2. Umfrage: Wie schätzt du Uribes Arbeit ein?

Vor ca. 10 Tagen hatten wir unsere erste Umfrage im Blog, es haben wirklich sehr viele Leser mitgemacht. Vielen Dank!

Einige haben sich gemeldet und angedeutet, dass sie gerne mehrere Abstimmmöglichkeiten gehabt hätten. Ich habe nun die Umfragesoftware upgedated. In Zukunft werden - je nach Umfrage - mehrere Stimmen abgegeben werden können.

Besonders schön fand ich, dass Antwortmöglichkeiten von Euch hinzugefügt wurden, von denen “Leben/ Alltag in Kolumbien” sogar den zweiten Platz gemacht hat. Das Ergebnis war sehr deutlich. Es gibt ein breites Interesse an Themen zu Kolumbien mit den Schwerpunkten Politik, aus dem kolumbianischen Alltag und Infos zu Reisen in Kolumbien. Wir - die Autoren - werden bei der Artikelwahl entsprechend darauf achten. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben.

Aufgrund der regen Teilnahme an der Umfrage, werden wir diese in regelmäßigen Abständen durchführen. Entsprechend eurer Wünsche, geht es in der nächsten Umfrage um Politik. Es ist eine einfache Frage.

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Wie bewertet ihr die Präsidentschaft von Alvaro Uribe?






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Bitte schreibt doch in den Kommentaren welche Umfragen euch hier im Blog interessieren würden!

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53 Kommentare zu “2. Umfrage: Wie schätzt du Uribes Arbeit ein?”


  1. 1 JUAN CARLOS RAMIREZ ABADIA

    Pues Uribe

    LO MEJOR

    COLOMBIA ADELANTE

    das beste was MEINEM Land passieren konnte, Kolumbien wurde WIEDER LEBENSWERT dank eines GROSSEN PAISA.

    deja los traquetos en libertad porque usted tambien es uno de nosotros……………

  2. 2 Don-Pedrinio

    Kolumbianischer Präsident sein ist bestimmt nicht einfach. für mich ist Uribe NICHT DER ideale Präsident. ich gab ihm aber dennoch die beste Note, weil er in meinen Augen wirklich das beste für das gegenwärtige Kolumbien ist.
    ich sähe ihn aber lieber als einer aus dem Norden denn als Paisa. denn als solcher sind seine Verbindungen zur Unterwelt zu gegenwärtig und mit unter für eine NOCH BESSERE Zukunft Kolumbiens eher störend als hilfreich.

  3. 3 Marco

    Ihr seit echt verrückt. also neutrale bewertung kann ich ja noch nachvollziehen wenn man die verbesserung der sicherheit über alles andere stellt.
    aber “das beste was kolumbien passieren konnte”… alles klar.
    erzählt das mal den campesinos, dezplazados y las victimas de los paramilitares. warum nicht gleich ein loblied auf hitler?

  4. 4 Miguel

    @Marco:
    Gibt es die Paras erst seit Uribe?

    Hitler ist eine ganz andere Liga. Du wirst wenige Politiker (wenn überhaupt) finden, die Du an ihn messen kannst.

    Wenn Du aber da keine Hemmschwelle hast, kannst Du auch Reyes oder Tirofijo mit Hitler vergleichen. Ich sage noch einmal: Das geht nicht.

    Sind Desplazados eine Erfindung Uribes?
    Du hast kein geschichtliches Konzept der Probleme Kolumbiens

    Viele Campesinos sind heute froh, dass ihre Arbeit auf dem Land wieder rentiert, weil sie nicht von irgendwelchen Banden erpresst oder ermordet werden, weil ihre Ware es heute wieder in die Märkte der Städten und Dörfern schafft. Ob sie deswegen denken, dass Uribe das Beste sei, was ihnen passieren konnte, weiß ich nicht. Aber sie sind froh wieder eine Zukunft zu sehen.

  5. 5 Marco

    nein aber seit ihm straffreiheit für dieselbigen. die beziehungen von ihm zu jenen sind wohl ausreichend dokumentiert. und ich vergleiche Uribe nicht mit hitler. die assoziation drückt lediglich mein unverständniss aus. und reyes und tirofijo sind auch nicht besser

  6. 6 Miguel

    @Marco:
    Das mit Hitler liest sich jetzt besser.

    Straffreiheit? Wo und wann denn? Ob jemand bestraft wird oder nicht, dass entscheidet in Kolumbien immer noch ein Richter. In Sachen PARAs greift da Justicia y Paz, nach diesem Gesetzt wird gerichtet. Es ist viel zu milde und sicher nicht gerecht. Es ist aber auch das gleiche Gesetzt, dass die Guerilleros richtet, wenn sie sich ergeben.

    Über Uribes Beziehungen zu den Paras wird viel gesprochen und geschrieben. ABer gerichtlich Verwertbar ist nichts dokumentiert. Du meinst, da wird nichts gemacht? Die kolumbianische Justiz hat schon über 50 Senatoren und Abgeordnete bestellt, sich wegen ihrer Zusammenarbeit und Kontakte zu den Paras zu rechtfertigen. Davon sind auch einige schon verurteilt worden und sitzen. Viele dieser Politiker gelten als Uribe-nahe. Auch ein Cousin von Uribe muss vor dem Kadi. Doch juristisch dokumentiert, ist nichts, was die Kontakte Uribes zu den Paras festhält.

    Oder hast Du diese Belege?

  7. 7 Marco

    Miguel, ich kenne die geschichte kolumbiens. zumindest seit beginn der violencia. dass sich ihre arbeit rentiert hängt von den weltmarktpreisen für lebensmittel ab und dass diese steigen hat rein gar nichts mit Uribe zu tun. dass sie inzwischen nicht mehr erpresst werden halte ich, sorry, für propaganda. die wo noch nicht vertrieben wurden, und in den slums der großstädte ihr leben fristen können, sind wie eh und je spielball zwischen guerilla und paras/regierung. die verbrechen die der staat an selbigen begangen hat sind unverzeihbar und das mit “das beste was kolumbien je passieren konnte” zu beschreiben finde ich, sorry, ignorant. und jetzt schreib bitte nicht dass das auch früher schon so war. das weiß ich! macht Uribe deswegen aber nicht besser!

  8. 8 Marco

    genau das gesetz kritisiere ich. es gibt übrigens meiner ansicht nach einen grund warum das fast ausschließlich nur paras in anspruch genommen haben. guerilleros sind hauptsächlich arme verschleppte kinder oder bauern, ohne besitz. die paras dagegen haben sich ordentlich bereichert und können ihren reichtümer dank justicia y paz behalten. die armen schweine sind wie immer die campesinos! und genau das kotzt mich an. und zu uribes para beziehungen, sorry, aber wenn ich hiermit anfange werde ich bis morgen nicht mehr fertig. ich habe dir aber schon mal eine kleine auswahl geschickt…kanns gerne nochmal suchen

  9. 9 Marco

    http://de.youtube.com/watch?v=eaADfhAGcC8

    gutes video zur situation einiger campesinos. sind 3 teile

  10. 10 Miguel

    Marco, vielen Dank für die Links. Die Videos sind wirklich sehr gut und vermitteln sehr anschaulich das Leiden, die Angst und die Hoffnung der Landbevölkerung in den Kriegsgebieten. Menschen, die mehrmals vertrieben werden und in den Städten kein Fuß fassen können.

    Die Menschen aus diesen Videos sind vor allem von den PARAS und den sie unterstützenden Einheiten der Armee verjagt und ermordet worden.

    Dieses ist die kolumbianische Geschichte. Kann ein Präsident einen Ausweg aus dieser Gewaltspirale schaffen? Wie kann er das anstellen? Das sind Fragen, auf die dieser dreiteilige Dokumentar nicht eingeht. Aber es sind die Fragen, die hinter dieser Umfrage stecken. Wie gut ist Uribe? Was für ein Zeichen ist es, dass sich Campesinos wieder auf den Weg machen, ihre verlassenen kleinen Parzellen aufzusuchen und den Mut haben einen Wiederaufbau zu versuchen? Todesmut oder erste kleine Erfolge einer Politik, die bemüht ist, Sicherheit und Rechtstaatlichkeit auch in die entlegensten Gebiete zu bringen? Ist so eine Politik die Lösung für die gewaltigen sozialen Probleme die die kolumbianischen Campesinos plagen? Das sind alles Gedanken, die hinter dieser Umfrage stecken und zu deren Antwort diese Dokumentare einen Beitrag leisten können.

    Was ich aber aus den Filmen nicht erkennen kann, ist der von Dir angekündigte Beweis, dass Uribe mit den Paras zusammenarbeitet.

  11. 11 Marco

    ja finde ich auch. habe nur leider den eindruck dass dies keinen interessiert. dass sie keinerlei unterstützung erhalten und sich vergessen fühlen ist aber hoffensichtlich auch hervorgegangen. wer außer der regierung trägt dafür verantwortung? die schuld an den vertreibungen, massakern der paramilitärs und/oder militärs trägt ebenfalls die regierung. und zu paraco Uribe habe ich dir jetzt mal meinen letzten link herausgesucht. da bist du mir die antwort schuldig geblieben. wenn du die vorwürfe entkräften kannst poste ich gerne noch weitere.

    http://216.239.59.104/search?q=cache:Ka2ghAWc73UJ:www.polodemocratico.net/IMG/doc/Uribe_jefe_del_ocultamiento_Aleman.doc

  12. 12 Miguel

    Auch für diesen Link danke. Er ist bekannt.

    Aber leider interpretierst Du. Nicht einmal Kenneth Roth wirft Uribe vor, dass er ein PARA-Politiker ist oder Verbindungen zu den PARAS unterhält. Er wirft Uribe vor, dass er die Gewalt an Gewerkschaften verniedlicht, seine Zahlen schönt und seine Politik erfolgreicher erscheinen lassen möchte als sie ist.

    Diesen Vorwurf kann ich teilen. Aber eine Sache ist Propaganda und eine andere ist es ein Paraco zu sein.

    Die gleichen Vorteile stehen auch Guerilleros zu, die sich unter Justicia y Paz begeben. Keiner käme deswegen auf den Gedanken, Uribe einen FARCO-Politiker zu nennen. Zur Zeit steht sein Angebot, Guerilleros frei zu lassen, die auch mit Haftstrafen sitzen, die über die 8 Jahre von Justicia y Paz gehen, frei zu lassen. Kein Schrei von Kenneth Roth.

    Da Uribe nicht die Stimmen seiner Wähler erpresst hat, muss er nicht erklären, warum sie ihn gewählt haben. Dass er von vielen Parapolitikern gewählt wurde, ist sicher sehr verdächtig und macht uns alle sehr hell hörig. Aber Beweise gegen Uribe kann auch nicht mal der Polo Democratico vorlegen.

    Wenn Du die Parapolitik verfolgt hast, dann weisst Du auch, dass schon über 50 Volksvertreter untersucht werden. Und es werden noch mehr kommen, so dass z.Z. die politische Frage in Kolumbien ist: wie legitim ist dieses Parlament noch? Die Frage: wie legitim ist dieser Präsident, habe ich außer von der FARC noch von keiner Seite gehört.

