Cali, Kolumbien: der abenteuerlustige Medizinstudent Marc Jimenez-Tränker stürzt sich in sein praktisches Jahr in einer der schönsten und gefährlichsten Städte Lateinamerikas. Im Krankenhaus wird er vom ersten Tag an mit Steckschüssen konfrontiert, mit menschlichem Blut, das ihm vom Operationstisch in die Schuhe tropft.
Im Trailer wir mal wieder mit Kolumbiens Klischee gearbeitet, aus dem Trailer ist mir nachfolgender Satz in Erinnerung geblieben: “Hörst du die Geräusche im Hintergrund, das ist ne Guerilla-Bande, die gerade meine Gastfamilie abmetzelt…”
Am 14. August kommt der Film in die deutschen Kinos. Die Webseite des Films ist: www.dr-aleman.com/

Hi André, schöner Trailer. Stimmt, er behandelt die Klischees. An der Stelle, die du erwähnst, ist Dr.Alemán wohl ironisch, da er die Vorurteile seiner Mutter in Deutschland nicht mehr hören kann. Saludos H.
Diese Klischees bedienen die kolumbianischen Produktionen ja auch gern – ist eben Geschmackssache – aber kommt der garnicht in die kolumbianischen Kinos? Gibt’s überhaupt ne spanische Fassung?
Micha
@ Micha Auf der Homepage http://www.dr-aleman.com kannst Du den Trailer auch auf Spanisch sehen – dann nehme ich an kommt der Film auch in die lateinamerikanischen Kinos!
@ André Tja, die Klischees verkaufen sich halt besser, als die schöne Seite Kolumbiens… Schade aber wahr…
ja, wirklich schade, dass immer nur die klischees bedient werden und somit nur die hässliche seit kolumbiens gezeigt wird. kolumbien hat sooooo viele schöne seiten und besonders cali ist eine wunderbare stadt – ich liebe sie – cali es cali! (: und lange nicht so gefährlich, wie es immer dargestellt wird. ich habe dort monatelang im zentrum in einem hotel mit dieben, nutten und mördern zusammengelebt und wurde – ob ihr es glaubt oder nicht – sehr respektiert! nein, sie passten sogar auf mich auf! (: ich liebe kolumbien und ich liebe die kolumbianer und finde es fast schon eine frechheit, dass dieser “deutsche” film gedreht wurde, denn so wird sich das bild, dass deutsche (europäer) von kolumbien haben wohl nie ändern….. schade.
So so, die Premiere ist am 12. August aber hier wird schon geschrieben, der Film sei “fast schon eine Frechheit”. Erst sehen – dann kommentieren!
Also entschuldigung? Habt ihr den Trailer gesehen??? Der Film bedient sich natürlich einiger Klischees aber macht sich auch über diese lustig! Kolumbien wird schon fast kitschig als liebenswertes Land dargestellt. Die Kinder bestehlen den Deutschen um ihn darauf aufmerksam zu machen, dass er besser aufpassen muss … Da sehe ich wenig von über einen Kammsheeren und Kolumbien schlecht machen! Sieht eher so aus als wollte der Junge später nicht wieder zurück nach D. =)
Gruß Jo der nach dem Abi auch ein Jahr in Kolumbien war – aber nicht in Cali =)
naja, versteht ein deutscher, der nie drüben in kolumbien war diesen humor? kann er unterscheiden, was witz und was ernst ist – im bezug auf diese “kolumbianische” geschichte??? klar, kann jeder regisseur den film drehen, auf den er lust hat, nur im bezug auf kolumbien wäre es doch wirklich langsam mal angebracht, die wirklich schönen seiten dieses landes zu zeigen und nicht immer und immer wieder auf all seinen problemen herumzureiten. wie soll sich das bild von kolumbien und den kolumbianern im ausland ändern, wenn alles, was man im fernsehen darüber sieht mit drogen, mafia, mord und totschlag zu tun hat??? (auch wenn dieser film ironisch ans thema rangeht, den gutgläubigen deutschen wird dies wahrscheinlich eh egal sein – ihre klischees und vorurteile bekommen sie damit trotzdem bestätigt…) wo war denn der jo in kolumbien?? war er denn mal mit menschen in kontakt, wie die aus dem film (arme liebenswerte kolumbianer, die den glauben an sich selbst und an eine verbesserung ihrer situation schon vor langer zeit aufgegeben haben) oder hast du wie alle turis und europäer nur die scheinwelt kolumbiens kennengelernt, also das was einem dort von den reicheren schichten als “kolumbianisches leben” vorgelebt wird, in wirklichkeit jedoch weit von der “armen” realität weg ist!?
