Vom Gefangenenausstausch war lange nichts mehr zu hören. Zum Jahrestag von Che Guevaras Geburtstag wollte sich Chavez und ein Sprecher der FARC in Caracas treffen. Das Treffen blieb leider aus, und die Parteien beschudligten sich wieder einmal gegenseitig für das Scheitern gesorgt zu haben. Zwei Nachrichten brachten aber heute neues Leben in die Sache.
Zum einen ist Piedad Cordoba derzeit in Washington. Dort besuchte sie, den in die USA ausgelieferten ehemaligen FARC Offizier Simon Trinidad. Nach dem Gespräch mit Piedad Cordoba stellte sich Simon Trinidad bereit bei einem Gefangenenaustausch mitzumachen, sollte die FARC dies wünschen und die USA ein solchen Anliegen unterstützen.
Endlich ist Gustavo auf seiner bereits 38-tägigen Auslandsreise auch in Deutschland angekommen. Leider ist in der deutschen Prese kein Bericht zu finden. Dabei hiess es in der “Welt” doch vor Kurzem noch, dass Kolumbiens Image sich in Europa gerade ändert. Hat sichdies nur auf den Tourismus bezogen?
Das Interesse am Land und seinen Problemen scheint nicht gewachsen zu sein, wenn über diesen Mann, der einen so schwierigen Weg auf sich genommen hat (ohne bisher Resultate für sich ganz persönlich erzielt zu haben - die Befreiung von seinem Sohn) nicht berichtet wird!?
Auch die Artikel in der kolumbianischen Presse sind eher oberflächlich. Mit wem sich Gustavo in Berlin getroffen hat oder über welche Themen er gesprochen hat - läßt sich nicht herausfinden.
In ganz Europa wurden Gustavo und seine Tochter Yuri mit offenen armen empfangen und erfuhren große Gastfreundschaft und Solidarität. Der Vater von Pablo möchte nun aber endlich zurück nach Kolumbien. Der Schmerz sitz tief - Gustavos Sohn ist seit 10 Jahren und einem langen Marsch seines Vaters (nun schon 4 Monate) immer noch in den Händen der Farc. Weder sein Herz noch seine Gedanken kommen zur Ruhe - sagt Gustavo. Continue reading ‘Gustavo Moncayo in Berlin’
Mit regionalen Überraschungen gingen die gestrigen Regionalwahlen in Kolumbien aus. Vergleichbar mit Landtagswahlen in Deutschland wurden die neuen Gouverneure der einzelnen Departamentos (Länder) und die lokalen Bürgermeister gewählt.
Die wichtigsten Ergebnisse dieser Wahlen dürften sein:
Es war ein historischer Abend gestern im legendaeren “El Campin” in Bogotá vor ca. 40.000 begeisterten Zuschauern. Millonarios bezwang verdient das Team aus Sao Paulo mit 2:0 und steht nach dem ueberraschenden Hinspielerfolg vor 2 Wochen nun im Halbfinale der “Copa Suramericana”, welche ungefaehr mit dem UEFA-Cup zu vergleichen ist. War vor 2 Wochen noch Eduardo Blandon, Millonarios recht unbekannter Ersatztorwart der grosse Held von Sao Paulo beim 1:0 Sieg, war es dieses Mal dem Kapitaen der Manschaft, Ricardo Ciciliano, ueberlassen, die Hauptrolle zu spielen. Beide Tore gehen auf sein Konto. Das erste in der 77. Minute mit einem fulminanten Volleyschuss nach toller Flanke von Estrada, das zweite in der 82. Minute, als er alleine auf den brasilianischen Torwart Ceni zulief. Das begeisterte Publikum war nicht mehr zu halten, was verstaendlich ist, konnten die beiden grossen Teams aus Bogota, Millonarios und Santafe, in der bisherigen Meisterschaft absolut nicht ueberzeugen. Im Halbfinale wartet nun der Sieger des Spiels Defensor Sporting de Uruguay und River Plate aus Buenos Aires.
Nur noch eine Woche bis zu den regionalen und lokalen Wahlen in Kolumbien, und bereits jetzt sind 27 Kandidaten verschiedener polititschen Parteien und Bewegungen ermordet. Mit Entführungen, Erpressung und Anschlägen werden sowohl Parteien und Kandidaten, als auch die Bevölkerung von bewaffneten Gruppen und traditionelle Politiker bedroht.
