angaben der Bischöflichen Konferenz von den Jahren 1985-1994 zusammenfasste: zu der Zeit 55% der Flüchtlinge innerhalb Kolumbien waren Kinder und Jugendlichen (0-18 Jahre), davon 33% nicht älter als 10 Jahre. 4 von 10 Flüchtlingskinder gingen nicht mehr in die Schule.
Quelle: www.derechos.org/nizkor/colombia/desplazados/jov.html
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Farc entführt 6 Touristen

Am gestrigen Sonntag, dem 13.01.08 Entführten die FARC sechs Touristen (ein Norweger und 5 Kolumbianer) in der Bucht von Utria. Die Gruppe von 19 Menschen, von denen die FARC 13 laufen ließ, befand sich in der Nähe von Morromico, das als ein ideales Tauchgebiet gilt. Leider ist in dieser Gegend, im Gegensatz zum ca. 80 km weiter südlich liegendem Nuqui, kaum oder nur wenig Militär präsent. Zudem hatte die Gruppe sich nicht beim Militär gemeldet und ist damit nicht ihren Anweisungen gefolgt (sich in nicht-sicherem Gebiet ohne Anmeldung zu bewegen).

Da das Gebiet um Nutria wenig bekannt ist, wird das sich südlich davon befindliche und weit aus bekanntere Nuqui oftmals als geografische Referenz genannt.

Nach der riesigen Freude um die Freilassung zweier langjähriger Geiseln durch die FARC letzte Woche und die Hoffnung auf ein Wandel in der Haltung der FARC ist dies für alle Kolumbianer ein katastrophaler Rückschlag.

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Farc - keine Terrororganisation?

Hugo ChavezEs liess sich bereits erahnen, welchen Rattenschwanz die Befreiung von Clara Rojas und Consuelo Gonzales hinter sich her ziehen würde, aber die gestrige Aussage des venezolanischen Präsidenten überraschte doch, um nicht zu sagen - sie machte mich sprachlos.

Die Farc seien Streitkräfte, die einen Teil Kolumbiens besetzten und keine Terrororganisation. Deshalb werde Hugo Chavez die Farc und die ELN von der Liste eben dieser streichen. Erpresserisch fügte er hinzu, dass Kolumbien es ihm gleich tun solle. Dies sei eine Voraussetzung, um die Beziehungen beider Länder zu normalisieren.

Die Reaktionen der kolumbianischen Regierung, Clara Rojas´und ausländlischen Politikern waren einheitlich: Solange die Farc entführt, Landminen auslegt und sich durch den Drogenhandel finanziert kann sie nicht von der Liste der Terrororganisationen genommen werden!

Die Reaktion von Präsident Uribe hat mich positiv überrascht. Anstatt aufbrausend gegen Chavez loszuplustern (was ich absolut verstanden hätte) blieb er ruhig und sachlich und behällt so hoffentlich die Sympathien auf seiner Seite.

Was will Chavez damit bezwecken? Werden die beiden freigelassenen Frauen nun zum Spielball der Politiker oder sind sie es schon? Was meint Ihr?

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Freiheit für Clara Rojas und Consuelo Gonzales!!!

Es ist bestätigt! Clara Rojas und Consuelo Gonzales wurden von den Helikoptern des Roten Kreuzes abgeholt. Sie sind gesundheitlich soweit unversehrt und werden in den nächsten Stunden in Venezuela ankommen.

Wir halten Euch weiter auf dem Laufenden!

Welche Neuigkeiten!!!!!!! Wir freuen uns riesig und sind gespannt auf die ersten Bilder und Interviews!

Aufnahmen von der Übergabe:

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Freilassung der Geiseln endlich in Sicht?

Ist nach wochenlangem Hin und Her endlich die Freilassung von Clara Rojas und Consuelo Gonzales in Sicht?

So eben ist in der Online-Ausgabe der Tageszeitung “El Tiempo” die Verkündung von Hugo Chavez zu lesen, die Koordinaten der beiden Geiseln seien durchgegeben worden. Die beiden Frauen könnten also spätestens morgen vormittag mit Helikoptern abgeholt werden.

Glauben werden das sicher die Meisten erst, wenn wir die Geiseln tatsächlich im Fernsehen oder in der Zeitung sehen. Wir hoffen, dass es dieses Mal keine weitere Zereissprobe für die Angehörigen wird, sondern dass der morgige Tag die Bilder bringt, die sich alle erhoffen!

