Archiv für September 2007

Korruption: Kolumbien im internationalen Vergleich

Transparency InternationalDie Organisation Transparency International gibt einmal im Jahr eine Liste mit einer Einstufung nach Korruption alle Länder heraus. Wo liegt Kolumbien im internationalen Vergleich?

Der Index betrachtet den Grad der staatlichen Korruption in 180 Ländern und Gebieten. Bewertet werden die Länder auf einer Skala von 0 bis 10. 10 bedeutet sehr wenig Korruption, 0 sehr ausgeprägte Korruption. Spitzenreiter der Liste der korruptionsfreisten Länder sind Neuseeland, Dänemark und Finnland mit 9,4 Punkten. Deutschland liegt auf dem 16. Platz. Kolumbien befindet sich auf Platz 68, dicht hinter Kroatien und gefolgt von China und Mexiko.

Wie schneidet Kolumbien im südamerikanischen Vergleich ab?

22. Chile
25. Uruguay
68. Kolumbien
72. Brasilien
72. Peru
105. Argentinien
105. Bolivien
138. Paraguay
150. Ecuador
162. Venezuela

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Hat Bogota die modernste Deponie Lateinamerikas?

Genau vor zehn Jahren sind etwa 800.000 Tonnen Müll und Sickerwasser aus der einzigen Deponie Bogotás, Doña Juana, im Süden dieser Stadt ausgelaufen. Die grösste Umweltkatastrophe der Hauptstadt Kolumbiens, wie es noch bezeichnet wird.

Nur wenige Meter entfernt von der 450 ha grosse Deponie sind arme Vierteln der Stadt zu finden, die unregelmässig und ununterbrochen gebaut werden. Dort hatten sich die Menschen an die unangenehme aber angeblich noch umweltverträgliche Gerüche der Deponiegasen gewöhnt. Nach dem Vorfall, den sie am Anfang nicht verstanden, mussten sie ihre Häuser verlassen. In den nächsten Tagen und Monaten war der unangenehme Geruch in grossen Teilen der Stadt unvermeidlich spürbar, dennoch sind die Bewohner des Stadtteils zurück zu ihren Häuser gekehrt und verlangten beim Bürgermeisteramt Entschädigung wegen ihr Wohnsitz und der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit.
Heute, zehn Jahre nach dem Ereignis haben sie noch kein Schadenersatz bekommen, obwohl das Verwaltungsgericht von Cundinamarca (Departament wo Bogota liegt) ihr Antrag auf Entschädigung neulich akzeptierte. Der Stadtsamt hat ihm unmittelbar bestritten.
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Der beste Blog

Bester Blog DW-TV sucht den besten Blog!

Wenn Ihr der Meinung seid, dass der Kolumbien-Blog einen Preis verdient hat - dann schaut doch einmal hier!
Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr Euch die Zeit nehmt!

Bis zum 30.09. kann man Blogs vorschlagen. Je öfter der Kolumbien-Blog in den Kategorien “Bester Webblog” und “Bester Webblog Deutsch” vorgeschlagen wird, umso höher sind die Gewinnchancen, denn die Anzahl der Vorschläge spielen bei der Entscheidung der Jury auch eine Rolle

Kommt der Kolumbien-Blog unter die ersten 10, so kann ab dem 23.10. fleissig gevotet werden.

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Die Europa-Reise von Gustavo Moncayo

Route Moncayo
Hier könnt Ihr sehen, welche Route Gustavo - teils zu Fuss - in Europa zurücklegt. Heute ist er für eine Pressekonferenz in Toulouse und morgen werden in Marseille - ähnlich wie auf dem Plaza Bolivar vor einigen Monaten - die Worte: “LIBERTAD Y PAZ PARA TODOS” mit Kerzen gestellt.
Auf diessr Homepage könnt Ihr mehr über Gustavos Europareise erfahren.

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Update: Friedensprozess/Gefangenentausch

Piedad Cordoba & Luis Carlos RestrepoEnde Mai dachte ich, dass wir nah dran sind an einer möglichen “humanitären Lösung” - “acuerdo humanitario”. In Frankreich wurden Nicolas Sarkozy als neuer Präsident vereidigt und in seiner ersten Amtswoche bat er Alvaro Uribe den ranghöchsten Häftling der FARC - Rodrigo Granda - freizulassen. Diese Bitte entsprach der Präsident auf einer juristisch umstrittene Weise und erntete starke Kritik. Die Senatorin Piedad Cordoba berichtete daraufhin am 31. Mai, dass die Freilassung von Ingrid Betancourt in wenigen Stunden bevorsteht. Doch was geschah? Nichts. Piedad Cordoba verlor ihre Glaubwürdigkeit und Alvaro Uribe sein Vertrauen in den französischen Staatspräsidenten, denn die Freilassung von Rodrigo Granda war einseitig, die FARC hatte der französischen Regierung keine Zusagen gemacht.

