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Gefangenenaustausch – der neue Plan

Luis Eladio PérezIn verschiedenen kolumbianischen und internationalen Quellen ist von einem neuen konkreten Plan zu lesen, durch den die 39 verbleibenden “politischen Geiseln” freigetauscht werden sollen. Das ganze beruht auf die Initiative von Luis Eladio Pérez. Der kolumbianische Politiker war selbst einer dieser politischen Geiseln und ist erst im Februar frei gekommen. Seither setzt er sich unentweg für die “humanitäre Lösung” ein und hat dazu Gespräche mit Uribe, Sarkozy, Chavez und anderen geführt.

Der Plan ist sehr konkret, Pérez ist optimistisch, dass Uribe, Sarkozy und auch die FARC mit den Eckpunkten einverstanden sind. Hier die konkreten Daten:

  • 500 inhaftierte FARC Guerilleros werden gegen 39 politische Geiseln getauscht, darunter Betancourt & die drei US Geiseln
  • der Gefangenenaustausch wird durch Frankreich durchgeführt, die inhaftierten Guerilleros würden also in die Obhut Frankreichs kommen, die dann den Gefangenenaustausch durchführen würden
  • der Austausch erfolgt außerhalb von Kolumbien, vorstellbar ist Martinique oder franz. Guayana, das bedeutet, dass eine entmilitarisierte Zone nicht nötig ist
  • die europäische Union nimmt die FARC von der Liste der terroristischen Gruppen
  • Simon Trinidad wird aus der US Haft entlassen
  • die FARC Guerilleros bekommen teilweise politisches Asyl in Frankreich

Was haltet ihr von diesem Plan? Ist er für alle Seiten akzeptabel? Ist er für alle Seiten gerecht? Wahren alle Seiten ihr Gesicht?

Reaktionen auf die Freilassungen

Einen Tag nach den umfangreichen Freilassungen haben sich die verschiedenen Parteien zu Wort gemeldet:

Der freigelassene Rodrigo Granda verkündet nach seiner Freilassung, dass er der erste Kolumbianer gewesen sei, der vom kolumbianischen Staat entführt worden sei. Zu möglichen Vereinbarungen zwischen Regierung und der FARC äußerte er sich kritisch: “Ohne eine entmilitarisierte Zone, würde es keine Freilassungen vonseiten der FARC geben”. Nichts Neues, diese Forderung stellt die FARC seit jeher. (Quelle: El Tiempo)

Vor vielen Gefängnissen des Landes protestierten die Angehörigen der Häftlinge. Sie fordern für ihre Angehörigen dieselben Bedingungen, die auch die FARC Häftlinge erhalten haben, also eine frühzeitige Freilassung.

Die FARC sieht offenbar keinen Grund ihre Entführungen zu stoppen, vorgestern entführten sie drei neue Geiseln. Daraufhin gab es in der Ortschaft Florida heute große Demonstrationen. (Quelle: adnmundo.com)

Währenddessen verkündet Sarkozy während des G8 Treffens in Hamburg, dass er nicht daran glaubt, dass die FARC Ingrid Betancourt in näherer Zukunft freilässt. Die anderen G8 Nationen macht er auf die Problematik aufmerksam. (Quelle: semana.com)

Der Führer der Oppositionspartei führt in einem Radio-Interview auf, dass dies die Freilassungen kein guter Schritt gewesen sei um einen Gefangenenaustausch zu erreichen.

Die Familie von Ingrid Betancourt reagierte positiv auf die Freilassungen. Sie erwarten zwar kurzfristig keine Ergebnisse erhoffen sich aber durch die Freilassungen, dass ein neuer Prozess gestartet wird, der ein positives Ende haben könnte. Kurzfristig wiederholen sie ihre Bitte zumindest die kranken Häftlinge sowie Clara Rojas und ihren Sohn Emanuel freizulassen.

Vom Präsidenten gibt es heute keine neuen Stellungnahmen.

Was meint ihr? War die Freilassung ein guter Zug?

FARC Häftling Rodrigo Granda ist frei

Der “Außenminister der FARC”, wie Rodrigo Granda oft bezeichnet wird ist heute auf freien Fuß gesetzt worden. Damit gehen die Spekulationen um die Freilassung von Ingrid Betancourt in die nächste Runde. Er ist der ranghöchste Guerillero in Haft. In einem Radio-Interview vor wenigen Tagen hatte Astrid Betancourt noch gemutmasst, dass Granda zu einen der Schlüsselfiguren in den Verhandlungen mit der FARC werden könnte.

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