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	<title>Kommentare zu: No más FARC &#8211; das war deutlich!</title>
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	<description>Aktuelle Kolumbien Nachrichten, Reportagen, Fotos und Reiseberichte aus Kolumbien!</description>
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		<title>Von: Gordis</title>
		<link>http://www.kolumbien-blog.com/politik/keine-farc-mehr/comment-page-2#comment-4925</link>
		<dc:creator>Gordis</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Mar 2008 06:31:37 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;@ Miguel
100% toll&lt;/p&gt;
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		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Miguel
100% toll</p>]]></content:encoded>
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		<title>Von: Eddi</title>
		<link>http://www.kolumbien-blog.com/politik/keine-farc-mehr/comment-page-2#comment-3933</link>
		<dc:creator>Eddi</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Mar 2008 17:03:28 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Hallo Jens,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;guter Beitrag, aber eines bereitet mir Kopfzerbrechen: Auch wenn Kolumbien kein Musterbeispiel für Demokratie ist, Uribe ist ja kein Diktator, sondern ist von vielen Wahlberechtigten gewählt und auch wiedergewählt worden. Vor allem aus der Frustration heraus, dass viele die Hoffnung auf erfolgreiche Verhandlungen verloren haben. Und laut Umfragen (die natürlich manipuliert sein können) glauben 30 bis 50% der Kolumbianer, dass das Vorgehen der Paras gegen die Guerrilla gerechtfertigt ist. So nach dem Motto: Die Guerrilla war zuerst da, die haben ja angefangen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich finde es umheimlich schwierig, den kleinsten gemeinsamen Nenner auszuloten, wenn die Ablehnung von Krieg und Gewalt immer mit der Frage verbunden ist, ob man für oder gegen Uribe ist. Ich würde mir wünschen, dass die Uribe-Frage vollständig ausgeklammert würde bei der Ablehnung JEGLICHER Gewalt. Leider kommt dann von Uribe-Gegnern sofort die Anschuldigung, dass Uribe ja selber Gewalt anwendet (was niemand ernsthaft bestreiten kann), und von Uribe-Anhängern die Rechtfertigung, dass Uribe Gewalt anwenden muss, da Pastranas Verhandlungstaktik keine Ergebnisse gebracht hat (dass Pastrana leider keinen Erfolg hatte, kann auch niemand abstreiten). Man dreht sich also immer im Kreis, und es gibt nur einen Gewinner: Die wenigen Perversen, denen das &quot;Abschlachten&quot; richtig gehend Spaß macht, und die eigentlich in eine geschlossene bewachte Anstalt gehören.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Leider kann ich auch keine fertige Lösung anbieten. Ich verstehe sowohl die Ungeduld der Uribe-Anhänger als auch die strikte Gewalt-Ablehnung der Uribe-Gegner, und damit setze ich mich natürlich voll zwischen alle Stühle, das ist mir klar. Trotzdem glaube ich, dass 99% der Sympathisanten und der Gegner von Uribe das gleiche wollen: Ein friedliches Kolumbien. Ich persönlich glaube nicht, dass man Gewalt erfolgreich mit Gewalt bekämpfen kann, aber ich möchte auch nicht alle Uribe-Wähler in die Para-Ecke stellen, das bringt niemandem etwas. Ich persönlich fand es z.B. abscheulich von Angela Merkel, wie sie damals als Oppositionsführerin nach Washington geflogen ist, nur um Georg W. Bush ihre Unterstützung für den Irak-Krieg zu bezeugen. Trotzdem kann und will ich nicht Millionen von CDU-Wählern als Kriegstreiber bezeichnen. So ein Schwarz-Weiss-Denken hilft immer nur den Falschen!&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Jens,</p>

<p>guter Beitrag, aber eines bereitet mir Kopfzerbrechen: Auch wenn Kolumbien kein Musterbeispiel für Demokratie ist, Uribe ist ja kein Diktator, sondern ist von vielen Wahlberechtigten gewählt und auch wiedergewählt worden. Vor allem aus der Frustration heraus, dass viele die Hoffnung auf erfolgreiche Verhandlungen verloren haben. Und laut Umfragen (die natürlich manipuliert sein können) glauben 30 bis 50% der Kolumbianer, dass das Vorgehen der Paras gegen die Guerrilla gerechtfertigt ist. So nach dem Motto: Die Guerrilla war zuerst da, die haben ja angefangen.</p>