Hi,
also es geht hier garnicht um mich – sondern um den Film. Dein Kommentar im Bezug auf mich handel ich einfach mit einer kurzen Antwort ab (finde den was von oben – Lehrerhaft – herablassend). Ich war die meiste Zeit in Ibague – würde nie behaupten, dass ich einen umfassenden und wirklichen Blick in das Leben der ärmsten bekommen habe. Mein Viert war zwar Estrato bajo bajo – aber etwas abseitsgelegen und sehr ruhig und friedlich.
Vielleicht liegt es an meinem verklären Blick auf Kolumbien (das zu meiner zweiten Heimat geworden ist) und den Film. Aber ich habe das Gefühl (soweit ich das aus dem Trailer erschlissen kann) folgendes behandelt:
Klar es geht um die Gefahr und das Verbrechen in Kolumbien alles wird extrem dargestellt usw. – Was erwartet man von so einem Film auch sonst? Es ist ja kein Dokumentarfilm sondern soll eine packende Geschichte erzählen. Wenn man jedoch z.B. das Telefonkommentar betrachtet fällt auf, dass hier scheinbar nicht mit diesem Standard Guerillagemtzel und Entführung hantiert wird, wie man es von einem europäischen oder gar Amifilm erwarten würde (da habe ich anderes gesehen) sondern hier geht es um die Strassenkriminallität und der Konflikt wird eher als zweitrangig dargestellt.
Stellt der Trailer das Land ja wohl als liebenswert da. Die Menschen die Helfen und Gutes tuen wollen. Die Kinder die ihren doctor Aleman “beschützen” … Diese schon gerade zu kitschigen Szenen des Fussballspielens und auf dem Motorrat sagen doch klar eins: Auch wenn das Land arm ist und sicher viele Probleme mit sich bringt ist es doch absolut und bedingungslos Liebenswert.
Aber wie gesagt vielleicht projiziere ich da meine eigenen Erlebnisse und Gefühle hinein.
Gruß jo
also, wenn mein kommentar so “lehrermäßig” rüberkam, dannn tuts mir leid und entschuldige mich bei dir. ich denke klar hast du recht, dass kolumbien wahrscheinlich nicht ganz so negativ dargestelltwird in dem film, wie man erst denkt. trotzdm bin ich noch nicht von ihm überzeugt….. aber warten wirs mal ab, schauen uns den film an und diskutieren dann – wenns noch diskussionsbedürfnis gibt – weiter! kolumbien ist auch für mich meie 2.heimat und ich liebe das land und die leute. und alle, die kolumbien kennen und lieben gelernt haben, wissen denke ich, dass all die klischees und vorurteile quatsch sind. schade finde ich einfach nur, dass sich das bild kolumbiens hier in deutschland bis heute nicht geändert hat, denn sonst würde ich, wenn ich von meinem mann erzähle (er ist kolumbianer) nicht sofort gefragt werden, ob er denn auch ein bissle koks mitbringt, wenn dann mal herkommt. diese standard-frage geht mir tierisch auf die nerven und zeigt mir nur wie ungebildet viele deutsche sind – meist die, die sich für sooooo gebildet und intelligent halten….hahaha gut, ichz nehme mir vor, den film völlig unvoreingenommen anzuschauen und werde dann, falls ich noch das bedürfnis habe, nocheinmal meine meinung dazu äußern…(: viele grüße, la limonja
Hab den Film in einer Vorpremiere in Freiburg gesehen. In Gegensatz zum Trailer, der wohl fürs Mainstream Publikum geschnitten worden ist, war der Film mehr Drama als Thriller. Über die Kolumbien Klischees wird sich im Film eher lustig gemacht. (Wenn Marc mit seiner Mutter telefoniert). Der Film zeichnet weder ein Negatives, noch ein verklärendes romantisches Bild. Er erzählt vielmehr aus der Sicht eines jungen Deutschen, der erst ein verkärtes Bild hat, und sich dadurch völlig falsch verhält. Sich als eine Art Retter aufspielt und dabei scheitert. Dabei kam für mich rüber, das der Film eher ein Anti-Klischee Film ist und genau diese romantische, verklärte Sicht auf Kolumbien verurteilt. Wenn sich Marc nicht wie ein Retter aufspielen würde, hätte die Geschichte wahrscheinlich nicht diese harten Konsequenzen für ihn bereit. (ohne zuviel verraten zu wollen. Kann nur empfehlen sich den film anzuschauen und sich dann das Bild zu machen.
