Archiv für die Kategorie 'Regional'

Die Nachricht des Tages aus Medellin!

Die Paisas essen keine Bohnen mehr!
Diese Schlagzeile der kolumbianischen Tageszeitung “El Tiempo” springt mir heute morgen sofort ins Auge. Seit gestern bin ich im Land der Paisas (“Landsleuet”), so nennen sich die Menschen im departamento Antioquia mit ihrer Hauptstadt Medellin….. und jetzt das?

Das Paisaland ohne Bohnen? Das ist wie Bayern ohne die Maas Bier, Frankreich ohne Croissants oder Italien ohne Pasta!… oder vielleicht noch extremer, denn Bohnen gibt es hier zum Frühstück, zum Mittag und zum Abendessen…und vielleicht noch zum Kaffeetrinken ;-)

Im Text wird die Aussage dann wieder ein bisschen relativiert und das Thema ernster. Nur 5 % der Paisas aus Estrato 1-3 (die Gesellschaft wird hier in Kolumbien in Estratos 1-6 eingeteilt, je niedriger die Zahl, desto ärmer die Menschen) essen noch Bohnen. Laut der Untersuchung, in der über 1000 Menschen befragt wurden, liegt das daran, dass der Preis für Bohnen im Vergleich zu anderen Lebensmitteln recht hoch ist und die Zubereitung viel Zeit in Anspruch nimmt.

Gesorgt wird sich auch um die Ernährung der Medelliner in den niedrigen Estratos, denn sie bekommen nicht ausreichend abwechslungsreiche Nahrung und 15 % essen nicht zu Abend. In Suppenküchen wird versucht eine ausgewogene Ernährung zu beiten.

Rock al Parque 2008

Vom 01. bis 03.11. findet wie jedes Jahr das Open Air Festival „Rock al Parque“ im „Parque Metropolitana Simon Bolivar“ in Bogota statt. Dieses Rockevent, welches einer der grössten in ganz Südamerika ist, lockte im letzten Jahr fast 400.000 begeisterte Rockfans an, und auch in diesem Jahr erwarten die Veranstalter hohe Besucherzahlen.

53866310_020af1d495_oInsgesamt sollen knapp 50 Bands die Bühne im Parque Simon Bolivar rocken. Von gutem Hardrock, Alternative, Metal bis hin zu Ska und Punkrock wird für jeden etwas dabei sein, der härtere Rockmusik zu schätzen weiss. Das Line-Up hat es daher auch in sich. Neben einer Vielzahl lokaler Rockbands haben viele international bekannte Musikgruppen ihr Kommen inzwischen bestätigt. Die Highlights werden die Konzerte der New Yorker Band „Black Rebel Motorcycle Club“ und der britischen Alternativrocker „Bloc Party“ sein. Zum Tanzen und feiern werden ohne Frage die Auftritte der mexikanischen Ska-Punk-Bands „Panteon Rococo“ und „Bersuit Bergarabat“ einladen. Aber auch das restliche Lin-Up kann sich sehen lassen, sodass Ihr 3 Tage lang ausgelassen feiern, tanzen und rocken könnt.

Nähere Informationen zum kompletten Line-Up und zum Programmablauf findet Ihr auf dieser Webseite: http://www.rockalparque.gov.co. Jeder, dem gut gemachte Rockmusik gefällt und am ersten Novemberwochenende in Bogota ist, sollte sich dieses grösste Musikevent Kolumbiens auf keinen Fall entgehen lassen.

25. Filmfestival in Bogota

Heute am 01.10. beginnt in Bogota das 25. internationale Filmfestival, welches zum ersten Mal im Jahr 1984 stattfand. Damals wurden fast nur kolumbianische Filme gezeigt, mittlerweile hat sich das Filmfestival zu einem internationalen Event entwickelt, wobei der Focus immer noch stark auf den kolumbianischen Film bzw. auf Filme aus der Andenregion liegt. So ist das Ziel des Festivals auch, jungen und aufstrebenden Filmemachern und Produzenten vor allem aus Kolumbien eine Plattform zu geben.

511497687_c2d1c2ab0e_bEs werden Filme aus allen Genres gezeigt, die meisten kommen aus dem Bereich Spiel- und Dokumentarfilm. Die besten Filme werden wie jedes Jahr von einer unabhängigen Jurie bewertet, prämiert und ausgezeichnet.

Bis zum 09.10. könnt Ihr in fast allen Kinos der Stadt die verschiedensten Filme anschauen. Nähere Informationen zu dem Festival, den einzelnen Kinos und dem Programm erhaltet Ihr auf spanisch oder englisch auf der Webseite www.bogocine.com, wobei die englische Version der Seite leider nicht optimal funktioniert.

Wer in den nächsten Tagen in Bogota ist und Gefallen an modernen Filmen abseits des Mainstreams findet, sollte sich diese Veranstaltung nicht entgehen lassen. Wir wünschen Euch viel Spass beim Schauen.

Bogota, die reichste Stadt an Vogelarten!

Naturschützer der Welt sind darüber einig, dass in Kolumbien die höchste Zahl an Vogelarten zu finden ist. Man hat 1870 Vogelarten erkannt. Aber dass in der Savanne von Bogotá 312 verschiedene Vogelarten zu sehen sind, konnte kaum einer der lerneifrigen Vogelbeobachter im Zentralen Park Simon Bolivar, mitten in der Hauptstadt, glauben. Vogel Wie ist das möglich? Die Luft ist hier hochverschmutzt, und es ist kalt! Man würde eher an wärmere Großstädten denken wie Medellín, Cali, Bucaramanga! Nein, sagten die Vogelschützer und erklärten uns allen, dass es in der Savanne und auch in der Stadt sehr verschiedene (vielleicht doch kleine) Orte mit eigenem Mikroklima gibt, wo die typischen Vögeln nisten und sogar die, die auf Wanderzügen aus dem Süden Südamerikas und aus Nordamerika zwischen September und März eine Zuflucht finden. Continue reading ‘Bogota, die reichste Stadt an Vogelarten!’

Feria de las Flores in Medellin

Blumenparade

Heute beginnt in Medellin die einmal im Jahr stattfindende “Feria de las Flores”. Die Feria de las Flores“ ist eines der wichtigsten und bekanntesten Festivals der Region Antioquia und ganz Kolumbiens. Bis zum 10. August werden an verschiedenen Orten und Plätzen Medellins zahlreiche Konzerte, Ausstellungen, Theaterstücke und weitere Events zu sehen sein.

Die “Feria de las Flores“ fand zum ersten Mal 1957 statt. Damals ging es hauptsächlich darum, dass die Bauern der Region während eines Festzuges ihre Blumen in die Stadt brachten und zur Schau stellten. Diese Tradition hat sich bis heute bewahrt, sodass die Blumenparade den Höhepunkt des Festivals darstellen wird. Tausende Menschen werden, unterstützt und angefeuert von den zahlreichen Besuchern, ihre liebevoll zusammengesteckten Blumenkränze während eines Festumzuges durch Medellin tragen.

Ein weiterer Höhepunkt der Feria de las Flores“ wird die Pferdeparade sein, bei der die schönsten Pferde des Landes präsentiert werden. Aber auch die zahlreichen weiteren Veranstaltungen der nächsten Tage laden zu einem Besuch des Festivals in Medellin ein.

Millionen Menschen und ein Hund für den Frieden

Auf der ganzen Welt hat Kolumbien heute für Gänsehaut gesorgt – im positiven Sinne. Der 20. Juli ist der Tag der Unabhängigkeit, im Vordergrund stand heute aber eindeutig der Ruf nach Freiheit. Kolumbien ging einmal wieder auf die Straße. Die Demo gegen die Farc im Februar wurde – bezogen auf die Anzahl der Demonstranten – übertroffen: 1,5 Mio. Menschen in Bogota, 1 Mio. in Medellin, 500.000 in Cali etc. zogen mit Kolumbien-Fahnen durch die Straßen ihres Landes. In 120 weiteren Städten weltweit fanden Konzerte und Märsche statt. Darunter: Melbourne, Tokio, London, Madrid, Washington (Konzert von Jorge Celedon), New York, Miami, Mexico Stadt und und und

In Paris gaben Juanes und Miguel Bosé ein Konzert vor tausenden Kolumbianer, Franzosen … Friedenstauben flogen über die Bühne, als die beiden Sänger Ingrid Betancourt in ihre Mitte nahmen und “Libertad” sangen.

