Der Kriegsdrohung folgt die diplomatische Schlacht

Die Botschafter der Organisation Amerikanischer Staaten -OAS- trafen sich heute Nachmittag zu einer Sondersitzung um über den Übergriff kolumbianischer Truppen auf ecuadorianisches Staatsgebiet zu befinden. Dabei geht es nicht um die Frage um Kolumbien Ecuadors Staatsgebiet verletzt hat oder nicht, da Kolumbien dies bestätigt und sich mehrere Male bei der Regierung Correas entschuldigt hat. Es geht vielmehr darum, ob Kolumbiens Übergriff unrechtmäßig aber verständlich oder unrechtmäßig und verwerflich war.

Kolumbien begründet seine Position damit, dass es die Aufgabe jeden Staates ist, terroristische Organisationen zu verfolgen und bekämpfen. In Berufung auf den Artikel 51 der Carta der Vereinten Nationen, beanspruchen die Kolumbianer das Recht auf eine gerechtfertigte Verteidigung. Zusammen mit den Beschlüssen 1368 und 1373 versuchen sie, die von der UNO an ihre Mitglieder delegierte Aufgabe den internationalen Terrorismus zu bekämpfen, als Rechtfertigung ihrer Verletzung der staatlichen Hoheit Ecuadors zu konstruieren.

Ecuador ist mit der Entschuldigung Uribes nicht zufrieden, da es der Meinung ist, dass Uribe es nicht ernst meint. Er hätte den Präsidenten Correa bei der ersten Meldung über den wahren Hergang belogen und auch die offizielle Entschuldigung durch den kolumbianischen Aussenminister sei nicht ernst gemeint gewesen. Nur eine halbe Stunde nach der Entschuldigung und ihrer vehementen Ablehnung durch Correa, habe der kolumbianische Staat begonnen, durch Dokumente, die angeblich aus Reyes Computer stammen sollen, eine Zusammenarbeit Correas mit der FARC nach weisen zu wollen.

Doch die OAS gibt der staatlichen Hoheit und der Unverletzbarkeit der Grenzen einen höheren Stellenwert. Daher darf die kolumbianische Demokratie es vor diesem Gremium sehr schwer haben und zieht es vor, sich vor der UNO verantworten zu müssen. Gerade die Beschlüsse 1368 und 1373 werden von Venezuela und den ihm nahe stehenden Staaten sehr kritisch gesehen, da sie von der UNO als Reaktion auf die Attentate des 11 September 2001 erlassen wurde. Sie dienten der USA als Legitimierung ihres Angriffs auf den Irak und rechtfertigte den Einmarsch der NATO in Afganistan.

Zur Stunde ist bekannt, dass außer Canada, den USA und den Bahamas alle andere Staaten den Übergriff Kolumbiens verurteilen. Die zur Zeit diskutierte Frage ist, ob der Übergriff verwerflich oder verständlich war. Brasilien, Argentinien, Bolivien, Venezuela, Nicaragua und die Dominikanische Republik verurteilen Kolumbien auf stärkste, die USA verteidigen es, Canada und die Bahamas behalten eine neutrale Position. Panama, Guatemala, Peru, El Salvador und Uruguay lehnen den Übergriff zwar ab, wollen aber prüfen, ob die mögliche Unterstützung der FARC durch Venezuela und Ecuador ein relativierender Faktor ist.

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93 Kommentare zu “Der Kriegsdrohung folgt die diplomatische Schlacht”


  1. 1 redblog

    “… die USA verteidigen es …” - wirklich sehr überraschend, es würde nicht verwundern, wenn sie selbst technische hilfe bei der bombardierung ecuadors geleistet hätten.

  2. 2 André

    Eine Zusammenfassung an Dokumenten, die laut kolumbianischer Regierung auf Reyes Computer gefunden wurden, wurden nun veröffentlicht. Hier kann man sie runterladen

  3. 3 Steffen

    Die Frage ist nur, wer soll das glauben? Selbst wenn es original wäre. Ist ja nicht so, dass die Dokumente bei einer Polizeirazzia sichergestellt wurden, sondern bei einer rechtswidrigen Militäraktion auf fremdem Staatsgebiet… dürfte die Glaubwürdigkeit bzw. die politische Verwertbarkeit im Hinblick auf die Entscheidung der OAS nicht gerade erhöhen.

  4. 4 redblog

    @steffen: stimmt, man fand halt genau das was man brauchte.

  5. 5 Miguel

    Die Sache mit den Computern und Dokumenten wird immer eine Ansichtssache sein. So ist unsere Welt, ein Glas kann halbleer oder halbvoll sein.

    Wichtiger als die Dokumente ist das ganze Umfeld. Ob Chavez nun Geld an die FARC spendet oder nicht: er hat vor laufenden Kameras gesagt, dass er sich mit dem politischen Kampf der FARC solidarisch erklärt. Er hält diesen für ein bolivarianisches Anliegen. Die FARC selbst sagt, dass ihr politisches Ziel es ist, den kolumbianischen Staat und seine zur Zeit geltende Verfassung abzuschaffen, dazu dient der bewaffnete Widerstand.

    Auch ohne die Dokumente des Computers, die FARC-Lager in Ecuador dokumentieren sollen: In zahlreichen Mitteilungen macht Kolumbien seit Jahren Ecuador darauf aufmerksam, dass die FARC sich in ihrem Staatsgebiet niederlässt. Diese Erkenntnisse wurden auch von ecuadorianischen Stellen bestätigt, die Zusammenarbeit beider Staaten führte u.a. zur Festnahme von Simon Trinidad in Quito. Correa selbts beschwerte sich unlängst darüber, dass Kolumbien zu wenig mache um seine Grenzen zu kontrollieren und Ecuador daher im Norden an die FARC grenzte.

    Daher, falls die Dokumente echt sein sollten, würden sie nur unterstützen was viele sehen oder was viele nicht sehen wollen. Das Glas ist nun einmal halb leer und halbvoll.

    Der Ausgang der Versammlung der Botschafter in der OAS scheint aber von der Beweiskraft der Dokumente beeinflusst zu sein.

  6. 6 Jens

    Sagt mal,

    warum dieses ganze Rumgerede? Kann man denn nicht einmal pragmatisch denken? Alle verfallen in das ewige Spielchen (ich nehme mich auch nicht aus) von: “wenn ich Scheiße baue, dann doch nur weil der andere vorher dieses oder jenes gegen mich unternommen hat”.

    Was ist sicher, bzw. was ist sicher keine Propaganda?

    1. Kolumbianisches Militär hat Raul Reyes auf ekuadorianischem Gebiet abgeknallt (auf welchem Weg auch immer) und hat hierzu die Grenze verletzt. Verwerflich? Keiner kann das mit letzter Sicherheit beantworten. Das wird durch Dritte geprüft werden müssen.

    2. Raúl Reyes befand sich in Ekuador und mit ihm eine ganze bewaffnete Einheit der Guerrilla. Weniger verwerflich? Wer hat es ihm und seinen Leuten gestattet, dort zu verweilen? Immerhin gilt die FARC noch als terroristische Vereinigung.

    3. Hugo Chávez ist DER Brandstifter. Seine Vorwürfe, dass Uribe einen Krieg in der Region anzetteln würde, sind Blödsinn. Vielmehr scheint er selber einen Konflikt zu suchen. Warum lässt er an seiner Grenze aufmarschieren? Kolumbien war doch gar nicht auf venezolanischem Gebiet.

    Es sind die Taten die hier beurteilt oder ggf. verurteilt werden können und müssen, also das was gesichert ist.
    Alles andere sind Nebelwände, sei es von der kolumbianischen Regierung, von den USA (deren Haltung ja auch nicht verwundern dürfte) oder von Hugo und seine Bolivarianern. Es gilt, sachlich zu bleiben. Für uns gilt das nicht weniger, als für diejenigen, die politische Entscheidungen treffen müssen.
    Leicht wird diese Geschichte für Kolumbien und für Uribe sicherlich nicht. Aber auch Correa und Chávez werden ihren Senf abkriegen.

  7. 7 Carlo

    @André:
    inhaltlich sehr interessante Dokumente!
    Doch … ohne Unterschriften und in der Form, könnten diese von JEDEM geschrieben sein.
    Eine “E-mail” von derartiger “Qualität” wird ja nicht einmal zur Kündigung eines Internet Vertrages akzeptiert … hoffentlich bewahrheiten sich meine bösen Ahnungen da nicht, was deren Echtheit anbetrifft.

    Passt oberflächlich betrachtet doch alles super, wie die Faust aufs Auge … anscheinend “wahre Glückspilze”! Doch die gesamte Aktion wurde viele Tage vorher geplant und vorhebereitet. Wahrscheinlich auch das Überlassen der verwundeten “kolumbianischen Untermenschen” medizinisch unversorgt ihrem Schicksal bzw.an ihre ekuadorianischen Samariter. Humanität im 21. Jahrhundert!
    Hoffentlich gibt es keine neue böses Überraschung bei der internationalen Kontrolle der Dokumente und ein anschliessendes böses Erwachen!

    @MIGUEL:
    Die Sache mit den Computern und Dokumenten darf niemals eine Ansichtssache sein und bleiben! Vielmehr MUSS die Computer-Geschichte SCHNELLSTMÖGLICH zur Rechtsfindung, wie auch die gesamte Militär-Schlag Angelegenheit in Ecuador, zum Wohl aller betroffenen VOLLSTÄNDIG und LÜCKENLOS von den INTERNATIONALEN Sachverständigen aufgeklärt werden! Das ist technisch durchaus möglich und kein Problem.

    Nicht erwähnt wurde, daß kolumbianische Flugzeuge, also nicht die FARC, wín der Vergangenheit des öfteren ekuadorianisches Gebiet mit giftigen Chemikalien besprühten, wodurch nicht nur das betreffende ekuadorianische Territorium verseucht wurde, sondern durch diese kolumbianischen Rücksichtslosigkeiten auch vielen Ekuadorianern gesundheitliche Schäden zugefügt wurden. Die Regierung Ekuadors hat stets entsprechend bei Kolumbien respektiert und mit Konsequenzen gedroht.

    Der Vergleich mit dem Glas hinkt total, denn international anerkannte Wahrheiten sind keine “Ansichtssache”, denn sonst würde ja “Macht hat Recht” ebenso gelten, wie “der Zweck heiligt die Mittel”.

