Vor zwei Jahre gab es in Kolumbien ein langer öffentlicher Streit, der wie ein Dialog unter tauben Menschen lief, in Bezug auf das Waldgesetz, das im Kongress zur Genehmigung stand. Trotz aller Unregelmäßigkeiten wurde es genehmigt. Neulich erschien eine Kurznachricht, die das Thema wieder erlebte: Der Staatsanwalt erklärt das genannte Gesetz als verfassungswidrig und beantragt ein Konzept des Verfassungsgerichts.
Der Grund (derselbe von vorher), Indigene, Schwarze und Bauern-Gemeinde, die etwa 27 Millionen ha Naturwälder besitzen (Kolumbien hat etwa 64 Millionen ha), wurden nicht angemessen befragt. Sie wurden als Besitzer dieser Flächen teilweise ungehört und ignoriert, obwohl sie gesetzlich das Recht zu entscheiden haben, wie die Wälder benutzt werden sollen. Der Staat muss die Umweltgesetze und die Nachhaltigkeit dieser Wäldern sichern und diese Gemeinden, mit ihren traditionellen Methoden und Lebensweisen, der Schutz dieser Flächen fortführen.
Die Diskussion über das Gesetz lief auch im Bezug auf die Benutzung der Wälder: manche Experten kritisierten dasselbe, weil es nicht ein Waldgesetz war, sondern ein Gesetz, das Wälder als Rohstoff betrachtete. Aus einer ökologischen und nachhaltigen Perspektive eines souveränen Staates, das Problem ist auch nicht nur “Wälder als Klimaschützer” (Kyoto-Protokoll) zu sehen, obwohl das deutlich wichtig ist, sondern, im Fall Kolumbiens, als Quelle von etwa 10% der oberflächlichen Artenvielfalt der Welt zu betrachten. Es geht um eine integrale Sicht und Nutzung der Wälder, wo besonders indigene und schwarze Völker uns viel zu lehren haben.
Am Montag Abend wird der Film “Colombia ABC” um 23:05 auf Arte gezeigt. Die französisch-italienische Co-Produktion dauert 88 Minuten. Ich selbst kenne den Film noch nicht und bin gespannt ob er was taugt … Wäre klasse, wenn diejenigen, die den Film gesehen haben, kurz ihre Meinung im Kommentar hinterlassen würden. (Übrigens: diejenigen, die in Kolumbien leben, können über save.tv dennoch deutsche TV-Programme ansehen).
Hier der Inhalt des Films:
Am Ufer einer der zahlreichen Flüsse, die in der Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien entspringen, steht ein weißes Zementgebäude, dessen Außenwände die Kinder mit Abbildungen der heimischen Fauna und Flora bemalt haben. In diesem Haus ist die einklassige Schule untergebracht, die von den etwa 20 Bauernkindern der Umgebung im Alter von sechs bis 15 Jahren besucht wird.
Auf den heruntergekommenen Schulbänken haben schon Generationen von Kindern gesessen. Viele von ihnen haben nicht einmal die Grundschule beendet, weil sie es vorzogen, zusammen mit den Raspachines zur Kokaernte zu gehen. Huriday, 17 Jahre, ist einer von den Kokapflückern. Mit 13 verließ er das elterliche Haus, um als ‘Raspachin’ zu arbeiten.
Jetzt allerdings, seitdem die kolumbianische Regierung den Kokaanbau in dieser Gegend verboten hat, ist seine Zukunft ungewiss. Er erwägt, es vielen anderen Kindern gleich zu tun und sich einer paramilitärischen Organisation anzuschließen, die in den Bergen patrouilliert, um die riesigen Kokafelder vor den Angriffen der Guerilla und der Armee zu schützen.
Miguel Angel, zwölf Jahre, lernt noch in der kleinen Schule lesen und schreiben. Seine älteren Brüder gehören bereits einem paramilitärischen Verband an. Was wird er später tun?
Lucenid, die Lehrerin, ist gerade erst im Dorf angekommen. Immer wieder fordert sie dazu auf, sich nicht auf die Gewalt einzulassen, die für die Kinder die einzige Zukunftsperspektive zu sein scheint.
