Auf Einladung der kolumbianischen Regierung wird der Hohe Kommissar für Menschenrechte der UNO am kommenden 10. Dezember Kolumbien besuchen. Dies verkündete Uribe vor der Vollversammlung der UNO in New York.
Uribe befindet sich seit Anfang der Woche in den USA um u.a. für das Freihandelsabkommen zwischen den USA und Kolumbien zu werben. Insbesondere will er sich die Unterstützung der demokratischen Partei und ihres Kandidaten Barack Obama sichern. Dafür musste er sich gut vorbereiten und so kann er diesmal eine genaue Liste der Erfolge seiner Regierung und der Ziele, die Kolumbien bis 2015 erreichen möchte und zu denen er seine Amtszeit bis 2010 verpflichtet sieht. Zwar konnte Uribe Obama keine Zusage abringen, aber schon die Tatsache, dass der Kandidat der Demokraten ihn im laufenden Wahlkampf empfing und Uribe zusicherte, die Erfolge beim Schutz der Gewerkschafter einer Prüfung zu unterziehen, darf als möglicher Durchbruch um eine Änderung der Meinung bei den Demokraten gelten.
Getreu seinem Motto: Wir haben viel erreicht und brauchen uns nicht zu verstecken lud Uribe nun das Hohe Kommissariat für Menschenrechte der UNO ein um ganz speziell die Folgen der Politik “Seguridad Democrática – Demokratische Sicherheit” und die Umsetzung des Gesetz “Justicia y Paz – Gerechtigkeit und Frieden”, in Sachen Entwaffnung illegaler Kampfverbände, Reparation der Opfer und Aussöhnung der Gesellschaft, zu überprüfen.
Uribe nutzte seine Rede vor der UNO um wissen zu lassen, dass seine Regierung in Sachen Sicherheit erreicht hat:
- Verminderung der Straftaten im laufenden Jahr um 30% im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres
- die Regierung 8.612 Menschen Personenschutz gibt, davon gehören 1.462 Gewerkschaften an
- seit 2002 199 Täter wegen Mordes an Gewerkschaften verurteilt worden sind, davon sitzen 134 im Gefängnis. In der Zeit von 1991 und 2001 waren es gerade 2 Verurteilungen. (Die meisten Morde von Gewerkschaftlern geschahen während der Blütezeit der Paras, in den 90er Jahren) Allein in den letzten drei Jahren wurden 85 Täter verurteilt und in´s Gefängnis gebracht.
Desweiteren habe seine Regierung:
- die Mangelernährungen von Kindern unter 5 Jahren bekämpft und stehe kurz vor der Erreichung des Etappen Zieles von unter 3%. Das folgende Ziel sei 0.
- Erziehung: Bis 2010 soll 100% der Kinder eine Grundschul-Bildung angeboten und erreichbar gemacht werden.
Das Ziel 10,6 Schuljahre in der Bevölkerunggruppe zwischen 15 und 24 Jahren ist greifbar, z.Z liegt der Schnitt bei 9 Jahren.
- Die Sterblichkeitsrate bei Kinder bis 5 Jahren ist von 37 auf 20 pro 1000 Geburten gesenkt worden. Das Ziel bis 2010 ist 17.
- Bei Kindern unter einem Jahr ist die Sterblichkeitsrate von 31 auf 15,6 gesenkt worden. Das Ziel ist 14.
- Von dem bis 2015 festgelegten Ziel der Impfungen sind schon 95% erreicht worden. Problematisch sei noch der große Unterschied in den verschiedenen Regionen
Ebenso bekannte er sich zu folgenden Zielen:
- Massentransportsysteme in 9 Städten einführen und für 10 weiter Städte die Planungen dafür beendet zu haben
- 66.000 Familien in das Programm “Familia Guardabosques – Waldschützerfamilien” eingegliedert zu haben. Diese Familien erhalten Geld vom Staat damit sie Wälder von Cocapflanzungen frei halten.