    @Jens:
    Soweit ist alles nachvollziehbar! Gut refundierter Beitrag!

    dennoch möchte ich bei Pkt2. anmerken:
    Warum gestatten denn eigentlich die Kolumbianer denn den 17.000 FARC-Terroristen den Aufenthalt im eigenen Lande und der Oberbefehlshaber mit der “eisernen Hand”, Uribe erzielt größten militärischen Erfolg nach 6(!) jährigem Kampf augerechnet auf fremdem ekuadorianischem Territorium. Warum schont er die FARC im eigenen Land? Ist das nichtschon mehr als merkwürdig oder arbeiten die Herrschaften eventuell etwa INSGEHEIM zusammen? Anhand der militärischen Vorgehensweise der kolumbianischen Armee zumindest denkbar…in jedem Fall aber mehr als verwunderlich!

  8. 8 Steffen

    @ Jens:

    zu 1.) Den Begriff “verwerflich” finde ich ein bisschen schwammig. Du meinst wahrscheinlich die moralische Ebene. Nun, dies muss letzten Endes jeder für sich beantworten. Leute, die voll hinter Uribe stehen und eine militärische Lösung des Konflikts für möglich halten (international z.B. die USA, national ein großer Teil der kolumbianischen Bevölkerung) können mit Aktion wahrscheinlich gut leben oder befürworten sie. Leute, die in erster Linie an einer fiedlichen Lösung des Konflikts interessiert sind, werden die Aktion und ihre Umstände eher kritisch sehen.

    Man darf nicht verkennen, dass auf der internationalen Ebene ein Großteil der südamerikanischen Staaten die Aktion scharf kritisiert. Mal sehen, was die OAS dazu sagt. Innenpolitisch macht die Aktion für Uribe dagegen Sinn, denn sie war ein militärischer Erfolg und somit ein Beleg für die Wirksamkeit der von ihm proklamierte Strategie zur Beendigung des Konflikts.

    zu 2.) Wer sagt denn, dass Ekuador der FARC den Aufenthalt ausdrücklich gestattet hat? Die Compouterdaten?

    zu 3.) Naja, Hugo Chavez DER Brandstifter? Sicher, er ist ein gnadenloser Populist. Aber Kolumbien hat gerade mit einer militärischen Aktion die Souveränität Ekuadors verletzt. Was wäre umgekehrt die Reaktion, wenn venezuelanische Truppen, mit russischem Spezialgerät ausgestattet, im kolumbianischen Dschungel einen venezolanischen Gangster kalt machen, 18 andere Leute töten, dann die Leiche des Obergangsters im Fernsehen vorführen und belastende Computerdaten vom Getöteten präsentieren?

    Ich nehme die Situation durchaus ernst. Akut besteht natürlich keine Kriegsgefahr. Aber es war ein erster Zwischenfall mit sehr deutlichen internationalen Reaktionen. Man könnte sagen: beim nächsten mal könnte es auch gut schon knallen. Und wenn man sich vor Augen hält, wie schnell so ein Helicopter oder sonst was vom Himmel fällt, kann das im Zweifelsfall auch ganz schnell gehen. Und dann sind auch ganz schnell die Amis mit drin, egal wer bei denen dann im blütenweissen Haus sitzt.

  9. 9 Miguel

    @Carlo:

    Würdest Du akzeptieren, wenn internationale, neutrale Stellen feststellen würden, dass der Computer wirklich Rojas gehörte und die Dokumente echt sind?

    Wenn ja, OK. Dann stehst Du zu dem was Du geschrieben hast.

    Wenn Du aber anfangen würdest zu hinterfragen, ob sich in diesem Gremium nicht die USA und ihr Imperium durchgesetzt haben, dann ist das genau das was ich schreibe: Der Mensch sieht, was er sehen will. Wie um Gottes Willen soll sich bezeugen lassen, dass ein Dokument, das aus Reyes PC stammt auch von diesem geschrieben wurde. Er kann eine Sekretärin gehabt haben oder der Koch hat da mal drauf rum getippt.

    Zu Deiner Beruhigung: die kolumbianischen Stellen werden diese Computer an internationale Stellen gehen. Sicherlich werden einige Menschen sagen: Zu spät, da ist schon manipuliert worden. Da freue ich mich drauf, Dich zu zitieren und antworten: Das ist technisch möglich und kein Problem nachzuweisen, dass Manipulation statt fand.

    Einige der Dokumente sind schon internationalen Stellen zur Ansicht gegeben worden. Gestern den Botschaftern der OAS. Was sie gesehen haben gereicht um Kolumbien nicht wegen einer verwerflichen Aggression anzuklagen. Die Beweis- und Argumentationslage liegt so, dass sogar Ecuador den Vorwurf der Verwerflichkeit zurücknahm. Die Beweis- und Argumentationslage liegt so, dass Meister Chavez heute nur klein laut mitteilte, dass er Sarkozy seinen unumstößliche Friedenswillen versicherte.

    Wenn Du zu dem stehst was Du sagst, wirst Du wohl sagen müssen, dass internationale Stellen, nämlich die OAS, die Dokumente und den ganzen Sachverhalt für so Beweiskräftig ansehen, dass sie die von niemanden bestrittene Grenzverletzung Ecuadors durch das kolumbianische Heer als verständlich ansehen.

    Es wird jetzt bestimmt viele geben, die die OAS als Kettenhund der USA bezeichnen wollen. Aber Ecuador hat nicht einmal Protest gegen den Beschluss der OAS eingelegt und uns Hugo bellt nicht gegen die Gringos los.

    Ansonsten halte ich es wie Jens, die Fakten:

    - Kolumbien verletzte die Hoheit der ecuadorianischen Grenzen
    - der Angriff galt der FARC, nicht Ecuador
    - Grobe Grenzverletzung aber kein Krieg gegen einen Nachbarstaat
    - Ecuador wurde oft seitens der Kolumbianer über die Camps der FARC auf ihrem Gebiet aufmerksam gemacht
    - Es ist Correas legitimes Recht, die Leute in sein Land zu lassen, die er will
    - Es ist Correas legitimes Recht mit Leuten Verhandlungen zu führen ohne einem anderen Staat Rechenschaft dafür zu schulden
    - Es ist eine große Dummheit Correas, Kolumbien nicht zu informieren, dass er mit Reyes über die Freilassung kolumbianischer Geiseln verhandelt, weil er weiß, dass die Kolumbianer hinter Reyes her sind.
    - Ecuador zieht seine Anklage wegen Verwerflichkeit zurück
    - Die OAS erklärt die Unverletzbarkeit der Grenzen

    Was soll jetzt die Interpretation der Dokumente und sie ihn frage stellen wollen? Wer das Glas halb leer sieht, wird sagen dass die Dokumente eindeutig belegen, dass … . Wer es halb voll sieht wird sagen, dass die Dokumente eindeutig das Gegenteil zeigen

  10. 10 Martin

    Also wenn ich mir so die ganzen komentare anhoere, dann stellen sich mir alle Haare. Ich bin ein Deutscher der seit 12 Jahren in Kolumbien lebt und schon einiges mitbekommen hat. Uribe hatte vollkommen recht die Terroristen in Ecuador abzuknallen. Diese schicken auch keine Einladungen wenn sie Bomben legen und Leute ruecksichtslos abknallen. Was Carlo schreibt ueber die 17.000 Guerilleros die in Kolumbien sind zeigt ganz klar, dass er keine At von der Topografie und der Beschaffung des Gelaendes und des Klimas, aber grosse Reden schwingen was zu tun ist.
    Die Gewalt in Kolumbien ist ganz einfach zu loesen, indem in Europa und den USA kein kokain mehr konsumiert wird. Dann gehen allen gewaltbereiten Gruppen sehr schnell das Geld aus und es gibt ruhe.

  11. 11 Svenn

    carlo, warte doch erst einmal ab was die internationalen kontrollgremien feststellen, wenn die sagen das die daten auf den computern getürkt sind kannst du doch immernoch auf Uribe eindreschen.

    ich erinnere mich noch ganz genau an den silvestertag als wir alle in kolumbien total überrascht waren als in bogota der kleine junge wie “aus dem hut gezaubert” auftauchte. auch hier wurde Uribe von vielen unterstellt er spiele quasi mit gezinkten karten. auch hier riefen zuerst die chavez-jünger das ganze stinke doch zum himmel… - als einige tage später sogar die farc anerkannte das es sich dabei tatsächlich um clara rojas sohn handelte waren auf einmal alle still.

    nun bei den computern geht das ganze spiel wieder los…

  12. 12 Carlo

    @MIGUEL:
    Eindeutig ja! Natürlich würde ich ein internationales Untersuchungsergebnis akzeptieren.
    Die Bewertung des Inhaltes eines Wasserglases, so wie geschehen, bringt doch überhaupt nichts am Resultat, denn das Ergebnis ist doch stets gleich, halt nur mit anderen Worten ausgedrückt. Aber ein falsches Dokument wird immer gefälschtes Dokument bleiben. Es ist besser abzuwarten, als ins Wasserglas zu schauen und zu sinnieren.

    @MARTIN:
    Nee, da liegste völlig falsch, war erst vor 2 Monaten bei Tulcan über die Grenze, ist also nicht allzuweit vom Ort des Massakers entfernt. Den Genzverlauf bestimmt der Rio Putumayo. Es ist dort ein sehr unwegsames Gelände.
    Laß bitte künftig persönliche Verunglimpfungen und Unterstellungen,und vertrete besser eine fundammetierte Meinung, so wie es die meisten in diesem BLOG tun!
    Übrigens Gewalt in Kolumbien ist nicht neu(mehr als 200 Jahre alt) und die hat es längst vor dem internationalen Drogenkonsum gegeben!

    Eigentlich irgendwie merkwürdig, die Internetseite der senadora Piedad Cordoba

    http://www.piedadcordoba.net/ipw-web/portal/cms/modules.php?name=News&file=article&sid=2507&mode=thread&order=0&thold=0

    läßt sich seit letztem samstag von kolumbien aus

  13. 13 Carlo

    …nicht mehr aufrufen!

  14. 14 Jens

    Hallo Steffen,

    ja, in Punkt 1 habe ich mich etwas schwammig ausgedrückt. Gemeint habe ich die Frage, ob dieses Vorgehen in irgendeiner Art und Weise rechtens war. Sicher geht es um einen moralischen Standpunkt, aber gemeint hatte ich auch die rein rechtliche Ebene.
    Zum 2. Punkt muss ich in Erinnerung rufen, dass das Problem der FARC auf ekuadorianischem Gebiet schon seit JAHREN ein Thema ist. Bisher konnte aber niemand sagen, ob die Guerrilla heimlich dort ist, oder geduldet wird. Ich glaube aber keiner ekuadorischen Regierung die behauptet, so etwas würde nicht vorkommen. Sie haben es ja selbst schon als Problem erkannt, aber nicht wirklich etwas unternommen. Ich will mich auch gar nicht auf die Computerdateien als Beweis stützen (vielleicht sind es ja tatsächlich Fälschungen).
    Zum 3. Punkt habe ich eine ganz klare Meinung: Kolumbien hat KEINEN Angriff auf Venezuela unternommen. Wie kann Chávez dann in dieser Situation eine Mobilmachung rechtfertigen?
    Deiner Frage “was wäre “…. antworte ich, dann müsste Brasilien an der südlichen Grenze Venezuelas aufmarschieren (???) Ist doch nicht logisch, oder? Also, warum lässt Chávez aufmarschieren, wenn der Konflikt zwischen Kolumbien und Ekuador besteht? Worum geht es hier wirklich? Einen Punkt hast Du zumindest erwähnt: Chávez ist ein Populist und in diese Richtung zielt wahrscheinlich auch diese Aktion.

  15. 15 Ilona

    Hallo zusammen,

    die Seite läßt sich auch von Deutschland aus nicht mehr aufrufen. Kann ich mich überhaupt einfach so ungefragt einklinken?

    Ich mache mir Sorgen um meine Tochter. Sie ist in Ipiales
    und will nach Ecuador einreisen. Könnt Ihr mir etwas sagen, wie’s da gerade ausschaut?

  16. 16 Jens

    Hallo Carlo,

    ich denke, dass in der Aktion die Gunst der Stunde (el papayazo) eine wesentliche Rolle gespielt hat. Ich glaube kaum, dass Uribe die FARC auf kolumbianischen Territorium verschont hätte, mit dieser Äußerung dürftest Du ziemlich alleine stehen. Vielmehr wird ja der Regierung die Gnadenlosigketi gegen Guerrilla, gegen deren politisch Gleichgesinnten und gegen alle die nach links riechen, vorgeworfen.
    In diesem Zusammenhang @ Martin: Estás mft (meando fuera del tiesto). Es spricht ja nicht gerade für Dich, wenn Du schon 12 Jahre in Kolumbien zu leben angibst und immer noch nicht verstehst, dass das Problem der politischen Gewalt in Kolumbien eben nicht so oberflächlich betrachtet werden kann.
    Die Drogen sind EIN wichtiger Aspekt, ABER selbst wenn es keinen Drogenhandel gäbe, würde sich noch längst nicht die Haltung privilegierter Bevölkerungsschichten gegenüber den weniger Privilegierten ändern. Die soziale “Verachtung” die sich in Kolumbien in Worten wie z.B. INDIO, CAMPECHE, NEGRO oder DESECHABLE ausdrückt, ist damit keinesfalls gelöst(sie hat sich tatsächlich in den 40 Jahren die mich mit dem Land verbinden nur noch verschlimmert). Die Lösung eben dieser Probleme dürfte aber wichtigste Voraussetzung für einen wirklichen sozialen Frieden sein.

  17. 17 Miguel

    @Ilona:

    ich denke Deine Tochter wird ohne größere Probleme ihre Reise fortsetzen können. Die Informationen sind, dass der Gernzverkehr zu Ecuador normal ist. Sogar Venezuela öffnet wieder seine Grenzen.

    @Carlo:

    woher nimmst Du den das, dass Uribe die FARC im Lande verschont. Irgendwie muss der Kerl einem ja Leid tun. Er gilt als der Ober-Paraco, weil er das Land militarisiert hat. D.h. er hat die bewaffnetetn Einheiten der FARC, der ELN und der PARAs aus den Städten und Dörfern vertrieben, weil er die Soldaten und Polizisten aus den Kasernen auf die Strasse geschickt hat. Also ist er ein Militarist. Die FARC mußte sich in die Wälder zurück ziehen, die PARAS haben aufgegeben und die ELN geistert irgendwo zwischen Leben im Urwald und Friedensverhandlungen herum. Weil die FARC im kolumbianischen Urwald auch nicht mehr so ihn Ruhe gelassen wird, zieht sie sich über die Grenzen zurück. Auch ecuadorianische Stellen sprechen von 47 Camps der FARC auf ihrem Gebiet. So und sagst Du, Uribe greift nur die FARC außerhalb Kolumbiens an, im Land lässt er sie gewähren? Oder habe ich Dich da wieder missverstanden?

    Nicht der Angriff auf ecuadorianisches Gebiet gilt als der größte militärische Erfolg der kolumbianischen Streitkräfte, sondern der Tod Reyes. Wohlgemerkt: der kolumbianischen Streitkräfte, also auch Jahre vor Uribe. Da musst Du etwas missverstanden haben.

    Die FARC konnte über die Jahrzehnte die Legende aufbauen, dass ihre Führung unantastbar sei. Ein richtiger Heiligen Mythos ist da entstanden. So ist der Tod Reyes zu verstehen. Er war eine wichtige Figur der FARC, aber das besondere ist, dass mit ihm dieser Mythos der ewig unantastbaren Führung der FARC gestorben ist

  18. 18 Martin

    Hallo Jens,

    dann schau dir doch nur einmal die Entwicklung der Guerilla in Kolumbien an. Sie war nie so stark wie vor 5 Jahren. Die ELN z.B. war schon fast am Ende in den 80 gern, bis Mannesmann viel Geld an die ELN bezahlt hat und damit wieder tritt fassen konnte und aufruesten. Heutzutage ist bei allen Gewaltbereiten Gruppen die Hauptfinanzierungquelle Drogengelder da ist ein fact. Dank Uribe und seiner Politik konnte die Guerilla sehr stark zurueckgedraengt werden. Die grose Mehrheit der Bevoelkerung steht hinter dieser Politik. Die Kolumbianer sind die, die sehr unter der Gewalt gelitten haben. Mit einer vernuenftigen Zusammenarbeit zwischen Kolumbien, Venezuela und Ecador koennte das Problem der Guerilla wahrcheinlich in absehbarer Zeit geloest werden. Leider untertuetzen diese Laender sehr die Guerilla. In Venezuela gibt es mehrer Kamps der Guerilla. Diese kommen nach Kolumbien machen ihre Anschlaege und ziehen sich wieder zurueck. Die einzige Loesung ist die Guerilla dort zu treffen wo sie sich sicher fuehlt. Es sind international anerkannte Terroristen, die viel Leid ueber Kolumbien gebracht haben und die danke der hervorragenden Politik Uribes zurueckgedraengt wurde. Ohne Uribe wuerde es vielen Kolumbianern schlechter gehen als es ihnen heute geht. Wieso wissen immer die linksgerichteten Leute aus Europa besser was Kolumbien tun und lassen soll.
    Um noch ein Wort zu Indianern zu verlieren. Die FARC vertrieb einen Nomadenstamm von ihren gewohnten Gebieten. Zwischzeitlich verkuemmern die Reste dieses Stammes.

  19. 19 Carlo

    @MIGUEL:
    Fakt ist, das unwegsame Gelände des CAMPS der FARC ist nicht anders als das Gelände, in dem sich diese Brüder auch sonst für gewöhnlich in Kolumbien aufhalten. Nur fühlten sie sich logischerweise auf dem Staatsgebiet Ekuadors sicherer.

    Aber nocheinmal wieso mußte denn dieser größte Militärschlag in der Amtszeit Uribes nach 6 Jahren unbedingt auf dem Staatsgebiet Ekuadors erfolgen? Warum denn nicht gleich den Chef Marulanda und zwar auf kolumbianischem Territorium liqidieren? Sollte der angeblich kranke Marulanda etwa aus humanitätren Gründen verschont werden? Da werden hoffentlich die internationalen Untersuchungen genauere Erkenntnisse und endlich Licht ins Dunkel bringen.
    Du hast mich mißverstanden. Natürlich gibt das Rätsel auf, zumindest glaube ich nicht, daß die FARC samt und sonders inkl. Chef Marulanda über den Rio Putumayo sich in die, wie von Dir behaupteten 47(!) Camps in Ekuador abgesetzt hat oder hatte und von dort aus Kolumbien attackiert. Irgendwie etwas realitätsfremd.

  20. 20 Miguel

    @Carlo

    Ich berufe mich nur auf Correa:

    “¡Qué audacia… Cuánto cinismo! Ellos saben que es imposible controlar dichos campamentos”, señaló Correa, quien recordó que solo en el 2007 las Fuerzas Armadas de Ecuador desmantelaron 47 campamentos que las FARC instalaron en territorio ecuatoriano.

    Das kommt jetzt nicht aus dem propagandistischem Käseblatt El Tiempo sondern aus dem ecuadorianischem Universo
    http://www.eluniverso.com/2008/03/04/0001/8/28856F4B00344C5CA09A3F78A7628CEC.aspx

    Von diesen 47 Camps waren viele, wahrscheinlich die meisten Durchgangslager. Und es gibt auch unter Correa Militärs, die die Bekämpfung der Guerilla als eine Aufgabe begreifen.

    Daher haben die Dokumente einen Hintergrund, in der die FARC die ecuadorianischen Regierung gebeten haben soll, FARC-feindliche Stäbe aus den von ihnen besuchten Gebieten zu versetzen.

    Wenn Du weißt, wo Marulanda ist und ob er noch lebt, bist Du wirklich viel besser dran als die meisten FARC-Kämpfer und der ganze kolumbianische Geheimdienst zusammen. Humanitäre Gründe für Marulanda? Uribe? Ich dachte das wäre eine kalte Killermaschine.

    Nein, die FARC sind nicht samt und sonders im Ecuador. Sie haben auch Camps in Venezuela und sicherlich im Länderdreieck Kolumbien, Brasilien und Peru, in Kolumbien ganz bestimmt auch.

  21. 21 Martin

    Hallo carlo,

    Marulanda steckt ist bestimmt auf einer Finca in Venezuela und laesst es sich mit Chavez gutgehen, der rennt bestimmt nicht wie die anderen armen Teufel der FARC durch den Regenwald. Die FARC sind eine genaue Kopie der Kolumbianischen Gesellschaft, die Reichen safen Whisky und die armen bekommen nur Wasser

  22. 22 Jens

    @ Martin

    Mensch Meier, Du bist sowas von mft. Bevor ich mich jetzt äußere möchte ich klarstellen, dass ich kein Anhänger der FARC bin, einer Gruppierung welche sich initial zwar den Kampf für soziale Gerechtigkeit auf die Fahne geschrieben hatte, welche aber in den letzten 10 Jahren aber vollständig die Richtung verloren haben und durch ihre Finanzierung über mafiöse Methoden wie Erpressung, Entführung und Unterstützung des Drogenhandels zum Banditentum degenerierten.
    Gerade als Ausländer der nach Kolumbien kommt und die Möglichkeit gehabt hat, ohne Krieg und in Sicherheit zu leben, solltest Du einen wesentlichen Unterschied bemerkt haben zu dem, was viele Kolumbianer als “Sicherheit” bezeichnen. Und dann würdest Du nicht auf die unsinnige Idee kommen, dass eine Politik der Gewalt auf Dauer erfolgreich sein wird. Ja, Uribe hat den FARC mächtig den Marsch geblasen und wahrscheinlich (?) unterstützt ihn die Mehrheit der Bevölkerung darin. Die FARC hatte in den 90er Jahren den Krieg in die Städte gebracht, wurden so auch erstmals von der Bevölkerung richtig wahr genommen.
    - Sicherheit bedeutet aber NICHT, dass die politische Gewalt wieder auf ländliche Gebiete zurückgedrängt wird, nach dem Motto: aus dem Auge, aus dem Sinn.
    - Sicherheit ist NICHT, noch mehr Militär zu brauchen um die Guerrilla zu bekämpfen, sondern überhaupt kein Militär zu brauchen.
    - Sicherheit sind NICHT, höhere Mauern um schöne Villen im Norden Bogotás, oder mehr Wachdienste und Polizei zum Schutz der Bevölkerung aufzubringen, sondern ohne Mauern und Wachdiensten leben zu können.
    - Wenn Du in Bogotá wohnst, bedeutet Sicherheit NICHT, San Cristóbal Norte, Tibabuyes oder Bosa zu meiden, sondern sich auch hier frei und unbekümmert bewegen zu können (was in den 70er Jahren auch möglich war).
    - Sicherheit ist NICHT, Reisen nach Tierradentro, die Llanos oder selbst nach La Palma (Cundinamarca) aus “Sicherheitsgründen” meiden zu müssen, sondern die Freiheit, sich dorthin bewegen zu können wo man hin will.
    - Sicherheit bedeutet nicht ausblenden, worin Uribe den Kolumbianern mächtig hilft. Das ist ein trügerisches Bild, das eigentliche Problem ist damit aber nicht weg. Ja, die Propaganda von Uribe hat es meisterhaft verstanden, dieses Gefühl von “Sicherheit” zu vermitteln und zu suggerieren, dass das kolumbianische Elend, das Elend der Vertriebenen (2 Millionen? 3 Millionen?), das Elend der Kriminalität, das Elend des Drogenhandels, das Elend der Paramilitärs, durch die militärische Zerschlagung der FARC gelöst wird.
    Und die Tatsache, dass eine Mehrheit der Kolumbianer sich jetzt gegen Gewalt erhebt und gegen die FARC protestiert ist eine Signal und eine Chance, aber auch nicht mehr. Denn jetzt müssen auch hier Taten folgen und zwar nicht mit der Waffe in der Hand.
    Sicherheit ist Arbeit, Brot und Lohn sind Sicherheit, eine gerechtere Verteilung bedeutet Sicherheit, Zukunftsperpektiven für die junge kolumbianische Bevölkerung bedeutet Sicherheit, Infrastruktur in ländlichen Regionen (Straßen, Krankenhäuser, Schulen) bedeutet Sicherheit. Und genau da haben die Kolumbianer IMMER geschlampt… und tun es immer noch.

  23. 23 Jens

    Und übrigens,

    das mit der vernünftigen Zusammenarbeit zwischen Venezuela, Ecuador und Kolumbien ist doch auch nicht ernst gemeint? Die FARC befinden sich eben nicht mehrheitlich im Ausland, sie sind in Kolumbien und sind immer noch ein kolumbianisches Problem.
    Es geht nicht darum, dass jetzt alle drei Staaten auf die FARC eindreschen (werden die anderen beiden ja ohnehin nicht), sondern darum, der FARC den Nährboden aus der marginalisierten Bevölkerung zu entziehen. Wenn sich endlich mal einer ernsthaft und nicht nur mit schönen Absichten darum kümmern würde, löst sich die FARC von selbst auf.
    Falls Du nicht verstehen solltest, was ich damit meine, dann schau Dir doch einmal die Armenviertel in Suba, Bosa, Usme usw. an.
    Was lie linksgerichteten aus Europa angeht: halte ich auch nicht viel davon, auch sie haben meist nur eine gefärbte und vor allen Dingen, schlecht informierte Meinung.

  24. 24 Carlo

    @Jens:

    Alle Achtung für die beiden letzten, sachlich sehr gut fundierten, Beiträge. Du triffst den Nagel auf den Kopf. Ich kann Deinen Ansichten nach meinem Kenntnisstand aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen in Kolumbien nur voll und ganz zustimmen!

  25. 25 Steffen

    “Sicherheit ist Arbeit, Brot und Lohn sind Sicherheit, eine gerechtere Verteilung bedeutet Sicherheit, Zukunftsperpektiven für die junge kolumbianische Bevölkerung bedeutet Sicherheit, Infrastruktur in ländlichen Regionen (Straßen, Krankenhäuser, Schulen) bedeutet Sicherheit. Und genau da haben die Kolumbianer IMMER geschlampt… und tun es immer noch.”

    Hast Du aus meiner M.A. kopiert? War quasi meine Schlußbemerkung.

  26. 26 Martin

    Hallo Carlo

    wieviel Erfahrung hast du mit Kolumbien?

  27. 27 Martin

    Hallo Jens,

    sicherheit ist sehr wichtig fuer Leute, die so lange mit der Gewalt leben mussten. Richtig ist die Tatsache,dass ueber 70 % der Bevoelkerung Uribe und seine Politik unterstuetzen. Er hat mit sehr grossem Abstand die beste Politik in vielen Jahren gemacht. Welcher Praesident oder Regierung in Europa oder den USA hat eine solche Unterstuetzung. Es gibt viele sozialen Probleme,die aber nicht in 6 Jahren geloest werden koennen. Deshalb verstehe ich nicht, wenn die Leute in europa immer von demokratie reden und dann gegen Uribe schiessen ohne einen realen und wirklichen Ueberblick ueber Kolumbien und seine Strukturen haben. Die Farc will gegen die Mehrheit der Bevoelkerung die Macht mit Hilfe von Chavez an sich reisen und das ist absolut nicht demokratisch. Auch die armen Kolumbianer unterstuetzen Uribe und wollen auf keinen Fall eine Chavez wie Venezuela, dazu sind die Kolumbianer zu schlau.

  28. 28 Martin

    Hallo,

    hier uebrigens ein Artikel zu Ecuador und die www.eltiempo.com/justicia/2008-03-06/ARTICULO-WEB-NOTA_INTERIOR-3988013.html

  29. 29 Jens

    Hallo Martin,

    ich stelle Deine Feststellungen, dass Uribe “gut regiert” nicht in Abrede. Und über Prozente könnten wir wahrscheinlich ewig streiten.

    Aber ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass der kolumbianische Arbeitnehmer unter KEINER Regierung einer so unglaublichen Willkür ihrer Vorgestzten ausgesetzt waren. Und dass unter KEINER anderen Regierung die finanzielle Zukunft des Einzelnen so ungewiss war wie heute.

    Das Regierung verkauft ein Gesundheitssystem “a la alemana” (medicina prepagada) als DIE LÖSUNG. Aber jeder weiss, dass viele EPS nur zur Abzocke gegründet wurden (glücklicherweise sind auch einige Kriminelle erwischt worden). Was passiert aber mit dem nicht geringen Anteil der Bevölkerung, die sich eine solche Versicherung nicht leisten kann? In den 70er und 80er Jahren wurden solche Fälle von einem staatlichen Gesundheitssystem mehr oder weniger aufgefangen. Was ist aus den Programmen kostenloser Betreuung für Tuberkulosekranke, Geschlechtskrankheiten, den kostenlosen Impfaktionen (welche weit höhere Durchimpfungsraten als in Deutschland erreichten), den Programmen gegen Malaria-, Lepra und Leishmaniase, aus der kostenlosen Vorsorge der Schwangeren geworden?
    Nichts, alles in den letzten Jahren nach und nach verlorengegangen. Ein Positronen-Emissions-Tomograph nebst dazugehörigem Zyklotron für 10 oder 15 Millionen US$ in der Fundación Santa Fé ist kein Fortschritt in einem Land, in dem Kinder noch an Unterernährung sterben.

    Die Politik hat ihre Aufmerksamkeit immer mehr den wirtschaftlichen Aspekten gewidmet (ohne Zweifel notwendig für das Wohl der Gemeinschaft). Aber wenn das in einem Land wie Kolumbien auf Kosten derjenigen geschieht, die gar nichts haben, wenn diese Bevölkerung links liegen bleibt, dann kann ICH das nicht als “gute Politik” bezeichnen.

    Seit wie vielen Jahren sprechen kolumbianische Präsidenten von einer “reforma agraria”? 30, 50, 100 Jahre? Und was ist passiert? Mit jeder Reform sind noch mehr Menschen vom Land in die Stadt geflüchtet, auch in den Zeiten, als die Gewalt noch längst nicht die Rolle spielte wie heute.

    Und trotzdem stelle ich Deine Behauptung, Uribe habe gut regiert, noch nicht einmal in Abrede. Ich sage aber klipp und klar: Lösungsansätze sind nicht in Absichtserklärungen auf Wahlkampfebene, nicht auf der populistischen Schiene und nicht in der Zerschlagung der Guerrilla zu finden. Probleme werden durch Taten und nicht durch Worte gelöst.

    Das Schlimmste, bzw. das Traurigste an der ganzen Sache ist, wie Carlo oder Steffen das schon einmal sagten, dass es in einem tatsächlich so reichen Land wie Kolumbien, einem Land mit so riesigen und vielfältigen Ressourcen, nicht für alle reichen soll.

  30. 30 CARLO

    @MARTIN:

    Sag bitte mal, bist Du so vergesslich oder tust Du nur so? Habe Dir doch bereits gestern recht deutlich und entsprechend geantwortet! Möchte mich heute also keineswegs wiederholen.

    Aber was kann man schon von jemand verlangen, der seine Auskünfte und Kenntnisse aus dem Schmierblatt El Tiempo bezieht und diese dann auch noch bedingungslos glaubt!
    Ich denke es ist keine Dikussionsgrundlage, zumindest für mich nicht, wenn Du bewusst Fakten verdrehst(So ist Uribe in 2007 lediglich von ca. 25% aller wahlberechtigeten Kolumbianer zum Präsidenten gewählt worden. Er erhielt 62% der abgegebenen Stimmen bei einer Walbeteiligung von 45%) Wie kommst Du denn auf 70%???

  31. 31 Jens

    @ Carlo und Martin

    Carlo, Deine Rechnung mit den Prozenten halte ich für eine Milchmädchenrechnung, bzw. für irrelevant. Die 70% von Martin kann ich allerdings auch nicht nachvollziehen (aus welcher “Statistik” stammen die denn?).

    Fakt ist, dass Uribe die Mehrheit der “Wählenden” bekommen hat.

    Bei der letzten Landtagswahl in Niedersachsen hat die CDU mit 42,5% bei einer Wahlbeteiligung von 57% gewonnen. Das sind 24,2% der Wählerschaft gegenüber den fast 28% von Uribe. Und diese Wahl würde ich auch nicht als undemokratisch oder nicht repräsentativ bezeichnen.

  32. 32 Jens

    @ Carlo,

    mal völlig aus dem Kontext, aber den link solltest Du Dir mal anschauen. Sehr amüsant, wie ich finde

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,539918,00.html

  33. 33 Martin

    Hallo Jens und Carlo,

    ich habe jeden tag mit leuten aus allen Schichten zu tun. Wenn Leute nicht zum waehlen gehen heisst das noch lange nicht, dass sie fuer einen dafuer sind oder gegen einen sind.
    Eine Demokratie ist, dass die die zum waehlen gehen bestimmen was passiert. Wer nicht geht ist selber schuld. Bei Umfragen gibt es immer zwischen 70 - 80 % zustimmung von der Bevoelkerung, diese werden in allen sozialen Schichten gemacht. Aber solche sachen sind ja alle wieder politisch gesteuert. Ich lade Euch herzlich hier nach Medellin ein, dann koennt ihr euch selbst davon ueberzeugen wovon ich rede.
    Ich rede jeden Tag mit Angestellten und Arbeitern. Ich keine keinen einzigen, der etwas fuer die Farc uebrig hat oder auch nur daran denkt. El Tiempo ist eine unabhaengige Zeitung und einiges realer wie viele linksgerichteten Veroeffentlichungen, die in Europa publiziert werden. Wie viele staendige Pressevertreter gibt es in Kolumbien aus Deutschland? Schaut mal genau die Koepfe der Artiikel an, dort steht oft irgendwelche Staedte aber nich Bogota, Medellin oder Cali.
    Die EPS funktionieren sehr gut. Ich bin seit vielen Jahren bei einer EPS versichert und nehme diese in Anspruch. Ich weiss nicht wie man aus so wenigen informationen, die Ihr hat solche Rueckschluesse ziehen kann.
    Fuer Leute die nicht arbeiten und in bestimmten sozialen Estrados (1-6) wohnen koennen sich bei SISBEN einschreiben und bekommen eine medizienische Grundversorgung kostenlos.

  34. 34 CARLO

    @JENS:

    Es wäre richtig, GENAU zu sagen welche meiner Zahlen Deiner Auffassung nach NICHT stimmen. Meine Angaben einfach so als Milchmädchenrechnung abzutun, ist einfach unqulifiziert und das hätte ich von Dir nicht erwartet!
    Ich weiß wirklich nicht was nun ausgerechnet Niedersachsen mit Kolumbien zu tun haben soll??? Zumindest hat es weder in Niedersachsen noch sonst irgendwo in unserem demokratischen Deutschland( auf das ich sehr stolz bin und für vorbildlich halte) bei einer vergleichbaren Wahl 45% Wahlbeteiligung gegeben! Also mehr als jeder 2. Kolumbianer ignorierte die Wahl Uribes!!!!
    Auch wird der Ministerpräsident Niedersachsens(CDU) demokratisch von einer erforderlichen schwarz/gelben Koalition gwählt! Und ganz wichtig: bei uns gibt es KEINE WAHLPFLICHT,wie in Kolumbien, und die dann eh nicht eingehalten wird, wie so oft, denn wen interessieren denn schon Recht und Gesetz in Kolumbien wirklich???

  35. 35 Jens

    Hallo Martin,

    Du wirst auf diesem Blog viele Einträge finden zu dem Thema Gesundheitssystem in Kolumbien. Solltest Du bei Gelegenheit einmal durchforsten.
    Theorie und Praxis können in Kolumbien sehr weit voneinander entfernt sein, was ich als ehemaliger Arbeiter des Gesundheitswesens in Kolumbien von erster Hand bezeugen kann.

  36. 36 Martin

    Hallo Jens ich kann von 2 EPS reden COOMEVA und aktuell SUSALUD. Die Behandlung ist sehr gut ich kann mich nicht beschweren.

  37. 37 Jens

    @ Carlo

    Nicht beleidigt sein. Habe ich auch gar nicht so gemeint:

    Deine Rechnung ist eben einfach irrelevant. Ich stelle gar nicht infrage, dass Deine Zahlen stimmen und wollte hier nur klar machen, dass diese Zahlen letztendlich unwichtig sind: Uribe hat nun einmal die Wahl auf demokratischem Wege gewonnen. Punkt. Ich wollte Dir mit dem aktuellen Wahlergebnis aus Niedersachsen, nachzuschauen unter http://www1.ndr.de/nachrichten/landtagswahl_niedersachsen_2008/ , einfach nur illustrieren, dass es gar nicht ungewöhnlich ist, dass Wahlen mit vergleichbaren prozentualen Bevölkerungsanteilen gewonnen werden… Mit dem Hinweis, dass diese Tatsache eine Wahl nicht mehr und nicht weniger demokratisch macht, was Du in Deinen Ausführungen für die kolumbianische Präsidentschaftwahl zumindest suggerierst.
    Ich hoffe, meine kurze Erläuterung trägt zu Deiner Beruhigung bei.

  38. 38 Jens

    @ Martin

    Und ich von den Krankenhäusern Simón Bolívar, Santa Clara, der Fundación Santa Fé in Bogotá, dem Federico Lleras in Ibagué, sowie den Orstkrankenhäusern von Chaparral, Tabio, Cáqueza, Planadas, Aipe, Ataco, Coyaima, Ubaté unter anderen.
    Ich kenne die Arbeit dieser Häuser und des Gesundheitswesens sowohl aus den 80er Jahren wie auch heute.

  39. 39 Martin

    Carlo

    kurz zum kolumbianischen Wahlrecht: Wenn du mit den vorgeschalgenen Kandidaten nicht einverstanden bist, kannst du Voto en Blanco machen, dann hast du gewaehlt auch wenn dir kein Kandidat gefaellt.
    Zur aktuellen Situation, bei Umfragen in den letzten Tagen hatte Uribe ueber 80 % zustimmung. Die Oposition hat auch ihre Unterstuetzung zugesagt. Das ist alle sreal und muss nicht in Frage gezogen werden. Selbst die Politker vom Polo Democratico stehen im Augenblick zu Uribe was sonst eher selten ist. Das sind realitaeten und nicht vermutungen.

  40. 40 Jens

    @ Martin

    80% Zustimmung…. zu welchem Aspekt seiner Politik?
    Wer hat die Befragung gemacht und sehr viel wichtiger, wo wurde sie gemacht? Also, wer wurde befragt, wie groß war die Umfrage und und und.
    Mit Statistik und Umfragen sollte man immer vorsichtig sein, ist keine neue Erkenntnis.

    Beispiel: Ich habe durch eine neue Behandlungsmaßnahme die Sterblichkeit einer bestimmten Erkrankung um 50% gesenkt. Super Ergebnis, solange ich nicht erwähne, dass, ausgedrückt in absoluten Zahlen, von bisher 2 aus 10.000 Kranken nur noch einer stirbt.

  41. 41 Martin

    Estrado 1-6 Napoleon in den wichtigsten Staedten. Zu den aktuellen Ereignissen und der Politik von Uribe. Befragte Personen ca. 3 - 4000.

  42. 42 Martin

    Jens

    in welchen Jahren wast du dort?

  43. 43 Jens

    @ Martin

    1968 bis 1991 und seitdem, zwischen vier und acht Wochen pro Jahr

  44. 44 Martin

    Jens,

    dann hast du ja aktuelle infromationen. Dann hast du sicherlich auch mitbekommen, dass sich doch einiges verbessert hat in den letzten Jahren. Klar gibt es einige EPS die viel Geld verschwinden haben lassen, aber es gibt auch sehr gute EPS und dazu gehoeren diese beiden, die ich erwaehnt habe.

  45. 45 Martin

    Jens,

    wenn du naechstes mal hier bist, kannst du mich anrufen und in Medellin besuchen kommen

  46. 46 CARLO

    @JENS:
    Was Du von meinen Prozentangaben (Uribe-Wahl) hältst, ob sie für Dich wichtig oder unwichtig sind, das überlasse ich Dir.
    Aber ich denke meine Zahlen entsprechen dem damaligen amtlichen Endergebnis und da gibt es m.E. überhaupt nichts weiter dran rum zu deuteln, zumindest nicht für realistisch denkende (deutsche) Demokraten!
    Du solltest übrigens wissen, daß in Deutschland die Bundestagswahl mit der kol. Präsidentenwahl vergleichbar ist. Da liegt die Wahlbeteiligung stets um die 80%(und das ohne Wahlpflicht), also fast doppelt so hoch wie in Kolumbien! Es zeigt doch eindeutig von dem großen Demokratieverständnis der Deutschen. Aber das alleine zeigt doch auch schon, das leider halt nicht Demokratie nicht gleich Demokratie ist! Den Spieß dann einfach umdrehen, wie oft geschehen, und für all die vielen Missstände(die wirklich nicht zu sein bräuchten) die FARC verantwotlich machen ist doch schlichtweg Quatsch und Blödsinn. Schließlich haben die Missstände in Kolumbien die Bürger und der von ihnen gewählte Präsident zu verantworten.

    Das übrigens einzig und allein von den Südamerikanern gerade die Kolumbianer ein Schengenvisum für die Einreise in die EU-Staaten benötigen ist durchaus verständlich.

  47. 47 Martin

    Carlo,

    und weil die Wahlbeteiligung niedrig ist heisst das immer noch nicht, dass die Ergebnisse nicht richtig sind und die Leute deshalb gegen Uribe sind ist absolut falsch. Uribe ist ein demokratisch gewaehlter Praesident, der jede Unterstuetzung verdient. Das verstehen leider viele Leute in Europa nicht. Die FARC bedrohte in alle Landesteilen bei den letzten Bundeslaendern und Buergermeisterwahlen mit dem Tod und erklaerte sie als milityaerische Ziele egal welcher Partei sie angehoerten. Soviel zum demokratieverstaendis der FARC

  48. 48 Svenn

    @ Carlo

    1.) folge ich deiner Theorie, wonach die geringe Wahlbeteiligung impliziert, dass die Kolumbianer ein mangelndes Demokratieverständnis haben (das ist der Umkehrschluß Deiner Aussage mit den 80% in Detschland) so haben scheinbar die Bayern bei der letzten Kommunalwahl ihr Demokratieverständnis im Hofbräuhaus vergessen. Denn dort war die Wahlbeteiligung im Schnit auf dem Niveau der letzten Uribewahl. Aber wahrscheinlich sind die Bürgermeister und Landräte dort genauso böse, dreckig und gemein zur bayrischen Bergguerilla wie Uribe zur Farc… ;-)

    2.) Eindeutig mit Faken kann ich jetzt hier und sofort belegn, dass Du lieber Carlo bei der Schengenfrage mächtig falsch informiert bist! Auch z.B. Bolivien, Ecuador, oder Peru unterliegen dem Visazwang und da diese Länder auf meinem Globus durchaus auch in Südamerika liegen, befindet sich Kolumbien doch in bester Gesellschaft! - Gelle!?

  49. 49 CARLO

    @MARTIN:
    es macht doch keinen Sinn Prozentzahlen von Wahlergebnissen zu relativieren und schön reden zu wollen, denn diese sind nun einmal Fakt!
    Allerdings kann man über die Demokratieform eines Staates hingegen, unterschiedlicher Meinung sein. Aber das dieses Demokratieverständis gerade den Europäern fehlen soll, das ist mir völlig neu. Zumindest ich habe nie behauptet, daß die FARC-Leute gute Demokraten sind, aber es sollte zumindest VERSUCHT werden, diese in einen demokratischen Staat Kolumbien, natürlich innerhalb den Grenzen der Legalität, bzw. wenn sie diese anerkennen sollten(und natürlich auch aufrichtig behandelt und nicht abgeknallt werden, wie vor ca. 18 Jahren geschehen!), einzugliedern. Aber nur wenn das alle politischen Kräfte wollen, wird das eine Chance haben können.

    @SVENN:

    1.Zur Information: in Bayern war eine Kommunalwahl, da ist das Interese der Wähler natürlich geringer, als bei einer Bundestagswahl. Nur eine Bundestagswahl ist mit der Uribe-Wahl vergleichbar, denn aus dieser Bundestagswahl geht später der deutsche Kanzler bzw. Kanzlerin hervor. Also der Vergleich hinkt total!
    2.OK, Peru stimmt, aber Ekuador und Bolivien brauchen KEIN Visum!

  50. 50 Jens

    @ Carlo und Martin

    Wenn Ihr so gerne über Zahlen diskutiert, dann schaut Euch diesen Link aus der red de revistas científicas de América Latina an:

    redalyc.uaemex.mx/redalyc/pdf/138/13802907.pdf

    Es handelt sich um eine umfassende Analyse der kolumbianischen Präsindentschaftswahl aus 2002. Ich habe bisher keine so detaillierte Analyse der Wahl 2006 gefunden, aber vielleicht hat einer von Euch eine link ??
    Viel Zahlenmaterial, aber eben auch eine sehr gute Hintergrundanalyse, insbes. auch der Wahlbetiligung. Vieles werdet Ihr auch auf 2006 und 2008 übertragen können, zumal sich viele Bedingungen in ländlichen Regionen nicht geändert haben.
    Wer Wahlen aus den 70ern oder 80ern miterlebt hat, wird feststellen, dass sich in den letzten 40 Jahren im Demokratieverständnis der Kolumbianer nicht wirklich viel geändert hat.
    Ich denke Carlo, dass die Betrachtung von lediglich zwei prozentualen Angaben (Wahlbeteiligung und Anteile des Wahlgewinners) GAR NICHTS über die politische Landschaft eine Landes sagt. Aber Du darfst Dich trotzdem auf die Lektüre freuen, dürftest Du doch hier auch viele Deiner Argumente wieder finden.

  51. 51 CARLO

    @JJENS:
    Warum nicht zuerst die letzte Wahl von 2007(wurde Uribe 2006 und dann 2007 erneut wiedergewählt? Das ist mir neu )zuende abhandeln, ist doch aktuelle. Nochmals, die Ursachen für die generell dauerhafte schlechte politische Situation in Kolumbien sind u.a.:

    POLITIKVERDROSSENHEIT VIELER(insbesondere der ärmeren Schichten)
    SCHLECHTE BILDUNG AN DEN STAATL. SCHULEN
    SCHLECHTE ODER KEINE ERZIEHUNG(insbesondere der ärmeren Schichten)
    KEINE CHANCENGLEICHHEIT
    KORRUPTION IN ALLEN KREISEN
    JEDER FÜRCHTET JEDEN
    MANGELHAFTER FLEISS UND DISZIPLIN(vielfach unbekannt)
    TOLERANZLOSIGKEIT
    RESPEKTLOSIGKEIT GEGENÜBER RECHT UND GESETZ

    um die wichtigsten zu nennen.

    Zum letzten PKT. so sah ich z. B. heute Nachmittag in der Nähe des Hauses unsere etwas entfernteren Nachbarn(übrigens Familienangehäörige eines kol. Polizeioffiziers) zu FÜNFT(4 sind ja keine Seltenheit hier) und ohne Helme auf dem Motorrad davon brausen. Ich denke das sagt alles.

    Mir wird doch wohl NIEMAND weismachen wollen oder glauben den politisch Verantwortlichen sei das nicht bekannt. Diese alte Leier geht doch schon seit ca. 200 Jahren so. traurig und verwerflich zugleich, aber wahr!

  52. 52 CARLO

    @JENS:
    Entschuldigung, die Wahl war ja schon 2006 und nicht 2007, wie schnell doch die Zeit vergeht, Irrtum meinerseits! Aber trotzdem ist m. E. die aktuellere wichtiger als die von 2002.

  53. 53 Jens

    @ Carlo

    Deswegen hatte ich Dir ja auch diesen Link empfohlen. Nimm Dir doch einfach die Zeit dazu, die Arbeit durchzulesen. Natürlich ist die letzte Wahl immer die “Wichtigere”. Die Bedingungen können dennoch vergleichbar sein.

  54. 54 Svenn

    @ Carlo

    wenn du sagst, dass nur eine bundestagswahl mit der uribewahl vergleichbar sei, dann mag das von der wertigkeit her vollkommen logisch und korrekt sein. unter dem aspekt der wahlbeteiligung musst du aber sehen, dass es bei der bundestagswahl meist (relativ) wenige stimmen über den sieg der einen oder der anderen entscheiden. bei der uribewahl 06 war aber bereits im vorfeld klar, dass er haushoch siegen würde. ich behaupte, daher daher sind viele seiner potenziellen wähler zuhause geblieben. dies wiederum bedeutet, im gegensatz zu deiner these, dass eine gewisse zahl der nichtwähler zu den uribeanhängen gerechnet werden muss. und in sofern ist die komunalwahl in bayern sehrwohl vergleichbar mit der uriberwahl. oder willst du allen ernstes behaupten auch in bayern wären alle nichtwähler csu gegner…dann müsstest du mir bitte die ergebnisse der csu bei land- und bundestagswahlen erklären.

    zu der geschichte mit den visa bitte ich dich mal hier hereinzuklicken, http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/WillkommeninD/EinreiseUndAufenthalt/StaatenlisteVisumpflicht.html , ich hoffe du erkennst die hompage des bundesaussenministeriums als quelle an.

  55. 55 Jens

    @ Svenn und Carlo

    Ich verweise nochmals auf den Link

    redalyc.uaemex.mx/redalyc/pdf/138/13802907.pdf

    Muss man gelesen haben. Ist eine ganz spannende Arbeit.

    Hättet Ihr z.B. gedacht, dass die Wahlbeteiligung in den Bevölkerungsschichten mit dem geringsten Bildungsstand am höchsten ist?
    Würde ja fast suggerieren, dass die Menschen die gerade arm dran sind auch noch Uribe gewählt haben. Haben sie wahrscheinlich auch, aber warum? Kann mir einer von Euch ein Antwort geben?
    Ich könnte, aber warte lieber auf Euch.