    Die Reparation der Opfer seitens der Paras ist verzweifelnd langsam. Das hat heute Uribe auch erklärt und ein Gesetz angekündigt, dass dem ganzen Fristen setzt:

    http://www.eltiempo.com/politica/2008-04-14/ARTICULO-WEB-NOTA_INTERIOR-4098336.html

    Was beweißt das? Dass Uribe kein Paraco ist? Dass er ein Paraco ist?

  13. 13 Martin

    Marco,

    ich bin auch einer, der dafuer gestimmt hat, dass Uribe das beste ist was Kolumbien passieren konnte.

    Aus folgenden Gruenden und man muss alles etwas Globaler sehen und sich nicht nur an einigen punkten festmachen:

    Zuerst muss man wissen, was es vor Uribe gab und was es heute gibt. In Medellin gab es pro 100.000 Einwohner ca 167 Gewalttote. Zwischenzeitlich sind dies nur noch 35 oder 40. Wie viele Leben hat die Politik Uribes gerettet?
    Frage doch einfach mal die Bewohner der Comuna 13 in Medellin, was die zu Uribe meinen. Das sind nicht irgendwelche Schreibtischhengste, die immer an allem herumnoergeln, was Uribe macht. Er hat dort 2002 aufgeraeumt und die paras und die Guerilleros vertrieben.

    Frage doch einfach die ganzen kleinen Geschaefte, die es auf den Landstrassen von Kolumbien gibt, die dank der Politik Uribes wieder Geschaeft haben und wieder davon leben koenne. Das sin keine Reichen.

    Frage die ganzen Leute, die neue Arbeitsplaetze gefunden haben und die jetzt wieder ehrich ihre Familien ernaehren koennen. Das ist auch danke der Politik Urbibes entstanden, dass es wieder vertrauen gibt und investitionen gibt, die Arbeitsplaetze schaffen.

    Frage die armen Leute in Santa fe de Antioquia oder Coveñas, die durch den Bauboom und den Tourismus wieder Arbeit haben. ich habe mit den Leuten gesprochen, die sind alle sehr von der Politik uribes ueberzeugt und das ist die Mehrheit der Kolumbianer.

    Was machen die Europaer, wie helfen diese den Kolumbianer? Die Europaer sind mit eine der groessten Konsumenten von Kokain, was die Gewalt hier aufrecht erhaelt und finaziert. Jeder Drogenabhaengige muesste eine Strafe an Kolumbien zahlen, damitt der Schlamassel wieder bereinigt wird, der durch den Drogenkonsum finanziert wird.

    Vom warmen gemuetlichen Schreibtisch aus in Deutschland oder Europa ist es einfach alles zu kritisieren. Was waeren die Alternativen zu Uribe? Eine entmilitariserie Zone wie 98 -2001? In dieser Zeit nahm die Gelwalt von links und rechts sehr zu. Deshalb haben die Kolumbianer Uribe gewaehlt, da sie es satt hatten immer wieder von der Guerilla angelogen und betrogen zu werden.

  14. 14 Don-Pedrinio

    ich sehe die Dinge aus andern Blickwinkeln. was war vor Uribe:
    2,3,4 - 10 militärisch aktive Gruppierungen welche Land und Leute verunsichern, töten und vertreiben. niemand traute sich Nachts auf die Strassen. alles was für die Infrastruktur des täglichen Lebens gebraucht wurde, wurde integriert in grosse Einkaufszentren, um das Risiko jedes einzelnen zu minimieren ev. auf offener Strasse hingerichtet zu werden. dies hat sich Heute doch echt geändert. ein Arzt, ein Babywaren Geschäft, ein Kino usw. findet man Heute auch ausserhalb grosser Zentren. soagr ich als Ausländer gehe Nachts einfach auf die Strasse hinaus und hocke ins erstbeste Taxi.

    das westliche Denken vertritt die Auffassung, dass Kolumbien ein Präsident hat, der mit allem von heute auf morgen aufräumt.

    EIN ZU WESTLICHES DENKEN. SCHRITT FÜR SCHRITT…

    ist hier nötig um dem Land Kolumbien den Frieden und die Gerechtigkeit zu geben, dass das Land verdient hat. Uribe ist ein Werkzeug dazu. (wie bringe ich es als Präsident zu stande, dass aus 10 Feinden nur noch einer oder gar keiner mehr ist. Verbünden. tue ich es nicht, werde ich alsbald das Geschehen aus der Holzkiste 2m unter dem Boden verfolgen.
    Uribe hat es geschickt zu Stande gebracht, dass sich das Volk zusammen tut und die Guerillas verfolgt. dass aus 10 EIN Feind wurde. ist diese “Plage” ausgemistet, hat das Werkzeug Uribe möglicherweise ausgedient. denn das das Werkzeug Uribe zu einseitig ist, zu nahe an Paras ist, das weiss wohl jeder. doch aus den verschiedenen Blickwinkeln der einzelnen Menschen werden diese (seine Erfolge) als Rückschläge bis Gewinne für das Land Kolumbien gewertet.
    Rückschlag, zurück zur Anarchie, zur Diktatur, zur Bevormundung durch Bevorzugte reiche Gruppen? oder Gewinn, näher zusammen rücken, mehr miteinander statt gegen einander wirken.
    hier unterscheiden sich die einzelnen Meinungen. der eine stellt die Gerechtigkeit in den Vordergrund, der andere sieht das gegenwärtige Kolumbien im Vergleich zu dem was es früher war. sieht die humaneren Möglichkeiten der Masse. der andere hingegen will nur das sehen und gewichtigen, was den 4 Mio vertriebenen widerfahren ist.

    eine Disskusion ohne Ende, da Grundsätzlich beide Ansichten Recht haben.

    aber was ist den mit den Paras und den Grossgrundbesitzern? sind die wirklich nur schlech und mörderisch?

    darum möchte ich diesen Blickwinkel mit einfliessen lassen. eine pers. Geschichte, welche mich ein bisschen da hinein schauen liess. dieses Jahr im Feb traute ich mich zum ersten Mal ins Zentrum Cordobas hinein. Para PUR. Don-Pedrinio sei da blos auf der Hut. durch mein stetiges Reisen quer durch Kolumbien, sehe ich nicht mehr: ohh, welch Wunder dieser Penol, ohh, was für Traumstrände im Parque Tayrona, welch Altstadt Cartagenas. nein, ich habe längst die Augen für andere Dinge geöffnet. das Land und die Kultur Kolumbiens. und diese zeigte mir ein völlig verbluffendes Bild im Dept. Cordoba. auf den letzten 30km bis Monteria sind mir Abends um 17 Uhr ca 50 Traktoren mit irgendwelchen landw. Gütern begegnet. ich habe x Fabriken gesehen, wo diese Güter zu Produkten gefertigt werden. in der Stadt wimmelt es von Motorrädern und Autos. hier herrscht Reichtum, auch wenn wohl einseitig verteilt. aber es lässt vermuten, dass jeder der ein Rad in der ganzen Maschinerie ist, seinen Teil davon abbekommt. gehe ich in mir drin zurück in andere Gegenden, wo jeder Bauer sein Land selber bestellt. stelle ich schnell fest, dass ich dort mehr Mulis und Pferde sah, als Motorisierte Pferde. hier ist also Para zu Hause. grundsätzlich geht es hier dem Vertriebenen gar nicht schlecht (bitte falsch verstehen). hier haben Grossgrundbesitzer sich organisiert. der “arme” Kleinbauer pflügt seinen eigenen Grund und Boden aber als Angestellter eines dieser Grossgrundbesitzer. wie gemein ist doch diese Welt, denn er kriegt nur Lohn für die Stunden die er arbeitet. aber wie sieht es mit dem andern aus. jener der auf seinem bescheidenen Hab und Gut Reichtum scheffelt? sind wir ehrlich, dann lebt er von der Hand in den Mund. er hat eine Holzhütte ohne Strom. der andere, der Vertriebene dieser Region, wohnt in einem Steinhaus mit fliessend Wasser, es hat sogar Strom, Fernseher und er besitzt ein Motorrad.

    jaja, ich weiss, dies ist nur ein kleiner Teil der Vertriebenen. ein schlechtes Beispiel. hmm, da war ich doch mit Col. Freunden in Turbo. auch da sind Grossgrundbesitzer und schwarze vertriebene Sklaven arbeiten dort. wie sieht es dort aus? identisch mit vorheriger Geschichte. wie siehts aus im Valle? dito.

    wie sieht die Geschichte Kolumbiens aus? in erster Linie: Krieg!!! jeder versucht sich über dem Wasser zu halten indem er von der Hand in den Mund lebt. ein Land mit derartigen Bodenschätzen? beinahe analphabetismus. kaum fassbar! vergammelte Städte und Dörfer. was hat das Land erreicht mit diesem so verwerflichen Präsidenten?
    Ruhe, halbwegs Frieden, etwas mehr Wohlstand für die Mittelschicht, viel Geld für die Paras. was aber sonst noch? überall werden Parks gebaut und erweitert. mehr und mehr wandeln sich die holprigen Pfäde in wirkliche Strassen. sogar in den Slums werden Bürgersteige gebaut und gepflästert.
    wäre dies vor 6 Jahren möglich gewesen? als jeder statt einem Pickel und Schaufel eine Flinte auf sich trug?

    @Marco, auch mich kotzt es an, dass die armen Campensinos wie das letzte Ungeziefer leben muss. aber man kann nicht von heute auf morgen ein Land 100% umkrempeln. ich hoffe, dass Uribe es noch in seiner 2. Amtszeit schafft, die Guerillas auszurotten oder sie an den grünen Tisch gebracht hat. wohl wird es aber ein halbwegs Ausrotten sein, denn die Guerillas werden sich wohl nie Untergeben, wie das viele hier im Blog hoffen.
    dann ist wohl das Werkzeug Uribe überflüssig. und vielleicht schafft es das Volk ein Werkzeug zu finden, welches auch der unterdrückten Minderheit mehr Rechte und Hilfen verschafft.

    bis dahin, bis das Kapitel Guerillas Vergangenheit ist, muss ich zwangsläufig Uribe als “den Umständen entsprechend einigermassen als halbwegs optimal für Kolumbien” betrachten.
    danach ist er für mich wieder das, was er in meinen Augen ist: ein Sohn eines Drogenbarons, dessen Schulbildung durch Drogen finanziert wurde.

  15. 15 Marco

    ach komm Miguel, das nennst du interpretieren und keine beweise? viel deutlicher gehts doch nicht

    sein vater enger kumpane vom okocha clan daraufhin von der guerilla ermordet. sein bruder ebenfalls okocha clan, sein cousin angeklagt wegen verbindungen zu paras.

    Ende der 70ziger Jahre Bürgermeister von Medellin finanziert von Pablo Escobar. der bevor seiner ermordung durch die pepes eng mit carlos castano zusammmenarbeitete

    Zwischen März 1980 und August 1983 Direktor des zivilen Flugverkehrs. Assistent Cesar Villgas dem Verbindungen zum Cali - Kartell nachgewiesen wurden

    In den 90ziger Jahren Vorsitzender von Pedro Juan Moreno , welchen die DEA den Kauf von 50.000kg Chemikalien zur Kokainherstellung nachwies

    in seiner regierungszeit die bildung der convivir truppen und damit der legalisierung des paramilitarismus. die convivr gruppen ermordeteten tausende wegen ihrer angeblichen guerilla sympatisien. danach convertierten sie zur auc

    die ausbeutung und späteren masaker auf seiner damaligen finca

    fast sämtliche abgeordnete die in den paraskandal von jorge 40 verwickelt waren aus seiner partei

    seine außenministerin? sein direktor des DAS?

    etc. etc etc.

    zeigen wohl offensichtlich seine nähe zu paramilitärs. was soll ich dir posten? ein bild wo er jemand den kopf abhackt?? sorry damit kann ich nicht dienen. aber vielleicht ein video von ihm zusammen mit paramilitärs?

    http://www.youtube.com/watch?v=j1BdZmHhUxQ&feature=related

    vielleicht nicht genug um ihn in den knast zu stecken. aber da ich im gegensatz zur politischen oposition nicht dem politischen establischment unterworfen bin reicht mir das vollkommen um ihn paraco zu nennen!

    seine sprüche das die opfer nicht schnell genug entschädigt werden beweisen gar nicht. der redet ne menge und die hälfte ist gelogen. übrigens ziemlich komisch das immer wenn es um humanitären austausch geht mandate entzogen werden oder leute sterben

    das land sicherer gemacht? ok das stimmt. wirtschaftliche erfolge? sorry das sehe ich anders. wirtschaftswachstum ja, aber auf dem rücken der armen. gewerkschaftsrechte gleich null und niedrige steuern für multinationalen wirtschaftsgiganten die das land ausbeuten. wenn das TLC kommen sollte war das erst der anfang

    don pedroni, fand dein beitrag eigentlich gut. abgesehen von deiner para rechtfertigung, sowas kannst du nicht schreiben. die paras sind verdammte mörder deren taten an abschaum nicht zu übertreffen sind

  16. 16 Miguel

    @Marco

    Kann mich nicht erinnern, dass Uribe jemals eine Stärkung der Gewerkschaft versprochen hätte. Weil das nicht sein Programm ist habe ich ihn (auch aus anderen Gründen) nicht gewählt und werde ihn auch nicht wählen, so lange er sich nicht dieser Aufgaben besinnt.

    Aber nur weil er nicht für die Gewerkschaften ist, kann ich ihn nicht gleich Paraco nennen. Auch wenn ich politisch anderer Meinung bin als er, dazu reicht alles was Du zitiert hast nicht. Du hast recht, privat kann man viel behaupten, so lange Dich niemand dazu zwingt Beweise vor zu legen.

    Ich habe in Deutschland von Deutschen gelernt, dass man Anschuldigungen beweisen soll. Meine Lehrer waren aber Menschen, deren Eltern die Nazi-Zeit mitbekommen haben. So zu argumentieren wie Du, brächte alle Zeitgenossen Hitlers in große Not. Das haben meine Lehrer verstanden, mir Klar gemacht, dass es keine Sippenhaft gibt und eine persönliche Verantwortung vor dem Gesetz. Schade, ihr humanistischer Ansatz und ihre Fähigkeit Dinge differenziert zu sehen ist wohl über die Jahre verloren gegangen und es setzt sich mehr die ideologische Schwarz-Weiß Interpretation durch.

    Uribe ist ein großer Meister dieser ideologischen Schwarz-Weiß-Malerei und unbewiesener Anschuldigungen, nach dem Motto wer nicht mit mir ist, ist mit der FARC. Eine Argumentation die mich nervt, die ich für gefährlich halte und sie ihm vorwerfe. Aber zum PARACO macht ihn das nicht.

    Diese Schwarz-Weiß-Malerei Uribes und aus der anderen Richtung von Dir ist das Schlammassel Kolumbiens:

    Arm ist nicht gleich Desplazado, gleich Ausgebeutet, gleich ….

    Es gibt eine Erklärung für Armut, eine für Desplazado, eine für Ausgebeutet. Jede dieser Formen und der vielen anderen hat eine Antwort, viele liegen nah bei einander, aber dürfen doch nicht als Allheilmittel angewendet werden.

    Großgrundbesitzer ist nicht gleich PARACO, gleich Ausbeuter, gleich Uribe-FAN.

    Du kennst die Geschichte Kolumbiens seit 1948 sagst Du. Dann weißt Du auch, dass es eben diese Schwarz-Malerei war, diese unbewiesenen Anschuldigungen waren, die das Land bis heute in die Gewalt stürzten.

    Don Pedroni hat es sehr gut beschrieben, wie vielschichtig die Realität Kolumbiens ist. Die von Dir ausgesuchten Videos zeigen wie viel zwischen Angst und Hoffnung, Vertreibung und Neuanfang ist.

    Einen Beweis, dass Uribe ein Paraco ist, bist Du immer noch schuldig. Behauptungen kenne ich viele und sie sind nicht neu. Behaupten darfst Du es auch weiterhin mit dem Zusatz: “vielleicht nicht genug um ihn in den knast zu stecken. aber da ich im gegensatz zur politischen oposition nicht dem politischen establischment unterworfen bin reicht mir das vollkommen um ihn paraco zu nennen!”

    Aber wie gesagt: Ideologische Anschuldigungen haben dieses Land entzweit.

    Im übrigen: Sein DAS-Direktor sitzt in U-Haft und es sieht nicht gut für ihn aus. Gegen Carolina Araujo, seine Ex-Aussenministerin, liegt nichts vor. Außer Du willst sie nach der biblischen Sippenhaft richten. Aber da hoffe ich doch noch, dass gerade Deutsche uns daran erinnern, dass das nicht in Sinne einer Gerechtigkeit ist, die die Verantwortung des Individuums in den Mittelpunkt stellt.

  17. 17 Marco

    das thema gewerkschaften u. wirtschaft bezog sich auf martins beitrag und hat mit der para diskussion nichts zu tun

    wie schön dass du von deutschen etwas über die ns zeit lernen hast können. meine großeltern haben diese zeit auch miterlebt. was hat das jetzt mit dem thema zu tun??

    bis jetzt habe ich deinen diskussionstil sehr geschätzt aber mit dem kommentar jetzt kann ich leider nichts anfangen

    Ich male nicht schwarz weiß. und ich nenne Uribe einen paraco weil er ihnen ideologisch nahesteht, seine politik ihnen am nächsten kommt (psst: das sagen auch deren führer), und er sie in meinen augen unterstützt hat und dies mit justicia und paz immer noch tut.

    “dokumentiert, ist nichts, was die Kontakte Uribes zu den Paras festhält”….ein video auf denen er mit diesen in fröhlicher runde zu sehen ist beweist also nichts was???

    in kolumbien werden mexikanische studenten liquidiert wenn sie sich in farc camps aufhalten. aber sich mit den paras ablichten zu lassen ist natürlich kein problem und “juristisch” wohl nicht verwertbar was. verschließ ruhig die augen davor aber seine para nähe ist ein fakt

  18. 18 Don-Pedrinio

    @Marco, alles hängt mit allem zusammen. und umso mehr du dich damit herumschlägst desto unübersichtlicher wird das ganze. und umso schwieriger wird es das Recht eines jeden einzelnen (auch die armen “schweine” ((du hast diese jetzt aber so genannt)) auch die armen schweine von Campensinos) sicher zu stellen.

    vieles liegt nahe beisammen. Deutschland und die Schweiz zum Beispiel. und auch wenn wir sogar die selbe Sprache reden sind wir dennoch nicht gleich.
    was in Kolumbien aber gemacht wird ist: immer alles Mögliche gleich zu stellen. Para ist Para, egal welche Ziele sie einst verfolgen mussten. oder ist Para nur so alt wie es die Komunikationsmöglichkeit des Mobilfunks gibt?

    @Miguel oder andere Experten, wie alt ist Para? wann sind erstmals solche Truppen von Grossgrundbesitzern entstanden? welche Ziele verfolgten sie einst und welche heute. sind alle diese Gruppierungen gleich zu setzen? sind oder waren die Machenschaften dieser verschiedenen Gruppierungen identisch? oder sind da krasse Unterschiede erkennbar?

    ich pers. denke es ist letzteres. aber ihr unterschiedlichstes Wirken wird heute gleich gesetzt.
    jaja klar, in den Augen des Kolumbianers bin ich als CH Bürger das gleiche “Pack” wie die Brüder von der Ostsee oder aus Berlin.

    alles klar, ich verstehe. jeder Guerilliero und Strassenpirat ist Farc und jeder Para ist Para. und somit ist klar, dass alle der selben Gruppe gleichsam verurteilt werden oder ihr Wirken identisch zu Beurteilen ist.
    wenn du und deine Gruppen Menschen vertreiben dürft, dann darf ich mit meinrer Gruppe einzelne Gerwerkschafter umbringen. du und ich wir sind ja gleich und trotzdem wir auf verschiedenste Arten das Gesetz brechen gewährt uns der Staat Straffreiheit. aber wenn du meinst du tust nur so als gäbest du deine Waffen zurück und wurstelst weiter, warum soll ich das nicht auch tun dürfen.

    was ich damit sagen will: dadurch, dass verschiedenste Interessensgruppen innerhalb der Paras gleich gestellt wurden, hat man mehr Unheil hervorgerufen als ausgemerzt. wenn ein Uribe mit Paras abgelichtet wird, zu welchen Interessensgruppen gehören diese? welche Interessensgruppen sind heute noch aktiv und welche haben ihre “Ziele” erreicht?

    ich glaube, dass keiner der Schreiberlinge hier die unterschiedlichen Interessensgruppen der Ex-Para kennt. aber da es mit vier Buchstaben doch sehr einfach ist diese alle unter den selben Hut zu bringen, jeder sie deshalb auf die selbe Art zu verurteilen versucht. wandle ich dies ab ins Land hinein und muss hören, dass die Arme Unterstützung leistet bei Landvertreibungen (sagen wir mal 100 Campensinos), dann verstehe ich es wenn eine andere Seite einen unliebsamen Gewerkschafter beseitigt. das Verhältnis zwischen diesen beiden Aktionen liegt ja bei 100 zu 1.
    welche ist schwerwiegender? aber bitte nicht nur aus der Sicht des Europäers. versetzt euch mal in diese Interessen hinein. der andere darf 100 abschlachten und das Militär hilft dabei. mich verfolgen sie weil ich EINEN liquidierte.

    oder möchte irgend jemand mir beibringen, dass Paras welche im Choco aggieren die selben sind wie diejenigen in Cordoba, Santador oder Valle????

    @Miguel: nochmals die Frage, wie alt ist Para?

  19. 19 Miguel

    Don Pedrinio:

    Auf Deine sehr berechtigte Frage gibt es viele Antworten, ganz wie man es sehen will.

    Deine Frage fasst mMn auch Deinen letzten Kommentar sehr gut zusammen: Alles hängt mit allem zusammen. Die kolumbianische Realität ist vielschichtig und es ist ihr nicht mit platten Kategorisierungen beizukommen.

    Mancher Schreiber hier möchte die PARAs auf den Ober-PARA Uribe und die Convivirs fest machen. Mancher wird sagen, man kann von PARAs erst reden, nachdem sich die verschiedenen Söldner-Truppen zu den AUCs formierten und damit politisch werden wollten. Sprachwissenschaftler werden sagen, das hat schon Mitte der 70er begonnen, als vor allem Viehzüchter in den Llanos sich gegen Schutzgeld-Erpresser (gewöhnliche Kriminelle, keine Guerilla) bewaffneten.

    Es gibt leider keine mir bekannte allgemein anerkannte Definition ab wann von PARAs gesprochen werden kann. Wie Du schon so richtig festhältst: Alles hängt mit allem zusammen.

    Daher werde ich wohl auch zu Recht als PARA gelten dürfen: Ich bin bei einer Demo gegen die FARC marschiert und kann nicht ausschließen, dass manch einer meiner Mit-Marschierer ein Vater, ein Sohn, eine Mutter oder eine Ehepartner eines PARAs war, zumal sich ja auch inhaftierte PARA-Führer für diese Demo stark machten. Wenn einer ein Bild geschossen haben sollte, als ich einem Paar half, ihren Kinderwagen über die Mengen zu heben und dieses Paar nun PARAs waren, dann hätten wir den Beweiß: Miguel ist ein PARA.

    Das ganze passt ja auch zum Gesamtbild: In meiner Kindheit habe ich oft mit den Jungs von schräg gegenüber gespielt. Ihr Vater war Viehzüchter in den Llanos. Etwa um 1974 hat er sich einen Revolver zugelegt, denn er wurde von Kriminellen um Schutzgelder erpresst. In den 80er hat er auch seine Arbeiter und seinen Fahrer bewaffnet, da so ab Mitte der 80er die Guerillas auch in dieses lukrative Geschäft einstiegen. Auf einmal waren es nicht ein oder zwei Klein-Ganoven mit denen es der gute Noel zu tun hatte, sondern eine Einheit von 15-20 Guerilleros die sein Vieh töteten, seine Cowboys bedrohten und dem Haus Feuer legten. Da der Staat nicht präsent war, bewaffnetet er seine Leute und hatte damit eine Truppe, die laut Definition als paramilitärische Einheiten gelten dürfen, denn sie waren keine regulären Kräfte und übernahmen die Gewaltfunktionen des abwesenden Staates.

    Wie Noel machten es viele Viehzüchter in den 80er. Manche gingen so weit, dass sie extra Söldner anheuerten um Besitz, Arbeiter und sich selbst zu schützen. Manche Großgrundbesitzer und Viehzüchter taten sich zusammen und bildeten kleine Armeen, die nun ein ganzes Gebiet beschützten. Waren das schon die ersten PARAs? Oder war schon Noel mit seinen bewaffneten Bauern der erste PARA?

    Das ganze wuchs weiter und einige dieser Einheiten übernahmen nicht nur die Schutzfunktion über Dörfer und/oder Auftraggeber, sondern wurden auf einmal auch Polizei und Richter in einem. Getreu der Maxime ein Anschein ist mangels Beweis auch ein Beweis, suchten sie Menschen auf, denen eine Nähe zur Guerilla angelastet wurde und richteten über sie: Vertreibung, Mord, die ganze Palette … Oftmals konnten sie sich bei ihren Taten der Toleranz oder gar der Mithilfe regulärer Truppen sicher sein. Können wir jetzt von PARAs reden?

    Die Guerilla wurde stärker der Staat immer schwächer, wir schreiben die letzten 80er und ersten 90er Jahre und in manchen Gemeinden verfallen Bürgermeister dem gefährlichen Gedanken, ihren Gemeinden zu empfehlen, die abwesenden staatlichen Kräfte durch Bürgerwehren zu schützen. Die Convivir und andere werden geboren. In ganz Kolumbien sympathisieren die Menschen mit dem Selbstschutz, der Staat glänzt durch Abwesenheit. Reden wir jetzt von PARAs?

    Die Söldner vereinigen sich zu den AUCs und wollen sich als legitimer Gegner der Guerilla und somit als politische Vereinigung verstanden wissen. Sie sind nun Terrortruppen, die sich durch Drogengelder und illegaler Landnahme finanzieren aber auch von Firmen, auch ausländische, auch europäische bezahlt werden. Bewiesen ist bisher nur die Finanzierung durch Chiquita und Drummond. Ich denke jetzt sind sich alle einig, dass wir von PARAs reden.

    Die Frage nach dem Alter der PARAS ist genau so problematisch, wie die Frage ob es noch PARAS gibt. Argumentiert man politisch, dann gab es die PARAs erst mit der Entstehung der AUCs und logischerweise nur bis zu deren Auflösung. Das macht die kolumbianische Regierung. Argumentiert man Sprachwissenschaftlich, dann geht das Ganze bis in die frühen 80er Jahre zurück und lebt in den heute aufkommenden neuen Banden weiter.

    War Noel der erste PARA? War es Uribe? Wer war noch alles dabei, die kolumbianische Gesellschaft hat ja mit den Bürgerwehren sympathisiert? Ist heute jeder Politiker, der sich Bodyguards hält ein PARA? Ist er es nur, wenn er ein Politiker des Establishments ist?

    Und wie beweiße ich es?

    Schlechte Karten für mich: Ich spielte mit Noels Kindern, der sich ja wie viele PARAs auch eine Schutztruppe hielt. Ich grüße meine Spielpartner aus der Kindheit noch, obwohl auch sie mit einem bewaffneten Fahrer in die Llanos fahren und jeder von ihnen von ihrem Vater den Umgang mit einer Waffe gelernt hat. Sie sind ganz bestimmt gegen die FARC und sicher Uribe Wähler. Wahrscheinlich weil sie mich, der Uribe nicht wählte, noch nicht über den Haufen geschossen haben verdächtige ich sie nicht PARAs zu sein. Aber eigentlich müssen sie es doch sein, denn die Fakten sprechen gegen sie, gell Marco? Also muss ich auch ein PARA sein, denn ich spiele sogar noch mit ihren Kindern und war auf einer Demo gegen die FARC. Fakt ist Fakt

  20. 20 Marco

    eigentlich wollte ich ja jetzt nichts mehr schreiben. aber der kommentar reists dann doch wieder raus. toller zynismus musste lachen. deine para definition in ehren aber ich glaube du hast meinen beitrag überhaupt nicht begriffen. niemand der auf eine gegen-farc-demonstration geht ist ein para. niemand der Uribe wählt ist deswegen ein para. keiner der bauern die sich verteidigen ist deswegen ein para. aber wer leute abschlachtet weil angeblich guerilla sympatisanten, soziale säuberungen durchführt, leute mit motorsägen die gliedmasen abtrennt, gewerkschafter ermordet, etc, etc sind, und da wirst du mir hoffentlich zustimmen, sind paras. die auc hat das gemacht oder? mit wem ist senor Uribe auf diesem video zu sehen? richtig mit der auc. das der president kolumbiens zu dieser abartigen gruppierung kontakte unterhielt sollte einem vielleicht zu denken geben. aber halt, das ist juristisch doch überhaupt nicht verwertbar. schließlich waren es doch die auc und nicht Uribe die die menschen umgebracht haben stimmts? bei aller liebe miguel aber was für eine doppelmoral. hier im blog wird die ermordung der studenten, ohne gerichtsverfahren, nein, einfach abgeknallt gerechtfertigt weil, so o-ton das schließlcih guerilla sympatisanten waren nicht? aber im falle der paras sind das ja nur brave campesinos die ihr land verteidigen und außerdem ist das “juristisch” ja nicht verwertbar. ich könnte lache wenn es nicht so traurig wäre. kolumbien hat in meinen augen nicht nur ein problem mit der infiltrierung des parlaments durch paras sondern auch mit einer schleichenden rechtfertigung der paras seitens der kolumbianischen gesellschaft

  21. 21 Miguel

    O-Ton aus dem Blog und von mir: Nichts rechtfertigt den Tod eines Menschen.

  22. 22 Miguel

    Ansonsten hast Du recht. Die kolumbianische Gesellschaft sympathisierte mit den AUCs als die Leute ihnen noch politische Absichten und sauberen Kampf gegen die Guerillas vorgauckelten. Heute erkennt die Gesellschaft die Teufelsfratze der PARAs.

    Du machst wieder den gleichen Fehler, einer den die kolumbianische Gesellschaft auch gerne macht: Das Problem der Paras mit dem Problem der Guerillas aufrechnen zu wollen. Der Kampf des Staats und damit der Gesellschaft gegen die FARC hat nur wenig mit den PARAs zu tun. Er entschuldigt die Taten der PARAs nicht. Jeder das relativieren wollte liegt daneben. Aber die Solidarität der Kolumbianer für den Kampf gegen die FARC darf auch nicht als Sympathie für die PARAs verstanden werden. Jeder der das behauptet liegt genauso daneben.

    Die Studenten wurden nicht abgeknallt weil sie Guerilla-Sympathisanten waren, sondern weil sie sich zum Zeitpunkt des Angriffs im Lager von Reyes befanden. Dadurch wird ihr Tod nicht gerechtfertigt. Aber der von Dir unterstellte Beweggrund: weil sie Sympathisanten waren ist genau so daneben, wie jeder Versuch den Tod eines Menschen zu rechtfertigen.

  23. 23 Martin

    Marco,

    jetzt will ich mal deine Meinung hoeren. Die FARC hat 2 schwerverletzte Soldaten (verletzt durch von der farc verlegten Landminen) aus einem Krankenwagen, der so markiert war gezogen und erschossen.

  24. 24 Marco

    irgendwie klappt das posten hier teilweise nicht. also nochmal

    Miguel

    ich weiß das du das nicht warst. aber andere hier im forum haben das so gerechtfertigt. und ich kenne auch kolumbianer die das tun.

    Ich rechne auch die gewalt nicht gegeneinader auf. Ich bin gegen die farc. aber ich bin genauso gegen diese regierung. und alles was ich hier geschrieben habe hat allein die kernaussage das ich die Uribe glorifizierung nicht nachvollziehen kann und gegen diese wehre ich mich

  25. 25 Marco

    joa Martin ich kenne die nachricht nicht. aber wenn sie das getan haben ist das ein weiteres puzzelteil ihrer verabscheuenswürdigen methoden.

    und nur weil ich gegen Uribe bin rechtfertige ich noch lange nicht die farc

  26. 26 Miguel

    Hier im Blog gibt es solche Äußerung und solche Äußerung. Wenn Du schreibst: “hier im blog wird die ermordung der studenten, ohne gerichtsverfahren, nein, einfach abgeknallt gerechtfertigt”, dann erweckt das den Eindruck, dass Du nur eine Richtung der Äußerungen wertest.

    Danke für die Klarstellung.

    Noch Pluralistischer ist die Meinung der Kolumbianer gegenüber Uribe. Du und einige hier in Blog dürfen nicht jeden Kolumbianer, der Uribes Erfolge in der Sicherheitspolitik anerkennen als blinden, kritiklosen Uribe Fan hinstellen, der die PARAs als süße Lausbengel versteht, nur weil die böse FARC sie heraus fordert.

    Es gibt viele Menschen in Kolumbien, die Uribe nicht wählten. Es gibt viele die ihn gewählt haben. Deswegen ist er Präsident. So funktioniert nun das von einigen hier so hinterfragte politische System in Kolumbien.

    Wie viele der Menschen, die Uribe wählten nun PARAs sind oder von den PARAs dazu gezwungen wurden? Keiner weiß es. Was wir wissen, ist dass sich von den Uribe-Wählern noch keiner so geäußert hat, dass er von den PARAs gezwungen wurde, Uribe zu wählen. Wir wissen, dass viele Senatoren und abgeordnete ihr Mandat den PARAs verdanken, weil die PARAs und die Wähler uns das erzählen. Über Uribe hat uns das keiner erzählt, obwohl viel versucht wird, diesen Beweis zu finden.

    Für Dich reicht der Verdacht und der Anschein aus um ihn als PARA zu verurteilen. Für viele, u.a. auch ich selbst, reicht der Verdacht nicht aus. Ich habe Verdachtsmomente und weiß, dass in jedem politischen System Mehrheiten durch unziemliche Nähe zu Underdogs gesichert werden. Ein schmutziges Geschäft. Aber bisher kann keiner Uribe beweisen, dass er Grenzen überschritten hat.

    Was wir auch über Uribe und die Kolumbianer wissen, ist dass immer mehr seine geleistete Arbeit anerkennen. Daraus schließen zu wollen, dass die Kolumbianer Uribe glorifizieren und blind auf dem rechten Auge sind, ist aber platt und verkennt die verschiedenen Farbtöne in der Zustimmung zu Uribe.

  27. 27 Marco

    was heißt hier verdacht? mehr als ein video beweis geht nun wirklich nicht. und zu deinem hochgeschätzten deutschland kann ich dir sagen dass ein solcher kanditat untragbar wäre und bei solchen aufnahmen in der luft zerrissen würde. ich sage nicht das seine anhänger blind sind nur dass in kolumbien kontakte zu paras von teilen der gesellschaft nicht so kritisch gesehen wie kontakte zur guerilla. btw. das video kanntest du doch schon oder?

  28. 28 Hector

    In einem Staat, wie Kolumbien, wo ganz offiziell von der Regierung Meuchelmord propagiert wird, wo Menschen von der Regierung mit Kopfgeld-Prämien aus staatl. Kopfgeld-Fonds zum Meuchelmord aufgerufen werden, wo die Armee selber mit schlechtem Beispiel(hinterhältiges Massaker auf dem Territorium von Ecuador, warum eigentlich kein Angriff auf den obersten FARC-Boss Marulanda im eigenen Land?) voran geht. Nicht nachvollziehbar! Ist das kolumbianische Militär etwa doch zu feige oder zu wenig motiviert, um endlich einmal mit der Farc und mit den vielen anderen Terror-gruppen “aufzuräumen” und tackeles zu reden?
    Was will man eigentlich da noch von den Kolumbianern verlangen, wenn diesen von allen Seiten im Lande leider immer nur schlechte Beispiele gegeben werden bzw. “verkauft” werden. Da ist sich doch notgedrungen jeder Kolumbianer ganz einfach nur noch selbst der nächste bzw. seiner Interessengruppe und denkt nur an sich und seine Interessen. Was bzw. wem haben denn nun eigentlich die drei Demonstrationsumzüge am 4.Februar, 6.März und am 4. April, mit stetig abnehmender Beteiligung und nachlassendem Interesse, genutzt? Doch nur dem Präsidenten und dessen Regierung, sowie dem Militär, keineswegs aber den gequälten und kranken Geiseln im kolumbianischen Dschungel. So und mit derartigen Maßnahmen seitens der Regierung wird Kolumbien auch international nicht im Ansehen steigen, ganz im Gegenteil. Da können die Kolumbianer doch noch so sehr ihren Uribe bejubeln, das Ausland aber sieht das weitaus differenzierter und kritischer, ja, mit eindeutiger Ablehnung. Schlichtweg ein nationales Trauerspiel Kolumbiens, keinesfalls in der Realität aber eine “reife politische Meisterleistung” Uribes, wie es anscheinend von dem meisten Kommentatoren im Blog verkauft werden soll und für was es auch die meisten Kolumbianer, aus den unterschiedlichsten Gründen, halten. Mir ist weltweit nicht ein einziges Land bekannt, das sich diese nationalen “kolumbianischen Verhältnisse”, mit allem drum und dran, wünscht oder herbei sehnt.

  29. 29 Miguel

    @Hector:
    Auch mir ist kein solches Land bekannt. Auch Kolumbien wünscht sich solche Verhältnisse nicht. Daher versuchen von den Präsidenten abwärts die meisten Kolumbianer einen Ausweg zu finden. Der Weg kann gut sein, er kann falsch sein. Viele Menschen, vor allem die direkt Betroffenen, also Kolumbianer, sind der Meinung, dass in den letzten Jahren große Erfolge erzielt wurden. Viele Menschen, vor allem die unbeteiligten Beobachter im Ausland, sind der Meinung, dass der Weg falsch ist. Diffamieren muss man keine der beiden Ansichten.

    @Marco:
    Nicht das es irgendetwas zur Sache tut. Falls Uribe wirklich ein PARA ist und ihm dieses nachgewiesen werden kann, dann wird er sich dafür verantworten müssen, egal was in anderen Ländern passiert oder passiert ist.

    Da Du aber Deutschland als Beispiel nimmst, da gab es einiges. Aus dem Stehgreif fällt mir der gute Herr Filbinger ein. Ministerpräsident des Landes Baden-Würtemberg, in seinem Vorleben auch Marine-Richter Hitlers und Todes-Richter für Deserteure, noch im selbigen Jahr 1945, als der Krieg schon verloren war. Das war bekannt, er hat´s geleugnet und konnte es sogar noch bis zum Bundesrat-Präsidenten bringen.

    Es gibt auch den Fall Karl Carstens, der ab 1940 NSDAP-Mitglied war und trotzdem Bundespräsident werden konnte.

    Gerade den Fall Carstens finde ich sehr lehrreich in dem Sinne, dass ein Mensch aus seinen Fehlern lernen kann. Und eine Gesellschaft sich durch einen solchen Präsidenten mit ihrer Vergangenheit aussöhnen lernt.

  30. 30 Don-Pedrinio

    @Miguel,
    es tut mir Leid, aber ich glaube Marco hat vollkommen recht. Uribe muss weg. er ist schlichtweg untragbar.
    wir müssen dahin zurück wo die Regierung nicht den Anschein machte Abtrüniger von dem oder vom andern zu sein. wir müssen zurück zu den Vorgängern Uribes.

    dafür nehmen wir in Kauf, dass jährlich wieder hunderttausende sterben müssen. das nur noch die Waffe regiert, dafür aber der Presi fromm und unverdorben ist wie eine Nonne.

    @Marco, deine Argumentation ist komplett neben den Schuhen. du vergleichst ein Kolumbien von Heute mit einem EU Land von Heute. das ist ein Ding der Unmöglichkeit, denn kein Land der Welt hat eine derart erschütternde Vergangenheit hinter sich. klar, Kolumbien könnte von Europa lernen. aber was war den vor Uribe? ein in Tausende von Teilen zerstückeltes Land voller Kireg und ängsten. keiner traute sich mehr aus dem Haus und es galt nur das Gesetz des stärkeren. was Kolumbien brauchte war jemand, der das land wieder zusammen führt. dass innerhalb der Befölkerung wieder Glaube und Hoffnung entstehen kann für eine bessere Zukunft. dass Gott die Gebete der Milionen von Kolumbianern endlich erhört und ihnen jemand schickt der dies bewerkstelligt. sein wirken ist bestimmt nicht ohne Murks oder Korruption möglich, aber einem Präsidenten der überleben will und der versuchen will das zu erreichen was die Masse betet, mit Sicherheit unumgänglich.

    Marco, das was du machst ist etwas ganz anderes. mit andern Worten predigst du, dass Schnee und Salz das selbe sind nur weil sie beides weiss sind. Kolumbien und EU. NEIN bitte nicht. mach blos nicht diesen Fehler, denn der führt unweigerlich zu deinen Schlüssen.

    unter dem Strich und letztendlich zählt nur dieses, sind die Erfolge oder Rückschläge zu bewerten. entsprechend war auch die Fragestellung dieses Blogs.

    was aber verschiedene machen ist die Person bewerten. mit wem hat er schon ein krummes Ding gedreht, wieviel Knete konnte er schon für seinen Ruhestand in die Schweiz scheffeln. usw.

    eure Argumentation läuft immer in die selbe Richtung. ihr stellt vergleiche an mit andern Ländern. was aber und vor allem hier in Kolumbien gemacht werden sollte sind die Vergleiche zu dem was vor Uribe war und zu dem was jetzt ist und vielleicht noch was am ende seiner Amtszeit sein könnte.

    aber anhand eurer Argumentation muss ich feststellen, dass ihr kaum einen Rückschlag auflisten könnt. dafür aber mit zerknirschter Miene seine Erfolge zur Seite schiebt. uninteresannt, das hätte jeder andere auch geschafft usw…

    jaja, es ist immer das einfachste das Hemd des andern zu besudeln, statt mal vor seiner eigenen Tür zu kehren.

    die Erfolge unter der Regierung von Uribe sind überwältigend. entsprechend ziehe ich meinen Hut vor diesen. und genau vor diesen, nicht aber vor der Person als Privatmensch.

  31. 31 Don-Pedrinio

    @ups Miguel,
    da waren wir wohl gleichzeitg auf der Linie.
    was ich noch beifügen möchte:
    herzlichen dank für die ausschweifende Ausführung zu den Paras. ich denke ihre Geschichte ist sehr intersannt. sie lässt mir aber offen wie viele (+/- 10/100/1000) solcher Gruppierungen im lauffe der Zeit entstanden sind. egal welchen Interessen wegen sie gegründet wurden. ich denke aber, dass es bestimmt mehrere 1000 sein müssen.

    Gehe ich von ursprünglich 9000 Para Gruppen aus, welche die unterschiedlichsten Ziele oder Aufträge verfolgten, wie schwierig muss es denn sein oder wieviele Jahre wird es brauchen bis ein kompletter Überblick über alle diese Gruppen entsteht. ich denke NIE. und das ist doch auch ein Grund warum das Land so kompliziert ist zu verstehen.

  32. 32 Marco

    miguel

    ok magst du recht haben. kenne keinen von beiden. aber dann heiße ich es ebenso wenig gut. trotzdem glaube ich dass das jetzt nicht mehr möglich wäre da sich medien und politische gegner dies ausweiden würden bis zum geht nicht mehr. und ich versöhne mich ganz sicher mit niemand der in der ns zeit todesurteile ausgesprochen hat

    don pedroni

    pah. es gibt ne liste die ist ellenlang was rückschläge betrifft. aber vielleicht zählst du mal die fortschritte auf. bis jetzt hatten wir wirtschaft und mehr sicherheit. wirtschaft hatten wir schon. wirtschaftswachstum ja, aber auf dem rücken der armen. so eine politik mögen manche gutheißen aber ich nicht. wie siehts mit schulbildung, sozial programmen, umwelt, korruption, gewerkschaften, gesundheitswesen aus? fählt dir da außer uribes persönlicher bereicherung im gesundheitswesen viel ein?

    außerdem vgl. ich kolumbien nicht mit eu. der deutschland vgl. bezog sich lediglich auf die von miguel hoch gelobten deutschen ansichten.

    wie man so jemand gutheißen kann erschließt sich mir weiter nicht. könnte einiges auf deinen kommentar antworten aber möchte dir nicht vor den kopf stoßen. ich glaube du hast überhaupt keine ahnung wer paras sind

    btw. so langsam verlier ich die glaubwürdigkeit in die umfrage. wo ssind denn die 60 Uribe fans? fällt denen dazu nichts ein ? habe hier noch nie soviele schreiben sehen. loggen sich wahrscheinlich alle über anonymouse ein und vote 100mal ;)

  33. 33 CARLO

    Hallo Marco & Hector,
    eure Argumentation und Interpretation ist für mich nachvollziehbar, auch wenn es einigen hier in diesem Blog dise Art der Argumentation an Hand von Fakten so nicht Recht zu sein scheint und sie sich dann aus reiner Uneinsichtigkeit mit Verbissenheit wie ein Aal winden und mit allen möglichen, aber nicht geeigneten oder unpssenden Vergleichen, von der Wahrheit abzulenken bzw. diese in Frage zu stellen versuchen.

    Natürlich kommt es stets auf die jeweilige “getönte Brille” an, wie „man“ halt die Dinge sehen will. Das geht aber m. E. voll an der Realitätsfindung vorbei und nur diese macht doch nur wirklich einen Sinn! Seid doch bitte einmal ehrlich: ist es etwa wirklich ein so gewaltiger Fortschritt in Punkto Sicherheit, wenn jetzt z.B. in Bogota für den Gang von der Wechselstube hin zur Bank, gratis zwei Mann Polizeieskorte angefordert werden können. Ich meine nein, denn dieser (vom Staat gestellte und aus Steuergeldern finanzierte)Schutz ist zwar durch die Polizeieskorte größer geworden, aber die Problematik hat sich damit keineswegs geändert. Aus ähnlichem Grunde und nach dem gleichen Strickmuster sind damals(vor etwa 13 Jahren) doch auch die PARAS entstanden. Was daraus wurde ….bis heute … ist doch bekannt. Gewalt lässt sich (oftmals) auf Dauer eben nicht (nur)mit Gewalt bekämpfen und niederringen, es muß eine politische Lösung der Vernunft angestrebt und auch erreicht werden. Sonst geht es stets in Richtung “Faustrecht” und Korruption. Dafür ist Kolumbien leider ein „gutes“ Beispiel, hier gibt es doch praktisch seit Jahrhunderten Klassenkampf, das einzige, was sich ändert und was sich geändert hat, das ist die Art und Weise der Austragung. Es ist doch geradezu erbärmlich was sich der Präsident Uribe in der FDARC-Geisel-Affäre leistet. Er bewerkstelligt doch absolut nichts, weder mit Diplomatie noch mit dem ihm zur Verfügung stehenden Gewaltmonopol. Oder will er etwa vielleicht auch garnichts bewegen, weil er ohne die FARC bzw. bei deren Auflösung zwangsläufig “arbeitslos” werden würde. Das gleiche gilt natürlich für die Amis, die dann ja auch keinen entsptrechenden Einfluss mehr auf die kolumbianische Regierung ausüben könnten und die Militärpräsenz beenden müssten.

    Fazit: auch die Kolumbianer müssen sich damit abfinden, insbesondere auch infolge fortschreitender Globalisierung, ob sie es nun wollen oder nicht, dass jede Gewalt und jede Kriminalität außerhalb der Legalität , egal ob nun von rechts oder von links, abzulehnen und notfalls mit aller Härte zu bekämpfen ist. Aber um das zu bergreifen, dazu muß natürlich zunächst erst einmal, als unbedingt erforderliche Voraussetzung, zur Realitätsfindung die „getönte Brille“ abgesetzt werden, sonst geht das nämlich nicht. Doch auch hier gilt oder wird letztendlich gelten: wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

    Die sehr rege Diskussionbeteiligung der vielen Uribe-Fans im Blog verwundert mich schon sehr.

  34. 34 Miguel

    Während sich hier Carlo, Marco und andere im Kreise drehen und ständig die gleichen “Fakten” auffahren um zu beweisen, dass unter Uribe nur für die PARAs gearbeitet wird, dreht sich in Kolumbien die Welt weiter: es kommen weitere Abgeordnete und Senatoren vor den Kadi, es werden Offiziere verhaftet, weil sie mit den Nachfolge Organisationen der PARAs zusammenarbeiten, es werden aus den Computern von Reyes (FARC) und Jorge 40 (PARA) immer neue Hinweise gewonnen, die so manchen in Erklärungsnot bringen.

    International dreht sich die Welt auch. Da sind die verzweifelten Versuche Correas wieder zurück zu rudern, nach dem er weder im In- noch im Ausland Glück hat mit seinen Versuch, Uribe als Kriegstreiber hinzustellen. Mexikos Präsident empfängt Uribe nach Correa und akzeptiert die Version Uribes, auch was die mexikanischen Studenten angeht. Correa rudert zurück und mahnt nun auf einmal die FARC an, sich aus ecuadorianischen Boden zu halten, denn ein Eindringen würde als Kriegsgrund angesehen. Und ich dachte immer Krieg wäre etwas zwischen zwei oder mehreren Staaten.

    Die Welt dreht sich weiter und wer das sieht, der hat eine getönte Brille auf.

    Schön finde ich Carlos Fazit über die Verwerflichkeit jeder Art von Gewalt und Kriminalität außerhalb der Legalität. Genau das redet die Regierung, genau das sehen wir an den täglichen Meldungen wer wieder fest genommen wurde, weil er mit illegalen Gruppen zusammen gearbeitet hat. Momentan trifft es rechts sehr stark. Aber hier im Blog scheint das manche Kommentatoren nicht einmal kurz einhalten zu lassen und versuchen zu verstehen, was das eigentlich über die nach rechts blinde Regierung sagt.

    Paradox finde ich die Argumentation Uribe würde nichts in Sachen FARC bewerkstelligen,”weder mit Diplomatie noch mit dem ihm zur Verfügung stehenden Gewaltmonopol”. Paradox und ironisch, deshalb, weil Uribes Vorschläge (ob gut oder schlecht, ob er einen Chavez oder die Kirche als Vermittler einsetzt) von der FARC nicht beantworten werden. Für Carlo klar: Uribes Schuld. Als würden zur Diplomatie nicht zwei und mehr gehören.

    Fliegen die Franzosen, Schweizer und Spanier her, dann bewegt sich die Diplomatie, denn es sind ja Europäer und sie zeigen jetzt mal Uribe wie es geht. Frustiert ziehen diese drei wieder ab, weil die FARC auch sie ignoriert und plötzlich ist die europäische Musteraktion ein billiger Plan Uribe, Drahtzieher des Versagens.

    Zieht Uribe die militärische Keule, erlegt Reyes und drängt die FARC in die Urwälder zurück, kommt gleich der Aufschrei, dass Uribe ein Militarist ist, die Geiseln gefährdet und keine humanitäre Lösung, sprich diplomatische Lösung will. Ja, was denn nun?

    @Marco. Karl Carstens war Bundespräsident. Er hat keine Todesurteile als Marine-Richter gesprochen. Das war Filbinger. Carstens war “nur” NSDAP Mitglied. Filbinger hat nicht versöhnt, der hat ja immer alles abgestritten. Carstens war Bundespräsident und hat eine Gesellschaft, die sich teilte in die, die die NS-Zeit mitmachten und die, die die “Gnade der späten Geburt” (wie es Helmut Kohl so schön sagte) hatten, versöhnt. Kolumbiens Ausweg kann nur eine Versöhnung sein. Versöhnung zwischen ehemaligen PARAs und ehemaligen Guerilleros, Versöhnung zwischen Geiseln und Entführern, Versöhnung zwischen Opfern und Tätern. Das ist hart, Du sagst es. Die Menschen in den 6 Jahren Uribe scheinen sich auf den Weg in die Versöhnung zu machen.

  35. 35 Don-Pedrinio

    @Jungs,
    ich werde immer und in jedem Blog in die Oposition gehen. den Standpunkt der Minderheit der Schreiberlinge vertreten. das kann heute links und morgen rechts sein.

    mich stört es eben, wenn gleichsam wie in den Themen von Geiseldrama oder Campensinos alle auf verschiedenen Wegen aber aus der selben rosa Brille ihre Argumentation niederschreiben. dann komme ich mit der hellblauen Brille und predige das Gegenteil.

    zum Grundsatz von ausloggen und unter Anonym abstimmen kann ich nur sagen. täte ich dies, so würde ich allerhöchstens für einen 2. Balken stimmen. müsste ich demnach noch nachholen, denn Kultur und Leute bei der 1. Abstimmung oder Reisetips würde mich ebenso interessieren wie meine Stimmabgabe für Politik.

  36. 36 Jens

    @ Pedrinio

    Dein letzter Kommentar stellt Dich aber nicht in ein besonders gutes Licht. Ich habe Deine Kommentare bisher immer aufmerksam gelesen und meinte, darin eine durchaus differenzierte Haltung zu den hier diskutierten Themen erkannt zu haben. Dass der eine oder andere nicht einverstanden ist liegt schon an den Themen selbst (erst recht wenn es um Politik geht). Wenn Du Dich aber zur konsequenten Polemik (und zwar nur der Polemik wegen) bekennst, finde ich das schade. Dann hätten Deine Kommentare auch keinen Wert. Oder habe ich Dich vielleicht falsch verstanden?

    @ Alle

    Aus der aufgeheizten Diskussion die ich in den letzten Tage munter mitverfolgt habe, bleibt mir der eine oder andere Eindruck.

    Ausgangspunkt der Diskussion ist die Frage “Wie schätzt du Uribes Arbeit ein?” Diese Frage ist eine reine Meinungsfrage, also kann jeder seine Meinung haben, es wird ja nicht gefragt, ob die Arbeit Uribes gut oder schlecht war und es wird auch nicht gefragt warum das so ist. Also, wenn wir bei der Sache bleiben, muss man sich auch nicht gegenseitig an die Gurgel gehen.
    Ein Punkt auf den in diesem Blog auch immer wieder hingewiesen wurde ist, dass zu einer differenzierten Betrachtungsweise auch gehört, dass GEGEN FARC nicht mit FÜR Uribe und GEGEN Uribe nicht mit FÜR FARC gleichzusetzen ist. Alle heben recht auf ihre Art und müssen respektiert werden.