Die Guerillagruppen FARC und ELN aber auch neuentstehende bewaffnete Gruppen, wie die „Aguilas Negras“ (Schwarze Adlern) und die „Rastrojos“ (Stoppeln), Hybride, die aus demobilizierten paramilitärischen Gruppen, der Drogenmafia und einfachen kriminellen Banden gebildet sind, werden von der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und Nichtregierungsorganisationen angezeigt die politische Szene vor den Wahlen zu unterminieren. Nach Angaben der International Crisis Group sind es ungefähr 84 neue bewaffnete Gruppen entstanden, die kleiner als die vorherige paramilitärische Gruppen sind, aber viel Einfluss in mehrere Orten ausüben. Continue reading ‘Sicherheit der Politiker einer Woche vor den Lokalwahlen’
Vor ein paar Tagen war es soweit: “Liebe in Zeiten der Cholera” hatte seine Welturaufführung beim “Festival do Rio” in Rio de Janeiro. Bis der Film in Deutschland landen wird, müssen wir allerdings noch eine Weile warten, der Start ist für den 18.02.2007 vorgesehen. Wann der Film in Kolumbien in die Kinos kommt ist noch unklar. Es ist eine Verfilmung des gleichnamigen Buches von Gabriel Garcia-Márquez aus dem Jahr 1985. Der Film spielt um die Jahrhundertwende. Florentino Ariza (gespielt von Javier Bardem) ist als junger Mann in Fermina Daza (Giovanna Mezzogiorno) verliebt, eine Liebe die er lange nicht vergessen wird.
Gedreht wurde der Film vor allem in Cartagena in Kolumbien. Nachfolgend der Trailor (auf englisch) und ein kurzer Bericht zu den Dreharbeiten vor Ort.
Kolumbiens Start in der Qualifikationsrunde fuer die Fussballweltmeisterschaft 2010 in Suedafrika ist geglueckt. Wie auch in Europa - nur da war es fuer die Europameisterschaft - gab es in Suedamerika vergangenen Sonntag und Mittwoch zwei Qualifikationsspiele. Im Gegensatz zur Runde vor vier Jahren hat sich Kolumbien dieses Mal entschieden, die Heimspiele in der Hauptstadt Bogota, im Stadion El Campin (Fassungsvermoegen ca. 45.000 Zuschauer), auszutragen. Man erhofft sich damit vor allem einen Vorteil aus der Hoehe Bogotas, das ja auf 2.600 m liegt. Letzten Sonntag war Brasilien zu Gast. Da es den ganzen Tag vor dem Spiel geregnet hat, stand das Spiel kurz vor einer Verschiebung. Letzlich hat der Schiedsrichter das Spiel dann doch ca. 45 Minuten verspaetet angepfiffen. 0:0 hiess es nach 90 sehr starken Minuten aus kolumbianischer Sicht. Kolumbien haette ohne Zweifel den Sieg verdient gehabt. Am heutigen Mittwoch stand das zweite Gruppenspiel (Modus: jeder gegen jeden) in La Paz auf 3.600 m auf dem Programm. Nach einem recht kurzweiligen Spiel stand es nach Minuten wieder torlos 0:0. Kolumbien ist also gut in die Qualifikation gestartet. 2 Punkte aus dem Heimspiel gegen den grossen Favoriten Brasilien und auf der Hoehe Boliviens, mehr konnte nicht erwartet werden. Vor allem, wenn man bedenkt, das vor vier Jahren die ersten beiden Spiele gegen die genau gleichen Gegner verloren gingen. Wir bleiben am Ball und informieren Sie weiter am 17. November, wenn Venezuela hier zu Gast ist.
Die Nahrungssicherheit der dezimierten indianischen Völker und der Kleinbauern Kolumbiens werden von der Regierung ignoriert. Sie hat die Freisetzung von genetisch verändertem Mais in vier Departamenten des Landes genehmigt, obwohl das Umweltministerium das Genehmigungsverfahren für unzureichend erklärte. Weder die ökologischen noch die sozioökonomischen Aspekte, die im Cartagena Protokoll für biologische Sicherheit (auch von Kolumbien ratifiziert) geregelt werden, waren berücksichtigt.