  56. 56 Raphael

    hallo

    ich glaube die %-uale wahlbeteiligung gibt nur sehr limitierte informationen zur politischen realität. und der vergleich zur deutschen politik erachte ich als höchst problematisch. denn kolumbien befindet sich im dilemma zwischen demokratie und staatszerfall. seit der verfassung 1991 und der institutionalisierung demokratischer verfahren also der einrichtung direkt- und semidemokratischer beteiligungselemente auf kommunaler, regionaler und nationaler ebene ist zwar der demokratieprozess massiv vorangetrieben worden aber gleichzeitig auch die möglichkeit nichtstaatlicher gewaltakteuren zur manipulation des wahlverfahrens und zur mitgestaltung von politik. dabei werden die demokratischen verfahren nicht nur behinder und gestört. so bietet die direktwahl für das bürgermeisteramt seit 1988 den bewaffneten akteuren eine neue möglichkeit, auf die verteilung von werten und ressourcen einfluss zu nehmen. zahlen von 1997:

    Rücktritte von Kandidaten: 920
    Behinderung von Kandidaturen: 121
    Morde an Kandidaten: 22
    Anschläge auf Büroräume von Wahlbehörden: 11

    In einigen gemeinden erfolgte aufgrund von einschüchterungen der bevölkerung durch guerilla oder paramilitärs die wahl der bürgermeister mit weniger als 10 stimmen! auch die gemeinderatswahlen des jahres 2003 wurden massiv durch nichtstaatliche gewalt gestört. um hier den aufruf des kandidaten fredy durán zu zitieren, anlässlich der bedrohung durch parastaatliche gruppen während der gemeindewahl 2003:

    “wir beschränken uns darauf, die bevölkerung zu animieren, am 26. oktober den gouverneur und das departamentsparlament zu wählen, jedoch keine stimme für gemeinderatsmitglieder abzugeben, da sich unser leben bei gewinn der wahl in grosser gefahr befände.”

    ich habe während den präsidentschaftswahlen 2006 mit vielen menschen geredet, in den gemeinden von antioquia, cordoba, bolivar etc. und hatte nicht den eindruck, dass sich die leute sehr frei gefühlt hätten.

  57. 57 Raphael

    @Jens

    dass die ungebildeteren und unteren schichten höhere wahlbeteiligungen aufweisen ist durchaus nachvollziehbar.

    angesichts ihrer situation sind die armen näher bei den affektiven gefühlen für hoffnung über die bessere zukunft und auch näher an der politischen realität. sie hoffen auf DIE person, welche ihnen ein besseres leben bringt. in kolumbien empfand ich die unteren schichten politisch viel fitter als die reicheren.

    in lateinamerika fand auf der politischen jagt nach stimmen immer ein “ringen um die armen” statt. niemand hatte die höhere wahlbeteiligung als jorge gaitan. auch chavez wurde massiv durch die armen unterstützt.

    ich denke auch, dass viele arme und ungebildete auf Uribe gesetzt haben. er hatte die rhetorischen werkzeuge und wusste sie brillant zu nutzen. er ist der typische paisa. ein mann von welt aber trotzdem sehr lokal und regionalistisch, clever, familiär, katholisch, konservativ aber wirtschaftsliberal. und ich glaube er hat die thematik arbeitsmarkt bemühungen bzw. aussicht auf mehr arbeit gut platziert. die armen leben das subjektive gefühl der unsicherheit tagtäglich. Uribe hat diese thema gebetsmühlenartig bearbeitet.

  58. 58 Martin

    Carlo

    wenn alles so schlecht ist, was schlaegst du dann vor?

  59. 59 Martin

    Carlo,

    sch dir doch mal den Artikel an ueber die erste Festnahme mit Hilfe der Informationen de s Computers von Raul, was ja nach deiner Meinung alles nur Montaje ist.http://www.eltiempo.com/internacional/otrasregiones/noticias/ARTICULO-WEB-NOTA_INTERIOR-3988407.html

  60. 60 Jens

    @ Raphael

    Ich zitiere aus der von mir oben erwähnten Arbeit:

    “El clientelismo, la compra y acarreo de votantes, la manipulación del voto y la falta de un sistema electoral con un enfoque de justicia social son un claro ejemplo de los espacios limitados con que cuenta el ejercicio ciudadano para generar fórmulas efectivas de cambio a la permanente reproducción de la pobreza y la violencia en las regiones del país.”

    Der Druck auf die Wählerschaft, von wem, oder auf welche Art auch immer, wurden schon IMMER an kolumbianischen Wahlen praktiziert. Heute sind es Paras und FARC, vor 40 Jahren waren es die gamonales in rot oder in blau.

  61. 61 Jens

    @ Raphael

    Die Tatsache, dass die Wahlbeteiligung bei der ungebildeten Bevölkerung höher ist, hat rein GAR NICHTS damit zu tun, dass sie politisch fitter sind, sondern damit, dass ihre politische Unwissenheit sie zum Spielball rivalisierender Parteien oder Interessengruppen macht, welche sie zunächst IN die Wahllokale zwingen und sich ihre Stimme sichern.
    Das gilt nicht für die Städte, aber in Kolumbien wurden die Wahlen meist auf dem Land gewonnen und genauso laufen die Wahlen auf dem Land.
    Diese Aussage ist nicht meine Erfindung, sie entspricht einer schon seit Jahren von unabhängigen Wahlbeobachtern immer wieder kritisierte Besonderheit kolumbianischer Wahlen.

  62. 62 Svenn

    @ Jens

    sicher gibt es für jeden einzelnen eigene gründe warum er einen kandidaten wählte oder nicht, genau wie es hier im forum verschiedene meinungen zu Uribe gibt, raphael hat sicher recht wenn er die situation der armen und ihre hoffnung auf eine bessere zukunft anführt. und auch mit dem vergleich zu chavez liegt raphel meiner meinung nach nicht voll daneben wenn er sagt das chavez massiv durch die armen unterstützt wurde. der unterschied liegt darin, dass chavez den weihnachtsmann mit dem sack voller geschenke aus den ölmilliarden gibt und Uribe das große geschenk der sicherheit versprach. die armen schlucker sind, und da sind wir uns wohl alle einig, das schwächste glied der kolumbianischen gesellschaft, sie können sich keinen wachmann leisten und fallen auf dem land der gewalt (welcher seite auch immer) am ehesten zum opfer. Uribe versprach sicherheit durch die “harte hand” (danke für dieses zitat an ex-kanzler schröder) und daraus resultierend wirtschaftlichen aufschwung. also eigentlich das gleiche wofür chavez steht, beide versprechen mehr (oder das erste geld) in den taschen… - die frage ist welches konzept nachhaltiger ist, die gießkanne von chavez, die solange wasser hat wie das öl sprudelt, oder die harte hand von Uribe, die nur funktioniert wenn er guerilla, paras und sonstige gewalt in den griff bekommt. auf jeden fall scheint die aktuelle stimmung in kolumbien bei arm und reich mehrheitlich pro Uribe zu sein (mein subjektiver eindruck!) und damit macht er die richtige politik für den moment, wie schnell sich die zustimmung drehen kann wird ihm sein spezi aus texas sicher schon erklärt haben.

  63. 63 Raphael

    @Jens

    Die Aussage: “es war schon immer so”, zeigt vielleicht historische dimensionen auf, wird aber der transformation des konflikts, deren komplexität und aktuellen dynamiken nicht gerecht. militärische mittel, gewaltmärkte, drogenökonomie, weltwirtschaft, globale politische situation etc. sind doch nicht die selben wie vor 40 jahren. auch die art und weise der gewalt nicht. aber die gewalt als solches ja, da hast du recht!

    mit fitter meinte ich vielleicht wacher, aufmerksamer auf keinen fall informierter. aber es war auch nur mein subjektives gefühl. und es ist nicht nur die politische unwissenheit welche sie zum spielball macht, sondern auch die angst. ich würde die manipuliertheit der armen nicht überschätzen. ich hatte mit vielen armen jugendlichen zu tun und die wussten nicht so wenig.

  64. 64 Jens

    Hallo Svenn, Hallo Raphael,
    ich kann Euch beiden nur voll und ganz zustimmen.

    Lest doch noch einmal kurz mein Zitat von oben und Ihr werdet Eure Ausführungen dort wieder finden.

    Und was die Art der Gewalt angeht, der “corte de franela”, eine kolumbianische Erfindung aus der violencia, ist nicht weniger schlimm, als seinen Gegener mit der Motorsäge zu zerstückeln. Insofern hat sich nichts in der Qualität der Gewalt und wahrscheinlich auch nicht viel in der Quantität geändert. Ich würde höchstens einen Unterschied in Ihrer SYSTEMATISCHEN Anwendung sehen und da komme ich auf die Amerikaner und die Escuela de las Américas. Am Beispiel Honduras, Guatemala und Nicaragua konnte man diese zielgerichtete extreme Gewalt genauso beobachten wie zu den Glanzzeiten der Paras in Kolumbien.
    Wir wünschen ja alle, dass dieses Kapitel mit Justicia y Paz endlich geschlossen werden kann.

    Ich stelle die Politik von Uribe nicht infrage.

    Aber wie läuft eine Wahl auf dem Land ab? Hierzu kann ich mit dem Beispiel Aipe (Huila) und Planadas (Tolima) dienen. Die Partei mit den besseren finanziellen Ressourcen schickt ihre Emissäre in die veredas. Sie holen die Wähler im Bus ab, nehmen ihnen dabei schon einmal ihre cédulas ab. Dann werden die campesinos ins Dorf gefahren, dort gibt es noch ein Mittagessen und es wird ein bisschen gefeiert (Demokratie gefeiert), noch einmal kurz klargestellt, wem sie die fiesta zu verdanken haben und wo das Kreuzchen hin muss und dann geht bitte jeder einzeln mit seiner cédula ins Wahllokal und stimmt ab (bzw. GIBT seine Stimme ab, achtet den Unterschied!). in Kolumbien sagt man: por la plata baila el perro. Darin dürfte Svenn auch eines seiner Argumente wiederfinden.
    Alternativ gibt es aber auch die Möglichkeit zu sagen: wenn Du für die andere Partei wählst, dann suchen wir Dich und Deine Familie auf. Die Drohungen können offen, oder neuerdings, auch sehr subtil geschehen. Übrigens, Schröder hat doch von der Politik der “ruhigen Hand” gesprochen, oder? An die “harte Hand” kann ich mich nicht erinnern, egal.
    Das sind zwei Beispiele für eine Manipulation der ländlichen Bevölkerung. Beides funktioniert, ohne dass allzu viel an Inhalten versprochen werden muss.

    Wohlgemerkt, ich spreche NICHT von den Städten. Raphael, ich weiss ja nicht, von welchen Jugendliche Du redest, aber wenn Du von der wirklich ARMEN jugendlichen Bevölkerung der großen Städte sprichst, dann wird man in einem großen Anteil eine ausgeprägte Politikverdrossenheit feststellen können. Das sind Wählerschichten ohne Arbeit und ohne Perspektive die sich nicht für die Wahlen interessieren, weil ja “sowieso alles nur Mist ist” und die wahrscheinlich einen Löwenanteil der Nichtwähler ausmachen (siehe Wahlbeteiligung). Was nicht bedeutet, dass sie nicht wach und aufmerksam sind. Sie haben nur das Gefühl, Politik bringt nichts.