Übrigens habe ich die Kinos recherchiert in denen er in der Originalsprache läuft. Ist wahrscheinlich noch besser als die deutsche Synchronisation:
BERLIN Central HAMBURG 3001 Kino KÖLN Filmpalette MÜNCHEN Monopol ab den 14.08
Würde mich interressieren, wer meine Meinung teilt.
Da sind wir gespannt. Soweit man sehen kann, ist es ja eher ein Film über einen Reisenden, der von seinen Vorurteilen wegzukommen versucht, als ein Film “über Kolumbien”. Auf jeden Fall ein spannendes Thema, über das es sicher viel zu streiten gibt. hier noch ein Link der vage auf einen Kinostart in Kolumbien hindeutet: http://entradalibre.org/index.php?module=announce&ANN_user_op=view&ANN_id=1477
Ich habe den Film auch noch nicht gesehen. Sofern die Kinder im Trailer aber die Geldbörse stehlen, nur um dem Deutschen zu zeigen er solle besser aufpassen, fehlt wohl auch die Realitätsnähe. Mal ehrlich: Kolumbien besser darzustellen als es ist, bringt auch nichts. Es ist doch schon positiv, dass in den ausländischen Produktionen der letzten Jahre anders als noch in den 90ern ncht stets bei Besetzung der Rolle des Bösen Kolumbianer herangezogen werden. Ausländische Produktionen, die sich mit Kolumbien beschäftigen, gab es insgesamt kaum. Die kolumbianischen Produktionen selbst beschäftigen sich sehr häufig mit Drogenhandel (El Rey), Sicarios (Rosario Tijeras), Flucht und Leben als Illegaler im Ausland (Paraiso Travel) u.v.m.. Das sind nun mal die Konlfikte, die, obwohl sich die Situation in Kolumbien stark gebessert hat, immer noch vorhanden sind und auch und vor allem die Menschen dort bewegen. Wir drehen hier auch einen NS Film nach dem anderen statt Heimatfilmen u.ä. Wir, die Kolumbien auch von einer anderen, schönen Seite kennengelernt haben, sollten den uns Bekannten vielmehr davon berichten und ein autentisches Bild wiedergeben. @limonja: Auch wenn es sicher gut gemeint war: gleich im 2. Satz eines Eingetrages zu schreiben “ich habe dort monatelang im zentrum in einem hotel mit dieben, nutten und mördern zusammengelebt” und dann damit, dass diese Menschen (selbstverständlich) nicht jedem etwas tun, belegen zu wollen, dass Kolumbien postive Seite hat, ist hier nicht besonders dienlich. Die meisten Leute die das lesen werden sich nunmal denken: “Ist ja schön für dich, dass sie dir nichts getan haben, ich will mit den Leuten trotzdem nichts zu tun haben” und “Hat die denn nichts anderes zu erzählen, das belegt, dass Cali nicht so gefährlich ist” (Z.B. das auch Nachzügler Cali mittlerweile eine geringere Mordrate aufweist als viele andere Städte in Südamerika, in die Touristen mit einer wesentlich realistischeren Risikoeinschätzung fahren)
Was Unterhaltung und Filmkunst betrifft bin ich im Übrigen vielmehr als auf Dr. Aleman auf den Film “Perro come Perro” (Dog eat Dog)gespannt , der auf dem Fantasyfilmfest bald läuft. Positive Kolumbiendarstellung darf man dort aber keinesfalls erwarten.