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Antwort der FARC: Kind in Bogota ist Emmanuel

Die FARC teilte heute mit, dass es sich bei dem Kind, das sich seit 2 Jahren unter Obhut der kolumbianischen Behörde für das Wohlergehen der Familien (ICBF) befindet um den Sohn Clara Rojas, Emmanuel handelt.

www.abpnoticias.com/boletin_temporal/contenido/comunicados/258.html

Dieses Eingeständnis ist in einer wirklich überraschenden Mitteilung der Hintergründe der Geschehnisse um Emmanuel gebettet. Uribe hat Emmanuel entführt! Dies um die Übergabe der Geiseln Clara Rojas, Emmanuel und Consuelo Gonzáles zu verhindern, die bahnbrechende humanitäre Mission Chavez zu zerstören und die einseitige Aktion der FARC, in der sie ihren politischen Willen zum Durchbruch im Gefangenenaustausch bekundet, mit Hindernissen und der Saat des Misstrauens unter den internationalen Abgesandten zu erschweren Natürlich soll Uribe zuvor seinen Herrn in Washington gefragt haben.

Die kolumbianische und die internationale Öffentlichkeit würden sofort verstehen, dass das Gefechtsleben im Dschungel mit seinen ständigen Gefahren kein Ort für Kinder sei. Daher habe man das Kind ehrlichen Menschen in Bogota anvertraut, die Uribe nun genauso entführt, wie das Kind.

Ganz entschieden weisen sie Folter von sich, vor allem gegen Kinder.
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“Bei dem Kind handelt es sich um Emanuel”

Ganz Kolumbien blickte heute gespannt nach Santa Marta. Dort gab der beauftragte Arzt eine Presseerklärung ab. Die Ärzte bestätigen, dass es sich bei dem Kind, dass sich derzeit in Bogota befindet, mit höchster Wahrscheinlichkeit (eine 100% Klärung scheint ohne die Mutter nicht möglich) um Emmanuel, dem Sohn von Clara Rojas handelt. Damit ist klar, warum die FARC nicht die drei Geiseln freigelassen hat, wie sie bekundet hatte. Nun werden alle Hoffnungen darauf gesetzt, dass die FARC dennoch die anderen beiden Geiseln freilässt, die sie versprechen freizulassen.

Auf der einen Seite ist es eine gute Nachricht, dass Emmanuel, das sonst als Waisenkind aufgewachsen wäre nun zumindest eine Familie hat, auch wenn die Zukunft der Mutter unsicher ist.

Nun ist es spannend die Reaktion von Chavez und der FARC abzuwarten.

Ich sehe zwei Szenarien für die FARC

a) die FARC wird anzweifeln, dass es sich um das Kind handelt. Und die Zukunft von Clara und Consuelo ist ungewiss. Hätte die FARC, wie angegeben, tatsächlich das Kind, dann würden sie die drei Geiseln, die sie vorgeben zu haben freilassen können um aller Welt ihre Version zu behaupten. Da dies nach den Resultaten aber mehr als unwahrscheinlich erscheint könnte die FARC bei einer Anzweifelung der Ergebnisse und bei Bestätigungen durch neutrale Institute weiter an Glaubwürdigkeit verlieren.

b) die FARC erkennt an, dass Emmanuel gar nicht in ihrer Gewalt war. Der internationale Druck könnte dazu führen, dass die beiden verbleibenden Geiseln freigelassen werden. Allerdings stellt sich die Frage, ob die FARC das wirklich wünscht. Die beiden Geiseln hätten weltweit Gehör und könnten berichten, wie sie in der Geiselhaft behandelt wurden. Alleine ihre Aussage darüber, ob es in den letzten Tagen intensive Gefechte ihrer Guerillagruppe mit der kolumbianischen Armee gab (den Grund, den die FARC für die nicht mögliche Übergabe genannt hat) könnte die FARC in eine prekäre Situation bringen. Sollte ihre Aussagen, jedoch die Aussagen der FARC unterstützen, würde eine Freilassung in ihrem Interesse sein.

Fraglich auch, ob Chavez sich trotz dieser Ergebnisse weiter zur FARC bekennt.

So gut es für Clara Rojas und Consuelo González Mitte Dezember aussah, als die Freilassung kurz bevorstand, desto ungewisser ist jetzt ihre Zukunft. Wie ist eure Meinung, wird es zur Freilassung kommen?

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Wie viele Entführte gibt es in Kolumbien?

In den letzten Tagen wurde viel berichtet in den deutschen Medien über die Menschen, die in Kolumbien in Geiselschaft leben. Es werden die verschiedensten Zahlen genannt wenn es darum geht, wie viele Entführte es derzeit in Kolumbien gibt. Ganz genau kann es keiner sagen, hier ein Versuch verschiedene Zahlen wiederzugeben.

