Wird Bogota ein Metro haben?

Eine Entscheidung über ein Metro bzw. U-Bahn für die Hauptstadt Kolumbiens ist noch nicht getroffen. Doch der neu gewählte Oberbürgermeister von Bogota, Samuel Moreno Rojas, vom linken Partei Polo Democratico Alternativo, hat den Bogotanos versprochen, mit der Arbeit ab 2010 anfangen.
Vor den Wahlen vom 28. Oktober hatte Moreno schon eine Reihenfolge von Aufgaben vorgestellt, die während seiner Regierung (2008-2010) unternommen werden, um die Durchführbarkeit des Metro für Bogotá einzuschätzen und unternehmen. Über das Thema hat er im Wahlkampf heftig mit dem ehemaligen Oberbürgermeister (1999-2001) und auch Kandidat Enrique Peñalosa gestritten. Peñalosa sprach für die Verbreitung des Transportsystems „Transmilenio“, das ohne Zweifeln das Gesicht der Stadt in den letzten Jahren umwandelte, aber war gegen die Idee des Metro, weil seine Kosten unhbezahlbar wären.

In diesem Sinne hat sich auch Präsident Alvaro Uribe neulich überraschend geäussert und versprach die Nation würde die Kosten der Investitionen für ein Metro in Bogota mit neuen internationalen Darlehen unterstützen, aber nur wenn die Operation desselben (von der Stadt bzw. den Bürgern) selbstfinanziert werden kann.
Moreno spricht über ein integriertes Verkehrssystem für die Stadt mit einer einzigen Bezahlform und einem einzigen Preis. Dieses System sieht die Verbesserung des heutigen „Transmilenio“, den Bau des Metro, ein Zug für die weitentfernten Gegenden der Stadt und die Verbesserung der Verkehrinfrastruktur bzw. den Strassen vor, ein Problem, dass nach mehreren Jahren noch nicht endgültig gelöst ist.
Weder genaue Pläne über die Technologie (z.B. unterirdisch oder das Gegenteil, etwa wie in Wuppertal) noch wo die Fahrbähne festgelegt werden ist entschieden, was manche Bogotanos schon skeptisch als ein einfaches Wahlversprechen sehen.
Erste Einschätzungen über ein Metro in Bogotá, die während den Wahlkampf von anderen Kandidaten unternommen wurden, zeigen jedoch, dass das System langfristig rentabel ist. Im Vergleich zu einem einzigen Verkehrsystem wie Transmilenio, das Metro transportiert mehr Leute in weniger Zeit (Bogotá hat ungefähr 7 Mio Einwohner), besonders in Rush-Hours, wo die Busen von Transmilenio nicht reichen. Da die Trasnmilenio Busen Diesel benutzen und die Luftverschmutzung in der Stadt verschlechtern, ist auch ein Vorteil für ein Metro.

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7 Kommentare zu “Wird Bogota ein Metro haben?”


  1. 1 Torsten

    Hallo Maria Angela,
    das waere natuerlich phantastisch, obwohl ich so Recht nicht daran glauben kann. Viele haben das schon versprochen, dann hat es aber aus verschiedensten Gruenden nie geklappt. Einen wichtigen Fuersprecher hat Moreno jedoch schon: Kolumbiens Praesident Uribe. Uribe meinte, er stehe hinter dem Projekt, sofern es finanziert werden kann und die Fahrtickets nicht vom Staat oder der Stadt mit einem Zuschuss bezahlt werden muessen. Der Stadt, den Einwohnern und den Gaesten waere es auf alle Faelle zu goennen.
    Gruss/Torsten

  2. 2 Maria Angela

    Ja, ja, wenn ich mich erinnere bereits in den 80er. Jahren fingen die Politiker über ein Metro in Bogotá zu sprechen, weil Medellin einen haben würde…. und seit dem sind wir noch dabei… die Stadt ist grösser geworden und die Verkehrsmitteln fast unmöglich. Transmilenio hat wirklich die Stadt geholfen, ist aber nach meiner Meinung nicht genug. Das Uribe jetzt ja sagt, aber ohne Subventionen ist mir klar, aber ob wir die Bogotanos das bezahlen können… das ist eine andere Sache!!!

  3. 3 Josef aus Wien

    Warum kann sich Medellin eine Metro leisten?

  4. 4 Maria Angela

    Josef, die Antwort ist auch einfach: der Staat hat das Metro von Medellín fast (wenn nicht total) finanziert.

  5. 5 Miguel

    Ich befürchte, dass die Verkehrsprobleme Bogotas in den nächsten Jahren nicht angegangen und somit noch schlimmer werden.

    Mehr als um eine technische Lösung ist das Thema Metro (die sehr wahrscheinich eher eine Art Strassenbahn und nicht unterirdisch sein wird) Politik. Ob Moreno seine Wahl dem Thema Metro verdankt sei dahin gestellt. Er hat es eher geschafft, Stimmung gegen den Transmilenio und damit seinen Widersacher Peñalosa zu schaffen. Jetzt kann er nicht mehr zurück.

    Es ist sehr richtig, dass der Transmilenio viel zu wünschen übrig läßt, was Bequemlichkeit, Fahrpläne, Wartezeiten und Preise angeht. Aber diese Probleme sind alle administrativer und organisatorischer Natur, haben mit dem System nichts zu tun. Wenn die heilbringende Metro wie der Transmilenio gemanagt wird, wird sie genau die gleichen Probleme haben wie der Transmilenio. Dies nicht zu erkennen und zu glauben, die Metro würde schlechtes Management fast automatisch beheben, läßt mich verzwiefeln. So werden garantiert die gleichen Fehler wiederholt.

    Darüber hinaus ist es wahrscheinlich, dass die notwendigen Erweiterungen des schon funktionierenden Transmilenio-Systems nicht gemacht werden, weil Geld in Studien und Analysen über ein noch nicht funktionerendes Metro-System gesteckt werden.

    Derweil erstickt Bogota an seinen Staus und der schweren Luft.

  6. 6 Micha

    Mag sein, dass hier nicht hintereinander weg kosequent ein System umgesetzt wird um die Verkehrproblem in den Griff zu bekommen. Aber ich sehe bei Transmilenio mehr als ein rein adiminstrativ/organisatorisches Problem:

    Ein- und Ausstieg ist in der Rush-Hour ist eine Qual - es gibt es gib zu wenig Platz in den Haltestellen und die Busse sind weniger als echte Metros auf Ein- und Ausstieg bei Innenraum, Tür und vor allem Ein- und Austiegsfläche optimiert.
    Weiterhin tragen die Busse wie schon erwähnt nicht unwesentlich zur innerstädtischen Luftverschmutzung bei. Wenn man die Busse mit Rußfiltern ausstatten würde, könnte sich die Bilanz allerdings verbessern.
    Ich gehe jede Wette ein, bevor in allen Transmilenios Rußfilter einbaut sind, hat Bogotá schon eine Metro.

  7. 7 Eddi

    Hallo,

    eines muss ich doch mal loswerden: Dass der TransMilenio die Luft in Bogotá verschlechtert, halte ich für eine Unwahrheit:

    1) Wenn anstatt eines Trans-Busses die über 100 Passagiere mit eigenem PKW unterwegs wären, wäre die Luftverschmutzung viel schlimmer. Busfaren ist IMMER unweltfreundlicher als das Auto! Wenn das nicht so wäre, dann müssten ja alle Umweltpolitiker gegen den öffentlichen Nahverkehr sein, das wäre ja verrückt.

    2) Anstelle eines Trans-Busses waren vorher mehrere Kleinbusse unterwegs, um die Anzahl von 100 oder mehr Passagieren zu transportieren! Das bedeutete mehr Verkehrchaos und mehr Umweltverschmutzung!

    In Wahrheit ist der Trans also umweltschonend, und würde man ihn mit Filtern ausstatten, wäre er sogar spitze! Auch haben mir Rolos gesagt, dass es an der Caracas wesentlich weniger Luftprobleme gibt als z.B. an der Boyaca, eben weil der TransMilenio die ganzen kleinen Busse ersetzt hat und die Luft dadurch besser geworden ist.

    Eine Metro fährt ja auch nur mit Strom, und die Erzeugung des Stroms belastet ebenfalls die Umwelt, nur vielleicht nicht direkt die Anwohner der Hauptverkehrsstraßen, sondern die Anwohner der Kraftwerke.

    Das Argument, auch oft von Rolos vorgetragen, dass Bogotá eine Metro bräuchte, weil Medellín eine hat, ist das verkehrspolitisch dümmste und nichtssagende Argument bzw. eigentlich gar kein Argument, weil es sich mit der Verkehrsproblematik überhaupt nicht auseinandersetzt.

    Prinzipiell bin ich ein Verteidiger des TransMilenio, weil er mich sehr schnell von A nach B bringt, und ich ihn abgesehen von Taschendieben für sehr sicher halte. In der Hora Pico ist er überfüllt, aber ich bin noch immer mitgekommen, und wenn ich mich halt noch reinquetschen musste. Natürlich kann und soll der TransMilenio weiter verbessert werden, aber sagt mir bitte EINE einizge Millionenstadt, die zur Hora Pico keine überfüllten Verkehrsmittel und einen Sitzplatz für jeden hat! So ein System gibt es nicht, und abgesehen davon optimieren die Ingenieure ein System so, dass es zu 80% der Zeit optimal läuft. Wollte man 100% Optimum realisieren, also auch in der Hora Pico, dann würde es unbezahlbar. Das gilt z.B. auch für Autobahnen! Wollte man Staus ganz vermeiden, müssten alle Autobahnen 20 Spuren haben, um jederzeit einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

    Ich bin übrigens Musiker und habe mit dem Trans auch schon meinen Kontrabass transportiert, also sooo grauenhaft schlecht kann der Trans gar nicht sein! Verbesserungen sind natürlich möglich und wünschenswert.

    Und was die Wartezeiten angeht, welche Wartezeiten sind da gemeint? Ich kann mich nicht erinnern, jemals mehr als 10 Minuten auf einen TransMilenio gewartet zu haben. Davon kann man bei deutschen Straßenbahnen und Bussen nur träumen!

    In dem Sinne,
    que viva el TransMilenio!

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