Tag-Archiv für 'Geisel' Page 2 of 2



Treffen Chavez – Uribe: was ist mit der Geiselfrage?

Freilassung der GeiselnHeute treffen sich die Präsidenten Venezuelas und Kolumbiens im kolumbianischen Punta Ballenas. Offizieller Anlass ist die Eröffnung einer neuen Gasleitung zwischen beiden Staaten. Doch es haben sich einige dringende Themen angesammelt, die sicher ihre Schatten auf dieses Treffen werfen: - Treffen Chavez – FARC - StraßenNutzungsgebühren im GrenzeGebiet auf kolumbianischer Seite - Grenzefragen - Venezuelas Rückkehr in die CAN (Gemeinschaft der Anden-Staaten)

Ob die beiden Präsidenten Zeit für ein Gespräch unter vier Augen finden werden, ist nicht bekannt. Schließlich nimmt auch Ecuadors Präsident Correa an den Eröffnungfeierlichkeiten teil. Die Öffentlichkeit erwartet jedoch, dass zumindest das für den vergangenen achten Oktober geplante und wieder verschobene Treffen zwischen Chavez und der Guerilla FARC besprochen wird. Continue reading ‘Treffen Chavez – Uribe: was ist mit der Geiselfrage?’

Hugo Chavez auf schwerer Friedensmission

Hugo Chavez, Präsident VenezuelasEs begann sich vor drei Wochen abzuzeichnen, jetzt versucht Venezuelas Präsident Hugo Chavez die schier unnahbaren Positionen der kolumbianischen Regierung und der Guerillas FARC und ELN zusammen zu bringen. Dazu hat er den Auftrag und Segen des kolumbianischen Präsidenten Uribe, der ihm gestern in Bogota wichtige “Instrumente” mitgab. Chavez bemüht sich nun um einen Durchbruch auf zwei voneinander unabhängigen Fronten:

a. Freilassung der FARC-Geiseln (u.a. Ingrid Betancourt) b. Friedensgespräche zwischen kolumbianischer Regierung und der Guerilla ELN Continue reading ‘Hugo Chavez auf schwerer Friedensmission’

Unterstützer für Gustavos Europa-Reise gesucht

Wie Miguel in seinem Artikel berichtete, ist der „Fall“ Moncayo nicht mehr nur eine nationale Angelegenheit. Der „caminante por la paz“ bittet auch um die Hilfe der USA und der Europäischen Union.

Um den Druck auf die Regierung und die Farc zu erhöhen, eine friedliche Lösung des Konfliktes zu finden, möchte Gustavo seine Geschichte auch nach Europa bringen. Der Forrest Gump Kolumbiens hat daher geplant von Brüssel nach Paris zu laufen – und auch nach Deutschland würde er gerne reisen.

Wir unterstützen ihn organisatorisch und finanziell bei seinem Vorhaben und würden uns freuen, wenn er einen Teil seines Weges auch in Deutschland geht und dort Unterstützung erfährt.

Wer von Euch ist auch dabei??? Mit Eurer Unterstützung können wir es schaffen, Gustavo den Weg nach Deutschland zu öffnen.

Für mich ist es unglaublich, was dieser Lehrer aus dem kleinen Dorf Sandoná in Kolumbien bewegt und wie er plötzlich zu einer international wichtigen Figur wird.

Deshalb wäre es toll, wenn NGO´s, Privatunternehmen oder –personen, uns kontaktieren. Zusammen könnten wir Gustavo Moncayo und seine Familie nach Deutschland einladen oder ihm eine Spende für eine Reise zukommen lassen, damit er sich auch bei uns mit Politikern austauschen und um Unterstützung bitten kann.

Ihr könnt Euch über das Kommentarfeld bei uns melden – wir kontaktieren Euch dann per E-Mail.