Die Indianische Völker wie die Zenu (etwa 5.360 Familien), die sich als „Kinder vom Mais“ verstehen und im „Resguardo San Andres de Sotavento“ im nordwesten Kolumbiens leben, haben vor zwei Jahren ihr Land frei von genetisch verändertem Organismen erklärt. Aber die genehmigte Freisetzung von drei in Labors entwickelten Maissorten der Grosskonzernen Monsanto und Dupont werden auch gerade in der Nähe dieser indianischen Gebieten angebaut. Continue reading ‘Nahrungssicherheit indianischer Völker in Gefahr’
Bei einer persönlichen Audienz gestern hatte Gustavo Moncayo die Gelegenheit mit Papst Benedikt XVI über das Schicksal seines Sohnes und damit über vieler anderer Geiseln zu sprechen.
Um Papst Benedikt einen Eindruck über ihre “Arbeit” der letzten Monate zu geben, brachten Gustavo und seine Tochter Yuri ihm ein Video und Fotos mit. Wenn ich daran zurückdenke, wie alles vor 4 Monaten Begann (ein Mann, der 1000 km laufen wollte, und zunächst von niemandem beachtet wurde) - kann ich Gustavo und seine Kraft nur bewundern.
Seit er in Europa ist, hat er auch hier hochrangige Politiker getroffen - eine Audienz beim Papst ist für ihn sicherlich der Höhepunkt seiner Reise.
Gustavo bat Benedikt XVI zur Freilassung nicht nur seines Sohnes, sondern aller Geiseln in Kolumbien, aufzurufen.
Leider sind die Berichte über Gustavo und seine Familie in Deutschland immer noch selten.Wenn Ihr Artikel in der europäischen Presse seht, würden wir uns über einen kurzen Komentar mit link sehr freuen.
Immer wieder sind wir auf der Suche nach aktuellen Nachrichten in Kolumbien gewesen. Kaum ein anderes Land weckt so viel Interesse, leider gibt es kaum ein Informationsangebot auf deutscher Sprache. Dieser Blog soll Abhilfe leisten mit aktuellen Nachrichten aus Kolumbien.
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marco am 8. July 2008: @marcus, eddi wenn ihr googlen koennt, kann euch geholfen werden! dazu gibt es hunderte von amtlichen links. ihr muesst sie nur lesen wollen! ihr seid einfach nur typisch deutsch und glaubt nur das, was euch jemand vorsetzt!... Miguel am 8. July 2008: @Andi: So wie Du sehen es viele Kolumbianer. Uribe hat keinen Persilschein bekommen, die Probleme der Para- und Yidispolitik sind nicht aus der Welt. Die Freude über ein vielleicht nahes Ende des Kriegs und über die... andi am 8. July 2008: Ich habe mich sehr über die Befreiung der Geiseln gefreut. Zudem weiss ich von kolumbianischen Bekannten, dass die kolumbianische Bevölkerung sehr unter der Farc und den Paras leidet, daher ist auch die Schwächung dieser... Marcus am 8. July 2008: @ Marco, wenn du dich wirklich auf serioese demokratische Regierungsquellen verlassen wuerdest (z.Bsp. Auswaertiges Amt, DEA, ARD, DW etc.), so wie Eddi, Carlo oder ich selbst, wuerdest du nicht solche Aussagen wiedergeben,... Eddi am 7. July 2008: @marco In deinen zig Beiträgen hast du nicht eine einzige Informationsquelle und schon erst recht keinen Link genannt bzw. die von dir genannten Kanäle CNN und DW verbreiten keine deiner (unbelegten) Theorien. marco am 7. July 2008: carlo,eddi, marcus ich verlasse mich lieber auf demokratische regierungsquellen oder serioese nachrichtenkanaele, welche die sachlage sehr genau kennen, statt mich in der meinungsbildung vom hoeren/sagen/dubiosen onlineforen... André am 7. July 2008: Gestern hat El Tiempo den detaillierten Ablauf der Geiselbefreiung geschildert. ich wollte heute schon eine Zusammenfassung schreiben, aber die Arbeit hat der Spieler netterweise gemacht. Mitsamt einem Video der Regierung... Nicole am 7. July 2008: