Kaum war Uribes Auftritt beendet meldete sich Chavez wenige Minuten später aus Caracas zu Wort. “Uribe hat die dritte Phase der Freilassung, die Übergabe (mit Dynamit) gesprengt!”, so seine Worte. Er glaube Uribe nicht, die FARC hätten auf ihm (Chavez) einen fähigeren und ehrlicheren Eindruck gemacht als die ganze kolumbianische Regierung. Das wenig vorher die FARC die Übergabe abgebrochen haben vergisst er wissentlich und macht nun Uribe als Lügner zu der Person, die die dritte Phase scheitern lässt. Dass die kolumbianische Regierung die Sicherheitsgarantien erweitert hat und noch daran fest hält, dass sogar die von ihm mit der Koordination vertrauten Personen bis gestern Abend noch bestätigen, dass Kolumbien alle Garantien einhalten würden und sie daher sicher seien, dass die Freilassungen sehr bald statt finden würden, dass lässt Chavez jetzt völlig außer Betracht und läutet Phase zwei der Schlammschlacht ein, nachdem er schon vor zwei Tagen ein Scheitern vorweg genommen hatte, weil die USA und gewisse Kreise in Kolumbien auf Krieg setzen würden.
Mir fehlen die Worte meine Enttäuschung aus zu drücken. Vielleicht auch, weil wir in Kolumbien dieses Spiel der FARC schon lange kennen und zu viele Male erlebt haben. Da ist die Resignation und Sprachlosigkeit schnell da, was gut für die FARC ist. Schlimm finde ich, dass meiner Meinung nach Chavez sich hier auf den Rücken dieser menschlichen Schicksale als machtpolitischer Zyniker entlarvt und sein Gespräch von Gestern schnell vergisst. Seit zwei Tagen war zu erkennen, dass er ein Scheitern sucht und schon einmal die Schuldigen benannte.
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Ich bin zu zeit erste mal in Kolumbien.Mich wundert warum hier studenten hassen Uribe und lieben Chavez .Wenn ich diskutiere mit meinen freund und sage FARC sind teroristen sehr schlecht fuer Kolumbien und nicht verteidiger armen leute wie sie das sagen der freund sagt das ich weiss nich besser weill ich hier nicht lebe.Ich glaube studenten wenig wissen ueber reale geschichte,komunismus ,soscjalismus etc.
Grusse
Hi Miguel. Ich kann das zu 100% nachempfinden, mir fehlen da nun auch die Worte …
Lieber Miguel,
ich als “Außenposten” in Paris und Stuttgart kann dir auch die europäische Enttäuschung über das Scheitern weitergeben. Gerade in Frankreich wurde intensiv zum Jahreswechsel über die Lage in Kolumbien berichtet (stündlich), auch hier hatten die Menschen bis zuletzt auf einen Erfolg gehofft.
schöne Grüße,
Philipp
Hallo Jack,
wo hälst du dich denn gerade auf? Ich kenne nur sehr wenige Menschen hier (eigentlich garkeien) die gut über die FARC reden? Auch keine Studenten!
Gruss aus Cartagena
Jonathan
Hallo Marsjo,
Ich selbst bin in Bogotá. Hier gibt es auf jeden Fall Farc-Sympathisanten - auch wenn ich keinen persönlich kenne.
Statt auf Farc-Sympathisanten treffe ich gelegendlich auf “ganz normale” Regierungskritiker.
Grüße aus Bogotá.
Micha
Insgesamt soll es ja noch 2% Sympathisanten mit der FARC in Kolumbien geben. Das wären ja etwa 1 Mio Menschen. Erik, der eine Zeit lang hier im Blog geschrieben hatte, hatte berichtet, dass er während seines Zivildiensteinsatzes in Kolumbien Kontakt zu einigen Sympathisanten hatte. Ich selbst kenne nur zwei Ausländer, die Kolumbien so spannend fanden, weil die “Linke” hier noch für ihre Rechte kämpft und daher mit der FARC und Co sympathisiert hatten, als sie doch in Kolumbien lebten blieb ihnen zwar ihre linke Einstellung, doch die Sympathie für die FARC legten sie schnell ab.