<p>Ich finde es umheimlich schwierig, den kleinsten gemeinsamen Nenner auszuloten, wenn die Ablehnung von Krieg und Gewalt immer mit der Frage verbunden ist, ob man für oder gegen Uribe ist. Ich würde mir wünschen, dass die Uribe-Frage vollständig ausgeklammert würde bei der Ablehnung JEGLICHER Gewalt. Leider kommt dann von Uribe-Gegnern sofort die Anschuldigung, dass Uribe ja selber Gewalt anwendet (was niemand ernsthaft bestreiten kann), und von Uribe-Anhängern die Rechtfertigung, dass Uribe Gewalt anwenden muss, da Pastranas Verhandlungstaktik keine Ergebnisse gebracht hat (dass Pastrana leider keinen Erfolg hatte, kann auch niemand abstreiten). Man dreht sich also immer im Kreis, und es gibt nur einen Gewinner: Die wenigen Perversen, denen das &#8220;Abschlachten&#8221; richtig gehend Spaß macht, und die eigentlich in eine geschlossene bewachte Anstalt gehören.</p>

<p>Leider kann ich auch keine fertige Lösung anbieten. Ich verstehe sowohl die Ungeduld der Uribe-Anhänger als auch die strikte Gewalt-Ablehnung der Uribe-Gegner, und damit setze ich mich natürlich voll zwischen alle Stühle, das ist mir klar. Trotzdem glaube ich, dass 99% der Sympathisanten und der Gegner von Uribe das gleiche wollen: Ein friedliches Kolumbien. Ich persönlich glaube nicht, dass man Gewalt erfolgreich mit Gewalt bekämpfen kann, aber ich möchte auch nicht alle Uribe-Wähler in die Para-Ecke stellen, das bringt niemandem etwas. Ich persönlich fand es z.B. abscheulich von Angela Merkel, wie sie damals als Oppositionsführerin nach Washington geflogen ist, nur um Georg W. Bush ihre Unterstützung für den Irak-Krieg zu bezeugen. Trotzdem kann und will ich nicht Millionen von CDU-Wählern als Kriegstreiber bezeichnen. So ein Schwarz-Weiss-Denken hilft immer nur den Falschen!</p>]]></content:encoded>
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	<item>
		<title>Von: Jens</title>
		<link>http://www.kolumbien-blog.com/politik/keine-farc-mehr/comment-page-2#comment-3929</link>
		<dc:creator>Jens</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Mar 2008 15:26:17 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Hallo Eddi,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;das war ein sehr schöner Beitrag. Er trifft m.E. den Nagel auf den Kopf.
Kolumbien braucht eine breite Basis, welche sich von der Gewalt als politisches Mittel deutlich distanziert. Eine Basis, die sich Regierung und FARC gleichermassen entgegenstellt und denen klarmacht: Ihr handelt NICHT in unserem Namen (z.B. nach dem Motto der letzten Tage der DDR: WIR SIND DAS VOLK).
Deswegen denke ich, darf man die Demonstrationen vom 4F und 6M weder in eine rechte, noch in eine linke Ecke stellen, sondern muss ganz klar zum Ausdruck bringen: wir setzen uns, unabhängig von unserer politischen Gesinnung, ALLE gegen politische Gewalt ein.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Eddi,</p>

<p>das war ein sehr schöner Beitrag. Er trifft m.E. den Nagel auf den Kopf.
Kolumbien braucht eine breite Basis, welche sich von der Gewalt als politisches Mittel deutlich distanziert. Eine Basis, die sich Regierung und FARC gleichermassen entgegenstellt und denen klarmacht: Ihr handelt NICHT in unserem Namen (z.B. nach dem Motto der letzten Tage der DDR: WIR SIND DAS VOLK).
Deswegen denke ich, darf man die Demonstrationen vom 4F und 6M weder in eine rechte, noch in eine linke Ecke stellen, sondern muss ganz klar zum Ausdruck bringen: wir setzen uns, unabhängig von unserer politischen Gesinnung, ALLE gegen politische Gewalt ein.</p>]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Eddi</title>
		<link>http://www.kolumbien-blog.com/politik/keine-farc-mehr/comment-page-2#comment-3925</link>
		<dc:creator>Eddi</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Mar 2008 14:47:55 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.kolumbien-blog.com/politik/keine-farc-mehr#comment-3925</guid>
		<description>&lt;p&gt;Entschuldigung Steffen,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;dachte zuerst, dass Du einer von den Hippies bist, die mit Che-Guevara-T-Shirt durch die Gegend laufen und denken, da unten im Urwald spielen ein paar coole Leute Robin Hood, indem sie den Reichen was wegnehmen und es dann an die Armen verteilen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zitat &quot;Oftmals ist es nur eine Duldung oder die Wahl des geringeren Übels oder der einzige Ausweg aus wirtschaftlicher Not.&quot;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Da sind wir uns einig. Deswegen findet diesen Donnerstag, den 6. März, ein Marsch gegen ALLE kriegsführenden Parteien statt. Ohne Unterstützung der Regierung, da durch diesen Marsch auch die Verbrechen von Militär und Paramilitär angeprangert werden sollen. Ohne Unterstützung der Medien, und es werden wohl auch keine Millionen teilnehmen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Meine alternativ eingestellten kolumbianischen Freunde, die den Marsch am 6. März mitorganisieren, behaupten jedoch, dass die Millionen Teilnehmer des Anti-FARC-Marsches vom 4. Februar direkt Uribe und die Paramilitärs unterstützt und diesen praktisch eine Lizenz zum Töten ausgestellt haben. Und diese Feststellung geht mir entschieden zu weit. Wer gegen die FARC ist, legitimiert nicht automatisch die Menschenrechtsverletzungen der Regierung Uribe und die Massaker der Paras. Das ist meine persönliche Meinung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als Anfang der 90er Jahre mehrere Ausländer in Deutschland bei Brandanschlägen ums Leben kamen, wollten meine (konservativen) Eltern noch nicht mal an den Lichterketten gegen Ausländerfeindlichkeit teilnehmen, nur aus Sorge, sie könnten damit &quot;die Linken&quot; unterstützen. Sorry, aber &quot;um-drei-Ecken-denken&quot; ist nicht mein Ding!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das traurige an der ganzen Sache ist: Der Streit der &quot;friedlichen&quot; Kolumbianer, ob sie gegen die FARC oder nicht besser gegen FARC und Paras, oder besser gegen FARC und Paras und Uribe demonstrieren sollen, entzweit die Bevölkerung und lenkt vom eigentlichen Ziel ab, nämlich lebenswerte Bedingungen für alle zu schaffen.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Entschuldigung Steffen,</p>