Vorgestern hat Google seine Maps aktualisiert, betroffen davon war Kolumbien. Ab sofort ist das gesamte Straßennetz in Kolumbien abrufbar. Nicht nur das: Auch sind die Karten nun viel detaillierter und das landesweit. Auf die Berechnung von Reiserouten, so wie ihr es seid vielen Jahren aus Deutschland kennt gibt es in Kolumbien allerdings weiterhin nicht.
Eine Brücke zwischen Deutschland und Kolumbien schlagen – dieser Aufgabe stellt sich der 1981 in Bonn gegründete Deutsch-Kolumbianische Freundeskreis e.V. (DKF). Mit seinem Netzwerk von bundesweit rund 500 Mitgliedern engagiert sich der DKF insbesondere für:
die Förderung der allgemeinen Beziehungen zwischen Deutschland und Kolumbien
den beiderseitigen Kulturaustausch, etwa durch Vorträge, Ausstellungen und Konzerte
die objektive Darstellung der tatsächlichen Verhältnisse in beiden Ländern in den Medien
die Integration kolumbianischer Staatsbürger in Deutschland sowie deutscher Staatsbürger in Kolumbien
die Durchführung karitativer Projekte, insbesondere in Bildung und Ausbildung, sozialer und medizinischer Versorgung, und der Hilfe nach Katastrophen
Die Wahrheit sagen, nichts als die Wahrheit und 100.000.000 Pesos (50.000 USD) kassieren, das ist das Motto einer Spielshow, die seit etwa drei Monaten im kolumbianischen Fernsehen läuft. Einfacher geht es gar nicht könntet ihr denken, aber erst vor zwei Wochen hat es ein Kandidat geschafft, die 100 Mio Pesos abzuräumen. Denn die Fragen haben es in sich. Vor Publikum, in dem die liebe Familie und Freunde sitzen kommt durch die Show so einiges auf den Tisch. Denn die Antworten auf die Fragen werden von einem Lügendetektor überprüft… für die kolumbianischen Wohnzimmervoyeure genau das Richtige. Ich bin mir sicher, dass die Show nicht auf Kolumbianer zugeschnitten ist sondern auch in anderen Ländern Erfolg haben wird. Nachfolgend ein Ausschnitt von der Sendung. Es zeigt den Gewinner der 100 Mio Pesos bei der Beantwortung der letzten Fragen. (Seine Frau hat ihn übrigens verlassen …):
DEinternational Ltda., Tochtergesellschaft der Deutsch-Kolumbianischen Industrie- und Handelskammer hat gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung des Rhein-Kreis Neuss eine Unternehmerreise nach Kolumbien ausgearbeitet. Diese soll deutschen Unternehmen eine direkte und persönliche Kontaktplattform in
Kolumbien bieten.
Die neuntägige Reise macht Station in Bogota, Medellin und Cartagena. Die Reise ist für den 24.11 bis zum 03.12.2007 ausgeschrieben. Neben dem eigentlichen Programm können je nach entsprechenden Interessendsfeldern eines Teilnehmers die Besuchsinhalte und Kontaktmöglichkeiten angepasst werden. Der Reisepreis beträgt 2100 bis 2400 Euro (je nach Anzahl der Teilnehmer).
Alle Details zur Reise und zum genauen Programm gibt es als PDF-Download.
Mit Diego León Montoya Sánchez ist den kolumbianischen Behoerden der groesste Drogenhaendler ins Netz gegangen. Es handelt sich um den Chef des Kartells “Norte del Valle” und besser unter dem Alias “Don Diego” bekannt. Wie viele andere kolumbianischen Drogenkriminelle wird Don Diego auch von den USA gesucht, er ist sogar auf der TOP 10 Liste des FBIs der meistgesuchten Verbrecher. Das “Norte de Valle” ist das letzte grosse Kokainkartell, das nach dem Fall der Medellin, bzw. Cali Kartelle an Bedeutung gewann. Wie das Kartell diesen Rueckschlag verkraftet bleibt abzuwarten, die Bedeutung der Kartelle fuer den Drogenhandel nahm seit den 90er Jahren ohnehin rapide ab, da die Drogegeschaefte ueber die bewaffneten Gruppierungen in Kolumbien erfolgten.