Hab Dr. Alemán gerade gesehen, gestern war in Deutschland Kinostart.
@nevado: Da hast du Recht, darf man nicht erwarten. Keiner der beiden Filme handelt “VON KOLUMBIEN”. Perro come Perro handelt von ein paar Gangstern die aus Unfähigkeit ein ziemlich splattermäßiges Blutbad anrichten, und der Dr. Alemán handelt von einem Deutschen Studenten, der ins Ausland fährt, da gezielt den Kontakt mit den desfavorecidos sucht und schließlich an seiner Sozialromantik scheitert. Beides könnte meiner Einschätzung genausogut in jedem anderen Ort der Welt spielen.
Bei “Perro come Perro” haben ja auch alle gleich wieder losgekreischt, was der das Land schlecht darstellt. Werden sie bei Dr. Alemán sicherlich auch. (die deutschen Medien sehen auch tatsächlich nur eine ganz schreckliche Stadt, wo bei mir lauter schöne Erinnerungen hochkamen. Schön und häßlich ist und bleibt wohl was ganz schlicht subjektives.
(@Limonja Warum hören wir nicht mal auf, uns dauernd Gedanken über unser “Image” zu machen? Ist die Aussage, die wir mit dieser Unentspanntheit machen, nicht eher die, dass unser Selbstbewusstsein als Colombianos leider völlig vermurxt ist?)
Ich finde, Dr. Alemán zeigt ein ganz reales Bild von den Orten, von denen er redet, in diesem Fall ein Krankenhaus, ein Haus irgendwo zwischen estratos 3 oder 4, die “zona roja” Siloé und eine Marmorbude im Estilo lobo im estrato 6. Geballer sieht man übrigens gar nicht, bis auf ein einziges Mal, und da ist es – der Deutsche. Ich fand das alles sehr interessant. @Limonja – Musste beim Gucken einmal kurz an deinen Post denken, da gab es Parallelen. Die Hauptfigur hätte sicher auch so ähnlich erzählt wie du: Zwischen Nutten und Mördern gelebt, und sie waren alle nett zu mir. Da ist man dann hinterher heimlich stolz drauf. Sin ánimo de ofender. Um dieses Gefühl geht der Film. Das hat was provokantes, und hebt ihn echt ab von der Massenware. MAn hat viel zu diskutieren danach.
So. Ich habe mir den Film gestern abend also auch angetan. Un ANGETAN beschreibt sehr gut was ich dabei empfand. Sorry Freunde, aber der Film beschreibt meines Erachtens nur die schlechte Seite Kolumbiens, die es vielleicht auch in ähnlicher Form so gibt. Aber niemals beschreibt es das Leben in Kolumbien oder gibt gar einen Einblick in das tägliche Leben. Kolumbien besteht nun mal nicht nur aus Nutten, Mördern oder Drogendealern sondern das ist wie überall in der Welt (auch bei uns in Deutschland) nur ein geringer Teil der Bevölkerung. Im Film kommt aber meines Erachtens nur rüber das die frauen Notgeil und die Männer Kriminelle sind. Und das sind nun mal diese Vorurteile, wie sie alle Kolumbianer außerhalb Kolumbiens ertragen müssen. Mir hat der Film überhaupt nicht gefallen. Er hat handlungschronologische Fehler, ist schlecht gemacht und schlägt immer in die gleiche Kerbe. Aber das ist vielleicht das was der durchschnittliche Zuschauer ohne Ahnung sehen möchte. Ich persönlich habe mich sehr auf diesen Film gefreut und bin aber leider so richtig enttäuscht worden. Schade ums Geld. Mit solchen Filmen werden wir leider immer gefragt, ob wir nicht vielleicht ein paar Drogen besorgen können oder wo man sich günstige Putas rauslassen kann.