<p>dachte zuerst, dass Du einer von den Hippies bist, die mit Che-Guevara-T-Shirt durch die Gegend laufen und denken, da unten im Urwald spielen ein paar coole Leute Robin Hood, indem sie den Reichen was wegnehmen und es dann an die Armen verteilen.</p>

<p>Zitat &#8220;Oftmals ist es nur eine Duldung oder die Wahl des geringeren Übels oder der einzige Ausweg aus wirtschaftlicher Not.&#8221;</p>

<p>Da sind wir uns einig. Deswegen findet diesen Donnerstag, den 6. März, ein Marsch gegen ALLE kriegsführenden Parteien statt. Ohne Unterstützung der Regierung, da durch diesen Marsch auch die Verbrechen von Militär und Paramilitär angeprangert werden sollen. Ohne Unterstützung der Medien, und es werden wohl auch keine Millionen teilnehmen.</p>

<p>Meine alternativ eingestellten kolumbianischen Freunde, die den Marsch am 6. März mitorganisieren, behaupten jedoch, dass die Millionen Teilnehmer des Anti-FARC-Marsches vom 4. Februar direkt Uribe und die Paramilitärs unterstützt und diesen praktisch eine Lizenz zum Töten ausgestellt haben. Und diese Feststellung geht mir entschieden zu weit. Wer gegen die FARC ist, legitimiert nicht automatisch die Menschenrechtsverletzungen der Regierung Uribe und die Massaker der Paras. Das ist meine persönliche Meinung.</p>

<p>Als Anfang der 90er Jahre mehrere Ausländer in Deutschland bei Brandanschlägen ums Leben kamen, wollten meine (konservativen) Eltern noch nicht mal an den Lichterketten gegen Ausländerfeindlichkeit teilnehmen, nur aus Sorge, sie könnten damit &#8220;die Linken&#8221; unterstützen. Sorry, aber &#8220;um-drei-Ecken-denken&#8221; ist nicht mein Ding!</p>

<p>Das traurige an der ganzen Sache ist: Der Streit der &#8220;friedlichen&#8221; Kolumbianer, ob sie gegen die FARC oder nicht besser gegen FARC und Paras, oder besser gegen FARC und Paras und Uribe demonstrieren sollen, entzweit die Bevölkerung und lenkt vom eigentlichen Ziel ab, nämlich lebenswerte Bedingungen für alle zu schaffen.</p>]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Steffen</title>
		<link>http://www.kolumbien-blog.com/politik/keine-farc-mehr/comment-page-2#comment-3922</link>
		<dc:creator>Steffen</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Mar 2008 13:27:13 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.kolumbien-blog.com/politik/keine-farc-mehr#comment-3922</guid>
		<description>&lt;p&gt;@ Eddi:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;interessanter Beitrag!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich wollte Dich keineswegs in das Lager der oberschichtigen Uribe-Anhänger stecken. Mein Gott, ich war auch schon mal in Kolumbien (auch wegen meiner Ex) und, na klar, hab ich da auch nur mit den (mehr oder minder wohlhabenden) Studenten aus Bogota abgehangen. Ist doch nicht schlimm. ;-)&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich denke auch, dass die meisten armen Bauern z.B. im von Dir angeführten Putumayo nicht so genau über die politischen Ziele der FARC Bescheid weiss (btw. weiss das überhaupt jemand so genau??). Denen geht es um existenziellere Dinge. Was sollen sie anbauen? Wo sollen sie die Ware absetzen? Wie kommen sie über die Runden? Wer hilft Ihnen? Der Staat? Die Guerilla?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Guerilla kein paritätischer Sozialverein ist, darüber brauchen wir uns wohl nicht zu unterhalten. Aber vom Staat werden die armen Seelen doch auch im Stich gelassen. Was wurde nicht alles angekündigt im Plan Colombia in Sachen alternative Wirtschaftsentwicklung (statt Kokaanbau)? Und was ist dabei herausgekommen? Was hat PLANTE bisher erreicht? Was ist mit den angekündigten Infrastrukturmaßnahmen, die den Absatz des legalen Anbauguts ermöglichen könnten? Gibt es mittlerweile eine geteerte Strasse zwischen Puerto Asís und Mocoa?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Viele Leute werden doch vom Staat quasi in die Arme der Guerilla bzw. in den Kokaanbau getrieben. Was sollen die denn anderes machen? Ihrem Kongresabgeordneten schreiben? Diese Bevölkerungsteile werden doch marginalisiert. Ich weiss nicht, wie groß die Unterstützung der Guerilla in bestimmten Gebieten ist. Es ist dabei natürlich auch zu fragen, wie genau diese Unterstützung aussieht. Oftmals ist es nur eine Duldung oder die Wahl des geringeren Übels oder der einzige Ausweg aus wirtschaftlicher Not.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Eddi:</p>

<p>interessanter Beitrag!</p>

<p>Ich wollte Dich keineswegs in das Lager der oberschichtigen Uribe-Anhänger stecken. Mein Gott, ich war auch schon mal in Kolumbien (auch wegen meiner Ex) und, na klar, hab ich da auch nur mit den (mehr oder minder wohlhabenden) Studenten aus Bogota abgehangen. Ist doch nicht schlimm. <img src='http://www.kolumbien-blog.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>

<p>Ich denke auch, dass die meisten armen Bauern z.B. im von Dir angeführten Putumayo nicht so genau über die politischen Ziele der FARC Bescheid weiss (btw. weiss das überhaupt jemand so genau??). Denen geht es um existenziellere Dinge. Was sollen sie anbauen? Wo sollen sie die Ware absetzen? Wie kommen sie über die Runden? Wer hilft Ihnen? Der Staat? Die Guerilla?</p>

<p>Das Guerilla kein paritätischer Sozialverein ist, darüber brauchen wir uns wohl nicht zu unterhalten. Aber vom Staat werden die armen Seelen doch auch im Stich gelassen. Was wurde nicht alles angekündigt im Plan Colombia in Sachen alternative Wirtschaftsentwicklung (statt Kokaanbau)? Und was ist dabei herausgekommen? Was hat PLANTE bisher erreicht? Was ist mit den angekündigten Infrastrukturmaßnahmen, die den Absatz des legalen Anbauguts ermöglichen könnten? Gibt es mittlerweile eine geteerte Strasse zwischen Puerto Asís und Mocoa?</p>

<p>Viele Leute werden doch vom Staat quasi in die Arme der Guerilla bzw. in den Kokaanbau getrieben. Was sollen die denn anderes machen? Ihrem Kongresabgeordneten schreiben? Diese Bevölkerungsteile werden doch marginalisiert. Ich weiss nicht, wie groß die Unterstützung der Guerilla in bestimmten Gebieten ist. Es ist dabei natürlich auch zu fragen, wie genau diese Unterstützung aussieht. Oftmals ist es nur eine Duldung oder die Wahl des geringeren Übels oder der einzige Ausweg aus wirtschaftlicher Not.</p>]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Eddi</title>
		<link>http://www.kolumbien-blog.com/politik/keine-farc-mehr/comment-page-2#comment-3875</link>
		<dc:creator>Eddi</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Mar 2008 20:23:58 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Hallo Steffen,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;eine Ex-Freundin von mir (Kolumbianerin) ist Psychologin und betreut in Ecuador für ACNUR (Flüchtlingskommissariat der UNO) kolumbianische Flüchtlinge. Die Menschen, die mit nichts weiter als ihrem nackten Leben in Ecuador Zuflucht suchen, können oftmals überhaupt nicht auseinander halten, ob ihre Familienmitglieder von Paras oder Guerrilleros umgebracht oder von wem sie gefoltert und vergewaltigt wurden. Zwar gelten die Paras als die brutalste Partei im Bürgerkrieg, aber auch Ex-Guerrileros berichten, dass sie im Zweifelsfall auch mal eine ganze Familie umbringen, wenn sie nicht mehr unterscheiden können, auf welcher Seite die einzelnen Familienmitglieder stehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es gibt schon Kolumbianer, die von den angeblichen kommunistichen Zielen der FARC überzeugt sind. Aber ein &quot;Rückhalt in der Bevölkerung&quot; würde für mich bedeuten, dass mindestens 20% der Bevölkerung mit den FARC sympathisiert, oder sagen wir mindestens 20% der ländlichen benachteiligten Bevölkerung. Das kann ich aber nicht bestätigen. Ich helfe ehrenamtlich bei einer Stiftung, die in betroffenen Gebieten wie dem Putumayo Veranstaltungen in der Bevölkerung durchführt z.B. Theatergruppen, in denen die Menschen nachspielen, was sich in ihren Dörfern ereignet hat und wobei sie lernen sollen, keine Gewalt anzuwenden. Oder wobei sie selber herausfinden sollen, dass Frauen und Kinder auch Grundrechte haben. Diese armen Menschen, alle direkte Opfer des &quot;conflicto armado&quot;, haben von den angeblichen &quot;politischen&quot; Zielen der FARC überhaupt keine Ahnung. Für die gibt es mehrere bewaffnete Gruppen, die mit Hilfe größter Brutalität ihre Region kontrollieren wollen und sich durch Entführungen und auch Drogenanbau und -handel finanzieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich bin nicht allwissend und von mir aus mag es mehr FARC-Sympathisanten geben, als ich es einschätzen kann. Aber mir vorzuwerfen, ich würde nur mit den Uribe-Wählern aus der Oberschicht abhängen, finde ich schon ziemlich gewagt. Erst recht von jemandem, der mich und meinen Lebenswandel überhaupt nicht kennt.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Steffen,</p>

<p>eine Ex-Freundin von mir (Kolumbianerin) ist Psychologin und betreut in Ecuador für ACNUR (Flüchtlingskommissariat der UNO) kolumbianische Flüchtlinge. Die Menschen, die mit nichts weiter als ihrem nackten Leben in Ecuador Zuflucht suchen, können oftmals überhaupt nicht auseinander halten, ob ihre Familienmitglieder von Paras oder Guerrilleros umgebracht oder von wem sie gefoltert und vergewaltigt wurden. Zwar gelten die Paras als die brutalste Partei im Bürgerkrieg, aber auch Ex-Guerrileros berichten, dass sie im Zweifelsfall auch mal eine ganze Familie umbringen, wenn sie nicht mehr unterscheiden können, auf welcher Seite die einzelnen Familienmitglieder stehen.</p>

<p>Es gibt schon Kolumbianer, die von den angeblichen kommunistichen Zielen der FARC überzeugt sind. Aber ein &#8220;Rückhalt in der Bevölkerung&#8221; würde für mich bedeuten, dass mindestens 20% der Bevölkerung mit den FARC sympathisiert, oder sagen wir mindestens 20% der ländlichen benachteiligten Bevölkerung. Das kann ich aber nicht bestätigen. Ich helfe ehrenamtlich bei einer Stiftung, die in betroffenen Gebieten wie dem Putumayo Veranstaltungen in der Bevölkerung durchführt z.B. Theatergruppen, in denen die Menschen nachspielen, was sich in ihren Dörfern ereignet hat und wobei sie lernen sollen, keine Gewalt anzuwenden. Oder wobei sie selber herausfinden sollen, dass Frauen und Kinder auch Grundrechte haben. Diese armen Menschen, alle direkte Opfer des &#8220;conflicto armado&#8221;, haben von den angeblichen &#8220;politischen&#8221; Zielen der FARC überhaupt keine Ahnung. Für die gibt es mehrere bewaffnete Gruppen, die mit Hilfe größter Brutalität ihre Region kontrollieren wollen und sich durch Entführungen und auch Drogenanbau und -handel finanzieren.</p>

<p>Ich bin nicht allwissend und von mir aus mag es mehr FARC-Sympathisanten geben, als ich es einschätzen kann. Aber mir vorzuwerfen, ich würde nur mit den Uribe-Wählern aus der Oberschicht abhängen, finde ich schon ziemlich gewagt. Erst recht von jemandem, der mich und meinen Lebenswandel überhaupt nicht kennt.</p>]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Steffen</title>
		<link>http://www.kolumbien-blog.com/politik/keine-farc-mehr/comment-page-2#comment-3869</link>
		<dc:creator>Steffen</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Mar 2008 18:14:19 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Der Vergleich zwischen Deutschland und Kolumbien hinkt nicht nur, er ist querschnittsgelähmt. Deutschland entstand auch nicht aus den Trümmern des Dritten Reiches. Es gab ja auch vor dem Dritten Reich eine Demokratie.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;@ Eddi: da frage ich mich, welche Leute Du in Kolumbien kennengelernt hast. Die Aufstandsbewegungen haben ihren Rückhalt in der Bevölkerung! Nur halt nicht in den Kreisen, in denen Du Dich bewegst.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Genauso wie hier Erfahrungen von Entführungsopfern angeführt werden, könnte man (noch viel mehr) Erfahrungen von Opfern des Staates und der Paras anführen.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Der Vergleich zwischen Deutschland und Kolumbien hinkt nicht nur, er ist querschnittsgelähmt. Deutschland entstand auch nicht aus den Trümmern des Dritten Reiches. Es gab ja auch vor dem Dritten Reich eine Demokratie.</p>

<p>@ Eddi: da frage ich mich, welche Leute Du in Kolumbien kennengelernt hast. Die Aufstandsbewegungen haben ihren Rückhalt in der Bevölkerung! Nur halt nicht in den Kreisen, in denen Du Dich bewegst.</p>

<p>Genauso wie hier Erfahrungen von Entführungsopfern angeführt werden, könnte man (noch viel mehr) Erfahrungen von Opfern des Staates und der Paras anführen.</p>]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Carlo</title>
		<link>http://www.kolumbien-blog.com/politik/keine-farc-mehr/comment-page-2#comment-3791</link>
		<dc:creator>Carlo</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Feb 2008 15:07:14 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.kolumbien-blog.com/politik/keine-farc-mehr#comment-3791</guid>
		<description>&lt;p&gt;Hallo Jens, 
ich kann Deinem Beitrag nur voll und ganz zustimmen!&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Jens, 
ich kann Deinem Beitrag nur voll und ganz zustimmen!</p>]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Jens</title>
		<link>http://www.kolumbien-blog.com/politik/keine-farc-mehr/comment-page-2#comment-3787</link>
		<dc:creator>Jens</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Feb 2008 11:10:13 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Hallo Carlo, hallo Eddi,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;sehr interessante Ansichten, dir Ihr hier äußert. Und die ich auch kommentieren möchte:&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zuerst ein ganz wichtiger Satz von Carlo: &quot;zumindest sollte AUFRICHTIGES VERHANDELN der erste, Gewaltanwendung aber der LETZTE Schritt sein und NIEMALS umgekehrt!&quot;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Anders geht es auch gar nicht, das ist den Parteien dieses Konfliktes aber nicht allzu oft eingefallen. Hierzu sollte man sich das Verhalten der Guerrilla unter den Regierungen Pastrana oder Betancur und das Verhalten der aktuellen Regierung Uribe anschauen. Meines Erachtens spielten beide zum gegebenen Zeitpunkt auf die militärische Karte, wohlwissentlich, dass diese &quot;Lösung&quot; des Konflikts seit 40 Jahren gar keine Lösung ist. Ein AUFRICHTIGES VERHANDELN sehe ich zu diesem Zeitpunkt bei keinem der Beteiligten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Andererseits Eddi, kann es weder darum gehen, ein Gewaltmonopol des Staates infrage zu stellen, noch darum, die Anzahl der Toten auf der einen oder anderen Seite als &quot;Erfolge&quot; der staatlichen Friedensbemühungen zu verkaufen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Aussage, dass Deutschland auch für Kolumbien ein Beispiel an Demokratie sein kann, würde ich sofort zustimmen. Hierbei vergesst Ihr aber alle, auf welchem Weg Deutschland dorthin gekommen ist. Die Deutschen wurden nämlich zu dieser Staatsform geprügelt, dieser Staat entstand aus den Ruinen eines im Krieg zerstörten Faschistenastaates. Aus eigenen Stücken und eigener Kraft hätten die Deutschen das wahrscheinlich nicht geschafft. Ich wünsche, dass wir uns alle darin einig sind, dass das nicht der Friedensweg für Kolumbien sein sollte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Abgesehen davon, ob ein Staat demokratisch ist oder nicht, in jedem Land wird es Menschengruppen geben, die mit ihrem Staat nicht einverstanden sind. Ob es RAF, Abtreibungsgegner, Sekten oder politisch links- oder rechtsorientierte Gruppierungen sind, ist solange egal, wie sie sich an die Regeln der Demokratie und eines friedlichen Zusammenlebens halten. Aber insbesondere kleine Gruppierungen wie die RAF profitieren von Gewaltaktionen, weil sie so ihre &quot;message&quot; (tschuldigung) leichter an die Öffentlichkeit transportieren können. Das dürfte ein gewaltiger Unterschied zu einem Land wie Kolumbien, oder Lateinamerika insgesamt sein, in dem Guerrillagruppen (auch die FARC) tatsächlich auf dem Boden sozialer Ungerechtigkeit entstanden sind.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was die Pressefreiheit angeht, gibt es zwischen Deutschland und Lateinamerika doch noch einen gewaltigen Unterschied. In Venezuela, auf Cuba oder in Kolumbien werden nicht regierungskonforme Informationsorgane durch Drohungen, Morde oder Verbote stillgelegt, die Informationspolitik ist einseitig. In Deutschland sind immerhin Information und Desinformation durch alle politischen Parteien, von ganz links bis ganz rechts, möglich und jedem Bürger zugänglich: Es gibt schließlich nicht nur ZDF, ARD und Bild-Zeitung. Der einzelne Bürger hat die Wahl, ob die Argumentation mehr oder weniger in sein eigenes Weltbild passt oder nicht. Insofern sehe ich hier auch einen gewaltigen Unterschied zu Lateinamerika oder Russland, wo allein schon das Informationsangebot sehr einseitig ist.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Carlo, hallo Eddi,</p>