Nach drei Monaten Ruhe ist in den letzten Wochen wieder einiges an Bewegung in den Prozess gekommen, hier eine Abfolge der Ereignisse, die nun völlig neue Impulse geben…

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Bogota im Airbusfieber

Um 11:24 war es soweit, der Flugzeugriese landete auf dem El Dorado Flughafen in Bogota. Seitdem ist er das Tagesthema. Das Flugzeug wird sich bis morgen um 15 Uhr in Bogota aufhalten und dann seinen Rückflug nach Frankreich antreten. Nachfolgend ein kurzes Video zur Ankunft des Airbuses.

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Morde an Gewerkschaften - auch das Ausland in der Verantwortung?

Chiquita
Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) veröffentlichte seinen zweiten Jahresbericht über die weltweiten Verletzungen der Gewerkschaftsrechte. Kolumbien ist dabei das Land, in dem die meisten Morde an Gewerkschaftlern geschahen. 78 sollen es 2006 gewesen sein.

Jeder einzelne dieser Morde schmerzt die kolumbianische Gesellschaft tief.

Gewerkschaftler sind die Opfer eine Gewaltwelle, derer die Kolumbianer nur schwer alleine Herr werden können. Internationale Unterstützung wäre angebracht, doch das Ausland macht es sich einfach und kreidet diese Morde der Regierung, sogar persönlich Uribe an. Im folgenden soll nicht die Politik der jetzigen Regierung schön geredet. Aber es ist zu billig, wie Herr Guy Ryder einfach auf die kolumbianische Regierung einprügeln und in ihr die alleinigen Verantwortlichen zu sehen.

Die Proportionen stimmen nicht mehr und aus der Ferne sind sie vollkommen verzerrt. Die Welt macht sich nicht die Mühe, weiter als bis zur Schlagzeile zu gehen.

Wie ist es zu verstehen, dass jüngst McLaren-Mercedes für einen Spionagefall zur Zahlung von 100 Millionen Dollar verdonnert wird, zur gleichen Zeit aber Chiquita Banana mit einer Zahlung von 25 Millionen USD davon kommt, nach dem sie zugegeben haben, dass sie über Jahre private Armeen in Kolumbien bezahlt und bewaffnet haben. Genau diese Privatarmeen, die auch Paras genannt werden und für die Mehrzahl der Morde an Gewerkschaftler verantwortlich sind.
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Gustavo Moncayo in Europa

nicole-und-gustavo.jpgAm letzten Freitag war es nun endlich so weit. Am Vormittag verliess Gustavo mit seiner Tochter Yuri ihre Heimat der letzten Wochen - das Zelt auf dem Plaza Bolivar. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge übergab er das Zelt mit einem großen Dank an Bogotas Bürgermeister Luis Garzon. Bei seiner Ankunft in Bogota am 01. August hatte Gustavo gesagt, er bliebe solange auf dem Plaza Bolivar, bis er eine humanitäre Lösung erreicht hätte. Letzte Woche brach er nun auf, um auch in Europa um Gehör und Unterstützung zu bitten.

Natürlich marchierten Gustavo und Yuri zu Fuss zum Flughafen, bevor sie ihren weiten Weg jetzt auch nach Europa fortsetzen.

Bereits einen Tag nach seiner Ankunft in Paris, sprach Gustavo auf dem “Fete l´Humanité” (ein Fest der kommunistischen Partei in Frankreich) zu den Medien. Er habe alles gelassen: sein Haus, seine Arbeit, seinen Sohn berichtete Gustavo Moncayo und machte deutlich, dass er sich für jede der Geiseln austauschen lassen würde.

Sein Feldzug geht weiter: gestern erreichte der “caminate por la paz” Brüssel. Vom Europäischen Parlament eingeladen, sprach der Vater des seit 10 Jahre Entführten Pablo Emilio nun auch vor hochrangogen Politikern.

Auf Grund seiner 2 Mio. gesammelten Unterschriften lud ihn die FICIB (Internationales Komitee Ingrid Betancourt) ein, 20 Städte in Frankreich und Belgien zu Fuss zu besuchen, um um Unterstützung zu bitten.