@PE Danke für diesen Beitrag Obwohl ich vorher (so ) dem film nicht so negativ gegenüberstand, muss ich nun zugeben, dass mich v.a. die Leute ankotzen (sorry), die den Film gesehen oder etwas in der Zeitung darüber gelesen haben, und mich jetzt ansprechen mit “Man du warst doch auch in Cali, muss ja echt schlimm da sein.” Mag ja sein, dass die Geschichte einen wahren Hintergrund hat und auf den Bereichten dieses Arztes basiert. Aber die sind 12 jahre alt, glaube ich und Kolumbien und auch Cali haben sich seitdem enorm verändert. Völlig auf den Arm genommen fühle ich mich bei der Begrüßung “Heil Hitler”. Auf solche vorurteile bin ich in kolumbien noch nie gestoßen und kann es mir auch nicht vorstellen. Würde mich mal interessieren, ob jemanden so etwas dort schon passiert ist.
Tja, So ist das eben mit den Filmen. Die Gringos denken ja sogar von sich selbst, dass sie in einem schrecklich gewalttätigen Land leben, weil sie es nur von der Leinwand/Mattscheibe kennen. Muss aber sagen, Heimatfilme über glückliche Paare und schöne Landschaften sind mir schon immer auf den Keks gegangen, egal aus welchem Land sie kamen. Filme handeln nun mal von Leuten, die in Schwierigkeiten kommen, sonst wären es ja eher Fototapeten.
@ PE: Es scheint mir einleuchtend, dass du enttäuscht warst, wenn du einen Film am liebsten als Botschafter für unser Land sehen würdest(wobei ich ja fand, im Vergleich mit Rosario Tijeras, La vendedora de Rosas, Satanas oder Perro come Perro, war der Dr. Alemán mit dem Land geradezu übermäßig versöhnlich) Okay, ich will was anderes von einem Film, deswegen mag ich ihn wohl und du nicht. Aber die Machart: Abseits jeder Geschmacksfragen, so was kinomäßiges hab ich in den letzten Jahren weder in Kolumbien noch in Deutschland irgendwo gesehen. Gewöhnen wir uns lieber schonmal an den Gedanken, ob wir wollen oder nicht, dass der Dr. Alemán demnächst in dem Regal mit den anderen deutschen Filme stehen wird, die jeder kennt, mit Fitzcaraldo, das Boot, Lola rennt und diesen Sachen. So wie wir damit leben werden müssen, dass man Colombia auch weiterhin noch mit Gewalt und Drogen und Sex assoziieren wird, solange das auch in diesem Maße stattfindet, egal wie viele nette Menschen wir alle kennen, wie nostalgisch wir werden, wenn wir an den Sancocho von Mamá denken, oder wie schön die Feria de las Flores auch sein mag.
Und leider(@Nevado) muss ich sagen, ich haben einen Deutschen und einen kolumbiansichen Pass, madre colombiana y padre peruano: In Deutschland fragen sie mich wegen den Drogen, in Kolumbien sagen sie “Heil Hitler”, genau in diesem Ton wie der Arzt im Film, haha, lustiger Witz (sorry Nevado, ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft mir das bei Begrüßungen mit Wildfremden passiert ist). Im Ausland sagen sie beides (die Gringos siegen mal wieder mit der Doofheit, Adolf Escobar ist fast Standart, wenn sie von meiner Doppelten Nationalität erfahren) Und mein Schwiegervater (de Tuluá) war alleine aus dem Grund, dass ich in Deutschland aufgewachsen und als halber Paisa ein bisschen monito bin, eine Weile lang der festen Überzeugung, ich wäre ein Nazi.