- Aufforstung und Erhalt der Wälder voran zu treiben und diese der Aufsicht der UNO unterordnen
- Alternative Energien zu fördern, z.B. Windenergie und Bio-Treibstoffe
Ob diese Aufzählung bei einigen Menschen eine Meinungsänderung über den derzeitigen Weg Kolumbiens bewirken kann?

Ein sehr interessanter Artikel. Die meisten Daten kannte ich noch nicht. Werden die Daten den von unabhängigen Organisationen bestätigt, hat er dazu was gesagt oder weißt du etwas darüber?
Wen interessierts?
Kolumbien ist viel zu schön um sich mit irgendwelchen dämlichen Gesetzen zu befassen. Fick drauf
Sorry Miguel aber du bist ein begnadeterer Schreiber aber schreib mal was über das das Kolumbien so geil macht und nicht nur über die Probleme….
Das geilste an Kolumbien ist das man mit allen Leuten über alles sprechen kann. Paramilitär Guerilla und die ganze Kacke interessiert niemand… Kolumbien ist das 2 glückslichste Land der Welt…
Schreib mal was gutes und nicht immer die gleiche Scheisse über Menschenrechte und bla bla bla…
http://www.youtube.com/watch?v=MpxqncHtNqA
@André: Genau dazu hat Uribe die ONU eingeladen, diese Arbeit zu bestätigen.
Impfungen und Kinderernährung werden vom Roten Kreuz hier zu lande überwacht und zum Teil betrieben. Weder gestern noch heute hat das Rote Kreuz gegen diese Zahlen protestiert.
Die Zahlen in Sachen Sicherheit dürften neu sein und bedürfen einer Bestätigung, dazu hat Uribe eingeladen.
Prozesse und Zahlen der Verurteilten wegen Mord an Gewerkschaften sind von internationalen Institutionen nicht bestätigt. Die Schlagzeile “36 Gewerkschafter in Uribes Kolumbien ermordet” verkauft sich immer noch besser als die “85 Morde an Gewerkschafter geklärt”. Genau diese Zahlen soll die UNO überprüfen.
@Parcero: Du hast Recht in Kolumbien ist vieles geil. Auch der Weg, den das heutige Kolumbien geht macht mir Laune. Daher schreibe ich auch darüber. Du kannst auch gerne drüber schreiben, was Dir gefällt. Der Link ist schon mal ein Anfang
Hallo Miguel,
wieder ein sehr interessanter Artikel von Dir! Lese immer gerne Deine Artikel weil Sie mir immer wieder die Möglichekit geben kurze sehr reiche Informationen aufzunehmen.
Danke
Jonathan
@Parcero:
etwas mehr Verständnis und Toleranz von wären schon angebracht! Deine Meinung und deine Ansicht will Dir keiner nehmen, doch gestatte bitteschön anderen auch deren Meinung und Ansicht! Deine Beurteilung von Miguel`s Beiträgen ist doch vollkommen subjektiv und total unqualifiziert.
Der Link zu Salsa hingegen, auch wenn er mit dem Thema direkt nicht das geringste zu tun ist schon OK, denn ich denke, wer Salsa nicht mag, dem gefällt auch Kolumbien nicht!
Für mich jedenfalls ist der Beitrag von Miguel sehr interessant und informativ und ich hoffe nur, dass sich die Menschenrechtskommission der UNO bei dem Besuch in Kolumbien vorort das Land wirklich einmal genauer “unter die Lupe nehmen” wird. So ist es z.B. schlimm, dass in heutiger Zeit noch abertausende kolumbianische Kinder in Minen unter Tage arbeiten, … aber es ist gut und längst überfällig, dass nun endlich auch die kolumbianische Regierung diese Menschenrechtsverletzungen aufarbeiten will!
http://blog.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/archives/857-Kolumbien-bekaempft-Kinderarbeit-im-Bergbau.html
Ich bin nicht bereit, mich inhaltlich auseinanderzusetzen mit Beiträgen, welche sich auf dem Sprachniveau eines 14jährigen auf dem Schulhof bewegen.
Freunden und Bekannten in Deutschland, die mich um tiefgründigere Informationen zu Kolumbien bitten, empfehle ich häufig den kolumbien-blog.com Wäre schade, wenn die dann auf die Vulgärsprache von Halbstarken stoßen.
Hallo Miguel,
vielen Dank fuer den interessanten Artikel, die Zahlen koennen einen positiv stimmen. Was mich daran allerdings stoert, sind folgende Punkte:
- Was ist mit den 65 verurteilten Moerdern passiert, warum sitzen diese nicht mehr im Gefaengnis?
- Das die Regierung 1462 Gewerkschaftern Personenschutz gewaehren muss zeigt leider, dass Gewerkschafter in Kolumbien immer noch gefaehrlich leben.
- Wie kann man es miteinander in Einklang bringen zu sagen, dass man sich fuer den Erhalt der Waelder und Wiederaufforstung einsetzt, und auf der anderen Seite grossen Flaechen des Regenwaldes mit Pestiziden besprueht, weil dort evtl. Kokafelder vermutet werden bzw. vorhanden sind.
- Das der Staat Gesundheit und Bildung foerdert, sollte meiner Meinung nach selbstverstaendlich sein, da es sich hierbei um Menschenrechte handelt, die in einem demokratischen Staat fuer jeden gelten muessen. Aber natuerlich ist es sehr gut, wenn Kolumbien hier in den letzten Jahren entscheidende Fortschritte erzielt hat.
- Hoffentlich geht die Foerderung von Bio-Treibstoffen nicht auf Kosten der Regenwaelder, wie es leider in Brasilien, Indonesien und anderen Laendern bereits der Fall ist. Ich hoffe die Regierung Uribe opfert keine intakten Waelder fuer die Foerderung von Biodiesel.
Trotz aller positiven Veraenderungen der letzten Jahre bleib daher noch sehr viel zu tun, aber wie schon gesagt zeigen die Zahlen, dass sich vieles sehr positiv veraendert hat. Dies muss man der aktuellen Regierung hoch anrechnen.
@Parcero: Schoen, dass du deine Meinung hier preisgibst, aber verstehe, dass dich auf Grund deiner Wortwahl leider keiner so richtig ernstnehmen kann. Zustimmen kann ich Dir natuerlich in dem Punkt, dass Kolumbien ein wunderschoenes Land mit liebenswerten Einwohnern ist.
Es sind einige Mörder in Abwesenheit verurteilt worden. Daher entspricht die Zahl der Verurteilten nicht der Zahl der im Knast Sitzenden.
In Kolumbien gibt es noch viele Probleme. Es gibt noch viel zu tun, daher auch die Ziele bis 2015. 2015 wird dann hoffentlich wieder eine langjährige Marschroute gesetzt, mit weiteren Zielen, die die Probleme des Landes aufarbeiten.
Ich denke worum es Uribe ging, war es eine Bilanz zu zeigen, wie sie in der Weltöffentlichkeit nicht bekannt ist. Die meisten Morde an Gewerkschaften wurden in den 90er begangen. Teile der Weltöffentlichkeit machen die heutige Regierung gerne für diese Verbrechen verantwortlich, addieren Zahlen aus den 90er und der Zeit Uribes gerne unkommentiert zusammen, ebenso die Tatsache, dass vor der Uribe-Zeit und insbesondere vor den Aussagen der Paras unter “Justicia y Paz”, ein Mord an einem Gewerkschafter strafrechtlich nicht verfolgt wurde.
Das Gewerkschafter heute noch Personenschutz brauchen, ist ein Unding. Das sie aber Personenschutz bekommen, wiederlegt die Behauptung, Uribe und seine Regierung würde Gewerkschaftler in´s offene Messer laufen lassen. Das ist noch eine der freundlichen Unterstellungen, die auch die Demokraten in den USA vertreten. Uribe hat meiner Meinung nach mit diesen Zahlen die Gefahren für Gewerkschaftler nicht vertuschen wollen, sondern nur gesagt: Wir kennen das Problem und das ist das, was wir zu seiner Bekämpfung gemacht haben.
Gesundheit und Bildung waren bisher nicht selbstverständlich in Kolumbien. Es ist Uribes Recht, auf das unter seiner Regierung erreichte hinzuweisen. Weite Teile der Öffetlichkweit wissen sehr genau, wieviel Geld Uribe in die “Militarisierung” des Landes gesteckt hat. Wieviel Geld in Erziehung oder Bildung oder Alternativmethoden zur Bekämpfung von Kokafeldern (Familias Guardabosques) oder Wiedereingliederung von ehemaligen Paras und Guerilleros gegangen ist, wissen aber die wenigstens.
Vor ein paar Tagen habe ich per Zufall im Fernsehen ein Dokumentar über eine Schule für ehemalige Guerilleros und Paras gezeigt. Es waren knapp 400 Schüler in einem Gebäude bei MedellÃn. Eine der Lehrer und Hauptperson des Dokumentars ist ein Ex-Para, der jetzt Mathe und Physik für die ehemaligen Kämpfer unterrichtet. Er selber hat beide Beine bei Gefechten verloren und vor 4 Jahren den Irrsinn seines Tuns erkannt und sich unter Justicia y Paz demobilisiert. Seitdem arbeitet er als Lehrer für ehemalige Kämpfer. Sein Optimismus und seine mitreissende Energie haben beeindruckt, genauso wie die Lernbegeisterung seiner Schüler, ehemalige Söldner, und die Freundschaft und Solidarität unter den ehemaligen Feinden. Mich selber beschäfigt immer die Frage, was mit den ehemaligen Söldnern passiert, ob sie wieder einen Frieden finden können. Die gezeigten Bilder waren sehr befreiend und motivierend für mich. Ich hatte keine Ahnung, wie gerne diese ehemaligen Kämpfer sich bilden und vor allem welche Lebensfreude sie haben, wenn sie ohne Freund-Feind Schema miteinander sind. Es sollte viel mehr darüber berichtet werden und insofern gebe ich parecero Recht: wir sollten nicht immer nur das Schlechte sehen. Es gibt auch ermunternde Ansätze. Das wollte Uribe wohl die Welt und (vor allem ???) die Demokraten wissen lassen.
Gestern wurde “Mancuso”, einer der Para-Führer per Video-Konferenz aus den USA vom obersten kolumbianischen Gerichtshof vernommen. Er hat vieles gesagt, was hochrangige Militärs und Politiker belasten. Sicher, es beweißt, wenn alles stimmt, was er sagte, dass die Paras weite Teile der Gesellschaft und Institutionen unterwandert haben. Das ist negativ. Aber es zeigt auch, dass heute die kolumbianische Justiz in der Lage ist, hinter diese Machenschaften zu kommen. Es zeigt auch, dass die Auslieferung der redeunwilligen Paras in die USA um sie von dort mit härteren Strafen zur Mitarbeit mit der Justiz zu bewegen und per Video-Konferenz von kolumbianischen Richter und Opfern ihrer (der Paras) Untaten zu verhören, keine Mähr ist. Und das ist positiv
@ Miguel: Danke fuer die Klarstellung, damit konnten einige Fragen beantwortet werden. Viele Dinge entwickeln sich positiv im Land, das ist gut. Die aufgelisteten Beispiele verdeutlichen dies. Es lohnt sich immer, genau hinzuschauen.
Was seit Ihr eigentlich für Spiesser? Nur wenn jetzt jemand “Scheisse” schreibt meint Ihr ihr hättet es nicht nötig “auf die Vulgärsprache eines Kindergärtners einzugehen” bleibt doch in Deutschland mit Eurer Arroganz dort könnt Ihr genug rummotzen. Ich finde den Beitrag von Miguel soweit gut und sachlich. Ich finde es einfach schade dass hier Kolumbien immer nur mit negativen Sachen wie der ganzen Scheiss Guerilla bla bla bla dar gestellt wird. Das macht 5% aus 95% des Landes sind absolut positiv. Schreibt mal was über die Hinterteile der Frauen in Medellin oder über die Brüste der Calenas, das ist Super. Oder über die Clubs in Santa Fe. Verdammt, COLOMBIA. Aber COLOMBIA ist POSITIV und nicht NEGATIV. Trotzdem Danke Miguel
@Parcero: Ich weiss nicht, was an dem Artikel von Miguel oder den vorherigen negativ sein soll – ich finde, in den Artikeln wird Kolumbien keineswegs negativ dargestellt. Es wird versucht ein moeglichst vielfaeltiges und objektives Bild zu vermitteln – dass auch Artikel ueber Politik hier verfasst werden, gehoert meiner Meinung nach zu einem vernuenftigen Block dazu. Uebrigens, falls einem Blockschreiber einfallen sollte einen Artikel ueber die Clubs in Santa Fe (La Piscina, Gogo Dolls etc.) zu schreiben, wird der sicher sehr negativ werden – ausser man steht vielleicht auf Zwangsprostitution, Drogenhandel, organisierte Kriminalitaet etc.
Hallo Marcus
Siehst Du, das wäre mal eine Aufgabe für Dich die ich Dir durchaus zutraue. Schreibe einen Bericht über die Clubs in Santa Fe der postiv ausfällt. Zwangsprostitution, Drogenhandel und Kriminalität kannst du betrost weglassen, erwähne die positiven Sachen. Du kennst ja bereits alle Clubs, ich empfehle Dir noch “Atunes”.
@Parcero
was wollen wir mit weichgespülten werbe Bilder über Kolumbien?
Wir alle hier lieben Kolumbien und das ist auch der Grund warum wir uns damit auseinader setzen. Wenn Du die Zeit nutzen würdest, die Du aufbringst um Dich hier zu beschweren (ich bin mir nicht sicher ob Du das ernst meinst?) um mal ein paar andere Beiträge im Blog zu lesen würdest Du wohl merken, dass die wenigsten kritisch sind.
Aber keiner von uns will wohl behaupten, dass es in Kolumbien keine Probleme gibt. Würde man nur über die guten Seiten reden (und da fällt mir sogar noch mehr ein als Titten und Ärsche) dann würde man die Probleme ja föllig verschweigen und somit verhindern, dass diese diskutiert und vielleicht irgendwann gelöst werden.
Ich hoffe Kolumbien ist auf dem richtigen Weg und ruht sich nicht auf den soviel gelobten Vorzügen seiner weiblichen Einwohner aus, sondern versucht aus den Problemen und negativen Seiten positives zu machen.
Gruß jo
also, da ihr hier nicht mehr weiter schreibt und weiter oben der wunsch geäussert wurde, mal einen aktuellen positiven bericht zu verfassen, versuche ich dies hiermit:
“echtes” deutsches Oktoberfest in Medellin
(und mir blutet das Herz, dass ich nicht dabei sein kann)
hier also der Vorbericht dessen, was bereits seit Wochen geübt wird und dieses Wochenende in Mangos in Medellin abgeht.
ein Oktoberfest mit viel Bier und wunderschönen deutschen Trachten.
wie alles dazu kam…
als Jux habe ich diesen Sommer zur Feria de Flores echte Bayrische Lederhosen nach Kolumbien mitgebracht. meinen Freunden der Disco über den Brauch dessen berichtet und dass sogar die Spieler von Bayern münchen mit solchen Hosen umherlaufen.
zuerst waren meine besten Freunde skeptisch, dass alle Männer auch wirklich solche albernen Hosen tragen wollen. mit den Freundinnen (vor allem die Salsa Tänerinnen) habe ich web pages besucht und ihnen welche gemailt, wo sie mehr über diesen Brauchtum (vor allem bildlich sehen. deutsch lesen können sie ja nicht) nachblättern können.
damit es mir wirklich ernst ist, dass die Jungs solche “Berufskostüme” tragen, habe ich gleich mal einen rechten Betrag springen lassen. damit der Stoff dazu und ihre Schneiderinnen bezahlt werden können. auch habe ich mich dazu verbürgt, dass ich für Mehrkosten aufkäme sollte der geschenkte Betrag nicht reichen. dann habe ich lange nichts mehr von ihnen gehört (musste ja zurück in die Schweiz) doch dann sah ich die ersten Bilder im web. und ausgerechnet die Salsa Tänzerinnen trugen Bayrische Kostüme. (natürlich schön sexy und körperbetont… (mitlerweile weiss ich auch, dass verschiedene Models mit Bodypainting (Trachten auf den Körper gemalt) aufwarten werden. und die allerneusten Blder zeigen, dass sogar das Personal lederhosen trägt. die kellnerinnen lange blonde zöpfe haben werden und die tänzer mehrere kostüme haben werden.
was dann am kommenden wochenende abgeht, weiss ich natürlich nicht. ob sie Brezel, Lebkuchenherzen oder weisswürstel haben werden, bezweifel ich natürlich. zumindest die schönen lebkuchenherzen werde ich bei der rückkehr nach medellin bestimmt unter meinen geschenken haben.
aber was ich bisher an verschiedenen orten gesehen habe reicht mir jedenfalls aus um zu behaupten, dass der Besuch der disco mangos dieses wochenende bestimmt lohnenswert wäre. und auch den einen oder andern D bürger neidisch sinnen lässt, wenn er im nachhinein davon wind kriegt.
aus einer Schnapsidee von mir wurde in Kolumbien Bierischer ernst…
und aus anfänglicher skepsis durchgedrehter übermut und spass.
grüsse aus Zürich
Don-Pedrinio
@Don-Pedrinio:
wirklich nett und amüsant zu lesen und sicherlich auch lustig anzusehen …, doch bezweifle ich, dass dieser “Import bayrischer Bräuche und Trachten nach Kolumbien” für den normalen Kolumbianer weder von wirklichem Interesse noch von irgendeiner größeren Bedeutung sein wird. Ich denke mal, das ganze ist allenfalls als ein Gag für Scene und Schickeria zu bewerten, mehr nicht.
@Carlo, du hast natürlich vollkommen recht mit deiner Aussage. aber weisst du, ich habe mich schon so oft darüber generft, dass ich dinge, welche mich hätten interessieren können, erst im Nachhinein erfahren habe. so dass ich diese Zeilen verfasste mit der Annahme, es könnte ja jemandem einen Impuls geben, wo er seinen Sa abend verbringen kann…
nichts für ungut Carlo
und: Schickeria meinst du also. naja, ich kann aber auch nicht viel anfangen mit den Themen, welche im Forum breitgeklopft werden.
im wesentlichen:
wie kriege ich ohne Finanziellen Aufwand auf halbwegs legale Art ein Visum. am besten gleich noch ne Rente dazu…
Coole Geschichte Don Pedrinio. Und auch irgendwie typisch für Kolumbianer. Wenn Du sie mal für eine Idee gewinnst, machen sie sich einen Spaß draus, die umzusetzen
Traurig und abscheulich zugleich, das Verhalten von Regierung und Polizei in einem angeblich demokratischen Staat! Wie kann soetwas nur angehen, und das im 21. Jahrhundert:
http://www.n-tv.de/1038519.html
@Carlo: danke für den Link. Es ist wirklich traurig, was da passiert. Ich verfolge das jetzt seit Montag in der hießigen Presse und Fernsehen. Sobald ich ein detalliertes Bild der Situation und Hintergründe habe, schreibe ich darüber.