<p>sehr interessante Ansichten, dir Ihr hier äußert. Und die ich auch kommentieren möchte:</p>

<p>Zuerst ein ganz wichtiger Satz von Carlo: &#8220;zumindest sollte AUFRICHTIGES VERHANDELN der erste, Gewaltanwendung aber der LETZTE Schritt sein und NIEMALS umgekehrt!&#8221;</p>

<p>Anders geht es auch gar nicht, das ist den Parteien dieses Konfliktes aber nicht allzu oft eingefallen. Hierzu sollte man sich das Verhalten der Guerrilla unter den Regierungen Pastrana oder Betancur und das Verhalten der aktuellen Regierung Uribe anschauen. Meines Erachtens spielten beide zum gegebenen Zeitpunkt auf die militärische Karte, wohlwissentlich, dass diese &#8220;Lösung&#8221; des Konflikts seit 40 Jahren gar keine Lösung ist. Ein AUFRICHTIGES VERHANDELN sehe ich zu diesem Zeitpunkt bei keinem der Beteiligten.</p>

<p>Andererseits Eddi, kann es weder darum gehen, ein Gewaltmonopol des Staates infrage zu stellen, noch darum, die Anzahl der Toten auf der einen oder anderen Seite als &#8220;Erfolge&#8221; der staatlichen Friedensbemühungen zu verkaufen.</p>

<p>Der Aussage, dass Deutschland auch für Kolumbien ein Beispiel an Demokratie sein kann, würde ich sofort zustimmen. Hierbei vergesst Ihr aber alle, auf welchem Weg Deutschland dorthin gekommen ist. Die Deutschen wurden nämlich zu dieser Staatsform geprügelt, dieser Staat entstand aus den Ruinen eines im Krieg zerstörten Faschistenastaates. Aus eigenen Stücken und eigener Kraft hätten die Deutschen das wahrscheinlich nicht geschafft. Ich wünsche, dass wir uns alle darin einig sind, dass das nicht der Friedensweg für Kolumbien sein sollte.</p>

<p>Abgesehen davon, ob ein Staat demokratisch ist oder nicht, in jedem Land wird es Menschengruppen geben, die mit ihrem Staat nicht einverstanden sind. Ob es RAF, Abtreibungsgegner, Sekten oder politisch links- oder rechtsorientierte Gruppierungen sind, ist solange egal, wie sie sich an die Regeln der Demokratie und eines friedlichen Zusammenlebens halten. Aber insbesondere kleine Gruppierungen wie die RAF profitieren von Gewaltaktionen, weil sie so ihre &#8220;message&#8221; (tschuldigung) leichter an die Öffentlichkeit transportieren können. Das dürfte ein gewaltiger Unterschied zu einem Land wie Kolumbien, oder Lateinamerika insgesamt sein, in dem Guerrillagruppen (auch die FARC) tatsächlich auf dem Boden sozialer Ungerechtigkeit entstanden sind.</p>