Ich komm wieder zurück auf mein ewiges Thema: Vielleicht lieber mal entspannen, hinnehmen, dass manche Leute weniger durch die Welt gereist sind als man selbst, und die Imagefragen hintenan stellen, sie sind eh müßig. Vielleicht, wenn wir mal ganz nüchtern die Lage vergleichen mit der von anderen Orten, ist ja doch auch die objektive Situation in unserem schönen Land mitschuld an dem Gerede. Und die Frage wäre doch eher, wo können wir ansetzen, um unseren Handschlag dafür zu tun, dass man nicht besser drüber redet, sondern dass es besser wird. UN FUTURO MEJOR SÍ QUE ES POSIBLE.
Nur nochmal, um endlich mal dem ewigen Gerede vorzubeugen, alles würde immer besser in unserem Land, folgender Link: http://planeacion.cali.gov.co/Publicaciones/Cali_en_Cifras/Caliencifras2007a.pdf Es handelt sich um die offizielle Statistik der Stadt Cali, die vom Ayuntamiento herausgegeben wird. Eigentlich wirklich frei von Zweifeln daran, dass sie ein zu negatives Bild malen könnte und immer sehr interssant zu lesen.
Zum Beispiel Seite 62.(Delitos registrados 2000 – 2006, FUENTE : Policía Metropolitana Santiago de Cali)
oder seite 135 (ESTRATIFICACIÓN SOCIOECONÓMICA URBANA)
Ich denke nicht, dass es die Aufgabe eines Spielfilms ist, objektiv, ausgewogen und sachlich alle Facetten eines Landes moeglichst realitaetsnah wiederzugeben – dies kann er auch gar nicht. Ein Film soll doch unterhalten, eine Geschichte erzaehlen, moeglichst eine Message besitzen und im besten Fall noch bilden.
Ich habe bisher nur den Trailer gesehen, habe aber den Eindruck, dass der Film seiner Rolle gerecht wird. Ob er den Geschmack jedes Einzelnen trifft, ist immer subjektiv.
Ich denke wenn ein Film eine Geschichte aus dem Drogen- oder Rotlichtmilieu von Cali erzaehlt, kann er gar kein ausgewogenes Bild des Landes vermitteln. Naturaufnahmen der tollen Pazifikkueste oder froehlich, tanzende Menschen auf der Feria de las Flores waeren doch hier total fehl am Platz.
Im Film “City of God” aus den brasilianischen Favelas wird auch nicht auf den Karneval von Rio eingegangen. Oder im Film “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo” wird auch nicht im Kontrast zur Geschichte ein Gutbuergerliches deutsches Leben gezeigt.
Ein Spielfilm ist immer subjektiv und hat nicht die Aufgabe, die komplette Realitaet abzubilden.