Weitere Infos: - Wer ist Gustavo Moncayo? - Unterschriftenliste für Gustavo Moncayo

Was schreibt die deutschsprachige Presse? http://derstandard.at/?url=/?id=2989249 www.taz.de/index.php?id=digi-artikel&ressort=sw&dig=2007/08/03/a0037 www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/kolumbien_geiseldrama_uribe_1.536119.html

Gustavo Moncayo – der kolumbianische Forest Gump

Gustavo Moncayo in english | en español | en français

Als ich das erste Mal in der Zeitung von Gustavo Moncayo lese, muss ich an den Film Forest Gump denken. Eine bewegende Geschichte über einen Mann der läuft und läuft und läuft. Am 17.06. verließ Gustavo seinen Heimatort Sandoná in Nariño (departamento im Südwesten Kolumbiens) mit dem 1000 Kilometer weit entfernten Ziel Bogotá und erreichte es nach 46 Tagen.

Sein Beweggrund für diese abenteuerliche Reise zu Fuß ist sein Sohn, der seit 10 Jahren von der Farc gefangen gehalten wird. Im Dezember 1997 wird eine Kommunikationsstation des Militärs in Nariño von der Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia attakiert. 10 Soladaten sterben, 4 werden verletzt und 18 junge Männer entführt. Darunter auch Pablo Moncayo. 2001 werden 16 Geiseln dieser Gruppe auf Grund eines Abkommens zwischen dem Staat und der Farc im Austausch für 14 inhaftierte kranke Guerilleros freigelassen. Pablo ist nicht dabei. Er ist somit einer der am längsten gefangen gehaltenen Geiseln der Farc.

“Wir sind müde von so viel Betrug – es sind jetzt fast 10 Jahre vergangen, um die Freiheit der Entführten wieder zu gewinnen.“ sagt Pablos Vater.

Seinen Weg trat er alleine mit seiner jüngsten Tochter Yuri an, doch schon nach wenigen Tagen schlossen sich ihnen immer mehr Menschen an: Ehemalige Geiseln, Familienangehörige von Entführten und Menschen, die Gustavo ihre Solidarität zeigen wollten, begleiteten ihn. Ganze Dörfer gingen auf die Strasse, als er ankam, viele Menschen gaben ihm zu Essen und einen Schlafplatz – andere wollten nur ein Foto mit Gustavo zusammen machen. Der „caminante de la paz“ – Friedensläufer – ist zum Symbol für eine humanitäre Lösung des Konfliktes und einem Hoffnungsträger für viele Kolumbianer geworden. Sein Ziel ist es die Aufmerksamkeit der Regierung und die Farc auf die Notwendigkeit eines Gefangenenaustausches zu richten. Er fordert die Freilassung der Geiseln mittels einer humanitären also friedlichen, verhandelten Lösung.

Weitere Infos: - Unterschriftenliste für Gustavo Moncayo? - Unterstützer für Moncayos Europa-Reise gesucht

Was schreibt die deutschsprachige Presse? http://derstandard.at/?url=/?id=2989249 www.taz.de/index.php?id=digi-artikel&ressort=sw&dig=2007/08/03/a0037 www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/kolumbien_geiseldrama_uribe_1.536119.html

Unterschriften Aktion für eine humanitäre (nicht militärische) Befreiung der Geiseln

in english | en français | en español

Am 17.06. diesen Jahres verließ Gustavo Moncayo sein Haus in Nariño, um sich auf einen langen Weg zu begeben. Zunächst schenkte ihm und seiner Tochter niemand Beachtung, aber nach nur wenigen Tagen beginnt die Aufmerksamkeit zu steigen – heute ist das Interesse an der Familie Moncayo und im speziellen an Gustavo so groß, wie an einem Popstar und seine Geschichte dringt nun auch bis nach Europa vor.

Gustavo Moncayo ist nicht nur zur Symbolfigur für eine humanitäre Lösung geworden – mit seinem Weg, den er vor fast 2 Monaten begann, hat er viel Verantwortung übernommen und ist zum Hoffnungsträger vieler Kolumbianer geworden. Ich bin der festen Überzeugung, dass dem „caminante por la paz“ viel zu verdanken ist: Die Geschehnisse der letzten Wochen und alles das, was sich jetzt tut. Das Land bewegt sich und läuft mit dem Friedensläufer …

… und so möchten auch wir einen Weg mit Gustavo gehen und ihn mittels einer „Unterschriften“-Aktion unterstützen. Wir bezwecken damit eine größere internationale Aufmerksamkeit auf seine Geschichte zu erhalten und die Erhöhung des Drucks auf Regierung und FARC ,eine friedliche, verhandelte Lösung zu erreichen. Die humanitäre Lösung steht im Gegensatz zu einer militärischen Befreiungsaktion, mit enormen Risiken für das Leben der Geiseln, da die FARC sie im Falle eine Angriffs erschießt, wie schon oft passiert.