In den nächsten Wochen wird sein Terminkalender anscheinend genauso gefüllt sein, wie hier in Kolumbien. Eine Audienz beim Papst ist geplant und eventuell auch ein Besuch des Bundestages.

Die Unterschriften-Aktion hier im Kolumbien-Blog war sehr erfolgreich - wir bekamen 26 Komentare in den unterschiedlichsten Sprachen. Viele Dank dafür!
Wir haben diese Kommentare an Gustavo weitergeleitet - so wird er auch in Europa zeigen können, wie viele Menchen hinter seiner Idee stehen.

In unserem Interview vor 2 Monaten sagte uns Gustavo, dass es sich vorstellen könnte, Europa um Hilfe für die Reintegration von Ex-Guerilleros und ehemaligen Gefangenen zu bitten. Ich bin sehr gespannt, was er bei seinem Besuch erreichen wird und wie er die Europäer mit seiner Geschichte zum Nachdenken über Kolumbien, seine Politik und Geschichte bringen kann.

Was meint Ihr? Habt Ihr bereits Berichte gelesen oder etwas über Gustavo in den Nachrichten gehört?

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Fernando Boteros Dicke in Berlin

100_2433.JPGAb dem 25. September stellt der beliebte kolumbianische Künstler Fernando Botero seine “Dicken” im Berliner Lustgarten aus.

Nach New York, Paris und Madrid sollen jetzt auch in Deutschland die Werke des wohl wichtigsten Repräsentanten zeitgenössischer Kunst aus Lateinamerika zu bestaunen sein.

Die Krönung, ein 15 Tonnen schweres rundliches Pferd, dass vor dem Brandenburger Tor stehen soll, sorgt schon jetzt für Aufregung im Bundestag, da einem Künstler einer der spektakulärsten Straßenräume - ohne erkennbare Kriterien - zur Verfügung gestellt wird.

Das eigens für diesen Platz kreierte Pferd stellt tür Botero die Bewegung und den Aufbruch dar und ist deshalb an diesem geschichtsträchtigen Ort perfekt platziert. Hinter seine Skulpturen steckt dennoch keine politische oder soziale Aussage. Die Betrachter sollen sich einfach nur an der Schönheit und der Harmonie der Formen erfreuen.

Fernando Botero hofft, dass auch nach der 2-monatigen Ausstellung einige seiner Werke in Berlin bleiben.

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Kolumbien - die vielen Seiten der Leidenschaft

„Colombia es pasión – Kolumbien ist Leidenschaft“. Leidenschaft ist ein Wort mit vielen Gesichtern. Und Geschichten. Ebenso wie es Kolumbien und seine Menschen sind. Leidenschaft umfasst einen weiten Bogen an Gefühlen, von glücklichen bis zu tieftraurigen. Ebenso wie viele Geschichten aus Kolumbien und über seine Menschen. Sie gehen immer unter die Haut.

Wir wollen diesem Spannungsfeld der Leidenschaft nachgehen und zu erklären versuchen, warum die Menschen in Kolumbien so herzlich sind und gleichzeitig dieses Land zu den gewalttätigsten auf Erden gehört.

Liegt es an der kolumbianischen Geschichte, an der Politik, an dem Schicksal der Minderheiten, an den weiten Entfernungen in diesem Lande, an der üpigen und manchmal grausamen Natur, etc…? Kurzum wie Leben und erleben die Menschen in Kolumbien.

Wir wollen Ihre Geschichten erzählen.

Wir wollen aber auch die Geschichten von Kolumbianern erzählen, die an dieses Land und seine Menschen glauben und die mit Leidenschaft und Courage ihre eigene Zukunft und die weiterer Menschen auf die Beine stellen, von Vierteln oder Dörfern, die ihre eigenen Wege aus dem Kreislauf der Gewalt und Armut finden,

Wenn Ihr Kolumbianer mit einer außergewöhnlichen Biografie kennt, Menschen die Zeugen bedeutender Ereignisse waren oder deren Arbeit sich mit Schicksalen von Vertriebenen, Benachteiligten, Hilfeleistungen oder den kreativen Umgang mit kolumbianischen Eigenarten befasst, danke ich Euch, wenn Ihr mir Ihre Kontakdaten zusendet. Ebenso wenn Ihr uns Eure eigene Geschichte erzählen wollt.

Bitte schreibt an:
macenly@hotmail.com

oder wählt:
Telefon: +57 1 253 06 38

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