Vielleicht doch ganz interessant zu lesen … ein Interwview mit “Dr.Aleman”, Schauspieler August Diehl:
http://www.netzeitung.de/entertainment/interviews/1123357.html
@marcus Im Grunde hast du Recht, schließlich ist es ja keine Dokumentation sondern ein Spielfilm. Vor allem muss der film(@Novarelo) auch nicht Botschafter des Landes sein. Aber anders als z.B. City of god (oder noch besser die Staffeln von city of men, der “Fortsetzung” von city of god) schafft Dr. Aleman es leider überhaupt nicht, eine Atmosphäre zu erzeugen. Cali ist nun wirklich keine besonders hübsche Stadt und hat auch wenig kulturelles im klassischen Sinne (Museen etc. zu bieten), aber was Cali ausmacht ist die cultura urbana und das Ambiente. Cali steckt voller Leben, ist schrill und laut. Dies ganz besonders in den armen Vierteln. Die Menschen dort stecken trotz der Schwierigkeiten den Alltag zu meistern voller Lebensfreude und Einfallsreichtum. Der Film verpasst es völlig dies darzustellen im Kontrast zu den eher ruhigen und kalten, im Film gut dargestellten höheren estratos. Die kraft der Bilder wird hier nicht genutzt. Man kommt aus dem Film als hätte man gerade einen Artikel aus dem FAZ Politikteil gelesen – aneinandergereite Informationen. Der Film schafft es einfach nicht das Lebengefühl zu vermitteln. Dann hätte man auch verstanden warum es den Arzt und andere Europäer in derartige Viertel zieht, dass weniger der Nervenkitzel aufgrund der bestehenden Gefahren das Motiv ist, sondern das Ambiente. Die meisten Menschen dort sind einfach nicht so wie die dauerverbitterte Wanda. Man hätte auch verstanden, warum die reicheren Kolumbianer, dies nicht verstehen, da sie oftmals eher Wert legen auf Ruhe,Ordnung und Moderne, während der Arzt im Film, versucht hieraus auszubrechen, da er dies aus seiner Heimat zu genüge kennt. Insofern bleibt der Film einfach zu distanziert. Die einzig bleibenden Eindrücke sind Koks und Kugeln, schade
“Toller” Artikel der Frankfurter Rundschau unter
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/magazin/1580774_Der-Mann-mit-dem-anderen-Blick.html
trifft den Nagel ja voll auf den Kopf, “im Drogensumpf Kolumbiens” und so.
Zum Glück habe ich kein Abo dieser Zeitung.
Wir haben den Film (auf Span. in D) geguckt und fanden ihn sehr zwiespältig. Sicherlich zeichnet er ein sehr subjektives und einseitiges Bild von Kolumbien/Cali und es besteht die Gefahr, dass der ein oder andere sich in seinen Vorurteilen bestätigt sieht. Aber – wie hier mehrfach erwähnt – geht es ja nicht um eine Doku, sondern um die Geschichte von “Dr. Alemán” und wie er Kolumbien erlebt. Außerdem fanden wir, dass die Kolumbianer im Film großteils wesentlich besser und sympahtischer rüberkommen als der Protagonist, der mit seiner ignoranten, besserwisserischen und arroganten Art sämtliche Ratschläge in den Wind schlägt und so nicht nur sich, sondern auch die anderen in Gefahr bringt.
Muss ich auch noch mal loswerden hier: Ich fand den Film ja wie gesagt, sehr spannend und konnte mich sehr gut mit diesem Thema indentifizieren – immer wenn man meint ein Land wie unseres zu verstehen, liegt man am weitesten daneben. Was mir bei der in Deutschland ziemlich breiten BErichterstattung über das Werk ziemlich krass ins Auge springt, ist, dass auch die anspruchsvollsten unter den Medien -sowohl Fernsehen, als auch Print- konsequent diese völlig anden Haaren herbeigezogenen Schlagworte benutzen. “Drogensumpf” “zwischen den Fronten des Drogenkriegs” etc. Angesichts dessen, was in diesem Film zu sehen ist, ist mir das völlig schleierhaft. Ich habe selbst nichts weiter gesehen, als ein junger Typ, der in einer fremden Stadt mindestens vier verschiedene Milieus durchläuft und sich dann in dem seiner Abenteurlust am meisten entgegenkommenden Stadtteil niederlässt, wo er Ärger kriegt, weil seine Art nur in friedlichen Umständen funktioniert. (dass das meiner Ansicht nach nicht ganz konsequent auserzählt ist, wäre eine andere Diskussion) Die Gegend selber ist in ihren Regeln, so wie im Film gezeichnet, kaum anders als Berlin Mahlzahn, irgeneine x-beliebige Banlieue in Frankreich, ein Housing Project in Detroit oder, nehm ich an, sonst irgendein sozialer Brennpunkt in der Welt. Ich habe sogar fast den Eindruck, dass die Macher im Zuge ihrer Zusammenarbeit mit den Einheimischen zu sehr Rücksicht auf deren Image genommen haben und die wirklich harten Sachen entsprechend ausgeblendet. Wie auch immer, man spürt deutlich das Bestreben, ein differenziertes Bild abzugeben. Genau das macht meiner Ansicht nach diesen Film zu einer absoluten Ausnahmeerscheinung. Die Medien hingegen zeigen, dass sie Differenziert offenbar inzwischen zwar immer noch auf der zunge tragen, aber de facto als Altlast des Journalismus über Bord geworfen haben. Es ist ja nicht die Bildzeitung die so schreibt. Es sind Frankfurter, Süddeutsche, der Spiegel (wobei der sich ja im Gegensatz zu seinem sonstigen Ton hier noch geradezu umsichtig gibt). In diesem Sinne finde ich, dass man sich als Journalist dieses kleine Werk mal zum Anlass nehmen sollte, unsere Tun und Lassen und die angeblichen Sachzwänge denen wir immer wieder den Inhalt opfern, mal wieder sehr genau und -differenziert- zu überdenken.