In Leticia gab Carlos Vives ein 2,5 stündiges Konzert, Shakira trat ebenfalls auf und eine Gruppe Indianer dangen die kolumbianische Hymne.

Ich war in Bogota beim Aufruf für den Frieden und die Freiheit dabei und an jeder Ecke konnte man die Liebe und Emotionalität der Kolumbianer spüren:

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Ein junger Typ mit einem Schild “abrazos gratis” kommt auf mich zugelaufen, und fragt, ob ich eine kostenlose Umarmung möchte. Ja klar!

Am Parque Nacional stehen die Leute für etwas schlange und ich wundere mich, was es sein mag. Bogotas Polizei malt den Kindern und Erwachsenen die kolumbianische Flagge auf die Wange.

Ab Hund, Kind, Oma oder Opa, alle trugen die weissen T-shirts mit Aufschrift “Befreit sie jetzt” oder “Kolumbien bin ich”, Luftballons, Flaggen, Banner ….

Und hier kommen die Millionen und der Hund :-)

demo

Nachfolgend noch ein paar Videos:

Dankbarkeit für kolumbianische Musik

Die Busetas der 15. in Bogota. Ich liebe es dort einzusteigen. Warum?

Dösend sitze ich gestern wieder einmal in den grau-gelben Rasern ;-) , als ein junger Mann mit seiner Gitarre einsteigt und wir Fahrgäste kolumbianische Musik – en vivo zu hören bekommen. Ich muss Kevin einfach sagen, wie schön ich seine Stimme finde. Strahlend setzt er sich zu mir und wir erzählen ein bisschen. Was ich in seinen leuchtenden Augen erkenne ist Freude und Dankbarkeit. Dankbarkeit für seine Begabung mit der er nicht reich wird, aber sein Leben bestreiten kann.

Was Dankbarkeit und Musik sonst noch gemeinsam haben, könnt ihr beim Hören des neuen Albums von Fonseca erfahren, denn so heisst das neustes Werk des 29-jährigen Künstlers: Gratitud! Im gleichnamigen Lied dankt er – wie Kevin – dem Gesang, der Musik und den Menschen seines Landes, seiner Familie und dem Leben…. Und wie es sich für einen ordentlichen Kolumbianer gehört dankt er in seinen Liedern selbstverständlich der Liebe :-) Der bekannteste Song „Paraiso“ ist die Titelmusik des Film Paraiso Travel „Reise ins Paradies“ indem es um die Nebenwirkungen des größten Traumes vieler Kolumbianer – dem Auswandern in die USA – geht. Unbedingt sehenswert – nebenbei bemerkt ;-)

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Aber nicht nur Paraiso ist schön anzuhören – das Album hat mich total begeistert.

Die Einflüsse des Vallenato sind auf dieser CD noch größer als in den letzten. Fonseca schafft einen einzigartigen Sound durch die Vermischung dieser traditionellen Musik, Pop-Rythmen und ein wenig der entspannenden „Cafe del Mar“-Klänge. Einfach genial. Die CD lädt zum tanzen, träumen und entspannen ein.

Wer bisher noch kein Fan von seiner Musik war, der wird es bestimmt jetzt. Für mich kann er absolut mit Juanes und Shakira mithalten. Hört mal rein!

