Wird Ingrid Betancourt wieder politisch aktiv?

Diese Frage stellen wir uns in derzeitigen Umfrage, wir sind gespannt auf eure Meinungen…

Ingrid Betancourt: Wir sie wieder politisch aktiv?

  • sie geht wieder in die kolumbianische Politik (74%, 51 Votes)
  • nein, sie bleibt Frankreich (23%, 16 Votes)
  • sie kommt nach Kolumbien, geht aber nicht in die Politik (3%, 2 Votes)

Total Voters: 69

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1 Kommentar zu “Wird Ingrid Betancourt wieder politisch aktiv?”


  1. 1 Lars

    Aufgrund neuester Veröffentlichungen aus verschiedensten Quellen über die Verhaltensweise der “kolumbianischen Nationalheldin” Ingrid Betancourt, während der Geiselhaftzeit, ist deren Rückkehr in die kolumbianische Politik anscheinend ausgeschlossen, da aussichtslos. Der Lack scheint ab zu sein und diese “Vorzeige-Dame” steht nun in in einem total anderen Licht da!
    Die befreite Ex-Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt ist von früheren Leidensgenossen scharf angegriffen worden. In einem Buch wird der gefeierten Ex-Politikerin Arroganz, Egoismus und Geltungssucht vorgeworfen.
    Nun haben die drei amerikanischen Geiseln ein Buch veröffentlicht, dass dunkle Schatten wirft auf Betanourt: In “Out of Captivity” (Aus der Gefangenschaft) beschreiben sie auf 457 Seiten minutiös die Verhältnisse in den Lagern.
    Dabei kommt Betancourt alles andere als gut weg. Sie wird beschrieben als geltungssüchtige “Prinzessin”, der nur daran gelegen war, sich in den Vordergrund zu spielen, anderen ihre Willen zu oktroyieren, ihnen sogar Kleider und Schreibmaterial zu entwenden. Auch habe sie über ein verstecktes Transistorradio Informationen erhalten und diese Informationen den Mitgefangenen nicht mitgeteilt.

    Das Allerschlimmste allerdings sei gewesen, dass Betancourt die Amerikaner, die nach dem Absturz ihres Flugzeugs in die Gewalt der Rebellen gerieten, als CIA-Agenten bei ihren Farc-Bewachern anschwärzte und damit in höchste Lebensgefahr brachte. Bisher hat sich Frau Betancourt zu all dem nicht geäußert: Sie schreibe an den eigenen Memoiren, bekräftigt ihr Büro in Paris. Eine doch recht merkwürdige, ja, wenn nicht sogar feige Entschuldigung, dieser sonst stets (zumindest) vordergründig so “mutig” präsentierten Dame, die sich ja sogar schon ernstliche Hoffnungen auf den Friedensnobelpreis 2008 gemacht hatte, einfach unglaublich!

    Wann immer nun auch das Buch von Inrid Betancourt erscheint: Frau Betancourt muss wird sich anstrengen müssen, um ihren Ruf zu retten. Denn die Vorwürfe, die jetzt von den drei “Gringos” erhoben werden, fügen sich ein in eine ganze Kette von Betancourt-kritischen Äußerungen. Die ersten Kratzer bekam ihr Heiligenschein, nachdem Clara Rojas Anfang 2008 befreit wurde. Die beiden Frauen verband seit Mitte der neunziger Jahre eine enge Freundschaft: Die stille Juristin Rojas schien die ideale Ergänzung für die hyperaktive und stets medienbewusst agierende Betancourt.

    Diese wusste auf einmalige Weise ihre politisch aussichtslose Kandidatur für die grüne Splitterpartei zur eigenen Profilierung zu nutzen. Die Tochter eines ehemaligen Erziehungsministers und einer Abgeordneten, die als junge Frau Schönheitskönigin gewesen war, wurde zum Star der linken Opposition: Betancourt, ein Gewächs der Oberschicht, profilierte sich in Frontalangriffen auf die kolumbianische Oligarchie.

    In ihrem Wahlkampf sorgte sie im Übrigen auch damit für Aufmerksamkeit, dass sie Kondome und Viagra verteilen ließ. Als die beiden Frauen Ende Februar 2002 von der Farc gefangen genommen wurde, stellten diese Frau Rojas anheim, nach Bogotá zurückzukehren. Aus Solidarität mit ihrer Freundin blieb sie. “Ich hielt es für meine Pflicht”, bekräftigte sie nach ihrer Befreiung – sechs Jahre, vier Monate und neun Tage später.

    In der Gefangenschaft wurde die enge Freundschaft auf eine harte Prüfung gestellt: Am Ende stand offener Hass. Der ebenfalls entführte kolumbianische Senator Luis Eladio Pérez wurde zum engsten Vertrauten Betancourts, die drei Amerikaner hingegen kommunizierten immer häufiger mit Rojas.

    Senator Pérez veröffentlichte nach seiner Befreiung ein Buch. Darin beschrieb er, warum Frau Betancourt eine absolute Sonderstellung genoss: “90 Prozent aller Nachrichten, die über uns veröffentlicht wurden, bezogen sich auf sie – ohne sie hätte man uns alle im Dschungel vergessen.” Der endgültige Bruch zwischen Rojas und Betancourt kam allerdings erst, als sich die damals 39 Jahre alte Rojas von einem ihrer Wächter schwängern ließ und dann einen kleinen Sohn, Emmanuel, bekam, der ihr umgehend weggenommen wurde.

    Dass Betancourt später behauptete, Rojas habe ihn eigentlich ertränken wollen, provozierte das Ende der Freundschaft zwischen den beiden Frauen. Übrigens will auch Clara Rojas bald mit ihrer Version der Dinge an die Öffentlichkeit gehen: Einen Buchvertrag hat sie bereits unterzeichnet.

    Die Farc-Führer waren über die Zwistigkeiten unter den Geiseln bestens informiert. Das zumindest ergaben die Auswertungen der Computer, die man im Frühjahr 2008 in einem Farc-Lager fand, das nur wenige Kilometer von der kolumbianischen Grenze entfernt auf ecuadorianischem Terrain lag. Darin beschreibt der bei dem Angriff getötete Raúl Reyes, einer der wichtigsten Führer der Farc, Frau Betancourt als arrogant: “Sie hat ein explosives Temperament und ist unverschämt und provokativ.”

    Die von den kolumbianischen Streitkräften gesicherten Computerfestplatten zeigen übrigens auch, dass die Senatorin Piedad Cordoba, eine enge Vertraute des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez, Ingrid Betancourt von Herzen hasst. Frau Cordoba ist es erst vor kurzem gelungen einige Farc-Geiseln frei zu bekommen. Sie versucht, damit ihren innenpolitischen Spielraum zu vergrößern und sucht sich aufzubauen als Einheitskandidatin für die ansonsten zerstrittene kolumbianische Linke.

    Die Medien haben also bewußt oder unbewusst, über lange Jahre hinweg wieder einmal “den Bock zum Gärtner gemacht” bzw. “den falschen Gaul gesattelt”!

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