Hallo an alle,
gespannt habe ich eure Kommentare gelesen, bevor ich mich selbst zum Film äußere. Vorab eine Anekdote, ich habe mir den Film zwei (!) mal in Frankfurt in der deutschen Fassung angesehen. Es hiess beim ersten Mal würde der Regisseur, Tom Schreiber, dabei sein. Fehlanzeige! Aber am Tag danach war er tatsächlich anwesend und ich wollte mir die Chance nicht entgehen lassen, ihn ein Paar Fragen zu stellen. In meinen 27 Jahren in Deutschland habe ich so eine Produktion noch nie erwartet und gesehen. Eine deutsch-kolumbianische Produktion, die auch noch in Kolumbien gedreht wurde! Ich habe mir im Vorfeld schon Sorgen gemacht, wegen der sog. Klischees, die im Trailer auftauchen. Aber der Film hat mich angetan. Die Machart des Films und die Geschichte gefallen mir. Es wird schlicht die Geschichte dieses Studenten erzählt und das Scheitern seines Idealismus gezeigt. Es ist klar, dass unvoreingenommene Deutsche Zuschauer viele Szenen mit den uns bekannten Vorurteilen assozieren werden. Das kann man nicht verhindern, aber diesen Film kann man meiner Meinung nach nicht den Vorwurf machen, es stellt Kolumbien deswegen in schlechtem Licht. Auf die Frage an den Regisseur, was ihn dazu bewegt hat, dieses Drama in Kolumbien zu drehen, hat er mir eine klare Antwort gegeben. Ein Freund von ihm hätte ihm während seines Praktikumsjahr in Cali in vielen Briefen geschildert, was er dort erlebt hat. Der Regisseur hat die Briefe aufbewahrt und gedacht, daraus könnte man eine Geschichte machen. Und das ist es auch geworden. Der Regisseur erklärte unmissvertändlich, dass er nicht die Absicht hatte, das Land zu erklären. Das wäre aus seiner Sicht aus mehreren Gründen nicht möglich und auch anmaßend gewesen. U.a. weil Kolumbien sich in einen sehr komplexen Lage befindet, die man nicht in einem anderthalbstundigen Film erklären kann und weil er nur diese deutsche Geschichte auf die Leinwand bringen wollte. Er will die Naivität und Arroganz kritisieren, die Menschen, wie der Hauptdarsteller im Film, auf dem Tag bringen, wenn sie Länder wie Kolumbien besuchen. Ich finde persönlich, es ist ihm sehr gut gelungen. Das Drama des jungen Deutschen hätte sich auch sonst auf der Welt abspielen können, fügte der Regisseur noch hinzu. Überhaupt ist er auch dankbar für die Diskussion und bereit, auch daran teilzunehmen. (Ich hoffe, ich habe die Mailadresse nicht verschlampt
)
FYI der Film wird auch in Kolumbien auf dem Festival de Cine in Bogotá in diesem Jahr gezeigt.
Saludos desde Frankfurt Saul
Der Trailer hat mir auch gefallen und die Kommentare sind hilfreich.