Gesucht wurde Diego León Montoya Sánchez bereits seit vielen Jahren, in diesem Dokumentarfilm war er einer der Haupakteure. Dank einer Privatarmee und gezielten Bestechungen gelang es ihm aber bislang die Polizei von sich fern zu halten. Gefunden wurde Montoya in dieser Finca, in der er sich versteckt hielt:
Es begann sich vor drei Wochen abzuzeichnen, jetzt versucht Venezuelas Präsident Hugo Chavez die schier unnahbaren Positionen der kolumbianischen Regierung und der Guerillas FARC und ELN zusammen zu bringen. Dazu hat er den Auftrag und Segen des kolumbianischen Präsidenten Uribe, der ihm gestern in Bogota wichtige “Instrumente” mitgab. Chavez bemüht sich nun um einen Durchbruch auf zwei voneinander unabhängigen Fronten:
Heute, am Antikriegstag, wurde der Aachener Friedenspreis an das kolumbianische Friedensdorf San Jose de Apartado verliehen.
Vor über zehn Jahren erklärte sich die 1500-köpfige Gemeinde nahe der Grenze zu Panama zum Friedensdorf. Aus einer Not - Lebensmittelblockade des Militärs - schlossen sich die Bauern zu einem Kollektiv zusammen. Trotz hoher Gewalt und Drohungen gegen das Dorf lassen sich die Menschen von San Jose nicht vertreiben. Sie erklärten ihr Dorf als neutrales Gebiet und verpflichteten sich der Gewaltfreiheit.
Den Preis erhällt San Jose de Apartado stellvertretend für 50 weitere Freidensgemeinden in Kolumbien.
Immer wieder sind wir auf der Suche nach aktuellen Nachrichten in Kolumbien gewesen. Kaum ein anderes Land weckt so viel Interesse, leider gibt es kaum ein Informationsangebot auf deutscher Sprache. Dieser Blog soll Abhilfe leisten mit aktuellen Nachrichten aus Kolumbien.
Miguel am 17. May 2008: @el don, vielleicht hast Du da etwas falsch verstanden. Wie der Generalsekretär der Interpol sagte, hat die Interpol den Inhalt der Dokumente nicht bewertet. Die Interpol sagt nicht was drin ist und was nicht, ob es... Wilfried Brickwedel am 17. May 2008: Einfach nicht die Augen zumachen. Von Oben Venuzuela oder links. Ecator-Sie greifen Kolumbien an. Sie unterstuetzen die FARC. Das ist die Realitaet. Martin am 16. May 2008: El don wo ist die Aussage, dass es keinerlei verbindung zwischen Farc und Venezuela und Ecuador gibt in Verbindung mit dem computer? el don am 16. May 2008: Toll, dass diese Neuigkeit nun hier so prominent verbreitet wird. Hast Du, Carlo, auch mitbekommen, dass sowohl Interpol, wie auch die Organisation Amerikanischer Staaten vor zwei Wochen äußerten, es gäbe auf den... Marco am 16. May 2008: wieso nutzt mir das? ich habe das gesetz von anfang an als farce und demütigung für die opfer verurteilt und was beweist jetzt die auslieferung einiger paras ? dass uribe vor den anstehenden us-wahlen bei einem sieg obamas... Martin am 16. May 2008: Marco, wer hat den immer dieses Gesetz so sehr verurteilt und immer kritisiert? Jetzt nutz es einem, dann ist es ploetzlich brauchbar. Die linke Seite hat doch immer gegen das Gestzt gewettert. Marcus am 16. May 2008: @Martin: Die kolumbianische Justiz ist nicht gleich die kolumbianische Regierung, und die Arbeit der Justiz wird durch die Ausweisung untergraben. Marcus am 16. May 2008: @Martin: Ich verstehe deinen Kommentar im Zusammenhang mit dem Artikel nicht. Die Sache sieht doch folgendermassen aus: Indem die 14 hochrangigen Parachmilitaers in die USA abgeschoben werden, ist die Aufklaerung ihrer...