Wir feiern in diesen Tagen den 80. Geburtstag von Gabriel Garcia Marquez, dem genialen Erfinder des magischen Realismus. Ich hatte vor einigen Jahren Gelegenheit mit ihm zu sprechen. Wir drehten gerade einen Film über die Troubadoure der kolumbianischen Vallenatomusik: El Acordeon del Diablo, auch ein Thema in Hundert Jahre Einsamkeit. Bei diesem Treffen sagte uns Gabo (wie man ihn in Kolumbien nennt): was ich erzähle, ist nicht erfunden, in Kolumbien passieren noch viel phantastischere Geschichten. Ich zeichne sie nur auf…
Eine solche Geschichte ging jetzt durch die Presse.
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Update: am 28.04.2007 gab es ein Lebenszeichen von Ingrid Betancourt, alle Details gibt es hier…
Update: am 31.05.2007 berichtet die Senatorin Piedad Cordoba, dass Betancourt in den nächsten Tagen frei kommen soll, die Regierung dementiert die Meldung…
Liebe Ingrid.
Fünf Jahre schon fehlt uns Deine Stimme,
Fünf Jahre ohne Deine mutige Politik,
Fünf Jahre ohne Deine Familie, deine Kinder.
Wir hatten uns kurz kennengelernt im Jahre 1998, in einem Hotel in Valledupar. An einem heißen, späten Nachmittag. Du erzähltest, dass du gerade fast entführt worden wärest auf dem Weg von Barranquilla nach Valledepur. Wir drehten einen Film über Vallenato, El Acordeon del Diablo. Meist in gefährlichen Zonen, im Guerilla-Gebiet. Ich bin durch diese Regionen immer um 12h Mittags gereist. Die Hitze vertreibt die Hunde auf der Strasse und auch die Guerilla.
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Es gibt so viele schöne Themen in Kolumbien, fern von Mord und Todschlag. Aber was zur Zeit das Land beschäftigt, sind die Paramilitärs und ihre Komplizenschaft mit Politik und Militärs. Ich denke, dass es sehr schwer ist für jemanden in Deutschland die Hintergründe und den Charakter der Paras , wie sie hier genannt werden, zu begreifen. Sind es Mörderbanden, eine illegale Armee, Selbstverteidigungsgruppen? Lasst mich kurz ausholen: Alles begann zu einer Zeit, als der Präsident Uribe Gouverneur in Antioquia war. Angesichts der Tatsache , dass die Regierung, die Militärs, die Polizei in weiten Regionen die Kontrolle verloren hatten und keine Präsenz zeigten, haben sich Selbstverteidigungsgruppen gebildet, sie wurden sogar legalisiert. Das waren die sogeannten Convivirs (was so viel wie Zusammenleben bedeutet). Ein logischer Vorgang. Wenn deine Farm nicht mehr vor Kriminellen und Dieben oder der Guerilla sicher ist, wenn du mit Entführung bedroht wirst, wenn du gezwungen wirst, Schutzgelder zu zahlen, dann musst du dich selber verteidigen. Ich hatte damals kolumbianische Farmer kennengelernt, die einfach keine andere Wahl hatten. Entweder aufgeben oder sich selbst verteidigen. So weit, so gut.
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