Wenn Ihr zu diesem Artikel einen Kommentar unter der Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse schreibt, wird dieser als eine Unterschrift zur Unterstützung Moncayos, und damit zur Unterstützung einer humanitären Lösung, gezählt. Toll wäre es, wenn Ihr in Spanisch oder Englisch schreiben könntet – ist aber kein Muss.

Die Liste wird Gustavo Moncayo persönlich von uns bekommen und er wird sie mit seinen bisher über 2 Mio. gesammelten Unterschriften dem Präsidenten überreichen. Der FARC kann er sie leider noch nicht zustellen, aber die Medien werden ihnen die erreichte Zahl schon zukommen lassen.

Weitere Infos: - Wer ist Gustavo Moncayo? - Unterstützer für Moncayos Europa-Reise gesucht

Was schreibt die deutschsprachige Presse? http://derstandard.at/?url=/?id=2989249 www.taz.de/index.php?id=digi-artikel&ressort=sw&dig=2007/08/03/a0037 www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/kolumbien_geiseldrama_uribe_1.536119.html

Moncayo, sein Weg ist der Weg einer Nation

Begrüßungskomitee “Wanderer, der Weg wird beim Gehen gemacht”, die Strophe dieses beliebten Liedes könnte auch für Gustavo Moncayos Marsch gelten. Als vor knapp 10 Jahren die FARC seinen Sohn entführten begann der lange Leidensweg dieses einfachen Lehrers aus dem Südwesten Kolumbiens. Er wurde einer der Vielen in Kolumbien, denen ein lieber und naherstehender Mensch weg genommen wurde. Menschen, die von der Guerilla ohne Anklage, ohne Urteil, ohne Besuchsrecht und ohne zu wissen, wie lange sie gefangen gehalten werden in den Urwäldern “weg gesperrt” werden.

In den zehn Jahren seit der Entführung von Gustavos Sohn gab es Tage der Hoffnungen und Versprechen. Während der Zeit des Präsidenten Pastrana, der es sich zum Ziel gemacht machte, mit der FARC Frieden zu schließen, schienen Gustavo und die Kolumbianer endlich am Ziel ihres Weges um Frieden und Ende von Geiselnahme und Terror zu sein. Pastrana ging auf die Forderungen der Guerilla ein, zog das Militär aus den Gebieten, die die Guerilla benannte zurück. Es wurden einige Geiseln frei gelassen und auch Gustavo Moncayo schöpfte Hoffnung. Er durfte sich, wie auch andere Angehörige von Entführten, mit Raul Reyes und Tirofijo, den großen Köpfen der FARC treffen und um seinen Sohn bitten. Die Verhandlungen führten leider zu keinem Erfolg. Es wurden keine weiteren Geiseln frei gelassen. Die Entführungen gingen weiter, die Guerilla nutzte den Rückzug des Militärs und besetzte ihrerseits die Gebiete. Viele Kolumbianer wurden aus ihren Träumen gerissen. Der Weg ging weiter. Continue reading ‘Moncayo, sein Weg ist der Weg einer Nation’

Gustavo Moncayo – Achterbahn der Gefühle

Gustavo MoncayoGestern war es endlich soweit. Nachdem ich bereits 2 Mal über den „caminante de la paz“ geschrieben hatte, bekam ich gestern die Möglichkeit Gustavo Moncayo bei einem Interview persönlich kennenzulernen.