<p>Was die Pressefreiheit angeht, gibt es zwischen Deutschland und Lateinamerika doch noch einen gewaltigen Unterschied. In Venezuela, auf Cuba oder in Kolumbien werden nicht regierungskonforme Informationsorgane durch Drohungen, Morde oder Verbote stillgelegt, die Informationspolitik ist einseitig. In Deutschland sind immerhin Information und Desinformation durch alle politischen Parteien, von ganz links bis ganz rechts, möglich und jedem Bürger zugänglich: Es gibt schließlich nicht nur ZDF, ARD und Bild-Zeitung. Der einzelne Bürger hat die Wahl, ob die Argumentation mehr oder weniger in sein eigenes Weltbild passt oder nicht. Insofern sehe ich hier auch einen gewaltigen Unterschied zu Lateinamerika oder Russland, wo allein schon das Informationsangebot sehr einseitig ist.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Von: Eddi</title>
		<link>http://www.kolumbien-blog.com/politik/keine-farc-mehr/comment-page-2#comment-3759</link>
		<dc:creator>Eddi</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Feb 2008 03:27:22 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Hallo Carlo,&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;die FARC hat fast genausowenig Rückhalt in der Bevölkerung wie die RAF. Unter allen Menschen, die ich in den letzten sechs Jahren in Kolumbien kennengelernt habe, hat mir gegenüber nur einer Sympathie für die angeblichen Ideale der FARC geäußert. Hingegen haben mich schon mehrere Kolumbianer darauf angesprochen, was für asoziale Europäer &quot;Spenden&quot; an die FARC schicken (wegen dem Prozess in Dänemark), da sind viele Kolumbianer ganz schön sauer drüber. Und die 16.000 Kämpfer der FARC stehen ja auch nicht hinter der Sache, vielmehr muss in den entsprechenden Gebieten jede Familie mindestens einen Sohn/Tochter der Guerrilla zur Verfügung stellen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In den Familien zweier Ex-Freundinnen von mir sind jeweils mehrere Familienmitglieder Opfer von FARC-Entführungen gewesen, die aber alle durch Zahlung von Lösegeld glimpflich ausgingen. Diese Familien wollen von Verhandlungen nichts mehr wissen... Ich sage nicht, dass man deswegen nicht verhandeln sollte, aber die zunehmende Ungeduld eines Großteils der Bevölkerung kann ich schon nachvollziehen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nee, also Russland habe ich nicht als vorbildliche Demokratie bezeichnet. Ich glaube einfach nur, dass Deutschland nur minimal besser ist. Da sich in Deutschland immernoch die Mehrheit eine Wohnung, ein Auto und einmal im Jahr Mallorca leisten kann, ist den Leuten doch scheißegal, was politisch abgeht. Dass 1&amp;1 z.B. allen Kunden die Verträge gekündigt hat, die islamkritische Karikaturen auf ihrer Homepage hatten, was hat denn das mit Meinungsfreiheit zu tun? Da halte ich es mit einem russichen Bekannten von mir, der mir sagte: &quot;Eure tolle Pressefreiheit in Deutschland, die spielt sich genau zwischen ARD und ZDF ab.&quot;&lt;/p&gt;
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		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Carlo,</p>

<p>die FARC hat fast genausowenig Rückhalt in der Bevölkerung wie die RAF. Unter allen Menschen, die ich in den letzten sechs Jahren in Kolumbien kennengelernt habe, hat mir gegenüber nur einer Sympathie für die angeblichen Ideale der FARC geäußert. Hingegen haben mich schon mehrere Kolumbianer darauf angesprochen, was für asoziale Europäer &#8220;Spenden&#8221; an die FARC schicken (wegen dem Prozess in Dänemark), da sind viele Kolumbianer ganz schön sauer drüber. Und die 16.000 Kämpfer der FARC stehen ja auch nicht hinter der Sache, vielmehr muss in den entsprechenden Gebieten jede Familie mindestens einen Sohn/Tochter der Guerrilla zur Verfügung stellen.</p>

<p>In den Familien zweier Ex-Freundinnen von mir sind jeweils mehrere Familienmitglieder Opfer von FARC-Entführungen gewesen, die aber alle durch Zahlung von Lösegeld glimpflich ausgingen. Diese Familien wollen von Verhandlungen nichts mehr wissen&#8230; Ich sage nicht, dass man deswegen nicht verhandeln sollte, aber die zunehmende Ungeduld eines Großteils der Bevölkerung kann ich schon nachvollziehen.</p>

<p>Nee, also Russland habe ich nicht als vorbildliche Demokratie bezeichnet. Ich glaube einfach nur, dass Deutschland nur minimal besser ist. Da sich in Deutschland immernoch die Mehrheit eine Wohnung, ein Auto und einmal im Jahr Mallorca leisten kann, ist den Leuten doch scheißegal, was politisch abgeht. Dass 1&amp;1 z.B. allen Kunden die Verträge gekündigt hat, die islamkritische Karikaturen auf ihrer Homepage hatten, was hat denn das mit Meinungsfreiheit zu tun? Da halte ich es mit einem russichen Bekannten von mir, der mir sagte: &#8220;Eure tolle Pressefreiheit in Deutschland, die spielt sich genau zwischen ARD und ZDF ab.&#8221;</p>]]></content:encoded>
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