“La Corona” (Die Krone) wurde in der Kategorie bester Kurz-Dokumentarfilm für die größte Filmauszeichnung der Welt, den Oscar, nominiert.
Der Film von Isabel Vega zeigt das etwas andere Leben der Insassinen des Frauengefängnisses “El Buen Pastor” in Bogota. Hier tragen die Frauen anstatt Uniformen, ihre gewohnte Kleidung, es gibt einen Schönheits-Salon und ein Fitness-Studio.
Wer schon einmal in Kolumbien war, weiss wie bedeutend Schönheit hier ist und dass es der Volkssport Nummer 1 ist, eine Schönheitskönigin zu wählen. So auch im Frauengefängnis von Bogota.
2 Monate lang begleitete das Kamera-Team die Frauen, jeden Tag 4 Stunden. Jedoch wurde der Film auch mit einem traurigen Ereigniss überschattet, denn kurz nach Beendigung der Dreharbeiten wurde die Gewinnerin des Schönheitswettbewerbs ermordet.
Am Montag Abend wird der Film “Colombia ABC” um 23:05 auf Arte gezeigt. Die französisch-italienische Co-Produktion dauert 88 Minuten. Ich selbst kenne den Film noch nicht und bin gespannt ob er was taugt … Wäre klasse, wenn diejenigen, die den Film gesehen haben, kurz ihre Meinung im Kommentar hinterlassen würden. (Übrigens: diejenigen, die in Kolumbien leben, können über save.tv dennoch deutsche TV-Programme ansehen).
Hier der Inhalt des Films:
Am Ufer einer der zahlreichen Flüsse, die in der Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien entspringen, steht ein weißes Zementgebäude, dessen Außenwände die Kinder mit Abbildungen der heimischen Fauna und Flora bemalt haben. In diesem Haus ist die einklassige Schule untergebracht, die von den etwa 20 Bauernkindern der Umgebung im Alter von sechs bis 15 Jahren besucht wird.
Auf den heruntergekommenen Schulbänken haben schon Generationen von Kindern gesessen. Viele von ihnen haben nicht einmal die Grundschule beendet, weil sie es vorzogen, zusammen mit den Raspachines zur Kokaernte zu gehen. Huriday, 17 Jahre, ist einer von den Kokapflückern. Mit 13 verließ er das elterliche Haus, um als ‘Raspachin’ zu arbeiten.
Jetzt allerdings, seitdem die kolumbianische Regierung den Kokaanbau in dieser Gegend verboten hat, ist seine Zukunft ungewiss. Er erwägt, es vielen anderen Kindern gleich zu tun und sich einer paramilitärischen Organisation anzuschließen, die in den Bergen patrouilliert, um die riesigen Kokafelder vor den Angriffen der Guerilla und der Armee zu schützen.
Miguel Angel, zwölf Jahre, lernt noch in der kleinen Schule lesen und schreiben. Seine älteren Brüder gehören bereits einem paramilitärischen Verband an. Was wird er später tun?
Lucenid, die Lehrerin, ist gerade erst im Dorf angekommen. Immer wieder fordert sie dazu auf, sich nicht auf die Gewalt einzulassen, die für die Kinder die einzige Zukunftsperspektive zu sein scheint.
Den Versuch über die Analyse des “Fernsehens” einen Eindruck über eine Gesellschaft zu bekommen geht nachfolgender Film nach, der bei youtube veröffentlicht wurde. Dabei werden die Programme der beiden großen privaten Sender Canal Caracol und RCN sowie der staatlichen Sender analysiert.
Für jeden Kolumbien-Interessierten lohnt sich das Anschauen, denn vieles, was in dem Film beschrieben wird, ist einem sicher schon selbst beim kolumbianischen Fernsehen aufgefallen. Zum Beispiel, dass auf den beiden Hauptsendern von mittags bis Mitternacht fast durchgängig Telenovelas gezeigt werden und das kaum Politiksendungen kommen. Die Autoren suchen dann allerdings sowohl in den Telenovelas als auch bei den Nachrichten wieder nur nach den drei kolumbianischen K’s: Kaffee, Kokain und Krieg. Das in den Nachrichten auch andere Themen vorkommen könnt ihr euch selbst mal anschauen. Hier gibt es die täglichen Abendnachrichten zum Anschauen.
Fazit: Gut gemachte Reportage, die kurzweilig aufbereitet ist und bei der Kolumbien-Neulinge einen ersten Eindruck vom Land gewinnen können. Leider ist dieser Eindruck mit diesem Film sehr negativ, es wird nur von Problemen erzählt.
Immer wieder sind wir auf der Suche nach aktuellen Nachrichten in Kolumbien gewesen. Kaum ein anderes Land weckt so viel Interesse, leider gibt es kaum ein Informationsangebot auf deutscher Sprache. Dieser Blog soll Abhilfe leisten mit aktuellen Nachrichten aus Kolumbien.
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Petra am 26. August 2008: Wir haben den Film (auf Span. in D) geguckt und fanden ihn sehr zwiespältig. Sicherlich zeichnet er ein sehr subjektives und einseitiges Bild von Kolumbien/Cali und es besteht die Gefahr, dass der ein oder andere sich in... Kvelli am 24. August 2008: Diese Ansätze privater Initiativen sind immer sehr löblich. Schade ist nur, dass diese keine große Unterstützung aus Politik und Wirtschaft der westlichen Welt erhalten. Liebe Grüße Kvelli nevado2107 am 22. August 2008: “Toller” Artikel der Frankfurter Rundschau unter http://www.fr-online.de/in_und _ausland/magazin/1580774_Der-M ann-mit-dem-anderen-Blick.html trifft den Nagel ja voll auf den Kopf, “im Drogensumpf... Miguel am 19. August 2008: @Eddi: die cosa nostra zählt mehr als 10.000 Menschen und kontrolliert ganz Sizilien. Keiner bezeichnet sie als Bürgerarmee, wenn sie sich gegen den italienischen Staat wehrt. Die Meisten im Dienste der FARC sind... CARLO am 19. August 2008: @Eddi: Es ist wahr, daß die FARC große Teile Kolumbiens kontrolliert. Doch handelt es sich dabei momentan in der Regel um recht dünnbesiedelte und wirtschaftlich eher uninteressante Gebiete (z.B. der Dschungelregion).... Eddi am 19. August 2008: Wie oben bereits gesagt, ist es mir egal, ob nun “echter” Bürgerkrieg oder “nur normaler” Terrorismus, da die Begriffe ja an der Realität nichts ändern. Meiner Ansicht nach schließen sich die... nevado2107 am 18. August 2008: @marcus Im Grunde hast du Recht, schließlich ist es ja keine Dokumentation sondern ein Spielfilm. Vor allem muss der film(@Novarelo) auch nicht Botschafter des Landes sein. Aber anders als z.B. City of god (oder... Miguel am 17. August 2008: Falsch zitiert Eddi: 99,9% der Kolumbianer wollen diesen Krieg/Terror nicht, haben niemanden einen Krieg erklärt. 0,1 Prozent tragen diesen Krieg/Terror zu den restlichen 99,9%. Kinder zu rekrutieren ist regulären...