Amtsschimmel a la Colombia

Sie gehören zum Straßenbild dazu: Die Verkäufer und Bettler an den großen Ampelkreuzungen in Bogota. Es gibt kaum etwas, was man während einer roten Ampelphase nicht kaufen könnte; Autofahrer werden daran erinnert, dass Kolumbien ein Land mit einer riesigen Zahl an “Inlandsflüchtlingen” ist. Während auf Grün gewartet wird, spielt sich ein wahres Panoptikum ab: Junge Artisten bilden menschliche Pyramiden und jonglieren mit Fackeln; eine Mutter trägt ihr Kind zwischen den Autos auf dem Rücken und dem Karton vor ihrer Brust entnimmt der Leser, dass sie und ihre Familie vor dem Bürgerkrieg in die Stadt geflohen sind. “Maní, Maní”, – “Erdnüsse, Erdnüsse” preisen Verkäufer ihre Ware an, gehen von Auto zu Auto, halten Plastik-Schmetterlinge, Schnürsenkel, Raubkopien der neuesten Hollywood-Werke, Englisch-Sprachkurse, Kalender und vieles mehr an die Autoscheiben.

An einer Ampel zu warten ist in Bogota selten langweilig, für den Beobachter spielt sich ein großer Teil der kolumbianischen Gegenwart hier ab. Continue reading ‘Amtsschimmel a la Colombia’

Neues Boutique-Hotel in Cartagena

Cartagena ist eine wunderschoene Stadt mit einer kolonialen Altstadt, die von meterhohen Stadtmauern eingegrenzt ist, welche die Gaeste in eine laengst vergangene Epoche zurueckversetzt mit einer grossen Anzahl Toprestaurants…ein Ort, den man nicht mehr verlassen moechte. Was gibt es schoeneres als die romantischen Naechte Cartagenas in einem ganz speziellen Hotel in der Altstadt zu verbringen. Unsere Empfehlung des Monats ist das Alfiz Hotel, welches erst kuerzlich eroeffnet worden ist und in ganz harmonischer Weise Design und Geschichte kombiniert. 2 Jahre hat die Renovierung des kolonialen Hauses aus dem 17.Jahrhundert gedauert. Es bietet eine etwas andere Atmosphaere an einem exklusiven Ort mit einzigartiger Dekoration und First-Class Service. Neben der kolonialen Altstadt besticht Cartagena auch aufgrund einer Vielzahl von Ausflugsmoeglichkeiten, wie zu den Islas del Rosario, zum Schlammvulkan Totumo oder in die Manglaren der Boquilla.

San Cipriano – verschlafenes Juwel im Dschungel

Wenn man sich von Cali aus Richtung Pazifikküste aufmacht, haben die meisten Reisenden den bekannten Hafen Buenaventura oder eines seiner benachbarten Küstenstädtchen im Sinn. Etwa 30 Minuten vor Buenaventura jedoch liegt ein weit weniger beachteter, dafür aber äußerst reizvoller kleiner Ort: San Cipriano. Um ihn zu finden, muss man einfach auf der Überlandstraße bei Córdoba aussteigen und den Hang hinunterlaufen; dort trifft man auf einen Strang alter Eisenbahnschienen. Denn San Cipriano erreicht man nicht wie die meisten Städte – auf dem Festland – durch eine Straße, nein; stattdessen führt lediglich ein alter Schienenstrang von Córdoba zu dem im grünen Walddickicht versteckten Städtchen. Aber auch ein Zug fährt nicht mehr wirklich häufig, so dass die Einwohner San Ciprianos das Transportwesen selbst in die Hand genommen haben.

Holzschienenwagen nach San CiprianoDa gibt es nun kleine Gefährte, eigentlich nur Plattformen aus Holz zusammengebastelt mit einer Bank darauf, drei Schienenrädern unten dran sowie einer freien Stelle, die dem Hinterrad eines Motorrads vorbehalten ist. Dieses wird nämlich auf das Holzgefährt gesetzt, so dass das Hinterrad des Motorrads auf der radfreien Stelle der Schiene aufliegt. Nun kann es losgehen… Continue reading ‘San Cipriano – verschlafenes Juwel im Dschungel’