  65. 65 Raphael

    Hallo Jens

    Durch die klärung, dass du nicht von den städten sprichst, bin ich nun voll und ganz mit dir einverstanden. der unterschied zwischen stadt und land ist wirklich gigantisch. Ich hatte mit den jugendlichen in bogota und medellin zu tun. Mit den ganz armen zwar aber auch mit den sehr engagierten, welche sich in redes juveniles organisieren und wirklich sehr politisch sind.

    dass du uribes politik nicht infrage stellst, hast du hoffentlich nur in bezug auf deinen letzten beitrag bezogen;-)

    wie das gesetz justitia y paz funktionieren wird, können wir wahrscheinlich erst in ein paar jahren richtig analysieren. Dass mittlerweile 22 abgeordnete von uribes regierungskoalition wegen verbindungen zu paramilitärischen einheiten im gefängnis sitzen, geht momentan eher unter. aber ich weiss - für kolumbianische verhältnisse, kein grund zur beunruhigung.

  66. 66 CARLO

    @SVENN:
    Hatte leider eine falsche Quelle :-(. Natürlich erkenne ich die Homepage des Bundesaußenministeriums an. Aber wer ist schon ganz ohne Fehler? Altkanzer Schröder verwendete”eine(politisch) ruhige Hand” und nicht die von Dir zitierte “harte Hand”.

    Deiner These über die Wahlbeteiligung kann ich nicht zustimmen. Vielmehr ist eine niedrigere Wahlbeteiligung stets durch Desinteresse(aber niemals an der Zustimmung für einen Kandidaten) des Wählers oder aber dadurch, daß dieser sich durch keine der wählbaren Parteien vertreten fühlt, begründet. Daraus resultiert in Deutschland z.B. das geringe Wählerinteresse für die Europawahl oder bei Landratswahlen. Die Bundestagswahl ist für die deutschen zweifelsfrei die wichtigste Wahl, schließlich ist ja logischerweise die Bundesregierung politisch das wichtigste Organ im Staat und eben nicht der Ministerpräsident eines Bundeslandes, oder ein Bürgermeister.

    Der gravierende Unterschied (parlamentarische Demokratie) zu Kolumbien aber ist, dass der/die Kanzler(rin) vom Bundestag und nicht direkt vom Volk gewählt wird.

  67. 67 Jens

    @ Raphael,

    entschuldigung wegen Uribe. Ich meinte nur, dass ich HIER in meinem Beitrag nicht Eure Interpretationen zu Uribes Politik infrage stellen wollte.
    Ich habe selbstverständlich auch eine Meinung zu Uribe und die ist mit Sicherheit alles andere als unkritisch.
    Das dürfte aber auch aus anderen meiner Beiträge zu entnehmen sein.

  68. 68 Svenn

    @ jens

    upps; stimmt, schröder sparch immer von der ruhigen hand, aber das hätte hier sowieso nicht gepasst. ;-)

  69. 69 Svenn

    @ carlo

    wg. der hand habe ich mir ja schon asche aufs haupt gestreut.

    was die wahlbeteiligung angeht, da bin ich in bezug auf das desinteresse sicher auf einer linie mit dir. lediglich der schlußfolgerung nichtwähler=uribegegner/zustimmungsverweigerer will ich nicht folgen. die gibt es sicher unter den nichtwählern, wahrscheinlich auch in der überzahl, keine frage. aber unter denen die nicht zur wahl gegangen sind gibt es eben auch die desinteressierten uribebefürworter, die sagten “der Uribe gewinnt sowieso, meine stimme ist da nicht mehr so wichtig” da liegen wir eben ausseinander.

    zum schluß noch “off-topic” eine anmerkung zum kanzler der in deutschland wie du ja richtig sagst vom bundestag gewählt wird, ex-bundespräsident herzog hat vorgeschlagen das wahlrecht in deutschland so zu ändern, dass der kanzler zukünftig direkt vom volk gewählt wird erhielt prompt eine richtige klatsche . . . http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEKOE65199320080306

    insbesondere lege ich dir, carlo, den letzten absatz ans herz, dann wären wir fast wieder bei den nicht abgegebenen stimmen, nur das diese in diesem vorschlag als zustimmung gewertet werden sollen!!! (auch nicht besser als dein ansatz der ablehnung! ;-) )

  70. 70 Carlo

    @SVENN:

    Der Vorschlag des Ex-Bundespräsidenten ist allenfalls eine Idee, ein Vorschlag. Aber ich finde es richtig, dass diesen alle im Bundestag vertretenen Parteien ablehnen! Es kann doch nicht eben mal das Grundgesetz geändert werden, nur weil sich die beiden linken Parteien nicht “grün” sind. Außerdem wäre das wohl dann auch gleichzeitig dann das Ende unserer bewährten parlamentarischen Demokratie.
    Ja, die Bezeichnung “KLATSCHE” für den Vorschlag finde ich treffend…

  71. 71 Martin

    Hallo Carlo,

    nochmal einer der Terristen ist umgebracht worden, diesmal in Kolumbien. IVAN RIOS auch von dem Secretariado de las FARC.

    Felictaciones Uribe

  72. 72 André

    Wer hätte das gedacht…

    Chavez, Correa, Ortega & Uribe reichen sich die Hand…

  73. 73 Carlo

    @MARTIN:
    Ja, aber VIEL WICHTIGER ist, dass beiden Politikern bei der RIO-Konferenz die VERNUNFT gesiegt und der FRIEDEN in der Region gerettet ist!

    Das Mitglied der FARC-Führungsgruppe,IVAN RIOS, ist übrigens aber von eigenen Leuten umgebracht worden, die sich das Kopfgeld USD 5.000 000 holen wollten. Beweis ist seine abgehackte Hand. Also demnach kein Erfolg der kol. Armee.

  74. 74 Martin

    Es gibt dafuer wieder einen Computer, der bestimmt wieder manipuliert ist!!!

  75. 75 Martin

    Hallo Andre,

    wieso machen wir nicht aus den FARC ein grosses Tourismusprojekt. Die FARC legt ihre Waffen nieder und werden dazu verurteilt, 4 Jahre dort zu bleiben wo sie sind und muessen fuer den Intionale Touristen betreuen, die bezahlten Abenteuerurlaub in kolumbien machen. Mit dem Konzert von Juanes wird die Welt auf Kolumbien und Venezuela schauen und es wird sehr viel Medienrummel geben. Das waere auch noch die Perfekte Sartloesung! Die Touristen muessen natuerlich dafuer bezahlen. Aber so loesen wir viele probleme und es gibt viel Arbeit in abgelegenen Gebieten und es wuerde viel Geld nach Kolumbien kommen.

    Die Welt hat dank des Vorfalles die Augen auf Kolumbien gerichtet was sehr wichtig ist.

  76. 76 Carlo

    Hier ist übrigens der Linkfür meine Nachricht über FARC-LEADER Ivan Rios. Denn lt kolumbianischen Meldungen sollte es ja eine weiterer Schlag der Armee gewesen seimn. Aber da glaube ich doch schon eher dem SPIEGEL

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,540233,00.html

    @MAERTIN:
    … gar nicht so schlecht, die Idee und zur Verstärkung und Krönung des EVENTS sorgt die FARC dann mit ihren Gitarrespielenden Cantantes …

    Ruckzuck wird die WELTMEINUNG über Kolumbien in das ABSOLUTE GEGENTEIL umschlagen. Einfach GENIAL.
    Naja der FRIEDEN hat halt seinen Preis, das werden auch die Touristen verstehen!

  77. 77 Martin

    Siest du Carlo so kann man schnell aus einem zweifler einen positiv ueber Kolumbien denker machen.
    Nur positiv denken und nicht negativ.

  78. 78 Miguel

    @Carlo:

    Danke für den Link, bestätigt genau das, was das Schmierblatt El Tiempo und die Propagandasender RCN und Caracol auch so berichten.

    Anfangs gab es Vermutungen, dass er bei Gefechten in Antioquia um´s Leben gekommen sei. Antioquia ist in Kolumbien, das muss ich mal klar stellen, da hier schnell Behauptungen aufgestellt wurden, Uribe würde die FARC in Kolumbien schonen. Antioquia ist übrigens Uribes Heimatprovinz.

    Also gut, dass der Spiegel das auch schreibt, sonst würde hier wahrscheinlich die Diskussion entstehen, dass Rios vom Militär ermordet wurde und nun die blinden Propaganda-Medien Kolumbiens mit einer Räuberpistole kämen um die Armee rein zu waschen. Interessant auch, dass Dich die Spiegelanalyse, dass die FARC militärisch schwer unter Druck steht und wahrscheinlich nur noch die Hälfte ihrer einstigen Stärke zählt, zu keinem Gegenargument reizt. Als ich dies als These zu den möglichen Hintergründen und Erfolgen Uribes Politik anführte, erkanntest Du ja gleich Informationsdefizite wegen Verblödung durch kolumbianische Propaganda-Maschinerie.

    Bloß gut, dass es da noch die deutsche Presse gibt.

  79. 79 Martin

    Vielleicht war der Konflikt doch nicht so schlecht, die Welt hat auf Kolumbien geschaut und Kolumbien ist hervorragend dabei weggekommen.

  80. 80 Jens

    Diesen Kommentar zu dem Thema der Diplomatie hatte ich an anderer Stelle veröffentlicht. Bin zu faul, ihn noch zu übersetzen. Ausserdem überschlagen sich die Ereignisse. Man kommt ja gar nicht mehr hiunterher.

    Todos los políticos son iguales

    Ya está. No hay problema. Todos somos amigos otra vez.
    Uribe le pide disculpas a Correa y ya todos somos amigos otra vez. Así de fácil ?? Y hay ganadores o perdedores?

    Primero, hay que decir, que ganan los pueblos de Colombia y de Ecuador, quienes, dicho sea de paso, nunca tuvieron problema el uno con el otro.

    Hay más ganadores? Si, evidentemente gana Uribe, quien una vez más se salió con la suya. No quiero decir con ello que esté en manera alguna justificada la acción de ingresar a territorio ecuatoriano, pero cual es el precio que tiene que pagar por su osadía? Una disculpa a Correa. “Un gesto de grandeza” dirán sus amigos.

    Hay perdedores? Si, hay muchos.

    Ahí está Correa que iba a ir hasta “las últimas consecuencias” para que Colombia fuese condenada a nivel internacional. Pero sin más, ahora se retract