    Aber zurück zur Frage: Ich persönlich finde Uribes Arbeit grottenschlecht.
    Erstens, weil MEINE Auffassung von Sicherheit eine ganz andere ist (Sicherheit ist nicht mehr Polizei, sondern die fehlende Notwendigkeit von Polizei).
    Uribe setzt zudem auf Gewalt, die in ihrer Auslegung nicht einer legitimen Anwendung entspricht. Es könnte sein, dass der eine oder andere hier meint, dass das Militär und nicht Uribe so gehandelt habe (ich glaube Miguel, dass Du gelegentlich in diesen Fehler verfällst). Ich entgegne dieser Argumentation, dass Uribe als Staatsoberhaupt letzendlich DER Verantwortliche für jede Aktion des Staates ist.
    Uribe demobilisiert die Paramilitärs, ohne sich im geringsten darum zu kümmern, die Bedingungen für einen dauerhaften Frieden zu schaffen. Siehe Altos de Cazucá, Carimagua, Aguilas Negras. Also ein Plan ohne Hand und Fuß, der wahrscheinlich in noch mehr Gewalt ausartet.
    Uribe hat sich nur darum gekümmert die FARC zu verteufeln, mit mehr oder weniger Erfolg. Die Suggestion, dass die FARC militärisch zu besiegen ist, ist aber falsch. Denn solange sich kein Schwein ernsthaft um eine Verbesserung der Situation der marginalisieten Bevölkerungsgruppen kümmert, werden links- oder rechtsgerichtete und gewaltbereite Gruppierungen Zulauf finden. Und das Hamsterrad der Gewalt dreht sich weiter.

  37. 37 CARLO

    Wer sich hier wohl im Kreise dreht, Miguel, und wer vielmehr sich ständig wiederholend mit vielen Worten oft nur sehr wenig wirklich konkretes zum Ausdruck bringt bzw. bewußt oftmals den “Kern der Sache oder aber den Kommentar eines anderen” nicht trifft oder aber nicht treffen will, das ist doch wohl offenkundig und ich habe zuvor bereits mehrmals darauf hingewiesen!
    Noch einmal: ich bin ein Feind von FARC, PARA und sonstigen kriminellen Gruppen Kolumbiens, sowie ein Feind jeder illegalen Gewalt, die letztendlich und ausnahmslos auch immer gegen die Demokratie gerichtet sind. Oder ist etwa die Demokratie in Kolumbien aus vielerlei(bekannten) Gründen vielleicht doch nur theoretisch funktionell und daher leider doch nur schlecht oder sehr mangelhaft in die Praxis umsetzbar? Es liegt m. E. allein an der Vielschichtigkeit der Interessengruppen, an den landesspezifischen Möglichkeiten Kolumbiens und an dem vorhandenen großen Reichtum des Landes, den die wirklich Einflusshabenden ausnahmslos und gnadenlos für ihre eigenen Interessen nutzen wollen. Darum und nur darum wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gekämpft. Kolumbien hat z. B. eine (große) reiche Oberschicht. Doch die Reichen überlassen es besser internationalen Hilfsorganisationen sich um die dringendst benötigte Hilfe der ärmeren Menschengruppen im Lande zu kümmern.
    Der m. E. erforderliche “wirkliche” Gemeinschaftsgeist und der Zusammenhalt “aller” Kolumbianer lässt daher aus den zuvor genannten Gründen sehr zu wünschen übrig. Daran ändern auch das 2 mal tägliche Abspielen der Nationalhymne sowie m.E. auch die eher schon “event-artigen” jüngsten Demonstrationen kaum etwas, da diese letztlich, zumindest für die Betroffenen(z.B.Geiseln)selber, bisher in keinster Weise irgend etwas verbessert oder erreicht haben! Also gewissermaßen schon das Ziel verfehlt!
    Der Weg Kolumbiens zu einem funktionierenden demokratischen Sozialstaat ist noch ein sehr weiter und die Regierung Uribe bewirkt z.B. mit Kürzungen im Bildungsetat geradezu Kontraproduktivität.
    Leider, wie von Jens so treffend zum Ausdruck gebracht „Denn solange sich kein Schwein ernsthaft um eine Verbesserung der Situation der marginalisieten Bevölkerungsgruppen kümmert, werden links- oder rechtsgerichtete und gewaltbereite Gruppierungen Zulauf finden. Und das Hamsterrad der Gewalt dreht sich weiter“, was ich deshalb noch einmal wiederholen möchte.

  38. 38 Miguel

    @Jens: Natürlich hat Uribe die Verantwortung für alle militärischen Aktionen, die er als Präsident anordnet. Dazu steht Uribe auch und hat z.B. im Falle des Überfalls in Ecuador gleich die Verantwortung übernommen.

  39. 39 Marco

    ja lustig was soll er auch sonst machen? den befehl hat schließlich er erteilt. die welt dreht sich weiter ja das stimmt. schön dass du uribes kontakte zu paras endlich anerkennst

  40. 40 Jens

    @ Miguel

    Nein Miguel, nicht NUR für die Aktionen die er als Präsident anordnet, sondern auch für die Aktionen die von seinem Militär OHNE seine explizite Anordnung, oder durch sein Stillschweigen oder sein Wegschauen geduldet oder akzeptiert werden.
    Dass er für die militärischen Aktionen verantwortlich ist steht nicht zur Debatte, das ist selbstverständlich. Er ist aber genauso dafür verantwortlich, dass in Altos de Cazucá Vertriebene durch rechtsgerichtete Terrorbanden weiter terrorisiert werden. Warum? Weil er die Bedingungen schafft, unter denen dies möglich ist oder weil er nichts dagegen unternimmt, oder weil er den Vertriebenen nicht eine würdevolle Rückkehr in ihre Ursprungsregionen ermöglicht. Weil er durch Duldung oder durch Desinteresse (gemeint sind seine Taten, nicht seine Rhetorik) nach aussen signalisiert, die Interessen derjeniger zu vertreten die jetzt die Ländereien in Beschlag genommen haben.
    In jeder halbwegs ernsthaften Demokratie würde ein Staatsoberhaupt das auch nur einen einzigen getöteten Zivilisten im Kampf gegen Terrorgruppen billigend in Kauf nehmen sollte, sofort abgesetzt. In Kolumbien finden ejecuciones extrajudiciales unter der Verantwortung von Uribe hundert- und tausendfach statt.
    Eine Regierung die die Regeln der legitimen Gewaltanwendung verläßt, verliert ihre Legitimation als Regierung. Sie ist keine Demokratie (auch wenn Uribe die Wahlen mehrheitlich gewonnen hat) sondern eine Diktatur. Eine Diktatur des Terrors.
    Und jeder der diese Aktionen gutheisst ist nicht besser als Uribe, macht sich durch die Unterstützung von Uribe mitschuldig an der Ermordung von Kolumbianern.
    Die Zukunft Kolumbiens heisst sicher nicht Uribe. Ich habe ja schon einmal die Hoffnung geäußert, dass endlich in Kolumbien eine politische Basis entstehen mag, die weder der liberalen noch der konservativen Partei zugehörig ist. Dass der Polo Democratico (oder wer auch immer) und eine breite Mehrheit der Kolumbianer sich nicht nur GEGEN Farc oder Uribe positionieren, sondern vor allen Dingen endlich die wirklich dringenden Probleme des Landes in die Hand nehmen und lösen.

  41. 41 Martin

    Jens,

    in England wurde auch ein Brasilianber in der U-Bahn erschossen und es ist auch nichts passiert. Dort gibt es bestimmt nicht so viele Probleme wie in Kolumbien.
    Uribe hat sehr viel fuer das Land gemacht. Es ist traurig und duerfte nicht passieren, dass unschuldige ums leben kommen.

  42. 42 Miguel

    @Marco

    Kontakte wurden nie geleugnet. Die muss es ja schließlich auch gegeben haben, sonst hätten die PARAs sich auch nie demobilisiert. Der Streitpunkt ist, ob er deswegen ein PARACO ist.

    Uribe trifft sich auch mit Leuten der FARC und der ELN, Beamte in seinem Auftrag treffen sich auch mit Unterhändlern der Guerillas. Ich denke Du würdest mir den Vogel zeigen, würde ich daraus den Schluss ziehe, Uribe sei nun ein Guerillero.

    @Jens: Richtig auch dafür übernimmt er die Verantwortung. Wenn Campesinos erschossen werden um sie als Guerilleros auszugeben oder wenn Einheiten mit den PARA Nachfolgern zusammenarbeiten. Aber was ist, wenn die Regierung diese Verbrechen verfolgt?

    Altos de Cazuca: das ist Sache des Oberbürgermeister Bogotas. Das ist Stadtgebiet und für die öffentliche Ordnung und die Sicherheit in den Städten sind nun mal die Oberbürgermeister zuständig. Nur wenn sie der Aufgabe nicht Herr werden können, kommt auf Anfrage die kolumbianische Regierung zur Hilfe. Jeder Bürgermeister stellt seinen Regierungsplan und seine Budgets auf. Der jetzige Bürgermeister heißt Moreno, sein Vorgänger war Lucho Garzón. Beide sind vom Polo Democratico und somit politisch Opposition zu Uribe. Das gerade sie Uribe zu Hilfe rufen werden, ist ziemlich undenkbar.

    Uribe könnte nur nach Erklärung des Ausnahmezustands in Cazuca einmarschieren lassen.

  43. 43 Martin

    Jens,

    was wir passieren wenn der Polo an die Macht kommt? Dann werden die Militaerausgaben zusammengestrichen und es gibt vielleicht weniger tote Campesinos oder Gewerkschafter, dafuer nimmt die allgemeine Gewalt zu und es gibt im Schnitt viel mehr Tote als jetzt mit Uribe. Siehe Venezuela mit Chavez. Es gibt sehr sehr viel Gewalt in den Strassen mit Ueberfaellen und Toten. Die Mordrate pro 100.000 Einwohnern ist duetlich gestiegen. Aber das interessiert keinen. Fuer mich ist immer noch am wichtigsten, die Gesamtzahl. Und dabei haqt Uribe ein spitzenarbeit geliefert, dafuer ist er auch sehr populaer in der Gesamtbevolelkerung.

  44. 44 Martin

    Marco,

    “btw. so langsam verlier ich die glaubwürdigkeit in die umfrage. wo ssind denn die 60 Uribe fans? fällt denen dazu nichts ein ? habe hier noch nie soviele schreiben sehen. loggen sich wahrscheinlich alle über anonymouse ein und vote 100mal”

    Ich bin einer und ich stehe dazu. Es ist einfach immer schwierig von Leuten, die in Kolumbien nicht leben, die Politik und die Emntscheidungen uribes zu verstehen. Die Leute von aussen glauben immer alles besser zu wissen, als die Leute die hier leben und die die sehr positive Entwicklung unter Uribe verfolgt haben und auch die andere Seite von Kolumbien kennen vor Uribe.