Schon als er das Zelt auf dem Plaza Bolivar (seine derzeitige Unterkunft) betritt, spüre ich die Ruhe und Wärme, die er ausstrahlt. Er kommt direkt auf mich zu und begrüßt mich sehr herzlich und mit einem Lächeln über das ganze Gesicht. Ein kleiner Mann, dessen Haar innerhalb von wenigen Monaten ergraut ist – von den vielen Sorgen, sagt er. Ein Mann, der seit Oktober letzten Jahres Ketten um den Hals und um die Arme trägt, um auf die Geiselnahme seines Sohnes Pablo aufmerksam zu machen. Ein Mann, der sich kreuzigen wollte und dessen Kinder ihn gerade noch davon abhalten konnten. Ein Mann, der einen langen Weg antrat und aus der Achterbahn der Gefühle wohl lange nicht herauskommen wird.

Gustavo erzählt vom Beginn seiner Reise, von dem Tag, an dem er entschloss nach Bogota zu gehen. An der Seite seiner jüngsten Tochter Yuri beginnt er seinen Protestlauf am Vatertag (17.06.). Fast schon poetisch beschreibt Gustavo die ersten Tage des Weges: „Wir waren sehr traurig und geschafft – es wehte ein kalter, aber auch erfrischender Wind.“ Trotz oder gerade wegen dieser Traurigkeit beschlossen die beiden die Natur und die Schönheit ihres Landes zu erleben und zu genießen. „Und so sogen wir alles in uns auf: Wie die Sonnenstrahlen die Wolken durchbrechen und sich der Weizen im Wind bewegt …“

Besonders haben ihn die Menschen fasziniert, die er auf seinem Weg getroffen hat. Menschen, die ihm zu Essen und einen Schlafplatz gaben, obwohl sie selbst kaum etwas hatten, Kinder, die unbedingt ein Foto mit ihm machen wollten, ganze Dörfer, die auf seine Ankunft warteten und ihn mit den Worten „Das Volk steht hinter Dir!“ empfingen, Menschen, die ihm Geschenke gaben und ihm Kraft wünschten für seinen langen Weg.

Welcher Weg denkt er ist der Schwierigere, frage ich Gustavo. Der phyische, der hinter ihm liegt, oder der, den er angetreten ist, als er Bogota erreichte. Seine Antwort ist deutlich: Der, der noch vor mir liegt!“ Continue reading ‘Gustavo Moncayo – Achterbahn der Gefühle’

“El caminante de la paz” in Bogota

Gustavo Moncayo am Plaza BolivarNach 46 Tagen und ca. 1000 gelaufenen Kilometern hat er es geschafft. Gestern Nachmittag um 16 Uhr traf Gustavo Moncayo in der Hauptstadt ein – und ich durfte dabei sein:

Schon beim Verlassen der Transmilenio-Station am Goldmuseum ahne ich, wie viele Menschen gekommen sind, um Gustavo Moncayo zu begrüßen. Der Friedensläufer (caminante de la paz) oder “Profe”, wie er hier liebevoll gerufen wird, machte sich am Vatertag auf den Weg, um durch seinen langen Marsch seinen Sohn zu befreien – und wahrscheinlich auch ein bisschen sich selbst. 10 Jahre lang (seit dem ist sein Sohn Pablo in den Händen der Farc) müssen sich die unterschiedlichsten Gefühle in Gustavo angestaut haben.

Langsam schiebe ich mich die 7. Straße hoch in Richtung Plaza Bolivar. An einer der Hauptverkehrsstraßen Bogotas stehen bereits hunderte Menschen mit Plakaten “Humanitäre Lösung – Jetzt!” und schwenken Friedensfahnen – die Verkäufer von Trillerpfeifen feiern Hochkonjunktur. Am Hauptplatz sind zahlreiche Kamarateams, die schon seit Stunden dort zu warten scheinen, eine Bühne ist aufgebaut, vor der Menschen mit Bildern von entführten Freunden und Verwandten stehen. Die Balkone des Parlaments sind voll. Schon jetzt bekomme ich Gänsehaut.

Bereits vor zwei Wochen trieben mir das Mitgefühl der Kolumbianer (und meines) mit den Familien der Geiseln und die Solidarität zu Gustavo Moncayo die Tränen in die Augen. Im ganzen Land gingen die Menschen auf die Straße, um ihre Meinung zu bekunden und den Friedensläufer zu unterstützen. Wie wird es nun sein, wenn der Profe gleich, nach so langer Zeit endlich sein Ziel erreicht?

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