Wie viele Menschen derzeit von den verschiedenen militarisierten Gruppen entführt sind, ist also schwer zu sagen.

Wer ist verantwortlich für die Entführungen?
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Freilassungen vor dem Abbruch?

In den letzten Minuten haben sich die Ereignisse überschlagen. In Caracas verlas Chavez ein Schreiben der FARC, in dem die FARC ankündigte, dass die Freilassung derzeit nicht möglich ist. Die FARC macht zwei Gründe dafür verantwortlich:

  1. das Wetter ließ die Freilassung nicht zu
  2. (Korrektur: das stand nicht im neuen Schreiben, wurde aber zuvor genannt)

  3. die kolumbianische Armee hat die Kampfhandlungen im Gebiet der Geiseln intensiviert, dies macht eine Freilassung nicht möglich

Fast zeitgleich gibt Alvaro Uribe eine Pressekonferenz:

Alvaro Uribe

Ich habe Alvaro noch nie so aufgeregt gesehen wie in diesem Augenblick. Er schreit förmlich in das Mikrofon. Seine Themen:
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Letzte Nachrichten zur Freilassung

Für alle, die aus erster Hand informiert werden möchte, bietet sich der Life-Stream an, einem Nachrichtensender mit Sitz in Caracas (weitere Infos zu Telesur).

Update 27.12.2007
Ganz Kolumbien blickt gespannt auf Villavicencio. Es ist noch unsicher, ob die Freilassung der Geiseln noch heute klappt wie gestern verkündet. Bislang sind keine venezolanischen Flugzeuge/Hubschrauber über die Grenze nach Kolumbien geflogen. Die Angehörigen der drei Geiseln reisen in wenigen Stunden nach Caracas, so dass sie für das evtl. Eintreffen heute Abend in Caracas anwesend sind. Die Vertreter der vermittelnden Staaten Argentinien und Brasilien meinen, dass die Operation erst morgen statt finden würde. Sobald es Neuigkeiten gibt werden wir an dieser Stelle darüber berichten.

Update 28.12.2007
Gestern gab es keine weiteren Neuigkeiten bis auf die Tatsache, dass die kolumbianische Regierung zur Bedingung macht, dass die Operation bis Sonntag Abend abgeschlossen ist. Nach neuesten Informationen sollen die Hubschrauber und Flugzeuge der venezolanischen Armee um 15 Uhr Ortszeit vom venezolanischen Flughafen Santo Domingo abfliegen nach Villa Vicencio. Die Angehoerigen der Familien sind mittlerweile in Caracas eingetroffen, die internationalen Beobachten, darunter Argentiniens ehemaliger Praesident Nestor Kirchner werden mit einem Flugzeug nach Villa Vicencio gebracht. Auch ist heute bekannt geworden, dass Oliver Stone in Venezuele eingetroffen ist mit dem Ziel ein Film ueber die Freilassung zu drehen.
Soeben hat das Rote Kreuz gesagt, dass es auch heute nicht zur Freilassung kommen wuerde. Allerdings sollen die venezolanischen Maschinen dennoch heute in Villavicencio eintreffen.

Update 29.12.2007
Leider gibt es so gut wie keine Nachrichten gab es heute. Chavez liess verkuenden, dass die Freilassung nun erst morgen oder uebermorgen stattfinden wird. An diese Abkuendigungen muessen wir uns gewoehnen, zuerst wurde von einer Freilassung vor Heiligabend gesprochen. Am Nachmittag sind die internationalen Beobachter in Villavicencio eingetroffen, auch an Board war Piedad Cordoba. Nun heisst es weiter abwarten… Dennoch wird von niemanden gezweifelt, dass es zur Freilassung kommen wird, zu gross ist der Druck auf Chavez und auf die FARC ihr Wort zu halten.

Update 30.12.2007
Auch heute keine News. Als wenn es darum ging die Hundertschaften von Journalisten wenigstens eine Kleinigkeit Neues zu geben, flogen heute zwei weitere Hubschrauber in Villavicencio ein. Alles deutet daraufhin, dass es auch heute nicht zur Freilassung kommen wird.

Update 31.12.2007
Heute morgen ist um eta 8 Uhr der venezolanische Außenminister in Villavicencio gelandet. Auch mit im Flugzeug: die Frau eines ehemaligen Gouverneurs, der auch in den Händen der FARC ist. Derzeit gibt es aber keine offiziellen Auskünfte zum Besuch, so dass weiter nur spekuliert werden kann… Soeben hat der kolumbianische Präsident angekündigt nach Villavicencio zu reisen um der internationalen Delegation persönlich zu sprechen.

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