  45. 45 André

    @Marco: Bzgl. deiner Spekulation, dass die Umfragewerte manipuliert sind… Ich kann sowas natürlich nicht grundsätzlich ausschließen, aber es gibt mehrere Sicherheitsfaktoren in der Software, so dass von einem Computer nicht mehrmals gevoted werden kann.

    Deine Begründung - dass mehr Uribe Gegner sich bei den Kommentaren beteiligen als Uribe Anhänger - kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Von den 8.000 monatlichen Besuchern sind etwa 5.000 “unique”. Davon lässt nur ein Bruchteil einen Kommentar. Das ist leider so, aber von den Kommentarverteilung hochzurechnen, wie alle passiven Blogleser denken halte ich für nicht angebracht.

    Es scheint mir so zu sein, dass du nach dem Motto “Wenn das Ergebnis nicht in meinem Sinne ist, dann wird es wohl getürkt sein” denkst.

  46. 46 Marco

    jetzt fängst du schon wieder damit an miguel. hast du dir das video überhaupt angesehen? du weißt ebenso gut wie ich dass es darin nicht um demobilisierung ging. das video stammt aus 2001 also kurz vor beginn seiner amtszeit. es ist ein trauerspiel mit welcher sturheit dies geleugnet wird.
    aber eigentlich gehts ja gar nicht darum ob er paras nahesteht, das wisst ihr alle. das schlimme ist nur dass ihr es rechtfertigt.

    vor jorge40 hatte ich dieselben diskussionen. nein, die paras haben niemand aus dem parlament. und jetzt heißt es nein, Uribe hat nichts mit paras zu tun. schon klar, ich frage mich was passieren müsste dass ihr ihn verurteilt

    ich habe solche diskussionen schon viel zu oft geführt. das ganze bringt gar nichts niemand wird hier von seiner meinung abrücken.

    martin, ich verstehe nicht ganz den zusammenhang zwischen meiner anzweifelung der umfrage und meinem wohnort. und du hast recht ich wohne nicht in kolumbien. aber ich kenne das land und habe persönliche kontakte dahin.

    und andre, es erscheint einfach komisch. das ist alles. kann natürlich trotzdem stimmen.

  47. 47 Martin

    Marco,

    wenn man hier lebt und arbeitet hat man vielleicht doch einen besseren und objektiveren Ueberblick und man versteht warum die Leute Uribe unterstuetzen. Wenn ich mir dann die schlechte und einseitige Presse in Europa anschaue, dann kann ich deine Argumente verstehen, aber eine Person, die heir lebt und arbeitet und staendig mit vielen Leuten Kontakt hat, diese hat vielleicht doch einen besseren Gesamtueberblick ueber die wahren Verhaeltnisse, die es in Kolumbien gibt.

  48. 48 André

    @Marco:
    http://news.bbc.co.uk/olmedia/1835000/images/_1838534_020224betan300.jpg
    Das ist ein Foto, auch vor der Wahl, und kurz vor der Entführung Betancourts. 2001 habe ich noch nicht in Kolumbien gelebt und mitverfolgt, so dass ich hier nur in der Vergangenheit recherchieren kann. Ich habe den Eindruck, dass die verschiedenen Präsidentschaftskandidaten sich mit Sprechern der illegalen Gruppen trafen vor den Wahlen.

    Wenn Uribe wirklich ein Narco und/oder ein Para ist, warum hat er es jahrzehntelang geschafft keine Beweise aufkommen zu lassen, die ihn überführen könnten. Und nun ist er so dumm sich bei einem Treffen wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl mit seinen angeblichen Para-Freunden filmen zu lassen?

  49. 49 Don-Pedrinio

    Marco, warum muss ein Mensch von seiner überzeugung abrücken? warum dieser Spruch: “ich habe solche diskussionen schon viel zu oft geführt. das ganze bringt gar nichts…”

    kannst du nur dann konstruktive Diskussionen führen, wenn danach alle deine überzeugungen als die ihre anerkennen? es ist doch schön, dass jeder andere Standpunkte hat. für mich ist es bereichernd die Standpunkte der andern zu anerkennen und verstehen aber nicht übernehmen müssen. andere Anschauungen verstehen warum sie vor allem ablehnen und kaum befürworten. ich denke, dass der Wohnort des einzelnen schon ein bisschen eine Rolle spielt. gegenwärtig bin ich auch in Europa und bin daher wirklich nicht mehr am Geschehen dran. ich kann nur noch von aussen betrachten und alle rings um mich rum sind prinzipiell gegen das Land Col überhaupt. so bist du ständig am erklären auf die Fragen warum ist es dort so.

    mein letzter Beitrag war ein bisschen krass ausgedrückt.

    anhand eurer Gespräche stelle ich mir manchmal vor, wie es wohl sein könnte, wenn ein neuer Präsi gewählt wird. einer der komplett gegen die Paras ist. was dann mit dem Militär z.B. passieren würde. gem euren Aussagen hat es darin angeblich einige Führungskräfte welche der Para nahe stehen. das Gro des Militärs ist aber um die 20 rum. oder zu beginn Uribes Amtszeit zwischen 15 + 18. was dann heisst, das sie in jenem Alter kaum schon den PARAS angehörten. ausserdem sind viele von ihnen wohl eher aus armen und somit Anti-Para Familien. was geschähe wohl dann… wenn der Pro Para Komandant befiehlt gegen die eigenen Truppen vorzugehen, statt gegen seine Para. ich habe mir dieses Szenario mehrmals durch den Kopf gehen lassen und komme zum Schluss, dass das ganze Aufblähen des Militärapparates zu einem späteren Zeitpunkt (nach Uribe) ev zu gunsten des Volkes und gegen die Para genutzt werden könnte. dass dann mit dem 2. Gesindel neben Farc aufgeräumt werden könnte. heute gerechtfertige ich dieses Aufblähen, denn es führt mehr zu Sicherheit als zu Gewalttaten auch wenn gerade diese hier diskutiert und verurteilt werden.
    wie ich weiter oben erwähnt habe: vor Uribe war das Land in tausende Stücke zersplittert. ich denke dass er sein Land wieder zusammen gekleistert hat. wie soll jemand ein Land in eine bessere Zukunft führen, wenn man innerhalb des Landes nur mit Militäreskorten und nur Tags von A nach B kommt. wenn Guerilla und PARA überall im Land Greueltaten vollbringen. man zwar PARA an den grünen Tisch bekommt hingegen die FARC niemals. dann hat ein Presi wohl gar keine andere Wahl, als zuerst einmal versuchen damit aufzuräumen. und das dieses Unterfangen mit Sicherheit schwierig ist zeigen die vielen Verbrechen welche auf die Gegenparteien abgeschoben werden. darum auch: wenn ein Militärkomandant seiner Truppe biefielt: stürmt diesen Hügel, denn darauf lebt die Farc, dass da wahrscheinlich kaum einer daran denkt, dass er harmlose Campensinos am vertreiben ist. (und ich glaube jeder Soldat dieser Erde tut dies nach den Befehlen des Komandanten). … und wenn dieser ein Para ist????…

    ich verstehe jeden Uribe Gegner und seine Argumentation. mir tut es auch weh sehen zu müssen, dass der ganze Heilungsprozess Jahre und unendlich viele Opfer kostet. dass vieles verkehrt läuft und immer noch zu viele unter der jetztigen Regierung leiden müssen. aber unter dem Strich zähle ich die positiven Veränderungen. vor Uribes Zeit war jeder von uns Ausländern in Kolumbien gefährdet. um sein pers. Leben gefährdet. heute kommen 4-8 mal mehr Touristen ins Land und verschiedene wollen sogar Sesshaft werden. Ausländische Investoren glauben an eine bessere Zukunft. wir Ausländer, die wir uns HEUTE in Col nieder lassen fühlen uns um unser Leben bedroht?

    und dann muss ich immer wieder lesen: Uribe ist untragbar. das Land braucht einen besseren Presi. aber was ist besser? so wie es vorher war? so wie es Martin so schön beschreibt? was ist besser? kaum ein Presi vor Uribe konnte soviel Sicherheit für einen grossteil der Befölkerung bewirken.

    ich glaube, dass Uribe gar nicht so viele Anhänger hat. aber viele sehen in und dank ihm eine Zukunft mit mehr PAZ. klar, noch längst nicht für alle. und die meisten meiner Freunde in Med wünschen sich genau das. Uribe Gegner`s: wo soll man damit beginnen? in den Dschungels oder in den stark befölkerten Zonen. jaja, jetzt kommt dann wieder die Argumentation von Alto de Cazuca oder den desplacados. dann aber der Gegenvorschlag: was ist denn der Unterschied zwischen Medellin 2000 und Medellin 2008? wie heisst es so schön: die arroganten Paisas. ja mag sein, aber sie haben es fertig gebracht, dass ihre Stadt heute wohl die sicherste Stadt Cols ist. hier und wirklich hier brauche ich keine Belehrung es sei nicht so. ich habe viele Freunde in verschiedenen Slums von Med und diese kann ich jederzeit und ungefährdet besuchen. auch Nachts. ich besuche regelmässig ein paar Kumpels in einem Estrato 1.

    @Marco, ich glaube jeder von uns der in Kolumbien lebt verurteilt. verabscheut das was passiert. aber daran ändern können wir nichts. wir leben darin und bekommen immer wieder die Veränderungen zu spüren. oft sagen mir Menschen in den Slums: “he Fremder, was tust du hier. hast du angst?” ja ein bisschen. “du brauchst keine Angst zu haben, dieser Barrio ist sicher.” das sind Veränderungen die ich mehr als nur Wahrnehmen kann. denn diese Worte beinhalten auch andere Zeiten.

    solche Worte habe ich aber auch schon anderswo als nur in Medellin gehört. zum Beispiel in TURBO, oder Pueblos irgendwo in Antioquia. z.B. von Indios in den Bergen zw. Popayan und Neiva usw. gerade bei letzterem hatte ich riesigsten Respekt jene Berge zu queren. und dann erlebe ich solche Dinge. nein, die Indios dort sind nicht Pro Uribe. 5 Tage lang war ich insgesamt mit Indioführern unterwegs. ja klar sie wünschen sich eine andere Regierung welche auch ihre Interessen wahr nimmt. aber sie sind damit glücklich was die Veränderung unter Uribe gebracht hat !!!!

    und darum bin ich TROTZ ALLEM zufrieden mit dem was er gemacht und erreicht hat.

  50. 50 Martin

    Don-Pedrinio

    ich teile deine Meinung voll. Wenn du wieder in Medellin bist koennen wir zusammen ein Bier trinken gehen. Mein Geschaeftspartner ist uebrigens auch Schweizer

  51. 51 Martin

    alle

    das sind doch gute Nachrichten, die nicht in deutschland veroeffentlicht werden.
    http://www.eltiempo.com/justicia/2008-04-19/ARTICULO-WEB-NOTA_INTERIOR-4108336.html

  52. 52 Mike_36